Buch: Schmerzen wegdenken: über die psychologische Schmerztherapie


Hallo meine Lieben!

Bin gestern am Tag des Buches mit einer gefühlten Tonne Bücher eingedeckt worden. Begonnen habe ich zunächst mal mit einem Buch (= Schmerzen wegdenken") über die psychologische Schmerztherapie, wo es im Grunde genommen um die Macht des Gehirns, bestimmte Schmerzen auszublenden - geht.

Ehrlich gesagt bin ich da ein bisschen zwiegespalten, da die Thesen teils sehr provokant klingen und die Beispiele aber gleichzeitig plausibel klingen bzw. auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen.

Was mich intressieren würde ist, ob wer von euch schon mal konkrete Erfahrungen mit der Schmerztherapie gemacht hat. Wenn ja, ist das auf alle Arten von Schmerzen anwendbar??

Infos zum Buch habe ich hier gefunden. Danke für eure Antworten!

:wub: und LG,
luft


Hallo, @luft!

Deine Frage läßt sich nicht global beantworten, und ist zudem ein sehr spezielles Gebiet der Medizin/Psychologie/Psychatrie.- Wenn so'was angeboten wird, dann sollte man nur auf eine Kombi-Therapie eingehen.- Und zwar in einer dafür eigens bestehenden Schmerz-Klinik, oder einem Krankenhaus, das solch eine Kombi-Therapie anbietet.- Soweit mir bekannt ist, gibt es in Deutschland nur wenige Kliniken, die im Testlauf Fach-übergreifend diese Kombi-Therapien anbieten.
Im Selbst-Test à là "siehe Seite sowieso" halte ICH das für absolut nicht angebracht, und für Ungeschulte sogar riskant.

Ich rate Dir, Dich bei einem Facharzt vorzustellen, und den zu fragen, was er von dieser These hält.

Bearbeitet von IsiLangmut am 24.04.2013 16:11:50


Hi Isi!

+ Danke für die rasche Antwort. Ein Facharzt macht natürlich Sinn, wobei die Frage ist, ob man eher zu einem Psychologen oder Neurologen gehen soll...

Der Autor des Buches ist ja selber Psycho- bzw. Schmerztherapeut und gibt auch Schmerzseminare. Vielleicht schreib ich ihm ein Mail.


@luft: Du hast doch sicher einen Hausarzt?!- DER sollte Dich, bzw. Deine Symptome wohl am Besten einstufen können.- Und Dir auch sagen, welchen Facharzt er empfiehlt.- Etliche Neurologen sind ja auch in Kombination Psychiater/psychologische Therapeuten, oder Facharzt für Psychosomatose.

Gruß...IsiLangmut


Hi IsiLangmut!

Hatte grad mit meinem Arzt ein etwas längeres Gespräch, wobei ich ihn auch nach seiner Einschätzung gegenüber der psychologischen Schmerztherapie gefragt habe. Interessante Antwort: Es geht hier anscheinend um die Grundsatzfrage, ob man gegenüber Medi-Alternativen offen ist, oder nicht.

Anscheinend zeigen sich Psychologen und natürlich Psychotherapeuten offener als etwa Neurologen. Das Buch kannte er nicht, dafür den Autor Karl Isak. Der ist anscheinend so eine Art Koriphäe der Schmerztherapie...
Email hab ich ihm aber noch nicht geschrieben :wacko:

Gruß zurück,
luft

:whaaaaaat:


Zitat (luft @ 24.04.2013 16:26:17)
... die Frage ist, ob man eher zu einem Psychologen oder Neurologen gehen soll...

Neurologe. Natürlich :D

Beim Psychologen oder Psychiater ist es wie beim Märchenerzähler.
"Prinzessin auf der Erbse", so zum Bleistift. :P

@Dudelsack: auch DAS ist eine 'Glaubensfrage'!- Und sehr herabwürdigend für einen Berufsstand, der sich oft genug mit Dingen herumschlagen muß, die jsich enseits der Phantasie der meisten Menschen bewegen.- Es gibt mehr Menschen, die einen guten Psychiater oder aber Psychtherapeuten benötigen, als man schlechthin denkt.- Und die Zahl derer, die professionelle Hilfe benötigen, wächst stetig.

Ohne den Willen, sich helfen zu lassen, nutzt Einem keine Behandlung oder Therapie Irgend'was.-
Gerade im Bereich der Schmerztheraopie ist es mehr als schwierig, dem Patienten die meist sehr festgefahrene Schmerzsymptomatik "auszureden".- Schmerzen werden irgendwann chronisch, und dann sind sie oft Selbstläufer.- Dann liegt es daran, wie man die Schmerzweiterleitung, bzw. den Stillstand im absolut negativen Empfinden, unterbrechen kann.-
Mit der inneren Bereitschaft, sich therapeutisch auf Neuland zu begeben, und für neue Behandlungsansätze offen zu sein, ist auch ein fruchtbarer Boden gewonnen, auf dem gegengesteuert werden kann.

Es gibt unzählige "Heils-Lehren", von teils renommierten Autoren in Bücher gebannt.- Vielem stehe ICH skeptisch gegenüber.- Man muß den für sich selbst umsetzbaren Weg suchen, und dann unbeirrt DEM Ziel folgen, das einzig erstrebenswert ist: daß die Schmerzen geringer werden, oder im schönsten Falle ganz verschwinden.- Oft genügt schon, wenn man DEN idealen Zuhörer findet, der Einem auch ein menschliches Interesse entgegenbringt.- Von dem man sich nicht in irgendeine Schublade gesteckt fühlt.- Die Suche ist oft recht mühsam, aber nie aussichtslos.

Ich wünsche Dir alles Gute, und eine erfolgreiche Schmerzbewältigung, @luft.- Am Ball bleiben ist Alles...in Deinem eigenen Interesse.- Liebe Grüße...IsiLangmut

Bearbeitet von IsiLangmut am 25.04.2013 20:16:00


@Isi, hast Du super erklärt, was nicht erklärbar ist ........

nur Gedankenmuster verursachen Schmerzen, also der Schmerz wird vom eigenen Verstand verursacht. Theoretisch mit dem Denken aufhören und der Schmerz lässt nach, das Problem ist aber der eigene Verstand ... hör mal auf zu denken, wie Du Dein Leben lang gedacht hast .... :pfeifen:

ein Mittel ist das künstliche Koma ... Menschen fallen auch ins Koma, wenn die Seele ihre Ängste und Überforderungen nicht mehr aushalten kann ... das ist ein automatischer Selbst-Schutz...

Alternative Heilmethoden wirken energetisch und seelisch geistig .... ein Verstand ist unheilbar und kann auch selbst nicht heilen. Ein guter Arzt ist einfühlsam, interessiert sich für Dich, hört zu, erkennt das Problem und behandelt Dich entsprechend. Heiler/Ärzte, Heilpraktiker, Joga- Meditations-Lehrer sind nicht im Verstand/Intellekt sondern in der Wahrnehmung.


... und hier mein Senf zum Thema. Vor einigen Jahren wurde ich sehr schwer krank und das ich heute noch lebe verdanke ich nur einer damaligen knapp 7 stündigen OP und 3 Tage im künstlichen Koma. Das war aber absolut gar Nichts im Vergleich zu dem was folgte. Schmerzen ohne Ende, und meist voll zugedröhnt mit Medikamenten. Ich konnte mir 1000 mal einreden das nur Alles halb so wild war, aber tierische Schmerzen blieben tierische Schmerzen.
Erst recht als meine Kuschelzeit im Krankenhaus vorbei war und ich nach Hause geschickt wurde.

Das was mir wirklich wieder gut auf die Beine half war das ich mein Schicksal mit beiden Händen anpackte und mir jeden Tag Ziele setzte - und an denen arkriebisch arbeitete bis ich sie erreichte egal wie oft ich scheiterte.

Vor einiger Zeit machte ich eine sehr große private Kriese durch und kurz vor dem Nervenzusammenbruch wurde ich zum Therapeuten geschickt. Der gute Schatz pennte regelrecht vor mir ein als ich ihm schilderte wo es klemmte. Also war wieder anpacken, durchboxen und Ziele setzen angesagt. Auch da hätte man mir tausend Mal sagen können das die seelischen Schmerzen "nur" Kopfsache waren, aber weiter hätte mich das nicht gebracht.

Was die ganzen Bücher über allmögliche Do-it-yourself Therapien betrifft denke ich daß das nur auf Dauer kosten-
spielige Teilzeit Krücken sind, mit denen man sich vieles schön reden kann bis der Moment des brutalen Erwachens kommt. Ich beobachte das oft an zwei Bekannten von mir die sich all diese tollen Bücher dauernd reinflöten. Sie finden all die Worte darin super überzeugend und herrlich, aber ansonsten verändert sich Nichts an ihren Problemen. Außer das man wieder einmal etwas bei Käffchen und Co zum Ratschen hat.

Vielleicht denke ich auch nur so darüber weil ich durch und durch ein sehr bodenständiger und praktisch denkender Mensch bin der nicht all zu viel Zeit mit allmöglichen Theorien vergeuded sondern versucht Nägel mit Köpfen zu machen.

Anbei bemerkt, wollte man mir schon damals mit all möglichen alternativen Therapien kommen als ich sehr schwer krank wurde. Heute bin ich froh das ich mich zu dem Zeitpunkt ohne lange herum zu fackeln für die chirurgische Keule entschied, obwohl man mir sagte das ich nur 5% Chancen hatte lebendig durchzukommen.

Auch was die seelische Kriese betrifft bereue ich es nicht das ich den Therapeuten in den Wind jagte, mich einer Selbsthilfe Gruppe anschloß und mein Leben mit beiden Händen anpackte.

Abschließend möchte ich noch hinzufügen das ich davon fest überzeugt bin das einjeder im Grunde weiß was im tiefsten Innerem wirklich klemmt. Der Trick 17 ist eigendlich nur den Moment zu schaffen wo man es sich selber eingesteht - egal wie positiv oder schlichtweg häßlich die Wahrheit sein wird. Und dazu braucht man wohl eher keinen Guru, Gesundheitstee oder Psychater.


ich habe nie das Buch gelesen.
aber seit ich 9 Jahre bin, leide ich schon an Migräne :wacko:
doch mit den Jahren habe ich gelernt meine schmerzen in den Hintergrund zu drücken.
sie sind einfach nicht da, Fertig!

doch als ich letztes Jahr zum Orthopäden musste, bekam ich eine Spritze damit sich Verspannungen lösen............. :heul:
na gut ich hatte alle schmerzen plötzlich wieder, egal wo ich mir mit dem wegdenken geholfen habe.
plötzlich tat alles wieder weh :ruege:
ich bleibe nun bei meiner Meinung:
fürs erste wegdenken, danach zum Arzt :wub:


@gitti

das ist Verdrängung aber keine Lösung, Du sagst es selbst, Du drängst es in den Hintergrund, es wird Dich immer wieder einholen .... :blumen:

Suche Dir eine Methode für Entspannung die Dir gefällt .... Joga ist auch sehr gut ... es gibt verschiedene Arten ... probieren geht dabei auch über studieren ... :)


Meinen Zahnarzt kann ich immer wieder verblüffen, wenn ich die Schmerzen beim Bohren - oder eigentlich mich selbst - wegdenke. Die meisten machen es wahrscheinlich genau umgekehrt: wer sich auf das Geräusch konzentriert, mit dem sich der Bohrer in den Zahn senkt, spürt es natürlich genau :rolleyes:
Aber bei Kopf- oder Nackenschmerzen gelingt es mir nicht; bei der Entspannung stören mich die Schmerzen. Mit einem gescheiten Schmerzmittel kann ich manchmal eben auch die Ursache bekämpfen und mich z.B. entspannen. Manche Schmerzmittel wirken ja auch entzündungshemmend, bekämpfen also auch selbst die Ursache.
Die Schmerztherapie in Deutschland ist leider immer noch recht schlecht; manche Ärzte sind völlig empfindungslos, was ihre Patienten so empfinden. Warum darf ein alter Mensch seine letzten Jahre nicht schmerzfrei erleben, auch wenn dazu schwere, evtl. süchtig machende oder das Leben etwas verkürzende Medikamente nötig sind?

Bearbeitet von chris35 am 25.05.2013 17:50:54


@Chris

bei alten und schwer kranken Menschen wird das doch auch gemacht ... ;) ;)

Ansonsten sind Kopfschmerz-Tabletten kein Heilmittel, bekämpfen ist nicht heilen, sondern verdrängen, bzw. unterdrücken ....
die Schmerzen kommen wieder durch bestimmte Denk- un Verhaltensmuster .. die Du weiter bei-be-hälst ...

Das wiederholt und verstärkt sich so lange bis die Ursache korrigiert oder behoben ist.... :pfeifen:

Bearbeitet von Lichtfeder am 25.05.2013 19:06:03


@Lichtfeder,
ich habe leider mehrfach miterleben müssen, wie alte Menschen wirklich fürchterlich gelitten haben; ich möchte nicht weiter darauf eingehen. Mag sein, daß sich in den letzten Jahren die Schmerztherapie etwas gebessert hat; was ich gerade so im Internet finde, sieht nicht so danach aus.
Manche Schmerzen kann ich sicher durch mein Denken oder Verhalten ändern, aber sicher nicht alle. Oft kann oder will jemand sein Verhalten auch nicht ändern: soll er "zur Strafe" Schmerzen haben?
Natürlich hat das Unterbewusstsein auch einen großen Einfluß auf den Körper. Damit herumzuspielen durch irgendwelche aus einem Buch gelesenen Tipps kann aber auch gefährlich sein: vielleicht verschwindet die eine Krankheit, aber dafür entsteht eine schlimmere - die Ursache ist eben nicht behoben. Wenn die Ursache aber nicht gefunden und beseitigt wird, durch Arzt, Therapeut oder was auch immer, würde ich lieber ein Schmerzmittel nehmen :)
Keine Sorge: mein Pillenverbrauch hält sich in Grenzen, weit unter der ärztlich erlaubten Dosis. Ich bewege mich schon etwas mehr und habe einige Kilos abgeworfen, aber es dauert halt...

Bearbeitet von chris35 am 25.05.2013 20:02:29


Zitat (chris35 @ 25.05.2013 17:48:21)
Aber bei Kopf- oder Nackenschmerzen gelingt es mir nicht; bei der Entspannung stören mich die Schmerzen. Mit einem gescheiten Schmerzmittel kann ich manchmal eben auch die Ursache bekämpfen und mich z.B. entspannen. Manche Schmerzmittel wirken ja auch entzündungshemmend, bekämpfen also auch selbst die Ursache.

So geht es mir auch.

Früher habe ich erst immer gewartet, bis ich den Schmerz nimmer ausgehalten habe. Dadurch mußte ich mehr Schmerzmittel nehmen.

Gut dass wir in der Verwandtschaft medizinische Fachkräfte haben. Die haben mir geraten, sofort etwas einzunehmen. Meist ist es dann nur einmal, da es auch gleichzeitg gegen die Entzündung ist.
Häte ich das mal früher gehabt. Die Lebensqualität wäre besser gewesen.

@Chris

ich sage doch nicht, das man keine Schmerztabletten nehmen soll, ich habe früher auch immer zu lange gewartet und Kopfschmerzen ausgehalten,

und eine Änderung der eigenen Verhaltensweisen ist weder leicht noch schnell, es ist ein Prozess .... und ob wir etwas ändern wollen oder nicht ist auch eine eigene Entscheidung ... die ich niemandem abnehmen kann und will ...

Ich sage lediglich wie es ist und das ohne Veränderung sich nichts an den wiederkehrenden Kopfschmerzen ändern wird. Wann und wie und ob sich etwas verändert liegt an jedem selbst ... des Menschen Wille ist sein Himmelreich ..

Aber Therapeuten können diese unbewussten Denk-Muster lösen und Änderung fördern, weil sie unpersönlich das Problem erkennen ..... sie haben eben auch ihr Handwerk gelernt .... sie behandeln den Patienten ganzheitlich ....

das es bei Therapeuten, Ärzten und allen anderen Berufen solche und solche gibt muss ich nicht extra erwähnen, das ist ein anderes Thema ...

