Steinharter verwurzelter Boden: wie auflockern?


Hallo ihr Lieben!

Ich habe da mal eine Frage! Ich habe den Garten meiner Großmutter übernommen. Diese hatte anscheinend ein Faible für alles was dornen hat! Im Garten sind hauptsächlich Nadelgehölze, Berberizen und co zu finden.
Ich hätte gerne etwas mehr Wiese und ein paar Blumen. Bzw würde gerne ein Beet anlegen und mit Buchsbaum umranden.

Leider schaffe ich es nicht den Boden mehr als 10 cm aufzulockern! Außerdem denke ich das der Boden wohl übersäuert ist durch Fichte und co...

Hat jemand ein Paar Tips und Tricks auf Lager wie das Aulockern eventuell einfacher ginge und wie ich den Boden wieder auf "normal" bekomme?


Vielen Dank schonmal!

Charisma


naja ich würde mir da nen mini bagger ausleihen und den boden austauschen wenn er schon sauer ist und so hart. ich weis ja nicht wie groß der garten ist, gäbs da noch den bulldog mit der ege einmal dür pflügen dann dürfte er wieder locker sein :augenzwinkern:


An sowas drastisches habe ich eigentlich nicht gedacht!
Gibts denn nix was ich selbst machen kann?


Tief umgraben ein paar Tage liegen lassen ein Paar Ballen Torf,Kalk(ist gut gegen die Säure) und Hornspäne darüberstreuen und einarbeiten dann wird es schon ;)


Miss erst mal den pH-Wert des Bodens und entscheide dann: zu sauren Boden kann man mit Kalk etwas korrigieren. Torf säuert den Boden an, davon würde ich also nur Gebrauch machen wenn der Boden zu alkalisch ist.

Bei Bedarf auch noch etwas Dünger auf dem Boden verteilen (Garten-Azet oder ähnliches), und dann alles mit einer Gartenfräse einarbeiten.


Hast Du eine Gartenkralle? Die ist bei unserem harten, steinigen Boden Gold wert.


Ha!! willkommen im Club der Dornengärtner... :rolleyes: wir haben auch einen Garten "übernommen", der sich im letzten Jahr hauptsächlich mit Feuerdorn (?) und Mahonie und wasweißich vergnügt hat... lauter so Sachen, die sich aussäen wie verrückt, und Wurzeln haben bis China :labern:

Wir haben uns jetzt mal entschieden, ein Gärtner-Angebot einzuholen, denn anders als mit nem kleinen Bagger seh ich da auch keine Zukunft. Der Boden ist so zugewurzelt, dass das echt keine Freude macht.

Hoffentlich trifft uns nicht der Schlag, wenn wir die Kosten sehen :rolleyes:

Zur Ehrenrettung deiner Oma: es muss nicht sein, dass sie ein Faible für alles Dornige hatte... vermutlich haben eher die Dornensachen ein Faible für den "vernachlässigten" Garten ;) es ist unglaublich, wie schnell sich so was vermehrt und wächst.

Gruß und viel Erfolg! vielleicht kannst du ja auch im Baumarkt irgend ne Gartenmaschine ausleihen, mit der du den Boden selber umgraben kannst. Das wär zumindest etwas einfacher als mit der Hand am Arm.

:blumen: Ribbit


Zitat (wurst @ 03.08.2009 16:13:46)
Tief umgraben ein paar Tage liegen lassen ein Paar Ballen Torf,Kalk(ist gut gegen die Säure) und Hornspäne darüberstreuen und einarbeiten dann wird es schon ;)

Wie soll sie tief umgraben, wenn sie gerade mal 10 cm in den Boden kommt?? :hmm: :hmm: :hmm:

Zitat (wollmaus @ 03.08.2009 18:57:17)
Wie soll sie tief umgraben, wenn sie gerade mal 10 cm in den Boden kommt?? :hmm: :hmm: :hmm:

Na so 30 cm, ein Mann kann das! :augenzwinkern:

Zitat (wurst @ 03.08.2009 19:30:14)
Na so 30 cm, ein Mann kann das! :augenzwinkern:

Kennst Du einen??? :hmm: rofl rofl rofl

Ach ja, Grabgabel nicht Spaten ;)

Mit der Grabgabel holst Du die fiesesten Wurzelunkräuter spielend aus dem Boden,
dann damit NICHT auf den Komposthaufen sondern in die Abfalltonne :pfeifen:


sowas ist doch ne hilfe
und sowas meint wurst
aber da kannst du meistens auch das obere mieten.

