Was tun beim Schlafwandeln?


Hallo...

Heute morgen um 6:08 Uhr bin ich vor Schreck fast aus dem Bett gefallen!

Mein Sohn (22 und wohnt 5 Gehminuten von uns) kam in Boxershorts, T-Shirt und Filzpantoffeln die Treppe hoch!
Er hatte sich ausgeschlossen.

Er war klar bei Verstand, hatte wohl aber eine gute Rest-Bierfahne und erzählte folgendes:

Gestern Abend sei er mit Freunden ein (!???) Bier trinken gewesen.
Gegen 3 Uhr gut abgefüllt nach Hause und sich zum Schlafen fertig gemacht.

Dann sei er plötzlich aufgewacht und stand barfuß vor seiner Wohnungstür.
Noch etwas verwirrt habe er bei Nachbarn geklingelt, die zum Einen keinen Schlüssel haben, zum Anderen auch nicht öffneten.

Dann sei er runter (3.Etage) gegangen und unten auf Parterre hätten fein säuberlich nebeneinander seine Filzpantoffeln gestanden.

Dann sei er zu mir gekommen, um sich seinen Ersatzschlüssel zu holen.

Gut, ich hab ihm auch noch eine Jeans geliehen... :pfeifen:


Ist das jetzt Schlafwandeln oder die Schlaftrunkenheit, von der ich auch gelesen habe...?

Kennt jemand das?

Wie gefährlich ist das?

Was kann man dagegen tun?

Er wohnt im 3. Stock und hat einen Balkon. Als Mutter mache ich mir große Sorgen, dass da mal was passiert!
Als Kind saß er mal nachts in der Diele und war nicht ansprechbar.
Und so was Ähnliches wie heute ist ihm bisher aber nur einmal passiert...

Ich wäre für "ernst gemeinte" Antworten sehr dankbar... :unsure:


Ich glaub nicht, dass wirklich mal was Schlimmes passieren wird- zumindest sind die Bilder von Menschen, die im Nachtgewand auf Dachfirsten balancieren, meiner Meinung nach reine Phantasie. Schlafwandler sollten sich am besten angewöhnen, die Wohnungstür prinzipiell abzuschließen bevor sie ins Bett gehen- damit sie nicht nächtens auf der Straße aufwachen und sich wundern wie sie da hingekommen sind. Und die Balkontür sollte man am besten auch mit einem abschließbaren Türgriff ausstatten und dann immer abends abschließen und den Schlüssel an einen Haken neben der Tür hängen.

Schau auch mal z. B. hier: http://www.psychosoziale-gesundheit.net/ps...hlafwandel.html


Zitat (Dobby @ 23.04.2009 14:17:40)


Gestern Abend sei er mit Freunden ein (!???) Bier trinken gewesen.
Gegen 3 Uhr gut abgefüllt nach Hause und sich zum Schlafen fertig gemacht.




Da habe ich letztens was gelesen,es kann von der Müdigkeit kommen! :pfeifen:

Aber jetzt ;)

Wenn es nicht öffter vorkommt,ist es nicht so schlimm! ;)

Bearbeitet von wurst am 23.04.2009 14:35:12

Schlafwandeln ist in mehr oder weniger drastischen Auswirkungen bei jedem Menschen vorhanden.
Wenn wir abends auf dem Bauch liegend einschlafen und auf dem Rücken liegend aufwachen, dann waren wir ein paar Sekunden lang mehr oder weniger wach als wir uns umgedreht haben.
Das "Wach-Sein" reicht in seiner Dauer nicht aus, damit wir uns am nächsten Tag daran erinnern können.
Der Vergleich hinkt ein bisschen, macht das Verstehen aber leichter.

Schlafwandler sind nicht ganz wach, schlafen aber auch nicht mehr vollkommen. Sie wissen zwar am nächsten Tag nicht, was sie getan haben, aber in dem Moment des Rumlaufens sind sie soweit wach, dass sie nichts anstellen, was für das "steinzeitlichen Gehirn" nicht vertretbar ist.
Also irgendwo runterspringen, in den Tigerkäfig laufen - wird nicht vorkommen.
Aus der Haustür rausgehen ist grundsätzlich nicht gefährlich, also kann das durchaus passieren. Dagegen hilft nur, das Rausgehen durch komplexe Handlungen zu erschweren (Schlüssel in den , oder an den Haken nebenan). Komplexe Handlungen sind im Halbschlaf nicht möglich, der Wandelnde gibt dann entweder nach erfolglosem Rütteln an der Tür auf, oder wird bei dem versuch komplett wach.

