Könnte das so kommen? Neue, verbesserte Welt


Es ist Montag, 3.6.2010, 5 Uhr morgens.
Der Radiowecker reißt Günther S. aus dem Schlaf. Der Oldie- Sender spielt Modern Talking.

Herr S.quält sich aus dem Bett- gestern ist es etwas spät geworden auf Arbeit.
Dienst am Pfingstmontag- mal wieder. Früher konnte er danach wenigstens ausschlafen.
"Ja, ja der Pfingstmontag", murmelt Herr S., "ist das wirklich schon 5 Jahre her?"
Es hat sich einiges getan seit damals.

Nur nicht in seinem Haus.
Als 2005 die Eigenheimzulage plötzlich doch gestrichen wurde, mußten sie Abstriche machen. Und inzwischen hat sich Familie S. daran gewöhnt. An die freiliegenden Leitungen und den Betonfußboden.
Der Strom wurde auch mal wieder erhöht, jedes Jahr um 0,20€/kWh.
Fernsehen und PC hat die Familie ja schon lange abgeschafft, denn wer will schon 80€/Monat an die GEZ zahlen...
Die Mehrwertsteuer muß erhöht werden, haben sie damals gesagt. Das würde auch die Entlastung in der Haushaltskasse bringen. Sie wurde erhöht- um genau 25%.

Gut, denkt Herr S., daß damals die Garage noch nicht fertig war- denn der Wagen ist längst verkauft.
Zu teuer, seit es die Kilometerpauschale gibt. Und erst der Benzinpreis an den Tankstellen! Der liegt ja nun bei 2,80/Liter.Und mit Bus und Bahn dauert es in die City ja auch nur 2 Stunden. Und was man dabei für nette Leute trifft!
Zum Beispiel die nette Blondine, die Herrn S. immer so reizend anlächelt.
Zurücklächeln mag Herr S. nicht- wegen seiner Zähne.
Aber was will man machen? 3000€ für zwei Kronen sind verdammt viel Geld!
Und schon die Brille mußte er selbst bezahlen. Hat dabei aber 15€ gespart, weil er nicht gleich zum Augen-, sondern erst zum Hausarzt gegangen ist; wegen der Überweisung.

Trotzdem: der Urlaub fällt flach.
"Das könnte zu Hause Ärger geben", stöhnt Herr S. vor sich hin.
Traurig erinnert er sich an letztes Weihnachten. Als es nichts gab. 2009 wurde nämlich auch in der freien Wirtschaft das Weihnachtsgeld gestrichen. Im öffentlichen Dienst war das ja schon länger her.
"Und bis wann gab es eigentlich Urlaubsgeld?", fragt sich Herr S. und kommt einfach nicht mehr drauf.
Damals hatte er genügend Urlaub, um das Geld auszugeben. Heute sind es ja gerade mal 19 Tage/Jahr.
Pfingstmontag? 1.Mai? Längst Geschichte.

Das stand nicht in der Agenda 2010 - so hieß sie doch, oder?
Aber man soll nicht meckern. Die da oben, weiß Herr S., müssen noch viel mehr ackern. Darum kann Herr Günther S. auch mit der 45-Std.-Woche ganz gut leben.
Er hat auch keine Wahl.
Seit der Kündigungsschutz auch in großen Betrieben gelockert wurde, mag er es sich mit den großen Bossen nicht mehr verscherzen.

Wer will sich schon einreihen, in das Heer von 9 Mllionen Arbeitslosen?
Aber den Feiertagszuschlag für den Dienst an Pfingsten, den vermißt er schon.
Was soll's- in 24 Jahren (dann wird er 70) hat Herr S. es hinter sich.
So üppig wird die Rente zwar nicht ausfallen, wenn es mit den Nullrunden so weitergeht- doch wer weiß?
Vielleicht bringt ihn ja das Rauchen vorher um. Obwohl er bedeutend weniger qualmt, seit die Schachtel 12€ kostet.

Aber heute, auf dem Weg zum Büro, steckt sich Herr S.trotzdem eine an.



:huh: :huh: :huh: Quelle unbekannt, der Text stammt nicht von mir. Aber...
...könnte es tatsächlich so kommen????


