Tipps für Bewerber: Tipps - Erfahrungen - Diskussionen


Ich glaube es ist für die meisten gar nicht so einfach, sich zu bewerben. Macht man ja auch nicht jeden Tag. Ich komme aus dem Personalbereich und möchte einfach mal ein paar Punkte dazu aufgreifen. Es handelt sich natürlich nur um meine persönliche Meinung bzw. Erfahrung. Aber vielleicht gibt es hier noch mehr, die beruflich damit zu tun haben und Tipps geben können. Oder Mitglieder die bei der Stellensuche Erfahrungen haben und hier erzählen möchten. :)


Ich hab "grad nur mal eben" ein paar "Stichworte" aufgeschrieben. *räusper* Vielleicht haben Betroffene oder Interessierte Lust es zu lesen. :rolleyes:

Es gibt Unmengen von Meinungen über die Bewerbungsmappe und ich möchte meine auch nicht für mich behalten. Bewerbungen in Pappdeckeln oder mit Deckblättern sind m.E. eine Strafe für jeden Personalentscheider. Die einfachen Heftmappen mit durchsichtiger Deckfolie oben drauf reichen und man sollte das Bewerbungsschreiben sehen, ohne die Mappe öffnen zu müssen. Eine Bewerbung ist wie ein gutes Essen. Das Auge isst mit. :sabber: Das Schreiben sollte daher auch nicht länger als eine Seite sein.

Der Aufbau einer Bewerbung ist relativ einfach. Dreht die Stellenausschreibung einfach um.
Sehr geehrte Damen und Herren,
sie suchen …. (Inhalt der Ausschreibung mit eigenen Worten wiederholen)
Ich bin …. (Berufserfahrungen und persönliche Eigenschaften/Fähigkeiten nennen, die zur Ausschreibung passen)
Zu einem persönlichen Gespräch über die Möglichkeit einer zukünftigen Zusammenarbeit bin ich gern bereit. Bitte schlagen Sie mir einen Termin vor.

Wenn nach den Gehaltsvorstellungen gefragt wird, reicht es sein bisheriges brutto Jahres-/Monats-Einkommen zu nennen. Möchte man das auch nicht, geht noch folgende Formulierung: Bzgl. des Einkommens richte ich mich nach den in Ihrem Hause üblichen Gehaltsstrukturen.

Passfotos, die nicht eingescannt oder aufgeklebt sind immer auf der Rückseite (mit Bleistift) mit Eurem Namen versehen. Wie schnell fällt so was mal unbemerkt runter und wer soll dann sagen zu welcher der 300 Bewerbungen auf dem Tisch das Foto gehört? Urlaubsfotos sind absolut daneben. Passfotos oder Bewerbungsfotos in einem etwas größeren Format sollten es schon sein.

Der Lebenslauf sollte tabellarisch und übersichtlich sein. Gegen Kreativität in einer Bewerbung ist nichts zu sagen, wenn jemand sich als Designer bewirbt. Bei einem Steuerfachangestellten ist das eine eher weniger gefragte Eigenschaft. Also dann lieber klassisch. Achtet darauf, dass es keine Zeitlücken gibt. Wenn zwischendurch Zeiten ohne Beschäftigung waren, dann war man ohne Beschäftigung oder Arbeit suchend. Hauptsache der Zeitraum ist mit im Lebenslauf. Alles andere macht misstrauisch. Zeugnisse immer nach Datum sortieren und das aktuellste Zeugnis muss oben liegen.

Ach ja. Merkt Euch, welche Telefon-Nr. Ihr angegeben habt und meldet Euch auf dem Apparat nicht mit Hey! oder Was’n? Ihr wollt Euch doch gut verkaufen, oder?

Es ist nach 2 – 3 Wochen völlig okay mal höflich telefonisch nachzufragen. Ein guter Trick ist aber auch, wenn man noch sein letztes Zeugnis z.B. nachreichen möchte. Dann kann man unaufdringlich per Telefon anbieten, diese Unterlage persönlich abzugeben oder per Post zu schicken. So kriegt man schnell raus, ob die Stelle schon besetzt wurde und macht zusätzlich auf sich aufmerksam. Fragt auch nach, zu wessen Händen Ihr es schicken sollt. Damit es auch gleich der Richtige auf dem Schreibtisch hat (und Ihr schon mal einen Namen habt, wer der Ansprechpartner ist). ;)

Leider ist es wesentlich schwieriger offene Stellen zu finden, auf die man sich bewerben kann.

Bei www.arbeitsagentur.de kann man sich als Bewerber registrieren. Arbeitgeber, die auch registriert sind können dann direkt mit Euch Kontakt aufnehmen. Auch bei www.meinestadt.de kann man sich unter Stellengesuche eintragen. Und dann gibt es noch Unmengen an Jobbörsen/Suchmaschinen. Googelt einfach mal. Bei den oben genannten gibt es nicht viel zu sagen. Außer dass die Arbeitsagentur-Seite unglaublich unübersichtlich ist und ständig abklappt. www.meinestadt.de ist nach Regionen und Branchen/Berufsgruppen sortiert. Man kann sich nur die aktuellsten Angebote anzeigen lassen oder Deutschlandweit alles nach Stichworten durchsuchen. Sehr angenehm. :)

Stellenangebote in der Zeitung suchen. Is klar, oder? Aber vielleicht gibt es in Eurem Beruf oder Eurer Branche auch eine Fachzeitschrift, in der die Adressen von interessanten Arbeitgebern oder sogar Stellenangebote stehen?

Nicht zu unterschätzen sind persönliche Beziehungen. Ehemalige Kollegen, Verwandte, Nachbarn, Freunde …. Sagt es einfach jedem, dass Ihr einen Arbeitsplatz sucht und achtet drauf, dass es nicht wieder vergessen wird. Bloß keine falsche Scham. Denkt auch mal ein bisschen quer. Ich hatte einen Bewerber, der auch Fußball spielte. Zwei Vereine versuchten, ihn für die kommende Saison anzuwerben. Er hat gesagt, ich geh zu dem, der mir einen Job besorgt. Zur neuen Fußballsaison hatte er eine Stelle und sein Trainer ist jetzt auch sein Chef. Geht doch. :D

Die gelben Seiten vornehmen und so genannte Initiativ-Bewerbungen zu schreiben kostet viel und bringt selten Erfolg. Die Bewerbungen kommen i.d.R. nicht mal zurück. Warum auch? Das Unternehmen hatte ja nicht drum gebeten und warum sollen sie dann Arbeitszeit und Porto bezahlen? Dann lieber erst anrufen oder eine Bewerbung per e-Mail schicken. Bei Anhängen achtet aber bitte auf das Datei-Format. Exotische Formatierungen können häufig gar nicht vom Unternehmen geöffnet werden. Überschätzt die technische Ausstattung von denen nicht. Die übliche Standard-Software ist besser.

Nutzt die Möglichkeiten der Zeitarbeitsunternehmen. Sie haben jede Menge Kontakte und können Euch einen Zugang zu Unternehmen verschaffen. Gerade in kaufmännischen oder Handwerksberufen ist eine Übernahme vom Kundenbetrieb nicht selten. Ich bin selbst mal auf dem Weg aus der Arbeitslosigkeit entkommen. Wenn Ihr länger als 6 Wochen arbeitslos seid, habt Ihr übrigens Anspruch auf einen Vermittlungsgutschein von der Arbeitsagentur. Die privaten Arbeitsvermittler nehmen Euch dann auch gern in ihren Bewerberpool auf. Manche Zeitarbeitsunternehmen und Arbeitsvermittler sind auf bestimmte Branchen oder Berufe fixiert. Da werden nur Schweißer oder nur Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen oder nur Kaufleute etc. betreut. Sucht nach Dienstleistern für Euren Beruf oder Eure Branche. Das vergrößert Eure Chancen noch mal. :)


Was mich an Bewerbrungsbüchern oder Bewerbungstipps stört ist, dass davon ausgegangen wird man habe Berufserfahrung.
Doch was macht jemand, der soeben seine Ausbildung beendigt hat, nicht übernommen wurde und nun einen Job sucht? Wie verkauft er sich am besten? Noch besser: Frisch ausgelernt, arbeitssuchend, weiblich, jung, verheiratet ohne Kinder. Das ist ja ein Todesurteil: Keine Berufserfahrung und wahrscheinlich will man in nem Jahr Kinder. Wie verkaufen sich diese Frauen am Besten?

