Latwerge: aber irgendwie anders....


Hallo Ihr Meisterköche!

Ich habe jetzt ca 2 Stunden gegooglet, aber nicht das gefunden, was ich suche....

Ich habe mal von einer Latwerge gelesen, die in Stücken war. Es stand auch dabei, wie sie hergestellt wird, aber ich kann mich einfach nicht mehr erinnern, in welchem Buch das war und schon gar nciht, wie es erklärt wurde. Es war so beschrieben,d aß ich es mir als relativ feste Masse vorstelle, in sich ein wenig biegsam und zum lutschen.

Jetzt würde ich eine solche Latwerge gerne herstellen, hab aber keine Ahnung, wie... Könnt ihr mir helfen? Latwerge in der Art von Pflaumenmus kommt nicht in Frage, da ich sie als kleine Zugabe in gepolsterten Umschlägen per Post schicken möchte. Also muß sie flach sein.

Wird dazu "normale" Latwerge flach auf ein Blech oder so aufgetragen und im Ofen einfach getrocknet? Wenn ja, wie?

Hat jemand eine Idee oder kennt es vielleicht sogar?

Danke schonmal

knuffelzacht

Eins fällt mir noch ein... in dem Buch, es war ein Roman, war geschrieben, daß das kleine Mädchen von der Köchin "ein Stück Latwerge" bekam, an dem es zufrieden lutschte. Dann kam eine Erklärung, wie diese Latwerge hergestellt wurde....

Bearbeitet von knuffelzacht am 01.06.2009 16:35:05


Nachdem ich erst mal rausfinden musste, was überhaupt "Latwerge" ist...: hilft dir Diese Seite weiter, wenigstens das richtige Buch zu finden?

Edit: ich würde es wohl wie ein normales Zwetschgenmus kochen (also Zwetschgen pürieren und einkochen, gegen Ende Zucker dazu), nur deutlich länger kochen und rühren und kochen und rühren und... so weiter. Wenn der Löffel in dem Mus fast stecken bleibt, kann man evtl. noch ein paar Blatt eingeweichte Gelatine zufügen oder etwas Pektin, um das Zeug so richtig gummibärchenartig fest zu bekommen. Eventuell reicht es auch, statt normalem Zucker Gelierzucker (1:3) zu verwenden.

Bearbeitet von Valentine am 01.06.2009 16:50:29


Habe das gefnden: latwerge aus Kirschen
ansonsten hört sich deine Beschreibung nach Quitten oder Apfelbrot an.... :blumen:


Das Buch hab ich *lach* und unzählige andere auch... So ähnlich, wie du es beschrieben hast, hab ich mir auch schon gedacht... aber wenn ich nur mal so denke, gehts meist schief :D

@BMW-Girl: Danke, da guck ich sofort mal.. muß mich nur mit dem editieren beeilen, sonst hab ich time out hier rofl

Bearbeitet von knuffelzacht am 01.06.2009 16:55:08


Jaaaa!! Das scheints zu sein! Geht bestimmt auch mit anderen Früchten.. ich probiers einfach mal aus... Vielen Dank, BMWgirl!!! :blumen:


Bitte, gern geschehen... habe bei googel einfach mal Latwerge und Konfekt eingegeben...weil es mich eben an Quittenbrot/Konfekt erinnert hat .... :pfeifen:


Ah ja... ich hab alle Kombinationen mit Mittelalter, Latwerge und Süßspeise versucht... nüscht! (Außer hunderten Pflaumenmusrezepten)


Versuchs mal in Richtung Arznei ;)Klick! :pfeifen:

Oder Latwerge-Confect

Bearbeitet von wurst am 01.06.2009 18:08:35


Bei Arznei bin ich ja auch gelandet... Aber da hab ich ncihts weiter gefunden als den Hinweis, daß man Latwerge, je nachdem aus was sie hergestellt wird, als Arznei verwenden kann... Immer, wenn ich meine, jetzt ist Google mein Freund, streitet er sich wieder mit mir... :sojetzthastdus:

Aber ich hab ja von BMWgirl nen super link bekommen und hab mir den gleich mal abgespeichert. Da stehen näümlich auch noch andere leckere3 Sachen drin :)


Latwerge - erinnert mich an meine Kindheit. Meine Oma hat immer Latwerge gemacht - ein Zwetschgenmus, das stundenlang gekocht und ständig gerührt werden mußte. Es war sensationell. :daumenhoch: Aber das Rezept hab ich leider nicht.



Zitat (knuffelzacht @ 01.06.2009 16:33:22)
Es war so beschrieben,daß ich es mir als relativ feste Masse vorstelle, in sich ein wenig biegsam und zum lutschen.

Jetzt würde ich eine solche Latwerge gerne herstellen, hab aber keine Ahnung, wie... Könnt ihr mir helfen?

Ich kenn das Prodiukt. Das ist wirklich genial.
Ist aber was anderes als alle oben meinen.

Es handelt sich um Fruchtmark, nicht verkocht oder püriert. Die Fasern bleiben absichtlich unbeschädigt. Ähnlich wie beim Papierschöpfen werden die kreuz und quer aufeinander geschichtet, so daß sich durch schonenden Wasserentzug eine Art dicker Filz aus Fruchtmark bildet. Das fertige Produkt ist ein brauner Lappen ca. 3-5 mm dick von fester zäher Konsistenz, Oberfläche leicht klebrig, Biegesteifigkeit vergleichbar von käuflichen Kaugummistreifen.

