Wer macht mit beim BRAINSTORMING?


Hallo Ihr Lieben,
Ich bräuchte mal etwas kreative Hilfe von Euch.
Es ist wie ein kleines Spiel, ich nenne einen Begriff, ein Wort, und Ihr könnt alles dazu schreiben, was Euch dazu einfällt. So eine Art Brainstorming.
Ihr wollt wissen, weshalb? Das ist kompliziert im Voraus zu erklären, aber das Ergebnis werde ich Euch zeigen.
Mein Begriff lautet: Ratgeber
Was fällt Euch alles dazu ein? Es können Worte, Sätze oder kleine Geschichten sein, ich bin schon ganz gespannt.


Hilfreichste Antwort

Huch!!! :o :o
Ja, ich hatte das so verstanden: BRAINSTORMING ist eine mehr oder wenig gebräuchliche Methode, in einer Gruppe durch das, was einem spontan dazu einfällt, auf neue Ideen für eine Problemlösung zu kommen.
Wobei ich es so kenne, dass alle "Nennungen" - durch Zuruf - erst mal auf eine Tafel oder so aufgeschrieben werden. Ohne Kommentar oder Bewertung. Meistens wird viel dabei gelacht, weil schon mal abwegig erscheinende Begriffe genannt werden. Also Assoziationen: "was mir dazu einfallt", halt
Ja, und dann wird geschaut, ob man in bezug auf das Problem etwas damit anfangen kann.

Rumpumpel kämpft, so habe ich sie verstanden, mit dem Begriff "Ratgeber", hat vielleicht eine schöpferische "Mattscheibe" und erhofft sich von den "Muttis" nun tolle Einwürfe, Zurufe. :blumen:


Dr. Sommer aus der Bravo

Frag Mutti

Apothekenrundschau


Google


?????????


Schja, da fällt mir spontan "Ratschlag" ein- mit der Warnung, das sei immer auch ein Schlag...
Ansonten - ich werde mal nachdenken. Das braucht aber Zeit. :D


Eltern, Partner, Kollegen, Freunde


Mutter
Schwester

ARD Ratgeber (schaue ich gerne)

ich selbst


Frau Irene

Tante Klara

Ratgeber Praxis (TV)

Cosmopolitan


Ratgeberliteratur


Danke schonmal für die ersten Antworten, aber ich suche keine Ratgeber, sondern etwas, was damit zu tun hat. Oder einfach nur einen speziellen Ratschlag. Dahlie hat mit ihrem Beitrag ziemlich gut verstanden, worum es geht, in der Richtung dürft ihr gerne weiter machen.
:blumen:


Klingt irgendwie interessant, aber so richtig kapiert hab ich´s nicht, was du meinst. :hmm:
Bräuchte einen Ratgeber.... DAHLIEEEEE!!!! :heul:


Huch!!! :o :o
Ja, ich hatte das so verstanden: BRAINSTORMING ist eine mehr oder wenig gebräuchliche Methode, in einer Gruppe durch das, was einem spontan dazu einfällt, auf neue Ideen für eine Problemlösung zu kommen.
Wobei ich es so kenne, dass alle "Nennungen" - durch Zuruf - erst mal auf eine Tafel oder so aufgeschrieben werden. Ohne Kommentar oder Bewertung. Meistens wird viel dabei gelacht, weil schon mal abwegig erscheinende Begriffe genannt werden. Also Assoziationen: "was mir dazu einfallt", halt
Ja, und dann wird geschaut, ob man in bezug auf das Problem etwas damit anfangen kann.

Rumpumpel kämpft, so habe ich sie verstanden, mit dem Begriff "Ratgeber", hat vielleicht eine schöpferische "Mattscheibe" und erhofft sich von den "Muttis" nun tolle Einwürfe, Zurufe. :blumen:


Dahlie, du bist ein Schatz, du hast es perfekt ausgedrückt!

Gleich mein nächster Einfall dazu: Frag die Dahlie!


Also in diesem Sinne gebe ich meine schöpferische Mattscheibe zu und hoffe doch sehr auf eure mütterliche Unterstützung!
Einfach weiter machen, bitte!


Danke für die Blümchen... -_-

Nun fällt mir eine Frage ein: Wieso gibt es zwar Ratgeber - aber hat schon mal jemand von einem Ratnehmer gehört?

Ist es seliger zu geben denn zu bekommen (nehmen)?

Gefährliche Nähe: "Rat" zu "raten, rätseln". Hm. :(

Doppelbedeutung von Raten. Nee, dreifach sogar. :o


Denkt daran; wenn ihr lachen wollt: nur im stillen!!

Eigentlich sollte ich längst in der Horizontale sein.... Aber so zu jonglieren mit Sprache macht halt Spaß. :) :)

Also, für heute mal Schluss. :schlafen: :schlafen:

Bearbeitet von dahlie am 29.12.2014 00:38:42


Schon nicht schlecht, und genau dabei fällt mir ein, dass doch das Kopfkissen einer der besten Ratgeber sein soll ...
also ab ins Bett mit dir, Rumpumpelchen!


Hm..

Hilfe, Unterstützung, Ratsuchender, Riesen-Geschäft mit Ratgebern in Buchform, populärwissenschaftliche Literatur, Tipp, Fragesteller, Frage, Lösung, Antwort, Rat geben, Rat suchen, Rat erhalten, jemandem zu etwas raten, jemandem von etwas abraten, Möglichkeiten finden, andere Wege gehen, Erfahrung, Wissen, Können, Vereinfachung, Arbeitserleichterung, Einmischung, ungefragt seinen Senf dazu geben, um Rat bitten, Bevormundung, Arroganz, Überheblichkeit, Experte, vermeintlicher Experte, Ahnung haben, sich auskennen, helfen wollen, andere anleiten, Hinweis, Rat annehmen, Rat ablehnen...

Ich glaub, das war's erst mal, was mir so einfällt :mussweg:


Wie war das mit dem "Bauchgefühl"?

Es gibt ja Forscher, die im Magen / Darmtrakt die eigendliche Schaltzentrale vermuten und nicht im Gehirn.

Gruß

Highlander


Da sind ja schon ein paar schöne Ideen dabei, ich muss dann morgen mal in mich gehen, was ich draus mache.
Die Schaltzentrale im Bauch hat was, Highlander, ich versuche mir das gerade zu visualisieren ...
LaVie, du hast auch ein paar interessante Worte dabei, mit denen ich was anfangen kann.
Lieben Dank, morgen ist der Tag der Tat, spätestens nächste Woche kann ich dann das Ergebnis präsentieren. Bis dahin schon mal ein Blümchen für all eure Ideen: :blumen: :blumen: :blumen: :blumen: :blumen: :blumen: :blumen: :blumen: :blumen:
Mal schauen, was draus wird, vielleicht kommen ja noch ein paar Ideen rein???
So, die Arbeit ruft, tschau und bis bald!


manchmal ungefragt oder unerwünscht?


Alles möglich, auch Sprichwörter, die ich vielleicht noch nicht kenne.


Ich weiß zwar nicht, ob du sie (auch) schon kennst:

Zorn ist ein schlechter Ratgeber

Ein hungriger Bauch ist ein böser Ratgeber

Wenn es gut ausgeht, ist jeder ein guter Ratgeber gewesen.

Ein guter Rat: Fahre nie schneller als dein Schutzengel fliegen kann.

Dies könnte man modiffizieren:
Urteile nie über jemand, wenn du nicht 10 Meilen in seinen Mokkasins gegangen bist.
In:
Rate nie jemanden zu etwas, wenn du dich nicht in ihn hineinversetzen kannst.

Bearbeitet von dahlie am 29.12.2014 19:04:37


Was mir beim Lesen von Dahlies weisen Ratschlägen einfällt, sind spontan - schlechte Ratgeber, dumme Sprüche von Leuten, die sich gerne für "Macher" halten und eben über Leute urteilen, in deren Schuhe sie nie schlüpfen würden :pfeifen:
Wie der Spruch von der Hummel, die laut Physik angeblich nicht fliegen kann und es trotzdem tut, weil sie das nicht weiß - stimmt nicht!
"Nettes" Argument von Betriebswirtschaftlern, die von den Technikern Unmögliches verlangen :wallbash:
Aber ich will Euch nicht runterziehen: diese Leut blamieren sich selbst, so gut sie können :sarkastisch:


Es gibt hier in Stgt. eine Jörg-Ratgeb-Schule. Ebenso eine Strasse, die nach dem Maler Jörg (Jerg) Ratgeb benannt ist, fiel mir heute nachmittag ein.

Im Mittelalter, so um 1510 bat er den Fürsten, bzw. Herzog Ulrich um die Freigabe seiner liebsten Leibeigenen. Diese Bitte wurde ihm verwehrt.
Geschichtliches Jörg Ratgeb

Weit hergeholt, bezgl. Oberbegriff "Ratgeber" :pfeifen: , aber ich habe grad mal ein Stück Geschichte dazugelernt. Danke Rumpumpel ;) :blumen:


Wenn's ein spezielles, sachliches Problem ist: Fachliteratur besorgen und sich in wissenschaftlichen Foren zum Thema herumtreiben.

Wenn's ein zwischenmenschliches Problem ist: "Ich bin o.k. - du bist o.k." von Thomas A. Harris: Einführung in die Transaktionsanalyse. Klassiker von 1967, aber auch heute noch aktuell.

Wenn's ein handarbeitstechnisches Problem ist: @Seidenlöckchen fragen.


Problemwälzung

leere im Kopf

Angst

teuer

Hilfe

bringt nix

welchen nehmen

schön helfen zu können



kann sein das ihr paar von meinen Begriffen schon genannt habt, hab mir nicht alle Beiträge durchgelesen :huh:


Früher, die Leutchen, hatten es nicht grade leicht mit Ratgebern.

Könige begaben sich vor wichtigen Entscheidungen,(Kriege und so) zum 0rakel nach Delphi.
Naja, nicht die aus unserer Gegend, aber Krösos schon eher.
Trance: Orakel und Deutung je nachdem. 😨


Ich glaube, der schreibt sich Krösus. 😨


Und/oder sie umgaben sich mit Fachleuten zur Beratung, mit Ratgebern. Ob daraus die Minister gewachsen sind? :o Irgendwie sehr schwer vorstellbar. :( - Von wegen Fachleute nämlich. :sarkastisch:

Zwischenstufe vielleicht Räte, oder, wieder wohl bekannteste sich nennen durfte, Geheimrat Goethe.


Stadtrat
Stadträtin

Ratsherr. Was immer das wohl sprachlich bedeutet haben mag.
Ratsdame gibt es aber nicht. :blink:


Auch mir fiel spontan ein, dass der Ratschlag nicht immer gern entgegengenommen wird, weil er mit "Schläge" verbunden ist.
Guter Rat ist Gold wert.
Ratgeber Recht

Beim Weiterlesen kam mir noch eine Idee -

:weissefahne:
(nicht mehr ganz so) neue deutsche Rechtschreibung

Rad schlagen
:ichgebauf:

Wikipedia meint dazu:
Das deutsche Wort Rat meint ursprünglich die Mittel, die zum Lebensunterhalt notwendig sind (vgl. Hausrat oder Vorrat). Raten meinte ursprünglich sich geistig etwas zurechtlegen, überlegen, sich etwas aussinnen, Vorsorge treffen, vorschlagen, empfehlen.

Weit verbreitet ist die Deutung, im Wort Ratschlag stecke Schlag, und ein Ratschlag bedeute daher etwas Aggressives. Ursprünglich bedeutete der Ratschlag jedoch den Beratungskreis schlagen, den Kreis für eine Beratung abgrenzen. Es wird ein Rat einberufen, beispielsweise ein Gemeinderat oder Stadtrat. Bei einem solchen Rat handelt es sich um ein Gremium, welches sich um die Belange von Bürgern kümmert. Man spricht auch von sich beratschlagen.

Bearbeitet von neckarnixe am 31.12.2014 19:22:31


mancher Eltern Ratschläge :wacko:
Junge ... von "die Ärzte"

kam grad im Radio. Sorry, falls komplett :offtopic: , liebe Rumpumpel!


Google, Freunde


Mir fällt noch ein: "weit verbreiteter Rechtschreibfehler" (viele Leute schreiben "Radgeber). Und bei Radgeber fällt mir noch ein, dass ein Fahrradgeschäft in meinem Stadtteil so heißt (aber da passt das Wortspiel ja auch ;) ). Und natürlich "Guter Rat ist teuer"


Zitat (Rumpumpel @ 29.12.2014 18:03:42)
..., auch Sprichwörter, die ich vielleicht noch nicht kenne.

Allen: Ein schönes, gutes neues Jahr, bei guter Gesundheit !!!




:hmm: jetzt müßte man wissen, welche sie denn kennt ...

So mancher Ratschlag kommt entweder als Befehl daher, oder herablassend, z. B.:

Ich würde die Küche ja gelbstreichen - statt, in gelb könnte die Küche auch gut aussehen.
Du mußt die Schuhe zum Schuster Meyer bringen - statt, mit dem Schuster Meyer bin ich sehr zufrieden,

Ich würde ..., das ist herablassend, stellt den Suchenden als blöd und dumm dar.
Du mußt ..., das ist befehlend, diktierend.

Bei Antworten für Ratsuchende, sollte man Worte wie würde, muß, sollte/solltest usw. meiden/vermeiden.


Was mir familär immer wieder passiert, ist, daß gegebene Ratschläge UNBEDINGT zu befolgen waren/sind, ansonsten droht/e Liebesentzug, oder Erniedrigung (z. B. 'habe ich dir doch gleich gesagt! Oder wenn's schief gegangen ist: sieh zu wie du jetzt damit fertig wirst! Oder, wenn du meinen Rat angenommen hättest ...)


Einem Suchenden Problemlösungen anbieten, ihm die freie Entscheidung lassen - ohne beleidigt zu sein, wenn dieser nicht eine der genannten Lösungen befolgt.


Die Frage ist auch, wie oder wodurch kann man/ich das Wort Ratschlag ersetzen.


Zitat (Teddy @ 01.01.2015 12:03:41)
Die Frage ist auch, wie oder wodurch kann man/ich das Wort Ratschlag ersetzen.

Rat, Beratung, Hinweis, Tipp...

Den Besten Rat den ich auch meinen Kindern weitergebe ist:

Im richtigen Moment , einfach mal die Klappe halten.


erleichtert das zusammen lesen sehr


Zitat (Teddy @ 01.01.2015 12:03:41)
... Bei Antworten für Ratsuchende, sollte man Worte wie würde, muß, sollte/solltest usw. meiden/vermeiden. ...


Hm, @Teddy, wie soll ich einem Ratsuchenden sonst helfen, wenn ich nicht strikt den Konjunktiv verwende? :hmm:

Nehmen wir mal eines Deiner Beispiele: Mit dem Schuster xyz bist Du sehr zufrieden. Das ist eine Feststellung, allenfalls noch die Weitergabe von positiven Erfahrungswerten. Du willst jetzt aber erreichen, dass ein Jemand Schuhe dorthin trägt. Sehe ich die Situation richtig? Oder heißt die Aufgabenstellung, Jemand will eine Empfehlung haben, zu welchem Schuster er seine Schuhe vertrauensvoll bringen kann? Dann passt die Aussage, dass Du mit diesem Meister sehr zufrieden bist. Aber wenn Du Jemandem den Auftrag geben willst, ein Paar Schuhe zum Schuster zu tragen, musst Du schon sagen, was Du willst, sonst bekommst Du es nicht. Und das lässt sich dann sehr freundlich per Konjunktiv - und nicht per Imperativ - transportieren, indem du sagst: könntest du bitte ...

Okay, kramen wir mal im Nähkästchen: Meine Mama hilft auch sehr gerne weiter. Nur - und das bringt mich regelmäßig auf die Palme - sie verwendet den Imperativ, sagt also: mach das so und mach jenes so. Meine Freundin hilft ebenfalls gerne weiter, ist aber dabei viel cleverer und verwendet den Konjunktiv, indem sie sagt: ich würde das bei mir daheim so und so machen, dieses und jenes könnte gut aussehen - was meinst du dazu? Sie verwendet vor allem auch die ICH-Form und sagt nicht: das könntest DU so machen. Nein, sie sagt: Das würde ICH so machen. Da macht letztendlich der Ton die Musik. ;)

Denn genau genommen will ein Fragender Hilfestellung zur Selbsthilfe haben. Da kann man mit Ratschlägen erschlagen oder aus eigenen Erfahrungen erzählen. Dann kann sich der Fragende selbst raussuchen, was für ihn passt, indem er - und das geht ganz automatisch - Parallelen zur eigenen Situation zieht. Und er hat vor allem auch das positive Gefühl, selbst auf die für ihn perfekte Lösung gekommen zu sein. ;)

Grüßle und ein frohes Neues Jahr,

Egeria

Bearbeitet von Egeria am 01.01.2015 12:57:11

Egeria, das hast du sehr schön geschrieben und ausgedrückt!

Und moirita, so :offtopic: ist das gar nicht, in meine Brainstorming Liste, ist es jedenfalls aufgenommen worden. Muss mal schauen, Ideen hab ich nun einige, was ich wirklich draus mache.

Danke schonmal, aber noch nicht das Thema schließen. Zum Abschluss bekommt ihr nächste Woche noch mein Ergebnis hier als Dankeschön!

:blumen:


Sorry, ich hab ja ganz vergessen Euch allen ein frohes Neues Jahr zu wünschen!

Ein frohes Neues Jahr Euch allen!

:martinis:


Danke, Rumpumpel, dass ich noch was hinzufügen darf. rofl

Bei der Diskussion Tedddy/Egeria zur Form von Ratschlägen und zur Frage: Konjunktiv oder was denn sonst? - fiel mir noch ein Punkt ein:
Es ist ein wesentlicher Unterschied, ob ich einem Ratsuchenden etwas rate - oder ob ich ungefragt Ratschläge verteile... :pfeifen:

Beim Konjunktiv ist zu bemerken, dass es - ehrlich gemeint - relativ unverbindliche Empfehlungen sein sollten, die dem Gegenüber noch die Freiheit lassen, selbst zu entscheiden,ob er meine Sicht - im Konjunktiv formuliert - übernehmen soll, während beim Imperativ - der Name sagt es schon - dieser Freiraum nicht gegeben ist, weil der Rat-schlagende sein Gegenüber sozusagen festpinnt. :P

Dir auch ein schönes, erfolgreiches Jahr, Rumpumpel!


Danke, Rumpelpumpel, dir auch :blumen:

Zum Thema Wortwahl beim Ratgeben:
Ich arbeite mit einer Klientel, die nahezu immun gegen Rat ist, wenn er "falsch" formuliert wird. Meine Patienten sind allesamt Drogen-, Alkohol- und/oder Medikamentenabhängig und viele von ihnen bewegen sich schon seit langer Zeit in Umfeldern, in denen andere "es besser wissen" und meinen, ihnen erzählen zu können, wie man "ein gutes Leben" führt. Sie haben gelernt, damit umzugehen, meist, indem sie "dicht machen", was ich auch durchaus nachvollziehbar finde - die Grenzen zwischen Ratgeben und Bevormunden sind fließend.
Als Ratgeber muss ich wirklich und ehrlich offen sein für mögliche Ablehnung meines Rates. Es darf nur ein Vorschlag sein, ob er angenommen wird, ist allein Sache des Empfängers. Viele Wege führen nach Rom und meiner ist nur einer von vielen möglichen (und mir ist auch bewusst, dass es nicht zwangsläufig der beste Weg ist, bloß, weil ich ihn vorschlage!). Etwas anderes anzunehmen wäre schlichtweg arrogant und anmaßend.

Eine Wortwahl wie "ich würde", "ich hätte" usw. kommt bei meinen Patienten überhaupt nicht an, zumal diese Aussagen auch oft gar nicht stimmen. Wir wissen häufig gar nicht, was wir wirklich tun würden oder getan hätten, weil wir uns selbst nicht unbedingt schon mal in genau der Lebenssituation des Ratsuchenden befunden haben und/oder einen komplett anderen Hintergrund/Charakter usw. haben als dieser.
Ganz plattes Beispiel: "Ich würde keine Drogen mehr nehmen." Ist das so? Woher will ich das wissen? Ich war noch nie drogensüchtig. Ich hatte keine desolate Kindheit, habe nicht die Erinnerungen an Gewalt, Demütigung und Tod wie meine Patienten. Ich bin nicht perspektivlos, ich habe einen guten Schul- und Ausbildungsabschluss, einen festen Job, eine Familie, die mir den Rücken stärkt, (abstinente) Freunde usw. Ich weiß nicht, was ich an Stelle des Patienten tun würde, ich kann nur versuchen, mich in seine Lage zu versetzen und seine Situation nachzuempfinden und auf dieser Basis verknüpft mit meinen Erfahrungen aus einigen Jahren Suchthilfe mit dem Patienten sprechen und versuchen, gemeinsam mit ihm einen möglichen Weg zu finden.

"Ich würde", "ich hätte" und ähnliches versuche ich daher tunlichst zu vermeiden. Alternative Formulierungen können sein (besonders Fragen bieten sich an):
"Ein ehemaliger Patient hat mir mal erzählt, dass ihm xy geholfen hat. Können Sie sich vorstellen, das mal zu probieren?"
"Wie wäre es, xy zu tun?"/"Können Sie sich vorstellen, xy zu tun?"
"Ich kann mir vorstellen, dass es Ihnen helfen könnte, xy zu tun. Was meinen Sie?"
"Nach dem, was Sie mir geschildert haben, könnte xy eine Möglichkeit sein."
"Ich denke gerade über Weg xy nach. Was denken Sie - ist das eine Möglichkeit für Sie?"
usw...usf... nur als kleiner Auszug.

In der therapeutischen Arbeit lernt man, Vorschläge nur anzubieten und zu akzeptieren, wenn sie abgelehnt werden. Oft brauchen neue Wege auch Zeit, um gegangen zu werden, mit vielen Umwegen, Abzweigungen und auch Rückschritten. Das ist okay - jeder soll seinen Weg finden und diese Wege können und dürfen(!) ganz unterschiedlich aussehen.

So, nun aber Schluss mit meinem kleinen Exkurs ;) Ich wünsche allen einen schönen Tag, ich muss nun zur Arbeit und das gerade Beschriebene anwenden ;)

Viele Grüße! :blumen: LaVie


ich


Danke, LaVie!
Das bestätigt meine Aussage, dass man erst mal - wie der bekannte Indianerspruch sagt - etliche Meilen in den Mokassins des Gegenübers gegangen sein sollte, bevor man ... :blumen:


Moin Mädels,

danke für Eure teils nachdenklichen, aber sehr treffsicheren Anmerkungen :blumen:

Es ist richtig, dass frau mit wohlgewählten Worten Einiges bewirken kann. Sind die wohlgewählten Worte aber nicht wohlgewählt genug, dann hauen sie einfach nur derbe ins Kontor und gehen nach hinten los.

Danke @LaVie für Deine tiefen Einblicke. So habe ich das noch nie gesehen. Das muss ich erstmal sacken lassen, weil es durchaus heftig ist :hmm:

Danke @Dahlie für Deine Anmerkungen. Wobei es mich jetzt natürlich in den Fingern juckt, den Unterschied zwischen Konjunktiv I und Konjunktiv II zu erörtern. Aber das lassen wir jetzt lieber. Der Konjunktiv I ist wohl der verbreitertere ;)

Dir, liebe @Rumpumpel, ebenfalls ein frohes Neues Jahr und guten Erfolg bei Deiner Ergebnisfindung,

Egeria

Tante Edit fällt noch auf: Herr @Aeburkard hat sich hier noch eingeklinkt. Magst Du Dich mitteilen? Das wäre fein und vielleicht auch aufschlussreich zum Thema. Keine Angst, wir beißen nicht. Wir wollen zuweilen nur spielen. Doch Du genießt noch Welpenschutz. Also komme bitte rüber und beteilige Dich :wub:

Bearbeitet von Egeria am 02.01.2015 11:42:06


LaVie, danke für den Extrakurs.
Das kann einen auch im Alltag weiterhelfen.


@Egeria 01.01.15 - 12.51 Uhr
@LaVie 02.01.15 - 06.40 Uhr


Danke an Euch beiden.
Ihr habt's besser ausgedrückt als ich. Wobei LaVie bei mir genau DEN Nerv trifft. --- Uhps - mir kommt das Wasser hoch ...


Gerne doch @Teddy :wub:

Danke, dass Du mir meine Meinung zur Verwendung des Konjunktivs nicht auseinander genommen hast.

Dein tägliches Brot @LaVie stelle ich mir nun nicht wirklich einfach vor. Ich ziehe den Hut vor Dir. Und Du hast vollkommen Recht, was die nicht wirklich fließenden Grenzen zwischen Ratschlägen und Bevormundung betrifft. Genau deshalb schafft es jede Mutter in Null-Komma-Nix, ihr Kind - egal wie alt es schon ist - massiv gegen sich aufzubringen. Da kann der (meist ungefragte) Rat noch so gut gemeint sein: Er kommt nicht an. Der geht zum rechten Ohr rein, durch den Wortbeschleuniger durch und zum linken Ohr wieder raus. Vielleicht hinterlässt er noch ein rauchendes Zorneskäppchen. Ja, sind wir ehrlich, er tut es. So, jetzt habe ich bei @Dahlie Gedankengut geklaut. Doch ich bin ihrer Meinung :)

Grüßle,

Egeria


Zitat (Rumpumpel @ 01.01.2015 18:53:55)
... Zum Abschluss bekommt ihr nächste Woche noch mein Ergebnis hier als Dankeschön! ...


Ich bitte darum :trösten:

Schließlich hast Du uns jetzt schon tagelang auf die Folter gespannt :)

Liebe Grüße,

Egeria

Guten Morgen, ihr Lieben,

vielen Dank für eure positiven Rückmeldungen, das rührt mich richtig :wub:
Bin gerade auf dem Sprung, später gern mehr. Bin auch gespannt, welchem Zweck das ganze nun diente. Ich finde, das Thema anzustoßen hat sich schon allein deshalb gelohnt, weil der Austausch dazu interessant ist :)

Muss los, sonst fährt mir die UBahn vor der Nase weg!
Bis später, lasst es euch gut gehen! LaVie :blumen:


Ihr Lieben, Ihr seid einfach klasse.
Mein Anlass war eigentlich ganz banal, ich sollte eine Illustration im weitesten Sinne zum Thema Ratgeber machen. Weil ich zu viele Ideen hatte, die gut waren, wollte ich mehr hören, plötzlich war das Thema so interessant, dass die Ausführung der Illustration zur Nebensache geworden ist.

Das Thema ist wirklich spannend und aufschlussreich. LaVie, alle Achtung und Hut ab vor dir! Du steckst mitten drin und kannst es am besten beurteilen, wir anderen sind nur ungelernte Mütter, Väter, Kinder oder einfach nur Menschen.
Ob Konjunktiv 1 oder 2, falsch formulierte Ratschläge werden von den Betroffenen selten so genommen, wie sie gemeint sind. Das "rauschende Zorneskäppchen" von Egeria sehe ich förmlich in den Augen meiner eigenen Tochter, wenn ich ihr mal wieder einen meiner ungebetenen Ratschläge erteile ... und ich fühle es selber, wenn meine Mutter mir mit dummen Ratschlägen kommt.
LaVie, du hast etwas ganz toll formuliert, du hast die Gelassenheit gelernt es zu ertragen, dass deine Ratschläge oder Tipps nur als Vorschlag dienen, dass es an den Betroffenen selbst liegt, was sie daraus machen. Diesen Abstand und diese Gelassenheit wünsche ich mir selber im Umgang mit meinen eigentlich großen Kindern.


Oh, Rumpumpel..... :blumenstrauss:
:applaus: :applaus: :applaus: :daumenhoch:

Das ist wirklich Klasse geworden!

Ein wenig Schade finde ich, dass es nur so klein drin steht, dass die Details nicht gut zu erkennen sind.

Aber so als Ganzes: Genau den Sachverhalt erfasst.

Wäre es dir möglich, es etwas größer reinzustellen? :freunde:




PS: "das Problem erfasst" hatte ich zuerst geschrieben, fand das dann aber doch zu negativ.

Bearbeitet von dahlie am 07.01.2015 21:55:44



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