Schreibmaschine reparieren: Drahtbügel rausgefallen


Hallo,

bei meiner Olympia ist der Drahtbügel, der Typenhebel mit Tastenhebel verbindet, beim Schreiben herausgefallen. Erst das eine Ende, und als ich es wieder einhaken wollte, ist auch das andere Ende aus der Öse herausgefallen.

Der Drahtbügel sieht in etwa so aus wie eine Klammer von einem Büro-Tacker, nur viel stabiler.

Ich bekomme ihn leider auch mit Pincetten nicht wieder hinein. Um die Enden in die Ösen zu bekommen, muss ich den Bügel quer halten. Wenn er drin ist, kann er zwar wieder in seine richtige Position gebracht werden, aber ich kann ihn dann für die zweite Öse nicht wieder quer halten, weil er am anderen Ende ja schon in der Öse steckt.

Gibt es da einen Trick? Oder kann man die ganze Hebeleinheit herausnehmen, um besser dranzukommen?

Er ist ja immerhin alleine herausgefallen, da wird er doch irgendwie wieder hineingehen, oder?

Für jeden Tipp dankbar…


Einen Tipp kann ich Dir unmöglich geben.

Es gibt -zig verschiedene Olympiaschreibmaschinen. Du schreibst nicht mal, ob es eine mechanische oder elektrische Schreibmaschine ist.

Am besten schreibst mal den Typ oder schaust mal hier bei Google.


Labens,

es ist eine mechanische, denn elektrische haben einen Kugelkopf.

Aber den Typ zu kennen würde trotzdem weiterhelfen.

Es könnte sein, dass Du den Typenhebel demontieren müsstest.

Aber, wenn er so rausgefallen ist müsste er auch so wieder reingehen. Oder es ist mehr kaputt als auf den ersten Blick zu erkennen. Dann wäre ein Fachgeschäft die nessere Anlaufstelle.

Gruß

Highlander


Zitat
...denn elektrische haben einen Kugelkopf.


Nicht alle elektrischen Schreibmaschinen haben einen Kugelkopf. Bei uns im Büro gab es nur eine, die einen hatte.

Zitat
bei meiner Olympia ist der Drahtbügel, der Typenhebel mit Tastenhebel verbindet, beim Schreiben herausgefallen.


Wenn der einfach so heraus fällt, ist sicher mehr kaputt. Vielleicht kann ein Feinmechaniker helfen.

Kleine Ergänzung: Der Kugelkopf ist das Markenzeichen von IBM. Diese "Hackbretter" werden zwar schon seit Jahrzehnten nicht mehr hergestellt, doch das waren die mit Abstand besten und robustesten elektrifizierten mechanischen Schreibmaschinen. Wer noch eine besitzt, sollte sie nicht einfach weggeben. Die sind heute selbst gebraucht noch so teuer, wie sie im Verhältnis mal neu gekostet haben.

Zurück zum Thema: An Deiner Stelle würde ich die Suchmaschine Deines Vertrauens mit den Schlagworten "Olympia Schreibmaschine reparieren" befragen. Da wird Dir schon mal Einiges ausgeworfen. Da ich nicht weiß, wo Du wohnst, musst Du leider selbst etwas in Deiner Nähe suchen. Auch die Gelben Seiten können Dir hilfreiche Auskünfte geben. Zumindest konnte ich für Dich schon mal herausfinden, dass diese Schätzchen durchaus noch repariert werden. Da Du selbst nicht weiterkommst und von den Muttis wohl auch keine genau weiß, wie man Dir helfen kann, wirst Du die Maschine wohl zur Reparatur geben müssen.

Grüßle und viel Erfolg,

Egeria

P.S.: Schau auch mal bei YouTube vorbei. Das Video, das ich gefunden habe, ist zwar auf Englisch, doch Bilder sagen oft mehr als tausend Worte. Vielleicht isses ja schon die Lösung Deines Problems.


Gut schon mal vielen Dank. Eine Suchmaschine habe ich natürlich schon bemüht, aber nur direkt nach meinem Problem gesucht. Reparieren lassen wollte ich sie eigentlich nicht. Das kann doch so schwer nicht sein… hoffe ich.

Genau gesagt ist es eine mechanische Schreibmaschine von Olympia, welches Modell es ist, steht nicht drauf. Sie ist aus den 60ern, glaube ich. Der Hebel ist rausgefallen, als ein Kind voller Elan in die Tasten gedrückt hat.

Ich werde nun Youtube bemühen, vielleicht hilft es ja weiter.


es gibt noch schreibmaschinen??? :blink:


warum denn nicht???


sorry, ich hätte genauer lesen sollen... die stammt aus den 60er jahren. :blumen:


Zitat (silver85 @ 07.08.2013 21:37:30)
es gibt noch schreibmaschinen??? :blink:

Ich schreibe gelegentlich auf einer meine Briefe. :P

Zitat (viertelvorsieben @ 07.08.2013 21:59:09)
Ich schreibe gelegentlich auf einer meine Briefe. :P

find ich super, ich bin leider zu modern aufgewachsen und benutz die schreibmaschinenfunktion im pdf. nostalgie find ich aber prima, zum glück durfte ich das tastaturschreiben noch auf einer richtigen schreibmaschine lernen, leider ohne löschband... :pfeifen:
aber jetzt will ich im thread nicht vom thema abweichen und da ich nicht weiterhelfen kann, verzieh ich mich... :blumen:

Zum Einhängen des ausgehängten Bügels mußt du den betroffenen Typenhebel rausnehmen, damit du ihn seitlich verdrehen kannst (so ist das Zusammenhaken ein Kinderspiel).

Im Typenkorb verläuft eine halbkreisförmige Achse, auf der alle Typen aufgefädelt sind. An der Oberseite ist der Kanal im Typenkorb, in dem diese Achse liegt, mit 2 Plastikstöpseln verschlossen. Diese Stöpsel mußt du entfernen. Dann besorgst du dir einen dickeren Draht (z.B. Kupferdraht, wie er zum Erden von Badewannen & Co. Anwendung findet), den du halbkreisförmig biegst, Krummungsradius mußt du in etwa so wählen, wie von dem, der im Typenkorb liegt (wenn du ein paar Typen anhabst, kannst du erahnen, wo diese Achse läuft ;)). Den gebogenen Draht führst du nun auf einer Seite in die Öffnung, wo du den Kunststoffstöpsel entfernt hast, ein: die Typenhebel werden jetzt auf einer Seite ersatzweise auf denen vorgebogenen Draht aufgefädelt, die Originalachse ragt dann auf der gegenüberliegenden Seite aus dem Typenkorb. Den Kontaktpunkt von Originalachse und deiner Ersatzachse verschiebst du so weit im Kanal vom Typenkorb, bis er an der Stelle deiner ausgehängten Type liegt. Nun ziehst du beide Achsen etwas zurück, so daß die zu reparierende Type ohne Achsauffädlung im Korb ist. Diese Type kannst du jetzt aus dem eingfrästen Schlitz im Typenkorb nehmen. Anschlaghebelende, Verbindungsbügel und Typenhebel zusammenhaken. Typenhebel wieder im Schlitz vom Typenkorb platzieren und eine der Achsen wieder etwas tiefer in den Typenkorb stoßen. Nun mußt du nur noch die Originalachse wieder im Korb versenken, wobei deine Hilfsachse gleichzeitig wieder herausgedrückt wird. Kunststoffstöpsel wieder in die Kanalöffnungen drücken. Fertig!

Kugelkopf hat den Kampf gegen das Typenrad verloren, weil er dem geschwindigkeitsmäßig (Anschläge/Zeit) unnterlegen war.

Hab hier auch noch so ein altes Ding. Rein mechanisch, damits auch noch einsatzfähig ist, wenn mir der Strom abgeklemmt ist. ;) Auf das Teil dresche ich auch mit vorhandenem Strom ein, wenn ich einen Durchschlag von einen auszufüllenden Papierformular brauche. :D


Zitat
An der Oberseite ist der Kanal im Typenkorb, in dem diese Achse liegt, mit 2 Plastikstöpseln verschlossen. Diese Stöpsel mußt du entfernen.


Danke, auf so eine Antwort hatte ich gehofft!

Die halbkreisförmige Achse kann ich sehen. Ich sehe aber keine Plastikstöpsel. Ich kann die Achse mit einem geeigneten Gegenstand von oben in ihrer Führungsschiene hin und her schieben. Bis die erste Type anfängt ist es etwa 2 Zentimeter. Aber: Außerhalb der Führungsschiene steht mit nur etwa 1 cm Abstand ein "Mini-Pfosten" aus Metall, der noch weiter nach unten reicht. Wenn ich die Achse herausschiebe, stößt sie direkt gegen den Pfosten. Der scheint fest zu sitzen, es ist mir jedenfalls nicht gelungen ihn herauszunehmen.

Auf der anderen Seite der Achse ist auch kein Platz, da befindet sich andere Mechanik.

Es scheint mir allgemein dort etwas eng zu sein. Da es sich bei mir um die 3. Type handelt, könnte es aber reichten, wenn der Pfosten weg wäre.

Eine Idee dazu?

Schraube den Typenkorb vom Rahmen: das sind nach meiner Erfahrung je 1 Schraube in der oberen rechten und linken Ecke vom Korb. Die Schrauben ganz rausdrehen, wahrscheinlich sind noch 2 Führungsstifte im Korb, die in Bohrungen vom Rahmen greifen (die dienen dazu, daß beim Zerlegen und wieder Zusammenmontieren nachher wieder alles ohne Justieren zusammenpaßt).

Den Typenkorb kannst du nach Entfernen der Schrauben einige mm vom restlich am Rahmen Montierten (Farbbandführung, Wagen, ...) wegziehen. Evtl kannst du die Führungsstifte zum Abstützen des gewonnenen Abstands zum Rahmen nutzen. Sonst suche dir ein Stückchen Holz/Plastik/Karton zum Dazwischenklemmen.

Der Abstand dürfte jetzt reichen, um die Halbachse an den Anbauteilen vorbeizuführen. ;)

Wenn es bei dir die 3. Type ist, die versorgt werden muß, ist es wahrscheinlich einfacher, statt einer Hilfsachse einzusetzten, alle 3 Typenhebel auf der einen Seite ganz herauszunehmen und wieder einzubauen. Gut darauf achten, daß du Typenhebel und Verbindungsstangen so zusammengehakt wie eingebaut zwischenlagerst. ;)

Die von mir angesprochenen Plastikstöpsel sind evtl. im Laufe der Zeit verloren gegangen, vieleicht waren sie auch nie montiert. Die dienen auch nur zum Verschluß des Achskanals und evtl. noch als Gleitfläche für den unteren Farbbandrand.



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