Kontakt zu den Kinder nach ihrem Auszug: Wie habt ihr ihn gehalten?


Hallo liebe Eltern,

ich habe da eine Frage an euch: Wie war es bei euch, als eure "Kleinen" plötzlich nicht mehr so "klein" waren und ausgezogen sind. Wie habt ihr Kontakt gehalten? Seid ihr jeden Tag vorbeigekommen um nach ihnen "zu sehen", bis ihr irgendwann freundlich vor die Tür gesetzt wurdet?

Oder haltet ihr den Kontakt überwiegend telefonisch und habt feste Tage, an denen ihr euch trefft? (z.B. jeden zweiten Sonntag)


Lieben Gruß
Humbeas


Zitat (Humbeas @ 28.08.2013 15:07:35)
1. Seid ihr jeden Tag vorbeigekommen um nach ihnen "zu sehen",



2. bis ihr irgendwann freundlich vor die Tür gesetzt wurdet?



zu 1 Wenn das meine Mutter bei mir gemacht hätte, hätte ich ihr spätestens am 2. Tag ...

zu 2.... die Tür vor der Nase zu geschlagen.


Was willst du bei deinen Kindern groß "sehen"? Ob sie noch Leben?
Ja, sie Leben noch, ihnen gehts gut, sonst wären sie nicht ausgezogen.

Lass die Kinder entscheiden, wie sie Kontakt halten wollen. Und rufe auch nicht jeden Tag an, sonst gehen die nicht mehr ans Telefon.
Das machen wir nämlich mitlerweile wenn ein bestimmtes Elternpaar hier anruft.

Kinder ziehen aus, das ist ein natürlicher Prozess, du musst jetzt loslassen. Die Kinder sind Erwachsen.

Ihr braucht euch auch nicht jeden zweiten Sonntag zu besuchen.
Aus Erfahrung weiß ich, dass die Kinder in den ersten Wochen nach dem Auszug ihre Eltern öfter besuchen, als es den Eltern recht ist.

der kontakt ergibt sich doch von ganz allein. und ich wäre sehr wütend geworden, wenn meine eltern ständig vor meiner tür gestanden hätten. entweder, um mich zu kontrollieren oder um zu sehen, wie ich lebe.

ich hoffe, ich werde einfach glücklich sein, wenn meine kinder alt und reif genug sind, um auszuziehen. das würde beweisen, dass ich sie gut genug vorbereitet habe. und ich würde hoffen, dass sie in der nähe bleiben. wenn man zu arg klammert, haben sie auch keine rechte lust, die eltern zu besuchen. aber wenn man ihnen genügend freiraum gibt, kommen sie immer wieder gern zu den eltern. mit druck wäre es nicht so gut.

als mein schwager und mein mann noch sehr jung waren, hatten sie bereits ihren eigenen gemeinsamen haushalt. mein mann war 17 und mein schwager 23. so konnten sie sich gemeinsam eine schöne wohnung leisten und hatten genügend ruhe zum lernen. und natürlich auch, um mädchen zu sich einladen zu können. :hihi:

sie haben ihre eltern jedoch regelmäßig "überfallen", ihren kühlschrank geplündert und ihnen auch bei den vielen tieren geholfen. das ist ein abnablungsprozess, der sehr wichtig ist. jetzt sind sie beide erwachsen und wohnen immer noch nur wenige minuten von ihnen entfernt, und sie sehen sich beinahe täglich.


Anfangs wohnten sie alle in der gleichen STadt wie wir bzw. später: wie ich. Es wäre mir nicht mal im Traum eingefallen, da jeden Tag oder so vorbeizugehen. Oder "ständig" anzurufen.

Wie es war? - Meine Drei wussten immer, dass ich interessiert bin, wie es ihnen geht, Anteil nehmen möchte, usw. Aber in der ersten Zeit (war bei denen unterschiedlich) habe ich es bewusst ihnen überlassen, wann und wie sie Kontakt haben wollten. - Bloß um Gottes Willen nicht institutionalisieren!! ("jeden zweiten Sonntag")

Das war nicht immer einfach; so fiel einem immer nur dann, wenn es etwas brauchte, ein, dass es ja noch die Eltern gibt. Wie wenn man aus dem Schrank geholt wird. Das hat sich aber längst eingependelt.
Nach einiger Zeit begegneten wir uns sowieso nur noch "auf Augenhöhe", also ohne Eltern-Kind-Gefälle. Tut mir Leid, ich habe keinen besseren Ausdruck dafür. Filiale Reife heißt das wohl, von den Kindern aus gesehen.

Seit ich Enkelchen habe, heißt es schon mal: Wann kommst du denn mal wieder?

Die, die in "Reichweite" wohnen, sehe ich nicht regelmäßig; aber öfter. Wir alle mailen, skypen und telefonieren sooft wie wir lustig sind. Und wer nicht mag, lässt es bleiben bzw. reagiert nicht.


Um Gottes Willen :wacko: , meine Kinder würden mich vor die Tür setzten, wenn ich jeden Tag nach ihnen schauen würde.

Allerdings ist hier die Entfernung ein Knackpunkt: meine Zwillingssöhne haben eine gemeinsame Wohnung in einer großen süddeutschen Stadt (beide studieren Medizin).

Sohn Nr 3 wird sein Theologie-Studium aufnehmen (auch eine größere Entfernung), meine ältere Tochter lebt auch weiter weg und macht eine Ausbildung zur Hebamme.

Kontakt halten wir per Telefon, Handy und Email, an den Wochenende fallen sie regelmäßig freiwillig zuhause ein (falls es der Dienstplan erlaubt), um sich mal wieder von Mutter bekochen zu lassen (oder um den Vater um Geld anzuhauen :D ), um den Kühlschrank und die Gefriertruhen zu plündern, um zu urlauben, die kleine Schwester wiederzusehen und um mal wieder alle zusammen zu sein.

Natürlich habe ich ihre eigenen Wohnung besichtigt und nehme regen Anteil an ihrem Leben (soweit sie das möchten - aber das ist eine andere Art Gratwanderung), aber sie sind erwachsene Menschen und wollen auch so behandelt werden. Völlig zu Recht; ich kann mich noch gut erinnern, als mein Mann und ich zusammengezogen sind und seine Mutter jeden Tag kam, um zu kontrollieren, ob ihr Sohn auch regelmäßig was zu essen bekam :wacko: - na ja, Schwamm drüber :ach: , aber diese Erinnerung an die Aufdringlichkeit meiner Schwiemu hält mich von spontanen "Überraschungsbesuchen" ab.

Bearbeitet von mops am 28.08.2013 17:44:25


Ich wohne auch schon länger nicht mehr bei meinen Eltern, und habe immer mindestens 100km weit weg gewohnt. Schon aufgrund der Entfernung wäre es da schwierig geworden, das sie mich so häufig besuchen. allerdings hätte ich das auch gar nicht gewollt. Wenn man die erste eigene Wohnung hat, will man nicht die "Alten" ständig bei sich rumhängen haben. ^_^ Aber nach Hause kommen zu den Eltern auf Besuch war und ist immer mal schön. :yes:
Wir telefonieren ca. einmal pro Woche,manchmal auch häufiger,je nachdem was es garade so neues gibt. Treffen so wies halt passt,je nach Entfernung und Zeit. Und heute z.B. hat meine Ma mich besucht und wir haben uns einen schönen Tag gemacht. :wub:


Zitat
Seid ihr jeden Tag vorbeigekommen um nach ihnen "zu sehen", bis ihr irgendwann freundlich vor die Tür gesetzt wurdet?


:blink: wenn meine Mutter das gemacht hätte, wäre ich ihr irgendwann auf's Dach gestiegen. Das ist ja furchtbar. Dazu zieh ich doch nicht aus!

Ich hab alle paar Tage nach Hause telefoniert und zehn Jahre später mache ich das immer noch so. Mehr, wenn gerade viel passiert, weniger wenn viel Stress ist. Feste Tage gab's und gibt's nicht. Wenn ich mich mal länger nicht gemeldet habe, rufen sie an, ob alles okay ist. Ebenso, wenn wir uns lange nicht gesehen haben, sagen sie mir das und dann treffen wir uns.

Das finde ich übrigens viel besser als wochenlang vorm Telefon zu hängen und zu warten, dass das Kind anruft oder mal zu Besuch kommt weil man ja nicht glucken möchte und es dann so passiv-aggressiv an ihm auszulassen, wenn es sich dann meldet ("du rufst ja nieeee an"). Meine Mutter sagt einfach klipp und klar: du hast dich lang nicht blicken lassen, wir machen jetzt mal was aus. Das fand ich damals und heute noch gut. Ich find's schön, dass meine Eltern Wert drauf legen, mich ab und zu auch mal zu Gesicht zu bekommen, ohne da gleich so ein Psychodrama draus zu machen.

Bei mir/uns selbst:
Ich zog ins Ausland; wir wohnten die beiden ersten Jahre im Hinterhaus wo meine Schwiegereltern wohnten. Sie wären nie auf die Idee gekommen, ungefragt bei uns reinzuschauen - aber meine Schwiegermutter "erwartete" (immer diese unausgesprochenen Sachen..), dass ihr Sohn jeden TAg mal bei ihnen reinschaute. Was man feststellen konnte,wenn er es mal nicht machte/nicht konnte: Wo warst du denn gestern? :ph34r:
Wir respektierten uns gegenseitig, ich achtete aber darauf, eine gewissen Freiraum zu behalten.


Hätte meine Mutter jeden Tag vor der Tür gestanden, hätte ich ihr jedes mal die Schmutzwäsche mitgegeben... oder hätte sie die Fenster putzen lassen ;)

Wenn Du es Dir nicht verscherzen willst, dann würde ich von unabgesprochenen Überraschungsbesuchen absehen! Es sei denn du willst 'n Kasten Bier vorbeibringen oder Kuchen...

Auch tägliche Kontrollanrufe sind echt nervenaufreibend, wenn man versucht ein eigenes Leben auf die Beine zu stellen.

Wohl dosiert, nicht aufdringlich, gerne Hilfe anbieten oder zum Essen einladen etc. aber nicht als Jonny Kontroletti auftauchen!

Sage ich jetzt allerdings aus "Kind"Sicht!

Wie würdest du dir denn den Kontakt wünschen?


Zitat (runzenplunz @ 30.08.2013 13:18:53)
Wie würdest du dir denn den Kontakt wünschen?

bin zwar nicht die gefragte, aber ich weiß von meinem Großen, als er seinen Blockunterricht in BaWü hatte und mal ein halbes Jahr in die Kreisstadt zog, das sein Verlangen nach uns größer wie mein Verlangen nach ihm war.

Er hat sich oft per Handy gemeldet, und das war ok mich.

Ich wäre mein Lebtag nicht auf die Idee gekommen, mich bei ihm vor die Türe zu stellen.
Ich kenne das allerdings von meinen Eltern auch nicht. Sie stehen auch nicht vor der Tür und sagen: Überraschung.

Es ist doch normal, dass Kinder irgendwann das Elternhaus verlassen :-) schlimmer ist es wenn man noch Hotel-Mama führt während das Kind schon auf die Vierzig zu geht. Ich würde erst mal Luft lassen, sich selbst zurecht finden lassen. Deshalb muss der (telefonische oder online-) Kontakt ja nicht wegfallen. Mal fragen, wie es so geht - gegenseitig - das ist völlig okay.


Oh das leidige Thema wie weit kann/darf man bei den großen kleinen noch gehen.....

Meine Kids sagen es mir offen wenn ich wieder Fragen stelle, weil ich eigentlich ganz viel von ihnen und ihrem Leben wissen möchte, Mutti du nervst.... Tut mir zwar etwas weh, aber besser so als wenn sie z.b. nicht mehr ans Telefon/Handy gehen, denn dann mach ich mir erst recht Sorgen. Mitlerweile hat es sich so eingeschlichen das wir uns 1-2 x die Woche hören und sehen nach Absprache. Gibt Zeiten da isses öfter und dann wieder sehen wir uns nen ganzen Monat nicht.
Ja hört sich nicht viel an, aber für ne Mutti ne Ewigkeit. :unsure:

Meine Jungs wohne hier im Ort, so das ich wenn sie mal rufen vorbeihuschen kann. Ein Glück kommt schon mal hin und wieder die Anfrage nach Hilfe von mir - herrlich... :rolleyes: Meine Tochter wohnt in ner anderen Stadt und ist auch oft im Ausland. Wir hören uns öfter als mit den Jungs und Gott sei Dank gibts ja auch Whatsapp :pfeifen: und wenns nur nen "alles ok?" und als Antwort nen knappes "ja" (natürlich etwas genervt) ist.....

Die lieben kleinen ziehen ihrer eigenen Wege, und das ist auch gut so. Deshalb vergessen sie uns ja nicht oder haben uns weniger lieb....

Denkt mal zurück als ihr in den Alter wart, da wars auch nicht viel anders oder? B)

Ja klar es dauert etwas, oder etwas länger, bis man sich als Eltern dran gewöhnt hat sich wieder auf sich zu konzentrieren..... aber das wird schon :trösten:


Von mir mal eine etwas andere Perspektive... bin 22, studiere und habe seit ~1,5 Jahren meinen ersten Freund ^_^
Aktuell ist es so, dass ich sehr oft mehrere Woche mal bei ihm bleibe. Manchmal ist es auch nur ein Tag... Ich habe das Gefühl dass es sich zwischen mir und meiner Mam wieder etwas mehr entspannt hat. Wir streiten deutlich weniger (bzw. so gut wie gar nicht) und meine Mam ist immer ganz glücklich wenn wir uns mal wieder sehen ^_^
Ich habe schon das Gefühl dass sie Angst davor hat, dass ich ausziehe.


entfernung schafft nähe, das kann ich so sagen. meine drei kinder sind ausgezogen und kommen seitdem wieder unheimlich gern nach hause.
wenn ich da an die zeiten denke, als sie noch daheim wohnten. jeder wollte seinen kopf durchsetzen und jeder hatte am allermeisten recht. und eltern - die sind doch alt und haben eh keine/wenig ahnung.

liebe mamas, das ändert sich, wenn die kleinen auf eigenen füßen stehen. dann ist auch die meinung der eltern gefragt zu freunden, zur mode und zu allgemeinen themen.



Kostenloser Newsletter