Wegen der Bewerbungsmappe:
Wenn man ein einfaches Clipheft nimmt, aus fester Pappe und das Anschreiben auf den Pappdeckel mit einer schönen Heftklammer befestigt, ist das auch schlimm? oder noch akzeptabel, weil man das Anschreiben gleich sieht und nicht herumflattert?

Ach übrigens, ich finde deinen Thread klasse, da ich gerade in der Bewerbungsphase stecke und über Tipps froh bin. Danke. :blumen:

Gruß, gala


Laut unser Ansprechpartner, wenn es um Bewerbungen geht, kann man natürlich so ein Pappding nehmen und oben das Deckblatt drauflegen.
Man sollte nicht so ein labberiges (münsterländisch für "weich", "instabil") nehmen.
Das einzige, was beachtet werden muss, ist, dass es ordentlich aussieht.
Was langsam völliger Humbug ist, ist, dass man einmal den Lebenslauf von oben nach unten, dann von unten nach oben - chronologisch gesehen - jen ach Laune der Personalentscheider gestalten soll(te).
Wir lehren immer, dass man den Lebenslauf ohne Lücken gestalten soll, keine Ungereimtheiten auftauchen dürfen.
Ich kenne auch Firmen, die auf Besonderheiten bestehen, oder die Leute nicht nehmen, weil vielleicht zu einem bestimmten Bewerbungszeitpunkt gerade die amerikanische Art des Lebenslaufs in ist/war.
Alles Quatsch!
Der Lebenslauf und die Bewerbung muss den Bewerber widerspiegeln.
Der Bewerber muss natürlich der Firma darlegen, weswegen er für diese ein Gewinn ist.
Ansonsten ... außer, dass die Sachen ordentlich und nachvollziehbar sind, sehe ich kein Problem.
Dass manche Personalchefs pingelig auf irgendwelche Formalia achten, ist deren Problem.
Wenn man sich zehn Bücher über Bewerbungen kauft, kann man zehn verschiedene Thesen lesen, wie man Bewerbungen gestaltet.
Ordnung halten, Sauberkeit, Übersicht muss da sein - schon okay!
Das einzige, woran es bei den meisten hapert, ist die Sprache, also, was man will und was man bieten kann. Das muss man ganz klar definieren. Das kann schon mal einige lange Minuten (möglicherweise Stunden) in Anspruch nehmne, dies vernünftig zu formulieren.


Es ist nicht immer gesagt mit perfekten Bewerbungen dass man genommen wird.
Unsere Sohn hat vor 3 Jahren ein Bewerbung geschrieben bin fast umgefallen so schlecht geschrieben, kein Passbild, vorstellungs- Gespräch angezogen ob er nichts mehr im Schrank hat.
Turnschuhe, alte Jogginghose,
Ich dachte echt mein Gott was habe ich falsch gemacht so kenne ich im nicht.
Andere Bewerbungen hat er sich angestrengt und bei der letzte hatte er kein Lust mehr.
Und??????????
Wo er sich als letzte beworben hat haben ihm genommen und inzwischen ist er dort ein sehr guten Chefkoch geworden.
Und heute lachen wir noch über seine eine ausgeflippte Bewerbung

Das sollte uns nun doch zu denken geben :P rofl
Gruß Tulpe :winkewinke:


Dürfen wir noch alles essen? rofl


...prima Tipps, HSommerwind, danke! :)

Was bei Stellen mit sehr vielen Bewerbern natürlich auch enorm wichtig ist, ist das Foto. Am besten schon daheim vor dem Spiegel einen "souveränen Blick" üben. B) Und das Foto muss nicht unbedingt das typische Passbild-Format haben. "Passfotos" sind sowieso nicht zu empfehlen. Das Format und die Größe könnten langweiliger nicht sein.

Beim Format kann man ruhig neue Wege gehen: Warum nicht mal quadratisch oder Querformat? Es muss auch nicht unbedingt bunt sein. Schwarz-weiss-Fotos sehen manchmal schicker aus. Auf jeden Fall bei einem richtigen Fotografen machen lassen und dort aus einer Foto-Serie die besten auswählen. :blumen:

Die Bewerbung sollte insgesamt natürlich "sauber und ordentlich" sein und frei von Tipp- und Rechtschreibfehlern. Auf jeden Fall immer einen konkreten Ansprechpartner anschreiben ("Sehr geehrter Herr Schmidt") und nicht "Sehr geehrte Damen und Herren". Wenn kein Ansprechpartner dabei steht, möglichst telefonisch herausfinden, wer das ist. Leere Floskeln wie "hiermit bewerbe ich mich auf...." besser weg lassen.

Beim Text sollte man die Leitfrage im Hinterkopf behalten, was einen denn als Bewerber gerade für diese Stelle geeignet macht. Was hat das Unternehmen von mir? Und das in möglichst natürliche, nicht abgedroschene Formulierungen packen. Nicht zu lang, vieles geht ja auch aus dem Lebenslauf und den sonstigen Unterlagen hervor.

Im Lebenslauf sind auch die Hobbies nicht unwichtig. Extremsportarten besser nicht reinschreiben. :pfeifen:

Libelle

Bearbeitet von Libelle am 21.10.2005 22:28:46


Zu den Pappdeckeln mit den lose aufgelegten oder oben drauf mit Heftklammern befestigten Bewerbungsschreiben habe ich meine Erfahrungen gemacht. Versetzt Euch in die Lage desjenigen, der das bearbeiten muss.

Ihr sitzt an einem Schreibtisch und habt zig oder sogar hunderte von Bewerbungen vor Euch liegen und sollt jetzt eine Vorauswahl treffen. Die Mappen gehen von links nach rechts, von rechts nach links. Die blöden losen Anschreiben müssen immer mit der richtigen Mappe zusammenbleiben, also muss man Du sie erstmal selbst in die Mappe heften, sonst hast Du bald nur noch Einzelteile. Dann erinnerst Du Dich an ein Stichwort und willst eine bestimmte Bewerbung noch mal raussuchen. Lauter bunte Pappdeckel. Klasse. :huh: Also alle Bewerbungen einzeln in die Hand nehmen und Deckel aufschlagen. Deckel wieder zu. Nächste Bewerbung ... *uff* Wollt Ihr Arbeit suchen oder anderen unnötig Arbeit machen? :(

Und nach Stunden der Sortiererei findest Du unter Deinem Schreibtisch ein Paßfoto. Natürlich ohne Namen auf der Rückseite. Irgendwann wird also wohl ein Bewerber bei Dir anrufen und sich beschweren, dass er sein Foto nicht zurück bekommen hat. :angry:


Die Absageagentur :pfeifen:

Was man auf jeden Fall machen sollte...

Die Bewerbungsunterlagen zurückverlangen.

Die Mir-Anvertrauten haben permanent dieses Problem.

Firmen schicken zum großen Teil die Bewerbungsunterlagen nicht zurück.

Man sollte als Personalverantwortlicher darüber nachdenken, dass ein Paket Bewerbungsunterlagen mit allem Drum und Dran (Porto eingeschlossen) schnell acht bis zehn Euro kosten kann.

Ich rufe ab und zu Firmen an, bei denen sich "unsere Leute" beworben haben, und kriege dann immer einen Würgereiz, wenn mir Personalchefs sagen, dass die Rücksendung zu teuer sei.
Ein Personalchef sagte mir auf Anfrage, es sei sogar zu teuer, Absagen zu verschicken.

Wenn die Firmen deswegen schon am Hungertuch nagen .... naja :(

Wenn Bewerber nach vier Wochen nichts gehört haben, sollten sie sich bei den dementsprechenden Firmen erkundigen und, falls sie nicht eingestellt werden, die Bewerbungsunterlagen zurückverlangen (und evtl. eine Absage der Firmen).

Gerade bei Arbeitssuchenden (Bundeagenturen oder AG SGB II) ist das Problem, dass sie - jenach Sachbearbeiten(in) nur Geld für die Bewerbungsunterlagen bekommen, wenn sie von Firmen keine Absage bekommen.

Auch Kleinvieh macht Mist.
Arbeitssuchende haben das Geld nicht locker sitzen.

Diese Firmen sind dann die gleichen, die Geld an der Absage und am Zurückschicken sparen wollen.

Die meisten Firmen sind allerdings korrekt.


Bearbeitet von Syntronica am 22.10.2005 21:27:27


Das dumme ist nur, das die Bewerbungsunterlagen meist so zerknittert sind, wenn man sie zurück bekommt, das man sie eh nicht mehr benutzen kann. Einen Knick in einer Plastikmappe kriegt man schließlich nicht raus.

Oder die Post geht damit schlimm um. Man schickt sie mit verstärktem Umschlag hin und zurück kriegt man sie mit einem billigen, im schlimmsten Fall sogar schon benutzten Umschlag, wo nur etwas über das Adressfeld geklebt ist. :angry:

Jaren


Zitat
Ich rufe ab und zu Firmen an, bei denen sich "unsere Leute" beworben haben, und kriege dann immer einen Würgereiz, wenn mir Personalchefs sagen, dass die Rücksendung zu teuer sei.
Ein Personalchef sagte mir auf Anfrage, es sei sogar zu teuer, Absagen zu verschicken.

Da könnte man sich als Bewerber glatt überlegen, ob mann nicht nen frankierten Rückumschlag beilegt :pfeifen: :pfeifen:
Gruß Tulpe :winkewinke:

Kein Witz jetzt.

Zitat: Ein Personalchef sagte mir auf Anfrage, es sei sogar zu teuer, Absagen zu verschicken.

Was sind denn das für Firmen? Wenn die schon keine 55 Cent haben, sollte man da nicht eher nicht arbeiten, weil man irgendwann kein Gehalt mehr bekommt, da die pleite sind??


Ich weiß auch von meinem Arbeitgeber, dass er schon seit längerer Zeit keine Bewerbungsunterlagen aus Kostengründen mehr zurückschickt, es sei denn, der Bewerber schickt einen frankierten und an sich adressierten Rückumschlag mit. In Anbetracht der Kosten für eine Bewerbungsmappe sollte man das Geld für Rückporte evtl. auch noch investieren, Hauptsache, man kriegt seine Mappe wieder


So, und nun auch mal mein Senf zu diesem Thema.
Unser Betrieb ist bei der IHK, bei der Agentur für Arbeit, bei der Innung und was weiß ich noch wo als Ausbildungsbetrieb gelistet.
Im günstigsten Fall stellen wir pro Jahr 2 Azubis neu ein, mehr läßt die Größe des Betriebes nicht zu. Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz pro Jahr: ca. 500.
Wer ein klein wenig Ahnung hat, der weiß, wie viel Zeit es kostet, wieviel Arbeit es macht, diesen 498 Leuten abzusagen, welche sich ungefragt bewerben. Und wenn die Absage dann nicht nur 08/15 sein soll, sondern vielleicht auch noch einen (ernst gemeinten) persönlichen Satz enthalten soll, dann hat für diese Arbeit eine Sekretärin schon reichlich Zeit zu investieren. Besonders schlimm ist es für den Betrieb, wenn er aufgrund nicht vorhandener Größe eigentlich gar keine Personalabteilung hat, sondern irgendwer diese Arbeit zwischendurch erledigen muß. Eben dann, wenn mal gerade etwas Zeit ist.
Und diese Person hat vielleicht selbst Kinder, und geht dann nach vollendeter Arbeit eventuell sogar mit Tränen in den Augen nach Hause.
Denn sie weiß, daß sie auch keine Arbeit herbeizaubern kann. Und sie weiß auch, wie es ihren eigenen Kindern einmal ergehen kann, wenn diese selbst einen Ausbildungsplatz suchen.
Liebe Azubis in spe und liebe Eltern: bitte, bitte, bitte ruft vorher in den Betrieben an, ob überhaupt der angepeilte Ausbildungsplatz zu besetzen ist! Erspart Euch den Frust, eine Absage zu erhalten oder Eure Unterlagen nicht zurück zu bekommen. Und denkt auch an die vermeidbaren Kosten.
Dies sagt einer, der wirklich aus Erfahrung spricht!


Hallo galapagos24,

ich kenne das Problem nur zu gut. Ich habe vor knapp 2 Jahren eine Umschulung zur Bürokauffrau gut abgeschlossen!Und so langsam habe ich die Begründungen für die Absagen echt satt.

Ich bin jetzt 35, meine Kinder sind fast 14 und 11, also eigentlich die besten Voraussetzungen!
Aber Pustekuchen.... :( Ich bin zu alt (! Hallo??), oh, Gott ich habe Kinder ( wie kann ich nur?),keine Berufserfahrung...(als wäre das mein erster Job, mal abgesehen von einem über 2 Jahre dauernden Praktikum mit hervorragendem Zeugnis) und so weiter und so weiter....!

Also, ich drück dir gaaaaanz feste die DAumen, dass es bald klappt!!!Lass den Kopf nicht hängen!!!

Liebe Grüße vom Frag-Mutti Neuling

jojomama :blumenstrauss:


Zitat (Scarlet @ 27.10.2005 - 20:01:57)
Ich weiß auch von meinem Arbeitgeber, dass er schon seit längerer Zeit keine Bewerbungsunterlagen aus Kostengründen mehr zurückschickt, es sei denn, der Bewerber schickt einen frankierten und an sich adressierten Rückumschlag mit. In Anbetracht der Kosten für eine Bewerbungsmappe sollte man das Geld für Rückporte evtl. auch noch investieren, Hauptsache, man kriegt seine Mappe wieder

scarlet, was soll man dann mit der zurückgeschickte mappe machen? :kopfschüttel:

wie soll denn der rückumschlag aussehen, damit er in den Original-Umschlag auch hinein passt und eine Bewerbungsmappe (zumindest noch einigermassen) benutzbar wieder bei dir ankommt?

Oder auch anderes gesagt: Du schickst damit deine eigene Absage gleich mit und die firma hat kein problem damit.

Grüsse, Cetin

Sogar in fachlichen Anleitungsbüchern a la "Die erfolgreiche Bewerbung" wird darauf Bezug genommen, daß es u.U. einen guten Einruck macht, einen frankierten Rückumschlag beizulegen (ob man nun mit seiner Absage oder der schriftlichen Einladung zum Gespräch rechnet).

Ansonsten: so hat man wenigstens Mappe und Foto zurück, die kosten schließlich auch Geld -_- .


Tja, die armen Unternehmen ...

Die Unternehmen sind verpflichtet, die Bewerbungsunterlagen zurück zu schicken, da es nicht deren Eigentum ist.
Aber unsere Unternehmen suchen sich permanent neue Ausreden, um sich aus der sozialen Verantwortung zu winden.

Falls jemand einen franktierten Rückumschlag mitschickt, könnte ein "pfiffiger Personalchef" natürlich auch meinen, dass man damit rechnet, nicht genommen zu werden.

