Tumor im Bauchraum: totz regelmäßiger Untersuchung.....


wurde er erst jetzt bei einer Freundin von mir entdeckt. Er soll 20cm Durchmesser haben. Stimmt es, dass Menschen ohne viel Geld Patienten 2. Klasse sind? Sie hat gesagt, dass Vorsorgeuntersuchungen im Kernspinto nicht von der Kasse übernommen werden und beim Ultraschall der Tumor nicht entdeckt wurde! Ich fasse es nicht!


das sollte, wenn überhaupt, dem untersuchenden arzt angelastet werden. ich wüsste nicht, dass normale vorsorgeuntersuchungen im kernspin gemacht werden.

ich bin keine privatpatientin. und bin weder von ärzten noch von krankenhäusern wie ein mensch zweiter klasse behandelt worden. ganz im gegenteil.


Kann schon sein, das manchen Ärzte Privatpatienten bevorzugen, aber Vorsorgeuntersuchungen im Kernspin zahlt nun mal die Gesetzliche Kasse nicht (ob es die Private tut?) ohne Beschwerden. Wäre auch nutzlos und viel zu teuer.


selbstverständlich haben ärzte privatpatienten gern. da sie mehr geld in ihre kassen bringen. großkunden oder kunden, die viel umsatz bringen, werden immer hofiert.

jedoch bedeutet es nicht, dass alle ärzte nichts mehr von kassenpatienten wissen wollen oder diese schlechter behandeln.


Mein Sohn hatte vor einigen Jahren eine Stirnhöhlenvereiterung, einige Zeit danach bekam er Schmerzen hinter den Augen. Der Hals-Nasen-Ohrenarzt überwies ihn in die Uni.
Dort sollte er für die nötige Untersuchung 140€ zahlen, weil die Kasse angeblich nur bei positiven Befund zahlte und die Uni dann auf den Kosten sitzen geblieben wäre.
Sonst hätte er wieder nach Hause gehen können. Das Geld hat er nicht zurück bekommen.
So konnte er aber gezielt behandelt werden.


Zitat (Surfina48 @ 19.11.2010 10:58:46)
wurde er erst jetzt bei einer Freundin von mir entdeckt. Er soll 20cm Durchmesser haben.

"Bauchraum" ist ein sehr weit gefasster Begriff, da gibt es Tumoren, die, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen vorausgesetzt, sehr früh entdeckt werden (z. B. gynäkologische Tumoren), aber bei anderen greifen die üblichen Routineuntersuchungen nicht so leicht.

Zitat
Stimmt es, dass Menschen ohne viel Geld Patienten 2. Klasse sind?


Nein. Zumindest nicht bei den mir bekannten Ärzten.

Zitat
Sie hat gesagt, dass Vorsorgeuntersuchungen im Kernspinto nicht von der Kasse übernommen werden und beim Ultraschall der Tumor nicht entdeckt wurde! Ich fasse es nicht!


Kernspin-Tomografien sind keine Routine-Vorsorge-Screeninguntersuchungen, die werden auch nicht von Privatversicherungen übernommen, es sei denn es gibt eine Begründung dafür (z. B. unklarer Befund bei Mammografie und Ultraschall). Die sind schweineteuer, verglichen mit Mammografie oder Ultraschall. Und wenn man so gar nicht weiß wonach man suchen soll weil keine Beschwerden vorliegen... man kann doch nicht jeden Menschen jedes Jahr routinemäßig einmal von Locke bis Socke durchschichten. Das wäre finanziell ein enormer Aufwand. Wärest du denn bereit, dafür einen höheren Kassenbeitrag zu entrichten? Einen Menschen komplett im MRT zu scannen dauert 'ne halbe Ewigkeit und die Kosten dafür lägen im vierstelligen Eurobereich. Wer soll das bezahlen?


Ultraschall ist mitunter auch etwas schwierig, speziell wenn der Patient sehr "umfangreich" ist und/oder wenn viel Luft im Darm ist. Dann kann man das eine oder andere Organ nur schwer sehen.

Für deine Freundin und dich ist es nun natürlich ein Schock- 20 Zentimeter, das ist 'n fußballgroßes Teil. Das wächst normalerweise nicht von jetzt auf gleich, das braucht lange. Obwohl, wenn ich an Fledi denke- bei der ging es rasant, dem Tumor konnte man quasi beim Wachsen zusehen... hatte deine Freundin denn keinerlei Beschwerden? Ich weiß ja nun nicht um was es ging, aber ein Tumor an der Bauchspeicheldrüse macht normalerweise irgendwann mal Beschwerden, wogegen z. B. ein Eierstocktumor durchaus mal 'ne Weile vor sich hin wachsen kann bevor er Probleme macht.

Zitat (Surfina48 @ 19.11.2010 10:58:46)
Sie hat gesagt, dass Vorsorgeuntersuchungen im Kernspinto nicht von der Kasse übernommen werden und beim Ultraschall der Tumor nicht entdeckt wurde!

Das Vorsorgeuntersuchungen im Kernspint nicht übernommen werden wusste ich auch noch nicht,
Allerdings stimmt es das ein Tumor nicht immer durch Ultraschall gesehen werden kannn....war bei mir auch so,erst durch die Kernspintuntersuchung konnte man es erkennen.
Bei mir war's zum Glück nur eine große Zyste(Pampelmusengroß) die man auch schon Tumor nennen musste.

LG Fenjala

Zitat (fenjala @ 19.11.2010 14:18:25)
Das Vorsorgeuntersuchungen im Kernspint nicht übernommen werden wusste ich auch noch nicht,

Kernspin ist sauteuer, sowas wird als Screening-Untersuchung nicht angeboten. Üblich sind Mammografie als Früherkennungsuntersuchung für Brustkrebs, die Untersuchung beim Gynäkologen (Pap-Test, Haemoccult-Test, Tastuntersuchung, ggf. Ultraschall), Darmspiegelung und wahrscheinlich noch zwei, drei andere Untersuchungen. Die KST ist viel zu aufwändig, da würde die "Kosten-Nutzen-Rechnung" in keiner Hinsicht aufgehen, weder vom finanziellen noch vom zeitlichen Aufwand. Wer auf einer regelmäßigen "vorsorglichen" Kernspintomografie besteht, kann sie sicherlich gern bekommen, aber die Kosten müsste derjenige dann selber übernehmen, wenn es keine Indikation dafür gibt. (Wer sich für die "Tarife" interessiert, möge bitte in die GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) schauen.

Übrigens, Thema "Vorsorge"... dieses Wort lässt denken, dass man mit regelmäßigen Untersuchungen verhindern kann, eine Krankheit zu bekommen. Dem ist nicht so, daher heißen diese Screenings auch nicht so sondern "Früherkennungsuntersuchung". Weil man mit den Untersuchungen zwar eine Erkrankung nicht verhindern, wohl aber frühzeitig erkennen und dann auch besser behandeln kann.

Zitat
Bei mir war's zum Glück nur eine große Zyste(Pampelmusengroß) die man auch schon Tumor nennen musste.


Selbst wenn die Zyste nur erbsengroß ist, ist's ein Tumor... diese Bezeichnung ist nicht größenabhängig. Das Wort "Tumor" an sich besagt nur, dass irgendwo "was ist, was da nicht hingehört", ohne zu werten ob es gutartig oder bösartig ist. So gesehen ist auch ein Mückenstich ein Tumor, so sagte man uns zumindest während der Ausbildung.

mir wurden zysten an den eierstöcken entfernt. bei der besprechung der operation wurde mir gesagt, dass ich mich vor dem wort tumor nicht erschrecken soll. auch ein pickel sei ein tumor, da sich etwas an dem gewebe des körpers vergrößere, was normalerweise nicht so sei.

Bearbeitet von seidenloeckchen am 19.11.2010 14:47:57


Bei mir wurden alle Untersuchungen, die im Kernspin gemacht wurden, von der Krankenkasse bezahlt.
Ich habe in diesem Jahr 5x solcher Untersuchungen gehabt.
3x wegen dringender Infiltrationen, die nur durch Kernspin vorgenommen werden konnten.
Nebenher zusätzlich 3x normale Rö- untersuchungen die erforderlich waren.
Leider, :heul: :heul: :heul:

Ich denke, dass es vom Arzt abhängig ist, wie er es zur Veranlassung ansieht. :angry:

Im obigen Fall "Tumor im Bauchraum" wäre es meiner Meinung nach erforderlich!
Ein Tumor ist in einigen Fällen schnell wachsend.
So war es auch bei mir.

Gute Besserung an Deine Freundin! :trösten:


es kommt auch sehr auf die vorgeschichte eines patienten an. so können beispielsweise akute herzbeschwerden eines patienten, der bereits herzpatient ist, spezifischer untersucht werden.

Bearbeitet von seidenloeckchen am 19.11.2010 14:57:44


Wenn der Arzt Veranlassung zu einer Kerspintumographie sah, wurde die auch bei mir gemacht und anstandslos von der gesetzlichen Kasse bezahlt. Wenn allerdings keine Beschwerden vorliegen und/oder der Arzt keinen Verdacht hat, kann ich verstehen, dass die Kasse das nicht bezahlt. Würde übrigens auch keine Private. Die möchten auch gerne eine medizinische Begründung vorliegen haben.

Wie schrecklich, dass sich der Tumor bei deiner Freundin erst so spät entdeckt wurde! Tut mir sehr leid für sie und auch für dich, als ihre Freundin.


Zitat (engelmetatron @ 19.11.2010 14:51:36)
Bei mir wurden alle Untersuchungen, die im Kernspin gemacht wurden, von der Krankenkasse bezahlt.
Ich habe in diesem Jahr 5x solcher Untersuchungen gehabt.
3x wegen dringender Infiltrationen, die nur durch Kernspin vorgenommen werden konnten.

Dann gab's aber auch eine Indikation, eine Begründung dafür. Diese Untersuchungen sind teuer und aufwändig und werden nicht "einfach mal so" gemacht, auch nicht wenn der Patient das unbedingt so will, und auch nicht als Routine-Screeningmaßnahme.

Zitat
Ich denke, dass es vom Arzt abhängig ist, wie er es zur Veranlassung ansieht. :angry:

Im obigen Fall "Tumor im Bauchraum" wäre es meiner Meinung nach erforderlich!
Ein Tumor ist in einigen Fällen schnell wachsend.
So war es auch bei mir.


Dann muss aber zumindest ein Anfangsverdacht bestehen- z. B. unklare Schmerzen, Beschwerden, auffälliger Ultraschall oder Tastbefund oder so. Ein Hausarzt schickt nicht routinemäßig jeden seiner Patienten regelmäßig zur MRT, da würde er ganz schnell Schwierigkeiten mit den Kassen bekommen. Wenn kein "Verdacht auf... (was auch immer)" besteht, dann gibt's auch keine Indikation für irgendwelche Untersuchungen.

Zitat
Gute Besserung an Deine Freundin! :trösten:


Das wünsche ich auch!

@eröffner:
eine verwandte von mir ist vor nicht allzu langer zeit mit etwas ähnlichem diagnostiziert worden. Obwohl sie privatpatientin ist, ist ihre erkrankung sehr lange unentdeckt geblieben.

Tumore sind - auf gutdeutsch - schweinehunde. Manche liegen so 'günstig', dass sie ein blinder mit dem krückstock findet, andere liegen so versteckt, dass man sie auch mit sehr guter diagnostik nicht findet.
Oder sie wachsen so schnell, dass sie bei den vorsorgeuntersuchungen 'wie aus dem nichts' auftauchen.

Es muss also nicht an unfähigen oder schludrigen ärzten oder der gesetzlichen versicherung liegen.
Mein schwieva in spe ist ein 'kassengestell' (sagt er scherzhaft) und seine krebserkrankung wird mit allem zip und zap und modernsten methoden behandelt.


Zitat (engelmetatron @ 19.11.2010 14:51:36)


Im obigen Fall "Tumor im Bauchraum" wäre es meiner Meinung nach erforderlich!
Ein Tumor ist in einigen Fällen schnell wachsend.
So war es auch bei mir.


Wir wissen ja nicht, ob das jetzt - wo der Tumor entdeckt wurde - auch gemacht wird (und ob es überhaupt nötig ist eine Kerspintumographie zu machen).
Wir wissen hier ja überhaupt nicht, um was für einen Tumor es sich handelt.....

es handelt sich um eine Endometriose im fortgeschrittenen Stadium. Ihre Gebärmutter und die Eierstöcke wurden schon entfernt :(
nun hat sie Angst, dass es irgendwann in Krebs ausartet


Zitat (Surfina48 @ 19.11.2010 10:58:46)
Stimmt es, dass Menschen ohne viel Geld Patienten 2. Klasse sind? 

Ist bei mir wie bei einigen anderen nicht der Fall.

Bei meinem Hausarzt kenne ich noch nicht mal das Wartezimmer. Das ist aber auch eine Frage der Organisation. :)

Zitat (seidenloeckchen @ 19.11.2010 14:47:39)
mir wurden zysten an den eierstöcken entfernt. bei der besprechung der operation wurde mir gesagt, dass ich mich vor dem wort tumor nicht erschrecken soll. auch ein pickel sei ein tumor, da sich etwas an dem gewebe des körpers vergrößere, was normalerweise nicht so sei.

Stimmt,mir wurde später auch gesagt das alles was nicht in den Körper gehört "Tumor genannt wird.

Ich muss gestehen das ich das mit 20 noch nicht wusste,als mir damals mein Frauenarzt sagte sie haben ein großen Tumor im Bauchaum habe ich erstmal geheult als ich zu Hause war.
Ich dachte echt das war's dann wohl und ich müsste bald sterben.....ganz schlimm wars für mich weil mein Sohn damals erst 1 Jahr alt war.

dann hat er es dir aber nicht gut erklärt. und war gefühllos. :angry:

doch die wortwahl ist heute auch anders. viele ärzte sprechen heute von einer betäubung, wenn sie eine spritze meinen. da sie wissen, dass viele leute schreckliche angst davor haben.

das wort tumor wurde kaum erwähnt. und auch sofort erklärt. alles wurde mir gut erklärt. über meine zysten hätte ich danach ein buch schreiben können. :hihi:

mein mann war deswegen nervöser als ich. vielleicht auch nur, weil er krankenhäuser verabscheut.

solche ärzte sollten mehr über die menschen lernen. und nicht nur über deren körper.


Zitat (Surfina48 @ 19.11.2010 18:28:07)
es handelt sich um eine Endometriose im fortgeschrittenen Stadium. Ihre Gebärmutter und die Eierstöcke wurden schon entfernt :(
nun hat sie Angst, dass es irgendwann in Krebs ausartet

Ich hoffe, Deine Freundin ist im Gespräch mit ihrem Arzt und lässt sich alles genau erklären.
Endometriose artet eigentlich nicht in Krebs aus (allerdings kann man natürlich Krebs bekommen, auch ohne Endometriose...).
Ich habe auch schon gehört, dass sie eben schwierig festzustellen ist. Eigentlich nur durch Bauchspiegelung.

Aber auch darüber sollte Deine Freundin mit ihrem Arzt sprechen. Wie soll er sonst wissen, was sie für Aengste hat, was sie fühlt etc...?


Kostenloser Newsletter