Zitat (Ribbit @ 03.08.2009 17:54:10)
Zur Ehrenrettung deiner Oma: es muss nicht sein, dass sie ein Faible für alles Dornige hatte... vermutlich haben eher die Dornensachen ein Faible für den "vernachlässigten" Garten  ;)  es ist unglaublich, wie schnell sich so was vermehrt und wächst.

Naja einiges hat sich bestimmt selber weitervermehrt - keine Frage - aber zu 99 % sind das leider gewollte Sträucher und Bäume.
Fichten, Pinien, Blutberberitzen, Stechpalmen (oder wie das Zeugs heißt das bei den Amis immer in den Kränzen ist) und Bodendecker sind so ziemlich alles was da is... Dabei könnte es so schön sein hier. Ich hab eine wahnsinnig schöne, südseitige Terrasse aus Naturstein! Nur der Blick auf das Dornenmeer ist nicht umbedingt super! Das MUSS geändert werden!!!!

werd mal schauen was der Baumarkt hergibt. Eine Stechgabel hab ich glaub ich irgendwo im Schuppen gesehen...

Und bezüglich Wursts Aussage das ein Mann das kann: Schick mal einen vorbei! Kann sich gerne austoben bei mir! ;)

Danke soweit mal für die tollen Tipps!

Charisma

Huhu, charisma :winkewinke:

Du wirst mit einer Stechgabel bzw. einem Rigolspaten ranmüssen, fürchte ich... (und nach 3 Tagen damit Herumgraben wirst Du Dir einen Bauern mit Gespann und Pflug herbeiwünschen - das verspreche ich Dir jetzt schon, Du Arme... :trösten:
Es hat was vom nordkenianischen Kral und der Ackerbearbeitung dort... mit Grabestock und Hacke.

Ein sogenannter Rigolspaten (Baumarkt) ist etwa doppelt so lang wie ein normaler, etwas schmaler im Blatt - aber überaus effizient, wenn es darum geht, Abscheulichkeiten wie wuchernde Blutberberitzen, Stehchpalmen, Mahonien und solches Zeugs wirksam aus dem Boden zu bekommen.
(Die Oma stand wirklich auf Dorniges... hoffentlich war sie selbst vom Wesen her weniger stachelig, als ihre Gewächse :unsure: )
Solches tiefe Graben hilft auch gegen Giersch und Quecken und so (vorausgesetzt, man sammelt methodisch alles an entsprechenden Wurzeln gleich raus, was auch für den Stachelkram gilt)... und lockert den Boden wirklich gründlich.

Der ph-Wert wird relevant, wenn Du Dir einen Kopf machst, was Du an Nichtdornigem, Schönem pflanzen willst.
Rhododendren und Azaleen lieben sauren Boden und kommen mit Kalk nicht im Mindesten zurecht, wie auch z. B. eine schöne Kamelie an einer geschützten Ecke des Gartens oder an der Hauswand als Highlight.
Hier noch ein paar mehr Pflanzen für saure Böden.

Der Rasen braucht allerdings Kalk, Kupfersulfat und Eisen, sonst vermoost er andauernd und nachhaltig, vor allem, wenn es in Deiner Gegend häufig regnet / nebelt / viel Tau fällt. soll der Rasen nicht englisch, sondern fröhliche Hundetobewiese werden, ist das egal - dann braucht man den nur regelmäßig zu mähen. Wiesencharakter gewollt! :)

Kopf hoch und ran an den Spaten: frau kann das heutzutage selbst (und besser... :yes: ich spreche aus Erfahrung :rolleyes: ) den Kerl muß man ja ständig beaufsichtigen und andauernd über alles diskutieren und reden, was die Gartenarbeit enorm erschwert).

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 04.08.2009 00:41:04


Zitat (Die Bi(e)ne @ 04.08.2009 00:37:49)
Solches tiefe Graben hilft auch gegen Giersch und Quecken und so (vorausgesetzt, man sammelt methodisch alles an entsprechenden Wurzeln gleich raus, was auch für den Stachelkram gilt)... und lockert den Boden wirklich gründlich.


Biene - ja klasse, wie erkenn ich denn die blöden Giersch- und Queckenwurzeln? <_< oder muss ich jedes Würzelchen ausm Boden fuzzeln, damit garantiert kein Giersch mehr kommt?

Ich hab schon überlegt, ob der Gärtner (den wir dann baaald mal anfragen wollen, ich hab's ja erst 2847mal vergessen) einfach die obersten 80 cm Boden "ausgräbt" und sozusagen wegschmeißt... und neue Erde draufkommt? oder ist das schweineteuer?

Weiß ja nicht, ob da jemand Erfahrung hat...
:blumen: Ribbit

Naja liebe Biene!

Was da so reinkommt steht noch in den Sternen. Rundherum auf jeden fall mal Buchsbaum (der lässt sich ja so schön einfach weitervermehren)...
Die Hundewiese ist auf der anderen Seite des Gartens. Das Stück um das es geht war mal eine Fichten "Allee" und ist ca. 6x2. Leider wächst im Moment genau NIX darauf bis auf die 3 übrig gebliebenen Fichten und Stechpalmen eben. Denen werde ich wenn es kälter ist zu Leibe rücken. Die Berberitze ist schon weg und auch den Bodendecker habe ich soweit unter Kontrolle...

Die Buchsbäumchen hätte ich trotzdem schon gerne dieses Monat drin damit ich mal sehen kann was anwächst und was nicht. Deshalb sollte auch der Boden stimmen- zumindest etwas lockerer sein als jetzt...

Na ich werds mal mit Esel-Mist und Kalk versuchen. Dann schau ma mal! Stechgabel hab ich mir schon zugelegt!

Die wurzeln die ich bis jetzt raushab sind zwischen ganz dünn und Daumendick! Aber ich werd tapfer durchbeißen und hoffen das es sich auch lohnt!


Zitat (Ribbit @ 04.08.2009 17:22:54)
Biene - ja klasse, wie erkenn ich denn die blöden Giersch- und Queckenwurzeln?  <_<  oder muss ich jedes Würzelchen ausm Boden fuzzeln, damit garantiert kein Giersch mehr kommt?


Liebe Ribbit,

darauf wirds hinauslaufen :trösten: ich tröste Dich schon mal bei dem Gedanken daran.
Ich habs hier im Garten genauso gemacht - kilometerweise Quecken-, Giersch- und Windenwurzeln teils einzeln rausgefizzelt. :rolleyes:
Der Meinige fragte an, ob er mir ne Küchengabel dazu rausbringen sollte und ging schnell in Deckung, sonst hätte er dafür den großen Unkrautkorb samt Gartenkralle an den Kopf gekriegt. :stuhlklopfen:
Gottseidank haben wir nur ein paar größere Beete, der Rest ist, was ein Optimist Rasen nennen würde. Aber die Beete hatten's in sich - im wahrsten Sinne des Wortes.
Und Giersch muß man immer wieder nachgraben, sowie irgendwo was durchguckt davon... es dauert.

Auf 80cm Tiefe alles auskoffern, das Alte entsorgen und neuen Mutterboden draufbringen lassen, richtet sich kostenmäßig nach den Gesamt-Quadratmetern und dem mehr oder minder "verfressenen" ;) Gärtner. Mehrere Angebote einholen, eine oder zwei eheliche Diskussionen :rolleyes: darüber, dann noch Nerven haben und das Unternehmen kann starten.
Was sowas genau kostet, weiß ich leider nicht.
Außerdem muß man den Leuten mächtig hinterher sein, wenn man noch das eine und andere (alte Rosen, z.B oder andere Kostbarkeiten wie Clematis, Iris, Hibiscus oder so) noch gerettet haben will.

Ich hab mir soviel Zeit es ging gelassen (und wer mich kennt... wenn ich einmal anfange, gehts dagegen!) und hab Beet für Beet gemacht. Mußte ich ja eh alles alleine, also zuerst Vorgarten, dann hinten weiter.
Der Besserwisser mußte mittels Pflanzenkauf Abbitte tun :grinsen: und einen alten Flieder absägen und alles, wozu ein Mann draußen nütze ist (Terrasse rekultivieren, Außenlicht reparieren, Wände streichen, Zäune und Rankgitter anbauen).

Charisma, mit den Buchsen warte noch ab, setze sie nicht jetzt in der Trockenheit, sonst gießt Du Dich zum Elch. Beste Zeit vür Büschlein und Co. ist Mitte-Ende September.

Oh - eine Fichtenallee?! *staun* Was es nicht in Gärten gibt. Sowas haben wir hier in der Stadt auf dem Waldfriedhof.

Ja eine Fichten Allee... Das Ironische ist das mein Haus Quasi mitten im Wald steht... Zumindest Rückseitig schließt es an den Wald an. Wozu also noch mehr Wald im Garten ist die frage!
Naja ist halt so! heute hat es endlich aufgehört zu regnen also werd ich mich mal wieder ans Wurzel-klauben machen... :wallbash: