Vortrag 1,5 - 2 Stunden


Hallo,

ich soll in ein paar Wochen vor meiner (größeren) Kollegenschar einen Vortrag halten.
Das Thema liegt mir, ich könnte da Tage drüber reden.

Mein Chef meint aber 1,5 - 2 Stunden sind genug.

Jetzt bin ich unsicher, wie viel Stoff ich in zwei Stunden unterbringe.
Wie viele Powerpointfolien ich vorbereiten soll etc ?

Gibt es da Tricks, wie man herausfindet, wie man in der Zeit ist?

Danke & Gruß
Charly


Grobe Richtlinie ist, dass man pro PPP-Seite mind. 3 Min. Redezeit einplant, alles was schneller is, is ein Film, wies so schön heißt. rofl Aber wenn du so lange hälst, würde ich noch weniger Folien nehmen, nur das allerwichtigste drauf, eher Grafiken oder Bilder und sowas als Text.

Ich würde den Vortrag einmal Probe halten, dann weißt du wie lange er braucht. 2h find ich aber echt viel.

Viel Glück schon mal! :blumen:


Hallo Charly,

Du solltest Dich auf etwa 1,5 Stunden einpendeln.
Ein Zuhörer kann sich nämlich etwa 1,5 Stunden konzentrieren. Danach lässt die Konzentration exponentiell nach. Wenn Du "überziehst", wirst Du es am erhöhten Lärmpegel merken. Und das ist dan ziemlich frustrierend.
Deshalb sind ja auch "Doppestunden" in der Schule oder an der Uni 90min lang. Danach kommt eine Pause.

Zu den Folien:

Mach lieber wenige und erzähl zu jeder Folie lieber mehr.

Und pack nicht zu viele Infos auf eine Folie. Zu viele Infos kann ein Zuschauer, der gleichzeitig zuhören soll, gar nicht verarbeiten.

Und noch eins:

Du bist im Thema drin und weisst eine Menge darüber. Aber wie sieht es mt den Zuhörern aus? Also im Zweifel nicht zu tief ins Detail gehen.

Für Details lieber einige Extra-Folien vorbereiten und die dann in einer "Fragestunde" am Ende des Vortrags auflegen als Erläuterung.

Und den Vortrag zur Probe halten ist gut. Aber bedenke bitte, dass Du beim "echten" Vortrag nicht mehr alleine sein wirst. Evtl. bist Du nervös o.ä.. Damit kann sich Dein Zeitplan sowohl nach vorne verschieben (vielleicht durch schnelleres Sprechen) oder aber auch nach hinten (z.B. durch "Black outs" oder Verhaspeln).

Viel Erfolg wünscht

Highlander


Ich musste das auch vor gar nicht allzu langer Zeit machen. Hier ein paar Tipps, die mir geholfen haben:

- l a n g s a m sprechen (wenn du meinst, du sprichst schon langsam: nochmal das Tempo drosseln, denn es ist meistens immernoch zu schnell). Es gibt auch eine allgemeine Empfehlung, wieviel Wörter man bei einem Vortrag pro Minute sprechen sollte. Ich habe die Anzahl leider nicht mehr auf-m Schirm. Vielleicht weiß das ja hier jemand

- vielleicht den "Probelauf" mal aufnehmen, dann hörst du, wie schnell du wirklich sprichst und ob du vielleicht anders betonen solltest etc

- den Probelauf möglichst real durchspielen, wenn möglich mit nem Beamer, stell dir den Raum vor und sprich in die Richtung, wo deine Zuhörer sitzen würden (hab es in meinem Wohnzimmer mehrfach durchgespielt. So hatte ich ne Vorstellung, in welche Richtung ich sprechen muss. Die potentiellen Zuhörer hab ich auch einmal durch 2 Stühle ersetzt. :pfeifen: War zwar am Anfang n bißl komisch, den Stühlen was zu erzählen, aber es hat auch geholfen)

- Man neigt dazu, Richtung Wand zu sprechen. Beim Probelauf wirklich darauf achten, dass du den "Stühlen" was erzählst

- vielleicht hast du jemanden, der sich das ganze mal anhört. Das hilft natürlich, denn dann hast du jemanden, den du real anschauen kannst und dem du wirklich etwas erzählst

-Überleg dir vorher, wie du in der Präsentation "weiterklicken" willst: entweder direkt am Laptop oder mit ner Maus, die du in der Hand hälst...

