Steuern, Steuern, Steuern...


Mich kotzt das gerade total an.
Meine bessere Hälfte hat einen Laden in dem sie Klamotten verkauft. Läuft nicht gerade übermäßig, aber man kann gut davon leben. Als wieder mal ein Monatsabschluss erledigt war, habe ich mich mal hingesetzt und recherchiert, was man denn genau bezahlt, wenn man die Steuern überweist. Insgesamt bin ich auf über 30 verschiedene Abgaben gekommen, die oftmals in einer Abgabe gebündelt daher kommen. Also zum Beispiel bei den Sozialabgaben, Renten- und Krankenversicherung. Der Staat ist außerordentlich kreativ wenn es um das Erfinden neuer Abgaben geht. Die schlagen ganz oft im Alltag zu und bemerkt dies in den meisten Fällen garnicht. Hier ein Beispiel. Ich frage mich, wann die die Atemluft besteuern...
Auch als Arbeitnehmer ist man nicht besser dran. Wusstet Ihr, dass man fast ein halbes Jahr nur für Steuern und Abgaben arbeitet? Ich meine klar man muss Steuern zahlen, aber irgendwann ist gut. Vor allem wenn man sieht, dass der Staat die Kohle mit vollen Händen ins Ausland schaufelt und hier die Schulen fast in sich zusammen fallen und kein Geld für Bildung oder zur Unterstützung von Arbeitslosen vorhanden ist.
Ich sags mal mit Max Lieber mann, "Ich kann garnicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte"...


Zitat (GünniReloaded @ 24.06.2015 14:14:32)
.....Vor allem wenn man sieht, dass der Staat die Kohle mit vollen Händen ins Ausland schaufelt und hier die Schulen fast in sich zusammen fallen und kein Geld für Bildung oder zur Unterstützung von Arbeitslosen vorhanden ist.....


Kann dazu nur sagen, daß ich eine spitzenmässige, engagierte menschliche Jobcenter-Mitarbeiterin erwischt habe, die mir , in meinem Alter( halbe Hundert) eine kl. Umschulung ermöglichte und auch sonst an allen Ecken und Enden half.
Am liebsten würde ich ihr einen Orden verleihen. :wub:
Scheint eine Ausnahme zu sein. Sehr schade! :(

Bearbeitet von moirita am 24.06.2015 20:41:00

Huch, :o die andere Hälfte meines Beitrages wurde verschluckt...
Wollte doch noch sagen, daß ich allen Steuerzahlern danke, die mich (indirekt) wieder in´s Arbeitsleben gebracht haben, bzw. dies ermöglichten.
@GünniReloaded: Deiner besseren Hälfte wünsche ich einen guten Umsatz, guten Gewinn, nette Kunden und vor allen Dingen: Spass an der Arbeit!!!
..und einen kompatiblen Partner an der Seite,
der die Steuererklärung termingerecht erledigt
:augenzwinkern: :blumen:


Du redest davon, dass du mit der Steuerüberweisung so viele Abgaben zahlen würdest. Abgesehen davon, dass das Finanzamt dir die Sozialabgaben wahrscheinlich wieder zurücküberweist, die Krankenkasse aber Säumniszuschläge kassiert, wirfst du meiner Meinung nach ganz schön viele verschiedene Dinge in einen Topf.
Für was Kranken- und Pflegeversicherung bezahlt wird, weiß fast jeder. Und meine Krankenversicherung möchte ich nicht missen, auch wenn ich mich manchmal über die Höhe des Beitrags ärgere. Wenn ich aber z.B. daran denke, dass sie meinem Vater, als er nur noch ein bißchen Rente hatte, trotzdem teure Behandlungen bezahlte, bin ich zumindest ein bißchen beruhigter.
Der Beitrag für die Berufsgenossenschaft dürfte für einen Klamottenladen nicht allzu hoch sein. Meine Bekannte, die durch einen Arbeitsunfall ihren Mann verloren hat und der Bekannte, der seit seines Arbeitsunfalls behindert ist, sind dankbar für die BG-Rente.
Die Umsatzsteuer, die deine Freundin ans Finanzamt überweist, die hat sie vorher von ihren Kunden erhalten.
Dass einem die Einkommensteuervorauszahlungen weh tun, sehe ich ein. Als Arbeitnehmer habe ich aber gar nicht die Möglichkeit, mich dagegen zu wehren. Es ist eine Vorauszahlung wie z.B. die Stromabschläge. Und wenn die Vorauszahlung zu hoch ist, weil das Einkommen sinkt, dann kann eine Anpassung der Beträge beantragt werden.
Und ja, es gibt viele verschiedene Steuern (z.B. Kaffee-, Mineralöl-, Tabak-, Lotteriesteuer), von denen wir gar nicht bemerken, dass wir sie zahlen. Aber Ich finde trotzdem, wir jammern auf sehr hohem Niveau.


Zitat (GünniReloaded @ 24.06.2015 14:14:32)
... Ich frage mich, wann die die Atemluft besteuern...

Bei uns (in Österreich) gibt es die Luftsteuer schon lange,
Sie ist für vom Haus über den Gehsteig ragende Teile, wie Werbetafeln, Hinweisschilder, abstehende Geschäftsportale und Markisen zu entrichten und wird von den Gemeinden vorgeschrieben.

Sorgt hierzulande auch gelegentlich für Unstimmigkeiten:
http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/...n;art66,1555732


Pensions- und Krankenversicherung haben mit den Steuern nichts zu tun.

Bearbeitet von marasu am 26.06.2015 14:58:07

Zitat (GünniReloaded @ 24.06.2015 14:14:32)
Ich sags mal mit Max Lieber mann, "Ich kann garnicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte"...

Naja, wir dürfen zwar keine medizinischen Ratschläge geben, aber ausnahmsweise kann ich Dir sagen, wie sich das nennt.
Mein Cousin aus Kanada sagt dazu:"Das ist die deutsche Krankheit."
Er hat festgestellt, dass die Deutschen viel meckern. :P

Zitat (Rumburak @ 26.06.2015 16:21:46)

Er hat festgestellt, dass die Deutschen viel meckern.  :P

Hallo Rumburak :blumen:

schön, das du wieder da bist... :lol:

Oh ja, wie Recht du doch hast mit dem meckern.... :lol: immer die schimpfen am meisten, denen es eigentlich gut geht...ich lade euch gerne mal zu mir ein, dann werdet ihr ganz kleinlaut und sagt: wie gut wir doch in Old Germany leben :angry:

Zitat (GEMINI-22 @ 26.06.2015 17:06:00)
..... wie gut wir doch in Old Germany leben

Dem kann ich aus vielerlei Gründen nur zustimmen!

Zitat (GEMINI-22 @ 26.06.2015 17:06:00)
wie gut wir doch in Old Germany leben

Nein, da kann ich gar nicht zustimmen. Ich selbst kann nicht klagen; wie vielen anderen gehts mir nicht schlecht. Ich habe aber selbst die Erfahrung vom letzten Crash beim "Neuen" Aktienmarkt, wie schnell man seinen Job verlieren kann und riesige Schwierigkeiten hat, einen neuen zu kriegen. Im Bekanntenkreis kriege ich öfter mit, wenn jemand entlassen wird und lange keinen neuen Job findet; umgekehrt gibt es kaum Neueinstellungen.
Natürlich haben auch die Abgaben wie Rente, Kranken- und Pflegeversicherung etwas mit der Politik zu tun. Eigentlich sollte der Staat dort wesentlich mehr Zuschüsse leisten, statt mit bürokratischen Regeln und sachfremden Leistungen die Versicherungen zu belasten. Da sind dann z.B. die bösen Kinderlosen schuld, die jetzt schon einen Zusatzbeitrag für die Pflegeversicherung zahlen müssen. Oder die Abgaben auf den Strom: Mehrwertsteuer, Stromsteuer, EEG-Umlage, Offshore-Haftungsumlage, KWK-Zuschlag, §19 NEV und Abschaltumlage... Damit wird Deutschland sicher den Klimawandel verhindern - wenn die Fabriken, die in China die Solar- und Windanlagen für uns bauen, nicht alles wieder kaputtmachen.
Noch leben wir - oder viele hier - ganz gut. Aber die Staatsverschuldung ist auch schon bedenklich hoch; teilweise profitiert Deutschland ja sogar - noch - von den Krisen in anderen Ländern.

Bearbeitet von chris35 am 26.06.2015 21:08:25

Zitat (GünniReloaded @ 24.06.2015 14:14:32)
Wusstet Ihr, dass man fast ein halbes Jahr nur für Steuern und Abgaben arbeitet?

das kommt wahrscheinlich jedes jahr in den nachrichten: ab heute arbeiten wir für uns und nicht für die steuern. damit erzählst du vermutlich niemandem etwas neues. :laaangweilig:

du beklagst dich auf arg hohem niveau. wo ist das gras denn so viel grüner? mir fällt kaum kein anderes land der welt ein, in dem es die vorteile von deutschland gibt oder noch mehr. das viel gepriesene norwegen wäre es für mich nicht. erst recht nicht die u.s.a.

spätestens dann, wenn man im wunderschönen amerika ernsthaft krank wird und, wie arg viele menschen dort, nicht krankenversichert ist oder sündhaft teure medikamente braucht, geht manchen auswanderwilligen ein lichtlein auf. manchmal sogar eine ganze flutlichtanlage.

ich frage mich immer wieder, wenn ich die verklärten berichte von den bitterarmen, aber so schrecklich glücklichen menschen in entwicklungsländern lese, weswegen diese menschen nicht dorthin ziehen, wenn es dort doch so toll ist.

vor einigen jahren stand bei meinem mann und mir die überlegung im raum, nach israel zu ziehen, für einige jahre. er hätte dort die firma eines familienmitglieds führen sollen, bis die eigentlichen nachfolger alt genug dafür gewesen wären. dort hätten wir finanziell ein sehr privilegiertes leben führen dürfen, inklusive kostenfreiem wohnen (bis auf kosten für wasser und strom) und großzügigem gehalt. unsere entscheidung dagegen hatte vor allem mit der schwierigen politischen lage israels zu tun und dass wir unsere kinder (nur unsere ältere tochter war damals bereits auf der welt) dem nicht aussetzen wollten. andere gründe gab es auch, jedoch war das der schwerwiegendste.

uns war und ist deutschland mit dem, was es uns bietet, zu wichtig. es ist unsere heimat, unsere identität, obwohl wir beide auch vorfahren aus anderen ländern und kulturen haben. wir wissen diesen unglaublichen reichtum und luxus in diesem land sehr zu schätzen. und damit meinen wir nicht goldene löffel, sondern vor allem dinge wie sauberes und beinahe kostenloses trinkwasser direkt in der wohnung, gut ausgebaute straßen, öffentliche verkehrsmittel (auch wenn sie ständig zu spät sind und alle fünf minuten streiken), gute medizinische versorgung an beinahe jeder ecke (im vergleich zu vielen anderen ländern), ein breites netz an versorgung mit nahrungsmitteln und bildung. und noch vieles mehr. und wir sind mehr als glücklich darüber, in einem land zu leben, in dem es keine todesstrafe gibt oder wo die regierung antisemitismus oder hass vorschreibt und öffentlich gutheißt.


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