Tod des Vaters


mein enkerl (8 1/2) hat ihren vater durch einen schlaganfall verloren. sie ist wie immer, nur etwas überdrehter, sie ist ein sehr lebhaftes kind. sie weint nicht, redet darüber scheinbar ohne trauer. am donnerstag ist das begräbnis. wie geht man damit um? ich als oma bin hilflos, weiß keinen rat. die kleine sah ihren papa so oft sie wollte oder er sie holte. sie hatte papa sehr lieb.
weiß jemand rat?


Erst mal tut es mir leid für dein Enkelkind und wünsche ihr viel Kraft.

Meine Kinder waren damals auch so jung wie die ihren Vater verloren hatte.
Jungste 9 ältere 11.
Kinder passen sich eigentlich sehr gut an, wenn die 18 werden kommt die trauer mehr weil die doch gerne ihren Vater zeichen möchte wie oder was die alles geschafft haben.
Aber leider könnten die das nicht mehr.

Bearbeitet von internetkaas am 25.10.2005 10:43:16


MEike

Bearbeitet von MEike am 24.11.2007 12:33:48


Meine Kinder waren nicht auf die Beerdigung.


Gruß,
MEike

Bearbeitet von MEike am 24.11.2007 12:23:14


Großvater oder leiblichen Vater finde ich doch noch was anderes und wie alt warten die Kinder auf ihren Großvater beerdigung?


sie war mit im krankenhaus, durfte aber nicht mit auf intensiv.beim spaziergang sah sie einen schmetterling und meine tochter sagte ihr um diese zeit gibt es keine mehr, da meinte mein enkerl: "vieleicht ist es der papa der mich begrüßen will!" wir haben nicht verneint. wir lassen die kleine spielen und toben, haben nur angst vorm begräbnis wo alle weinen.


@hepa: kann nur aus eigener erfahrung sprechen: war 13 jahre alt, als ich auf meiner ersten beerdigung von einem mir sehr nahestehenden menschen war.
habe es nicht gerade gut verkraftet.hatte monatelang noch alpträume.

8 1/2 jahre finde ich ziemlich jung.ich weiß zwar nicht, wie "reif" dein enkelkind ist, aber ich würde es mir gut überlegen.
selbst wenn ihr mit dem kind redet, ist die beerdigung des vaters eine extremsituation, selbst für erwachsene.

eurer familie alles gute in der schweren zeit! :trösten:


hm ... ich weiß nicht, ob kinder das nicht später ihren eltern vorwerfen, wenn sie nicht auf die beerdigung mit"dürfen" und ihnen so die möglichkeit zum abschied genommen wird (noch dazu, weil der vater ja eine immens wichtige bezugsperson ist ...)

die beiden sind ja nun nicht mehr soo jung.

aber ansonsten würd ich zumindest vor der beerdigung in diese aufbahrungshalle - wenn noch keine anderen menschen dabei sind ...
denk ich mal.


Gruß,
MEike

Bearbeitet von MEike am 24.11.2007 12:21:08


also in die aufbewahrungshalle würde ich das kind ganz klar NICHT mit nehmen.
vor allem in diesem alter.
man sagt ja oft, es ist besser, man behält den toten so in erinnerung, wie er zu lebzeiten ausgesehen hat.
kinder nehmen anders abschied als erwachsene.daher sehe ich es nicht als notwendig, dass das kind seinen papa tot sieht.
denke auch nicht, dass einem das später zum vorwurf gemacht wird, wenn man erklärt, dass es zum schutz des kindes war.


Ich gehe davon aus, dass mein Beitrag gelesen wurde und gelöscht werden kann.

Bearbeitet von Strandbutscher am 28.10.2005 09:53:29


wie sieht die mutter des kindes, also deine tochter eigentlich die situation?


Erstmal möchte ich Dir sagen, daß es mir leid für Eure Familie tut. :trösten:

Wenn Deine Enkelin am Donnerstag zu der Beerdigung mitgehen möchte oder sie mitgehen soll, könntet Ihr eine Person ihres Vertrauens mitnehmen, die im Bedarfsfall, auch während der Trauerfeier, mit Deiner Enkelin fortgehen könnte, wenn es ihr zuviel wird.

In die Aufbahrungshalle würde ich sie nicht hereingehen lassen.

Alles Liebe
Bücherwurm


Zitat (chilli-lilli @ 25.10.2005 - 11:50:27)
also in die aufbewahrungshalle würde ich das kind ganz klar NICHT mit nehmen.
vor allem in diesem alter.
man sagt ja oft, es ist besser, man behält den toten so in erinnerung, wie er zu lebzeiten ausgesehen hat.
kinder nehmen anders abschied als erwachsene.daher sehe ich es nicht als notwendig, dass das kind seinen papa tot sieht.
denke auch nicht, dass einem das später zum vorwurf gemacht wird, wenn man erklärt, dass es zum schutz des kindes war.


hoppla. da hast du mich jetzt falsch verstanden. ich meinte nicht den offenen sarg. (das ist bei uns eigentlich gar nicht üblich). ich meinte eher der platz, wo der - geschlossene - sarg steht vor der beerdigung, wo die leute die möglichkeit haben, blumen hinzubringen und so.

ich finde es recht schlimm, wenn kinder in dem alter schon mit dem tod konfrontiert werden. aber auf jeden fall soll man sie in so einer situation nicht alleine lassen, denk ich mal. und ihnen aber trotzdem in irgendeiner form die möglichkeit geben, abschied zu nehmen.

Zitat (MEike)
Für mich gehört die Beerdigung dazu. Auch für die Kinder. Sie werden sich später daran erinnern, und es wird ihnen den Abschied erleichtern, auch wenn er im Moment sehr schwer ist.


das sehe ich auch so.

Jede Familie geht mit dem Tod anders um, in meiner Familie gehört der Tod mit zum Leben und das habe ich schon als kleines Mädchen mitbekommen.Bei uns lebten drei Generationen in einem Haus und als Oma krank wurde, wurde sie nach kurze Zeit im Krankenhaus, bei uns Zuhause gepflegt, es war aber auch möglich aus medizinischer sowie aus zeitlicher Sicht, alle haben mitgeholfen, auch wir Kinder.Ich war damals 8 Jahre alt und habe ihr immer die Haare gemacht.Als sie im Sterben lag, habe ich an ihrem Fußende gesessen.Aufgebart wurde sie dann auch Zuhause , zur Totenwache haben sich die Erwachsenen abgewechselt.
Bei der Beerdigung war ich selbstverständlich auch dabei.
Heute ist vieles anders, was mit dem Tod zusammen hängt wird verdrängt und man hat Angst davor,es wird ganz weit weg geschoben und man läßt vieles einfach fremde Leute machen, der Abschied findet schon oft viel früher statt ( ich behalte ihn lieber so in Erinnerung wie er gelebt hat)
Die Kinder und Jugend von heute kennt soetwas garnicht mehr und deshalb ist es auch ein Schock für sie, das dann zu Alpträume führen kann.
Es muß jeder am besten selbst entscheiden, da er auch die Erziehung der Kinder kennt und weiß wie das Kind damit umgehen kann.
Ich wünsche dir viel Kraft in dieser schweren Zeit


:trösten: also ich denke auch, es kommt darauf an, wie weit die Kinder sind, ob sie mit zur Beerdigung gehen sollten oder nicht und ob sie es selbst auch wollen. Ich durfte damals bei der Beerdigung meiner Großeltern bei beiden nicht mit auf den Friedhof und kann das meinen Eltern bis heute nicht so ganz verzeihen. Ich hätte gerne so "richtig" Abschied genommen, nicht nur zu Hause.

Sehr gut finde ich, daß Ihr ihr bei der Begegnung mit dem Schmetterling nicht widersprochen habt, ich denke, daß es ein schöner Weg ist, um mit dem Tod des Vaters fertig zu werden! Jedenfalls wünsche ich Euch allen viel Kraft in dieser Situation :trösten:


meine tochter ist genau so hilflos wie ich!
ich danke euch für die vorschläge und ideen, es hat mir sehr geholfen.
morgen fahren wir aufs land um abzulenken.


Bei uns gab es ähnliche Erfahrung wie die von Binefant.
Meine Tochter hat es uns echt übel genommen, nicht bei der Urnenbestattung ihres Opas dabeigewesen zu sein. Obwohl sie die vorherige Trauerfeier erlebt hat.

Ich würde meine Kinder mit dem Wissen , was ich heute habe, immer zu einer Beerdigung eines Menschen, der ihnen nahe stand, mitnehmen. Natürlich nur, wenn sie wollen.

Natürlich ist das eine besonders traurige Situation, aber unsere Kinder dürfen ruhig wissen, das auch wir Erwachsenen weinen und trauern.

Vor einigen Jahren, haben wir im direkten Freundeskreis ein 3 Jähriges Kind zu Grabe getragen und meine beiden Kinder waren auf der Beerdigung mit. Schließlich waren sie befreundet. Obwohl das sehr, sehr traurig war.Mein damals etwa 13 Jahre alter Sohn, war richtig Erwachsen und hat mich getröstet. meine damals ca.9 Jahre alte Tochter, hat mit einigen Schulfreundinnen sogar Blumen ins Grab geworfen.
Ich habe es nie bereut und wir reden gelegentlich heute noch davon. Nach ca. 12 Jahren .

Ganz viel Kraft und Energie,
Hexe


hallo und guten Abend zusammen,

ja, der Tod. Als ich Kind war, hatten wir eine Nachbarin, ganz klein und zerbrechlich und super süß. Die ist über 90 geworden, glaube ich und hat sich dauernd um uns Kinder gekümmert. Als ich ungefähr 8 war ist sie dann gestorben und ich durfte nicht zu ihr. Die wohnte auf dem gleichen Flur im Mietshaus. Das hat fast bis in mein Erwachsenenalter gedauert, bis ich emotional begriffen hatte, das sie wirklich tot war.

Als mein Vater starb, auch schon vor vielen Jahren, habe ich es dann anders gemacht. Wir haben ihn uns noch einmal im Sarg angesehen. Dann habe ich Unmengen von Blumen und Gestecken für die Beerdigung gekauft und dann haben wir ihn beerdigt. Als er beerdigt wurde, habe ich mir auch am Grab ganz, ganz viel Zeit gelassen. Da wurde schon der Pfaffe nervös, aber das war mir egal. Auch die Zeit, in der ich glaubte in vielen Männern, die mir auf der Straße begegneten, meinen Vater zu erkennen, war ganz kurz. Oft dauert das ein Jahr, bei mir war es nur knapp ein Monat.

Und in der Zeit direkt nach der Beerdigung habe ich mir lauter schöne, überflüssige Sachen gekauft. Und mir schöne Stunden gegönnt. Ich glaube, man könnte fast sagen, ich habe das Leben gefeiert. Obwohl ich ein Geizhals bin, habe ich das überhaupt nicht bedauert.

Ich glaube, ich würde mit dem Kind vesuchen zu sprechen und ihm den Tod erklären und welchen Einfluss das im weiteren haben wird. Und ich würde sie fragen, was sie denn möchte. Wenn das Kind es nicht weiß, dann abwarten, wie es reagiert. Ich würde es dann einfach mitnehmen und noch vor dem Friedhof und dann noch einmal vor der Kirche fragen, ob es mit will.