Könnte so kommen. Muß aber nicht.

Eigenheimzulage weg ist schonmal gut.
Klar träumt jeder vom Häuschen im Grünen.
Aber wie sieht denn die Realität aus ?

In allen Dörfern mit "Neubaugebieten" zwängen sich Einheitshäuser, mit einem Mindestabstand von einsfuffzich zur jeweiligen Grenze.

Dazu kommt noch, dass wir in Deutschland immer weniger werden, warum also mehr Häuser bauen?
Außerdem werden Häuser/Wohnungen in der Stadt immer attraktiver, da das Umfeld wesentlich mehr bietet. Viele Menschen drängen deswegen in die Stadt.

Energiekosten sind hoch und steigen weiter. Es macht deshalb keinen Sinn, Energieverschwendung durch Pendlerpauschalen zu subventionieren.

Auf dem (platten) Land werden die Grundstückspreise in der nächsten Zeit weiter sinken.

Mein Prof geht sogar soweit uns zu raten solche Häuser so schnell wie möglich abzustossen.

---
Unser Nachwuchs ist zur Zeit so dumm (im Sinne von ungebildet) wie selten zuvor und auch im internationalen Vergleich sieht es düster aus.

Überhaupt nicht gut, dass man da die einzige Ressource, die Deutschland überhaupt hat, nämlich die Bildung, zurückfährt und verteuert, und zwar vom Kindergarten bis zur Uni...

Die einfachen Jobs, die in der Wiederaufbauphase überall massenhaft vorhanden waren gäbe es teilweise immer noch, allerdings macht das Ausland, das JETZT in der Wiederaufbauphase ist, die gleiche Arbeit für weniger Geld.

Macht ja auch nichts, Deutschland ist in der nächsten Phase. Und könnte dann eben die höherwertigen Güter mit mehr Know-How produzieren. Nur leider macht der Nachwuchs da nicht mit.

Entweder durch die schlechte Bildung, oder das schlechte Potential.
Da ist die Arbeitslosigkeit vorprogrammiert. Keine Perspektive.
Einzige Chance: Resignation und sich mit der Stütze arrangieren.
Dann kann man ja auch fleißig weiter drauflospoppen und neue Gören mit noch weniger Perspektive in die Welt setzen.

Die wiederum auch kein reelle Chance auf Bildung haben, da ihre Eltern bereits zu arm sind.

--

Deutschland rast im Moment gegen die Wand.
Mit all den Arbeitslosen, die in irgendwelchen Maßnahmen versteckt sind, haben wir etwa 10 Millionen Arbeitslose - bereits heute !!

Wir brauchen ein Wachstum von etwa 2%, damit diese Zahlen wenigstens konstant bleiben, da wir pro Jahr etwa 2% weniger Beschäftigte benötigen, da diese Stellen dem technischen Fortschritt zum Opfer fallen. Wir liegen aber bei etwa 1%

Ich rechne fest damit, dass in den nächsten 20 Jahren in Deutschland die leute auf die Strasse gehen, weil es nicht mehr geht.

Noch schlucken es ja alle irgendwie.

Von meinem Gehalt wird bereits prozentual mehr abgezogen als meinen Eltern damals und zusätzlich zu deren Rente im "Umlagevefahren" soll ich meine eigene Rente - jedenfalls anteilig- auch noch aufbringen.

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Ich fordere:
-Das Politiker endlich ordentliches Geld verdienen, damit wirkliche Spitzenleute sich für diese Jobs interessieren.
-Sie einen Nachweis bringen, in Form einer Qualifikation
Sie können gerne aus allen Schichten kommen, aber sollten sich wenigstens vorher in die Materie einarbeiten.

Auch der Wähler sollte nachweisen, dass er weiß was er da tut, z.B. durch einen Fragebogen mit 10 Fragen, in dem er 9 Richtig haben muß, damit sein Stimme Wahlberechtigt ist.
So werden unqualifizierte Stimmen von Leuten die keine Ahnung haben und sich ihre Meinung aus der Bildzeitung vorsetzen lassen, ausgeblendet.

