DDR-Rezepte: Buchempfehlung


Ich hatte in letzter Zeit anfragen, was Rezepte aus DDR-Zeiten betrifft. Für alle, die sich dafür interessieren, empfehle ich zwei Bücher aus dieser Zeit, die sich damals als wahre Bestseller entpuppten und in vielen Küchen der Hausfrau als Hilfe dienten. Es sind sozusagen die Standardkochbücher der DDR, immer wieder begehrt und neu verlegt.

„Das Backbuch“ und „Wir kochen gut“ vom Verlag für die Frau sind sicherlich antiquarisch zu haben, wenn man die alten Ausgaben bevorzugt und/oder günstige Preise dafür. Nachschauen bitte im Zentralen Verzeichnis antiquarischer Bücher im Netz, ZVAB Aber auch nach der Wende wurden dies Bücher wieder herausgebracht, Buchverlag für die Frau nennt sich der Herausgeber nun, Auskunft geben entsprechende Internet-Bücherplattformen wie A***on o.ä.
Inwiefern die neuen Ausgaben redaktionell bearbeitet wurden, keine Ahnung, da ich meine Exemplare (aus den 60ern) von Oma ererbte. ;)


Die habe ich beide auch noch. :) Nicht geerbt, selbst gekauft! rofl :pfeifen:
Muss direkt mal nachschauen welcher Jahrgang die sind! :pfeifen:


Das Kochbuch "Wir kochen gut" habe ich bei meiner Mutter immer wieder im Küchenregale bestaunt bis sie kapiert hat, es mir einfach in die Hand zu drücken :pfeifen:
Wenige Wochen später habe ich das Buch in einer Buchhandlung gesehen und ohne zögern gekauft um dieses neue meiner Mutter zu schenken. Diese beiden Ausgaben waren vom Inhalt gleich.


schaut z.B Kalter Hund geht so

1. Thüringer Art © meine Tante
250 g Kokosfett
2 Eier
250 g Puderzucker
50 - 75 g Kakao
1 Prise Salz
1 El gem. Kaffee
1 El Rum
Tortenkekse

2. Norddeutsche Art © meine Mutter

400 g Kokosfett
150 g Puderzucker
50 - 60 g Kakao
1 Tl Kaffee
1 El Weinbrand
4 Eier
ca. 400 g Tortenkekse

Das Fett erhitzen und wieder abkühlen lassen.
In der Zeit die Zutaten vermengen und das erkaltete, noch flüssige Fett dazugeben und glatt rühren. Am besten mit Küma.
Die Kastenform mit Butterbrot - oder Pergamentpapier auslegen.
Erste Schicht - Kokosmasse - im Wechsel - Masse - Kekse.
Den Abschluß sollte eine möglichst gerade Schicht Kekse bilden.
Mindestens für 1 Stunde in den Kühler, dann stürzen.
Viel Spaß beim Backen und guten Appetit
Hinweis: Man könnte statt dem Original auch ein paar Tropfen Rum - Aroma verwenden

Mecky :P


ganz spitzen webseite ist dies http://www.ziltendorf.com/service/Rezepte/DDR/

viel Spass beim Kochen wünscht euch Mecky


@Mecky, eine ähnliche Seite habe ich auch noch in meiner Linksammlung: DDR Rezepte


@nachi........schau mal hier http://www.alexander-drews.de/DDRWTR.html. echt lustige aufklärseite rofl Seite finde ich :pfeifen: Was heisst was ?!
Mecky

Bearbeitet von Mecky am 13.01.2010 12:41:51


Kennt einer von euch folgendes Rezept, soweit ich es noch rekonstuieren kann. Gab es immer an Weihnachten, am Heiligabend bei den Urgrosseltern meiner Ex-Frau, die in einem kleinen Dorf zwischen Leipzig und Torgau lebten.
Es ist ein äußerst schmackhafter, herzhafter Salat mit vielen Zutaten gewesen.

Ich erinnere mich noch an folgende Zutaten (alles kleingeschnitten):

- Hering
- Sauere Gurken
- Kartoffeln
- Jagdwurst
- Wichtig war die Buttermilch und mindestens einen Tag durchziehen lassen

aber da waren noch andere Zutaten, aber ich kann mich nicht erinnern.

