5 Euro...... ... demnächst für jeden Arztbesuch?


....."Geht es nach dem Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Leonhard Hansen, wird der Patient künftig jedes Mal zur Kasse gebeten, wenn er einen Arzt konsultiert. Pro Arztbesuch sollen fünf bis zehn Euro Praxisgebühr fällig werden, fordert er. Und das ist nicht die einzige Gebühr, die in Zukunft anfallen soll."

So steht es bei den t-online-Nachrichten.


Quelle: KLICK

Da fragt man sich, wann die "Solidargemeinschaft" endgültig zusammenbricht.

Viele Kommentatoren auf der o. g. Seite sind der Meinung, man solle die gesetzlichen Krankenkassen abschaffen und die Bürger sollen sich nur noch privat versichern.

Das kann es doch wohl nicht sein!

Ich bin eher anderer Meinung. Gesundheitsvorsorge und auch Behandlung gehen alle an, also soll auch jeder nach seinem Einkommen dafür zahlen. Aber nicht, um den Vorständen der Kassen - egal ob privat oder gesetzlich - die Kassen zu füllen, sondern um ein modernes, den Menschen entsprechendes Gesundheitssystem zu schaffen.

Meine Forderung deshalb:

WEG mit den Privaten Krankenkassen! Die existieren doch nur, um die Leute abzuzocken. WEG mit hunderten so genannten "gesetzlichen" Krankenkassen!

Ich denke, eine einzige Kasse würde genügen, um ein gerechtes Gesundheitssystem zu schaffen.

WEG mit den "kassenärztlichen Vereinigungen". Dafür sollte sich jede Arztpraxis eine Kraft leisten können, die mit der Kasse ordentlich abrechnet.

Ich wette, man könnte jährlich Milliarden Euro sparen, wenn die ganze Organisation in einer einzigen - gerechten - Hand läge.


Was meint ihr dazu?


Gruß

Abraxas


Zitat (Abraxas3344 @ 12.05.2009 16:55:41)
Viele Kommentatoren auf der o. g. Seite sind der Meinung, man solle die gesetzlichen Krankenkassen abschaffen und die Bürger sollen sich nur noch privat versichern.

Das kann es doch wohl nicht sein!

Hm, jein würde ich da sagen.

Einerseits sollten die gesetzl. Kassen ja da sein, um keinen im Gesundheitssystem zu benachteiligen... Aber sie entwickeln sich immer mehr zu Versicherungen, in die man - nicht wenig - einzahlt, aber von denen man nichts bekommt, wenn man sie wirklich bräuchte (Stichwort Brille oder Zahnersatz). Ich meine, warum habe ich eine Versicherung im Allgemeinen? Für Fälle, wo ich schnell viel Geld brauche, das ich selbst nicht habe, nicht für die ein oder zwei Erkältungen, die ich vielleicht im Jahr habe.
Daher wird man ja eigentlich sowieso schon gezwungen, sich für diese Fälle private Zusatzversicherungen zu suchen.
Da denke ich mir auch oft - warum muss ich eigentlich in die Krankenkasse zahlen, wenn ich das wirklich Teure sowieso wieder extra versichern oder selber zahlen muss...

Das Problem ist halt, was macht der, der sich die Zusatzversicherung nicht leisten kann?
Vielleicht würde der gerne das Geld, das er für die Kasse zahlt, nehmen, und sich selbst aussuchen, was er gerne versichert hätte.

Das Problem mit der "einen" Krankenkasse schreibst du selber schon - sie muss in einer gerechten Hand sein.
Aber prinizipiell wäre das ja dann ähnlich dem National Health Service in England. Oder?
Ich glaube aber nicht, dass man sich damit Kosten spart - da müsste das alles schon extrem entbürokratisiert werden.