Ich habe diese "Problemchen" mit den Unternehmen - jobbedingt - auch, man muss den Unternehmen manchmal nur daraufhin, weisen, was ihre Pflicht ist.
Nach vier Wochen rufen meine Umschüler bei den Firmen an und fragen nach und bitten um die Rücksendung der Unterlagen. Wenn das nicht hilft, geht zwei Wochen später ein Brief heraus mit dem gleichen Inhalt.
Es kann auch mal "zufälligerweise" passieren, dass ich bei einem Unternehmen anrufe und nachfrage, ob sich eine Person dort beworben hat. Dann kommen wir irgendwann dazu, dass ich sage : "Warum sagt mir denn dann XYZ nicht, dass sie ihm die Bewerbungsunterlagen zurückgeschickt haben?"
Dann kommt eine peinliche Antwort : "Wir sind gerade dabei."


Kleiner Tipp: so bald man arbeitslos ist Antrag auf Bewerbungskostenerstattung beim Arbeitsamt stellen, man hat jährlich Anspruch auf bis zu 260,00 EUR. Pro abgeschickte Bewerbung gibt es 5,00 EUR.


Hat jemand auch Tipps für das Vorstellungsgespräch? :D
Das von Syn hab ich schon, noch andere Ratschläge? Vorallem gegen die Nervösität?
Hab nämlich ein Termin bei ner Firma, wo ich mit ner Absage gerechnet habe, weil die jemanden mit Erfahrung suchen. (War schon blöd, dass ich den Termin verschieben mußte, weil ich meinen Opa zum Flughafen fahren muß.)
Naja und jetzt bin ich halt nervös.

Aber paar allgemeine Tipps würden gut hierher passen!


Zitat (galapagos24 @ 28.11.2005 - 16:59:45)
Hat jemand auch Tipps für das Vorstellungsgespräch? :D
Das von Syn hab ich schon, noch andere Ratschläge? Vorallem gegen die Nervösität?
Hab nämlich ein Termin bei ner Firma, wo ich mit ner Absage gerechnet habe, weil die jemanden mit Erfahrung suchen. (War schon blöd, dass ich den Termin verschieben mußte, weil ich meinen Opa zum Flughafen fahren muß.)
Naja und jetzt bin ich halt nervös.

Aber paar allgemeine Tipps würden gut hierher passen!

Ich habs immer so gelöst dass ich mir vorab die Homepages angeschaut habe, um Basisinformationen für das Gespräch parat zu haben. Dann einfach locker und natürlich reingehen und sich selbst verkaufen, nicht übertrieben, aber ehrlich und entschlossen. - Fazit: wenn's nix wird ist es eher besser, da man in dieser Firma nicht glücklich geworden wäre. Wirds was: gute Erfahrung, und wenns doch langfristig nichts wird, wieder mal was gelernt. - Gegen Nervosität könnte auch ein Scheibchen Erfahrung helfen :)

Langsam glaub ich, der Thread wird nicht mehr gelesen! ALso nicht wundern, wenn in 2 Tagen ein Thema mit selben Inhalt eröffnet wird!

Ich hab nämlich paar kleine Probs und muß gleichzeitig was los werden.

So wie Syn schon gesagt hat: 10 Bücher, überall 10 verschiedene Meinungen.
Gut, ich hab ne Freundin, die hat schon über 200 Bewerbungen geschrieben und sie meinte, da sie neulich ein Bew.seminar hatte, sie hilft mir bei meiner bewerbung. Dachte ich mir: Super, ich blick da eh nicht durch, warum nicht?

Das Erste: Du brauchst ein eigenes Design! :blink: Ja, wegen wiedererkennungswert. ist ne psychologische sache :wacko: Hat sich super angehört. Mir hätte auf der Kopfzeile ein Strich genügt mit meinen Daten, nein, wäre zu wenig. Da hat sie mir ein design erstellt, was echt klasse aussieht, in Farbe, oben und unten ein dunkelblauer etwas dickerer strich. Oben rechts mein Name+Adresse unten meine Telenr und oben links ein schönes, in blau abgestimmtes symbol wie ein Fächer. Sieht echt toll aus. Das ist mein Design für alle seiten.
Nun frage ich mich: Ist das ok? Oder zu übertrieben? Ich bewerb mich für einen Bürojob mit Kundenkontakt (wenig). Ist da sowas notwendig? Bzw macht es was aus, wenn ichs so lasse oder kommt es zu übertrieben rüber?

2. Ich hatte ein Absatz im Anschreiben drin, der mir verdammt gut gefallen hat, aber meine Bewerb.bücher meinen, es sei falsch! "Ich bin überzeugt, dass mein fachreiches bla bla bla Ihren Ansprüchen entspricht und möchte es als Mitarbeiterin in Ihr unternehmen einbringen" dass ist übertrieben und gehört nicht rein. Toll, und wenn ich weiter lese, gehört fast alles nicht rein. Im Endeffekt hab ich mir meine neue Bewerbung angeschaut, das tolle design und dieser tolle Text, der anscheinend total überzogen und falsch sein soll und bin vorm verzweifeln. Meine Freundin wollte mir helfen und hat mich nur noch mehr verunsichert. :heul: Und ich weiß wieder nicht, was ich schreiben soll. :heul:

Was mich interessiert: Ist es so ein todesurteil, wenn man reinschreibt, dass man Engagement, selbsträndiges Arbeitn mitbringt, anstelle es in ein Beispiel zu packen? Also diese s.g. Floskeln: freundliches Wesen, motiviert und so.
Mich regt dieses Bewerbung schreiben auf, weil ich immer das Gefühl habe, egal wie ich es formuliere es ist schlecht. meins kommt mir irgenwie zu Allgemein rüber, weil mir eben die Berufserfahrung fehlt, aber was kann ich machen? Ich kann doch keine Geschichte erfinden, nur weil es besser ankommt, statt selbständiges Arbeiten "Ich habe ein eigenen Bezirk ganz allein geleitet, daher bin ich selbständiges arbeiten gewöhnt" zu schreiben?

Ist noch niemanden aufgefallen, dass (meistens) die größten Schwätzer, die größten Nieten sind? Aber die kriegen immer was, auch wenn sich später der Personaler aufregt. Immerhin kann er tolle Geschichten erzählen....


Oh je. Tut mir leid, was Dir da passiert ist. Ich versteh schon, dass Du jetzt verwirrt bist.

Was soll ich jetzt sagen, um es nicht schlimmer zu machen? Aber ich versuchs mal.

Zuerst ist mir das Wort "fachreich" aufgefallen. Kenne ich ehrlich gesagt nicht. "Umfangreiches Fachwissen" ist wohl gemeint?

Du bietest im Bewerbungsschreiben Deine Arbeitskraft an und stellst Deine Qualifikationen dazu vor. DEINE und nicht die von einem Trainer und oder der Freundin. Also schreib es so, dass Du Dich damit identifizieren kannst.

So wie Du die Aufmachung beschrieben hast, ist sie wohl eher für Jobs geeignet, in denen Kreativität gefragt ist. Mediendesigner o.ä. Berufe meine ich. Gegen farbiges Papier spricht eigentlich nichts, wenn es nicht eine knallige Farbe ist. Also ein dezentes blau z.B. könnte ganz nett aussehen. Aber ein Logo (Fächer)? Das machen Freiberufler vielleicht. Ich würde es weglassen.

Zum Text: Greife Wörter auf, die Du in der Ausschreibung gelesen hast. Damit signalisierst Du: "Ich habe verstanden." Wenn Eigenschaften dann auch noch im Ausbildungzeugnis oder in anderen Arbeitszeugnissen wieder auftauchen, wird die Sache rund. :) Also kein Todesurteil. *beruhig* ;) Nur wenn aus Deinen anderen Unterlagen (Lebenslauf, Zeugnisse) solche wichtigen Dinge nicht hervorgehen, solltest Du das in das Anschreiben reinformulieren. In der Kürze liegt die Würze. :D (Vielleicht guckst Du noch mal in den ersten Beitrag dieses Themas?)

