Katze wieder ans Hauskatzen-Dasein gewöhnen - wie?


Hallo Muttis,

ich bin in eine WG gezogen, in der ich meine Katze nicht behalten konnte - Sie hat sich nicht an die neue Wohnung, drei neue Menschen und vor allem nicht an die andere Katze gewöhnen können und aus Ärger/Frust/Verzweiflung auf Sessel, Couch und Decken gepinkelt. Ich hab sie dann zu meiner Mutti aufs Land gegeben, wo sie nun mehr als 1 Jahr ist.

Im Oktober ziehe ich aus der WG und in eine eigene Wohnung, in die ich meine geliebte Katze wieder holen will (und auch muss!). Das wird natürlich eine tierische Umgewöhnung, da sie bis auf den Balkon und 55qm keinen Auslauf mehr haben wird. Sie hängt zum Glück sehr an mir, daher bin ich eigentlich guter Dinge ...

Gibt es Tipps, wie ich meiner Katze das Leben erleichtern kann? Auf was kann ich achten? Da sie ja wie gesagt mit dem Urinieren in Stresssituationen reagiert - wie kann ich dem vielleicht vorbeugen und mir die Arbeit erleichtern, wenn es doch nicht vermeidbar war?

Ich bin gespannt auf eure Tipps und Erfahrungswerte! Danke!


Hilfreichste Antwort

Kinderglück schreibt uns, dass sie die Katze zurückholen MUSS (!), aus welchen Gründen auch immer.

Leicht wird das nicht @kinderglück. Aber du könntest es so versuchen: Richte dir deine neue Wohnung erst einmal komplett richtig ein, so dass dort eine Ruheinsel ist und du nicht noch immer irgendwo werkeln muss. Denn du brauchst Zeit für dein Tier und deine Katze braucht Ruhe in einer neuen Umgebung.
Für die Katze ist die neue Umgebung erst einmal eine gravierend neue Lebenssituation, über die sie zunächst den Freigang vergisst. Die Frage stellt sich mir, wie intensiv ihr Freigang bei deiner Mutter war. Und in dieser neuen Umgebung musst du sie dann unterstützen. Sie hat einen geliebten Menschen an ihrer Seite, also beschäftige dich viel mit ihr, spiel oft und ausdauernd mit der Katze, damit sie sich nicht langweilt. Vielleicht kannst du Urlaub nehmen, um dich erst einmal intensiv mit der kleinen Fellnase zu beschäftigen.
Es gibt Tiere, die aufgrund von Krankheiten nicht mehr nach draußen dürfen. Auch das funktioniert, man braucht dafür nur sehr viel Liebe und Zeit für das Tier. Wenn alles gut geht und sie sich eine (längere) Zeit bei dir eingewöhnt hat, könnte ein Spielgefährte eine gute Lösung sein. Dann solltest du auf jeden Fall ein Jungtier wählen, dass sie (ist es denn eine SIE oder ist es ein Kater?) noch bemuttern kann; das hilft. Ich würde auf jeden Fall das Gegengeschlecht wählen, also wenn du eine Kätzin hast, dann einen kleinen Kater dazu, oder du hast einen Kater, dann eine kleine Kätzin dazu. Wenn die beiden sich langsam aneinander gewöhnt haben und sich somit als Spielgefährten anerkennen - dann hast du gewonnen. Dann beschäftigen sie sich gegenseitig und haben keine Langeweile.
Das mag sich jetzt sehr intensiv und langwierig anhören, ist es auch. Aber vergiss nicht, dass Tiere beseelte Lebewesen sind und wir Menschen, die wir sie als Begleiter an unserer Seite wünschen, auch eine große Verantwortung tragen.

Meine Meinung zum damaligen Verhalten deiner Katze ist, dass die damals einfach überfordert war. Eine neue Umgebung, dazu neue Menschen und noch ein neues Katzentier - das war einfach zu viel für sie. Ihr Protest war einfach mehr als logisch.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen viel Glück und viel Fingerspitzengefühl, dass du das hin bekommst. Und vielleicht mal eine kleine Mitteilung hier, was aus allem geworden ist.


