Vliestapete Tapezieren: Vliestapete Kleben


Ich habe zwei Fragen zum Tapezieren von Vliestapeten.

Man sollte ja mit dem Lichteinfall, also am Fenster, beginnen. Was macht man nun mit der Fensternische? Ich habe sowohl die Variante gesehen, wo die erste Bahn um die seitliche Leibung herum geklappt wird, als auch, dass nur ein schmaler Streifen der ersten Bahn "um die Ecke" geklappt wird und dann für die Leibung ein eigener Tapetenstreifen zugeschnitten wird. Was ist sinnvoller? Ich meine mich zu erinnern, dass man an Außenecken die Tapeten ruhig auf voller Breite umklappen kann.

Zweite Frage betrifft die Innenecken (Raumecken): Laut Anleitung der Vliestapete soll die Tapete bündig an der Ecke abgeschnitten werden, so dass kein Überlappen mit der angrenzenden Bahn der anderen Wand stattfindet. Sowas funktioniert doch aber nur bei absolut graden Wänden, oder?

Vielen Dank schonmal.


Hallo seventh_son
Du hast Dich schon gut informiert was das Tapezieren anbelangt.
Bei manchen Tapeten die nicht auf Stoß geklebt werden ist es wichtig vom Fenster anzufangen.
Bei den Tapeten die auf Stoß geklebt werden erübrigt sich diese Regel einzuhalten.
Bei den Fensterleibungen würde ich immer die ganze Bahn der Wand ca. 1 cm um die Ecke zum Fenster rumkleben. Dann kann man einen Streifen schneiden und die Leibung bekleben. Genau so klebe ich die Tapete an den Aussenecken nur das umzulegende Ende ist jetzt breiter. Die nächste Bahn wird so angelegt das die Tapete sich um etwa 2 cm überlappt. Mit einem scharfen Messer wird jetzt ein Doppelschnitt durchgeführt, die Reste werden entfernt und die Stoßnaht ist korrekt. Bei den Innenecken ist es ein wenig komplizierter. Ist die Wand ganz gerade wird in der Ecke geschnitten. Wenn die Tapete überstrichen wird ist es gar kein Problem. Die Ecken werden vor dem Streichen mit Acryl ausgespritzt, mit dem Finger glatt gestrichen und dann übergestrichen. Wenn nicht gestrichen wird muss der Schnitt in der Innenecke ganz genau ausgeführt werden, ich würde hier ein ganz wenig überlappt tapezieren. Einfach nur das die Nähte nicht aufgehen. In der Innenecke entstehen schnell Spannungen die dann Schrägfalten bilden können.
Ich hoffe Du weißt jetzt wie es geht


Hallo Peter,

vielen Dank!

Bezüglich der Fensterleibungen steht deine Methode konträr zu vielen Anleitungen und Herstellerbeschreibungen die ich gelesen habe, wo immer die Tapete so umgeklappt wird dass kein weiterer Streifen mehr nötig ist. Was spricht deiner Meinung dagegen?

Danke für den Tipp mit dem Acryl. Es soll tatsächlich gestrichen werden, daher brauchen wir uns um die Innenecken ja keine Gedanken zu machen. Ist Acryl das selbe wie Silikon?

Gruß


Hallo seventh_son,
Acryl kann man überstreichen bei Silikon klappt es nicht, es lässt sich nicht überstreichen.
Zu den Leibungen, wenn man Tapete zu breit um die Ecke klebt können sich Falten bilden. Das ist der Grund warum nur 1-2 cm um die Ecke klebt wird. Egal ist es dabei ob Innen- oder Außenecke. Hier kann auch ein Doppelschnitt angewendet werden, kommt auch auf die Stärke der Tapete an.

Bearbeitet von farbenpeter am 17.09.2010 20:24:40


Hallo Peter,

beim Schneiden der Tapeten an der Wand hatte ich jetzt wiederholt das Problem, dass ich die relativ schmalen Überstände (1-2 cm) nicht richtig schneiden kann, wenn sie vom Kleber schon durchnässt sind. Mein Cuttermesser ist eigentlich scharf genug, aber bei diesen nassen schmalen Streifen versagt es und die Streifen reißen ein. Habe deshalb sicherheitshalber leicht überlappend an den Ecken tapeziert und die unschönen Kanten verdeckt.

Gibt es da einen Trick damit man auch die feuchten Streifen an der Wand ordentlich schneiden kann?


Oh seventh_son,
ich habe Dir leider nicht geschrieben das Du zum Schneiden einen breiten Spachtel oder Traufel ca. 30 cm mindestens, auf die Fläche drücken und an der Kante mit Deinem sehr scharfen Messer langschneiden solltest.
Tut mir leid! An der Fußleiste und an der Decke macht man es auch so. :heul:


Ich häng mich mal hier an:
Tapezieren ist wohl nicht so ganz mein Fall - jetzt hab ich schon Vliestapete genommen; ging auch schon besser, die Wand statt der Tapete einzukleistern. Trotzdem haben sich einige Bahnen an den Nähten etwas abgelöst :( Was mache ich falsch? Vor dem Einkleistern noch Tiefengrund oder so auf die Wand? Zu wenig Leim kann eigentlich nicht sein..
Zusatzfrage: neben dem Fenster sieht man durch den schrägen Lichteinfall einige Unebenheiten. Weil die Außenwand eh noch etwas Isolierung brauchen könnte, wollte ich jetzt Gipskarton-Platten als Untergrund nehmen. Muss ich da noch etwas beachten wegen möglicher Schimmelbildung bzw. Kondenswasser zwischen Mauer und Gipskarton? Lieber Hinterlüftung, einfach platt auf die Wand oder könnte ich sogar noch 1 cm Styropor dazwischensetzen?

Vielen Dank für jede Hilfe,
Chris


So, jetzt wirds ernst mit dem nächsten Zimmer (bzw. die Frau leicht ungeduldig). Darf ich nochmal nachhaken? Ich hoffe auf einen gewissen Peter... :blumen:
Also die Vliestapete hat sich inzwischen eigentlich ganz gut bewährt, nur neben dem Fenster ist eine kleine Kummerwand, die ich wohl neu machen muss: da war ich zu schlampig mit dem Untergrund; schräger Lichteinfall bringt es deutlich zutage, die Nähte sind aufgegangen und die Katze hat inzwischen schon geholfen, das mit dem "trocken abziehbar" zu testen...
Da es sowieso eine Außenwand ist, wollte ich einfach Gipskartonplatten anbringen, damit es diesmal wirklich glatt wird - evtl. noch 1cm Styropor darunter: bei mehr Styropor hätte ich Angst um die von außen auskühlende Mauer und kriegte auch den Schrank nicht mehr in die Ecke..
Frage: geht das so oder muss ich noch was beachten wegen Schimmel oder so? Innendämmung ist ja so eine Sache...
Im jetzt anstehenden Zimmer wollte ich das dann auch gleich machen an der Außenwand - oder wäre ein Hohlraum besser? Ich könnte die Gipsplatten ja auch auf Dachlatten setzen

Vielen Dank für jeden Tipp,
Chris


Hallo Chris!

Du kannst eine Verbundplatte (Gipskarton mit Styropor) auf die Wand kleben und anschließend die Stöße spachteln. Geklebt wir mit Perlfix oder Ansatzgips. Auf die Rückseite werden Batzen vom Kleber aufgetragen, dann die Platte an die Wand gedrückt und mit einem Richtscheit ausgerichtet.
Wie stark ist Deine Außenwand? Welchen Innenputz hast Du? Vielleicht brauchst Du gar nicht zu dämmen.


Hallo Farbenpeter,
na das ging jetzt aber schnell, danke sehr :blumen: Also Platte einfach so dran, keine Dampfbremse mehr nötig? Das sollte ich ja hinkriegen...


Chris eine Dampfbremse wird nicht benötigt. Eine Platte ist 1,25 m breit und zwei bzw. 2,50 m lang. Ich vermute Du hast ein 24 cm starkes Mauerwerk beidseitig verputzt. Ein Innenputz aus Gips ist gegen Schimmel anfälliger, muss aber nicht passieren. Wenn Du alles gespachtelt und geschliffen hast, solltest Du die Fläche mit Tiefgrund streichen. Dient in diesem Fall als Grundierung, damit Dein Kleister besser klebt und die Tapete später abzulösen geht.


Prima, danke :blumen: