Plötzlicher Kindstod...... ...aufgepasst


DER SPIEGEL 4/2006 - 21. Januar 2006
URL: http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,396432,00.html
Studie

Öko-Matratzen können plötzlichen Kindstod verursachen

Allein in Deutschland sterben Jahr für Jahr mehrere Hundert Babys am plötzlichen Kindstod. Dresdner Mediziner haben jetzt einen möglichen Grund gefunden: Öko-Matratzen, die weniger gasdurchlässig sind als andere Produkte.

Die genauen Ursachen für den plötzlichen Kindstod sind noch immer ungeklärt. Experten der Universitätsklinik Dresden haben jetzt nach Informationen des SPIEGEL einen möglichen Auslöser ausfindig gemacht: Öko-Babymatratzen.



DPA
Schlafendes Baby: Öko-Matratzen könnten ein Grund für plötzlichen Kindstod sein
Die Mediziner hatten im Kinderschlaflabor eine handelsübliche Schaumstoffmatratze, eine Unterlage aus Polyurethan mit Wabenstruktur sowie eine Öko-Matratze mit Kautschukmilchkern, Kokosfasern und Baumwollmantel getestet. Hauptkriterium war, ob die Matten das ausgeatmete Kohlendioxid und die entstehende Wärme durchlassen. Das ist nötig, weil Babys in Bauchlage sonst das Kohlendioxid der eigenen Atemluft wieder einatmen - ein Grund für den plötzlichen Kindstod.

Das Ergebnis der Tests: Die Kokos-Matratze ließ nur 20 Prozent des Kohlendioxids durch - die einfache Matte mit Wabenstruktur indes 92 Prozent. "Wir raten Eltern, sehr genau auf die Inhaltsstoffe der Babymatratzen zu achten", sagte Professor Ekkehart Paditz, Chef des Dresdner Kinderschlaflabors. Im vergangenen Jahr starben deutschlandweit 323 Babys am plötzlichen Kindstod.

Erst diese Woche hatten Wissenschaftler im Fachblatt "The Lancet" auf einen weiteren Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod hingewiesen: Wenn Eltern mit ihrem Nachwuchs auf dem Sofa oder im Sessel einschlafen, sei die Todesgefahr für das Kind zehnmal höher, als wenn es mit den Eltern in einem Bett nächtige.

Zwischen 1999 und 2003 könnte fast die Hälfte aller Kindstod-Fälle in England und Wales auf diese Ursache zurückzuführen sein, schreibt das Team um Peter Fleming vom Royal Hospital for Children in Bristol.



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