neue Hartz IV Schelte in der FAZ: Ich krieg sooo einen Hals


...wenn ich Heinsohns Artikel lese.

Eigentlich tu ich niemandem etwas zuleide, aber ich bekomme irgendwie Lust, mal nach Bremen zu fahren und dem Herrn die Meinung zu geigen.
Außerdem frage ich mich, wie man so etwas ungestraft veröffentlichen kann.

Bearbeitet von Herr Jeh am 25.03.2010 13:30:19


Da ich äußerst ungern Links anklicke ohne zu wissen was sich dahinter verbirgt- was steht denn da, dass du dich derart aufregst?


weiß doch jeder, wie man eine Neugiernase noch neugieriger macht...














































erzähle ich euch morgen (*duck*)


oh gott, der schoß ist fruchtbar noch... Ich hoffe, dieser schmierfink kassiert eine anzeige.
nicht nur, dass er menschenfeindlichen, stürmer-verdächtigen müll schreibt, dieser müll ist auch noch unglaublich schlecht begründet.

Herr jeh, kannst du bitte auch den originalartikel verlinken? Denn momentan verweist du auf einen kommentar zum artikel.

Bearbeitet von Cambria am 25.03.2010 15:56:08


Ohje, wenn ich sowas lese kriege ich Angst. Das ist fürchterlich und widerlich!
Sowas Menschenverachtendes, dieser "Mensch" sollte sich schämen!!!


Wie der kommentierende Artikel dazu treffend beschrieb: ..."und das 65 Jahre nach Ende des Nationalsozialismus..." Mehr fällt mir dazu auch nicht ein...irgendwie zieht sich das Thema hier so durch die Freds... <_<

Ist die Schelte gegen ALG Zweier jetzt die neue Form der Volksverhetzung? :(


Zitat (Cambria @ 25.03.2010 13:49:44)
Herr jeh, kannst du bitte auch den originalartikel verlinken? Denn momentan verweist du auf einen kommentar zum artikel.

Bitteschön: Heinsohns Artikel

Das Thema "Hartz IV auf 5 Jahre begrenzen" wurde schon mal letzte Woche in den Nachrichten gebracht und sorgte deutschlandweit für verständnisloses Kopfschütteln (um es mal milde auszudrücken).

Zitat (Heiabutzi @ 25.03.2010 15:35:16)


Ist die Schelte gegen ALG Zweier jetzt die neue Form der Volksverhetzung?  :(

Ja! (leider) :(
Und ich habe den Eindruck das es von Jahr zu Jahr schlimmer wird.

Zitat
Und ich habe den Eindruck das es von Jahr zu Jahr schlimmer wird.


Das größte Problem ist doch - in wenigen Jahren ist kein Geld mehr für Hartz4 da - dann brauchen wir das ganze Geld um die Zinsen für unsere Schulden zu zahlen.

Hmmm, der FAZ Artikel hat in meinen Augen aber Hand und Fuß. Ich bin sicher, man kann zu den angeführten Zahlen auch fundierte Belege finden. Außerdem ist der Artikel nicht den Bruchteil so reißerisch wie der Kommentar auf Telepolis dazu.
Bei der Interpretation der Zahlen besteht allerdings immer die Gefahr, daß dabei bisher unbekannte Faktoren auftreten könnten (und es meist auch tun). Daher sollte sich mal jeder selbst Gedanken über die Zahlen machen.

Das böse an Zahlen ist natürlich, daß sie alle Leute über einen Kamm scheren. Zu den genannten Harzt IV Empfängern gehören natürlich sowohl solche die das System tatsächlich weidlich ausnutzen, als auch solche die da schuldlos reingerutscht sind. Daß die Politik gerade für letztere eine Lösung finden sollte ist wohl jedem klar. Daß das System in der derzeitigen Fassung nicht mehr lange so weitergehen kann aber auch, oder?


Zitat (Wyvern @ 25.03.2010 17:00:48)


Das böse an Zahlen ist natürlich, daß sie alle Leute über einen Kamm scheren. Zu den genannten Harzt IV Empfängern gehören natürlich sowohl solche die das System tatsächlich weidlich ausnutzen, als auch solche die da schuldlos reingerutscht sind. Daß die Politik gerade für letztere eine Lösung finden sollte ist wohl jedem klar. Daß das System in der derzeitigen Fassung nicht mehr lange so weitergehen kann aber auch, oder?

Es geht darum das Hartz IV Empfänger denunziert werden. Und das es überall schwarze Schafe gibt ist wohl klar. Aber die gibt es auch bei den Politikern.
Und wir brauchen Arbeit, nichts anderes wie anständige Arbeit wo eine Familie ohne Aufstockung mit Leben kann. Da liegt des Übelskern.
Und am wenigsten brauchen wir Menschen, die dämliches Geschwätz von sich geben.

Wenn ich Begriffe lese wie:"gesellschaftlich wertlose Kinder" und "minderwertige Kinder" fallen mir sofort die Worte "unwertes Leben" ein!
Das stellt mir die Nackenhaare auf!
Wie kommt ein Professor mit solch einer von Grund auf menschenverachtenden Einstellung überhaupt zu so hohem Rang? Warum können gerade solche Elemente der Gesellschaft, die aus der Geschichte nichts gelernt haben,solch steile Karrieren machen?
Wie kommt ein an sich als seriös geltende Zeitung dazu, solch hetzerische Artikel zu drucken?
Einfach traurig und sehr, sehr beängstigend.


Ich finde folgenden Absatz totalen Humbug:

Zitat
Clintons Reform beendete das seit 1935 geltende Recht auf lebenslange Sozialhilfe. An seine Stelle trat ein auf fünf Jahre begrenztes Recht auf Unterstützung bei tatkräftiger Hilfe nicht zu irgendeiner abstrakten Integration, sondern zum Übergang in Arbeit. Der Erfolg dieser Maßnahmen war durchschlagend: Bezogen vor der Reform 12,2 Millionen amerikanische Bürger Sozialhilfe, so waren es 2005 nur noch 4,5 Millionen. Die Frauen der Unterschicht betrieben nun Geburtenkontrolle. So sank die Zahl der „welfare mothers“ drastisch, ebenso die Kriminalität der Söhne dieses Milieus.


NATUERLICH sinkt die Zahl der unterstuetzten Muetter, wenn man nur noch 5 Jahre zahlt statt bisher lebenslang. Die Frage ist doch nun: Haben die nun alle wieder Arbeit oder haben die nun gar kein Geld mehr? Falls ersteres zutrifft, dann kann man von Erfolg reden. Falls letzteres zutrifft, kann man Herrn Clinton im Nachhinein nur "gratulieren", dass fast 8 Millionen amerikanische Buerger mehr gar kein Geld mehr haben...

Aber darueber laesst Prof. Heinsohn den Leser im Dunkeln...

Für einen professor ist es ganz schön armselig, vom gängigen argumentationsmodell 'state - illustrate - explain' so brachial abzuweichen und über das 'state' nicht hinaus zu kommen. Da kann jeder erstsemesterschnösel besser und überzeugender argumentieren.

Ich halte den artikel zu 99% für reine polemik.


O tempora, o mores Prof. Heinsohn!


Zitat
bei tatkräftiger Hilfe nicht zu irgendeiner abstrakten Integration, sondern zum Übergang in Arbeit.


Die zitierte Stelle aus dem Artikel macht auch deutlich, daß das gar nicht funktionieren kann. Denn die Politik zäumt den Gaul von hinten auf.
Ehe man verlangt, daß sich Leute bewerben und innerhalb der 5 Jahre einen Job finden, sollte man doch erstmal dafür sorgen, daß es genug Jobs gibt, von denen man auch leben kann (!). Doch gerade das wird immer schwieriger, wenn nicht unmöglich, denn in Zeiten der Globalisierung und High-Tech werden die normalen Jobs, für die man nicht studiert haben muß oder keinen IT-Abschluß braucht, immer weniger.
Interessant dazu ist auch das Interview mit Jeremy Rifkin, zwar bereits vor 5 Jahren veröffentlicht, aber trotzdem weiterhin gültig und hochaktuell!

In DLand gibt es etwas mehr als 60 Millionen Wahlberechtigte. Die Zahl der H4-Empfänger samt Maßnahmen, 1€-Jobber und Aufstockern wird auf 7,2 Millionen geschätzt, Tendenz steigend.

7,2 Millionen Wählerstimmen!
Die sich nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag mit Wahlversprechen werden abspeisen lassen!

Wie die Öffentlichkeit auf Äußerungen á la Westerwelle reagiert sieht man in den Meinungsumfragen - das nächste gravierende Problem, mit dem sich die FDP-Führung parteiintern beschäftigen muss, wird die 5%-Hürde sein.

Meine lieben Mit-Westfalen, meine lieben Rheinländer, lasst uns am 9. Mai ein Zeichen setzen. :blumen:


Hoffentlich nicht nur in NRW, Hamlett.
Aber die großen Parteien haben eben immer wieder genug Lobbyisten.

Ich sehe es ähnlich wie Abraham Lincoln:

Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen.
Und das ganze Volk einen Teil der Zeit.
Aber man kann nicht das ganze Volk die ganze Zeit täuschen.


Naja, Täuschen ist so ein großes Wort und ich glaube auch, dass es schlicht und ergreifend nicht auf den Sachverhalt passt.

Es sagt ja niemand, dass es genügend Arbeitsplätze gibt. Selbst wenn es jemand sagt, dann ist es immer noch augenfällig, dass es so nicht ist.

Es ist in meinen Augen ein Unding, dass man für einen Automechanikerjob mittlerweile Abitur haben muss - aber so ist das nun mal, wenn die Verbraucher mittlerweile in jeder blöden Minischüssel Navi, vollautomatische Klimaanlage und selbstanpassende Sitzverstellung haben wollen - Das geht nun mal nicht ohne Elektronik, für die man das Wissen eines Abiturienten braucht.

Insofern ist das nicht alles nur ausschließlich eine Frage der Politik, sondern auch eine des Konsumverhaltens.
Die Zeit für eindimensionale Antworten ist schon lange vorbei...



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