Schlaganfall: Ängste


Ich hatte vor drei Jahren einen Schlaganfall.Es war sehr schlimm, seit dem habe ich Angst wieder einen zu bekommen. Es geht mir nicht aus dem Kopf:Mein Neurologe sagt,ich müsse damit Leben: Man sieht es auch an meiner Gangart und meines Sprechens.0k damit Lebe ich.Auch wenn ich Leuten erklären muss warum dies und jenes nicht so geht. Aber die Angst macht mich fertig.


Hi Anna,
schon mal darüber nachgedacht, in eine Selbsthilfegruppe zu gehen? Das Problem hast nicht nur du, sondern viele Menschen haben diese Ängste, wenn sie von einem Schicksalsschlag (oder eben einer plötzlich auftretenden Krankheit) getroffen werden. Vielleicht findest du dort Ansprache und Tips, wie man besser damit umgehen kann.


Danke für die schnelle Nachricht.Leider wohne ich auf dem Lande; Da gibt es solche Angebote nicht.In die Stadt fahren, nun es fährt nur zwei mal am Tag ein Bus:Nee,das ist nicht so einfach.Aber du hast mir zu gehört das ist ja auch schon was.Danke Anna60


Ich weiß nicht, wie es finanziell bei Dir aussieht, aber vielleicht kannst Du es dir ja leisten, ein mal im Monat oder alle zwei Monate (Selbsthilfegruppen treffen sich ja nicht täglich), eine Strecke mit dem Taxi zu fahren - Hinweg mit dem Bus, Rückweg mit dem Taxi.
Oder vielleicht hast du nette Nachbarn, die dich fahren würden? Angehörige? Freunde?


Liebe Anna,

ich selbst erlitt im Herbst 1997 zwei Schlaganfälle in kurzer Folge.- Der zweite war fast tödlich, vielmehr: man hat mich nochmal zurückgeholt.- Dem Ganzen folgte eine halbseitige Lähmung, ich konnte kaum sprechen.
Nach 3 Wochen im Krankenhaus sahen sich die Ärzte außer Stande mir noch zu helfen, und ließen mich nach nachhause bringen.- "Restlaufzeit" damals für mich war bis Weihnachten 1997.- Ich wurde daheim gepflegt durch einen Pflegedienst, und natürlich durch meinen Mann.- Irgendwann bekam ich jedoch die Kurve aus eigener Kraft, und dank meines eiserenen Willens kam ich Stück für Stück in's Leben zurück.- Mußte ALLES selbst wieder lernen.- Es war ein harter Weg, auch Heute noch nicht ganz beendet.
Wer jedoch nicht weiß, was ich hinter mir habe, sieht es nicht direkt.- Die Angst...ja ein ständiger Begleiter bei
irgendwelchen Ungewöhnlichkkeiten, die die Motorik betreffen, die Sprache, oder auch 'nur' starke Kopfschmerzen.
Diese Angst gilt es, im Zaum zu halten.- Denn Angst ist der Nährboden für jedwede Erkrankung.- Man sollte nicht ständig in sich hineinhorchen, und bei Allem gleich das Schlimmste befürchten.- Symptomen, die anhalten, sollte man mittels medizinischer Untersuchung nachgehen.- Aber: außer, Dich vernünftig zu ernähren, auf Genußgifte zu verzichten, für regelmäßige Bewegung zu sorgen, und möglichst unnötigen Stress zu meiden, kannst Du nicht "vorbeugen".- Was uns zugemessen wurde gesundheitlich, wissen wir Alle nicht im voraus.

Es ist schwer, sich und seinen Zustand zu akzeptieren.- Gesunde Angst gehört zu unserem Leben, um uns nicht übermütig zu machen.- Aber: gib der Angst nicht zuviel Raum in Deinem Leben!!!- Der gebührt ihr einfach nicht, und frißt nur Kraft.

Du schaffst das...und bist nicht allein...das liest Du ja nun!

Ich wünsche Dir die Kraft der Zuversicht.- Ganz liebe Grüße...Isi


Hallo Anna :-)

Ich habe eine ahnung was Du durch gemacht hast, ich habe meine Mutter nach ihrem Schlaganfall gepflegt und auch durch meine Ausbildung zur Sozialassistentin habe ich mich mit dem Schlaganfall auseinander setzen müssen oft.

Hast Du schon mal im Internet nach Foren gesucht die sich mit dem Schlaganfall beschäftigen ? Es gibt viele Themenforen, bestimmt auch zum Schlaganfall. Da findest Du dann viele Gleichgesinnte mit den gleichen Problemen oder zumindest ähnlichen.

Liebe Grüße und viel Kraft, Kerstin


Ich danke dir recht Herzlich.Jetzt für ich mich nicht so allein.Danke .anna60


Hier Anna ,vielleicht ist das was?

http://www.das-schlaganfall-forum.de/ vielleicht kannste dich da austauschen mit Betroffenen!Alles Gute und hier hört dir im Forum auch fast jeder zu! :blumen:


Hallo Anna,

ohne dir zu nahe treten zu wollen... hast du schon mal in Erwägung gezogen, dir professionelle Hilfe bei einem Psychologen zu suchen? Die sind nicht nur für "Macken" wie Psychosen, Phobien und dergleichen zuständig sondern auch dafür, den Menschen aufzuzeigen wie sie mit ihren Ängsten nach einem Schlaganfall, Herzinfarkt oder auch einer Transplantation leben können, ohne diese Angst zu übermächtig werden zu lassen.


Oder wenn Du religiös bist, dann kannst Du auch mit Deinem Pfarrer reden. Die hören einem auch zu, und können einem dadurch Kraft geben. Ist nur ne Idee als Alternative - weil Kirchen gibts ja auch auf dem Land. :-)


Hallo




vieleicht kann man dir hier helfen

***Werbung für eigene Homepages und insbesondere Foren bitte nur auf dem persönlichen Profil!****
drücke dir feste die daumen

Bearbeitet von Cambria am 16.01.2011 16:22:51


Hey Anna 60 -ich möchte dich ein bischen beruhigen-das ein Schlaganfall ein 2tes mal auftritt -ist fast so gut wie unmöglich,wenn du dich an die anordnungen deines Arztes hälst-Tabletten-Ernährung etc.-glaube mir ich bin Pflegehelferin im Altenheim und bei uns kommt das so gut wie gar nicht vor.



Viele Grüße und mach dir nicht so viele Sorgen-den das verringert dein Lebensgefühl,weil du nicht mehr geniessen kannst.


@punklive: Da muß ich Dir widersprechen!- In vielen Fällen wird der erste, meist leichtere!, Schlaganfall nicht richtig bemerkt.- Und der zweite folgt mehr als oft dann recht heftig!- Bei älteren/alten Menschen fällt das teils nicht gleich auf, da dies durch andere Grund-Erkrankungen evtl. überdeckt wird.

Kommt auch auf die Ursachen an; kann man nicht einfach so pauschal schreiben, wie Du es tust, sorry.- Und ICH weiß aus eigener Erfahrung, wovon ICH schreibe.

Liebe Grüße...Isi


Liebe Anna :trösten:
ich habe durch einen Verkehrsunfall einen Schlaganfall erlitten... der Sicherheitsgurt hat mir so blöde die Schlagader abgedrückt, dass sich ein Gerinnsel bilden konnte, das dann im Gehirn landete. Folge war neben allen anderen Unfallverletzungen auch noch eine Halbseitenlähmung....also erst mal Rollstuhl... aber mit eisernem Willen habe ich alles wieder neu gelernt, nur die Feinmotorik lässt sehr zu wünschen übrig.... aber hey, ich lebe!
Und dieses Leben, das mir sozusagen geschenkt wurde, will ich auch genießen, soweit es geht und vernünftig ist.

Ängste... wer hat die nicht hin und wieder....man darf sich nur nicht von ihnen einnehmen lassen. Und selbst wenn es einen wieder treffen sollte.... kannst du es verhindern, indem du ständig Angst davor hast? Nein!
Sprich mal mit dem örtlichen Pastor, die haben üblicherweise eine gute Seelsorger-Schulung und können auch gut helfen. Und wenn du dich um eine Selbsthilfegruppe bemühst, stellst du vielleicht fest, dass jemand, der nahe bei dir wohnt, auch dorthin fährt und dich mitnehmen würde. Die Welt ist so klein, nur merkt man es oft gar nicht.

Ich wünsche dir viel Mut und Kraft, einen guten Weg aus deinen Ängsten zu finden. Du wirst sehen, wenn man erst mal den ersten Schritt gemacht hat, ist der Weg gar nicht mehr so schlimm.

Viele liebe Grüße von Arabärin :blumen:


Liebe Anna, liebe Isi, liebe Arabärin,

ich wünsche Euch allen Dreien die Kraft, die Erinnerung an Eure Erkrankung in Euren Köpfen "nach hinten" zu verbannen, damit Ihr Euer Leben täglich aufs Neue genießen könnt :trösten: .Das ist sicherlich schwer, weil bei jeder von euch vermutl. das eine oder andere Handycap zurückgeblieben ist, das Euch täglich an die lebensbedrohliche Krankheit erinnert.

Anna, ich hatte Gottseidank noch keinen Schlaganfall. Aber der Rat, eine Selbsthilfegruppe zu besuchen ist wirklich Gold wert. Das kann ich Dir aus eigener Erfahrung (aber in Bezug auf eine andere Erkrankung) nur dringend anraten! Vielleicht kommst Du über Omanates Forumlink oder über Josis Gehirnschlag-Forumlink in Kontakt mit Betroffenen aus Deiner Gegend. Du wirst bestimmt nicht die einzige aus Deiner Gegend sein, die einen Schlaganfall hatte... Du weißt es nur noch nicht, weil in der Regel jede® das "Geheimnis" für sich behält.
Bitte, wenn es Dir gesundheitlich möglich ist, wende Dich ganz offensiv an andere Schlaganfallbetroffene! Allein die Erfahrung, daß andere dieselben Erfahrungen gemacht haben hilft Dir weiter, ehrlich!

Ich möchte Euch in diesem Thread aber noch von meinem ehemaligen Kollegen erzählen, ein junger Mann von höchstens Mitte 30. Am letzten Freitag mußte ich hören, daß dieser Kollege einen Schlaganfall hatte und noch immer im Krankenhaus liegt. Soweit scheint sich alles stabilisiert zu haben, allerdings hat er wohl noch Probleme mit der Sprache. Ich bin weitaus älter als er, und ich frage mich, warum gerade diesen jungen Mann dieses Schicksal treffen mußte. Ex-Kollege ***: gute Besserung :blumenstrauss:


Hi, Anna,

zur Verhinderung eines 2. Schlaganfalls müsste dein Blutdruck in jugendliche Bereichen hineintherapiert werden, ein eventueller Diabetes mellitus zuckermäßig im Normbereich sich bewegen, gefäßentkalkende Medikamente vom Statintyp, niedrigdosiertes Aspirin eingenommen werden und eventuelles Rauchen eingestellt werden. So bekommst du nie wieder einen Schlaganfall !


um das ich wieder meine sprache und das schreiben lernte nach einen schlaganfall habe ich mir ein forum eröffnet
vieleicht kann der andere was da raus gebrauchen, ich habe sehr viel ängste ab gebaut und mein kopf konnte sich "wieder füllen",
meine Geschichte habe ich dort auf geschrieben, wer sie lesen möchte ist herzlich eingeladen.


***Werbung für eigene Homepages und insbesondere Foren bitte nur auf dem persönlichen Profil!****

lg.maigloeckchen

Bearbeitet von Cambria am 16.01.2011 16:24:16


Hallo, maiglöckchen Josi,

erstmal herzlich willkommen hier :blumenstrauss: !

Ich freue mich, daß Du Dich wieder so gut bekrabbelt hast. Deine Geschichte (und auch die Geschichten von Anderen im Schlaganfallforum) fand ich erschütternd :heul: . Wie mag sich ein Mensch fühlen, der voll im Leben stand und plötzlich alles oder zumindest vieles neu erlernen muß, was er früher wie selbstverständlich erledigt hat? Nein, ich möchte es selbst nie erfahren müssen, aber dasselbe wünsche ich natürlich auch allen anderen! Nur ist das Leben leider kein Wunschkonzert, und es passiert, was das Schicksal mit uns allen vorhat :huh:.

Liebe Grüße an Dich und auch an die anderen hier in diesem Forum, deren Leben sich von der einen Minute zu der anderen völlig geändert hat. Gabybambi

Edit: ich hatte "Glück" und konnte Josis Link noch anklicken - sorry, Cambria.

Bearbeitet von Gabybambi am 16.01.2011 17:27:40


Liebe gabi

du hast recht das leben ist kein wunschkonzert, aber jeder der noch die kraft hat und sich wieder einigenmassen berappelt solt´lte wieder sein neues leben mit allen hindernissen annehmen, denn des begleitet dich so oder so.

Die angst wird dein ständiger begleiter sein, angst hat aber auch den vorteil das man besser auf passt.
man muss das leben von zwei seiten sehen....so kommt man auch am ziel.....nämlich das leben zulieben

lg.maigloeckchen


Zitat (Josi59g @ 16.01.2011 18:26:11)
... Die angst wird dein ständiger begleiter sein, angst hat aber auch den vorteil das man besser auf passt.
man muss das leben von zwei seiten sehen....so kommt man auch am ziel.....nämlich das leben zulieben

lg.maigloeckchen

Ja, die Angst gehört zum Leben, da hast Du recht! Angst ist zwar fies, aber sie ist auch ein ganz wichtiges Gefühl, das wir uns alle bewahren und niemals wegschieben sollten. Angst zu haben hat nichts mit feige sein zu tun! Angst schützt uns vor Gefahren, oder sie macht uns wenigstens vorsichtig und auf mögliche Gefahren aufmerksam, deshalb *daumen hoch* für Deine Einstellung zu der "ollen" Angst. Sie möge aber bitte nicht Dein Leben "regieren".... Josi und alle anderen in diesem Thread: Ihr wißt, wie ich das meine :trösten: .

Edith ist zuuu vergeßlich: schön Josi, daß der Link zu Deiner Web-Site jetzt in deinem persönl. Profil ist.

Bearbeitet von Gabybambi am 16.01.2011 18:56:47

ich habe ein schönes zitat gefunden

Zufriedenheit ist der Stein der Weisen, der alles in Gold verwandelt das er berührt

Benjamin Franklin


lg.josi59g


@ isi angmut: dann muss ich mich entsc huldigen-bin erst seit 1,5 jahren in ausbilödung und hatte da nur einmalige situationen-so sorry...


@Punklive: Kein Thema, Mädel!- Ist o.k. für mich.

Nur: bei solchen Erkrankungen sollte man sich doch hüten, mal ganz schnell, ganz pauschal Etwas von sich zu geben, was u.U. einer fundierten Kenntnis entbehrt.- Gilt nicht nur für Deinen Beitrag dazu.

Schönen Tag, liebe Grüße...Isi



Kostenloser Newsletter