Themennachmittag Altenheim

Ich empfehle dir, spezielle Erinnerungsspiele für Senioren auszuprobieren, da sie Gespräche anregen und dabei helfen, alte Erinnerungen wachzurufen. Solche Spiele sind speziell darauf ausgelegt, positive Momente hervorzubringen und die Kommunikation innerhalb der Gruppe zu fördern.
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herzlich willkommen bei Frag-Mutti!
Sicherlich interessant werden könnten für die älteren Leute Themen wie:
alte Kinderspiele, Weihnachtsgedichte, alte Kinderlieder,
alte Kochrezepte, Notzeitenrezepte (siehe FM!).....
eventuell ein Lied ein. Sonst sind deine Themen gut.
vielleicht, wie man früher den haushalt gemacht hat, welche neuerungen sie gut fanden und was nicht. oder welche erfindungen sie nicht missen mochten. was sie gern gekocht haben, wie sie gespart haben, was ihre hobbys waren. meine alten damen haben früher viel gestrickt, gehäkelt und genäht.
ausklammern würde ich religiöse und politische themen.
die damaligen Bräuche, die alten Lieder, das Weihnachtsessen - und frag die Herrschaften doch nach ihrem schönsten Weihnachtsgeschenk - da leuchten auch heute oft noch die augen vor Freude...
Hammer, Nägel bei Thema wie Handwerken, Haus bauen.
Gegenstände sind immer gut. Es ist etwas anzuschauen, anzufassen und zu begreifen, im wahrsten Sinne des Wortes. Da kommen dann manche Gesprächsthemen ganz von selbst.
Lass den Menschen Zeit beim Antworten. Manche alten Menschen brauchen dafür länger, bis ein Wort die Lippen verlässt.
meine mutter war ja demenz und auch durch eine blutvergiftung verwirrt .... ich , war nicht mehr wichtig... doch pitty , ihr vogel... oder wenschdorf... wo wir 10000 mal zum urlaub wahren... das hat sie behalten;)
:heul: r.i.p.
Sille
Hallo,
ich bin auch in einem Altersheim in der Seniorenbetreuung beschäftigt, immer wieder schön und immer wieder spannend!!
Ich an deiner Stelle würde jetzt noch nicht das Thema Weihnachten nehmen, heb dir das auf, für die Adventszeit (ist ja nicht mehr lange hin).....
Jetzt würde doch das Thema Herbst gut passen, sammel Blätter (vielleicht sogar mit den Bewohnern), diese könnt ihr gemeinsam bestimmen......da ergibt sich ganz von allein ein tolles Gespräch. Wie schön farbenfroh der Herbst sein kann, Drachen könnten ein Thema sein usw.....
Was aber auch immer gut kommt: mach dir Erinnerungskarten. Am PC ausdrucken, die einzelnen Karten laminieren, sie halten dann einfach länger.
Du kannst auf jede Karte eine Frage schreiben, jeweils mit dem Anfang: "Erinnern Sie sich .....
z.b. - an ihr Lieblingsgeburstagsgeschenk aus Kindertagen
- daran, was sie sich von ihrem ersten selbstverdienten Geld gekauft haben
- welches Lied sie am liebsten gesungen haben
- was in ihrer SChultüte war
- an eine schöne Geschichte mit ihren Eltern/Großeltern
- wo sie am liebsten ihren Urlaub verbracht haben
- ihre Lieblingssüßigkeit aus Kindertagen
usw. usw.
die Fragen dürfen durchaus durcheinander sein, müssen nicht auf ein bestimmtes Thema bezogen sein. Könnte man natürlich auch machen
Du lässt dann nacheinander die Bewohner eine KArte ziehen und dann lass sie erzählen. Aus der ERfahrung heraus muss man manchmal ein wenig bremsen, weil alle etwas zu erzählen haben.
Es gibt ein tolles und sehr informatives und hilfreiches Forum für Betreuungskräfte, schau dort doch einfach mal rein, dort findest du ganz viele Anregungen
http://479223.forumromanum.com/member/foru...1587&onsearch=1
Viel Spaß bei deiner Erinnerungsrunde und dem JOb ansich, er ist sehr bereichernd!!
du schreibst:" meine Mutter war ja Demenz".
Dazu möchte ich anmerken, daß Menschen nicht Demenz sind, sie leiden allenfalls an gleichnamiger Krankheit. Sie sind schlimmstenfalls dement.
Diese Verwechselung ist mir schon öfter aufgefallen.
Das Herz eines Menschen wird von der Krankheit kaum verändert.
Nur die kognitiven Fähigkeiten.
Dies ist meine persönliche Ansicht und Erfahrung.
Liebe Grüße
tante2
Ob Sie häufig beschäftigt, unterhalten oder angeleitet werden sollen oder müssen stelle ich in Frage.
Warum nicht einfach Ram lassen für was SIE gerade wollen und brauchen?
Sie werden es schon mitteilen, jeder auf seine Art.
Ein Gruppengespräch über: "wie geht es mir gerade, was fühle ich, was nehme ich jetzt wahr, was will ich (erleben) ?" genügt oft schon.
UNSER Bedürfnis etwas GUTES zu tun, zu stukturieren und machen überfordert unsere Älteren oftmals.
Die dringlichsten Anliegen regeln sich dann meistens von selbst :-))
tante2 (die grade eine 83jährige und Ihren fast 85jährigen Mann in der Nachbarschaft mit "besorgt")
Und die wunderbaren Helferinnen in Heimen, die dazu beitragen, den Bewohnern und Bewohnerinnen den meistens sehr gleichförmigen Alltag zu verschönern, drängen sich den alten Menschen ganz sicher nicht auf, indem sie wissen was gut für diese wäre, beileibe nicht! Aus den Beiträgen hier lese ich viel mehr die Achtung und den Respekt heraus - und den Wunsch, durch Tipps usw. noch mehr zu deren Wohlergehen beitragen zu können; ohne es besser zu wissen, was gut für sie wäre.
Und gerade ein solches Gruppengespräch, wie Du das vorschlägst, wird oft als aufdringlich erfahren. Wie wenn das ein strukturiertes Eindringen sein könnte in etwas, was ich gerade nicht mitteilen möchte - und was mich von den anderen auch nicht interessiert.
Eine Frage noch: Was meinst Du mit "besorgt" im letzten Abschnitt? - Hört sich für mich wie betüddeln an, und das sollte es wohl doch gerade nicht sein.
| Zitat (tante2 @ 11.11.2011 22:04:22) |
| Ob Sie häufig beschäftigt, unterhalten oder angeleitet werden sollen oder müssen stelle ich in Frage. Warum nicht einfach Ram lassen für was SIE gerade wollen und brauchen? |
Hallo tante2,
natürlich müssen die "Alten" nicht rund um die Uhr bespaßt werden, das halte ich auch nicht für gut!
Aber darauf einzugehen, was SIE wollen schließt eine sinnvolle Betreuung und Beschäftigung nicht aus!
Die alten Menschen (vor allem wenn sie an Demenz erkrankt sind) brauchen Strukturen, einen geregelten Tagesablauf und Ansprache, damit dass, was noch vorhanden ist, erhalten bleibt. Demenz ist in vielen Fällen eine leider schnell voranschreitende, ganz furchtbare ERkrankung. Aber je mehr wir die Menschen in einen "normalen" Tagesablauf einbeziehen ( Handtücher oder Servietten falten zum Beispiel), ihre noch vorhandenen Fähigkeiten fördern und sie dabei unterstützen desto mehr können wir den Krankheitsverlauf verlangsamen. Auch ist es nicht auszuschließen, dass schon verlorengegangene Fähigkeiten wieder "rausgekitzelt" werden. Das funktioniert aber nur, wenn dies immer wieder wiederholt und geübt wird. Und wenn es "nur" der Umgang mit einem Löffel ist.
Auch das Gedächtnis kann man sehr gut trainieren, wenn man z.b. solcher Erinnerungsrunden anbietet, singt, Sprichworte übt, evtl. mit Sütterlin-Schrift das LEsen anregt (was im Übrigen auch bei schwer dementen Menschen sehr lange vorhanden ist)......
Ich mache diesen Job jetzt seit 3 Jahren und ich möchte im Moment nichts anderes tun. Er ist wirklich sehr bereichernd für beide Seiten und auch ich lerne täglich Dinge von den alten Menschen, das ist so wertvoll und so schön!!
Wenn bei vielen an Demenz Erkrankten auch das sprachliche Vermögen nachgelassen hat - auf der sozial-emotionalen Ebene sind sie meistens voll kompetent; können das aber nicht mehr so ausdrücken, dass ICH das begreife. Das ist mein Manko. Es sagte mal jemand: Diese Menschen verwirren mich, darum heißen sie die "Verwirrten."
Aber das ist ein anderes Thema. :blumen:
