Gipsfeinputz-Wände: Tapezieren, Streichen, Streichputzen ?


Hallo,

wir haben einen Neubau und in ca. 4 Wochen steht die Gestaltung der Wände an. Momentan ist alles mit
einem Gipsfeinputz versehen.

So, was tun ?

Tapezieren würden wir ungerne. Alleine schon vom Aufwand her. Außerdem gefallen uns Rauhfaser und Co. nicht wirklich.

Am liebsten würden wir den Putz direkt streichen. Würde das bedeuten wir müssten die Wände schleifen, ggfl. nachputzen, mit Haftgrund behandeln und dann streichen ? Oder gibt es da noch was anderes zu beachten ?

Viele sagen, man soll den Putz nicht direkt streichen sondern erst mit einem Malervlies versehen.

Wie schaut's mit Roll-/Streichputz aus ?


Freue mich auf Eure Antworten.


Hallo baustellenkoenig :blumen:


T. Edit: Korrektur

Bearbeitet von kati am 07.02.2011 10:42:50


Hi,

vielen Dank für deine Antwort. Ist das denn eine nachhaltige Lösung ? Wie sieht es denn aus wenn ich die
Wände irgendwann mehrfach gestrichen habe.

Gruß


Hallo baustellenkoenig :blumen:


Darf ich nochmal das Thema Malervlies ins Spiel bringen ?!

Der allgemeine Tenor geht dahin, dass ich damit zum einen Setzrisse kaschiere und zum anderen Unregelmäßigkeiten in den Wänden verdecke. Und natürlich habe ich den Vorteil die ganze Geschichte wieder abziehen zu können. Sonst noch was ausser viel Mehraufwand ?

Bearbeitet von baustellenkoenig am 07.02.2011 10:59:31


... da wird Dir unser farbenpeter mehr zu schreiben können.


Muss ich den farbenpeter nun direkt anschreiben ? Oder hat der eine innere Stimme die ihm sagt, dass jemand im Forum seine Hilfe braucht ? :-)


Hallo baustellenkoenig :blumen:

LG kati


Hallo baustellenkoenig
Ihr habt also ein Haus gebaut und alles mit Gipsputz verputzt. Wenn die Gipser alles richtig gemacht haben dürften sich keine Risse bilden. Malervlies klebt man nur wenn sich Risse nicht ausschließen lassen, dann solltet Ihr aber ein vorbeschichtetes Vlies nehmen. Dieses Vlies wird mit Gewebekleber tapeziert, es werden die Wände eingestrichen (mit einer Rolle), dann wird das Vlies mit einer Plastiktraufel an die Wand, in den Kleber, gedrückt. Die Bahnen überlappen sich ein wenig und werden mit einem Cuttermesser geschnitten und die Reste werden abgezogen und das Vlies wieder angedrückt.
Nun seit Ihr dran, was wollt Ihr als Schlußbeschichtung machen. Es ist alles möglich. Ihr könnt Tapete kleben, Ihr könnt aber auch mit einem Streichputz arbeiten. Ich hab hier mal einen Link von einem Lehmputz, ich will Euch hier nur mal einen Kreuzschlag zeigen. Schaut Euch mal das Bild vom Kreuzschlag an!
Kreuzschlag
In einem früheren Beitrag bei "Flüssigrauhfaser statt Tapete, Flüssigrauhfaser eine gute Alternative?" könntet Ihr Euch auch informieren.
Mit dem Vlies könnt Ihr keine Unebenheiten ausgleichen, die müsst Ihr spachteln und schleifen.
Wenn Ihr Euch für einen Streichputz eintscheiden würdet hättet Ihr ein leicht verarbeitbares Material
Streichputz = Dekoquarz fein
Ich denke zur Entscheidung reicht es erst mal, wenn Ihr weitere Fagen habt bin ich immer da für Euch.


Hallo Farbenpeter,

danke für die schnelle und ausführliche Antwort. Gehen wir mal davon aus die Jungs haben gut gearbeitet und es bilden sich keine Risse, welche Möglichkeiten habe ich direkt auf dem Putz zu arbeiten, sprich Streichen oder einen Streichputz aufbringen ?

Oder ist das nicht empfehlenswert und ich sollte in jedem Fall mit einem Vlies arbeiten ?


Zitat (baustellenkoenig @ 07.02.2011 - 21:03:39)
Gehen wir mal davon aus die Jungs haben gut gearbeitet und es bilden sich keine Risse, welche Möglichkeiten habe ich direkt auf dem Putz zu arbeiten, sprich Streichen oder einen Streichputz aufbringen ?

Oder ist das nicht empfehlenswert und ich sollte in jedem Fall mit einem Vlies arbeiten ?


Wenn Ihr Euch für einen Streichputz entschieden habt dann streicht Ihr alle Flächen mit weißer Dispersionsfarbe vor. Ich empfehle hier diese Farbe, sehr ergiebig und gut deckend. Jetzt seht Ihr auch alle Unebenheiten die dann nachzuspachteln sind. Wenn alles grundiert und trocken ist könnt Ihr mit dem Streichputz beginnen. Kreuzschlag ist deswegen wichtig weil bei einem glatten Putz das Problem mit dem Streiflicht besteht. Streiflicht sind Schattenwirkungen wenn man gegen das Licht schaut. Durch den Kreuzschlag entsteht eine gleichmäßig ungleichmäßige Fläche die leicht wolkig wirkt und ein schönes Licht - Schattenspiel ergibt.
Diese Methode ist günstig und Ihr könnt es selber machen, wenn Ihr nicht nur linke Hände habt.
:daumenhoch:

Hallo Farbenpeter,

ok, alles klar soweit.

Wenn ich nun keinen Streichputz verwenden will und einfach nur Streichen muss ich die Wand doch
sicherlicher mit einem Tiefengrund behandeln, oder ?


Zitat (baustellenkoenig @ 08.02.2011 - 07:13:35)
Hallo Farbenpeter,

ok, alles klar soweit.

Wenn ich nun keinen Streichputz verwenden will und einfach nur Streichen muss ich die Wand doch
sicherlicher mit einem Tiefengrund behandeln, oder ?

Hallo Baustellenkönig!
Tiefgrund streicht man nur um den Untergrund zu verfestigen. Wenn Ihr tapezieren wollt kann man Tiefgrund streichen um später die Tapete leichter zu entfernen.
Wenn Ihr die Wände nur streicht habt Ihr ein riesiges Problem mit dem schon beschriebenen Streiflicht. Jede kleinste Unebenheit wird sichtbar. Die Farbe sollte dann ganz matt sein um viel vom Streiflicht zu nehmen.
schaut mal hier, das ist dann die Alternative

Ok, das mit dem Streifenlicht habe ich jetzt kapiert. Aber warum erzählt mir jeder, dass wenn ich die Wände nicht mit Tiefengrund vorbehandel die Wand dann wie ein Schwamm ist und ich mehrere Male streichen muss.

Sorry, hast schon ein Loch im Bauch oder geht's noch ? :-)


...mit anderen Worten: Muss da nun was unter die Farbe oder streiche ich die direkt auf den Putz ?


Zitat (baustellenkoenig @ 08.02.2011 - 20:15:05)
Sorry, hast schon ein Loch im Bauch oder geht's noch ? :-)

Mein Loch im Bauch habe ich gerade mit Abendessen gestopft.
Ich würde die Wände mit verdünnter Farbe grundieren und dann mit dem nächsten Anstrich fertig streichen. :blumen: