"Bannmeile" bei Krankheit... ...ist nicht ansteckend, oder?


Eigentlich geht's hier um die Gesundheit.- Vielmehr um eine diagnostizierte Krankheit.- Und, wie die Umwelt darauf reagiert.
Daß sich die "guten Freunde" meist zurückziehen, wenn eine ernsthafte Erkrankung festgestellt wird, ist bekannt.-
Man will es jedoch nicht wahrhaben, bevor man selbst in die Lage kommt.

Um es auf den Punkt zu bringen: Krebs, Tod eines Partners und Ehe-Scheidung lösen wohl einen Fluchttireb in den Mitmenschen aus.- Plötzlich umgibt die Betroffenen, die an sich in irgendeiner Form vermehrten Zuspruchs bedürfen, eine Art "Bannmeile".- Man ist allein.- Auch zu Zweit kann man arg allein sein.

Widerfährt uns derzeit nach allen Regeln der Kunst, seit mein Mann seine Diagnose hat.- Und die dann im engeren Familien- und Bekanntenkreis weitergegeben wurde.- Und auch an Bekannte (von "Freunden" will ich da nicht reden!) im www.!- Man "will uns nicht stören"; man "weiß nicht, wie Dein Mann damit umgeht"; man "weiß ja, wie das ist, in so einer Lage"!- Also: kommt kein Anruf mehr, Besuche...Fehlanzeige.- Von Menschen, die MIR sonst regelmäßig eine mail schickten, oder eine virtuelle Grußkarte, oder anriefen, kommt nicht mal mehr ein sporadischer Gruß.- Andere umgehen hartnäckig jede Frage, wie wir zurechtkommen.- Ob ICH damit klarkomme.- Meine mails/PM's mit x-beliebigem Inhalt werden garnicht mehr beantwortet.- Muß wohl unsichtbare Schrift sein...

Daß wir mal echte Aufmunterung bräuchten, und uns diese auch versucht, zu vermitteln, hat bis jetzt an sich nur der türkische Taxi-Fahrer, der uns vergange Woche erstmalig zum Krankenhaus fuhr, bemerkt.- Dieser Mann hat bei meinem Mann etwas sehr Positives bewirkt: ihn mit seinem fröhlichen und aufmunternden Zuspruch aus dem Grübeln gerissen!- Und immer wieder gesagt: "Sie müssen kämpfen; das ist das Wichtigste!"

Es gibt sie also doch noch, die Menschen, die die "Bannmeile" ignorieren...das verheißt Hoffnung.

Dachte, es sei mal eine Anregung, hier über dieses Phänomen zu reflektieren....soll nicht als 'Klagemauer' aufgefasst werden...


herzlichst...IsiLangmut

Bearbeitet von IsiLangmut am 17.07.2011 10:19:02


Hallo liebe Isi, :trösten:
als ich das gelesen habe mußte ich direkt an unsere sogenannten "Freunde" denken. Leute, mit denen wir schon so locker 25-30 Jahre befreundet waren ... auch alle weg bis auf ein Ehepaar, mit denen wir GsD auch zusammen in einem Haus wohnen.
Mein Mann hatte im Dez. 2009 eine Herz-OP (neue Herzklappe) und lag anschliessend, da seine Lungen noch nicht funktionierten, noch ein paar Wochen im Koma. In der Zeit hatte er dann einen Schlaganfall. Solange er noch auf der Intensiv lag, wo ihn eh keiner ausser der Familie besuchen durfte, kamen alle paar Tage Anrufe von den sogenannten Freunden und immer wieder hörte ich: " Sag bescheid wenn er von der Intensiv runter ist und wir ihn besuchen können". Jaa, das hab ich gemacht als er dann ca. 160km weg von hier in eine Frühreha kam. Ich hab auch gesagt: wenn ihr ihn besuchen wollt meldet euch bei mir, ihr könnt am Wochenende mit mir runterfahren. Die hätten nich mal selber fahren müssen. Und seitdem meldet sich keiner mehr. Vor ca. 2 Wochen haben wir eine von den guten Freunden in einem Geschäft getroffen (zufällig) und dann die gleich Worte: wir hätten uns ja längst mal gemeldet aber wir wußten ja nicht ob es euch recht ist. :blink:
Naja.. was solls.. kann man nix machen..leider..

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag noch
Geli

Sorry, kann mich in diesem Moment leider nicht dazu äußern, da dieses Thema mich emotional auch sehr anspricht...
Melde mich zu einem späteren Zeitpunkt wieder.
Kann dir nur sagen, dass viele Menschen vor "Angst" nicht auf euch zukommen. Sie wissen einfach nicht, wie sie mit dieser Krankheit umgehen sollen! :trösten:


Ach Isi, komm lass dich mal drücken.

Wir haben bei uns im Bekanntenkreis eine Dame, die MS hat.
Auch bei hier haben sich fast alle Dorfbewohner abgewandt.
Auch hier das Versprechen, wenn was ist, so melde dich. Aber nein, keiner hat sich gemeldet, niemand will damit was zu tun haben. MS ist ja sooo ansteckend.