- es gibt eine Empfehlung, welche Schriftgröße in einer PPP verwendet werden sollte. Ich denke, dass hier jemand sein wird, der diese weiß (ich hatte open office verwendet, da waren die Schriftgrößen anders). Die Schriftgröße sollte halt nicht zu groß sein, aber auch auf keinen Fall zu klein, denn dann wird es für die Zuhörer schwierig zu lesen

- du wirst deinen Vortrag ja bestimmt in verschiedene Bereiche gliedern. Vielleicht hast du für jeden Bereich einen Satz, ein Wort, ein Zitat, ein Bild (...), das in den Zusammenhang passt. Damit kannst du das neue Thema damit einleiten, und du bekommst wieder neue Aufmerksamkeit (ich denke keiner kann sich freisprechen, auch mal kurz abzuschalten). Falls du sowas machen solltest: dieses eine Wort, Zitat, Bild (...) gehört auf eine eigene Folie. Hier nochmal für die Zuhörer eine "extra-Pause" zum Nachdenken einlegen.

- stell dir vor dem Vortrag ein Wasserglas (oder was auch immer du gerne magst) bereit, soviel reden macht einen trockenen Mund! Gleichzeitig gibst du den Zuhörern eine kurze Verschnaufpause


Soooo, das war jetzt schonmal einiges. Ich hoffe, du kriegst hier genug Tipps, damit du sicher und gut vorbereitet vortragen kannst.

P.S. einfach reines Interesse: Verrätst du denn das Thema, um das es geht?!?

Gruß Steffi


Zitat (steffi-n @ 16.07.2009 23:15:02)
-Überleg dir vorher, wie du in der Präsentation "weiterklicken" willst: entweder direkt am Laptop oder mit ner Maus, die du in der Hand hälst...


hab noch was: du solltest dir irgendwo Notizen machen, die etwas umfangreicher sind, als die PPP ist. Falls du mal einen Hänger hast, hast du was, wo du nachgucken kannst, wie es weiter geht.

Wenn du Karteikarten nehmen willst (da hast du gleich was in der Hand, an dem du dich "festhalten" kannst. Kann helfen, wenn du nervös sein solltest) wird es natürlich schwierig, die Karten umzublättern und dann noch mit der Maus in der Hand weiterzuklicken.

Vorher auf jedenfall ausprobieren!!!

Highländer hat recht. Man bemüht sich immer betont langsam zu sprechen, aber im Eifer des Gefechts... Wenn ich einen Vortrag von 1,5 Std. machen müsste, dann würd ich ihn 10 min länger machen... die Zeit brauchst du, falls du irgendwo mal eine Kleinigkeit vergessen solltest.

Ich würde auf Folien prinzipiell nur (mehr oder weniger) Stichworte aufschreiben. Dass fesselt den zuhörer mehr an dich... nach dem Motto: Wer nicht zuhört bekommt nur die Hälfte mit... und ist selber schuld.

Wenn dein Thema in sich abgeschlossene Teile enthält könntest du zwischendrin eine kleine Redepause einlegen und Zwischenfragen abklären... evtl. brauchen die Zuhörer das wissen für den nächsten Teil.

Wichtig, immer mal wieder Blickkontakt zu den einzelnen Personen aufnehmen. Dadurch kannst du feststellen, ob die Aufmerksamkeit noch da ist und die Menschen fühlen sich einbezogen. Auch wird niemand auf die Idee kommen, kurz einzuknicken... wer will schon ertappt werden.

Nicht zu oft auf die Projektion an der Wand schauen... sonst sieht es aus, als ob du das ablesen würdest... lieber den Läppi aufklappen und so unauffällig mitlesen.

Ein Konzeptblatt mit Stichworten die nicht auf den Folien sind... "Eselsbrücken"... das unauffällig am Pult/Tisch liegt hilft auch ungemein!

Viel Glück!


Zitat (steffi-n @ 16.07.2009 23:29:05)
hab noch was: du solltest dir irgendwo Notizen machen, die etwas umfangreicher sind, als die PPP ist. Falls du mal einen Hänger hast, hast du was, wo du nachgucken kannst, wie es weiter geht.