Das meldet der Medizinische Dienst:
40.000 Patienten beschweren sich nach medizinischen Behandlungen (vor allem nach Operationen) bei ihrer Krankenkasse über einen Ärztefehler - in jedem 3. Fall erweist sich der Vorwurf als berechtigt.

und das sind nur die gemeldeten Fälle !!!!

kranke Menschen habe ich selbst genug betreut und gepflegt ... da hilft nur noch eine gute Pflege und für sie da sein ... aber woher die Pfleger nehmen ????? krank-sein ist eine teure Angelegenheit, da tue ich lieber selbst etwas um nicht krank zu werden und kein Pflegefall .... bevor es zu spät ist. Außerdem erhöht sich die Lebensqualität nicht nur gesundheitlich .... vorbeugen ist und bleibt besser als heilen ...


Schmerzen wegdenken? Nein, geht nicht, wenigstens nicht bei mir. Außerdem wäre es auch falsch, denn jeder Schmerz hat eine Ursache - und die muß gefunden und ausgeschaltet werden.

Ich habe früher auch eher Schmerzen ausgehalten anstatt etwas zu nehmen. Heute sehe ich das anders. Und oft ist es mit einer Schmerztablette getan, da gebe ich Rumburak Recht. Sollten die Schmerzen dann doch wieder auftreten, lasse ich das abklären.

Bearbeitet von viertelvorsieben am 25.05.2013 22:58:54


OK, im Grunde sind wir uns doch einig:
- erst einmal sind Schmerzen ein Warnsignal; also ab zum Arzt, Ursache klären (Hallo, Mods..)
- das Warnsignal sollte nicht zu lange ignoriert werden, sonst wirds schlimmer; manchmal wird der Schmerz selbst zum Problem
- Pillen helfen ganz gut akut, aber auf die Dauer wirds kritisch, also Ursachen angehen
- auch im Kopf können die Schmerzen bekämpft werden; auch dort können geistige Blockaden liegen, die gelöst werden sollten
- manchmal dauerts aber mit den Blockaden: nicht erzwingen, Fachleute fragen. Manchmal dauert es länger wie ein Leben :pfeifen:


ich denke mal, das ist eine Form von Autosuggestion... seine Denke auf 'positiv' zu schalten, kann schon in sehr vielen Fällen und Bereichen hilfreich sein... man konzentriert sich nicht auf das schlechte, sondern auf (trotzdem vorhandenes) gutes... beim Thema Schmerzen allerdings funktioniert das bei mir zumindest nicht... schön wär's, dann könnte ich mir eine Menge Arztbesuche, Pillen und Therapien sparen und wäre vielleicht schmerzfrei ^_^
ich kann bei einer Schmerzattacke außer der passenden Maßnahme (Tabletten, Wärme, Ruhe etc.) nur versuchen, dem Schmerz nicht zu viel Raum zu geben, mich nicht mehr als nötig auf ihn einzulassen... andersherum gesagt, ich kenne Leute, denen es definitiv nicht gut geht, die krank sind und Schmerzen haben (müssen), die aber so viel und oft drüber jammern, wie schlecht es ihnen geht, dass ich mir manchmal denke, es könnte ihnen vielleicht besser gehen, wenn sie sich nicht mit solcher Hingabe in ihrem Elend baden würden -_-


@compensare: es gehört zu den immer mehr verbreiteten Unsitten heutzutage, sich nur noch jammernd und klagend zu "unterhalten".- Geht man mal aufmerksam durch die Gegend, und triftt dabei etliche "Bekannte", so kommt vielfach die Frage:"Wie geht es Dir/Euch?"- Die Antwort wird meist nicht abgewartet, sondern nur das Ventil geöffnet, um eine Suada der "Leiden" lsozuwerden.- Diese Leute fühlen sich teils nur WOHL, in dem sie in epischer Breite darlegen können, wie FURCHTBAR schlecht es ihnen geht.- Inzwischen bin ICH soweit, als Standard-Antwort "Gut" zu geben.- Und dann mit einem kurzen Gruß weiterzugehen.
Wenn man schon sonst NIX hat, so wird bei Vielen wenigstens das "Leiden" gepflegt.- Schlimm!
Heilung oder Hilfe beginnt immer im Kopf.- Das kann spontan geschehen, oder aber auch über einen längeren Zeitraum mit oder ohne Unterstützung ablaufen.- Ganz sicher ist die Lektüre eines der kaum noch überschaubaren Anzahl der "Ratgeber" geeignet, uns den richtigen Weg aus den Schmerzen zu zeigen.
Sinnvoll ist, durch Neural-Therapie etwa eine Schmerzweiterleitung zu blockieren.- Das ist Sache eines versierten Mediziners.- Wer Glück hat, erreicht auch durch Akupunktur Einiges.- Auch da ist ein absoluter Fachmann gefragt.- Für die Dinge jenseits der "Vernunft" sind dann Heilpraktiker (und da gibt es verdammt viele Unterschiede!), Schamanen (es soll welche geben, die wirklich befähigt sind!), oder auch "Wunderheiler" zuständig.- Hier teilt sich Wissen um die Zusammenhänge der Natur und der menschlichen Beschaffenheit die Begabung.- Wer offen ist, um solch einen Schritt zu gehen, KANN damit geholfen bekommen.
Wenn man irgendwann einfach nur noch die Schnauze voll hat, von Ärzten, die Einen nur mit Schmerzmitteln abspeisen, oder uns irgendwelche IGeL-Leistungen verkaufen, oder erkennen muß, daß Heilung/Hilfe OHNE Hammermittel möglich wäre, die Krankenkasse jedoch die teuren (nachgewiesen wirksamen) Behandlungen nicht bezahlt, geht man auch schon mal zum Heilpraktiker oder zur Reiki-Meisterin.- Durch diese innere Bereitschaft "wenn schon ALLES nicht mehr hilft, kann DAS nun auch nicht mehr schaden", ist ganz sicher der Nährboden verfügbar, für's Erste "geholfen" zu bekommen.- WEIL man dann auch die menschliche Ansprache hat, das Gegenüber sich Zeit nimmt für Einen.- Klar: dafür blättert man ja auch nettes Geld hin.

Schmerzen KANN man bis zu einem gewissen Punkt überdecken; ich habe die glückliche Eigenschaft (teils hart erarbeitet), mich ganz weit weg denken zu können, je nach Art der Schmerzen.- Bei Migräne jedoch klappt das mit dem Denken meist schon nicht mehr so einfach.- Im Grunde ist für alle "Techniken" ein Höchstmaß an festem bis eisernem Willen notwendig.- Man kann sich für bestimmte Symptome "Reizumleitungen" schaffen.- Jedoch ALLES was anhaltend zur Beeinträchtigung unseres Wohlbefindens führt, MUSS auf medizinischem Gebiet abgeklärt werden.- Durch ständiges "in-sich-Hineinhorchen" hingegen tut man sich selbst keinen Gefallen.

Das Hauptproblem unser Zeit IST DIE ZEIT, die ambitionierten Medizinern fehlt, sich näher mit dem einzelnen Patienten zu befassen.- Ein gutes Gespräch kann schon sehr Vieles erleichtern, oder gar ganz klären.

Man muß den Schmerz bekämpfen, nicht sich selbst...respect yourself!

Lieben Gruß..IsiLangmut


Widerspruch liebe Frau Isi,

1.) Wunderheiler gibt es nicht, nur Heiler die durch ihre Tätigkeit Heilung bewirken, das Wunder ist die Heilung selbst.

2.) Schmerzen kann man nicht bekämpfen, ebenso wenig wie Probleme, sondern nur lösen ... Kampf verstärkt und manifestiert den Schmerz ...

3.) Die Zeit ist nicht das Problem, ob Arzt, Heiler oder Therapeut haben alle die gleiche Zeit, früher wie heute, der Unterschied ist, wie viel Zeit sie sich für ihre Patienten nehmen, ihnen zuhören ...... da beginnt schon die Behandlung ...

4.) Ärzte sollten Heiler sein ..... ist leider immer seltener, gibt es aber auch noch. :blumen:

Ansonsten stimme ich Dir zu. :daumenhoch:
MFG

Bearbeitet von Lichtfeder am 26.05.2013 14:55:41


Zitat (Lichtfeder @ 26.05.2013 14:50:14)
1.) Wunderheiler gibt es nicht, nur Heiler die durch ihre Tätigkeit Heilung bewirken, das Wunder ist die Heilung selbst.
2.) Schmerzen kann man nicht bekämpfen, ebenso wenig wie Probleme, sondern nur lösen ... Kampf verstärkt und manifestiert den Schmerz ...
3.) Die Zeit ist nicht das Problem, ob Arzt, Heiler oder Therapeut haben alle die gleiche Zeit, früher wie heute, der Unterschied ist, wie viel Zeit sie sich für ihre Patienten nehmen, ihnen zuhören ...... da beginnt schon die Behandlung ...
4.) Ärzte sollten Heiler sein ..... ist leider immer seltener, gibt es aber auch noch.

Ergänzung:
1. "Wunderheiler" klingt schon ziemlich negativ und ist wohl auch so gemeint. Leider gibt es auch viele Scharlatane. Wer "Heiler" genannt werden will, sollte eigentlich auch die Heilpraktikerprüfung bestanden haben; Heilversprechen sind immer heikel
2. naja, ich würde nicht so auf den Worten herumreiten; akute Schmerzen mit bekannter Ursache kann man schon mal mit einer Tablette "bekämpfen", z.B. vor oder nach Zahnbehandlung
3. das ist ganz wichtig. Der Kassenarzt nimmt sich leider oft sehr wenig Zeit; manchmal habe ich den Eindruck, daß er überhaupt nicht zuhört. Als Patient habe ich zwar weniger Fachkenntnisse, aber immerhin 24 Stunden täglich mit meinen Beschwerden zu tun. Der Heilpraktiker stellt vielleicht eher die richtige Diagnose: mit welchen Mitteln, ist mir eigentlich egal. Neben seltsamen Messmethoden wird er aber sicher auch seine Erfahrung einbringen und einfach zuhören.
Übrigens muss so eine "alternative" Behandlung gar nicht teuer sein; vielleicht ist sie billiger wie eine Zusatzleistung beim Arzt - einfach mal fragen!
4. stimmt ;)

Liebe @Lichtfeder,

ich habe weder Zeit noch Lust, mich detailliert in Haarspaltereien zu ergehen.- Wenn ICH etwas schreibe, so ist das MEINE subjektive Meinung.- Und die werde ich nicht ändern, nur weil Du zwar im Grunde teils das Ähnliche meinst, mir jedoch Deine Lesart auferlegen willst.

Den Begriff "Wunderheiler" setzte ich, wie auch jetzt in "Apostrophe", weil ICH von diesem ganzen "Zauber" NIX halte.

Der Begriff "Zeit" ist verschiedenst definierbar.- Eine Stunde dauert auch Heute noch 60 Minuten, wie früher.- Nur haben die Ärzte pro Patient eigentlich nur 2,5 Minuten ZEIT, die sie vergütet bekommen.- Wir haben das Glück, daß unser HAUSarzt sich grundätzlich ZEIT NIMMT für uns, jedoch im sicheren Wissen darum, daß ICH IHM auch zuhöre.- Was IHM den Tag erleichtert.- So, wie etlichen Ärzten, die mich kennen.

ICH habe MICH vom Totenbett/Krankenlager hochGEKÄMPFT!- Habe meine halbseitige Lähmung BEKÄMPFT.- Genauso, wie die Schmerzen, die mich damals und auch Heute noch durch's Leben begleitet haben/begleiten.- Der KAMPF richtet sich gegen die eigene Unfähigkeit, sich mit einer Gegebenheit einfach abzufinden.- Solange man die Kraft und innere Bereitschaft hat, zu KÄMPFEN, geht man nicht unter...

Blockaden...das ist ein Thema, das weit-/allumfassend ist.- Je mehr man darin rumporkelt, um so schlimmer kann es werden.- Aus diesem Grunde halte ICH z.B auch NICHTS von vermeintlichen Rückführungen, oder Hypnose.- An manche Dinge in unserem "Speichersystem" sollte m.e. garnicht erst gerührt werden.- Wo noch halbwegs gesunder Menschenverstand ist, soll man sich m.e. nicht Deutungen ergehen.

Ach ja, und @chris35: ich habe mir kürzlich eine solche "Zusatzleistung" gegönnt.- Und zwar 5 Sitzungen Stoßwellen-Therapie.- Die mich mal eben nur € 150,- gekostet haben.- Bei einem Orthopäden.- Mein Glück ist es, daß die Gesamt-Behandlung gut gewirkt hat.- Ansonsten wären mal eben locker flockig 150 Euronen den Kamin hoch gegangen, die ich absolut nicht mal eben so im Zuckerpöttchen habe.


Isilangmut, ich schließe msich Deinen Gedanken an denn auch ich halte wenig von all diesen netten rein theoretischen Büchern. Für mich bleibt Schmerz was er letztlich ist ... es tut verdammt weh und basta. Gerade neulich habe ich mir beim Kochen fast den linken Zeigefinger abgesäbelt und geblutet wie ein angestochenes Schwein. Da hätte mir bestimmt kein Philosopfatsch von "wegdenken" geholfen.

Genau wie Du habe auch ich auf dem medizinischem Bereich so einiges im Verlaufe meines Lebens durchgemacht, und bin bis heute davon überzeugt das es mich nur noch gibt weil die Ärzte damals volle Leistung lieferten und ich einen unbändigen Hunger nach Leben pur hatte. Die Schmerzen die ich nach einer sehr großen OP hatte waren schlichtweg nicht wegzudenken oder schön zu reden.

Von Therapeuten und Psychatern halte ich auch nicht viel, denn die Sitzungen sind meist viel zu kurz und selten damit Herr Doktor einen wirklich kennenlernen kann. Habe so einen 'mal erlebt und nach der 3. Sitzung haute ich wieder ab da der nette Herr vor mir saß und regelrecht einpennte. Auch da glaube ich das kaum mehr hilft als das sich nicht unterkriegen lassen wollen, sich neue Ziele zu setzen und nach Vorne schauen - Dinge die man eben nicht locker und flockig in Form von Pillen oder netten Worten besorgt bekommt.

Allerdings denke ich auch das nicht einjeder von sich aus so stark ist und eben solche Krücken braucht um überhaupt noch an etwas zu glauben. Besonders wenn all diese Theorien hoffen lassen das die Lösung aller Probleme damit mühelos und einfach weggepustet werden können. Sich seinen Problemen zu stellen, Dinge radikal in seinem Leben zu verändern ist ja eine Herausvorderung und könnte echt anstrengend auf die Dauer sein.

Dir eine tolle neue Woche und LG.


Mal meinerseits abschließend zum Thema: knapp ein Jahr nach meiner "Auferstehung" schaute unser Hausarzt mich recht nachdenklich an, und meinte:" Wenn ich Sie jetzt so hier vor mir sitzen sehe, und daran zurückdenke, wie es Ihnen im vorigen Jahr ging, kann ich's fast nicht glauben.- Ehrlich gesagt: ich vermute ja fast, daß Sie 'was von einer Hexe in sich haben, daß Sie das SO überstanden haben.- Und vor Ihrer Willenskraft muß man(n) schon beinahe Angst haben."
Er weiß, daß ich hart im Wegstecken bin, mir selbst Nichts "schenke", oder durchgehen lasse.- Vielfach meine äussersten Reserven anzapfe, und trotzdem noch umgänglich bleibe.- Sogar noch in der Lage bin, Anderen zu helfen.
Das macht mich für Manche allerdings auch zu einem recht unbequemen Gesprächs-Partner...die negativen Seiten des "Geholfen-werdens" hören Viele nicht gerne.- Einfach die Zügel schiessen lassen, ist angenehmer.

Liebe Grüße...IsiLangmut :blumen:



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