Wintervögel: wie oft und wieviel soll man füttern?


Unsere "Draussenvögel" bekommen seit ein paar Tagen Futter hingestreut. Das ging auch erst ganz gut...morgens ein paar Hände voll haben gereicht bis zum nächsten Tag. Vorgestern saßen sie dann Abends unter dem Futterhaus und warteten auf die nächste Ration...es war auch wirklich alles weggefuttert. Gestern fingen die Amseln schon um 15 Uhr an kläglich zu piepsen...es war wieder alles weg...also hab ich wieder ein paar hände voll hingeworfen und jetzt sitzen sie schon wieder und piepsen...Ok,es sind wirklich eine Menge Vögel und es sind auch ein paar richtig große dabei...z.b. Tauben,Eichelhäher und Elstern...die brauchen ja sicher viel Futter.
Aber,ist es ok wenn ich die Vögel 3-4 mal täglich füttere?Ich denke das durch immer mehr Futter ja auch mehr Vögel angelockt werden und wenn zuviele auf einem Haufen sitzen,das sich dann auch Krankheiten schneller übertragen können.
Die Nachbarn füttern übrigens auch...also ich denke nicht wirklich das die Vögel verhungern werden. Ich kann das nur nicht ab wenn sie suchend und traurig piepsend über den Rasen laufen.


Mein Futterhaus fasst ca. 3 Kilo Streufutter, das musste ich nach 3 Tagen schon wieder auffüllen. Das meiste holen sich allerdings die Eichelhäher die zum Hamstern neigen und an anderer Stelle Vorräte anlegen.
Amseln, Grünfinken usw. nehmen ihr Futter lieber am Boden auf. Sie holen sich das, was andere Vögel herunter werfen, so geht nichts verloren.

Vögel merken sich ihre Futterstellen, insbesondere Rabenvögel die im Winter Schwärme bilden. Allerdings verbleiben sie nie lange an einer Futterstelle, sondern fliegen ständig ihr Revier ab. So können sie neue Futterstellen erschließen und gegebenenfalls den Ausfall eine Futterstelle kompensieren. Auf keinen Fall warten sie an einer Futterstelle bis sie etwas bekommen, so wie Hunde oder Katzen es tun. Ein Vogel muss sich ständig bewegen und ständig fressen. Wenn er im Winter früh nicht innerhalb einer Stunde etwas findet, setzt er sich ganz ruhig hin und stirbt.


es liegt ja schrecklich viel schnee. und wenn das futter in den schnäbeln landet, haben die vögel auch hunger. ich würde ihnen noch mehr anbieten. wenn alles fort ist, werden sie wegfliegen. und immer wieder kommen, um nachzuschauen.

auf unserer terrasse hat mein mann ein gerüst aufgestellt. dort können wir leicht meisenknödel und anderes futter einhängen und einfüllen. es ist rege besucht und rasch leer. dort wird kein körnchen verschwendet. :hihi:


Ok,also kann und soll ich immer wieder auffüllen wenn sie das Futter weg haben? Dann hab ich das ja richtig gemacht...habe den Piepsern nämlich heute mittag noch was hingestreut und werde ihnen nachher noch ein paar Hände voll hinstreuen. Allerdings guck ich gleich mal wo ich günstig einen großen Sack Futter kriegen kann denn hier im Ort sind die 25-kilo Säcke doch sehr teuer finde ich.


Mach dir mit den Krankheiten keine Sorgen. Vögel sind keine Menschen und niesen sich gegenseitig an ;) die Piepmätze haben eine Betriebstemperatur um die 45°. Das überlebt kaum ein Krankheitserreger. Diese Wärme muss aber auch irgendwo herkommen, daher ist es gerade bei den Minustemperaturen sehr sinnvoll, zu füttern, damit sie die Nacht überstehen.

Achte beim Futter nur darauf, dass du es ordentlich und luftdicht lagerst, denn leider schleppt man sich so schnell mal die Lebensmittelmotten ins Haus. Was auch sehr praktisch ist, sind große Fettblöcke, die kriegt man in Zoohandlungen oder über Versand (Vivara), die halten ein bisschen länger und du musst nicht so viel Zeug ausstreuen.

Eine wirklich tolle Seite ist die Wildvogelhilfe:

http://www.wildvogelhilfe.org/winterfuette...fuetterung.html

Da findest du wirklich alles über die Winterfütterung - was du anbieten kannst, wann du am besten fütterst, welcher Vogel was frisst. :blumen:


Zitat (Unicorn68 @ 02.12.2010 15:39:33)
Ok,also kann und soll ich immer wieder auffüllen wenn sie das Futter weg haben?

Wenn Du das Futter auf den Boden streust solltest Du öfter mal kehren. Für die Bodenfütterung kann man auch einen Blumenuntersetzer nehmen und zum Schutz einen Gartentisch oder Stuhl darüber stellen. Amseln lieben Rosinen oder Äpfel, Meisen nehmen auch gern ungesalzene Nüsse. Etwas Fettfutter sollte auch dabei sein, Meisenknödel immer gut festbinden, sonst mopsen Spechte und Elstern sie im Ganzen. Das Futter sollte auch nicht ausgehen, weil Vögel immer etwas brauchen.

Draussenvögel sind nun mal kein Panoptikum oder Voliere, beobachtbar verlagert. ;)
Zaunkönig, Meisen und Co. reicht hier eine ganz normaler Vogelhäuschenfütterung, ein paar Nüsse und getrocknetes Frischobst dazu.
Wir schrauben das Häuschen im Frühjahr ab und im Spätherbst wieder dran, so läuft das. :)


Wir können den Vögeln draußen nur noch Meisenknödel und solche Sachen anbieten, die man an Bäume (insebondere an dünne Äste) hängen kann. Im vorletzten Jahr saß nämlich die Nachbarskatze im Vogelhäuschen und hat alle Vögel verschreckt. Wer weiß, was sie sonst noch angestellt hat ...

Ich vermisse aber das Gewusel rund ums Vogelhäuschen und würde, wenn ich könnte, auch richtig viel füttern.


WiBe, es gibt viele Hängevorrichtungen, die du katzensicher an Hauswand (in sicherer Entfernung von großen Fenstern) oder in Bäumen befestigen kannst. Futtersäulen oder überdachte Spieße für Fettblöcke. Die kriegt man auch in relativ groß, wenn du viel füttern möchtest. Nur checken, wie die Dinger funktionieren, das müssen die Vögel erstmal, das kann leider etwas dauern. ^_^


Vielen Dank für die Tipps - da werde ich mich wohl doch mal wieder umsehen. Ich wusste gar nicht, was es da alles für Möglichkeiten gibt und habe wohl zu schnell aufgegeben.

Liebe Grüße
Wilhelmine


Wenn man im Winter anfängt zu füttern, sollte man auch konsequent den ganzen Winter füttern (vorausgesetzt, der Boden ist gefroren und (oder) es liegt Schnee).
Wenn sich die Vögel erst mal an die Futterrationen gewöhnt haben, sind sie darauf angewiesen; sie orientieren sich dann nicht mehr nach anderem Futter um und würden bei Futterstopp verhungern.

Ciao
Elisabeth


Das ist so nicht wirklich richtig. Ornithologische Langzeitstudien seit den späten Achtzigern belegen, dass Vögel ausgelegtes Futter immer nur als Zusatz nehmen. Heißt, sie suchen was sie in der Natur finden können, und wenn das nicht genug ist (was durch die moderne Landwirtschaft und Raubbau an Wald und Flur leider nicht nur im Winter so ist - was jeder merkt der im Sommer Auto fährt und sich über die fehlenden Insektenbrei auf der Windschutzscheibe wundert, den es früher immer gab), dann stocken sie an Futterstellen auf. Brauchen sie keine Extranahrung, holen sie sich die auch nicht. Und sie werden auch nicht abhängig davon.

Oh, und WiBE: Zu katzensicherem Füttern hab ich hier noch einen Link von der Wildvogelhilfe :blumen:

Bearbeitet von witch_abroad am 03.12.2010 14:55:52



Kostenloser Newsletter