Problem mit Nordmann-Tanne: Schädling?


Meine lieben Online-Pflanzenfreunde :blumen: weit und nah,

ich hoffe, Ihr könnt vielleicht meiner kleinen Nordmanntanne (ehemaliger Topf-Christbaum, seit ca.4 Jahren erfolgreich im Garten stehend wie kräftig und gut gewachsen, 1.60 - 1.70m hoch) helfen!
Ein seltsamer Schädling hat ihre diesjährigen Jungtriebe ad hoc seit vorgestern befallen und ich habe überhaupt keine Idee, welcher das sein könnte :(:keineahnung: und wie ich also und womit dagegen gezielt vorgehen könnte.

Bild von gestern, Auflösung 1024x683, klickt es Euch bitte groß:
(IMG:http://www.bildercache.de/minibild/20110602-002308-140.jpg)
Bild: Die Bi(e)ne

Es muß ein koniferen- oder tannentypischer Schädling sein, irgendwas in Richtung beißendes und saugendes Insekt vielleicht... so ähnlich wie Wolläuse? :unsure:
Heute habe ich zu meinem Schrecken gesehen, daß er sich über die allermeisten Neutriebe ringsum ausbreitet und die Nadeln anfangen, sich untypisch zu verdrehen.
Ein Spezialmittel dagegen habe ich nicht, in meiner Angst und dem Bestreben, irgendwas, was mir schnell möglich ist, dagegen zu unternehmen, habe ich den ganzen Baum gestern abend von oben bis unten ordentlich damit "eingeweicht", d.h. sehr gründlich gespritzt.
Ob das hilft?

Wer kennt sich mit Tannenbäumchen und deren Schädlingen aus, hat vielleicht eine Christbaumkultur und / oder kennt dieses Schadbild?
Das kleine Bäumchen liegt mir sehr am Herzen. An reichlichen Wassergaben und der jährlichen Tannendüngergabe mangelt es definitiv nicht, das Kleine steht schön frei, wird nicht vom Rasen erdrückt und hat genug Sonne. Bisher hatte es nie Probleme.

Ich hoffe sehr auf Eure Antworten, lieben Dank fürs Lesen und Kopfmachen schon vorab,

Eure Blumen-Biene (IMG:/html/emoticons/smile.gif)

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 02.06.2011 01:05:47


Ich glaube du hast dir da die Nadelholzspinnmilbe eingefangen .

guckst du hier :)


Guten Morgen, Bi(e)ne,

die Beschreibung würde auf die "Sitka-Fichten-Laus" zutreffen.- Die mir schon einige Zuckerhutfichten, und auch seinerzeit Edeltännchen zerstört hat.- Da hilft auch nur wieder spritzen.- Auf die im Handel verkäuflichen "Spezialmittel" verlasse ich mich nun jedoch nicht mehr, denn die zeigen sich mehr und mehr unwirksam.
Dem prächtigen Gedeihen etlicher Schädlinge leistet die große Trockenheit draußen Vorschub.

Ich schaue mich mal um nach Abhiilfe, und sende eine Info, wenn ich fündig werde.

Lieben Gruß...Isi


@Jeanette: auf dem Bild in Deinem Link kann man wunderbar die für Spinnmilben typischen Gespinste erkennen.
Die sehe ich auf Bienes Bild aber nicht.

@Biene: wenn Lausbefall vorliegen sollte, wie Isi schreibt, könntest Du mal eine Klopfprobe machen. Ein weißes Blatt Papier unter einen Zweig halten und auf den Zweig klopfen. Das was runterfällt läßt sich dann vielleicht bestimmen und bekämpen.

So wie ich mich an allen Blumenbildern erfreue, genauso leide ich mit Euch mit, wenn die Pflanzen krank sind. Deshalb ist jetzt mein Ehrgeiz geweckt, und ich werde mal weitersuchen im Netz... :blumen:


Ihr lieben Mitleidenden und Ratgebenden,

mein Tännchen und ich danken Euch ganz lieb! :wub: :blumen:

Jennette, ja, ganz genauso sieht das aus, ich glaube auch ganz sicher, daß es diese scheußliche Spinnmilbe ist (hoffentlich sind die Biester nicht genauso resistent gegen alle Mittel wie ihre Verwandten in Rot :ph34r: ).
Memo an mich: Morgen losradeln, Akarizid besorgen... hast Du vielleicht in der Richtung auch noch einen todsicheren Tipp? Bi 58 mit leckerem Dimethoat wäre vielleicht was ...???
Moment mal... da kommt mir eine Idee, ich glaube sogar, noch ein entsprechendes Mittel dazuhaben. Nicht Bi 58, stinkt aber genauso und ist der gleiche Wirkstoff. Hurra!!! wird gleich ausprobiert!

Isi, auch Dir vielen Dank, aber Sitkafichtenlaus ist es nicht - die hat ein anderes Schadbild (Baum wird von innen heraus braun).