Es muss halt gewährleistet sein, dass jeder eine Grundversorgung in ALLEN Bereichen (also auch Brille, Zahnersatz usw) erhält, ohne Zuzahlungen. Wenn dann jemand lieber die Designer-Brille oder den Super-Zahnersatz aus was-weiß-ich-was möchte, dass ist das sein Problem. Aber dass gewisse Sachen von der Kassen-Leistung komplett ausgeschlossen sind halte ich auch für eine riesen - entschuldigung - Sauerei!
(Hey, was machen die denn, wenn einer, der ne Brille bräuchte zum fahren, nen Unfall baut, weil er sich keine neue leisten konnte???)

Hallo zusammen,

der Staat und alles was darum herum ist, sind das Schuld das alles hier zusammen bricht.

Die haben hier aus Deutschland ein richtiges Armenhaus gemacht.

Gruß Andante


Wenn ich den verlinkten Artikel richtig interpretiere, dann soll bei Facharztbesuchen extra zur Kasse gebeten werden. Und wenn ich mir die Situation hier z.B. bei Orthopäden oder Augenärzten so ansehe, kann ich das sogar etwas verstehen.
Akut dürfte ich jetzt gar keine Brille benötigen müssen; wenn es so wäre, bekäme ich nicht vor Januar 2010 einen Termin bei unserer Augenärztin.
Ähnlich schaut es bei den Orthopädie-Praxen aus oder bei den ambulanten Chrirurgen. Hoffnungslos überfüllte Wartezimmer!
Viele meinen, bei bestimmten Sachen gleich zum Facharzt rennen zu müssen, ohne vorher eine Überweisung vom Hausarzt zu benötigen.

Insgesamt ändert das aber nichts daran, daß wir immer weiter in Richtung Zwei-Klassen-Gesellschaft marschieren. Wer genug Knete hat, bleibt länger gesund. Sollen die Geringverdiener und Arbeitslosen doch sehen, wo sie bleiben. Hauptsache bei den Kassen stimmt die Kasse.
:mellow:


darüber braucht doch gar nicht mehr diskutiert werden,
wir zahlen doch längst mehr als die 10 Euro

ich bin bis vor Kurzem mein Leben lang gesund gewesen, zahle seit meinem 16. Lebensjahr in die Krankenversicherung ein
ich zahle schon seit Jahren meine sündhaft teuren Brillengläser komplett selbst
neulich brauchte ich 5 Tage lang eine Cortisoninfusion
das ganze Zubehör, Kanülen, Schläuche, musste ich selbst zahlen
zum Cortison hab ich so viel zubezahlt, dass ich fast in einen Schock gefallen wäre

da ich die Infusionen über das Wochenende braucht und Samstag und Sonnstag kein Arzt praktiziert, bin ich an den Tagen in der Notfallambulanz gewesen
trotz Überweisung musste ich dort noch mal Maut bezahlen

wir sind längst auf dem Weg zu amerikanischen Verhältnissen


ich sollte vor ein paar Wochen ,im Rahmen der Vorsorge 25€ latzen ,für einen Haemoculttest,weil wäre eine neue Untersuchungsmethode,das war beim Hausarzt! Hatte Termin bei der Gynäkologin ,Haemocult frei!


Ich wohne in Belgien. Bei uns gibt es keine 2-Klassen Krankenkassen. Es gibt zwar verschiedene Krankenkassen mit verschiedenen Angeboten, aber solch große Unterschiede wie in Deutschland werden hier bei uns glücklicherweise noch nicht nicht gemacht. Mal schauen, wann dies zu uns kommt ...
Bisher sind wir mit unseren Krankenversicherungen immer sehr gut versichert. Aber mal abwarten, uns wird es bestimmt auch noch treffen ...


Jetzt wo mein Mann immer kränker wird und einen Facharzt nach dem
anderen brauch,(immer mit Überweisung des Hausarztes) und ich selbst
auch schon von Arzt zu Arzt laufe,wäre so ein Vorhaben eine glatte
Katasthrophe für uns.
Was wir allein an Medis ausgeben,Krankenhausaufenthalte ,für alles zahlen
wir zusätzlich.Wir schieben die Kur schon vor uns her,obwohl die notwendig
wäre.
Wir alle 4 Familiemitglieder tragen Brillen.Die Zuzahlungen sind zum Teil heftig,
bei den Gläsern.
Da weiß man wirklich nicht mehr wie es weiter gehen soll.
Und dann bekommst du noch blöde Anzworten von deiner KK. <_<


Zitat (Abraxas3344 @ 12.05.2009 16:55:41)
Ich denke, eine einzige Kasse würde genügen, um ein gerechtes Gesundheitssystem zu schaffen.