Vom Aussehen nichts Besonderes, häßlich braun, ungleichmäßige Oberfläche. Aber sobald du erstmal abgebissen, draufrumgekaut und das Teil verspeist hast, bist du davon überzeugt:
Geschmack pur, wird durch den Trockenprozeß ja auch ordentlich konzentriert. ;)
Bißfest, also nicht wie du oben meinst zum Lutschen, deine Muskulatur im Gesichtsbereich kriegt das erforderliche Training. ;)
Und danach hast du was Ballaststoffreiches im Magen, bist also gesättigt, obwohl du nur so einen kleinen Streifen vertilgt hast. ;)

Herstellen läßt sich das in etwa so:
Pflaume halbieren, Stein entnehmen, Fruchtfleisch mit Kaffeelöffel ausschaben.
Statt frischen Früchten kannst du auch eingeweckte verwenden.
Das gewonnene Fruchtfleisch verteilst du etwa 5-10 mm dick auf ein Backblech (evtl. Backpapier zum leichteren Entnehmen dazwischen legen)
Zum Entwässern in den , ca. 40 °C Umluft ist OK. Die Temperatur sollte nicht zu hoch gewählt werden, weil der Geschmack sich sonst wie bei Pflaumenmus ins leicht Bittere verschiebt.
Wenn die Masse genügend entwässert ist, kommt die nächste Lage Fruchtfleisch drauf.
Das wird so lange wiederholt, bis Dicke von getrocknetem Fruchtfleisch mit dem Restfeuchtegehalt 4-5 mm ergeben.
Zerteilen der Fruchtfläche geht prima mit einem Pizzaschneider, sicher läßt sich aber auch Schere oder Messer dafür verwenden.

Da der Trockenprozeß sich über längere Zeit hinzieht, bildet sich leicht Schimmel an der Oberfläche. Das läßt sich verhindern, wenn du etwas Sorbinsäure (ist auch ein in verschiedenen Früchten natürlich vorkommender Stoff, also keine zu großen Hemmungen wegen Chemie und so; käuflich erhältlich als Hilfsstoff fürs Marmeladekochen, z.B. Dr.Oetkers Einmachhilfe) unters rohe Fruchtmark mischt.

Vor langer Zeit hatte ich mal bei der Suche für kleine Mahlzeiten unterweg nach Müsliriegeln u.ä. gesucht und bin dabei auf ein fertiges Produkt einer canadischen Firma wie oben skizziert gestoßen. Gabs aus verschieden Früchten bzw. Fruchtmischungen, Pflaume war nach meinem Geschmack das Optimum. Jeder, dem ich so ein Teil geschenkt habe, wollte wissen, woher ich die Ware hatte. Hab dann den ganzen Vorrat davon aufgekauft. Die Kassiererin im Laden war sauer, weils nichts mehr für sie danach zu kaufen gab :(, Nachschub ließ sich nicht mehr beschaffen.
Auf der Suche nach einem ähnlichen Produkt bin ich dann auf folgendes gestoßen:
Dr.Munzinger Sport Fruchtschnitte
Wird nur über Apotheken verkauft. Pflaume gibts davon nur mit Schoko-Überzug, was keinem Vergleich mit der ursprünglichen Ware standhält. Zum Antesten kannst du aber eine andere Frucht aus reiner Fruchtmasse probieren.

Das oben skizzierte Herstellungsverfahren entstammt eigenen Experimenten und kommt dem ursprünglichen Produkt recht nahe. Trocknung erfolgt industriell wahrscheinlich nicht über ein Wärmeverfahren sondern durch Vakuum oder Gefriertrocknung (läßt sich aber mit Haushaltsausrüstung kaum realisieren.)
Verfahren ist sicher noch verbesserungsfähig, Einsatz von Trockenautomat für Dörrfrüchte könnte ich mir gut geeignet vorstellen. Wenn du einen Gärschrank fürs Brotbacken zur Verfügung stehen, lassen sich die Fruchtschnitten ohne zusätzlichen Energieeinsatz so nebenher erstellen. ;)

also ich kenne ladwerge als pflaumenmus....
der fast 8 stunden unter ständigem rühren gekocht werden muß.....
meine oma machte den früher immer selbst.....
kein vergleich zu aachner pflümli.......


@Früchtchen: Da es sich um eine mittelalterliche Nascherei handelt, dneke ich,d aß das, was bmwgirl und wollmaus netterweise als links gepostet haben (Danke, euch beiden!) genau das ist, was ich suche. Es gibt überlieferte REzepte dazu und ich meine mich dunkel erinnern zu können, daß die Herstellung auch so beschreiben wurde in dem Buch, welches ich da gelesen habe.
Also ist es schon das, was alle oben meinen. ^_^
Deins ist mit Sicherheit auch nciht schlecht, aber ich mache doch lieber mittelalterlich '(mit dem Unterschied, daß ich es fein auf dem und nciht im Kessel über dem Feuer koche. ;), zumal es eine Beigabe zu einer Seife mit mittelalterlichem Thema sein soll.

@Monja: ja... Pflaumenmus hab ich auch in unzähligen Rezepten gefunden... aber das wollte ich ja nicht, schließlich hatte ich es anders gelesen. :D


Knuffelchen- Seife mit mittelalterlichem Thema?? Da hätte ich bitte gerne das Rezept! (am allerliebsten hätte ich natürlich gern ein Probierstück, aber das wär wohl zu unverschämt ;) )


So... die Latwerge liegt zum trocknen. Erstmal nur eine kleine Menge, um zu sehen, ob es auch klappt. Aber bis jetzt sieht es gut aus!!

@Valentine: Hast PN!


Es hat geklaptt und es schmeckt wirklich lecker. Der erste Schub ist schon alle, der nächste liegt gerade zum trocknen... Ich denke, da werden noch weitere folgen.

@monja55: ich glaube,wenn man die Pflaumen nicht ganz so lange kocht, wie ich es gemacht habe und anders würzt, dürfte es die (oder eine ähnliche) Latwerge werden, die du von deiner Oma kennst.



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