Kennt das einer oder eine von euch oder eine Variation davon?


ich denke mal du meinst eine abgewandelte Form vom Heringssalat fromme Helene Klick

fällt mir ein weil ich aus Halle bin ;)

Bearbeitet von Nachi am 13.01.2010 13:01:02


@Nachi........warst du in Halle auch ein "Maulwurf" wenn dein webseite schon so heisst?! :pfeifen: rofl rofl rofl


@ Schnauff
genau die zwei Bücher habe ich auch.
Sind absolut zu empfehlen.

@ Mecky
die Seite ist ja richtig cool.
Habe gleich auch ne Ladung Wörter rüber geschickt, denn da fehlen noch ne ganze Menge.

Und schon erscheint ZVAB als Werbelink hier unter den Beiträgen, na, wenn das kein Service ist! rofl


Der MDR hat das Thema hier aufgegriffen... :pfeifen:rofl

Kochbuchgeschichten


So mache ich meinen heringssalat heute noch , bei mir kommen noch kapern und klein
geschnittne Äpfel dran.Meine familie will gar keinen anderen salat haben. Ich nehme statt
Buttermilch, saure Sahne


Bis dann Plappermaul


Zitat (markaha @ 13.01.2010 12:50:30)
Kennt einer von euch folgendes Rezept, soweit ich es noch rekonstuieren kann. Gab es immer an Weihnachten, am Heiligabend bei den Urgrosseltern meiner Ex-Frau, die in einem kleinen Dorf zwischen Leipzig und Torgau lebten.
Es ist ein äußerst schmackhafter, herzhafter Salat mit vielen Zutaten gewesen.

Ich erinnere mich noch an folgende Zutaten (alles kleingeschnitten):

- Hering
- Sauere Gurken
- Kartoffeln
- Jagdwurst
- Wichtig war die Buttermilch und mindestens einen Tag durchziehen lassen

aber da waren noch andere Zutaten, aber ich kann mich nicht erinnern.

Kennt das einer oder eine von euch oder eine Variation davon?

das ist der sächsische kartoffelsalat :wub:

Klar, die Äpfel, wie konnte ich die vergessen und dann bei den Kapern war ich mir nicht mehr so sicher.

Aber es war weder ein Heringssalat noch ein Kartoffelsalat - es war eben eine Mischung mit ganz vielen Zutaten.

So am nächsten kommt noch der Salat von der "frommen Helene" - das Rezept ist klasse.

Woran ich mich am besten erinnere. Die Urgroßeltern haben den Hering lange gewassert und in mit viel Liebe entgrätet und wir sind dann am Tag vor Heiligabend angereist, um alles weitere vorzubereiten. Rotwurst kam zwar nie dran, aber Nachi, du hast da den Nagel auf den Kopf getroffen, aber eben kein Majo dran.

Das Rezept gehört zu den Tipps.


ja ist so richtig wie du das sagst.
doch ich muste den mal als kartoffelsalat essen, und so ein durcheinander, art "leipzigerallerlei" mochte ich doch nicht. :wub:


Zitat (Renate54 @ 13.01.2010 11:51:17)
Die habe ich beide auch noch. :) Nicht geerbt, selbst gekauft! rofl :pfeifen:
Muss direkt mal nachschauen welcher Jahrgang die sind! :pfeifen:

:lol: Renate, ich hab die auch- Ehrensache, Geschenk unserer damaligen Nachbarin zu meinem 20. Burztag :rolleyes: und bis heute total küchenunentbehrlich.

Hab eben mal auf den Index geschielt: Wir kochen gut:
"Verlag für die Frau, DDR, Leipzig 1968 (da gabs mich noch gar nicht rofl )

Das Backbuch
ist von 1967, meine Ausgabe die 28. Auflage von 1990, selbstredend auch Verlag für die Frau

Ja, genau! Auch ich habe beide Bücher in meiner Küche heute noch stehen und schaue immer wieder gern mal hinein. Habe die 3. Auflage von "Wir kochen gut" aus dem Jahr 1980 mit den sehr nützlichen Anhängen über die Anwendung von Gewürzen, über das Haltbarmachen und Einfrieren, über die Fleischteile von Rind, Schwein und Schaf- (mit Bild), eine Kalorientabelle u.v.m.

Mein "Das Backbuch" für DDR 6,30 M ist sogar von 1967. Auch hier im Anhang viel nützliches Wissen, z. B. das Back- ABC vom Abwiegen bis Zitronat.