Jaren

Bearbeitet von Jaren am 25.10.2005 23:23:48


mein Opa ist gestorben als ich 5 war udn ich erinnere mich noch stark an das gefühl, allein "zurückgelassen zu werden als alle anderen zur beerdigung gingen"

natrülich war ich nicht wirklich allein, aber das hat mich sehr sehr lange beschäftigt

kinder brauchen einfach auch einen ort der trauer


Also ich erinner mich jetzt mal zurück..
als ich meinen Vater verloren habe war ich 11
ich muss sagen, ich hab das damals irgendwie alles nicht so richtig verstanden,
ich spürte schon traurigkeit in mir, aber irgendwie war alles NEU .. sachen die ich zuvor nicht erlebt habe..
diese Beerdigung, er wurde verbrannt.. als der Sarg abging.. diese Sachen..
irgendwie fühl ich mich gerade wie damals..
ich hab nur auf den Boden geschaut, weil ich wußte wenn ich den Sarg nicht mehr sehe ist er weg..
Und gar nicht klargekommen bin ich mit dem Leichenschmaus nach der Beerdigung.. das auf einmal alle zusammen sassen.. am essen waren und "LACHTEN" ich bin irgendwann aufgesprungen am das schreien angefangen und bin weg gelaufen..

also ich denke..
drüber reden was bei der beerdigung so passiert und was danach noch kommt...

Wünsche Euch alles Gute und Viel Kraft!


Hallo Hepa,

wie geht es Dir? Gestern war doch die Beerdigung.


ja, gerstern war sie. wir hatten mit N. nochmals über den ablauf gesprochen. wir waren morgens in der gärtnerei um uns den blumenstrauß zu nachwerfen zu holen. sie suchte mit ernster miene einen bunten strauß zusammen. dann fuhren wir los. angekommen am friedhof wollte sie bei mama und mir bleiben. sie war nicht vorne bei den eltern des vaters. sie sah genau zu was geschah, war ruhig und scheinbar gelassen. die anderen großeltern und geschwister gingen ans grab und verabschiedeten sich. dann mußte ich auf ihren wunsch zum grab und ihr zeigen wie man das macht, blumen hinunterwerfen......dann warf sie ihren strauß, blieb kurz stehen un dann war mama dran. mit ruhe verfolgte sie bis alles fertig war.
mit den großeltern vaterseits wollte sie nicht viel reden und den leichenschmaus liesen wir auch aus, sie konnte entscheiden und wollte nicht. wir warteten bis alle vom grab weg waren. N. ging nochmals hin um zu sehen ob unsere blumensträuße noch zu sehen sind, sagte: "papa haben aber viele leute lieb gehabt weil so viele blumen im grab liegen". unsere waren auch noch zu sehen und sie war zufrieden. dann gingen wir langsam zum auto und fuhren wieder nach hause. nach dem essen ging sie in den hof zum spielen als ob nichts geschehen ist und tobte mit den anderen kindern herum.
das kind hat keine einzige träne vergossen.
am sonntag fahren wir wieder zum grab den papa besuchen.

ich danke euch allen!


dem kind alles gute!!!


Hallo Hepa,

Zitat: das kind hat keine einzige träne vergossen.


Keine Panik. Das kann noch dauern bis die Information vom Kopf als Emotion in den Bauch rutscht. Ein Bild, irgend etwas, was Papa immer gemacht hat oder, oder, oder.


Das einzige Problem ist jetzt wahrscheinlich, dass es schwer sein wird, heraus zu bekommen, wann sie darüber sprechen will. Viele Kinder sagen das nicht, sondern erwarten, das die Erwachsenen es merken.
Aber vielleicht gehört sie ja zu denen, die sich äußern.

Viel Geduld wünsche ich Dir.


Möchte nochmals vorschlagen, einen Psychologen zu befragen.
Normalerweise glaubt das Kind, vom Vater verlassen worden zu sein, das kann die Seele für´s ganze Leben verbiegen.

Bearbeitet von Strandbutscher am 28.10.2005 15:41:15


ihr papa war krank und ist daran gestorben, das weiß sie!


Davon bin ich überzeugt.
Scheidungskinder wissen auch, warum sich ihre Eltern getrennt haben, trotzdem empfinden sie es als "verlassen werden".

Für sachliche Argumente ist die Seele nicht unbedingt zugänglich.

EDIT:
PM an Hepa.....

Bearbeitet von Strandbutscher am 28.10.2005 16:05:14



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