Letztendlich ist es so, dass niemand genau um diese Art der Erkrankung bescheid weiß, das keiner was falsches Sagen mag, oder aber einfach, weil die meisten Menschen schon genug mit sich selbst beschäftigt sind und ihre eigenen Sorgen und Nöte haben.
Da fällt es oft schwer, auch noch jemanden anderen Trost zu spenden, obwohl es doch so einfach ist, mal mit ner Dose Kekse rüber zu hüpfen und mal eben Tag zu sagen.

Seit November 2010 trage ich Sorge um meine Oma. Jeder weiß darum, wie schwer sie liegt. Außer meine beste Freundin und ein paar gute Freunde aus dem Internet fragen wie es der Oma geht oder mir dabei. Wie ich damit klar komme, wenn ich sie besucht habe.
Ich kann dir sehr gut nachfühlen, wie es euch geht.


Hallo, Isi, auch von mir erst einmal ein herzliches Drücken.

Leider ist es so bei uns in Deutschland, dass Krankheit und Tod ein Tabu sind. Es sind tatsächlich Berührungsängste, die Menschen so "teilnahmslos" erscheinen lassen.
Zudem reagiert jeder Mensch anders auf Schicksalsschläge. Manche ziehen sich zurück, manche wollen darüber reden.
Meist sind Menschen erst dann offen für solche Gespräche, wenn sie selbst ein schlimmes Ereignis erfahren mussten, wissen selbst, wie man fühlt in so einer Situation, wie man auf Menschen zugeht und ihnen ein offenes Ohr schenkt.
Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich habe selbst Ähnliches erlebt vor vielen Jahren.
Erst im Laufe von Jahren habe ich gemerkt, dass es nicht immer Gedankenlosigkeit ist von Freunden und Bekannten, sondern einfach Hemmungen.
Ich wünsche dir gute Freunde, die bereit sind, dich bei der Hand zu nehmen und dich ein Stück deines Weges begleiten wollen.

Ciao
Elisabeth


Isi, ich hab dir ne PM geschrieben!


Isi, es tut mir so leid, dass es Euch so geht. Vielleicht würde es helfen nochmal offen auf die Leute zuzugehen, denn ich glaube es ist Angst, die sie zurückhält, dabei habt ihr sicher soviel mehr Angst.

Ich erlebe grade das Gegenteil, so viele, die sich erkundigen, die einfach nur aufmunternde Nachrichten schicken, die einfach da sind... Auch wenn bei allen erstmal Ratlosigkeit vorhanden war. Aber sie haben verstanden, dass sie nichts tun können, außer da zu sein.


@Gift: es ist kein "nur", wenn man Jemandem klarmacht, daß man da ist, und auch dazu steht, was man versprochen hat!- Sei glücklich, daß Du das jetzt so erlebst.

Alles Gute für Dich...herzlichst...Isi


@Eifelgold: liebes Eifelchen, Du weißt, daß ICH auch für DICH da bin.- Kein Thema!!!

Gilt übrigens für Einige hier im Forum, die mir an's Herz gewachsen sind. :wub:

Danke an Alle, die bis jetzt zu meinem Thread geschrieben haben (auch teils privat)....herzlichst...Isi


Hallo liebe Isi :blumen:

Dieser Thread geht mir sehr nahe.

Ich möchte Dich mal ganz lieb :trösten:

Leider sind die Menschen so, meinen mit beiden Beiden auf der Erde zu stehen und stark zu sein. Aber es ist oft nicht so. Es kristallisiert sich immer wieder heraus, wenn etwas ist, womit sie nicht zurechtkommen, dann ziehen sie Leine oder den Schwanz ein, wie man es nennen möchte, ist schon egal. Eigentlich sehr schade und traurig, gerade wenn es langjährige Freunde sind.

Ich lag vor vielen Jahren mal mit einer schweren Nieren-OP 5 Wochen im Krankenhaus und hätte mich über den einen oder anderen Besuch sehr gefreut. Es wurde bei meinem Mann daheim angerufen und auch versprochen, einen Besuch zu machen aber leider ist niemand gekommen. Sie riefen bei meinem Mann daheim an und erkundigten sich nach meinem Befinden, das war auch alles. Ich war enttäuscht und traurig und fühlte mich alleine gelassen.

Auf solche sog. "Freunde" konnte ich gut verzichten.

Also liebe Isi, Du bist nicht alleine damit. Es geht vielen Menschen ähnlich oder genauso. Gib die Hoffnung nicht auf, es gibt sicherlich auch Menschen, die mehr Feingefühl haben, Trost und Hoffnung vermitteln.

Ich wünsche Dir und Deinem Mann alles Liebe. :wub: :blumen:

Liebe Grüßle
kati


Hallo,Isi ! :blumen:

Laß dich mal ganz fest :trösten: :trösten: Als ich so krank war,habe ich alle meine "Freunde"verloren,bis auf eine.Die anderen "Freunde" wollten nichts mehr mit mir zu tun haben.Keine Briefe,keine Anrufe,nichts.Ich kann euch nachempfinden,wie ihr euch fühlt. :blumen: :trösten: :trösten:

Alles Liebe :blumen:
Pompe


Liebe @Pompe: Du hast nicht alle Freunde verloren....Du hast eine ganze Reihe gefunden: UNS! :blumen:

Herzlichst...Isi


Ganz ehrlich:

Mir ist bei diesen Themen auch erst immer recht mulmig zumute.
Unsere Familie hat da schon so einiges durch, und da kommen halt immer erst mal so einige Erinnerungen hoch, die man erst Mal verarbeiten muss, auch wenn man selbst nicht betroffen ist.
Ich liege lieber selbst im Krankenhaus, als jemanden da besuchen zu müssen, der mir nahesteht.