Hallo kinderglück.

Ich habe seit 23 Jahren Katzen und weiß inzwischen, dass es für eine Katze sehr schlimm ist, in Einsamkeit leben zu müssen. Wenn sie Freigang hat, den sie sich selbst verschaffen darf, ist eine Einzelhaltung sicher unproblematischer. Aber jetzt aus ihrem Umfeld gerissen zu werden, wo sie sich gut eingelebt hat und wohlfühlt, ist ganz sicher nicht gut für sie. Es sei denn, du bist ständig daheim und spielst oft mit ihr. Aber ich denke, das ist wohl eher nicht der Fall. Das beste für Wohnungskatzen ist einfach ein tierischer Kumpel. Und da sie sich damals mit der anderen WG-Katze nicht vertragen konnte, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich mit einer Katze anfreunden wird, die auf Dauer zu euch in die Wohnung kommt. Daher kann ich dir nur raten, sie dort zu lassen, wo sie jetzt glücklich ist. Ich würde es auf jeden Fall so machen.

Bearbeitet von Aquatouch am 07.08.2015 15:32:10


Eine Katze, die einmal die Freiheit gewöhnt ist, sollte man nicht mehr in eine Wohnung (wenn auch mit Balkon) sperren. Das ist Tierquälerei.


Es ist auch Menschenqual, da man täglich oder öfter Hinterlassenschaften beseitigen muss. Nicht jede Katze benutzt das WC.
Man bedenke auch die Hinterlassenschaften in und an Polstern, die sich nicht beseitigen lassen!
Kinderglück, damit tust Du weder Dir noch Deiner Miezetatze einen Gefallen.

Bearbeitet von zumselchen am 07.08.2015 15:47:01


Ich schließe mich den Vorrednern an, ich kann mir auch nicht vorstellen, das sie glücklich wird.

Wenn es denn aber gar nicht anders geht, dann solltest du dir Urlaub nehmen um zumindest am Anfang viel Zeit für sie zu haben.


Ach bitte lass sie doch dort und fahre sie lieber besuchen.

Man muss doch ein Tier, was man gern hat, nicht "besitzen" und einsperren.


Kinderglück schreibt uns, dass sie die Katze zurückholen MUSS (!), aus welchen Gründen auch immer.

Leicht wird das nicht @kinderglück. Aber du könntest es so versuchen: Richte dir deine neue Wohnung erst einmal komplett richtig ein, so dass dort eine Ruheinsel ist und du nicht noch immer irgendwo werkeln muss. Denn du brauchst Zeit für dein Tier und deine Katze braucht Ruhe in einer neuen Umgebung.
Für die Katze ist die neue Umgebung erst einmal eine gravierend neue Lebenssituation, über die sie zunächst den Freigang vergisst. Die Frage stellt sich mir, wie intensiv ihr Freigang bei deiner Mutter war. Und in dieser neuen Umgebung musst du sie dann unterstützen. Sie hat einen geliebten Menschen an ihrer Seite, also beschäftige dich viel mit ihr, spiel oft und ausdauernd mit der Katze, damit sie sich nicht langweilt. Vielleicht kannst du Urlaub nehmen, um dich erst einmal intensiv mit der kleinen Fellnase zu beschäftigen.
Es gibt Tiere, die aufgrund von Krankheiten nicht mehr nach draußen dürfen. Auch das funktioniert, man braucht dafür nur sehr viel Liebe und Zeit für das Tier. Wenn alles gut geht und sie sich eine (längere) Zeit bei dir eingewöhnt hat, könnte ein Spielgefährte eine gute Lösung sein. Dann solltest du auf jeden Fall ein Jungtier wählen, dass sie (ist es denn eine SIE oder ist es ein Kater?) noch bemuttern kann; das hilft. Ich würde auf jeden Fall das Gegengeschlecht wählen, also wenn du eine Kätzin hast, dann einen kleinen Kater dazu, oder du hast einen Kater, dann eine kleine Kätzin dazu. Wenn die beiden sich langsam aneinander gewöhnt haben und sich somit als Spielgefährten anerkennen - dann hast du gewonnen. Dann beschäftigen sie sich gegenseitig und haben keine Langeweile.
Das mag sich jetzt sehr intensiv und langwierig anhören, ist es auch. Aber vergiss nicht, dass Tiere beseelte Lebewesen sind und wir Menschen, die wir sie als Begleiter an unserer Seite wünschen, auch eine große Verantwortung tragen.

Meine Meinung zum damaligen Verhalten deiner Katze ist, dass die damals einfach überfordert war. Eine neue Umgebung, dazu neue Menschen und noch ein neues Katzentier - das war einfach zu viel für sie. Ihr Protest war einfach mehr als logisch.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen viel Glück und viel Fingerspitzengefühl, dass du das hin bekommst. Und vielleicht mal eine kleine Mitteilung hier, was aus allem geworden ist.


@Drachima: Einspruch: Keine Katze - so neugierig sie auch sein mag - wird über eine neue Lebenssituation niemals ihren Freigang vergessen. Im Gegenteil, sie wird versuchen, der neuen Situation zu entkommen, und sie wird ihre Krallen nutzen und sich an Türen und Fenstern entsprechend verewigen. Dumm ist's halt, wenn einem die Fenster und Türen dann nicht gehören.


Zitat (zumselchen @ 07.08.2015 21:32:22)
@Drachima: Einspruch: Keine Katze - so neugierig sie auch sein mag - wird über eine neue Lebenssituation niemals ihren Freigang vergessen. Im Gegenteil, sie wird versuchen, der neuen Situation zu entkommen, und sie wird ihre Krallen nutzen und sich an Türen und Fenstern entsprechend verewigen. Dumm ist's halt, wenn einem die Fenster und Türen dann nicht gehören.

So ganz stimmt das auch nicht, es kommt auf die Katze drauf an und sie war ja schon mal eine Hauskatze.
Meine Tochter hatte einen Kater der lange Hauskater war, als sie in eine Wohnung im Erdgeschoß
zog, streifte er auch immer draußen rum, er benutzte immer das offene Fenster als Ausgang.
Später zog sie in eine Wohnung im 3. Stock und er gewöhnte sich schnell daran wieder Hauskatze zu sein. Ohne Krallen zu nutzen oder sonstigen Ärger zu machen.

@zumselchen, wie JUKA schon sagt, es kommt auf die Katze drauf an. Sie ist ein individuelles Lebewesen und wir können nicht wissen, wie sie reagiert oder sie nach unseren Verhaltensmaßstäben einstufen. Es kann gut gehen oder auch nicht. Einen Versuch ist es wert. Wenn @kinderglück das Tier zurücknehmen MUSS, könnte es eine Möglichkeit sein.
Es gibt etliche Menschen, die ihr Tier aufgrund einer Krankheit, z.B. FIP, nicht mehr raus lassen können. Manchmal ist es leider notwendig, sein Tier zwingend an neue Lebensumstände zu gewöhnen.

Wenn die Mutter die Katze behalten und ihr den gewohnten Freilauf weiter bieten könnte, würde ich auf jeden Fall auch dafür plädieren, das Tier dort zu belassen. Aber wenn diese Möglichkeit ausgeschlossen ist, muss man über Lösungen nachdenken.


Na, hoffen wir das Beste für alle Beteiligten. Die immer wieder auftauchenden Tipps zu Katzenurin und Erbrochenem, aber auch zu Katzenbeschäftigungsmöglichkeiten tragen nicht gerade dazu bei, die Wohnungshaltung zu befürworten.

Das Zumselchen würde keine Katzen halten, wenn diese sich nicht auch selbst versorgen könnten und sieht sich keinesfalls als deren Personal.
Urlaub für die Bespaßung der Katze nehmen, der Katze hinterherputzen - wo kämen wir dann hin? Da kann man sich auch gleich einen Hund halten...
Aber gut, jeder hat halt so seine Hobbies. ;-)


Zitat (zumselchen @ 07.08.2015 23:14:37)
Aber gut, jeder hat halt so seine Hobbies. ;-)

Unbestritten hat jeder seine eigene Meinung und kann sie äußern. Das ist selbstverständlich. Nur: Ein Haustier ist kein Hobby! Mein letztes Statement dazu.

Oh, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll!

Erstmal: Meine Katze ist mir das Liebste! Sie ist nicht nur ein Hobby, sondern eine Mitbewohnerin. Mag das nach verrückter Katzenlady klingen, oder nicht. ;)

Ich kann meine Katze leider nicht bei meiner Mutter lassen, denn sie hat mit ihrem Vermieter eine befristete Abmachung. Aber auch abgesehen davon, will ich meine Katze nicht länger bei jemand Anderem lassen, dass ich sie zu meiner Mutter gegeben hab, war von Anfang an als vorübergehende Lösung gedacht. So haben wir das auch schon mehrere Male vorher gehändelt, wenn ich über längere Zeit unterwegs war. Sie kennt diese beiden Orte - bei mir und bei meiner Mutter.

Ich war und bin oft und regelmäßig Zuhause bei meiner Mutter, da schwirrt die Katze dann auch immer um mich rum, hält sich dafür vermehrt drinnen auf, schläft nur bei mir im Zimmer oder Bet, geht nur für ihre morgendlichen/nächtlichen Spaziergänge raus oder schläft in der Sonne im Garten. Weil sie mir das Liebste ist, bin ich mir bewusst, dass es eine riesige Umstellung wird, weil sie diese Freiheiten dieses Mal über einen längeren Zeitraum gewohnt war. Eigentlich bin ich aber guter Dinge, dass sie sich- früher oder später - arrangiert, weil sie wirklich auf mich "geeicht" ist. Es ist tatsächlich nicht der erste Umzug, nur der erste, der nach einem längeren Zeitraum stattfindet ...

Ich danke jedenfalls für die Tipps, die Katze erst in die Wohnung zu holen, wenn sie fertig eingerichtet ist, auch mit "Naherholungsgebieten" für sie :) Ich habe durchaus auch vor in den ersten Tagen viel in der Wohnung zu sein, dafür muss ich keineswegs mein (Arbeits-)Leben auf den Kopf stellen. Und für Beschäftigung ist auch gesorgt, ich arbeite bereits an einigen coolen Ideen für selbstgebaute Verstecke und Spielzeug. Pinterest ftw!

Lieben Dank auch für den Zuspruch von einigen Seiten! Ich denke, mit Zuversicht und Liebe - was ja auch bei Katzen durchaus mal auf Gegenseitigkeit beruht - kann das werden! :wub:


Wir hatten auch mal eine Karthäuser Katze. Sie war sehr anhänglich.
Meine Tochter hatte sie in Frankfurt in der Wohnung. Bei uns in Gießen durfte sie nach draußen.
Die Katze kannte das ganz genau, das Hin und Her machte ihr nichts aus. Sie war wohl auf uns Menschen bezogen.
Also, ich finde, Du kannst das beruhigt und in Ruhe ausprobieren.

Irgendwann berichte mal, wie es steht.


Genauso war es bei uns auch, ich hatte die Katze in meiner WG/Wohnung und zuhause bei meiner Mama, wenn wir zu Besuch kamen, durfte sie raus. Das hat auch immer gut funktioniert, sicher weil meine Katze auch sehr auf mich bezogen war und hoffentlich noch genauso ist.
Ich bin gespannt und berichte gern ;) Vielleicht kann ich dann demnächst als Expertin solche ähnlichen Fragen beantworten!



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