Evtl. kriegen wir dann ein ordentliches Management, dass den Laden auch wieder nach vorne bringt.

===

Die andere Möglichkeit ist mal wieder ein Krieg und alles kaputt machen, dann haben wir auch wieder Jobs für alle Leute und ein neues Wirtschaftswunder.


Sorry - fürs auskotzen...

Tat aber gut.

Bearbeitet von Jaxon am 21.12.2005 04:29:51


Ich denke schon, dass es so kommen könnte, aber vielleicht nicht ganz so krass. Unser Marketing- Prof. hat letztens gemeint, wenn wir mit dem Studium fertig sind und uns Arbeit suchen (2009), dann hätten wir weniger Probleme damit als in der heutigen Zeit, weil die Arbeitslosenquote nicht mehr so hoch wäre... Dafür bräuchten wir mit einer Rente überhaupt nicht zu rechnen, da wir arbeiten müssen, bis wir schwarz sind...
Ich denke, da hat er schon zumindest teilweise recht. Ich glaube kaum, dass ich mit 65 in Rente gehen kann sondern eher arbeiten muss, bis ich tot umfalle... Klingt zwar hart, ist aber denkbar.
Und da ja sowieso immer alles erhöht wird, sei es Arztbehandlungen, Benzinpreis o.ä., kann sich bestimmt in zehn Jahren kaum jemand mehr was leisten, noch nicht mal die wichtigsten Dinge wie Zahnarztbesuche.
Mich wundert es überhaupt nicht, dass viele Menschen vor der Zukunft angst haben...


Was heißt: "könnte das so kommen?". Habt ihr alle keine Großeltern? Dann sprecht mal mit euren Großvätern. Die 48-Stunden-Woche ist noch gar nicht so lange her. Die 14-Tage-Urlaub sind noch gar nicht so lange her. Und dass, wenn Not am Mann war, man auch an Feiertagen zur Arbeit rannte, war völlig normal.
Das ganze "Arbeitsrecht" wie wir es heute kennen, hat es nie vorher so gegeben. Behinderte, wenn sie überhaupt eingestellt wurden, mussten beweisen, dass sie besser waren als ihre gesunden Kollegen und haben knapp 2/3 von deren Einkommen gehabt.
Wenn Du krank warst, konnte dir bis Wochenfrist gekündigt werden.
Urlaubsgeld?????? HIHIHIHI
Weihnachtsgeld? Ein feuchter Händedruck vom Chef und eine Kleinigkeit - Pralinen oder so was - falls der Chef gute Laune hatte.

Die Ausbildung musste bezahlt werden - und zwar von den Eltern, weil der Arbeitgeber einen Aufwand hatte.

Liste läßt sich beliebig fortsetzen.

Die Zeiten sind besser geworden, weil unser Lebensstandard besser geworden ist. Aus keinem anderen Grund.

Nun werden die Zeiten wieder schlechter...........

Ich glaube, wir sind alle viel zu verwöhnt.

Bearbeitet von Jaren am 21.12.2005 15:38:16


Zitat (Jaren @ 21.12.2005 - 15:36:56)
Ich glaube, wir sind alle viel zu verwöhnt.

OH JA!!! :schlaumeier:

Das ist wieder mal so typisch Deutsch!
Jammern, maulen, beschweren. Der Staat soll es mal richten.

Leute , in was für einer Welt lebt Ihr? Sicher ist nicht alles Gold und momentan ist dieLage sehr ernst. Aber zum einen sind wir selbst schuld und zum anderen hilft jammern auch nicht.
Anstatt immer nur gründe zu finden, warum etwas nicht geht solltet Ihr mehr Energie darauf verwenden, warum was gehen kann.

Sozialleistungen? Frag mal in England oder USA. In den USA sind Zweit und Drittjobs ganz normal.
Kronen kriegt man bezahlt? DIe Engländer lachen sich schlapp. Brot für 99 cent? Kann ein Franzose gar nicht glauben.
Eine Freundin in St Petersburg verdient 250 Dollar im Monat, ist studierte Ökonomin und arbeitet dafür 65 Stunden die Woche.
Und solange Milliarden an Nassauer verschwendet werden und sich viele Deutsche immer noch zu fein für bestimmte Arbeiten sind, kann es so schlimm nicht sein.

Und was die Beamten betrifft : In einer Solidargemeinschaft sollte doch jeder seinen Teil tragen.
Und solange ich Steuern zahle um Schulabgängern eine Wohnung zu bezahlen, die noch nicht mal lesen können und sich einen Scheißdreck für irgendwas interessieren bevor Sie fliessend vom Kindergeld in die Rente gleiten, also bitte.

und das ist nicht die Schuld des Staates, sondern die bornierte Faulheit der Deutschen, die sich jahrzehntelang auf den Lorbeeren der letzten Generationen ausgeruht haben.


Man könnte mit Heine sagen: Denk ich an Deutschland........
Aber man sollte auch den Blick über den Tellerrand heben.
Wie sieht es in der Welt aus?
Welche Rolle wird China spielen
und existiert die sogenannte Weltmacht USA noch?
Die EU wird am Auseinanderbrechen sein
und Afrika wird fast schon ausgestorben sein.........

Ein Horrorszenario - vielleicht in 50 Jahren ?


Die meisten Deutschen sind sowas von verwöhnt. Ich schließ mich proteus und Jaren an. Ok hier wirds schlechter, man hat weniger Geld in der Tasche und es gibt ne Menge Arbeitslose und sowas. Aber vergleicht das mal mit anderen Ländern. Deutschland ist eines der am meisten entwickelten Länder der Welt, was Versorgung, Gesetze und Standard betrifft. Allein schon für unsere Sozialhilfe hier von der man leben kann lecken sich Menschen in anderen Ländern die Lippen. Wenn hier einer ankommt mit "von dem Fliegenschiss kann man sich doch nix leisten hier" setz ich hier ne Reihe Kotzsmilies rein. Die Kohle ist dafür da dass man nicht erfriert, verhungert und nackt rumläuft. Dass davon für die meisten kein Urlaub drin ist und kein Luxus ist klaro.

Wenn ich seh wie wenig Menschen in anderen Ländern haben und trotzdem noch teilen, gastfreundlich sind und sich für andere einsetzen und sich glücklich nennen krieg ich ne derbe Wut auf Leute überall auf der Welt, die meinen n Recht auf Luxus zu haben. Ich hab auch nicht gejubelt wegen der scheiß Praxisgebühr, aber hier hab ich ne Tonne Ärzte die größtenteils was können und die ich leicht erreichen kann. Ist bloß ein Beispiel wos uns in Deutschland besser geht als in den meisten anderen Ländern. Nirgendwo in Europa ist das Essen billiger als hier, da sollten auch mal alle Nörgler drüber nachdenken. :schlaumeier: :schlaumeier: :schlaumeier:


Zitat (Kalle mit der Kelle @ 21.12.2005 - 21:15:15)
Die meisten Deutschen sind sowas von verwöhnt. Ich schließ mich proteus und Jaren an. Ok hier wirds schlechter, man hat weniger Geld in der Tasche und es gibt ne Menge Arbeitslose und sowas. Aber vergleicht das mal mit anderen Ländern. Deutschland ist eines der am meisten entwickelten Länder der Welt, was Versorgung, Gesetze und Standard betrifft. Allein schon für unsere Sozialhilfe hier von der man leben kann lecken sich Menschen in anderen Ländern die Lippen. Wenn hier einer ankommt mit "von dem Fliegenschiss kann man sich doch nix leisten hier" setz ich hier ne Reihe Kotzsmilies rein. Die Kohle ist dafür da dass man nicht erfriert, verhungert und nackt rumläuft. Dass davon für die meisten kein Urlaub drin ist und kein Luxus ist klaro.

Wenn ich seh wie wenig Menschen in anderen Ländern haben und trotzdem noch teilen, gastfreundlich sind und sich für andere einsetzen und sich glücklich nennen krieg ich ne derbe Wut auf Leute überall auf der Welt, die meinen n Recht auf Luxus zu haben. Ich hab auch nicht gejubelt wegen der scheiß Praxisgebühr, aber hier hab ich ne Tonne Ärzte die größtenteils was können und die ich leicht erreichen kann. Ist bloß ein Beispiel wos uns in Deutschland besser geht als in den meisten anderen Ländern. Nirgendwo in Europa ist das Essen billiger als hier, da sollten auch mal alle Nörgler drüber nachdenken. :schlaumeier: :schlaumeier: :schlaumeier:

:verbannt: ey mach jetzt nischt politsch und mit Gesetz hier , OK !

Gruss , Cetin

Ich enttäusch dich ungern Kumpel, aber Gesetzgebung und Politik und was draus gemacht wird sind die Säulen jeder Gesellschaft.


Oh ne, er nu wieder


Mir ist keine Anarchie bekannt die funktioniert.


Zitat (Kalle mit der Kelle @ 21.12.2005 - 21:34:49)
Ich enttäusch dich ungern Kumpel, aber Gesetzgebung und Politik und was draus gemacht wird sind die Säulen jeder Gesellschaft.

... Gesellschaft = Leute wo gleiche Interesse haben .

Kannste auch Land für einsetzen. :P :P :P


Oh, wie schön- was für lebhafte Meinungsäußerungen und jeder denkt mal nach- fundiert, ohne Schmus :applaus: :applaus: !!

Daß unser Volk mit den Jahren sehr verwöhnt worden ist, und nun mit gem "Kampf ums alltägliche, kleine Dasein" nicht mehr so recht klarkommen mag, meine ich auch.

Wenn man's mit unseren Groß- oder Urgroßeltern hält, waren 50-60 Wochenstunden kein Thema- HAUPTSACHE ARBEIT!
Vielleicht wäre es besser, sich in Zukunft nicht mehr allzusehr auf "soziales Netz u.ä. zu verlassen, sondern sich an diesen klassischen Wert besinnen. ;)


Wenn Cheffe krank ist hab ich Glück wenns nur 60 pro Woche sind. :P :P :P


Zitat (Die Bi(e)ne @ 21.12.2005 - 21:45:49)
Oh, wie schön- was für lebhafte Meinungsäußerungen und jeder denkt mal nach- fundiert, ohne Schmus  :applaus:  :applaus: !!

Daß unser Volk mit den Jahren sehr verwöhnt worden ist, und nun mit gem "Kampf ums alltägliche, kleine Dasein" nicht mehr so recht klarkommen mag, meine ich auch.

Wenn man's mit unseren Groß- oder Urgroßeltern hält, waren 50-60 Wochenstunden kein Thema- HAUPTSACHE ARBEIT!
Vielleicht wäre es besser, sich in Zukunft nicht mehr allzusehr auf "soziales Netz u.ä. zu verlassen, sondern sich an diesen klassischen Wert besinnen.  ;)


hmm...
Ich mache ein Arbeit , manchmal 45 Stunden in eine Woche . ich denke nicht dem an gesetz wo sagt : maximal 40 stunden oda oda so ! nee nö ...
ich arbeite wenn mein arbeitskraft gebraucht wird und der lohn / gehalt angemesse ist.

geld regiert nicht die welt !

Bearbeitet von TheGuyNextDoor am 21.12.2005 22:00:47

@ kalle : Dich meinte ich nicht.

Ich befürchte nur, jetzt kommt wieder so eine Schlagetotdiskussion auf uns zu mit einer Argumentation auf Dorfschulniveau


Zitat (proteus @ 21.12.2005 - 22:10:53)
@ kalle : Dich meinte ich nicht.

Ich befürchte nur, jetzt kommt wieder so eine Schlagetotdiskussion auf uns zu mit einer Argumentation auf Dorfschulniveau

Kicimi yalasim ... dafür habe ich kein lust.
Gruss , Cetin

Na, große Beruhigung.
Aber ich wäre dir sehr verbunden, wenn du deine Anfangswörter übersetzen könntest. Ich bin der türkischen Sprache nicht mächtig, aber würde gerne verstehen, was ich lese. Danke sehr


Zitat (proteus @ 21.12.2005 - 22:10:53)
@ kalle : Dich meinte ich nicht.

Ich befürchte nur, jetzt kommt wieder so eine Schlagetotdiskussion auf uns zu mit einer Argumentation auf Dorfschulniveau

Es soll hier weder auf Kneipen- noch auf verbalpolemisches Niveau runtergehen.
Schön, daß auch Cetin sich zu Wort gemeldet hat und seine Meinung schreibt. :yes:

Ich habe mit vielen Ausländern unterschiedlicher Nationalitäten zusammengearbeitet, und im Gespräch mit den Leuten festgestellt, daß es wirklich staunenswert ist, welch unglaublich hohe Arbeitsmoral und Leistungsbereitschaft dahintersteckt, die der unseren in nichts nachsteht.

"Wenn ich also was haben will, muß ich schuften, daß was wird"-- so wie unsereiner, nur mit anderen Worten.
Leider gibt es nur zu viele (auf beiden Seiten), die das noch nicht so geschnallt haben.

Zum ersten habe ich weder Cetin noch sonst irgendeinem Ausländer unterstellt, Sie seien faul, ungebildet oder würden auf unsere Kosten leben.

Auch ich habe festgestellt, daß sehr viele Türken und vor allem Russen extrem fleissig, zuverlässig und vor allem sich für wenig zu schade sind.
Wenn es in diesen Bevölkerungsgruppen gerade bei den Jungen massive Probleme gibt, liegt das eher an der "verdeutschung" als an den Familien.
und sicherlich würden unsere Sozialsysteme ohne diese Beitragszahler zusammenbrechen.

Allerdings fand ich den Eingangsatz " Ey, mach nicht auf Politik" nicht sonderlich gehaltvoll, zumal es gerade bei diesem Thema natürlich um Politik und Gesellschaft geht.
Wir sind die Gesellschaft und wir machen die Politik.

Und Guys next doors Einwürfe in dem "Umgangsformen" Threat zeugten weniger von vertreten eines Standpunktes, sondern waren eher Einwürfe nach dem Motto " Ich bin ich und alles andere ist egal"
Das gestehe ich ihm unbesehen zu und akzeptiere sowohl seine Meinung als auch seine Einstellung. Wenn ich aber im Zusammenhang von hochoffiziellen Anlässen vom Tragen eines Fracks spreche und er darauf erwiedert " wenn ich beim Flugzeigbeladen mit Frack da stehe" finde ich das albern.
Er muß ja keinen Frack tragen, deswegen ist er nicht besser oder schlechter. Aber ich habe genauso ein Recht auf meine Meinung, ohne Gefahr laufen zu müssen, ausgelacht zu werden.

Und wer meine bisherigen Posts gelesen hat, kann feststellen, das ich keine Wertung über eine Person gebe. Das steht mir auch nicht zu. Aber ich finde es legitim, den Inhalt eines Posts aus meiner Sicht zu werten und dabei auch meine Erfahrungen mit dem Poster einfließen zu lassen.
Zumal ich glaube, das Cetin Manns genug ist, nicht in Tränen auszubrechen.
Sollte ich wider Erwarten dennoch jemanden damit beleidigt haben, lag dieses nicht in meiner Absicht.


Ich bin jetzt 59 Jahre alt, ich bin angefangen zu lernen mit einer 48 Stunden Woche und 35 DM im Monat als Verwaltungsangestellte in öffentlichen Dienst. Als ich mit 19 Jahren meinen Sohn bekam gab es kein Erziehungsgeld, kein Kindergeld, gut ich war verheiratet aber mein Mann hat damals als Elektriker nur 385 DM netto im Monat die Wohnung kostete kalt, da mit Ofenheizung 100 DM, also was blieb mir übrig, nach 8 Wochen fing ich wieder an den ganzen Tag zu arbeiten, mein Sohn wurde von der Großmutter großgezogen, abends holte ich ihn dort ab und am frühen Morgen vor der Arbeit brachte ich ihn wieder zur Oma. Die Ehe scheiterte nach 4 Jahren weil ich mich in Bayern nicht einleben konnte, ich mit meinem Kind wieder zurück an die Ostsee, auf Unterhalt habe ich aus Stolz verzichtet, in den ersten Wochen habe ich nachts in der Kneipe meiner Freundin gearbeitet, am Tag habe ich eine Umschulung zur Krankenschwester gemacht weil es dort einen Kindergarten gab. Dann habe ich wieder geheiratet. Ich war fertig mit meiner Ausbildung und bekam bevor ich eine feste Anstellung hatte mein 2. Kind. Als meine Tochter 6 Wochen alt war bin ich wieder angefangen zu arbeiten nur Nachtdienste im Krankenhaus weil mein Mann am Tag arbeitete und so in der Nacht für meine Tochter da war, zwischendurch haben wir haufenweise Zusatzbeschäftigungen ausgeübt wie Rübenhacken, Erbsenpflücken, Bohnenhacken im Sommer für 1 Tonne bekam man 120 DM die mußte dafür den ganzen Sommer bis zur Ernte behackt werden. Appartmentreinigung, Bedienung im Lokal meines Mannes und trotzdem so richtig gereicht hat das Geld nie. Dann ging auch diese Ehe kaputt. Ich kaufte mir ein altes Haus damals für 35000 DM mit 1000 m³ Grund zwar nur 75 m³ groß aber es reichte für mich und die Kinder. Dann lernt ich meinen jetzigen Mann kennen, einen Tag nachdem wir geheiratet hatten verlor er durch einen Unfall seinen Job weil er danach nicht mehr im gleichen Job arbeiten durfte. Zunächst Umschulung dann Selbstständigkeit in der Gastronomie, eine Tochter von 5 Jahren brachte er auch noch mit. Nun arbeitete ich im Wechseldienst und zusätzlich in der Gaststätte, für die vielen Krankheiten meines Mannes allein 4 Herzoperationen ging immer mein Urlaub drauf, weil ja der Betrieb weitergeführt werden mußte. Inzwischen hatte ich zwar für 2 Tage in der Woche eine Haushaltshilfe
aber der Kauf des Geschäftes war teuer, zwischendurch mußte das Haus saniert werden und und und, mit 57 wurde ich krank, auch dadurch das meine Stieftochter zwischenzeitlich drogensüchtig war und ich sie wieder daraus befreite und zwei ihrer 3 Kinder als meine Pflegekinder annahm, als ich die Rente beantragt habe wurde mir gesagt das ich leider ein halbes Jahr zu spät geboren bin, ich kann nicht mit 60 Jahren in Rente gehen sondern muß bis 63 als Schwerbehinderte weiterarbeiten. Da für die Erwerbsunfähigkeitsrente auch noch mein Lehrberuf als Verwaltungsangestellte herangezogen wurde konnte ich auch nicht in die Erwerbslosenrente denn als Verwaltungsangestellte ist man noch arbeitsfähig Urton-BFA wenn man in der Lage ist ein Blatt Papier von einer Seite auf die andere zu befördern. Nun habe ich mich in die Reihe der mittlerweile 5 Millionen Arbeitslosen eingereiht weil auch die Zeit für Leute über 58 Jahren auf 18 Monate gekürzt wurde.

Also so rosig war das alles in Deutschland nicht, rosig war es immer nur für wenige. Trotzdem war ich immer zufrieden und bin es immer noch, denn in anderen Ländern ginge es uns noch viel schlechter als hier :yes: :yes: :yes:


Er hat die türkischen Worte übersetzt.
Danke Cetin-- niemand will sich zanken hier.
Ich selbst kann besser russisch, als türkisch- aber dazulernen kann man doch auch ohne Streß.

Und geht es eigentlich darum, Ihr Lieben?
Vielleicht mehr denn je. Dazulernen, anpassen oder weniger angefaßt reagieren.
Und warum? Um so zu werden wie Günther G. in der erzählten Geschichte?

Nein. Sicher nicht. Um zu überleben. In Zeiten, die für jeden von uns sicher nicht leichter werden.
Aber die wir meistern müssen. Für uns und unsere Kinder. :blumen:

@ proteus: ich vertehe Dich schon. Dieses "Ey-..." war nicht so ganz ok.

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 22.12.2005 00:17:16



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