Die Jugend von heute


Ja, dieses Thema gibt es ja alle Jahre wieder, aber nachdem ich heute erneut eine Artikel gelesen habe, dass es Arbeitgeber schwer haben, geeignete Auszubildende zu finden (Zeitungsbericht), frage ich mich, ob die Jugend von heute wirklich so schlecht ist. Da ist von schlechter Allgemeinbildung und von sozialer Inkompetenz die Rede. Ist das wirklich so? Natürlich fällt es mir in Bus und Bahn auch auf, dass sich die Sprache schon sehr verändert hat und auch der Umgangston nicht der beste ist - aber ist das bei der Mehrheit der Jugendlichen so oder reden die Medien immer nur über einen kleinen Teil?

Da meine Enkel wirklich gut erzogen sind und ich aus einer ländlichen Gegend komme, bin ich nun auf eure Meinungen zu diesem Thema gespannt. Ich habe die Frage auch in einem anderen Forum gestellt und hoffe auf zahlreiche Antworten.

Liebe Grüße,
Wilhelmine


Hallo WiBe,

das mit dem Finden geeigneter Auszubildender ist nicht unbedingt von der Erziehung abhängig, sondern vielmehr von der Bildung, die ein junger Mensch mitbringt. Vielfach hapert es an den grundlegenden Dingen wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Natürlich ist die Chance, das Kinder mit besserer Erziehung auch einen höheren Bildungsstand haben, aber das gilt nicht uneingeschränkt!
Natürlich braucht ein junger Mensch für bestimmte Berufe auch ein gewisses Erziehungsniveau, aber es gibt auch Berufe, da kommt man zwar ohne Erziehung aus, braucht aber ein Mindestmass an Bildung.

Und das Fehlen dieses Mindestmass ist das, was immer häufiger bemängelt wird.

Jemand, der nur sehr schlecht Lesen, Schreiben und Rechnen kann, kann sicherlich nur schlecht ausgebildet werden, egal in welchem Beruf.
Jemand mit schlechter Erziehung wird sicherlich keinen Beruf mit viel Kundenkontakt bekommen, aber Berufe ohne Kundenkontakt sind (bei vorliegender ausreichender Bildung) sicherlich eine Alternative.

Gruß

Highlander


Zitat
frage ich mich, ob die Jugend von heute wirklich so schlecht ist


Definitiv nein, die meisten Jugendlichen sind gute Staatsbürger.

Es gibt leider eine ganz Menge Jugendliche, die Erziehungs-und Bildungsdefizite haben.

Da muss etwas getan werden.

Zitat (Sparfuchs @ 01.03.2011 12:39:54)
Definitiv nein, die meisten Jugendlichen sind gute Staatsbürger.

Die meisten schon, aber ich finde schon, dass die "empathischen Fähigkeiten" offenbar immer mehr nachlassen, augenscheinlich gerade bei Kindern/Jugendlichen, die sich in Gangs zusammenrotten. Guckt Euch nur mal diese U-Bahn-Schläger an. Alle so zwischen 13 und 20 Jahren und alle extremst gewaltbereit ohne Mitgefühl. Gestern war noch ein Bericht im TV, da bekam man wirklich richtig Angst!! Vielleicht gab es "sowas" immer schon, aber ich finde doch, dass das Ganze extreme Ausmaße annimmt. :unsure:

Und dann diese "Null-Bock-Einstellung" z. T.! Ich finde schon, dass die extremer ist als zu der Zeit als ich in dem Alter war. Viele kennen einfach keine Regeln und wollen diese auch z. T. gar nicht kennen. Und ja - Azubis finden ist offenbar sehr schwer, denn einige sind offenbar nicht mal mehr in der Lage (oder gewillt) "Guten Tag" zu sagen und/oder einem sogar die Hand zu geben etc.!

Natürlich kann man nicht verallgemeinern! Andere Kinder/Jugendliche sind wiederum das Gegenteil. Ich finde z. B. auf der anderen Seite ist der (Lern-)Druck heute größer als bei uns damals und es gibt genug junge Leute, die echt höflich und zuvorkommend sind. Und auch mindestens genauso reif (wenn nicht reifer :wub: ) als wir es damals waren. (Ok, "damals"... :D Ich bin auch erst 36.)

Und ich habe das Gefühl, dass es ein Stadtkind/Landkind-Gefälle gibt. Ich für meinen Teil bin jedenfalls froh "auf dem Land" zu wohnen und nicht in den großen Städten, vor allem Berlin, Hamburg, Frankfurt....!! Hier ist die Welt, glaube ich, noch einigermaßen in Ordnung.

Ich denke, die Jugend/Kindheit ist heute ganz anders als vor 20, 30 oder gar 40 Jahren!! Z. T. schwerer, z. T. leichter. Ich habe oft das Gefühl, dass die Leute früher (in den 50er, 60er, 70er Jahren) allgemein glücklicher waren als heute. Jeder hatte offenbar mehr Zeit für den anderen und es stand nicht jeder unter diesem tierischen Druck. Ich denke, das ist für Kinder/Jugendliche auch nicht gut.

Ganz ehrlich gesagt: Ich für meinen Teil bin jedenfalls froh, dass ich zu dieser Zeit kein Kind bin.

Gruss
Krötilla

Aus meiner täglichen Erfahrung merke ich, daß es bei vielen Jugendlichen/ jungen Erwachsenen mangelt.

Ein freundlicher Gruß, wenn man ein Patientenzimmer betritt, sollte doch nicht zu viel verlangt sein... Ist für mich (36) selbstverständlich.
Manchmal frage ich mich allerdings, ob das mangelnde Höflichkeit bei den jungen Leuten ist, Faulheit (über was anderes zu reden als sich selbst) oder schlichtweg Unsicherheit. Das alles hat in meinen Augen mit Erziehung zu tun.
Das nötige Grundwissen fehlt teilweise leider auch. (Wer kann nicht im Kopf schnell 4x60 rechnen?). Wenn dann noch das Engagement fehlt ist "der Ofen aus".
Als Ausbildender Betrieb möchte man sich so ein Ei nicht ins Nest legen.

Zum Glück gibt es auch genügend andere Beispiele. Jugendliche/junge Erwachsene, die mit gutem Beispiel voran gehen und durch ihre Lernwilligkeit, Engagement und Ausdauer ein Vorbild für Andere ihrer Generation sind!


Bei einer Arbeitsprobe von Realschülern war das Kopfrechnen fast ein Frendwort.
Die zuständige Lehrkraft beanstandete unsere Forderung, das seien Aufgaben für einen Rechner, nicht für den Kopf. Beispiel 10 % vom Durchmesser. 15 % von 84. An einer Drehmaschiene muß man sowas im Kopf können, da die Plausibilität überprüft werden muß. :wallbash:


Zitat (Highlander)
Natürlich ist die Chance, das Kinder mit besserer Erziehung auch einen höheren Bildungsstand haben, aber das gilt nicht uneingeschränkt!
Natürlich braucht ein junger Mensch für bestimmte Berufe auch ein gewisses Erziehungsniveau, aber es gibt auch Berufe, da kommt man zwar ohne Erziehung aus, braucht aber ein Mindestmass an Bildung.

Und das Fehlen dieses Mindestmass[B][U] ist das, was immer häufiger bemängelt wird.

Jemand, der nur sehr schlecht Lesen, Schreiben und Rechnen kann, kann sicherlich nur schlecht ausgebildet werden, egal in welchem Beruf.

Ich will ja nicht pingelig sein, aber bevor man sich über die schlecht schreibende Jugend beschwert, sollte man vielleicht selbst seinen Text mal auf Schreibfehler überprüfen. Dann fällt einem zum Beispiel auch auf, dass eine Chance besteht (und nicht ist) oder dass das Fehlen des Mindestmaßes im Genitiv stehen muss. ;)
Wie du sehen wirst, Highlander, macht eben jeder mal Flüchtigkeitsfehler. Das Alter spielt dabei keine Rolle.

fnü,

Du darfst alle Fehler, die Du gefunden hast, behalten. Gibt zusätzlich 10 Gummipunkte.

Ausserdem geht Deine Antwort am Thema vorbei. Es geht ja nicht um Flüchtigkeitsfehler sondern um Erziehung und Wissen im Allgemeinen.

Gruß

Highlander

Bearbeitet von Highlander am 02.03.2011 09:45:39


Zitat (alter-techniker @ 02.03.2011 01:44:06)
Bei einer Arbeitsprobe von Realschülern war das Kopfrechnen fast ein Frendwort.
Die zuständige Lehrkraft beanstandete unsere Forderung, das seien Aufgaben für einen Rechner, nicht für den Kopf. Beispiel 10 % vom Durchmesser.  15 % von 84.  An einer Drehmaschiene muß man sowas im Kopf können, da die Plausibilität überprüft werden  muß.    :wallbash:

Dafür könne die Schüler gar nichts, Kopfrechnen wird heute kaum noch gelernt, leider.
Ich sehe das bei meinen Kindern. Dabei braucht man Kopfrechnen um überschlagen zu können bzw. auch ein Gefühl für die Zahlen zu bekommen. Selbst das 1x1 wird nicht mehr wie früher gelernt.
Da werden nur noch die reinen Zahlenreihen gelernt, bei uns wurde das noch so gelernt:

1x6=6, 2x6=12..... heute: 6, 12

Wenn man dann fragt was ist 7x6 gehen die teilweise die Zahlenreihen durch :labern:

Überhaupt habe ich das Gefühl, das heute vieles unnötig kompliziert gemacht wird.

Wir sind ja schon soweit das den Computern alles geglaubt wird und danach gehandelt wird.

Sohnemann 17Jahre wollte im Supermarkt CD-Rohlinge kaufen. An der Kasse wird der Kassiererin angezeigt, das diese Rohlinge erst ab 18 sind rofl Er bekam die Rohlinge nicht, hat sich geärgert und in einem anderen Laden gekauft. Ja wenn die Kasse sagt ... rofl

Bearbeitet von Sparfuchs am 02.03.2011 09:56:58

Zitat (Blattlaus @ 01.03.2011 21:27:22)
Aus meiner täglichen Erfahrung merke ich, daß es bei vielen Jugendlichen/ jungen Erwachsenen mangelt.

Ein freundlicher Gruß, wenn man ein Patientenzimmer betritt, sollte doch nicht zu viel verlangt sein... Ist für mich (36) selbstverständlich.
Manchmal frage ich mich allerdings, ob das mangelnde Höflichkeit bei den jungen Leuten ist, Faulheit (über was anderes zu reden als sich selbst) oder schlichtweg Unsicherheit. Das alles hat in meinen Augen mit Erziehung zu tun.

Ich denke auch, das ist einfach z. T. fehlende Erziehung.

Man bekommt den Eindruck als dürften die lieben Kleinen heute bei vielen Eltern tun und lassen, was sie wollen. Grüßen, Handgeben, Danken, Auf-Wiedersehen sagen - alles freiwillig. Wenn das Kind nicht will, will es nicht.

Kinder können und dürfen sich heute immer und überall so benehmen, wie sie wollen. Keiner sagt was, um das Kind in seiner Entwicklung und Freiheit nicht zu beschränken.

Und wenn die Kinder dann 17 oder 18 sind, wundert man sich, dass Benimmregegeln fehlen oder die Jugendlichen einfach das durchsetzen und tun, was sie wollen - und nur das. Aber die kannten das doch zum Teil nie anders. Wie heisst es so schön, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr (oder so ähnlich).

Gruss
Kröti

Bearbeitet von Krötilla am 02.03.2011 10:37:10

Kröti, ich stimme Dir zu. Daran, wie sich ein junger Mensch benimmt, kann man sehr aufschlussreiche Rückschlüsse über das Elternhaus ziehen. Beispielsweise habe ich zu Hause gelernt, dass ich nett zu Jemandem sein sollte, wenn ich etwas von diesem Jemand haben möchte. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich das Objekt der Begierde erhalte, einfach höher. Und sind wir mal ehrlich: Es tut doch nicht weh, freundlich "Bitte" und "Danke" zu sagen, mal ein Lächeln zu verschenken und allgemeine Höflichkeitsregeln zu beachten, oder?

Grüßle,

Ilwedritscheline


Redet Ihr hier über alle Kinder oder nur über eure eigenen ?


Zitat (Houseman @ 02.03.2011 11:18:13)
Redet Ihr hier über alle Kinder oder nur über eure eigenen ?

Über einige.

Ich werde mich hüten zu veralgemeinern. :rolleyes:

Es kommt manchmal vor, da bin ich erschrocken über das Verhalten von jungen Menschen. :D
Freundlich wird Hilfe angeboten. Ich gehe mal wieder nicht richtig gerade , weil das Wetter in den Gelenken knappert.
Ich habe gerempelt und erhalte eine Entschuldigung zu hören, bevor ich mich entschuldigt habe. Diese jungen Leute werden kaum erwähnt. :blumen:
Natürlich gibt es leider zu viele die unangenehm auffallen. :labern:


Zitat (alter-techniker @ 02.03.2011 16:07:23)

Freundlich wird Hilfe angeboten.  Ich  gehe  mal wieder nicht richtig gerade , weil das Wetter in den Gelenken knappert.
Ich habe gerempelt und erhalte eine Entschuldigung zu hören, bevor ich mich entschuldigt habe. Diese jungen Leute werden kaum erwähnt.  :blumen:

Da bin ich aber beruhigt - ich war über die vielen negativen Erfahrungen, die ihr schon gemacht habt, sehr erschrocken. Ich dachte immer, dass wirklich nur von Einzelfällen in den Medien berichtet wird.

Verallgemeinern würde ich sowieso nie; es gibt immer solche und solche. Aber woran liegt´s dass es wohl doch so viele Probleme mit Jugendlichen gibt? Schlechte Erziehung? Anpassungsdruck in der Schule? Zuviel unnützes Wissen was in die Kinder reingepumpt wird? Wahrscheinlich von allem etwas.

Liebe Grüße,
Wilhelmine

Vorgestern habe ich ein Bericht über Jungendliche gesehen,es ging um brutale Jugendliche.
Es wurde von Jugendlichen berichtet die bis aufs Äußerste gehen...was heißt bis aufs Äußerste?
Auf ihr Opfer eintreten bis der Kopf platzt...das ist keine Übertreibung sowas soll es wirklich geben :(
Ich war den ganzen Abend sprachlos.

Zum Glück kenne ich aber auch genug Jugendliche die ich sehr nett und freundlich finde....es gibt halt solche und solche.
Außerdem gibt es Erwachsene die schlimmer sind als so mancher Jugendlicher.


Zitat (Krötilla @ 01.03.2011 18:17:04)
(...)gerade bei Kindern/Jugendlichen, die sich in Gangs zusammenrotten. Guckt Euch nur mal diese U-Bahn-Schläger an. Alle so zwischen 13 und 20 Jahren und alle extremst gewaltbereit ohne Mitgefühl. Gestern war noch ein Bericht im TV, da bekam man wirklich richtig Angst!! Vielleicht gab es "sowas" immer schon, aber ich finde doch, dass das Ganze extreme Ausmaße annimmt.  :unsure:

@fenjala: Haben wir da vielleicht dasselbe gesehen?? Ich war auch richtig geschockt.

Auch gestern gab es wieder ein Bericht auf dem NDR zu Kindern/Jugendlichen. Genauer gesagt, da ging es darum, ob alle Kinder ungefähr dieselben Bildungschancen haben. Dafür hätte ich keinen Bericht gebraucht, das war mir auch vorher klar: Natürlich haben NICHT alle dieselben Bildungschancen.

Nein, besonders in Deutschland hängt das sehr stark davon ab, aus welchem Elternhaus und sozialer Schicht man kommt. Es hieß u. a., dass nur 4 % der Kindern von Hilfsarbeitern später leitende Positionen bekommen.

Dann haben die einen Sozialarbeiter gezeigt, der sich um Jugendliche kümmert (vor einer Bildungsstätte für diese Jugendlichen saßen übrigens 95 % arabischstämmig-aussehende Jugendliche, aber das ist ja noch mal ein anderes Thema/Problem), die nicht mal einen Hauptschulabschluß geschafft haben.

Der Sozialarbeiter sagte, der weckt die Jugendlichen jeden Morgen mit einem Anruf, damit die überhaupt erstmal aufstehen und muss die aber erstmal minutenlang motivieren, überhaupt morgens das Bett zu verlassen. :blink: Die Eltern kümmern sich einfach nicht um die Kinder. :wallbash:

Wie sollen aus diesen Jugendlichen denn mal vollwertige Mitglieder der Gesellschaft werden? :( Natürlich sind diese Kinder/Jugendlichen frustriert. Wäre ich auch, wenn sich niemand kümmert und ich keine Perspektiven habe. Ist doch alles sch....

Zitat (Krötilla @ 03.03.2011 11:14:44)
@fenjala: Haben wir da vielleicht dasselbe gesehen?? Ich war auch richtig geschockt.


Hi Krötilla..ja ich denke wir haben das selbe gesehen...gruselig was da gezeigt und gesagt wurde :(

Gewalt gab es immer schon, mehr ist es schon geworden meiner Meinunung nach . Schon durch Perspektivlosigkeit bei den Jugendlichen. Hohe Arbeitslosigkeit. Aber man muss sich auch vor Augen führen, dass es mehr Medien und schnellere Verbreitung von Missständen gibt, als je zuvor! Stichpunkt INTERNET


Ein Problem kommt hinzu. Der Kuschelkurs der Justiz. Immer wieder Bewährung, trotz langer Straftatenliste.
Die Medien " jubeln " die armen Täter hoch. Die Opfer sind sofort vergessen. Natürlich sind bei einigen die Eltern schuld. Die wollen keine Verantwortung tragen. Nur da hätten die Kriegskinder und die Nachkriegskinder alle kriminell geworden sein müssen, beim Vergleich mit den verzogenen und überversorgten Kindern und Jugendlichen heute. :(
Wenn natürlich die Fußballidole für fast nichts tun, soviel bekommen, daß sie von der Wirklichkeit abgehoben sind, wo soll der Respekt für ehrliche Arbeit herkommen ? Viele Fußballer stürzen ab, sobald die Millionen pro Jahr nicht mehr fließen.
Gunter Gabiel ist genauso mit dem Geld umgegangen. Ein ehrlich arbeitender Mensch braucht über 40 Jahre um eine Million Brotto zu haben. Davon bleibt gerade, wenn man sparsam ist, ab und an ein kleiner Urlaub auf Malle. oder in der Türkei übrig.
Das wollen viele Jugendliche nicht hören. Schmutzige Hände vom Arbeiten ? Mit dem gehe ich nicht aus, der kriegt die Arbeitshände ja nicht mehr sauber. Ja ein Finanzmanager mit einer Kravatte und krummen Geschäften, das ist der Traummann. :labern:
Natürlich sinngemäß auch umgekerrt.

Bearbeitet von alter-techniker am 04.03.2011 14:34:27


Zitat (alter-techniker @ 04.03.2011 14:32:50)
Ein Problem kommt hinzu. Der Kuschelkurs der Justiz. Immer wieder Bewährung, trotz langer Straftatenliste.

Kuschelkurs der Justiz ist falsch, es müsste Sparkurs der Justiz heißen.

Hartz IV ist immer noch billiger für den Staat als der Aufenthalt in einer JVA. :(

Schönen Tag in die Runde.
Als Senior eines mittelständischen Betriebes, der sich nur noch besuchsweise in der Firma aufhält, habe ich dafür gesorgt, das zwei der Bewerber bei uns keinen Ausbildungsplatz bekommen haben. Warum ? Beim Warten auf das Vorstellungsgespräch in Begleitung der Erziehungsberechtigten wurden eine weibliche Reinigungskraft und ein lange bei uns tätiger Afrikaner mit ganz üblen Bemerkungen bedacht; die dazugehörigen Erziehungsberechtigten haben nur gelangweilt dabei gesessen. Da nützen auch gute Zeugnisse allein nichts, man muß auch über die Fähigkeit zu einem guten Miteinander verfügen. Oder liege ich da falsch ?
Jetzt bin ich 81 Jahre alt, habe viele Lehrlinge, pardon, Auszubildende ihre Lehrzeit durchlaufen sehen, aber das Benehmen war noch nie so schlecht wie jetzt.
Grüße aus der Provinz von Peter


Richtig so, Peter - wer sich sowas erlaubt hat so einen Ausbildungsplatz nicht verdient. Allerdings ist solch ein Verhalten keine Frage des Alters, ich kenne auch viele aeltere Menschen, die bei einigen Leuten sofort Missmut bis dumme Bemerkungen springen lassen.


vor kurzem hat der arbeitgeber meines mannes einen mann entlassen, der sich in ähnlicher weise äußerte. dieser mann war bereits über dreißig. und ich erlebe recht häufig im altenheim, wie schrecklich sich menschen benehmen können, die noch nicht im rentenalter sind. was man da an vorurteilen, rassismus und dummen sprüchen hören kann, ist unglaublich. dabei handelt es sich jedoch nicht um die bewohner, sondern um deren angehörige.

eine junge deutsche, deren eltern aus vietnam stammen, notiert sich alles, auch die debilste unverschämtheit. wenn sie im dienst sei, würde gewiss morgens, mittags und abends reis verspeist werden und man müsse ja alle hunde nachzählen, ob sie noch lebten. falls es an diesem tag auch gulasch gegeben habe. :angry:

doch ich glaube, dass sich immer über die jugend beschwert wurde. man beschwerte sich über mich vor fünfzehn jahren, und ich sage das gleiche über viele der heutigen jugendlichen. :hihi:


Ja , ja die Jugend, wer mehr wissen möchte zu den schon von seidenlöckchen angesprochenem Phänomen, das immer auf die Jugend geschimpft wurde macht Klick, gleich der erste Link :pfeifen:


Die Jugend ist das Abbild der Verwaltung, Politiker und es sei beklagt auch des Fernsehens.
Politiker : :mafia: :werwolfmädl:
Verwaltung : Wir sind eine überflüssige Nummer, die die Ruhe stören.
Das Fernsehen zeigt die Wirklichkeit : Zwei Stunden auf dem Fußballplatz bringt anderthalb Millionen Jahresgehalt. Den Führerschein bekommt man dann ohne lernen für tausendfünhundert Euro zum gesponsorten dazu.
Wozu in der Schule lernen. Lehre : Was will der denn von mir schon um sieben anfangen ?
Ja es stimmt alles.
Der Jugend werden die falschen Vorbilder gegeben.

ABER

Es gibt auch Jugentliche die sind ordentlich und besser als viele in unserer Jugendzeit waren.
Die fallen nicht auf, über die schreibt keine Zeitung oder berichtet das Fernsehen.
Vielleicht mal im lokalen Teil.
Die Teilnehmer des Grundlehrgangs bei der freiwilligen Jugendfeuerwehr haben die Prüfung bestannden.
Natürlich war alles in der Freizeit. Und der Rettungsschwimmschein bei der DLRG ist auch eine Leistung.
Wenn die dann am Urlaubsort, bei der freiwilligen Rettungwache, [ uns ] die Erwachsenen ermahnen, bekommen sie Gemotze zu hören. :nene:
Ganz schlimm ist es, wenn die freiwillige Feuerwehr z.B. Keller leerpumpt und es geht den Betroffenen nicht schnell genug.
Das die freiwillige Feuerwehrleute, nach ihrer Arbeit, schon einige Stunden im Einsatz sind wird auch mal vergessen. :nene:
Sagt doch einem Jugendlichem, der hilft, doch Danke für die Hilfe, Auskunft usw.
:blumenstrauss:

Bearbeitet von alter-techniker am 07.09.2011 15:44:56


@AT die Jugend von heute interessiert sich doch garnicht für Politik. Es gibt immer mal Sendungen wo Reporter mit dem Konterfei von Regierungsvertretern Jugendliche in großstädtischen Fussgängerzonen befragen. Die erkennen zwar manchmal das Gesicht aber Namen geschweige denn Dienstgrad können sie nicht zuordnen.
Ergo Politiker gelten als schlechtes Vorbild nicht.

Fussballer, nunja, ich finde die Gehälter und besonders die Ablösesummen zu hoch, aber da steckt noch richtige Leistung dahinter. Das will doch auch keiner.

Berufswunsch bei 12-16 Jährigen soll auch schon manchmal Hartzer sein, das TV lebt es ja vor, den ganzen Tag rumgammeln und Kohle kriegen. Oder Superstar, mit den 15 Minuten Ruhm egal ob als Verlierer wie Menderes oder Gewinner wie Piedro hat man auch einige Jahre sein Auskommen.

Bearbeitet von Josi-Julius am 07.09.2011 16:12:31


ich habe jetzt kein einzigen kommentar gelesen, der Titel vom Thread hat mich nur angesprochen...
und darauf wollte ich nur sagen- Die Junge von heute ist ANDERS als die Jugend von gestern- mehr kann man dazu einfach nicht sagen... sie sind nicht besser oder schlechter sie sind einfach ANDERS!


Zitat (Josi-Julius @ 07.09.2011 16:08:13)
@AT die Jugend von heute interessiert sich doch garnicht für Politik. Es gibt immer mal Sendungen wo Reporter mit dem Konterfei von Regierungsvertretern Jugendliche in großstädtischen Fussgängerzonen befragen. Die erkennen zwar manchmal das Gesicht aber Namen geschweige denn Dienstgrad können sie nicht zuordnen.
Ergo Politiker gelten als schlechtes Vorbild nicht.

Fussballer, nunja, ich finde die Gehälter und besonders die Ablösesummen zu hoch, aber da steckt noch richtige Leistung dahinter. Das will doch auch keiner.

Berufswunsch bei 12-16 Jährigen soll auch schon manchmal Hartzer sein, das TV lebt es ja vor, den ganzen Tag rumgammeln und Kohle kriegen. Oder Superstar, mit den 15 Minuten Ruhm egal ob als Verlierer wie Menderes oder Gewinner wie Piedro hat man auch einige Jahre sein Auskommen.

drei euro ins phrasenschwein, deine äußerungen hier finde ich albern. als ob alle erwachsenen alle politiker erkennen und benennen könnten. :wacko:

wenn niemand mehr fußball spielen will, sehe ich seit jahren wohl geister in den nachwuchsmannschaften und in den vereinen. und sobald dort jemand mehr als der örtliche fabrikarbeiter verdient, beginnt das klagen, dass so viel geld nicht gerechtfertigt sei. :angry:

jugendliche sollen sich wünschen, später als berufswunsch hartz vier-empfänger anzugeben? das ist kein beruf, das dürfte auch der dümmste wissen. am meisten höre ich supermodel, sänger, pilot und boxer. bei den jungen leuten mit funktionierenden gehirnzellen sind es eher abitur, studium und weiterbildung, bis man arzt, anwältin, architektin oder bankkaufmann ist.

Mich hat die Überschrift ebenfalls interessiert. Ich bin ein so genannter "Jugendlicher" mit meinen fast 17 Jahren, über die hier diskutiert werden. :) :D

Es wird bemängelt, dass bei Ausbildungen oft nur "Nieten" kommen. Das wundert mich aber ehrlich gesagt heutzutage nicht.. Ich sehs ja selbst, bei den Leuten die ich kenne. Alle die halbwegs gescheit sind und deren Noten im entferntesten Sinne einen Dreierschnitt aufweisen, fangen einfach nicht mehr irgendeine Ausbildung an. Wir bilden uns ziemlich schnell was drauf ein, und meinen Fachabitur oder gar allgemeinbildendes Abitur machen zu müssen.. Ich hatte letztes Jahr meinen Abschluss, und nur vier Leute haben direkt nach der 10 einen Ausbildungsplatz gesucht. Und das waren - wen wunderts?- die 4 schlechtesten und asozialsten aus meiner Klasse.. Ich rede hier nicht von der Regel, aber das ist das was ich davon so mitgekriegt habe.
Kopfrechnen? - Ich sag das können wirklich 85 Prozent nicht..
Rechtschreibung? - Njoa. Ich war nie gut darin, habe aber trotzdem eine gute bis sehr gute Zensur in deutsch immer gehabt..
Allgemeinbildung? - Katastrophe , vielleicht einer von Zehn.

Ich finde die Schuld liegt heutzutage bei den Schulen. Die bringen so viel schwachsinn bei! Und so wenig was wirklich nützlich werden könnte. Wem bringt das was, eine Gedichtanalyse zu Strukturieren, dafür aber nicht einmal 3 Sätze ohne Rechtschreibfehler aufschreiben zu können. :wallbash:


Zitat (delsalva @ 19.10.2011 23:26:38)
Ich finde die Schuld liegt heutzutage bei den Schulen. Die bringen so viel schwachsinn bei! Und so wenig was wirklich nützlich werden könnte. Wem bringt das was, eine Gedichtanalyse zu Strukturieren, dafür aber nicht einmal 3 Sätze ohne Rechtschreibfehler aufschreiben zu können. :wallbash:

Ich habe mein Abi 1995 gemacht... und alles was ich wirklich fürs Leben brauchte, habe ich erst danach gelernt... die Schule auf die ich ging, schwebte irgendwo in anderen Sphären... hatte ich so im Gefühl. Da wurden völlig realitätsferne Dinge interpretiert und ich habe mich mehr als 1x gefragt, wozu das Ganze sein muss...
Neeneenee, fürs Leben stark gemacht wurde ich wirklich erst danach! Die Lehrer saßen am "längeren Hebel" und haben uns das ziemlich deutlich spüren lassen...
... ich schweife ab...
was ich sagen wollte, den Schwachsinn musste ich damals auch schon durchleben... hat sich wohl nicht viel geändert, schade auch...

Die Schulen sollte man nicht anprangern, Sie sind nur "ausführende" Gewalt.
Die Regierung ist dafür zuständig, wie viele Lehrer wir uns leisten, wie sie ausgebildet sind und wie die Lehrpläne aussehen. Die Lehrer sind heute auch überfordert, sie sollen Lehrer, Erzieher, Psychologe und vieles mehr sein.
Die Eltern tragen auch eine hohe Mitschuld, wenn sie sich nicht genug um ihren Nachwuchs kümmern.
Eltern sollen heute, beide voll arbeiten, ihre Kinder erziehen und am besten noch Opa und Oma versorgen.
Das funktioniert so nicht.

Ich wäre auch dafür das in Schulen eine "Uniform" eingeführt würde, mehr Wert auf Respekt etc. gelegt würde.
ich könnte hier noch Seiten schreiben, aber ich lass es....

Bearbeitet von Sparfuchs am 20.10.2011 11:48:04


da sagste was Sparfuchs...
letztens auf dem Elternabend, 3. Klasse...
"Frau Lehrerin, Sie m ü s s e n weniger Hausaufgaben aufgeben. Die im Hort schaffen es nicht, mit den Kindern die Menge an Hausaufgaben zu machen.... und wir sind beide berufstätig, wir haben keine Zeit uns darum zu kümmern! Außerdem müssen die Klassenarbeiten besser verteilt werden (also nicht jede Woche eine, sondern besser nur alle 2-3 Woche eine Arbeit), wir können so viel nicht mit unserem Kind auf einmal lernen/üben. Wir sind nämlich beide berufstätig und am Wochenende wollen wir auch mal was schönes machen und nicht nur für die Schule üben." :wallbash:
...noch Fragen?!?

Schuluniform = top! Wäre ich sofort dafür! Aber auch ich halte mich hier lieber zurück... sonst komm ich noch in Fahrt, das hat dann aber weniger mit Jugend, als mehr mit Schule was zu tun... ich lass das lieber!
Wobei, die Eltern der Schüler... da könnt ich noch mehr drüber erzählen, was man da alles erlebt. Ich will heute kein Lehrer sein! (Gut, wollte ich damals auch schon nicht)


Habt ihr vielleicht auch mal die andere Seite beleuchtet Es gibt viele Jugendliche die gerne einen Ausbildungsplatz hätten aber keinen bekommen nur weil Sie kein Abitur haben sondern "Nur" einen Ausbldungsplatz? Genau so ist es bei meiner Ausbildungssuche ist es mir genau ergangen, und das obwohl mein Abschluss gut war (keine 1 oder so aber nichts zum schämen). Über die Jahre haben sich die Erwartungen immer weiter erhöht und mittlerweile finden die halt keine geeigneten Bewerber mehr (natürlich gibt es noch genug faule Eier bei denen das anders ist und die einfach zu doof für ne Ausbildung sind).
Es hat bei mir 150 Bewerbungen gedauert bis ich was gefunden hab und die meisten kamen mit der Aussage zurück ich hätte kein Abitur... Das frustriert einen dann schon wenn man arbeiten WILL...


Fireloki,

das mag in der Vergangenheit teilweise so gewesen sein. Ich weiß aber zumindest in unserer Gegend das die Handwerksmeister kaum geeignete Schulabgänger bekommen. Und da verlangt niemand Abitur, im Gegenteil.
Nur wenn jemand kommt und kann nicht rechnen und schreiben, wie soll er dann seine Prüfung bestehen.
Größere Betriebe nehmen sogar Hauptschüler, die dann noch zusätzliche Schulausbildung vom Betrieb bekommen.
Es gibt mehr offen Stellen als Bewerber.
Natürlich muss das nicht flächendeckend in ganz Deutschland so sein. Die Bereitschaft an einen anderen Ort zu ziehen muss vorhanden sein.


Ach Ihr Lieben, die Jugend von heute war früher auch nicht viel besser.

Jeder von uns kleinen Weltverbesserern kann nur selbst für sich versuchen das Beste aus seinen eigenen Kindern zu machen. Es gibt nun mal nichts Gutes, außer man tut es.


Ich weiß bei dem Thema nicht so recht....man darf nicht vergessen, dass jeder seine ganz persönliche Perspektive hat. Und wer eben selbst in einem "Problembezirk" aufgewachsen ist, hat von der Jugend damals wahrscheinlich ein anderes Bild als jemand, der eher ländlich-behütet groß wurde.

Mobbing, Gewalt....das alles gabs doch damals wie heute. Meine Kindheit und Jugend lagen in den 80er und 90er Jahren. Mit Ausnahme des Mobbings im Internet gab es all die anderen Dinge auch schon. ABER: Damals wie heute konnte man sich auch als Jugendlicher entscheiden, welchen Weg man einschlägt. Lernen, guter Abschluss, Lehre/Studium...das war und ist eine Option für jeden, der sie will und dafür entsprechend arbeitet. Das alles ist keine Garantie für Erfolg, aber es bereitet ein ideale Basis.

Wenn 15-Jährige lieber rumgammeln und pöbeln, statt an ihre Zukunft zu denken, ist das m.E. nicht vordergründig die Schuld der Eltern oder der Lehrer. Ab einem gewissen Alter weiß man wenigstens im Groben, was richtige und was falsche Wege sind. Und man entscheidet dann auch selbst, welche man einschlägt...

Wenn ein Jugendlicher einen Menschen ins Koma prügelt (um ein krasses Beispiel zu nennen) ist das zuallerst SEINE Schuld, sofern nicht psychisch krank und damit nicht in der Lage ist, sein Verhalten zu steuern. Wenn jemand keine Ausbildung zu Ende bringt, liegt das auch zuerst an ihm. Wenn jemand rassistische Sprüche klopft, ist es dasselbe.

Dass Gewalt (körperlich und verbale) etwas Schlechtes ist, begreifen schon Kindergartenkinder. Warum also Jugendliche aus der Verantwortung nehmen und alles dem Elternhaus oder der Schule anlasten?

Das ist zumindest das, was mich bei dem Thema bewegt.

Grundsätzlich hat es jede junge Generation auf ihre Art schwer, wobei die "Luxusprobleme" unserer Jahrgänge nicht mit dem vergleichbar sind, was Kriegs-Generationen mitmachen mussten.


Zählt man mit 21 eigentlich noch zur "Jugend von heute"?

Wenn ja, dann muss ich meinesgleichen mal verteidigen: Solche krassen Beispiele wie U-Bahn-Schläger oder ähnliches sind (glücklicherweise) immer noch Einzelfälle. Und solche Extrem-Beispiele bieten sich aber an, um in den Medien diskutiert zu werden, man vergisst dabei sozusagen die "Masse der normalen Jugendlichen" (fiktive Schlagzeile: "Julia, 16 Jahre aus Großstadt hat einen Ausbildungsplatz als Sozialassitentin bekommen und versteht sich gut mit ihren Eltern" würde sich vermutlich nicht gut verkaufen).
Beispielrechnung: 2009 wurden bundesweit 59 Jugendliche (14-16 Jahre) wegen Mordes verurteilt, es gab da etwa 2,4 Mio Menschen in diesem Alter ---> 0,000025% der Jugendlichen wurden wegen Mordes verurteilt.
Im Vergleich dazu: 2009 gab's in Hessen rund 7500 Anzeigen wegen häuslicher Gewalt, Hessen hat etwa 6 Mio Einwohner ---> 0,00125% der Hessen wurden wegen häuslicher Gewalt angezeigt.
Das heißt wiederrum, dass 50mal mehr Hessen wegen häuslicher Gewalt angezeigt wurden als Jugendliche wegen Mordes. (Und bezogen auf die Gesamtbevökerung beide Phänomene relativ selten vorkommen (Dunkelziffer mal vernachlässigt).) Dennoch beschäftigt man sich eher mit dem sehr viel selteneren Problem der gewalttätigen Jugend (was natürlich auch krasser vom Tatbestand her ist).

Ich persönlich empfinde Jugendliche nicht als unhöflicher oder sozial inkompetenter als "ältere Menschen" (25+).
Nebenbei arbeite ich in einem Eiscafé und habe dort die Erfahrung gemacht, dass besonders Jugendliche und Elternteile mit Kindern nett grüßen und "bitte" und "danke" sagen (meine Theorie dazu: Jugendliche sind oft unsicher und wollen nix falsch machen, Elternteile wollen gute Vorbilder für ihre Kinder sein). Dahingegen rege ich mich regelmäßig über die "alten, verbitterten Leute" auf, die es nicht für nötig halten, mich auch nur mal mit dem A*sch anzuschauen und zu grüßen. Aber ich weiß, dass ich halt auch nur Einzelfälle (wenn auch 30 davon am Tag) wahrnehme und prozentual gesehen (hoffentlich) mehr Menschen zumindesten grüßen.

Also im Sinne von Aristoteles: "Wenn ich die junge Generation anschaue, verzweifle ich an der Zukunft der Zivilisation."

Edit: Falls sich jemand fragt, ob ich zu viel Zeit habe: Ja, und ich liebe Statistiken. Alle Zahlen sind übrigens vom BKA und vom Statistischen Bundesamt.

Bearbeitet von Tetris am 20.10.2011 19:55:51


Ich melde mich mal wieder zu Wort. :)
Ich finde auch, dass die jeweiligen Länder für ihre Bildung, die sie versuchen zu vermittelt, neue Schwerpunkte setzen soll, oder gar MUSS. Ich verstehe Deutsch und Mathematik unterricht einfach nicht mehr. Ich meine, ich bin gut drin. Aber das was ich dort lerne, ist nicht im entferntesten irgendwann auch nur annähernd wichtig für mein Leben. Wobei man in Mathe noch manchmal mehr von dem lernt, als in Deutsch..

Jedenfalls zum Thema Abitur. Ich habe nichts gegen manche Berufe, wo die zu gebrauchenen qualifikationen nicht hoch sind. Verstehen tu ich aber nicht, warum man trotzdem hohe qualifikationen erwartet? Ich habe erst gestern bei meinem Frisör mitgekriegt, wie er eine Bewerberin nachhause geschickt hat, weil sie "nur mittlere Reife mit Qualifikitaionsvermerk" hat.. Sie solle doch Bitte Abitur machen, und sich dann erneut für solch eine Stelle bewerben. ( ?!? :wallbash: ) Da verstehe ich nichts mehr. Ich mache grade mein Abitur. Es ist zeitintensiv und man merkt, es bietet die Basis für etliche Studiengänge, die nicht ohne sind. Ich kann euch allen hier sagen, es wird kaum wohl jemanden in meiner Stufe, oder gar auf dem ganzen Gymnasium geben, der mit bestandenem Abitur eine Lehre zum Frisör anfangen wird.

(Begründung des Frisörs: " Ich brauche AZUBIS die sich mit den Kunden unterhalten können, in halbwegs gutem Deutsch. )

Mit abschließendem Satz-> Ich war letztes Jahr auf einer Realschule und habe meinen Abschluss gemacht. Von 90 Schulabgängern, hätten 90 Leute gutes Deutsch gesprochen. Man fühlt sich ehrlich gesagt ein wenig dreckig, wenn der eigene Abschluss so runtergezogen wird. Vorallem will ich nicht wissen, was der Typ für ne Schule besucht hat.

In dem Sinne, Gutes gelingen noch :lol:


* sollEN oder gar MÜSSEN
Sorry :D


Zitat
Ich brauche AZUBIS die sich mit den Kunden unterhalten können, in halbwegs gutem Deutsch.

Was hat das mit dem Abitur zu tun? :lol:

Hoffentlich bezahlt er dann auch entsprechend ;)

Das ist absoluter Blödsinn, selbst jemand mit Hauptschulabschluss kann Friseur werden.

Zitat (Sparfuchs @ 21.10.2011 12:59:17)
Das ist absoluter Blödsinn, selbst jemand mit Hauptschulabschluss kann Friseur werden.

Daran krankt ja die ganze Gesellschaft (Arbeits-Gesellschaft zumindest), wie ich finde!

Was ist denn mit den Leuten, die KEIN Abi haben? Alle in Hartz IV schicken und dann gehörig über diese Sozialschmarotzer ablästern, oder was? :labern:

Traurig, wo wir hingekommen sind.... Ich bin "erst" :wub: 37, aber als ich noch 14/15/16 Jahre alt war, war es so: Die "ganz klugen Köpfe" gingen auf´s Gymnasium (schon damals wirklich meist Kinder von Lehrern, Pastoren etc.). (Was aber nicht heissen soll, dass nur die intelligent waren!!! :o DAs will ich damit nicht sagen! Aber es war wirklich so; von daher waren "bildungsnahe Schichten" wie es heute heisst, schon damals vorhanden; das Thema ist nicht neu).

Die "normal Intelligenten und Lernfähigen" gingen auf die Realschule und die Leute, die nicht so gut waren im schulischen Lernen (vielleicht hatten die ihre Begabungen mehr im Handwerklichen) gingen auf die Hauptschule.

Und auch mit Hauptschulabschluß konnte man damals noch DEUTSCH SPRECHEN :labern: und auch einen NORMALEN BERUF erlernen (Tischler, Arzthelferin, Maler, Friseur, Elektriker...).

Heute scheinen die Zeiten ganz anders! Ich habe inzwischen viele Freunde, dessen Kinder schon so 11-12 Jahre alt sind und wirklich 95 % davon gehen auf´s Gymnasium!! :blink:

Sorry, da denk ich mir doch, da stimmt was nicht, oder? Ich kenne einen (!) Jungen, der "nur" auf die Realschule geht, alle anderen wirklich Gymnasium!! Da haben die Zeiten sich massiv geändert.

Entweder sind plötzlich alle so schlau geworden :unsure:, Eltern und Gesellschaft haben den Druck derartig erhöht, dass sich quasi keiner mehr traut nicht auf´s Gymnasium zu gehen oder die Anforderungen sind einfach gesunken. Ich weiss es nicht. Komisch finde ich es in jedem Fall.

Jedenfalls ist es ja kein Wunder, dass alle Abi wollen, wenn man sogar schon ein Abi braucht um Friseur zu werden. Oh Mann...! :blink:

Tante Edit musste noch kurz was klarstellen, was sich sonst merkwürdig angelesen hätte! :wub:

Bearbeitet von Krötilla am 21.10.2011 13:27:36

Zitat
Und auch mit Hauptschulabschluß konnte man damals noch DEUTSCH SPRECHEN ranting.gif und auch einen NORMALEN BERUF erlernen (Tischler, Arzthelferin, Maler, Friseur, Elektriker...).

Da gehöre ich auch dazu ;)
Zitat

Entweder sind plötzlich alle so schlau geworden

Nein, die Anforderungen sind niedriger geworden.

Zitat
wenn man sogar schon ein Abi braucht um Friseur zu werden.

Wir haben ein Problem, der Friseurberuf stirbt aus.

Glaubt ihr allen ernstes, jemand der sich bis zum Abi durch wurstelt, wird Friseur???
Zumal gut ausgebildete Fachkräfte gesucht sind.

Zitat (Sparfuchs @ 21.10.2011 15:39:30)
Nein, die Anforderungen sind niedriger geworden.

Ich hab erst vor 2 Jahren Abi gemacht und mir wurden von Eltern und Bekannten immer das genaue Gegenteil gesagt: "Mensch, ihr lernt ja ganz schön anspruchsvolle Sachen!" :huh:

Übrigens glaub ich, dass einfach viele Eltern sich wünschen, dass ihre Kinder auf's Gymnasium gehen und diese dann halt nach der 4. Klasse auf eines schicken. Mir tut das dann für die Kinder leid, die mit Ach und Krach zur 12. Klasse kommen und dann das Abi nicht schaffen. Da bin ich froh, dass ich erst 'nen Realschulabschluss gemacht habe und dann, mit 16, selbst entschieden habe, noch auf's Gymnasium zu gehen.

Ich habe in meiner eigenen Familie erlebt, wie der Stellenwert vom Gymnasium bzw. der Realschule ist. Normalerweise gehen heutzutage wirklich ziemlich viele aufs Gymnasium. Als meine Cousine aber so alt war sich für die weiterführende Schule anzumelden wurde sie auf der Realschule angemeldet. War uns allen (sprich Mama, Papa meinem Bruder und mir) eigentlich relativ egal, das sagt ja noch lange nichts über den Menschen aus oder so. Nur ihre Mutter tönte ständig rum von wegen "in XXXXXX ist die Realschule auch viiiieeeel schwerer als das Gymnasium, das sagen viele." Hm, ohne eine der beiden Schulen zu kennen kann ich sagen: nein, ich denke nicht. Die haben schließlich alle einen Lehrplan an den sie sich halten müssen.
In unseren Augen war es nur eine Masche von ihr um den vermeintlichen "Minderwert" der Realschule für sich selbst zu kompensieren.
Und komisch, als ich meine Fotos vom Abiball zeigte keimte bei meiner Cousine auch plötzlich der Wunsch auf, Abitur zu machen. Vorher war da nie die Rede von. Vllt. war es ein komischer Zufall, ich weiß es nicht. Ich kann nur sagen, dieses Getue von manchen Eltern ist einfach nur überflüssig und peinlich.
Und das ist wahrscheinlich nur ein Beispiel von vielen. Ich finde das sehr traurig.


Zitat (Tetris @ 21.10.2011 15:48:24)
Da bin ich froh, dass ich erst 'nen Realschulabschluss gemacht habe und dann, mit 16, selbst entschieden habe, noch auf's Gymnasium zu gehen.

So war ist es bei mir auch! bin 16 und bin aufs Gymnasium gewechselt.. Ich komme SEHR GUT zurecht.. Dabei kenn ich sehr viele die die Kinder trotz Realschulempfehlung aufs Gymnasium schicken. -> Schwachsinn!
Wenn die auf der Realschule wirklich gut sind, werden sie wissen, dass sie noch nach dem Abschluss auf ein Gymnasium wechseln können.. Und siehe da, nach der neunten erleidet das arme Kind nervenzusammenbrüche, weil sie mit dem Druck nicht klar kommt. Muss das ehrlich sein?

Und zum nächsten Beitrag: Ich kann eine Familie die stolz davon berichtet, wie ÜBERTRIEBEN UNGLAUBLICH TOLL DIE GESAMTSCHULE ist. Es soll wohl zehn mal schwerer als ein Gymnasium sein. UND: Das Abitur auf der Schule ist genau so schwer wie auf den Gymnasien in NRW.. Klar, die Prüfungen sind die selben.. die Vornoten, die Hausaufgaben und die Erwartungen an mündlicher Mitarbeit NICHT.
Na ja.. einfach nicht aufregen sondern den eigenen Weg geeheen :)


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