Das hatte ich vor einiger Zeit auch mal müßig überlegt. Mein Freund meckerte mich daraufhin an, das sei eine dämliche Idee, da gäbs ja keinerlei Wettbewerb mehr.
Stimmt auch wieder, aber ich hab ja keine Ahnung von sowas.

Zitat
WEG mit den Privaten Krankenkassen! Die existieren doch nur, um die Leute abzuzocken.

Bin ich auch für. Jedesmal wenn meine Freundin ankommt und mir erzählt, ihr Frauenarzt haben zwei verschiedene Wartezimmer, bin ich immer so :angry:


Ich ärgere mich momentan auch über meine Krankenkasse. War bis vor einigen Wochen noch familienversichert. Jetzt darf ich mich erst mal freiwillig versichern, da kein Job und (noch) kein ALG II (wenn ich das überhaupt je kriege). Der Mindestbeitrag von 143,..€/Monat beruht auf Einnahmen von 804€/Monat. Guter Witz. Solche Einnahmen hab ich nie gehabt und jetzt erst recht nicht. <_<

Zitat (Clochard @ 12.05.2009 18:31:36)

Wir alle 4 Familiemitglieder tragen Brillen.Die Zuzahlungen sind zum Teil heftig,
bei den Gläsern.
<_<

Zuzahlung ging ja noch...

Nee, wir zahlen doch die komplette Brille selbst. Als ob man die aus Jux und Dollerei trägt.
Ich bin definitiv nicht arbeitsfähig ohne Sehhilfe. Vielleicht sollten mal alle Brillenträger in Streik treten und nicht arbeiten gehen, solange bis die Kosten für die letzte Brille von den Kassen erstattet werden. ^_^


Meine Freundin wollte heute wegen starker Schmerzen einen Termin bei ihrem Orthopäden - frühestens in 3,5 Wochen.

Zitat (Klementine @ 12.05.2009 20:14:58)
Meine Freundin wollte heute wegen starker Schmerzen einen Termin bei ihrem Orthopäden - frühestens in 3,5 Wochen.

mit starken Schmerzen holt man sich auch keinen Termin, da geht man als Notfall

Ich finde diese Zuzahlungen bescheuert. Sicher gibt es einige Leute die von einem Arzt zum anderen rennen, weil Sie meinen mit 70 muss man gesund sein wie ein 20 jähriger.
Hilft der eine Arzt nicht versucht man es beim nächsten. :D

Preistreiber ist auch die Pharmaindustrie, ein altes Medikament wird etwas verändert und schwups ist es ein Neues mit entsprechendem Preis.

Eine Krankenkasse für Alle? Nein dann wird noch mehr verschwendet.

Ich würde nur Privat- und Gesetzliche Kassen abschaffen. Es sollte Kassen geben die für Alle eine Grundversorgung gewährleisten, wer mehr möchte muss mehr zahlen.

Diese Regelung mit dem gleichen Beitragssatz ist Wettbewerbs bremsend.

Meine Kasse zahlt mir übrigens Geld zurück :D


Oh Klementine, gilt Deine Freundin net als Notfall? Das tut mir so leid, wenn jemand Schmerzen hat und nicht geholfen bekommt. Kann mich da reinversetzen.


Sparfuchs, recht hast Du. Es müßten alle einzahlen und dann kann wer will noch privat was abschließen.


Hi Abraxas,

ich schreib Dir mal als ehemalige Führungskraft einer Krankenkasse, die weltweite Projekte auch mit der WHO gemacht hat.

Die Wettbewerbsfähigkeit muss gewährleistet sein. Gibt es nur eine Krankenkasse haben wir ein sozialistisches System wie ehemals in der Ostzone (ist das evtl. die DDR?).

Dort hat das System nicht geklappt.

Nehmen wir mal das Beispiel Media Markt!

Das Konzept des Unternehmens ist die andere Anbieter zu vernichten. Das geht so:

Da wird ein neuer Markt eröffnet und viele Geräte unter Einkaufspreis verkauft. In den Folgemonaten werden dann Auslaufmodelle verramscht. Erst wenn der letzte Markt vor Ort Konkurs angemeldet hat, setzt der M.....Markt die Preise gewaltig hoch. Dann kostet ein Audio Kabel statt 1,95 Euro plötzlich 49,95 Euro. Entsprechend ist dann auch der Service.
So wird ein Service-Laden zum Saft-Laden.

Wenige Monate nach Eröffnung des Marktes werden die Mitarbeiter entlassen oder abgezogen. Dann sucht man einen Verkäufer vergeblich.

Aus diesem Grund ist Wettbewerb unbedingt erforderlich.

Anderes Beispiel:
Die Banken haben sich vereinigt und nach und nach die Filialen geschlossen. Die Kunden sind jetzt abgewandert.
Ebenso wie die Kasse Filialen aufgelöst haben.

Auf einmal fangen einige Banken und Versicherungen wieder an, Filialen in kleinen Orten einzurichten.

Schlüsselwort ist die Erreichbarkeit und der Service.

Eine einzige Kasse hätte ein Machtpotenzial. Durch Sparmassnahmen würde sie erreichen, immer mehr Mitarbeiter einzusparen. Ebenso wie Geschäftsstellen.

Sind die Mitarbeiter auf, sagen wir mal 10 Krankenkassen verteilt, wäre dies nicht möglich.

Ein anderer Aspekt:

Wie viele zusätzliche Arbeitsplätze vernichtet eine einzige grosse Krankenkassengeschäftsstelle?

Was machst Du,bei einem Leistungsbegehren, wenn der Geschäftsführer Dir sagt: leck mich a.. A...???? Wohin willst dann wechseln, wie willst dem drohen? Dann hast die Arschkarte gezogen.

Deshalb brauchst Wettbewerb und eine gewisse Anzahl von Kassen.

Die haben sich aufgrund der gesetzlichen Regularien eh schon reduziert.

Weniger ist jedoch nicht mehr.

Labens


Zitat (Rumburak @ 12.05.2009 22:32:34)
Oh Klementine, gilt Deine Freundin net als Notfall? Das tut mir so leid, wenn jemand Schmerzen hat und nicht geholfen bekommt. Kann mich da reinversetzen.

Bisher durfte man wohl mit akuten Beschwerden morgens früh kommen und sich einen Termin für den Vormittag holen. Das hätten sie jetzt abgeschafft...

Noch (!!!) gibt es ja Ärzte, die das anders handhaben. Und da wir nicht in der Pampa wohnen und sie mobil ist, wird sie wohl einen anderen Orthopäden auftreiben.

andante 952 Nicht nur aus Deutschland.Es betrifft alle.


Zitat (Klementine @ 12.05.2009 20:14:58)
Zuzahlung ging ja noch...

Nee, wir zahlen doch die komplette Brille selbst. Als ob man die aus Jux und Dollerei trägt.



Sorry,Klementine du hast natürlich recht.
Auch wir bezahlen natürlich alles selbst,sowohl Gestell wie auch Gläser.

Na Klasse...... aber alles nicht neu.
Kurt Tucholsky schrieb 1930

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer oft bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezepz heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft´s dagegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut.

Soll man das System gefährden?
Da muß eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zeche dieser Frechen
hat der kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!

Und wenn die Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird ein bißchen Krieg gemacht!


Irgendwie paßt dazu auch "Kassenhass" von Eugen Roth:

Kassenhass

Ein Mann, der eine ganze Masse
Gezahlt hat in die Krankenkasse,
Schickt jetzt die nötigen Papiere,
Damit auch sie nun tu das ihre.
Jedoch er kriegt nach längrer Zeit
statt baren Gelds nur den Bescheid,
Nach Paragraphenziffer X
Bekomme er vorerst noch nix,
Weil, siehe Ziffer Y,
Man dies und das gestrichen schon,
So daß er nichts, laut Ziffer Z,
Beanzuspruchen weiter hätt.
Hingegen heißt's, nach Ziffer A,
Daß er vermutlich übersah,
Daß alle Kassen, selbst in Nöten,
Den Beitrag leider stark erhöhten
Und daß man sich, mit gleichem Schreiben,
Gezwungen seh, ihn einzutreiben.
Besagter Mann denkt, krankenkässlich,
In Zukunft ausgesprochen häßlich.

:pfeifen:


Zitat (labens @ 12.05.2009 22:56:23)
Schlüsselwort ist die Erreichbarkeit und der Service.

Deshalb brauchst Wettbewerb und eine gewisse Anzahl von Kassen.

Erreichbarkeit und Service - Ja, aber nicht um jeden Preis. Brauche ich wirklich in jedem Kuhkaff (tschuldigung) eine AOK-Filiale, wo ich doch jederzeit dort anrufen kann und um Auskunft bitten? Meist reicht das ja schon. Wenn ein persönliches Gespräch nötig ist, kann ich in den nächsten Ort fahren; oder es bräuchte wie bei allen anderen Versicherungen dafür Außendienst-Mitarbeiter, die zu den Kunden kommen.
Dein Argument wären wieder die Arbeitsplätze, aber wie jedes andere Unternehmen müssen eben auch die Kassen auf Effizienz achten, auch sie können nicht endlos Personal vorhalten, für den Fall der Fälle - das kostet alles und muss von den Versicherten finanziert werden (oder von den Kassen, die erfolgreicher wirtschaften und daher Ausgleichsabgaben leisten müssen. Super Wettbewerb.), vergiss das bitte nicht. Ich zahle gerne so viel wie für guten Service nötig ist, aber nicht mehr!

Gesunder Wettbewerb hat meiner Meinung nach noch nie geschadet, jedoch ist es bei den Kassen kein echter Wettbewerb, da der Gesetzgeber den Pflicht-Kassen viel zu sehr vorschreibt, was sie anbieten dürfen und was nicht - Wettbewerb konnte bisher also nur über die laufenden Kosten - und damit Beitragsreduzierung - passieren, die bei Kassen mit viel jungen gutverdienenden Kunden logischerweise viel niedriger sind, als bei Kassen, die viele Rentner und Dauerkranke "mitschleppen" müssen, also kein wirklich fairer Wettbewerb. Der Einheitsbeitrag machts auch nicht besser, weil die Kassen in ihren Angeboten auch nicht viel mehr Freiheit haben und sich nicht mal mehr im Preis voneinander absetzen können.

Meiner Meinung nach: Ein Beitrag für alle, dafür muss die Kasse ein bestimmtes Mindest-Programm anbieten und kann nach eigenen Möglichkeiten Zusatzleistungen gewähren, entweder im Beitrag inbegriffen oder gegen Aufpreis. DAS wäre für mich Wettbewerb. Nicht das, was wir jetzt haben. Da hat der Staat für mich einfach zu viel seine Finger drin, um von Wettbewerb zu sprechen.

Bearbeitet von SpookyAngie am 13.05.2009 13:21:00

Vielleicht sollte manauch lieber die gesetzlichen Kassen abschaffen. Die privaten neigen idR weniger dazu, ihre Verwaltung auf Kosten der Versicherten immer weiter künstlich aufzupumpen.
Oder man schafft die Versicherungspflicht allgemein ab. Wenn die Kassen sich tatsächlich mal um ihre Kunden bemühen müssten, viele der dort Apanagierten womöglich das erste Mal in ihrem Leben tatsächlich arbeiten müssten... wer weiß, ob dann nicht vielleicht sogar mal etwas Produktives dabei rauskommen könnte.
Und warum Ärzte zum Abrechnen mit den Kassen eine komplette Bundesvereinigung brauchen, wissen wohl am wenigsten die Doctores selbst.


Bei der ganzen Diskussion vergisst ihr folgendes:

Die Amis, Engländer und Franzosen wollen das deutsche Sozialversicherungssystem der Krankenkassen schon seit Jahren einführen.

Auch die Schweizer sind mit ihrem System, das nur Privatversicherungen kennt nicht glücklich.

Und jetzt wollt ihr tatsächlich die gesetzlichen Krankenkassen abschaffen.

Täglich liest man in den Zeitungen, dass Menschen aus allen Herren Länder nach Deutschland kommen um sich hier behandeln zu lassen.

Wer hat denn diesen Standart geschaffen? Das ging doch nur durch ein funktionierendes System.

Ein Arzt ohne Kassenzulassung, der nur noch privat behandelt ist nicht überlebensfähig. Fragt mal euren Arzt beim nächsten Besuch. Das schlimmste was einem Arzt passieren kann, ist der Entzug der Kassenzulassung.

Nur durch die ausgewogene Mischung, Kassen- und Privatarzt, kann dieser seine Praxis aufrecht erhalten. Und wenn sein Geldeingang über die gesetzlich Versicherten nicht ausreicht, holt er sich das Geld halt von den privat Versicherten. Natürlich stöhnen dann die Privatversicherungen und kürzen dann bei der Erstattung an ihre Versicherten.

Die sind dann die Doofen, die dann drauf zahlen. Wenn ihr die Abschaffung der gesetzlichen Kassen fordert, könnt ihr künftig schauen, woher ihr euer vorgestrecktes Geld wieder bekommt.

Ich geb da lieber meine Krankenversichertenkarte ab, zahl 10 Euro. Und meine Medizin hab ich bis jetzt schon immer bekommen. Wartezeiten kenne ich auch nicht. Sollte ich mal länger als 15 Minuten warten, sage ich den Helferlein Bescheid, ich komme gerne in 2 Stunden wieder und setze mich so lange ins Café oder kaufe ein.

Wie gesagt, Obama will das deutsche Krankenversicherungssystem einführen, weil es halt keine andere Alternative gibt.

Labens

@Koenich:
was Du schreibst ist nicht richtig.
Erkläre mir mal folgendes:
Wie will eine Privatversicherung eine Leistung die mit 3,5 fachem vergütet wird (Arztleistung werden vom 3,5 fachem von den erstattet), die gleichzeitig als Aktiengesellschaft ihren Aktionären Dividende anbietet, wirtschaftlicher arbeiten als gesetzliche Krankenkassen?
Weshalb zahlt die Private Krankenversicherung für den Wechsel zu ihnen 12 Monatsprämien (das sind bei einem Monatsbeitrag von 300 Euro gleich mal 3600 Euro Vermittlungsprovision)

Bearbeitet von labens am 14.05.2009 00:30:48


Zitat
Täglich liest man in den Zeitungen, dass Menschen aus allen Herren Länder nach Deutschland kommen um sich hier behandeln zu lassen.


Gutsituierte vielleicht. Die Qualität ist dann auch entsprechend.
Und wie viele gehen ins Ausland, weil sie sich dort behandeln lassen? Bei etwa vergleichbaren Leistungen wie in D ist es dort nämlich billiger. Nur muß dort nicht ein so aufgeblähter Verwaltungsapparat wie in Deutschland mitfinanziert werden.

Abschaffen würde ich die Pflichtversicherung sicher nicht, jeder soll unabhängig vom Einkommen das Recht auf umfassende medizinische Versorgung haben... nur würde ich den Kassen mehr Freiheiten geben, wie sie mit den Beiträgen wirtschaften, so dass auch effizient arbeitende Unternehmen dabei rauskommen können. Ich denke, mit echtem Wettbewerb käme für jeden das Optimale dabei raus.



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