Schlafwandeln kann durch Psychische Störungen entstehen (keine Psychose!!, Stress reicht schon), Alkohol fördert das auch :pfeifen:


***
Ich kann leider nicht mehr sagen, wo genau ich diese Weisheiten her habe, aber ich musste mich im Eigeninteresse mal intensiv damit beschäftigen und habe viel darüber gelesen.

:blumen:


Mach dir keine Gedanken,
Schlafwandeln ist zwar nicht besonders nett und sicher auch nervig, aber nicht gefährlich.
Meine Cousine ist auch eine von der "Nachtaktivensorte" und hat schon allerlei witzige Sachen angestellt. Aber es ist nie etwas passiert. Soweit ich weiß, sind beim Schlafwandeln ein paar Sicherungen aktiviert, sodass sich der Schlafwandler nichts tun kann oder sich nicht verletzt (mal abgesehen von ein paar blauen Flecken vielleicht).


Zitat (Cambria @ 23.04.2009 15:12:03)
Mach dir keine Gedanken,
Schlafwandeln ist zwar nicht besonders nett und sicher auch nervig, aber nicht gefährlich.
Meine Cousine ist auch eine von der "Nachtaktivensorte" und hat schon allerlei witzige Sachen angestellt. Aber es ist nie etwas passiert. Soweit ich weiß, sind beim Schlafwandeln ein paar Sicherungen aktiviert, sodass sich der Schlafwandler nichts tun kann oder sich nicht verletzt (mal abgesehen von ein paar blauen Flecken vielleicht).

Kann ich nicht unbedingt bestätigen ,Verletzungsgefahr ist gegeben ,bin als 9jährige beim Schlafwandeln aus dem Fenster gefallen,lag danach 8Wochen in der Kinderklinik,danach neurologische Behandlung,um der Ursache des Wandels nach zugehn! :blumen:

Bearbeitet von Omanate am 23.04.2009 15:31:19

Vielen, vielen Dank für eure Antworten. :blumen:

Bin auch schon wieder ruhiger.

Vorhin habe ich nochmal mit meinem Sohn gesprochen, dem an der ganze Sache eher am peinlichsten war, dass er in Unterwäsche und Patoffeln durch die Straßen musste.
Naja, wir wohnen in Köln, da laufen eh immer ein paar Jecke rum. ;)

Mein Sohn will jetzt künftig die Wohnungstür abschließen und den Schlüssel an die Garderobe hängen, so dass er nicht nochmal in den Genuss des Unterhosenlaufs kommt.

Die Balkontür geht nicht abzuschließen, sie ist auch die einzige fensterartige Öffnung in diesem Zimmer und somit im Sommer immer auf.

Was die Müdigkeit betrifft, so hatte er schon wenig geschlafen in den Tagen vorher und der Alk hat sein Übriges dazu getan...

Ihm hat die Sache auch zu denken gegeben, aber er will sich deswegen nicht so einen Kopf machen (Originalton).
Reicht ja, dass ich mir einen mache, nicht? :(

Danke für's "Zuhören" und antworten... :blumen:


Meine beste Internatsfreundin schlafwandelte... stocknüchtern, und jedes Mal, wenn Vollmond war. Das ist keine Spinne, sondern ich habe es 2 Jahre lang selbst (anfangs entsetzt, später völlig easy) beobachtet und sie oft genug wieder zu Bett "gehütet".
Auf den Mond (was immer der damit zu tun hatte) und auf seelische Anspanung (sie hatte schreckliche Versagensangst vor Prüfungen) konnte man sich verlassen, dann marschierte sie los. Nur bedingt ansprechbar und sichtlich desorientiert um Zeit und Ort, wo sie sich befand.
Sie stand auf, ging zum Schrank, wollte sich anziehen, murmelte manchmal "ich bin zu spät" oder sowas vor sich hin.
Da half es nur, daß ich das mitbekam und sie völlig ruhig und freundlich (darauf eingehend, was sie redete) ansprach: "Claudi, wir haben später Schule, kannst dich wieder hinlegen!" So in der Art. Meist half das.
Natürlich schlossen wir vorm Einschlafen (war zwar von der Internatsleitung streng verboten, aber die Sicherheit unseres "Nachtgespenstes" ging uns vor) die Zimmertür ab und machten das Fenster zu, nachdem wir sie mal auf dem nächtlichen Sportpatz eingesammelt hatten. Völlig bekleidet mit FDJ-Bluse, Jeans ... und Hausschlappen.
Am nächsten Morgen wußte sie da nix mehr von.

Schlafwandler sollte man nicht versuchen, aus ihrer temporären Trance (oder wo immer sie sich geistig befinden) zu "wecken", man muß sie nur ganz ruhig dahin leiten, wo sie hinsollen: ins Bett zurück. Notfalls mit Klamotten an weiterschlafen lassen, wenn man sie einmal dort hat.
Sie handeln eben wie im Traum.

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 24.04.2009 02:55:14


Hallo Bi(e)ne,

danke für deine Antwort..

Das Problem an der ganzen Sache ist nur, dass mein Sohn alleine wohnt.

Ich kann nur hoffen, dass es weiterhin gut geht...


Ach je, Dobby... das mit dem Alleinewohnen ist natürlich dahingehend ein Prob, weil keiner zum Wachwerden, Aufpassen und Notfallsvorherabschließen da ist. :unsure: :trösten:

Keine Angst: wie schon die anderen schrieben: auf dem Dachfirst wird er kaum rummarschieren. Aber ein wenig Öffentlichkeitsarbeit wird schon nötig sein, zumindest, was einen vertrauenswürdigen Nachbarn im Hause Deines Sohnemanns angeht. So jemand, dem man ruhig "ein Wort gönnen" kann. :)
Der sollte über diese nicht eben sehr häufige Eigenheit des Hausgenossen informiert sein, um Mißverständnissen vorzubeugen, was die übrige Hausbewohnerschaft angeht - und einer von der Sorte sein, die man anrufen kann, um mal nach dem rechten zu gucken.

Das geht jedoch nur zusammen mit dem Einverständnis Deines Sohnes, mit dem Du vorher darüber sprechen mußt: ganz normal, nachmittags beim Kaffee, zum Beispiel.
Mach ihm klar, daß Du darum weißt (viele Schlafwandler wissen es nicht, was sie da nachts abziehen, wenn keiner, dem sie vertrauen, sie ruhig darüber aufklärt) und daß Du Dir da halt ein wenig Gedanken machst.
Findet zusammen eine Lösung, mit der Ihr beide gut klarkommt (irgendwer in seinem Haus muß aufpassen können, Du kannst nicht mehr immer da sein).
Ideal wäre es, hätte er eine Freundin, die darüber Bescheid weiß, nicht viel Aufhebens darum macht und einfach nur guckt, daß er nicht nächtens auf Tour geht und wenn, dann nur innerhalb der Wohnung.

Zudem wäre mal ein Gespräch mit dem Hausdoc oder einem sonstigen Arzt des (familiären) Vertrauens angezeigt: Psychologe etc., der Euch gute Verhaltenstips für entsprechende Eventualitäten geben kann. :)
Beim Schlafwandeln bleibt das vegetative Bewußtsein (Unterbewußtsein) meist angeschaltet: das primäre Bewußtsein schläft jedoch, so erkläre ich es mal.

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 25.04.2009 02:15:28


Zitat (Cambria @ 23.04.2009 15:12:03)
Mach dir keine Gedanken,
Schlafwandeln ist zwar nicht besonders nett und sicher auch nervig, aber nicht gefährlich.
Meine Cousine ist auch eine von der "Nachtaktivensorte" und hat schon allerlei witzige Sachen angestellt. Aber es ist nie etwas passiert. Soweit ich weiß, sind beim Schlafwandeln ein paar Sicherungen aktiviert, sodass sich der Schlafwandler nichts tun kann oder sich nicht verletzt (mal abgesehen von ein paar blauen Flecken vielleicht).

Ungefährlich ist das nicht immer. Ich kannte mal eine die hat beim Schlafwandeln angefangen zu Bügeln, und dann das Bügeleisen angeschaltet gelassen, hat sich wieder hingelegt! Ihre Eltern haben das rechtzeitig gemerkt, dadurch ist nichts passiert.

Mein Sohn ist auch Schlafwandler. Er macht bei bestimmten Mondphasen nachts immer überall die Lichter in der Wohnung an.
Ich stehe dann später wieder auf und mache alle Lichter wieder aus .Das wird sonst teuer an Strom... :pfeifen:


nächste Woche gibt es bei Stern TV einen Bericht übers Schlafwandeln


Zu dem Thema Schlafwandeln und unsanftes Aufwachen hab ich hier was nettes:
http://www.youtube.com/watch?v=bHXj3qgFs_k&feature=related


Zitat (Die Außerirdische @ 07.05.2009 00:06:24)
nächste Woche gibt es bei Stern TV einen Bericht übers Schlafwandeln

Danke für den Tipp!!!

Ich gucke diese Sendung nicht so oft, deshalb wusste ich das nicht.
Werde ich mir auf jeden Fall ansehen!

Mein Sohn holt sich jetzt übrigens auch einen abschließbaren Griff für seine Balkontür.
Dann kann ich auch beruhigter sein. :rolleyes:


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