Wenn du Karteikarten nehmen willst (da hast du gleich was in der Hand, an dem du dich "festhalten" kannst. Kann helfen, wenn du nervös sein solltest) wird es natürlich schwierig, die Karten umzublättern und dann noch mit der Maus in der Hand weiterzuklicken.

Vorher auf jedenfall ausprobieren!!!

Vllt. gibt es bei euch im Betrieb eine USB-Fernbedienung... da ist meist ein Laserpointer integriert, man kann sich eine Zeit einstellen wann das Ding vibriert... als Erinnerung, und eben die Seiten beliebig blättern... meine Dozentin an der Meisterschule hat so ein Gerät... genial!

Zitat (steffi-n @ 16.07.2009 23:15:02)

P.S. einfach reines Interesse: Verrätst du denn das Thema, um das es geht?!?


Hallo Steffi,

erst mal dir und den anderen hier ganz vielen Dank.
Ihr seid wirklich sehr hilfreich - ich sauge Infos.

Klar verrate ich:
Es geht darum, wie man als Programmierer / Entwickler die benötigten Entwicklungszeiten schätzen kann.

Hört sich erst mal furchtbar trocken an... es ist aber so: In der Softwarentwicklung haben sich die letzten 30 Jahren Welten geändert - aber das Thema, das immer falsch geschätzt wird - ist immer noch genau so groß und drängend wie vor 30 Jahren.

Und gerade wenn man - wie fast jeder Entwickler - jahrelang Entwicklungszeiten geschätzt hat, dann ist es wirklich faszinierend:
Sobald man sich nur ein wenig mit der Theorie beschäftigt wird einem auch klar, warum die immer gleichen Fehler immer wieder passieren.

Sagte ich nicht, ich könnte da Tage drüber reden?

Viele Grüße
Charly

Und ja ... ich werde mich zurückhalten und versuchen, den Leuten vor allem die Fakten vorzustellen, die ihnen in der täglichen Arbeit helfen... und das Philosophieren auf später verschieben.

Was mir noch eingefallen ist, bezieh ruhig das Publikum mit ein, indem du vielleicht ab und zu (einfache) Fragen stellst. Das wirkt ganz auflockernd, wenn ein Vortrag so lang ist. Ok, es kommt aufs Thema drauf an, ob sowas passt.
Übrigens würd mich das Thema auch interessieren. ;)
Aber ich find das immer gut. (An der Uni bin ich viele lange Vorträge gewöhnt..)


Zitat (Schwaller @ 16.07.2009 23:32:33)
Vllt. gibt es bei euch im Betrieb eine USB-Fernbedienung... da ist meist ein Laserpointer integriert, man kann sich eine Zeit einstellen wann das Ding vibriert... als Erinnerung, und eben die Seiten beliebig blättern... meine Dozentin an der Meisterschule hat so ein Gerät... genial!

Danke - aber ich glaube, sowas haben wir nicht.
Im Prinzip steckt da jeder seinen PC an den fertigen Beamer (bringt die Daten nochmal auf dem USB-Stick mit, falls der eigene Rechner gerade Streit mit dem Beamer hat) und blättert dann weiter. Was ich bei den anderen so gesehen habe - Maus oder Return - Taste.

Das ist aber soweit schon ok - das ist bei uns halt so eine Art interne Fortbildung wo jeder sich mal in ein Thema tiefer einliest und dann den Kollegen zusammenfasst, was sie wissen müssen. Also die Zuhörer kenne ich - fast alle -sehr gut. Da wird auch kein Budenzauber erwartet.

Halt nur, dass man es ordentlich vorbereitet. Und die wichtigsten Punkte verständlich rüber bringt - und eben nicht die ganze restliche Veranstaltung dadurch sprengt, dass man um Stunden überzieht.
*schäm*

Zitat (Charly_70 @ 16.07.2009 23:54:54)
Danke - aber ich glaube, sowas haben wir nicht.
Im Prinzip steckt da jeder seinen PC an den fertigen Beamer (bringt die Daten nochmal auf dem USB-Stick mit, falls der eigene Rechner gerade Streit mit dem Beamer hat) und blättert dann weiter. Was ich bei den anderen so gesehen habe - Maus oder Return - Taste.

Oder die "Bild auf- und Bild ab-Tasten" benutzen...

Bei der Fernbedienung steckt man ein USB-Empfangsteil in den Rechner, dann ist es wie eine "schnurlose Maus"... ist also kein "Budenzauber", sondern eine Erleichterung für Menschen die viele Vorträge halten müssen/dürfen...

Okay ich habe noch nie mehr als nur eine kurze Rede gehalten.

Aber was mir bei den Rednern von Vorträgen immer gefallen hat war wenn sie ein oder zwei lockere Scherze eingebaut haben, dann gibt es kurz was zum Lachen und das Gehirn hatte eine kleine Pause zu wieder besser aufnehmen.

Was das Getränk angeht würde ich empfehlen stilles Wasser nicht, zu kalt. Man muss dann kein Bäuerchen machen - hallo Kohlensäure - die Zunge pappt einem nicht wegen des Zuckers an - und zu kaltes könnte einem ein Ziehen an den Zähnen verursachen oder gar Gehirnfrost :wacko: Hört Sich jetzt alles blöd an sind aber Begebenheiten die einen in der Konzentration hemmen können und einem womöglich den Faden verlieren lässt.

Du solltest, um rauszufinden, ob du in der Zeit bist, deinen Vortrag gliedern.

Wenn du 1 Std. sprichst, dann reservier die ersten 10 Minuten für eine Einleitung, in der du kurz umreißt, worüber u sprechen wirst, wo genau das Problem liegt, das du behandeln wirst.
dei letzten 10 Minuten hältt du dir für dein Fazit frei, in dem du den Vortrag in seinen Hauptargumenten nochmal zusammen fasst und das Ergebnis darstellst.

In den mittleren 40 Minuten bastelst du dir erneut Blöcke von ca 10 Mintuen in denen du dir jeweils nur einen Aspekt deines Vortrags vornimmst.
Redest du beispielsweise darüber, weshalb es sinnvoll ist, ein neues Computersystem in deinem Unternehmen einzuführen, sprichst du über jeden Aspekt ca. 10 Minuten.
In diesen 10 Minuten sprichst du dann aber auch wirklich NUR über diesen Aspekt.

Natürlich kann das pro "Abschnitt" mal ne Minute mehr, mal zwei weniger sein.
Das 10-Minuten-Raster dient eben nur zu einer groben Orientierung und dazu, dass du eine STruktur in deinem Vortrag einhalten kannst.

Um dich zu kontrollieren kannst du dir eine Stoppuhr mit ans Rednerpult nehmen, die enfach nur die Zeit mitlaufen lässt (also nicht alle 10 minuten piepst). So kannst du mit nem schnellen Blick erfassen, ob du dich zu lang an einem Punkt aufhältst.

Und ganz wichitg: Halte den Vortrag als Übungsdurchlauf vor ehrlichen Freunden! Die müssen vom Inhalt keine Ahnung haben, sondern sie sollen dir nur ein Feedback geben, wie deine Körpersprache und Aussprache ist.

Viel Erfolg!


wenn du ausser powerpoint ein weiteres medium benutzt, steigert das auch die aufmerksamkeit und der vortrag wirkt im gesamten aktiver. zum beispiel ne grafik aufn flippchart zeichnen oder querverbindungen skizzieren. so kann man auch eine fürs thema wichtige information für die zuhörer/zuschauer über mehrere folien hinweg bereithalten, quasi als denkhilfe. wenn allerdings mit 2tem medium gearbeitet wird sollte man die PPP unterbrechen, zum beispiel durch eine schwarze folie, die erscheint (wenn mich meine erinnerung nicht trügt) auf der leinwand als wie wenn der beamer aus ist, und die aufmerksamkeit wird dann nicht abgelenkt.
ich persönlich würde bei ein/ausblendungen und übergängen dezente varianten wählen, irgenwelche sternübergänge wirken meiner meinung nach unseriös

achja gaaaannnz wichtig vor dem vortrag die technik abklären, hatte mal ne ganz tolle präsentation und dann funktionierte ein teil davon nicht richtig weil auf dem laptop vor ort ne ältere ppt version installiert war, das war echt ärgerlich.



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