Was hat das zu bedeuten? Wenn man von einem Toten träumt?


Hallo liebe Community...

Ende Oktober ist ein ehemaliger Klassenkamerad von mir gestorben... Er war erst 31.... Wir hatten auch nach der Schulzeit noch ab und zu, durch den Freundeskreis, miteinander zu tun, und haben uns auch immer sehr gut verstanden...

Als er starb traf mich das schon sehr... obwohl ich ihn seit knapp 6 Jahren gar nicht mehr gesehen hatte...
Jedenfalls war ich nicht auf seiner Beerdigung... ich war noch nie auf einer Beerdigung und muss offen sagen, dass ich eine enorme Angst davor habe... Ich kann mit dem Thema Tod absolut nicht umgehen...

Ich nahm mir vor, ihn 1-2 Monate später auf dem Friedhof zu besuchen... das tat ich noch nicht...

Heute Nacht träumte ich, dass ich einen alten Freund wiedersah, der von einer langen Reise zurückkehrte und mit seinem Wohnmobil ankam, wovor sich dann auch gleich eine Schlange bildete, um ihn willkommen zu heißen...

Ich stand auch in der Schlange, um ihn zu begrüßen... als ich mich umdrehte, stand plötzlich mein Klassenkamerad hinter mir...
Ich drehte mich wieder um und als mir klar wurde, WER da hinter mir steht, drehte ich mich sofort wieder nach hinten... er sah mich an und lächelte...und ich brach sofort in Tränen aus... nahm in in den Arm und entschuldigte mich, dass ich nicht auf seiner Beerdigung war... er umarmte mich sehr herzlich und sagte : "Ach, das macht doch nichts... mach Dir keine Gedanken. Es ist alles gut." ... aber ich konnte nicht aufhören zu weinen.... und dann ging ich weg. und wachte auf...

und jetzt sitze ich hier und schreibe euch das auf und kann nicht aufhören zu weinen...

Hat das eine Bedeutung? Was soll ich tun? Ich glaube ich gehe morgen zum Friedhof...

Liebe Grüße und danke fürs lesen..


Mach dir doch kein so schlechtes Gewissen.

Vielleicht hast du gestern oder in den letzten Tagen unbewusst irgend etwas aufgenommen, das dich an ihn erinnert hat und hast deshalb letzte Nacht von ihm geträumt. In deinem Traum hat er dich angelächelt, ein Zeichen dafür, dass er gar keinen Groll gegen dich hegt oder zumindest, dass du dir das wünschst.
In unserem Kulturkreis ist der Tod leider nicht so zum Leben gehörig und selbstverständlich wie in anderen Kulturen. Deshalb hat sicher jeder Verständnis und Respekt, wenn du dich mit dem Tod und Beerdigungen nicht so auseinandersetzen kannst wie andere.
Du denkst oft an ihn, und was könnte einen Menschen mehr erfreuen und ehren, als dass er in den Gedanken anderer ist und bleibt?

Wenn du dich besser damit fühlst, besuche sein Grab, nimm dir Zeit, und denke dort -vielleicht sogar mit einem Lächeln- an die schönen Zeiten, die ihr miteinander hattet. Erzähle ihm in Gedanken das, was du uns auch erzählt hast. Ich glaube, dass es dir dann leichter ums Herz wird.


Zitat (Knusperflocke @ 08.12.2012 07:56:48)
Ende Oktober ist ein ehemaliger Klassenkamerad von mir gestorben...

Zitat
Ich nahm mir vor, ihn 1-2 Monate später auf dem Friedhof zu besuchen... das tat ich noch nicht...

Zitat
er umarmte mich sehr herzlich und sagte : "Ach, das macht doch nichts... mach Dir keine Gedanken. Es ist alles gut."


Dein Traum muss dir keine Angst machen. Nicht "er" ist dir erschienen. Dein Unterbewusstsein will dir sagen, dass du kein schlechtes Gewissen haben musst.

Manche Menschen nehmen auf dem Friedhof öffentlich Abschied, andere verabschieden sich leise in Gedanken und brauchen dafür schon mal einige Zeit.
1-2 Monate hattest du dir gegeben, bevor du ihn besuchst.
Diese Zeit ist jetzt um und vielleicht hast du deshalb in den letzten Tagen öfter an ihn gedacht?

Wenn du möchtest, geh zum Friedhof und bring deinem Freund einen Blumenstrauß. Verabschiede dich von ihm und dann lass ihn gehen...


Ich konnte meine Mama auch nicht loslassen, bis ich einen ganz ähnlichen Traum hatte.
"Es ist alles gut".

ich hatte nach dem tod meines opas einen ganz ähnlichen traum. scheint wohl öfter vorzukommen, wenn man einen verlust verarbeitet.


Zitat (Jeannie @ 08.12.2012 08:15:38)


Wenn du möchtest, geh zum Friedhof und bring deinem Freund einen Blumenstrauß. Verabschiede dich von ihm und dann lass ihn gehen...



Hallo Knusperflocke,

genau das würde ich jetzt tun. An seinem Grab würde ich ein Licht anzünden, von ihm Abschied nehmen, ihm sagen, dass er dir viel bedeutet hat und ihm dafür danken, dass er ein Stück deines Lebens mit dir gegangen ist.

Das könnte dir helfen die emotionale Balance zu finden, die etwas aus den Fugen geraten zu sein scheint durch die Vorwürfe, die Du dir machst, weil Du nicht auf seiner Beerdigung gewesen bist. Du warst ja dazu nicht verpflichtet, wenn es dich jetzt trotzdem belastet, könnte ein Besuch an seinem Grab dir Ruhe geben.

Bearbeitet von FrauElster am 08.12.2012 17:37:28

Ich seh das genauso wie die anderen... und falls es dir was bringt: ich war schon auf vielen Beerdigungen und kann (trotzdem) mit dem Thema Tod garnicht umgehen. Der GEdanke, dass ich einen lieben Menschen verlieren könnte, ... ist irgendwie undenkbar.

Also, mach dir da keinen Kopf und kein schlechtes Gewissen. :blumen:
Liebe Grüße
Ribbit


Deinen Freund, den Du 6 Jahre nicht gesehen hast, hat im Traum gelächelt.
Lächle, wenn Du an ihn denkst. Tränen dürfen fließen. Das erleichtert das Herz.

Wenn Du nicht auf den Friedhof gehen kannst, so stelle doch für ihn eine Kerze zuhause auf und zünde sie an, wenn Dir danach ist.
Du kannst auch Blumen daneben stellen. Sie sind dann für ihn.

Meine Mutti ist anonym beerdigt worden, so wie sie es wollte.
Ich habe bei mir zuhause auf dem Fenstersims kleine Erinnerungsstücke von ihr stehen.
Das ist mein "Grab".

Erst wenn man an einen Menschen nicht mehr denkt, so stirbt er auch im Herzen.


Ich habe schon oft von meiner verstorbenen Mutter getraeumt, ich glaube, das gehoert zur Trauer dazu. Morgens habe ich dann mit einem Laeceln und Traenen in den Augen gedacht, lass es Dir gut gehen, Mutti.



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