Wie kann ich meine Körpermaße selber ausmessen. Schnittanpassung


Wie meßt ihr eigentlich eure Körpermaße um sie auf einen Schnitt zu übertragen. Ich habe niemand, der das für mich machen könnte, die Vorderteile gingen ja noch, aber fürs Rückenteil geht das ziemlich schlecht.
Hauptsächlich da sollte mein Schnitt etwas geändert werden, da ich ein Hohlkreuz habe. Bei ärmelloser Kleidung steht es immer am hinteren Armausschnitt ab. Wie kann ich das ändern?


Moin Rexyangi,

also: Es gibt Schnitttabellen, wo Du die Maße für alle Konfektions-Größen ablesen kannst. Findet sich in jedem Burda-Schnittmusterheft im Anleitungsteil. Nehmen wir mal ein fiktives Beispiel. Du hast einen Schnitt in Größe 38. Für die Oberweite ist meinetwegen (fiktiv) ein Maß von 90 cm angegeben. Das heißt: Einmal rundum messen, durch zwei teilen und Du hast für jede Seite das Maß. Angenommen, Du brauchst vorne herum etwas mehr, musst Du das zuaddieren und am Rückenteil abziehen. So gehst Du stufenweise über alle notwendigen Maße und kannst anpassen. Darfst nicht vergessen, dass Schnittmuster immer Bequemlichkeitsweite einkalkulieren sowie eine gewisse Überlappung. Wie man einen Papier-Schnitt erweitert oder verkleinert, das weißt Du? Wenn nicht: Frage bitte nach. Oder schaue mal über die Suchfunktion bei den Muttis nach, das hatten wir schon öfters. Ich erkläre es Dir aber gerne auch noch mal. Kein Problem. Sag einfach BESCHEID.

Abstehender rückwärtiger Armabschluss. Hm, Frage: Wie versäuberst Du denn die Schnittkanten? Wenn Du die Geschichte einfach nur umnähst, dürfte nicht nur die hintere Armausschnittkante abstehen und/oder wellig sein, sondern auch die vordere. Ich rolle die Armausschnitte ärmelloser Kleider und Blusen grundsätzlich ein und verwende keine Besätze, die ständig rausgucken, wenn man sie nicht dauernd wieder zurückschiebt. Einrollen: Das heißt, ich fertige mir einen Schrägstreifen an, den ich leicht beihalte, wenn ich ihn an die Schnittkante nähe. Beihalten heißt praktisch: Den Schrägstreifen etwas dehnen beziehungsweise ziehen , wenn er an die Ausschnittkante genäht wird. Anschließend das Schrägband per Hand an die Naht säumen. Für perfekte Schrägbänder gibt es von der Firma Prym Schrägbandformer in verschiedenen Breiten. Den Stoff einmal durch den Schrägbandformer ziehen und sofort mit dem Bügeleisen hinterher bügeln.

Da ich nicht weiß, welche Näherfahrung Du hast, kann ich Dir jetzt vorerst nur allgemeine Hinweise geben. Wenn Du etwas genauer nachfragen könntest, wäre Dir sicherlich effektiver zu helfen. Noch ein Tipp: Warte mal ab, bis @Seidenlöckchen Deinen Thread entdeckt hat. Ich kann zwar ganz leidlich schneidern, aber sie ist der absolute Profi. ;)

Was Dein Hohlkreuz anbetrifft, würde ich Dir - wenn Du es mir erlaubst - einen anderen Vorschlag machen. Da ich nicht weiß, wie ausgeprägt das ist, kann ich nur raten. Aber, sei es drum: Mein Hohlkreuz ist nicht allzu stark. Ich gleiche das schon seit Jahrzehnten mit der Körper-Haltung aus. Das heißt praktisch: Die Hüfte etwas nach hinten kippen, den Bauch einziehen, die Schultern leicht zurücknehmen und schon stimmt die Optik wieder. Wie das geht, zeigt Dir aber am besten die Krankengymnastin bei der Rückenschule. Frage mal Deine Krankenkasse, ob sie Rückenschule anbietet. Meine tut es.

Grüßle,

Egeria


Zitat (Rexyangi @ 27.10.2013 11:12:49)
Hauptsächlich da sollte mein Schnitt etwas geändert werden, da ich ein Hohlkreuz habe. Bei ärmelloser  Kleidung steht es immer am hinteren Armausschnitt ab. Wie kann ich das ändern?

im augenblick kann ich mir nicht vorstellen, wie sich das hohlkreuz beim schnitt an den schultern bemerkbar macht. darin habe ich keine erfahrung und leider auch zu wenig vorstellungskraft, wie sich das auswirken soll.

falls du mit b*rda-schnitten nähst, verstehe ich das problem eher, denn ich finde die armlöcher dieser firma schlecht konstruiert und kenne viele leute, die das ähnlich sehen. die armlöcher sind nach unten und meistens auch nach vorne viel zu weit ausgeschnitten, weswegen die ärmel dann nicht sitzen. und das vorderteil ist auch zu reichlich bemessen.

leider kann ich dir nur raten, dir jemanden zu suchen, der den schnitt gemeinsam mit dir erstellt und dich abmisst. vielleicht nützt dir dieser etwas unorthodoxe tipp etwas. kauf dir eine gut sitzende bluse, vielleicht auf dem trödelmarkt oder im ausverkauf. es ist gleich, wie sie aussieht, nur sollte es kein dehnbares material sein. diese bluse kannst du vorsichtig an den seitennähten auseinander schneiden oder sie auftrennen. mit den nahtzugaben ändern sich dann jedoch deine maße. diese teile kannst du auf papier übertragen und hast so deinen grundschnitt.

du musst nur bedenken, dass das kein fertiger schnitt für ein oberteil ist, sondern nur deine körpermaße auf papier gebracht. die weiten musst du später dann noch dazurechnen. manchmal mag man ein oberteil weiter haben als das andere, was beim schnitt berücksichtigt werden muss. meistens kann man zu viel weite an den armlöchern im rückwärtigen teil über die schulternaht ausgleichen. aber auch gut platzierte abnäher wirken wunder. es komnmt auch sehr auf den stoff an und wie groß und schwer man ist. bei großen größen gibt es natürlich mehr stoff und mehr gelegenheit zur faltenbildung.

ärmellose blusen oder westen würde ich nicht mit schrägband versäubern. das ist jedoch geschmackssache. ich arbeite mit belegen, die ich absteppe und deren äußere kanten ich noch einmal zusätzlich mit ein wenig spielraum an die schulternähte nähe. ich lege sie sozusagen an die leine. :hihi:

dann rutscht nichts, vorausgesetzt, man hat die belege auch gut verstärkt.

Moin seidenloeckchen,

Belege kenne ich - von der Buchhaltung. :pfeifen:
Aber was sind beim Nähen, Schneidern "Belege"? :huh:

Teddy


Hallo Egeria und seidenloeckchen, vielen Dank für eure guten Antworten. Das mit der Bluse finde ich eine sehr gute Idee.
Ich hatte früher Nähkurse besucht, da hatte die Lehrerin die Schnitte abgeändert und es hat auch immer gepaßt, aber diese Schnitte kann ich leider nicht mehr benutzen, weil sich an der Oberweite einiges verändert hat. Da meine Hüfte schmäler ist, stehen auch da die Oberteile ab. Ich habe es auch schon mit Gummizug oder Kordel probiert, aber das steht mir irgendwie nicht, finde ich wenigstens. Ich habe auch schon an Abnäher gedacht, aber weiß nicht wie man das macht, dass es paßt und gut aussieht.
Ich werde mir auf jeden Fall eure Antworten ausdrucken, damit ich sie beim Ändern zur Hand habe.


Zitat (Teddy @ 27.10.2013 16:13:01)
Moin seidenloeckchen,

Belege kenne ich - von der Buchhaltung. :pfeifen:
Aber was sind beim Nähen, Schneidern "Belege"? :huh:

Teddy


Bin zwar nicht S, aber:
Das sind jene Teile, die sozusagen doppelt gelegt werden müssen: z.B. beim Verschluss einer Bluse: da wird - sowohl bei der Knopf- als bei der Knopflochseite - der Stoff doppelt gelegt; auch bei Revers ist das nötig.. bei Schnittmustern wird es oft duch Schraffierungen (schräge Linien) gekennzeichnet. :blumen:

Ich nehme gerne meine Erklärung zurück, wenn jemand die deutschen Fachausdrücke einbauen möchte, ;)

meistens sind belege zusätzlich zugeschnittene teile bei der schneiderei. belege stabilisieren ausschnitte und sind oft verstärkt, beispielsweise mit vlieseline, die man normalerweise aufbügelt.

bei kragenlosen blusen sieht man sie recht häufig. meistens ist es ein stück stoff in hörnchenform und wird an den ausschnitt genäht und nach innen gewendet. so sieht alles sauber aus und ist stabil. ausschnitte am hals säumt man eigentlich nicht, da es dort eine extreme innenrundung gibt. die nahtzugaben der belege werden auch eingeschnitten, damit man sie faltenlos wenden kann.

auch die knopfleisten bekommen sehr oft mit vlieseline verstärkte belege, damit die knopflöcher und knöpfe halt und stabilität finden. ähnlich ist es mit manschetten, klappen bei taschen und taschenausschnitten, auch diese sind oft mit vlieseline verstärkt. und beim revers natürlich. :hihi:



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