Diese beiden Bücher waren ein richtiger Segen für so blutige Koch- und Backanfänger, wie ich damals eine war.


...............habe doch auch noch so ein alten schinken von mir raussuchen müssen: rofl
Ratgeber für Herd und Haus von Berta Dissmann von 1913 :pfeifen: ist ein erbstück was ich immer mitgeschleppt habe.............
Mecky
Ps: .........mein Gott da spart man richtig Geld wenn ich so die Rezepte nachlese :o nix da mit guter Rotweinsosse oder sonstigen pulverchen damit das Rezept gelingt :pfeifen:


Mecky, DA schau mal... was es noch zu kaufen gibt. ^_^
Noch älter ist das Kochbuch der Mary Hahn... nein, ich abe mir jetzt nicht die Mühe einer gezielten Suche gemacht, sondern bloß gegoogelt... :rolleyes:
Edit: würde ich sowas kaufen wollen, dann hätte ich ja schon meine Suchplattform... :pfeifen:

Wieder mal danke, Bernhard für die neue Editzeit...

Das Kochbuch der Mary Hahn ist von vor dem Ersten Weltkrieg, ein Leitfaden für Gutsfrauen der alten Art und Zeit... wo es noch Eier und Krebse wie auch Wild, Kühe und Schweine fast umsonst "regnete"... von all den Bauern im Dorf.

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 15.01.2010 03:05:17


DDR-Rezept Gebratene Jagdwurstscheiben "bähhäää" a la kantine :kotz: mit tomatisierten (mit purem Ketchup oder Tomatenmark angerührten *schüttel* -Nudeln... ) das kann jeder aufwärmstarke Halbkochblinde:

In den Schlachterladen und dicke Jagdwurstscheiben abschneiden lassen, ein Pfund oder ein Kilo al gusto... die dann zu Hause erst in Mehl, dann in verschlagenem Ei und danach in Semmelbröseln um und umdrehen, wie "Schnitzel"", in reichlich ausgelassener Margarine heiß von beiden Seiten anbraten. Dazu kann man von "tomatisierte Nudeln" bis Kartoffelbrei und Sauerkohl alles reichen, auch Graubrotschnitte en nature... gebratene Wurst ist schauderhaft....

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 15.01.2010 03:20:45


Auch der "Sächsische Kartoffelsalat" mit Hering wurde von mir verabscheut, lieber mochte ich den Thüringer Kartoffelsalat, wo kein ekliger Hering reinkommt... *schüttel* Meine Mutter versuchte sich stets in Katoffelsalaten mit Hering... buhäää... ich hab die Dinger ganz gut und schmackhaft ohne diesen barbarischen Fisch hinbekommen.
Noch heute schicke ich meinen Mann in ein Fischrestaurant seiner Wahl oder zu meiner Mutter, wenn der unbedigt Hering haben muß.
In meine Küche kommt mir diese "Taube der Meere" nicht...

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 15.01.2010 03:41:29


Bi(e)ne, ich mache auch sächsischen Kartoffelsalat, aber da kommt kein Hering rein.
Würde bei uns auch keiner essen. Den Heringssalat gabs extra und auch nicht zum Kartoffelsalat. Aber Weihnachten gehörte der auf den Tisch! ;)

Salzheringe wässern, Gräten entfernen, in kleine Stücke schneiden, gewürfelte Gewürzgurken und Zwiebeln, Lorbeerblatt, paar Pfefferkörner und dann mit Salz und Pfeffer abschmecken. Der musste dann mindestens 1 Tag ziehen und war so lecker! :sabber: :sabber:

Meine Mutti hat noch einen anderen gemacht, aber der fällt mir im Moment nicht ein! :heul: Aber ich denke nach! :pfeifen:


Hört sich wirklich lecker an,mach ich auch mal.lg.ronja


Das einzig Problematische bisher war nur, dass manchmal die Backzeiten und Temperaturen nicht ganz gestimmt haben aus den alten DDR-Büchern.. Heute gehts halt schneller mit der "modernen" Technik :)


Noch ein kleiner Tipp am Rande:
In den Rezepten in den original DDR-Ausgaben ist mitunter die Rede von "1 Flasche Joghurt".
Das war damals 1/4l, also 250ml. Bei Teilangaben (1/2 Flasche usw.) bitte entsprechend umrechnen.



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