Aber ich weiß halt auch, dass die Betroffenen zum Teil und je nach Situation tatsächlich erst Mal einen gewissen Abstand brauchen, bis sie sich selbst da mehr "nach außen" öffnen können.
Als Außenstehender steht man da schnell einfach blöd und etwas unbeholfen daneben.

Aber wenn es nicht gerade "Bekannte von Bekannten" betrifft, und mir die Person schon wichtig ist, greife ich dann halt doch irgendwann zum Telefon und frage nach, ob ich vorbeikommen kann, oder zumindest sonstwie helfen.

Nur dauert das halt immer ein paar Tage. Weil es wegen bestimmter Erinnerungen halt einfach nicht wenig Kraft kostet, sich da zu "überwinden".

Dir und deinem Mann ales Liebe, Isi!


Hallo IsiLangmut
Ich kann Deine Gefühle richtig nachempfinden. Tut mir leid, daß auch Du diese Erfahrung machen mußt.
Mein Schwiegersohn ist vor vielen Jahren an MS erkrankt. Davor war er immer für jeden da. Immer wenn Hilfe benötigt wurde, wurde er gerufen "mach mal".
Jetzt geht bei ihm nichts mehr. Keiner kommt mal eben vorbei um ihn ein wenig abzulenken. Nicht mal seine eigene Familie.
Da merkt man dann wer echte Freunde sind.
Halte den Kopf oben. Ich wünsche Euch alles G :wub: ute.


Es wurde mehrfach geschrieben: der "Einstieg" in ein Gespräch mit Betroffenen oder Angehörigen ist teils nicht so einfach.- Auch die ureigene Scheu, sich evtl. in Etwas einzumischen, das Einen ja doch an sich Nichts angeht.- Kommt die Angst dazu, daß Unglück abfärben könnte...kann man ohne Weiteres mal so sagen, wie es ist!

Alles menschliche Beweggründe, die mir bekannt sind, die ich jedoch nicht umsetzen kann, da ich mich ganz anders verhalte.- Hole mir auch oft genug eine blutige Nase beim Versuch, Jemandem zu signalisieren:"Hallo, wenn Du mich brauchst, ich bin da!"- Und, wer mich kennt, auch hier bei FM, weiß, daß ich NICHTS einfach so dahersage oder schreibe.- Wenn ich nicht voll und ganz hinter einer Aussage stehe, halte ich den Mund!- Ganz einfach.

Diese vielfach gehörte Phrase:"Ich bin jederzeit für Dich/Euch da"...setze ich bei so Manchen dann im Satz fort:"Aber bitte nur dann, wenn es mir passt...".- Denn: wer hat nicht schon gehört:"Ach, jetzt ist es aber grad schlecht; ich schaue gerade 'Reich und schön'!- Kannst Du evtl. in einer Stunde nochmal anrufen?"- Kann ICH dann nicht!- Eher beiße ich mir ja die Zunge ab.- Umgekehrt war's lange Zeit anders: egal, wann Jemand anrief, war ich da, nächtelang.- Über Tag stundenlang, Mann und Hund darüber "vernachlässigend".

Für mich ist es keine Frage, daß ICH für meinen Mann dasein muß jetzt; daß ich dies jedoch rein kräftemäßig nicht allein schaffe, weiß ich auch.- Wissen Andere auch; sagen dies auch.- Nur: sie tun NICHTS!- Wenn dann eine ehemals "Freundin", die zudem noch gegenüber wohnt mit Mann und Hund, sich umdreht, und im Türrahmen versteckt, damit sie nur ja nicht evtl. angesprochen wird, das haut rein!- Und mein Mann kann mit solchem Verhalten nun mal garnicht umgehen.

Euch Allen, die Ihr sicherlich ebenfalls reichlichst an Eurem Päckchen zu tragen hattet oder habt, sei gedankt, daß Ihr Euch gemeldet habt.- Euch Zeit genommen habt, und Gedanken gemacht habt.-
Und auch unangenehme Erinnerungen wieder erlebt habt, die ebenfalls leider Teil unser aller Lebens sind.

Ein freundlich Wort
findet immer guten Boden.

-Jeremias Gotthelf-

Ich wünsche Euch Beides: gute Worte und den richtigen Boden dafür....

Herzlichst...Eure Isi


hallo Isi :trösten: :trösten:

meine Freundin(die beste) ist nun auch damit erkrankt.
wir konnten nicht mal ihren Geburtstag feiern, weil die Chemo ihr den Tag versaute. :(
ich habe den ganzen Tag nur vor mich hin geheult.

aber am Dienstag wird sie wieder in ihrem zuhause sein und ich auch.

sie war in meiner dunkelsten Nacht für mich da und das will ich ihr auch gerne zurückgeben.
doch sie wohnt nun meistens in Berlin bei ihren Freund.
wegen der Chemo ist es ja auch besser, da sie ja auch schnell mal in KH könnte wenn was ist.

aber ich vermisse sie, sie ist ein Kraftmensch gewesen, sie gab und alle andern haben genommen.
bei ihrer OP war ich zu ihr ins KH gefahren.
da hörte ich das ihr jüngster noch nicht mal da gewesen war oder ihr glück gewünscht hätte.
aber angerufen hatte er.
"kannste mir mal 20€ aufs Handy schicken?"
ja das hat er gesagt, nach dem sie nein sagte, sie liege doch im KH.
da sagte er nur "dann eben nicht!"
sie ist überaus traurig deshalb gewesen, weil er doch ihr Nesthäkchen war.

ich hoffe sie schafft es, so wie sie es sich vorgenommen hat.
sie muß! was ich dafür tun kann, werde ich tun.


Ja, so ist das Leben, und manchesmal ist man selber Feige....

vor ca einer Woche erfuhren wir von einem Nachbarn, dass ein anderer Nachbar wohl nicht mehr aus seinem Urlaubsort zurückkommen würde.

Hääähhhh?

Unser Nachbarehepaar ist in den Sommerurlaub nach Spanien gefahren.
Im Urlaubsort ist wohl unser Nachbar unglücklich die Treppe runtergestürzt.
Genickbruch. Ab ins KH, an Maschinen gehangen. Eine Hirnhälfte wohl abgestorben, wir konnten es nicht glauben. Hielten es auch teilweise für Dorfverzäll.

Gestern Abend kam mein Großer nach einer Dorfrunde und meinte, beim Nachbarn hätten sie wohl in Spanien die Maschinen abgestellt, denn es hätte keinen Zweck mehr gehabt.

Ich war fassungslos, geschockt und auch ungläubig. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass unser Nachbar nicht mehr leben würde.

ich lief hier im Dreieck, dachte, gehe rüber, frage, was ich helfen könnte, dachte wieder, neee willst ja nicht stören.
Was ist, wenn es doch nur Verzäll ist? Wenn das nicht stimmt, dann machst du dich zum Depp.

Ich sagte nix, wartete brav ab.
Heute Abend erzählte der Kurze, er ist Messdiener, dass heute morgen in der Messe der Nachbar erwähnt wurde, und dass man seinen tragischen Tod nicht erklären könne.

Dumm und Feige zugleich von mir, ich weiß. Aber ich wusste nicht ums wie....
Ich wollte und konnte es nicht. Wollte das alles nicht wahr haben.

ich bin auch nicht besser wie die anderen.

Mich graust es ein wenig vor dem Sammeln für die Beisetzung, denn ich bin wohl als direkter Nachbar dran, mich graust es davor, nach Sargträger zu fragen - ist hier im Dorf so üblich - und ich muss meine beiden Großen Männer nehmen, und der Kleine wird als Messdiener fungieren.

Mich graust es davor, meine Nachbarn nur zu sehen.

Mir ist schon klar, dass ich hier zwei Seiten abgebildet habe.
Die eine Seite um meine Oma, wo ich gerne mal eine Umarmung gehabt hätte.

Und die andere Seite, wo ich gerne geben will aber es einfach nicht kann.

Doof nee?


@Eifelgold: nicht "doof", Mädel, sondern menschlich.- Denn: Spanien war weit weg...Nachbarschaft ist hautnah.-
Ersteres konntest Du verdrängen, aber Tür an Tür geht das nicht mehr.- Da greift es in Dein Leben mit über.

Bei Dorftratsch bin ich übrigens auch sehr vorsichtig!- Denn hier im Dorf wurden schon Leute "totgeredet", die noch recht fidel rumliefen.- Die dann auf die vermeintliche schwere Krankheit angesprochen, fielen die aus allen Wolken.
So sagte mir eine der Dorf-Tageszeitungen, daß unser Ortsvorssteher "aussieht, wie der leibhaftige Tod; der macht es bestimmt nicht mehr lange!".- Wir sahen ihn kurz drauf, er sah recht gesund aus.- Habe ihn dann mal vorsichtig gefragt, wie es ihm denn so geht.- "Prima, wieso?"- Der Mann war geschockt, als er die "Nachrede" hörte.
Anders geschah es uns jedoch, als der Opa nebenan starb.- Wußten wir Nichts von.- Sagte dieselbe Tratschtante wie o.e. übrigens: "Da hat es der alte Mistkerl (nun ja...sorry! nicht meine Rede) auch endlich geschafft!"- Ich wußte garnicht, was die meinte.-"Ja, der Opa... ist doch gestorben, der wird übermorgen beerdigt!"
DAS war mir nun wirklich mehr als peinlich; habe mich dann jedoch aufgerafft, und bin rüber zu den Nachbarn, und habe kondoliert.- Gesammelt wurde übrigens nicht, sonst hätten wir das ja mitbekommen.- Das ist hier im Dorf ohnehin eine Sache für sich.

Ich möchte nicht wissen, was im Hinblick auf die Gesundheit meines Mannes hier im Umlauf ist...nun, man kennt mich, und weiß auch, wie ich auf Lügengeschwätz reagiere.

Das kriegst Du schon gebacken, Eifelchen!

Liebe Grüße...isi


@Gitti: Liebe Gitti, Deine Freundin hat DICH!- Mehr braucht sie an sich nicht, um eine Wende der Krankheit zum Guten zu erreichen.- Du wirst sie sicher nicht in Ruhe lassen, bis es ihr wieder besser geht!- Und das meine ich nun nur positiv!!!- Das wird schon wieder..nur Mut!

Herzlichst...Isi


eifelgold: nee, nicht doof. sondern ganz "normal".

Meine erklärung: der mensch weicht unangenehmen situationen aus. begegnung mit tod, krankheit
, unglück, zählt dazu. :( und wenn man damit konfrontiertt wird, kommt automatisch der gedanke, das kann dir auch jederzeit passieren.

ich bin auch so eine, die sich kaum traut, mal nachzufragen. als wir schweren krrankheitsfall in familie hatten, kam ich mir immer seehr blöd vor, zu fragen: wie gehts dir?
wie solls schon gehen? besch*** ! was soll der kranke da immer sagen?

und mit ner dose kekse vorbeischauen, da käm ich mitr auch doof vor. so nach dem motto "mein mann ist sterbenskrank, was sollen denn die kekse da helfen?"

ich weiß, es ist als nette geste gemeint. ich werd mirs zu herzen nehmen und in zukunft in meiner umgebung mehr nachfragen oder mal nen gruß schicken.

((kind auf arm, daher alles kleingetippt )) ;)


Halli Isi,

ich kann das aus eigener Erfahrung sehr gut nachfühlen... und garade hatte/habe ich in der Familie einen schweren Krankheitsfall... und ich muss sagen, dass sich an den Reaktionen und Verhaltensweisen der Mitmenschen auf diese 'Tabu-Situation' nicht wirklich was geändert hat... allerdings hat sich bei mir die Sichtweise geändert und vor allem die Art, damit umzugehen :)
Wenn es um schwere Krankheiten, Unglücke oder Tod geht, sind die meisten Menschen naturgemäß betroffen.
Da diese Themen im Alltag keine Rolle spielen (dürfen) und (auch gesellschaftlich) tabuisiert werden, ist es kein Wunder, dass die meisten Menschen damit erstmal komplett überfordert sind, vor allem dann, wenn es noch nie im engeren Kreis Berührungspunkte mit 'so etwas' gab. Insofern kann man (naja, ich zumindest) den meisten Menschen erstmal gar keinen Vorwurf machen... Enttäuschung und Wut sind sicher ganz normale Reaktionen auf so ein Verhalten, aber sie bringen einen in so einer Situation nicht weiter, im Gegenteil: sie rauben Dir wertvolle Energie und bremsen Dich aus, wo Du alle Kraft brauchst... dabei ist es doch viel wichtiger, gute Gedanken zu sammeln und alle positiven Energien auf die Heilung zu konzentrieren :)
Ich habe die Erfahrung gemacht, je offener man als direkt (oder auch indirekt) Betroffener mit dem vermeintlichen Tabuthema umgeht, desto leichter fällt es auch den Menschen drumherum, damit umzugehen. Und: desto mehr öffnen sich auch ganz neue, ungeahnte Türen... ich habe viel verloren, aber auch viel gewonnen :blumen:

Ich wünsche Euch viel Kraft und alles Gute :blumenstrauss:


Ein guter Freund von mir hatte in Mai zwei Schlaganfälle .
Beim ersten gingen die Auswirkung wieder recht schnell zurück und er hat sich nicht weiter dabei gedacht und einfach wie immer weiter gemacht.
Zwei Tage später ,er war mit dem Rad unterwegs,hatte er den zweiten Schlaganfall mitten beim fahren auf der Straße.
Er stürzte und konnte die eine Körperhälfte nicht mehr gewegen ,sprechen ging auch nicht und
dann hat er schlimme Sachen erlebt. Mehrere Leute sind achtlos an ihm vorbei gegangen ,zwei haben ihn als betrunken verhöhnt und erst eine junge Frau mit Kinderwagen hat genauer geschaut und ihm
geholfen.Er kam dann mit dem Krankenwagen in die Klinik und die Frau hat trotz Kinderwagen ,sein Fahrrad mit zu sich Nachhause genommen und dort eingeschlossen.
Er konnte tagelang nicht sprechen oder gehen oder sonst etwas und lag auf der Intensivstation.
Er ist knapp über 40 Jahre,raucht nicht ,ist sehr sportlich und arbeitet neben seiner Berufstätigkeit schon seit 15 Jahren ehrenamtlich beim DLRG .

Keiner seiner Arbeitskollegen ,keiner seiner DLRG Leute hat sich mal sehen lassen .
Seine Kollegen haben nach 3 Wochen eine gute Besserungskarte geschickt ,die Herrschaften von der DLRG gar nichts.

Nach sieben Tage im Krankenhaus kam er dann in die REHA und hat sich Stück für Stück zurückgekämpft und wieder laufen und sprechen gelernt.

Heute geht es ihm schon wieder ganz gut,aber er steht nun alleine da.

Gestern erst hat er zu mir gesagt ,er komme sich wie ein Aussätziger vor .
Als sei ein Schlaganfall ansteckend und wenn man mit ihm spricht ,würde man das aus bekommen .

Er hat mir diesen Beitrag geschickt und ich will ihn an Euch weiter geben:

Es dauert nur 1 Minute, das Folgende zu
lesen...

Ein Neurologe sagte, dass
wenn er innerhalb von 3 Stunden zu
einem Schlaganfallopfer kommen
kann, er die Auswirkung eines
Schlaganfalls aufheben könne. Er
sagte, der Trick wäre, einen
Schlaganfall zu erkennen, zu
diagnostizieren und den Patienten
innerhalb von 3 Stunden zu
behandeln, was allerdings nicht
leicht ist.

Erkenne einen Schlaganfall:

Es gibt 4 Schritte,
an die man sich halten sollte, um
einen Schlaganfall zu erkennen.

---Bitte die Person, zu lächeln (sie
wird es nicht schaffen).

-Bitte die Person,
einen ganz einfachen Satz
zu sprechen (zum Beispiel:
"Es ist heute sehr schön.").

--Bitte die Person, beide Arme zu
erheben (sie wird es nicht oder
nur teilweise können).

--Bitte die Person,
ihre Zunge heraus zu strecken
(Wenn die Zunge gekrümmt
ist, sich von einer Seite zur
anderen windet, ist das ebenfalls
ein Zeichen eines Schlaganfalls.)

Falls er oder sie Probleme mit
einem dieser Schritte hat, rufe
sofort den Notarzt und beschreibe
die Symptome der Person am
Telefon!!!

Ein Kardiologe hat gesagt, wenn
man dieses Wissen so vielen
Personen wie möglich
nahe bringt, kann man
sicher sein, dass irgendein Leben
?- evtl. auch unseres ?- dadurch
gerettet werden kann.

Ich habe mir für mich vorgenommen mehr hinzuschauen und auch zweimal zu fragen ,wenn es beim erstmal nicht so richtig an kam.


Kleiner Nachtrag zum "Ableben" von unserem Nachbarn.

Nun sind schon drei Tage vergangen, wir wissen immer noch nicht, ob unser Nachbar denn auch wirklich verstorben ist.
Ja, es parken viele frende PKW vor unserem Haus, bleiben ne Stunde und fahren auch wieder.
Doch bis heute ist noch kein anderer auf mich zu gekommen und hat gesagt, komm, wir müssen sammeln.

Bis jetzt noch kein Pastor gesehen, auch nicht die Nachbarn. Im Grunde genommen, sind wir genau so "ahnungslos" wie vor einer Woche.

Möglich, dass die span. Polizei noch nach Beweisen sucht, den Leichnam noch nicht freigegeben hat. Das die Überführung sich hinzieht, weil der Sarg nicht geeignet ist. Ich dachte Spanien wäre in der EU....

Offiziell wissen wir von nix.

Ich war immer noch nicht drüben, obwohl schon das Nachbardorf klatscht, also erzählt.

Verkehrte Welt.

Ich fühle mich immer noch doof.


Zitat (Eifelgold @ 20.07.2011 21:25:52)
Ich war immer noch nicht drüben, obwohl schon das Nachbardorf klatscht, also erzählt.

Verkehrte Welt.

Ich fühle mich immer noch doof.

...dann geh doch einfach rüber :blumen:

Ich kann mir vorstellen, wie Du Dich fühlst, Eifelgold. :trösten: Diese Ungewissheit und Verunsicherung. :aengstlich: Soll ich mitkommen? :traurig:


@Eifelgold: das Beste in so einer Situation ist: hingehen, und -vorsichtig- nachfragen!- Nicht hintenrum nachforschen, oder abwarten.
Dann hast Du es aus erster Hand.- Als Nachbarin hast Du jedes Argument des Interesses (nbicht der Neugier) der Welt.- Ansonsten stehst DU nämlich ganz doof da.

@dahlie kommt mit, und ich auch....also: nur Mut!

Liebe Grüße...Isi


Zitat (IsiLangmut @ 17.07.2011 10:18:08)
Daß sich die "guten Freunde" meist zurückziehen, wenn eine ernsthafte Erkrankung festgestellt wird, ist bekannt.-
Man will es jedoch nicht wahrhaben, bevor man selbst in die Lage kommt...

...Plötzlich umgibt die Betroffenen, die an sich in irgendeiner Form vermehrten Zuspruchs bedürfen, eine Art "Bannmeile".- Man ist allein.

Ich verstehe, was du meinst.

Seit einem halben Jahr bin ich körperlich krank, immer wieder mal krank geschrieben. Alles nicht lebensbedrohlich, auch nicht ansteckend. Aber doch so, dass ich zeitweise über Wochen nicht das Haus verlassen kann.
Meine Kinder unterstützen mich nach wie vor. Besuchen mich, kaufen für mich ein, unternehmen etwas mit mir.

Freunde, Bekannte, Kollegen? Pustekuchen!
Anfangs wurde noch gefragt: Na, wie isset? Aber nachdem ich wenig Neues zu berichten hatte, wurde es immer ruhiger. Ich habe es inzwischen aufgegeben, ihnen hinterher zu telefonieren. Irgendwie habe ich das Gefühl, ich gehöre nicht mehr dazu.

Was solls. Ich kann mich auch alleine beschäftigen. Socken stricken geht immer. :)
Nur so eine leise Enttäuschung, die bleibt.

ich glaube nicht, dass es nur eine ursache dafür gibt, wenn menschen bei krankheit oder unfällen sich plötzlich allein sehen. denn viele haben es niemals gelernt, wie man damit umgeht. als direkt betroffener, als angehöriger eines betroffenen oder als kollege, nachbar, freund.

jeder reagiert anders darauf, und ich finde, es gibt gewisse anstandsregeln, auch von betroffenen. nur wenige menschen wissen blind, wie ein kranker nun behandelt werden will. mag er viel gesellschaft haben? oder nur seine ruhe? man mag nichts falsch machen, und viele ziehen es vor, nichts zu tun.

bei chronisch kranken erlebe ich im heim meiner lieben alten damen verschiedenes. menschen, die immerzu über das gleiche klagen. und das recht an sich reißen, als kranker das alleinige gesprächsthema sein zu dürfen. nur die eigene krankheit zählt.

als besucher fühlt man sich, als habe man die zunge entfernt bekommen. es wird nur nicken bei ihnen erwartet. oder ein bemitleidendes "ui, hast du es schwer", "das ist ja schrecklich" oder "wie furchtbar, dass niemand dich besuchen kommt".

sind sie noch bei klarem verstand, haben auch sie regeln einzuhalten. bei einem gespräch wird auch der andere gebeten, etwas von sich zu erzählen, worauf eingegangen werden kann. auch habe ich es schon oft erlebt, dass kranke ausfallend wurden, hat man sie nach ihrem befinden gefragt. welch eine dumme frage das sei, wenn man krebs habe und langsam vor sich hinfaule. das muss sich niemand bieten lassen, denn trotz krankheit kann man noch höflich bleiben. :angry:

ich mag mich auch nicht aufdrängen. ich lasse wissen, dass man mich anrufen oder mir schreiben kann. und gehe davon aus, dass das angebot nicht benötigt wird, höre ich nichts von den leuten. viele sind gewiss auch nicht ohne grund misstrauisch. sie empfinden es als einmischung, fragt man zu oft nach ihnen und dem wohlbefinden. man könnte ja etwas ausplaudern und darüber klatschen. was oft genug auch der fall ist.

so kannte ich es früher auch. ich habe wenig darüber gesprochen, wenn mir etwas fehlte. ich wollte kein mitleid oder schwach erscheinen. und auch keinen anlass zum klatsch geben.

in der familie meines mannes ist das so anders, dass es zu beginn ein schock war. dort mischt sich jeder in beinahe alles ein und gibt immer wieder sein bestes zu ratschlägen. immer wieder, so belanglos es auch sein mag.

in einem anderen thema erwähnte ich gerade, dass ich meinen mann kennen lernte, als er einen unfall hatte. wir wurden freunde, und ich erlebte, wie seine familie und seine freunde anteil nahmen. mein bruder lag verunglückt neben ihm, und jeden tag sah ich auf den nachttisch meines mannes mehr karten, e-mail-ausdrucke, kleine geschenke und blumen.

meine schwiegermutter begann fast jeden besuch mit grüßen wie "tante sarah lässt dich grüßen. und du sollst deinen arzt darauf festnageln, dass er dir krankengymnastik veschreibt. onkel moshe wünscht dir gute besserung. und du sollst beim klettern in zukunft mit gurtsystemen arbeiten."

innerhalb weniger stunden weiß es die ganze familie, wenn einem etwas zugestoßen ist. sei es noch so unbedeutend. oder auch nur, wenn es neuigkeiten gibt. es wird nicht danach gefragt, ob geholfen werden soll, man wird mit hilfsangeboten überfallen. beinahe die ganze familie ist jüdisch und lebt einerseits weit verstreut, andererseits jedoch eng verbunden und gern in der nachbarschaft der verwandten, wohnt man in der selben stadt.

daran musste ich mich erst gewöhnen. das gute daran ist, dass man sich nicht dafür entschuldigen muss, wenn man im augenblick keine hilfe benötigt. und niemand nimmt es übel, wenn man sich für etwas anderes entscheidet. wichtig ist für sie, dass der kontakt da ist. und dass konkrete angebote gemacht werden.

bei ihnen heißt es selten "kann ich dir irgendwie helfen? irgendwann?". es wird gesagt "ich gehe montag einkaufen. du brauchst gewiss auch etwas. was soll ich dir mitbringen?" an mir selbst habe ich gesehen, dass es mir so viel leichter fällt, hilfe anzunehmen. allerdings ist es auch in ihrer religion vorgesehen, dass man hilfe anbietet und auch annimmt.

ich wünschte mir, kranke würden oft konkreter sein. und sich nicht allein auf ihre krankheit konzentrieren. auch das habe ich erst lernen müssen. dass man sie trotzdem noch fordern soll. wie bin ich dafür angegriffen worden, als ich es nicht ablehnte, mir für meine babys von meinen lieben alten damen mützchen, söckchen und jäckchen stricken und schenken zu lassen. wo sie doch unter dem zittern der hände leiden, kaum eine halbe stunde am stück an einer arbeit sitzen können und kaum noch etwas sehen.

doch ich habe gesehen, dass sie als kranke so die möglichkeit hatten, ein wenig normalität zu erleben. und das gefühl, nützlich zu sein. in vielen altenheimen mit tierhaltung geht es den kranken viel besser, wenn sie sich mit den tieren beschäftigen können. man redet über etwas anderes als die krankheiten, weil die tiere das wichtigste sind. man besteht aus mehr als nur krankheit, doch das vergessen kranke und freunde oft. ich fühle mich unbehaglich, gibt es nur zwei extreme. wenn nicht über die krankheit gesprochen werden darf oder wenn sie das einzige gesprächsthema ist.


Zitat (IsiLangmut @ 21.07.2011 08:08:57)
@Eifelgold: das Beste in so einer Situation ist: hingehen, und -vorsichtig- nachfragen!- Nicht hintenrum nachforschen, oder abwarten.

Nun, das brauche ich wohl nicht mehr.

Wir haben heute eine Todesanzeige im Briefkasten gehabt.
Die Beisetzung ist nächste Woche.

Als ich heute Abend von der Arbeit kam, brachte die Nachbarin gerade ihre Freundin zur Türe.
Sie sah verweint aus, hatte ein rotes Gesicht. Sie grüßte mich, ich sie. Dann kramte ich nach meinem Schlüssel , ich sah, wie die Beiden sich wieder zurückzogen.

ich wollte auch nicht gerade zu diesem Zeitpunkt rüber gehen. Die beiden sahen so aus, als wenn es gerade unpassend ist.

Liebes Eifelchen, kann es sein, daß Du mächtig nach "Ausreden" suchst, warum es 'grad nicht passt'?- Da geht man als Nachbarin ganz ruhig mal kurz hin, und drückt die Hand, mit dem Hinweis: "Es tut mir/uns Leid um ....!- Du weißt/Sie wissen, wir sind für Dich/Sie da!"
Leicht fällt das wohl Niemandem.- Außer professionellen Bestattern oder Priestern weiß auch ganz sicher Niemand so richtig, wie man da -ohne 'was falsch zum machen(?)- sein Mitgefühl kundtut.- ICH persönlich kriege es nicht über die Lippen, zu sagen:"Mein herzliches Beileid!"- Ist mir irgendwie zu abgedroschen. Kaufe auch keine Trauerkarten mit diesem Aufdruck.- Falls Du garkeinen "Einstieg" findest, wie Du die Nachbarin ansprechen sollst, so schreib zumindest eine Karte mit ein paar persönlichen Zeilen.- Und steck die in den Briefkasten.- Ist auch nicht DER Hit, aber zumindest hast Du den Schritt dann vorweg genommen.

Du machst das schon...liebe Grüße...Isi


Zitat (IsiLangmut @ 21.07.2011 19:22:55)
Liebes Eifelchen, kann es sein, daß Du mächtig nach "Ausreden" suchst, warum es 'grad nicht passt'?-

Ja! Das könnte hinkommen.

Vielleicht auch, weil es hier im Dorf nicht so üblich ist. Bei besonders guten Freunden ja, in der Nachbarschaft eher selten.

Eine Karte werden wir auf jeden Fall einwerfen. Denn das ist bei MIR so üblich.
Schnöde wird sie nicht sein.
Wir sind immer persönlich auf den Hinterbliebenen Eingegangen.

Auch hier werde ich mir ein paar liebe Worte einfallen lassen. Ist diesmal nicht einfach, da die Nachbarn kaum älter wie wir sind.

@Eifelgold: weißt Du, was ICH darum gebe, was in diesem unseren Dorf "üblich ist"?- NIX!- Da folge ich meinem Herzen, bzw., dem, was mir meine Einstellung zu den betreffenden Leuten sagt.- Falls ich Jemanden -auch enge Nachbarn- absolut nicht verknufen kann, und für den wird gesammelt, dann gebe ich auch Nix.- Wer uns zu Lebzeiten mit dem 00 nicht besehen hat, bekommt von uns auch Nichts auf's Grab.- Das wäre Heuchelei.- Was "man" tut, vor allen Dingen, was die 'Eingeborenen' im Dorf so an teils nicht nachvollziehbaren Ritualen haben, hat mich/uns noch nie interessiert.- Ich/wir bin/sind anders erzogen, und habe/n Manches anders praktiziert früher - in der Zivilisation.- Da wir ja auch 'erst' 24 Jahre hier leben, sind wir auch immer noch nicht "vun heh" (von hier), werden es auch nie sein.- Dazu muß man in diesem Kaff geboren sein.- Da gelten auch evtl. 50 Jahre nicht.

Mal eine kleine abschweifende Betrachtung meinerseits zu den Gepflogenheiten auf dem Dorf...

liebe Grüße...Isi


Auch ich gebe herzlich wenig ums Dorfgeschisse.
Und wenn ich einen nicht kenne, und es wird gesammelt, gebe ich auch nix.

Habe auch schon mal zwei Damen abgewiesen, die sagten: ja aber das ist doch die Tante von XY (Dorftratsche #1).
Und weiter....? Die Damen zogen dann von dannen.



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