Gaby, ein liebes Dankeschön, aber Klopfprobe ergebnislos.

So, und jetzt sause ich gen Garten und teste das noch von Muttern geerbte "Dr.Stähler Universalinsektizid". Ihr blöden Spinnmilben:Lecker Abendbrot! :D

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 02.06.2011 19:23:31


Liebe Biene, dann hoffe ich: Feind Spinnmilbe erkannt, Feind gebannt! Also, auf in den Kampf :peitsche: ...

Die Spinnmilbe ist ja fies, weil ihr Gespinst - wie ich mir vorstelle - ein Schutznetz für viele der Tierchen gegen das gespritzte Gift bietet. Um die Gespinste vorab zu zerstören: könnte es hilfreich sein, die Tanne erstmal von allen Seiten mit einem Schlauch und mit viel Wasserdruck (oder gar mit einem Hochdruckreiniger?) zu behandeln, um die Gespinste zu zerstören? Nur so eine Idee von mir, ich habe da wirklich keinerlei Erfahrung. Ich möchte natürlich nicht, daß Du Dein Tännchen zerschredderst :ph34r: .

Gegen Schädlinge bei meinen Balkonblumen gehe ich mit Schädlingsfrei Neem vom Gelaflor® vor. Überwiegend bei Blattläusen, die meistens grün, manchmal schwarz sind. Aber auch der Dickmaulrüsselkäfer verträgt das Mittel nicht so gut, wenn er in Kontakt damit gerät. Man kann ihn dann super einfangen und "entsorgen".

Zum Abschluß noch das, was ich über "Neem" weiß: das hat schon vor vielen Jahren der Jean Pütz in der "Hobbythek" im WDR 3-Fernsehen als natürliches Mittel gegen Schädlinge vorgestellt. Und gegen Pflanzennützlinge eben nicht schädlich. Ich habe das Mittel vor einigen Jahren in einem Pflanzenmarkt gekauft - aber auch dort war es im sog. Giftschrank verschlossen. Man kommt also nicht einfach so dran.


Liebe Gaby :blumen: ,

ich hoffe nicht, daß es nötig wird, das Tännchen mit dem Herrn Kärcher bekanntzumachen :lol: da kann ich ihm gleich den Gartenschredder zeigen... aber es stimmt schon, viele machen das mit dem Abspülen via Gartenschlauch und hartem Wasserstrahl.
Das habe ich mich jedoch nicht getraut, aus Angst, das unbekannte Gelumpe damit noch richtig schön zu verteilen, nach dem Motto heut' ist Spaßbadetag: Wasserrutsche für alle. :blink:

Stattdessen habe ich nun wie oben beschrieben Mutterns noch halbvolles Zaubergiftfläschchen Dr. Stählers Universalherbizid, heute unter dem Namen Danadim Progress frei erhältlich (paßte noch genau mischungsrichtig auf 1 1/2l Wasser) angemixt und das Tännchen wie auch gleich alle zu Stpinnmilben neigenden Blümerln (vor allem die Daturen) damit vorsorglich gründlich gespritzt.
Das Schöne: Das Mittel wirkt systemisch, dh. wird komplett über die Pflanze aufgenommen und überall hin verteilt. Trifft man also nicht exakt jedes Blatt oder jede Nadel, ist es nicht schlimm - das managt die Pflanze.

Nun beobachte ich, ob es anschlägt. Dimethoat sollte keine Milbe überleben. :mafia:
Der strenge, typische Geruch ließ mich leise lächeln: Er erinnerte mich sofort an meine alten Gärtnereizeiten, wo
das gute BI 58 zu unserer Standardausrüstung gehörte.

@all: Ich halte Euch weiter auf dem Laufenden und berichte die nächsten Tage, ob sowohl das weiße Gespinst als auch die vereinzelten braunen Pünktchen an einigen Trieben sich rückläufig entwickeln und das Tännchen sich erholt. Bisher sieht es gottseidank nicht krank aus, ich hab den Schaden wohl rechtzeitig gesehen...

:blumen:

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 02.06.2011 23:34:26


Ich denke, das Mittel hat angeschlagen. :applaus:

Als ich gestern abend gießenderweise durch den Garten war, Bäumchen dabei genau kontrollierend, lebte da gar nix mehr an tierischen Nadelbesiedlern, die Gespinste waren völlig weg und alle verbleibenen Reste bewegten sich nicht mehr, ließen sich ganz leicht mit normalem Wasserstrahl von den Nadeln abputzen. :) Noch hatten sich die Nadeln auch nicht komplett hochgebogen und verdreht. In 2 Wochen werde ich nochmal nachspritzen (möglichem Eierschlupf rechtzeitig begegnen).

Wie es sich letztendlich zeigte, war es anscheinend jedoch ein anderer Schädling, da ich teils regelrecht entwickelte kompakte tote Käferlein abspülen konnte: Tannentrieblaus. Die befällt auch neben der Nadelholzspinnmilbe nämlich AUCH Nordmänner und besonders deren Maitriebe, wenn der Baum in sonnigen Lagen steht, wie ich mich weiter belas.
Egal - an meinem Baum jedenfalls nicht mehr! :blumen:


Hallo miteinander,
ich bin neu hier und lese von den harten chemischen Keulen :wallbash:, mit denen Ihr an Eure geliebten Pflanzen herangeht und Spinnmilben oder Blattläuse ausschaltet. Es gibt sehr einfache biologische Regulierungsmethoden. Eure eigenen Pflanzen, Feld und Wiese, Grundwasser, Bienen und nützliche Insekten, Fische usw. danken es Euch. Hier mal einige Tipps, die ich zusammengesammelt habe.

**unerwünschten Link entfernt**


Die Flor-Fliege (sie sieht übrigens sehr hübsch aus mit ihrem zarten grünen Kleidchen) ist gegen Thrips, Spinnmilben, Blattläuse und weiße Fliegen ein biologisches Kampfmittel. Die Florfliegen ergreifen Insekten mit ihren Zangen, injezieren eine lähmende toxische Substanz und anschließend wird die Beute ausgesaugt.

Die beste Bekämpfung der Spinnmilbe ist eine sehr gute Luft Zirkulation und eine satte Luftfeuchtigkeit von 50 - 60 Prozenz. Spinnmilben lieben es sehr trocken. Im Gewächshaus ist eine Bekämpfung durch Aussetzen von Raubmilben ( Phytoseiulus Persimilis) möglich.
Die Raubmilben sind sehr mobil und fressen Spinnmilben Eier und erwachsene Spinnmilben.

Neemöl ist ein planzliche Öl welches aus dem Neemölbaum gewonnen wird und ist daher biologisch. Anwendung bei Trauermücke, Spinnmilben, weißen Fliegen und Blattläusen
Dosierung cirka 3-5ml Neemöl auf einem Liter Wasser.
Zu beachten ist, dem Spritzwasser ein Benetzungsmittel beizugeben (zB Norburn von Bionova) um eine Oberflächenspannung zu erzeugen,
somit kann das Neemöl besser haften. Weiters sollte das Spritzwasser Zimmertemperatur aufweisen und wenn möglich abgestanden sein. Der PH wert sollte über 7.2 bis 8.0 liegen.
Neemöl sollte man nicht bei Tageslicht oder voller Beleuchtung anwenden.
Es könnten sonst häßliche Brandflecken entstehen. Es ist auch ratsam diesen Spritzvorgang in zirka 3 - 5 Tagesabständen zu wiederholen, vor allem bei Spinnmilbenbefall.

Brennesselsud gegen Blattläuse
Wenn es mit den Nützlingen bei Ihnen nicht klappt, dann können Sie es auch mit einem Brennesselsud versuchen. Dazu geben Sie in einen Eimer frische Brennesseln und füllen das ganze mit Wasser auf. Nach ca. 12 bis 24 Stunden (aber nicht länger) ist der biologische Blattlausvernichter fertig. Jetzt noch unverdünnt aussprühen, fertig.

aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa

Ja, viel Freude dann mit Euren gesunden Zimmer- oder Garten- oder Balkon- oder Terrassenpflanzen, die eine gefühlvolle Öl- oder Spühli- oder Brennesselsud-behandlung oder auch Florfliege und Marienkäfer lieber mögen. Auch Ihr selbst und Eure Familie haben keine Gesundheitsschäden oder Allergien u.ä. zu fürchten. Ist doch schön so, oder? Auch zum Weitersagen.

Und bitte auch keinen Roundup-Einsatz gegen Wildkräuter. Es gibt inzwischen wissenschaftliche Untersuchungen über die Gefahr von Missbildungen, Aborten und Krebsrisiko u.ä. Nur der Hersteller Monsanto möchte davon nichts wissen, weil der Konzern an seiner weltweiten ökonomischen und damit politischen Macht interessiert ist. Aber WIR sind die Verbraucher, die steuern können.
Für die Wildkräuterbeseitigung in Terrassen- oder Gehwegfugen soll auch Cola helfen, ansonsten auch ein kleines Messer.

Gesunde grüne und bunte Zeit noch auf unserem Planeten! Wir sollten ihn am Leben erhalten. Ich freue mich mit Euch.

marlice

Bearbeitet von Jeanette am 09.08.2011 17:47:28


Marlice, erstmal herzlich Willkommen hier im Forum.

Keine Sorge, Biene weiß was sie tut, schließlich ist es hier die Haus- und Hofgärtnerin. Wenn sie selbst mal so eine Frage hat, dann wird sie schon so gut wie alles versucht aber leider keine Lösung gefunden haben.
Glaub mir Biene kennt sich bestens aus. Nix für ungut.



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