Und nie vergessen: Es ist DEINE Bewerbung. Laß nicht zu sehr von Fremden drin rumpfuschen. :blumen:


Sommerwinds Meinung schließe ich mich an.

Es bringt nichts, wenn man sich in etwas hineinzwängt und sich damit nicht identifizieren kann. Den Briefbogen empfinde ich als übertrieben, es sei denn, du bewirbst dich im Bereich Grafik/Design oder ähnliches. Wenn du den Strich unter deine Daten farbig machst, so ist es vollkommen ok.

Der Satz "Ich bin überzeugt, dass mein fachreiches bla bla bla Ihren Ansprüchen entspricht und möchte es als Mitarbeiterin in Ihr unternehmen einbringen" ist zwar gut - bis auf das Wort "fachreiches" -, aber dieser Überzeugung unterliegen viele. Das soll nun nicht heißen, dass ich dich abqualifiziere. Das soll heißen, dass man diesen Satz in fast jeder Bewerbung liest. Schreib' lieber rein, wo du dein Fachwissen erworben hast und dass du es in's Unternehmen einbringen möchtest. Formuliere es normal, aber bestimmt und klar, ohne überzogen zu wirken. Tipps zu erhalten ist immer gut, aber die Sätze müssen zu deiner Person passen, nicht zu Fremden und nicht zu Büchern ;) Es ist deine Bewerbung.

Geschichten erfinden bringt ebenso wenig, wie eine überzogene Darstellung der Person in einer Bewerbung. Auf die "Floskeln" solltest du dennoch nicht verzichten, da es schon interessant ist zu wissen, ob jemand selbständig arbeiten kann oder ob man ihm ständig das Händchen führen muss.

Zu deinem letzten Satz, Gala: aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass die großen Schwätzer meistens schon nach kurzer Zeit auffliegen. Das fängt bei mir bei der Bewerbung an und hört dort auf, wenn sich jemand im Gespräch nur profiliert und eigentlich nichts gesagt hat ;)

Drücke auf jeden Fall die Daumen für weitere Bewerbungen und Gespräche :blumen:


Zitat (HSommerwind @ 09.12.2005 - 09:48:03)
Oh je. Tut mir leid, was Dir da passiert ist. Ich versteh schon, dass Du jetzt verwirrt bist.

Was soll ich jetzt sagen, um es nicht schlimmer zu machen? Aber ich versuchs mal.

Zuerst ist mir das Wort "fachreich" aufgefallen. Kenne ich ehrlich gesagt nicht. "Umfangreiches Fachwissen" ist wohl gemeint?

Du bietest im Bewerbungsschreiben Deine Arbeitskraft an und stellst Deine Qualifikationen dazu vor. DEINE und nicht die von einem Trainer und oder der Freundin. Also schreib es so, dass Du Dich damit identifizieren kannst.

So wie Du die Aufmachung beschrieben hast, ist sie wohl eher für Jobs geeignet, in denen Kreativität gefragt ist. Mediendesigner o.ä. Berufe meine ich. Gegen farbiges Papier spricht eigentlich nichts, wenn es nicht eine knallige Farbe ist. Also ein dezentes blau z.B. könnte ganz nett aussehen. Aber ein Logo (Fächer)? Das machen Freiberufler vielleicht. Ich würde es weglassen.

Zum Text: Greife Wörter auf, die Du in der Ausschreibung gelesen hast. Damit signalisierst Du: "Ich habe verstanden." Wenn Eigenschaften dann auch noch im Ausbildungzeugnis oder in anderen Arbeitszeugnissen wieder auftauchen, wird die Sache rund.  :) Also kein Todesurteil. *beruhig*  ;) Nur wenn aus Deinen anderen Unterlagen (Lebenslauf, Zeugnisse) solche wichtigen Dinge nicht hervorgehen, solltest Du das in das Anschreiben reinformulieren. In der Kürze liegt die Würze.  :D (Vielleicht guckst Du noch mal in den ersten Beitrag dieses Themas?)

Und nie vergessen: Es ist DEINE Bewerbung. Laß nicht zu sehr von Fremden drin rumpfuschen.  :blumen:

hey, Danke, dass breuhigt mich ein bischen. Nunja ich gebe zu, dass ich etwas voreilig getippt habe. also in meiner bewerbung steht nicht fachreich sondern:umfangreiches wissen. musste grad selber stutzen und nachsehen... ups.
Ich hab kein arbeitszeugnis und auch nichts woher hervorgeht, worin ich gut bin.

ich versuche es nochmals mit einer kürzeren variante und ich denke, ich werd das design doch abändern. ein blauer strich oben reicht doch aus...
ich glaub ich könnt mich jeden tag aufs neue über diese schreiberei aufregen... hoffe es erbarmt sich bald ein personaler ;) .

edit: Auch danke an Wecker.
Ich glaub ich werd heute mich nochmals davor setzen und es komplett neu machen. ich brauche solche meinungen wie von euch, damit ich weiß ob ich annähernd auf der richtigen spur bin. ihr kennt euch da sehr gut aus und ich bin eben ein frischling in dieser situationen und kann eigentlich nur auf gleichgesinnte und bücher zurück greifen. da ist es mal schön eure beiträge zu lesen.

Danke :blumen:

Bearbeitet von galapagos24 am 09.12.2005 10:40:36

Such mal unter Google "harte Fragen", "Weiche Fragen" und "illegale Fragen" sowie den Begriff "Bewerbungsgespräch".
Dort findest du einiges.


Hallo an alle Bewerber !!

Also: Alles Gerede von wie die Bewerbungunterlagen auszusehen haben:

wenn ich Euch nicht grade auf eine führende Stellung bewerbt, solltet Ihr Euch weniger Gedanken um das Outfit machen.

Ich habe selbst vorletztes Jahr etwa 200 Absagen geschrieben für eine Firma, die sehr gewissenhaft einstellt. Dort habe ich alles von bis gesehen. Und eine schöne Mappe oder ein schönes Foto oder alles andere mögliche und unmögliche hat weder Vorteil noch nachteil gehabt.

Natürlich sollte es so einigermaßen stimmen und von der Form her schon etwas ansprechend sein.
Wer allerdings nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, brauch sich nicht einreden, daß man mit schöneren Bewerbungsunterlagen bessere Chancen hat.

Der Inhalt, daß man sich gut verkauft, ist das was zählt. Und nicht die Farbe der Mappe.

Und letzten Endes ist das ein Markt zugunsten der Arbeitgeber geworden.

Deswegen nicht an Euch zweifeln !! Aber sich auch selber hinterfragen.

Persönlich einen guten Eindruck zu hinterlassen, vor Ort zu erscheinen, macht mehr Sinn. liegt schon ganz einfach an ein paar psychologischen Sachen...

Und noch ein letzter Typ: Die häßlichsten Fratzen hatten immer die größten Fotos.
Mal drüber nachdenken !(klingt hart ist aber so!!)

Wünsche allen viel Erfolg !

ich habe in meinem Leben schon mehrere hundert Bewerbungen geschrieben.
Und habe jetzt eine tolle Stelle...


Eine gute Vorbereitung für ein Vorstellungsgespräch ist immer eine schwierige Sache. Klar, das man sich intensiv über das jeweilige Unternehmen informieren sollte ist wohl logisch. Aber was antwortet man auf Fragen wie "was sind ihre Stärken, was sind ihre Schwächen?" :huh: Oder "was erwarten sie konkret an Verbesserungen zu ihren alten Job?" und "halten sie sich für Teamfähig, wenn ja - warum?" :blink:

Sich verstellen und irgendetwas vorspielen ist in einem Vorstellungsgespräch sinnfrei! Unser Personalrefferent führt in der Woche einige Vorstellungsgespräche und würde das sofort merken.

Was immer gut ankommt: selbstbewußtes Auftreten (nicht übertreiben), gepflegtes Aussehen und gutes Benehmen!

Letztendlich kommt es auch immer darauf an, worauf man sich bewirbt! Für einen Lagerarbeiter ist gepflegtes Auftreten sicherlich nicht so wichtig wie bei einem Vertriebler im Außendienst oder einem Verkäufer mit intensiven Kundenkontakt in House.

Zu den Bewerbungen an sich: Ich habe ein PDF mit Do's & Don´t's zum Thema Bewerbungen ... bei Interesse kann ich das gerne mal hier bereitstellen.


Zitat (hanseat @ 20.12.2005 - 16:44:55)
Hallo an alle Bewerber !!

Also: Alles Gerede von wie die Bewerbungunterlagen auszusehen haben:

wenn ich Euch nicht grade auf eine führende Stellung bewerbt, solltet Ihr Euch weniger Gedanken um das Outfit machen.

Ich habe selbst vorletztes Jahr etwa 200 Absagen geschrieben für eine Firma, die sehr gewissenhaft einstellt.

Entschuldige, aber Du scheinst in einer Position zu sitzen, in der Du entscheiden kannst, wen Dein Betrieb braucht oder nicht. Wie fühlt man sich , 200 Absagen zu schreiben, an Menschen, die einen Job möchten. Versetz Dich mal in die 200. denen Du gesagt hast:Tut mir leid!!Ihr legt nur Wert auf die Bewerbungsmappe. Was sagt sie aus!! Eigentlich garnichts!! Urteilt man heute nur nach Bewerbungsmappe? Wie sie aufgebaut ist? Vorteilhaftes Foto? Was wollt Ihr, ein Model oder eine Arbeitskraft.??
warum wird heute nicht jeder, der eine Bewerbung eingereicht hat, zu einem persönlichen Gespräch eingeladen? Kannst Du an Hand eines Fotos schon erkennen, ob der oder die die "Richtigen" sind???? :labern: :labern:

wollmaus

Zitat
Zu den Bewerbungen an sich: Ich habe ein PDF mit Do's & Don´t's zum Thema Bewerbungen ... bei Interesse kann ich das gerne mal hier bereitstellen.

...au ja, mach' doch mal bitte!

Gruß
olive

PDF ^_^

Danke!


Aus eigener Erfahrung kenne ich beide Seiten. Als ehemalige Sachbearbeiterin / Sekretärin im Bereich PE habe ich etlichen Bewerbern absagen müssen.

Ein Großteil aller Bewerbungen, oder besser gesagt, aller Bewerber entsprach einfach nicht den Anforderungen.
Der andere "kleine" Teil wurde zu einem Einstellungstest (Azubis) eingeladen. Erst wenn dieser Bestanden wurde (also ungefähr 3 von 10, wenns hoch kam), wurden Vorstellungsgespräche vereinbart.

Nun bin ich auf der anderen Seite und suche einen neuen Job. Man setzt in jede Bewerbung Hoffnungen und wenn dann die Absage kommt, wenn sie kommt, ist man ziemlich frustriert. Da helfen einem die 5 € vom AA auch nicht weiter :heul:

Pitti


Ich hoffe es ist in Ordnung wenn hier noch etwas dazu kommt.

Ich weiß inzwischen nicht mehr was ich in Bewerbungen noch reinschreiben soll. Ich bin gelernte Floristen (durch Umschulung), habe 1 Jahr Berufserfahrung, seit fast 5 Jahren aus dem Berufsleben raus und habe 3 Kinder.
In meiner Region werden zum großen Teil nur Fachleute gesucht. Also im Supermarkt, werden auch nur gelernte Verkäuferinen für Lebensmittel gesucht und Berufserfahrung müssen sie natürlich auch haben.
Nun gibt es zwar an jeder Ecke einen Blumenladen, aber da stellt keiner mehr jemanden ein und so bewerbe ich mich auch "artfremd".
Als Mutter ist man ja Allroundtalent, aber wie schreibe ich das in eine Bewerbung, denn Berufserfahrung habe ich ja nicht gerade viel. Meine Bewerbungen lesen sich immer gleich und das find ich nicht grade ansprechend.

Zum Thema Vorstellungsgespräche. Ja, ich hatte auch schon einige, aber da hat wohl der Chef meinen Lebenslauf übersehen.

"....haben sie Kinder?"
"....ja, drei"
"....Oh Gott......sind die untergebracht bei Krankheit?"
".....das ist kein Problem, auch bei Krankheit kann ich die Kinder unterbringen"
"....das Risiko, das es mal nicht klappt ist mir zu groß.....tut mir leid"

Und so erging es mir nicht nur bei einem Vorstellungsgespräch.
***20 Jahre jung, 5 Jahre Berufserfahrung, ungebunden und ohne Kinderwunsch*** So stehts in keiner stellenanzeige, aber meißtens kommt es einem so vor, als ob genau sowas gesucht wird.


Als ich mit dem Studium fertig war, war die Stellensituation in Deutschland im IT-Bereich extrem schlecht: ich war frisch von der FH, keine Berufserfahrung, weiblich und verheiratet. Auf Deutsch: ich hatte keine Chance, einen Job in der IT-Branche zu finden.
Nach 1,5 Jahren Suche gab ich auf und wollte eine Umschulung zur Fusspflege machen weil ich als Frau in einem Männerberuf noch schlechtere Karten hatte als die entsprechenden Männer.
Glücklicherweise sagte der Berater auf dem AA, ich solle noch eine Schulung machen. Diese ging 5 Monate und war Vollzeit, nach der Hälfte (ich hatte mich natürlich weiterbeworben) bekam ich eine Stelle angeboten. Ich ahbe den Kurs sausen lassen, weil es wichtiger war, die Stelle anzunehmen als den Kurs zu beenden und weiter arbeitslos zu sein.

Glücklicherweise wurden die Zeiten wieder besser für IT'ler.

Nur so meine Erfahrungen.
Murphy


Aus meiner Erfahrung von ungefähr 300 Bewerbercoachings und ungezählten Bewerberauswahlen :

1. Nicht eine 08/15 Bewerbung and dutzende Arbeitgeber versenden. Statt irgendwelcher toller Optiken lieber Wert auf den Inhalt legen und diesen individuell anpassen ( Extrem GAU : falscher ansprechpartner im Anschreiben, Bewerbung als Bäcker bei einer Schreinerei usw.)

2. Wenn kein Ansprechpartner in der annonce benannt ist, oder dieser unbekannt ist, anrufen und fragen. Niemals eine Bewerbung mit der Floskel "Sehr geehrte Damen und Herren"

3. Informationen über das Unternehmen sammeln, Fragen zurechtlegen, die man stellen möchte. Argumente zurechtlegen, warum man gerade in diesem Unternehmen anfangen möchte.

4. Nachhaken, dh. anrufen und fragen, ob die Bewerbung schon bearbeitet wurde. Eventuell direkt Gesprächstermin vereinbaren. Das zeigt wirkliches Interesse.

5. Liste erstellen : Wo, warum, bei wem, wann habe ich mich beworben. Konsequent nachrechericheren. Eventuell Bewerbungstermin erfragen, manche Unternehmen stellen zu bestimmten Zeiten ein.

6. Vor einem Bewerbungsgespräch ruhig mal intensiv Zeitung lesen, tagesaktuelle Fragen werden gerne gestellt

Speziell im DIenstleistungsbereich sind Personalchefs heute "Soft Skills" wichtiger als Noten, also Teamfähigkeit, soziale Kompetenz und einfügen in die Unternehmensphilosophie.

Beziehungsgeflechte nutzen ( Schützenverein, Fußball, Clubs usw.) auch als Empfehlung nutzen.

Bewerbungsgespräche vorher mit einem Partner üben. Kleidung nach Typ wählen, aber dem Job angepasst ( Bei einem Handwerker muss es kein Nadelstreifenanzug sein, aber eine Krawatte ist schon richtig.) Man möchte seinem Gegenüber ja auch einen gewissen Respekt erweisen.
Symphatie entscheidet sich unbewusst in den ersten 30 Sekunden.

AUF JEDEN FALL ZUSEHEN, DASS MAN EIN PERSÖNLICHES GESPRÄCH ERHÄLT !

Dort kann man punkten, Papier ist geduldig.
Nicht so sehr auf Bücher bauen, seinen eigenen Stil pflegen. DIe Bewerbung muß authentisch sein. Sauber, ordentlich, fehlerfrei ( nicht auf das Rechtschreibpogramm vertrauen.

Wer Fragen hat oder mehr wissen möchte, der schicke mir bitte eine PM, ich beantworte sie gerne ( kostenlos natürlich :wub: )


es ist doch immer wieder faszinierend, dass arbeitgeber heute in deutschland nicht weiss, dass er auf eine stellenanzeige etwa 200 - 500 bewerbungen bekommt.
hat sich schon mal einer von euch superschlauen gefragt, wie viele bewerbungen so ein arbeitsloser heutzutage schreibt? und dann noch jedes mal einen frankierten rückumschlag!!! schön. dann hört der auf zu essen? oder bezahlt der lieber seine miete nicht mehr? er kann natürlich auch in den ältesten klamotten zum vorstellungsgespräch kommen, dann muss er nicht mehr waschen oder gar noch neue klamotten kaufen.

die bewerbungstipps für anfänger finde ich auch immer super. warum glaubt eigentlich jeder, dass ein arbeitsloser deshalb arbeitslos ist, weil er zu blöd ist, eine bewerbung zu schreiben?

übrigens sind onlinebewerbungen nur dafür erfunden worden, dass man gar nicht mehr reagieren muss als arbeitgeber.

viel erfolg bei euren jobs ihr superqualifizierten bewerbungsgenies.

minni


Du wirkst frustiert!?


Sooo, wir schalten jetzt wieder einen Gang runter und stellen fest, dass bei 200 bis 500 Bewerbungen die eigene schon sehr sehr gut sein muss, um herauszustechen.
Keiner hat gesagt, dass alle Arbeitslose keinen Job haben, weil ihre Bewerbungen schlampig sind, aber ohne super Unterlagen kein Job. Diese Verhältnismäßigkeit wird wohl keiner (oder nur wieder einige wenige) bestreiten wollen oder können, oder????


das kann man bei dem gelaber ja auch werden. und am schlimmsten finde ich diese privaten arbeitsvermittler, die nix gelernt haben und noch nicht mal eine absage tippen können ohne rechtschreibfehler.
ich nenne sie nur noch bewerbungsmappensammelstelle. wahrscheinlich verkaufen die die adressen an die skl.


Ach Kinners, Arbeitssuche ist wie angeln, irgendwann kommt schon ein Fisch (sitze in Frankreich, mein Zeitvertrag läuft zum August aus, danach werde ich mich vermehren, und dann hoffentlich wieder etwas finden - muss man doch bei Zuversicht bleiben). Versucht herauszufinden was echt gesucht wird - was ihr ertragt (habe nach 6 wochen Praktikum gewusst, dass Pflege nichts ist für mich). Meiner bis jetzigen Erfahrung nach: die klassischen Ausbildungen - sowas wo sich die Leut was drunter vorstellen können - und je penibler um so besser. (Hier werden z.B. Lohnbuchhalter sehr gesucht, echt was für Liebhaber - hoffe in einem Jahr dann was zu finden).
Ach, nochwas: in Frankreich werden ausgebildete Leute (wenn ihr aus der Lehre kommt, gebt es als 3 Jahre Berufserfahrung an) in der Mechanik und in der Baubranche händeringend gesucht. Kenne grössere Unternehmen, die z.B. verzweifeln einen zuverlässigen Klempner zu finden, der wirklich schweissen kann und die Leitungen nicht mit Muffen verschraubt. Französisch kann man lernen, vor Allem das reden. Nur mal so als Piste.
Uns allen aktuellen oder künftigen Arbeitssuchenden: Zuversicht
G


Ich muss jetzt auch mal meinen Senf dazu geben und hoffe es fühlt sich niemand angegriffen.
Mein Mann hat in den letzten 5 Monaten mindestens 100 Bewerbungen abgeschickt, immer schön und ordentlich mit Mappe....... Die meisten kamen auch zurück, aber alles Absagen! :heul:
Die gleichzeitig geschalteten Gesuche waren auch seriös. Erfolg ..........
Erst als die Stellengesuche wirklich ausgeflippt waren, kamen auch 'Rückmeldungen.
Kurzes Anschreiben und Unterlagen wurden als mail verschickt :pfeifen:
Erfolg: 5 Anrufe, 5 Gespräche und er hätte bei allen anfangen können

:vertrag: :applaus:


tante ju


@minni m :

In einem Threat der den Titel "Tipps für Bewerber" trägt und in dem explizit nach der (schriftlichen) Bewerbung gefragt wird antwortet man nun mal auf diese Frage.
Und da zur Zeit, und daran dürfte sich auch in den nächsten Monaten nichts ändern, Arbeitgeber die freie Auswahl haben, darf man sich Laxheiten nicht erlauben.

Keiner hat gesagt, alle Arbeitslosen sind zu blöd um eine Bewerbung zu schreiben. Aber viele sind leider sehr nachlässig. Was ich teilweise in Unternehmen an Bewerbungen sehe ist schlicht eine Frechheit.
Und bei denen, die gleiche Qualifikationen haben, entscheidet Symphatie und Tagesform. Aber um zu einem persönlichen Gespräch zu kommen muß man erst einmal die erste Hürde nehmen. Und das ist in den meisten Fällen die schriftliche Bewerbung.

Und die bösen Chefs laden nicht jeden Bewerber ein und sagen ihm persönlich ab. Wie gemein, aber würde das für den Bewerber etwas ändern? Der Markt wird nun mal von Angebot und Nachfrage bestimmt.
Und natürlich gibt es Auswahlkriterien, bei denen eventuell auch einmal gute und potente Bewerber durch das Raster fallen.
Das Arbeitsvermittler dringend eine Art Prüfung bräuchten ist sicher richtig ( da werden Bäcker geschickt wenn Metzger gesucht werden ) aber auch hier gibt es bestimmt welche, die Ihre Arbeit ernst nehmen.

Aber in der Personalberatung lege ich dem Klienten maximal 3 handverlesene Bewerber vor, mit denen ich vorher wenigstens zwei Gespräche geführt habe. Aber um diese drei zu finden muß ich manchmal 60 Leute durchtesten. Die 57 haben dann eben nicht optimal gepasst, das ist doch keine menschliche Werung des Einzelnen. That´s the job.

Etwas mehr Objektivität täte gut, gerade in solch einem sensiblen Bereich ist Emotion fehl am Platz. Das Bewerber heute eine hohe Frusttoleranz brauchen ist richtig, aber, wie gesagt, es ist keine Wertung der Person.

Anbei noch eine kleine Checkliste


Ich arbeite seit 14 Jahren mit Arbeitssuchenden. Zuerst und habe da auch so meine Erfahrungen machen müssen. Zuerst war ich 10 Jahre bei einer (seriösen, int.anerkannten) Stellenvermittlung, danach leitete ich während 3 1/2 Jahren ein Beschäftigungsprogramm für Arbeitslose und seit Oktober letzten Jahres bin ich wieder teilzeit in der Stellenvermittlung.

Die Zeit im Beschäftigungsprogramm war oft nervlich sehr anstrengend. Die Leute wurden uns vom Sozial- oder Arbeitsamt geschickt und blieben max. 6 Monate.
In dieser Zeit unterstützen wir sie bei den Bewerbungen etc. Hatten die Teilnehmer nach Ablauf der 6 Monate nichts gefunden, wurden sie wieder vom Arbeits- oder Sozialamt unterstützt. Da war es vielen egal, ob sie nun eine Stelle hatten oder nicht. Geld bekamen sie ja so oder so.

Auch in der Stellenvermittlung merke ich oft die fehlende Motivation oder Gleichgültigkeit einiger Bewerber.
Obwohl diese eine schriftiche Liste der benötigten Dokumente bekommen, welche sie zu einem Gespräch mitbringen müssen, fehlt oft die Hälfte der Unterlagen.
Zu den Gesprächen kommen sie oft verspätet oder gar nicht. Bei den Jobs sind sie sehr wählerisch und haben dann auch meistens unrealistische Gehaltswünsche.

Zum Glück sind aber nicht alle so.
Es gibt auch Leute, die gleich beim ersten Besuch eine komplette, saubere Bewerbungsmappe abgeben und die total motiviert sind. Die jeden Job annehmen, der ihnen angeboten wird. Egal zu welchem Lohn.

Es wird auch für uns Vermittler immer schwieriger, Leute zu platzieren.

LG

Anja :blumen:


Das glaube ich dir auf's Wort!
Was würdest du denn tun, um da was zu ändern???


Zitat
Was würdest du denn tun, um da was zu ändern???


Da, wo ich jetzt arbeite, kann ich nicht sehr viel tun. D.h. ich kann versuchen, die Leute, die zu uns kommen, bestmöglich zu platzieren.
Wenn ich merke, dass die Leute unmotiviert sind, versuche ich, die zu motivieren oder bei einem Gespräch die Gründe für ihr Verhalten rauszukriegen.

Während meiner Zeit im Beschäftigungs-Programm sah es schon anders aus.
Da arbeitete ich eng mit den Ämtern zusammen. Sehr oft stellte ich fest, dass die Leute für die Ämter nur eine Art "Kostenfaktor" sind. Den Menschen selber und seine Geschichte kannten sie nicht. Da war nur wieder ein Arbeitsloser mehr, der Geld will. (Als wäre es aus ihrer eigenen Tasche....) Sie sehen oft nur, dass die Leute schon wieder keine Stelle haben und kürzen ihnen die Leistungen. WIESO die Leute nichts gefunden haben, ist ihnen oftmals egal.

Meiner Meinung nach sollten die Leute beim Sozial- oder Arbeitsamt besser geschult werden und mehr Zeit für die Personen und ihre Anliegen haben. Nur so können sie ihnen auch wirklich helfen, was ja ihre Hauptaufgabe ist.

LG

Anja :blumen:

Zitat
Die jeden Job annehmen, der ihnen angeboten wird. Egal zu welchem Lohn.


Das habe ich jetzt vor kurzem auch mal versucht ... und muss sagen, das ist wieder ein Satz mit X.

Bekommen sollte ich vom Arbeitgeber 1300,-€ Brutto wären Netto (2 Erwachsene, 1 Kind) ca. 960,-€ vom Amt bekommen wir im Moment inkl. Miete 1132,- ... die Differenz 172,-€ hätte das Amt übernommen.

Nun sind wir aber immer mit dem Geld nach Abzug von Miete, Strom, Fernwärme, etc. sooooo eben bis zum Monatsende ausgekommen. In der letzten Woche mussten wir entweder schon mit 5-10€ auskommen, oder uns auch schon mal was leihen.

Jetzt wären aber durch den Job auch Mehrkosten entstanden (Fahrtkosten zur Arbeitsstelle mit dem Zug 6,-€ am Tag, vom Amt gab es aber nur Pauschal 20 Cent pro Kilometer und da das knapp über 10km waren ca. 4,-€ am Tag macht bei ca. 20 Arbeitstagen 40,-€ Miese. Dazu kommt noch, das es ein Witterungsbedingter Job war und der Chef auch schon mal bei starken Regen die Leute nach Hause geschickt hat und wenn es 1 Stunde später wieder Sonnenschein gab, die Leute zurückbeordert hat. Das Amt hätte aber nur 1x am Tag die Entfernungspauschale gezahlt.

Das Ganze nennt sich Fahrtkostenbeihilfe, wird nur auf Antrag gezahlt und ist ein sogenannte KANN Beihilfe ... das Amt hätte den Antrag erst geprüft und hätte dann entscheiden können JA es gibt Geld dazu, oder NEIN sieh zu wie du zur Arbeit kommst.

Nächster Punkt wäre das der Arbeitgeber zum 15ten. des Folgemonats den Lohn gezahlt hätte. Das Amt aber vom Tag der Arbeitsaufnahme nicht mehr gezahlt hätte. Folglich hätten wir mit dem letzten Geld vom Amt statt 30 Tage nun 45 Tage auskommen müssen. Für die 15 Extratage hätte das Amt pauschal 15,-€ !!!! für uns gezahlt (wie gesagt 2 Erw. 1 Kind)

Noch ein Punkt: Ausrüstungsbeihilfe (bis zu 260,-€ als KANN Beihilfe vom Amt für Arbeitswerkzeug oder Arbeitskleidung falls erforderlich) Ich hätte als Autowäscher den ganzen Tag im Wasser gestanden, also hätte ich wasserdichte und auch wärmende Kleidung benötigt. War auch soweit kein Problem das beim Amt zu beantragen. Ich sollte zwar erst in Vorkasse gehen (***lach*** bis zu 260,-€ als ALG II Empfänger in Vorkasse und 4-8 Wochen laut Erfahrungsberichten von Leuten die das schon mitgemacht haben auf die Erstattung warten) nun ja, meine Fallmanagerin machte es dann möglich, das ich einen Gutschein erhalten sollte. Ich sollte lediglich Kostenvoranschläge einholen. Ich also zum Berufsbekleider ... sein günstiges Angebot Hose 117,-€, Jacke 128,80€ und Schuhe 38,90€ uppps zuviel, ich also durch die Baumärkte in unserer Stadt und siehe da .... eine Hose die wasserdicht und zugleich warm ist, hatte keiner von denen ... aber eine Jacke und Schuhe und das beste die Jacke nur 59,-€ und die Schuhe 19,90€ ... ich also überglücklich und freudestrahlend mit den Kostenvoranschlägen zurück zur Fallmanagerin ..... und ***klatsch*** der GUTSCHEIN gilt nur für ein Geschäft. Es gibt auch nur einen Gutschein, also hätte ich alles in einem Geschäft holen müssen. Somit wäre nur der Berufsbekleider in Frage gekommen ... der a ) zu teuer war und b ) hätte ich wohl auf die Schuhe verzichten müssen, da nur 260,-€ übernommen werden und kein Cent mehr.

Und wie soll man unter solchen Bedingungen noch die Motivation finden sich um einen Job zu kümmern, bei dem man weniger in der Tasche hat wie jetzt? Wovon soll man denn dann leben?

@ DerDirk

Ich verstehe Dich sehr gut!

Die Ämter machen immer alles so kompliziert. Von spontaner Hilfe kann keine Rede sein.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass die, welche diese Vorschriften und Regeln aufstellen, keine Ahnung haben, was sie da machen.

"Wir haben unser Einkommen. Die Arbeitslosen sind selber Schuld. Wir müssen nur etwas härtere Vorschriften und Regeln haben, dann vergeht ihnen die Lust am Arbeitslos-Sein."

Wie ich schon weiter oben erwähnt habe: Es fehlt die Menschlichkeit!

LG

Anja :blumen: