Mir steigt die Galle hoch wenn ich das sehe... Folterskandal


Die "Archive des Grauens" des US-Folterskandals im irakischen Gefängnis Abu Ghoraib sind nun von der US-Website Salon.com veröffentlicht worden. Die 279 Bilder und 19 Videos und vor allem der gesamte Untersuchungsbericht der US-Militärermittler sind damit erstmals gesammelt der Öffentlichkeit zugänglich. Und die Bilder und Beschreibungen von Folter und Demütigung sind nichts für zart Besaitete. Das Archiv führt das gesamte Ausmaß der Folterpraktik in dem berüchtigten Gefängnis vor Augen.

salon.com

(Wenn ihr daneben das Datum anklickt, kommen andere Fotos.)

Bearbeitet von Julchen1 am 16.03.2006 10:14:48


"ohne Worte".......

Und da wundern sich die Amis noch, wenn die islamische Welt so einen Haß auf die westliche Welt hat...

Ich halte wirklich nichts von diesen Antiamerikanischen Parolen, die teilweise von einigen geäußert werden...aber das ist eindeutig ein Kriegsverbrechen und gehört eigentlich vors Kriegstribunal....

Wie heißt es so schön, "Wenn die Amerikaner mit Frieden drohen...."

George Busch ist in meinen Augen der größte religiöse Fundamentalist, den es zur Zeit gibt....


Wundert mich nicht daß ein Land in dem der Besitz und Umgang mit Handfeuerwaffen zum guten Ton gehört und in dem im Staatsauftrag im In- und Ausland gemordet wird auch Folter als Druckmittel und Ausdruck seiner Macht gebraucht.Abu Ghoreib wurde als kleine Alibiaktion zwar dichtgemacht, aber Guantanamo (und mit Sicherheit die meisten US-Gefängnisse) ist dasselbe in Orange, da braucht man sich echt nichts mehr vormachen.
Die USA leben der Welt beispiellos vor wie ein System es schafft seine eigenen Bewohner und einen Großteil der restlichen Welt in klassischer altrömischer Manier mit Brot und Spielen (panem et circenses) von seiner dunklen Seite erfolgreich (die ganze Welt guckt nach Hollywood,...bis hin zum Extreme Knitting und was es noch für tolle Trends gibt mit denen sich Millionen Dollar machen lassen) abzulenken während es die Menschenrechte mit Füßen tritt und sich noch anmaßt zu behaupten es stehe für deren Verteidigung.


Zitat (Mellly @ 16.03.2006 - 10:19:36)
"ohne Worte".......

Und da wundern sich die Amis noch, wenn die islamische Welt so einen Haß auf die westliche Welt hat...

Ich halte wirklich nichts von diesen Antiamerikanischen Parolen, die teilweise von einigen geäußert werden...aber das ist eindeutig ein Kriegsverbrechen und gehört eigentlich vors Kriegstribunal....

Wie heißt es so schön, "Wenn die Amerikaner mit Frieden drohen...."

George Busch ist in meinen Augen der größte religiöse Fundamentalist, den es zur Zeit gibt....


Das ist auch meine Meinung. Und dann versuchen sie ständig, alles auf ihre Seite zu ziehen.

Wie können Menschen sich untereinander so etwas antun,wenn ich solche Bilder sehe denke ich der Mensch ist das größte Schwein was rumläuft :labern: logischerweise meine ich nicht alle bitte nicht angesprochen fühlen


Die Bilder, die hier zu sehen sind, sind wirklich abstoßend. Zweifellos handelt es sich hier um Verbrechen, die geahndet werden müssen.

Wenn ich allerdings die "Entrüstungen" in der Bevölkerung höre oder die Statements hier lese, dann frage ich mich immer:

Habt Ihr Euch eigentlich mal Gedanken darüber gemacht, was *Krieg* eigentlich ist?
Habt Ihr Euch eigentlich mal Gedanken darüber gemacht, wie man Krieg führt?
Wie muß man als Kommandeur vorgehen, damit die Truppe ihre Operationsziele erreicht?
Was bedeutet es für den einzelnen Soldaten, Menschen zu töten, und ständig in dem Bewußtsein zu leben, jederzeit getötet werden zu können?
Habt Ihr Euch jemals Gedanken darüber gemacht, mit welchen Werkzeugen Krieg geführt wird?
Habt Ihr Euch jemals Gedanken darüber gemacht, daß andere Kulturen *ganz andere* Vorstellungen vom Wert des Lebens eines Menschen haben, als wir hier im Abendland?
Habt Ihr Euch Gedanken darüber gemacht, welchen Einfluß das *ganz andere* Denken des Gegners auf unsere eigene Kriegführung hat?
Habt Ihr Euch jemals gefragt, was dies alles aus einem Menschen in einer Kriegszone macht?


Gerade wir Deutschen haben viel Erfahrung mit dem Kriegführen. In den Schulen und in der gesellschaftlichen Diskussion wird leider immer nur gesagt, wie furchtbar das dritte Reich war und wie viele Opfer es gab. Leider wird nicht darüber gesprochen, welche Notwendigkeiten die *Kriegführung* mit sich bringt.

Die Folge, wenn man sich intensiv mit den Geschehenissen im *Krieg* auseinandersetzt, ist, daß man zum *wirklichen* Pazifisten wird. Der Krieg macht den Menschen zum Tier. Es ist zu *erwarten*, daß es zu furchtbaren Übergriffen kommt.
Es ist die Aufgabe der militärischen Disziplin, genau das zu verhindern. Und diese militärische Disziplin ist grausam - muß sie sein. Im friedlichen Heimatland wird dieser Fakt jedoch nicht erkannt. Wenn in der Heimat die Soldaten entspechend ausgebildet und diszipliniert würden, dann kämen doch wieder schnell die "Muttis", die anfangen zu flennen, weil ihre Kleinen etwas hart angefasst werden.

Was glaubt Ihr denn, was mit unserer Bundeswehr passieren würde, würde sie ähnlich großflächig Krieg führen würde, wie es die Amerikaner tun? Glaubt Ihr ernsthaft, dann käme es nicht zu Übergriffen? Glaubt Ihr, wenn unsere Soldaten im kongo gegen Kindersoldaten kämpfen müßten, die *keinerlei* moralische Sperren mehr haben, dann käme es nicht zu Verbrechen?

Nun könnt Ihr ja die weltweite Abschaffung aller Soldaten fordern; aber das geht gründlich an der Realität vorbei. Wir leben hier inmitten Europas in einem friedlichen Paradies. In der weiten Welt sieht es aber anders aus. Wir sollten auch nicht vergessen, daß wir diese lange Zeit des Friedens einer großen Nation zu verdanken haben: Den Amerikanern!

Versteht mich bitte nicht falsch: Die Übergriffe amerikanischer Soldaten gegen die Gefangenen müssen scharf geahndet werden. Ich halte auch den Angriffskrieg, den die Amerikaner gegen den Irak geführt haben, für ein Verbrechen.

Aber hört doch bitte auf mit dem Gejammer, wenn Ihr nicht ansatzweise versucht, Euch in die Situation der Menschen vor Ort zu versetzen. SO leicht läßt sich ein Urteil nicht fällen.

H.H.


:daumenhoch:


Zitat (Hornblower @ 17.03.2006 - 10:38:58)
Die Bilder, die hier zu sehen sind, sind wirklich abstoßend. Zweifellos handelt es sich hier um Verbrechen, die geahndet werden müssen.

Wenn ich allerdings die "Entrüstungen" in der Bevölkerung höre oder die Statements hier lese, dann frage ich mich immer:

Habt Ihr Euch eigentlich mal Gedanken darüber gemacht, was *Krieg* eigentlich ist?
Habt Ihr Euch eigentlich mal Gedanken darüber gemacht, wie man Krieg führt?
Wie muß man als Kommandeur vorgehen, damit die Truppe ihre Operationsziele erreicht?
Was bedeutet es für den einzelnen Soldaten, Menschen zu töten, und ständig in dem Bewußtsein zu leben, jederzeit getötet werden zu können?
Habt Ihr Euch jemals Gedanken darüber gemacht, mit welchen Werkzeugen Krieg geführt wird?
Habt Ihr Euch jemals Gedanken darüber gemacht, daß andere Kulturen *ganz andere* Vorstellungen vom Wert des Lebens eines Menschen haben, als wir hier im Abendland?
Habt Ihr Euch Gedanken darüber gemacht, welchen Einfluß das *ganz andere* Denken des Gegners auf unsere eigene Kriegführung hat?
Habt Ihr Euch jemals gefragt, was dies alles aus einem Menschen in einer Kriegszone macht?


Gerade wir Deutschen haben viel Erfahrung mit dem Kriegführen. In den Schulen und in der gesellschaftlichen Diskussion wird leider immer nur gesagt, wie furchtbar das dritte Reich war und wie viele Opfer es gab. Leider wird nicht darüber gesprochen, welche Notwendigkeiten die *Kriegführung* mit sich bringt.

Die Folge, wenn man sich intensiv mit den Geschehenissen im *Krieg* auseinandersetzt, ist, daß man zum *wirklichen* Pazifisten wird. Der Krieg macht den Menschen zum Tier. Es ist zu *erwarten*, daß es zu furchtbaren Übergriffen kommt.
Es ist die Aufgabe der militärischen Disziplin, genau das zu verhindern. Und diese militärische Disziplin ist grausam - muß sie sein. Im friedlichen Heimatland wird dieser Fakt jedoch nicht erkannt. Wenn in der Heimat die Soldaten entspechend ausgebildet und diszipliniert würden, dann kämen doch wieder schnell die "Muttis", die anfangen zu flennen, weil ihre Kleinen etwas hart angefasst werden.

Was glaubt Ihr denn, was mit unserer Bundeswehr passieren würde, würde sie ähnlich großflächig Krieg führen würde, wie es die Amerikaner tun? Glaubt Ihr ernsthaft, dann käme es nicht zu Übergriffen? Glaubt Ihr, wenn unsere Soldaten im kongo gegen Kindersoldaten kämpfen müßten, die *keinerlei* moralische Sperren mehr haben, dann käme es nicht zu Verbrechen?

Nun könnt Ihr ja die weltweite Abschaffung aller Soldaten fordern; aber das geht gründlich an der Realität vorbei. Wir leben hier inmitten Europas in einem friedlichen Paradies. In der weiten Welt sieht es aber anders aus. Wir sollten auch nicht vergessen, daß wir diese lange Zeit des Friedens einer großen Nation zu verdanken haben: Den Amerikanern!

Versteht mich bitte nicht falsch: Die Übergriffe amerikanischer Soldaten gegen die Gefangenen müssen scharf geahndet werden. Ich halte auch den Angriffskrieg, den die Amerikaner gegen den Irak geführt haben, für ein Verbrechen.

Aber hört doch bitte auf mit dem Gejammer, wenn Ihr nicht ansatzweise versucht, Euch in die Situation der Menschen vor Ort zu versetzen. SO leicht läßt sich ein Urteil nicht fällen.

H.H.

Ich stell mir diese Fragen nicht, stell dir aber die Frage; Muss man überhaupt Krieg führen?


Und wenn überhaupt wozu gibts die Genfer Konventionen?

"Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin..."


Und hast Du Dir vielleicht mal Gedanken darüber gemacht warum Hitler damals Kriege führte und warum die USA heute überhaupt Kriege führen?
Einzig und allein weil ihr eigenes Wirtschaftssystem in einer dicken Krise steckt:

Die Außenpolitik der Bush-Regierung ist abenteuerlich und vermessen. Bushs Doktrin der Präventivkriege, die am Persischen Golf erstmals angewandt wird, destabilisiert nicht nur den Nahen Osten, sondern die gesamte Welt. Der Einmarsch der USA im Irak und die Besetzung des Landes hat sämtliche bürgerlichen Regierungen im arabischen Raum unterhöhlt und gleichzeitig die Spannungen zwischen den USA auf der einen und Europa sowie Japan auf der anderen Seite enorm verschärft. Der Iran, Indien, Pakistan, China und andere Länder sind darum zu dem Schluss gelangt, dass sie einen Angriff der USA nur durch die möglichst rasche Entwicklung von Atomwaffen abwenden können.

Washington hat die gesamte Struktur der internationalen Beziehungen zerschlagen.
Beziehungen, die seit über 50 Jahren ein gewisses Maß an Stabilität gewährleisten halfen und die Widersprüche regulieren konnten. Widersprüche,die im zwanzigsten Jahrhundert zu zwei Weltkriegen führten.

Diese Politik, deren weit reichende Konsequenzen die Machthaber überhaupt nicht absehen, widerspiegeln kein Vertrauen in die Zukunft, sondern eine tiefe Krisenangst. Zwar ist der amerikanische Imperialismus stark, doch seine Widersprüche sind noch stärker. Die Kraft der US-Armee beruht auf einem sehr brüchigen ökonomischen Fundament. Das blindwütige Drauflosschlagen der Bush-Regierung ist eine Reaktion auf die zunehmende Nervosität, die angesichts des wirtschaftlichen Niedergangs und der absehbaren, explosiven innenpolitischen Folgen der sozialen Krise in den herrschenden Kreisen der USA um sich greift.

Ein wesentlicher Bestandteil der Außenpolitik Bushs ist die Vorstellung, dass der amerikanische Kapitalismus unlösbaren wirtschaftlichen Problemen entgehen kann, wenn er sich nur die entscheidenden Rohstoffquellen der Welt unter den Nagel reißt. Es handelt sich um den Versuch, mit militärischer Stärke wirtschaftliche Probleme zu überwinden, für welche die herrschende Elite in den USA keine Lösung hat. Daher die unzähligen Kommentare aus Washington und aus den Think Tanks der Ölindustrie, in denen überlegt worden ist, ob die Eroberung der irakischen Ölindustrie nicht segensreiche Folgen für die Rohölpreise auf dem Weltmarkt hat.

Der amerikanische Kapitalismus ist mit einer immer auswegloseren finanziellen und wirtschaftlichen Krise konfrontiert. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Investitionen in die Industrie sowie die Produktionszahlen stagnieren oder gehen zurück, und die Verschuldung sowohl der Unternehmen als auch der Privathaushalte hat Rekordniveaus erreicht.

Die Regierungen sämtlicher Bundesstaaten sind pleite, und auch auf Bundesebene steigt das Haushaltsdefizit erneut an. Das ungute Gefühl, das sich in den herrschenden Kreisen ohnehin ausgebreitet hat, wurde durch die miserablen Absatzzahlen saisonaler Geschäfte wie Thanksgiving, Halloween, Weihnachten,etc. verstärkt. Nun verschlechtert sich auch noch derjenige Sektor, der bisher dem Rezessionstrend entgegen wirkte: die Verbraucherausgaben.

Eingeleitet wurde die Krise durch den Zusammenbruch des Spekulationsbooms der neunziger Jahre. Allein im Jahr 2002 wurden Aktienwerte in Höhe von rund 2,6 Billionen Dollar vernichtet. Gegenüber dem Rekordstand der Börsenindizes im Sommer 2000 bedeutete dies einen Gesamtverlust von rund 7 Billionen Dollar.

Im Jahre 2002 sind die Aktienpreise zum ersten Mal seit der Großen Depression drei Jahre in Folge gesunken. Der Dow-Jones-Index, der zu Beginn des Jahres 2002 bei 10.000 Punkten stand, näherte sich im Juli und dann noch einmal im Oktober der 7000-Marke. Der Rückgang des Dow Jones um 16,8 Prozent war der stärkste Einbruch innerhalb eines Jahres seit 1977, sein Absinken um 6 Prozent im vergangenen Monat das schlechteste Abschneiden in einem Dezember seit 1931. Der Standard-&-Poor-Index, der eine größere Bandbreite von Aktien berücksichtigt als der Dow Jones, sank um 23 Prozent, und der NASDAQ-Index ging um nahezu 33 Prozent zurück, womit er gegenüber dem Jahr 2000 drei Viertel seines Stands eingebüßt hat.Eine Stagnation oder Besserung dieser Situation hat sich seither nicht eingestellt.Im Gegenteil, die Verluste werden immer größer.

Dies macht sich in der gesamten Wirtschaft bemerkbar. Die Zahl der Konkurse von Unternehmen und Privathaushalten hat einen Rekordstand erreicht. Die amerikanischen Konzerne haben allein 2001-2002 mehr Schuldverschreibungen nicht beglichen als in den vorangegangenen 20 Jahren insgesamt. Die Investitionstätigkeit ist praktisch zum Stillstand gekommen. Und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die amerikanische Wirtschaft und das kapitalistische System überhaupt ist so gering wie seit der Großen Depression nicht mehr, weil es im 2002 im Zusammenhang mit dem Börsencrash einen Skandal nach dem anderen gegeben hat - Enron, WorldCom, Global Crossing, Tyco, usw. Und die negativen Ereignisse reißen nicht ab und die US-Wirtschaft ist auf dem Weg zurück in die Depression, auch wenn die Propagandaabteilung des Weißen Hauses etwas anderes verlauten läßt.

Die Arbeitslosigkeit ist auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Der Absatz des Einzelhandels war während der Weihnachtssaison so schlecht wie seit über dreißig Jahren nicht mehr. Besonders hart traf es die Geschäfte, die mit preisgünstigen Waren für Verbraucher aus der unteren Schicht handeln (Woolworth, WAL-MART,..).

Die Lebensumstände der arbeitenden Bevölkerung verschlechtern sich von Jahr zu Jahr. Nahezu jeder amerikanische Bundesstaat macht Kürzungen bei den Sozialausgaben, und das obwohl die Zahl der Bedürftigen wegen der zunehmenden Arbeitslosigkeit und Armut kontinuierlich ansteigt. Bereits am 28. Dezember 2003 strich die Regierung Bush 800.000 Arbeitslosen die Unterstützung, nachdem die Republikaner im Kongress - bei nur symbolischem Widerstand der Demokraten - eine Verlängerung der Leistungen abgelehnt hatten.

Auch auf internationaler Ebene gerät die Stellung des amerikanischen Kapitalismus unter immer größeren Druck. Ausländische Anleger an den amerikanischen Finanzmärkten könnten angesichts der sinkenden Kurse ihre Gelder abziehen, was es den USA unmöglich machen würde, weiterhin ihr riesiges Zahlungsbilanzdefizit zu unterhalten, das sich mittlerweile auf etwa 500 Milliarden Dollar pro Jahr beläuft. Dies wiederum stellt die Stabilität des US-Dollars und damit die Grundlage des internationalen Finanzsystems in Frage. Der Dollar verlor bereits im Jahr 2002 15,2 Prozent seines Werts gegenüber dem Euro und 9,8 Prozent gegenüber dem Yen.

Es mehren sich die Anzeichen dafür, dass die Weltwirtschaft zum ersten Mal seit den Dreißigerjahren wieder in eine Periode der weltweiten Deflation eintritt. Das ist ein Teufelskreis, in dem die Preise sinken, die Aktienkurse einbrechen, die Kreditvergabe eingestellt wird, die Produktion zurückgeht, der Handel abnimmt und das ganze Profitsystem im Wesentlichen zum Stillstand kommt.

Die Außenpolitik der Bush-Regierung wird nicht zuletzt von innenpolitischen Notwendigkeiten getrieben, die sich aus den explosiven sozialen Implikationen dieser wirtschaftlichen Sackgasse ergeben. Die Regierung der USA sieht sich gezwungen, durch unaufhörliche Provokationen - Terrorwarnungen, militärisch-diplomatische Krisen und Kriege - die öffentliche Meinung abzulenken und in die Irre zu führen. Auch hierin ähnelt die Lage des amerikanischen Kapitalismus jener von Nazideutschland in den Dreißigerjahren, als Hitler im Krieg die einzige Antwort auf die wachsenden sozialen Widersprüche im Inland sah.

Die Bush-Regierung verbindet Gangstermethoden in der Weltpolitik - Gewalt, Erpressung und Lügen - mit Unterdrückung in der Innenpolitik. Die enorme Konzentration polizeilicher Vollmachten in den Händen der Bundesregierung seit dem 11. September 2001 hat nichts damit zu tun, einfache Amerikaner vor der terroristischen Gefahr zu schützen. Ihr Ziel besteht darin, immer offenere Angriffe auf den Lebensstandard und die bisherigen sozialen Errungenschaften der amerikanischen Arbeiterklasse zu erleichtern.

Nicht von ungefähr bestand Bush darauf, dass das Gesetz zur Schaffung des neuen Ministeriums für Heimatschutz den betroffenen Regierungsangestellten ihre gewerkschaftlichen und Bürgerrechte nahm. Dieser Angriff fügt sich in ein größeres Muster ein, in dem die "nationale Sicherheit" und der "Krieg gegen den Terrorismus" als Vorwand genommen werden, um Arbeitern immer größere Verzichtsleistungen abzuverlangen und ihnen die rechtlichen Mittel zu rauben, mit denen sie sich gegen Übergriffe der Unternehmer zur Wehr setzen konnten. Eben deshalb zwang die Regierung auch unter anderem die Fluggesellschaft United Airlines Konkurs anzumelden. Auf diese Weise werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, Tarifverträge außer Kraft zu setzen, beispiellose Kürzungen bei den Löhnen und Sozialleistungen durchzusetzen und die Ausbeutung durch Arbeitsintensivierung, erzwungene Überstunden und die Abschaffung bisheriger Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften zu erhöhen.

Sowas kennen Wir ja irgendwie alles von früher. Ich sag nur:Spenden fürs Winterhilfswerk,Beschlagnahmung von Eigentum wie Kraftfahrzeugen und Sparguthaben als "kriegswichtiges Material" bei der Arbeiterschicht,unbezahlte Überstunden en masse,und wer nicht spurt den holt die GeStaPo...
Schade, daß es mal wieder soweit ist.

Gruß,
Alf


Hallo Alf,

vielen Dank für Deine sehr, sehr gute Analyse. Ich hoffe, sie wird auch gelesen und findet die gebührende Beachtung.

Melly und Denza,
genau das meinte ich: Ihr beide erfasst die Problematik nicht ansatzweise.

Glaubt Ihr, mit diesen naiven Platitüden irgendjemanden im mittleren Osten beeindrucken zu können?

Was macht Ihr, wenn Ihr nachts überfallen werdet?

Die eine sagt: Stell Dir vor, es ist Vergewaltigung und keiner rettet mich.

Die andere sagt: Muß ich mich überhaupt wehren? Und umbringen wird er mich auch nicht, das ist ja verboten.

Krieg ist nichts anderes als der Überfall auf einen Staat und alle Bewohner, die in ihm leben, nur auf anderem Niveau.

Der Mensch *ist* ein Tier.

Und uns geht es hier in Europa recht gut. Wir leben in Wohlstand und die Armenhäuser der Welt sehen dies.

Und nun frage nochmals: Müssen wir überhaupt Kriege führen?

Wir *müssen* Kriege verhindern. Die Forderung: "Nie wieder Krieg!" teile ich.
Aber ist sie erfüllbar?

H.H.


Zitat (Hornblower @ 17.03.2006 - 13:13:31)
Hallo Alf,

vielen Dank für Deine sehr, sehr gute Analyse. Ich hoffe, sie wird auch gelesen und findet die gebührende Beachtung.

Melly und Denza,
genau das meinte ich: Ihr beide erfasst die Problematik nicht ansatzweise.

Glaubt Ihr, mit diesen naiven Platitüden irgendjemanden im mittleren Osten beeindrucken zu können?

Was macht Ihr, wenn Ihr nachts überfallen werdet?

Die eine sagt: Stell Dir vor, es ist Vergewaltigung und keiner rettet mich.

Die andere sagt: Muß ich mich überhaupt wehren? Und umbringen wird er mich auch nicht, das ist ja verboten.

Krieg ist nichts anderes als der Überfall auf einen Staat und alle Bewohner, die in ihm leben, nur auf anderem Niveau.

Der Mensch *ist* ein Tier.

Und uns geht es hier in Europa recht gut. Wir leben in Wohlstand und die Armenhäuser der Welt sehen dies.

Und nun frage nochmals: Müssen wir überhaupt Kriege führen?

Wir *müssen* Kriege verhindern. Die Forderung: "Nie wieder Krieg!" teile ich.
Aber ist sie erfüllbar?

H.H.

du versuchst mich durch meinen Post zu bewerten und liegst sowas von daneben, das ich eigentlich keinen Bock habe, näher drauf einzugehen.

Krieg ist vermeidbar PUNKT

:weissefahne:

Bearbeitet von Shiva am 17.03.2006 22:20:47


@Hornblower, ich bin mir durchaus bewußt, daß dieser Satz nur eine naive Platitüde ist und hab ihn auch mit diesem Bewußtsein hier reingestellt!!! Ich weiß selbstverständlich, daß Krieg viel komplizierter ist...Aber er ist genauso naiv!!!
Glaube ndie Herren Kriegstreiber wirklich, daß sie mit einem Krieg gegen ein anderes Land genau diesem Frieden, Freiheit und Demokratie bringen können??

In den meisten Kriegen geht es doch nur um das Durchsetzen der eigenen Interessen des Landes oder glaubt hier jemand, Bush sei an dem Wohlsein der irakischen Bevölkerung interessiert? Wo waren denn die ganzen Vernichtungswaffen? Hinterher hieß es dann nur; Hups, da waren wohl doch keine, egal, nu sind wir eh drin...

Außerdem hat der mittlere Osten mit diesem Krieg nicht angefangen!!!

Zitat
Was macht Ihr, wenn Ihr nachts überfallen werdet?

Die eine sagt: Stell Dir vor, es ist Vergewaltigung und keiner rettet mich.

Die andere sagt: Muß ich mich überhaupt wehren? Und umbringen wird er mich auch nicht, das ist ja verboten.


Du willst diese Fälle doch jetzt nciht wirklich mit Krieg vergleichen????

Zitat
Und uns geht es hier in Europa recht gut. Wir leben in Wohlstand und die Armenhäuser der Welt sehen dies.


Weiß zwar nicht, was das mit Krieg zu tun hat aber meine Freundin war in Ghana, auch ein sogenanntes Armenhaus. Und soll ich dir mal was sagen, diese Leute sind glücklich, und verstehen gar nicht so recht, warum die westlichen Länder unbedingt auf Teufel komm raus helfen wollen. So hat dasd zumindest meine Freundin dort erlebt...

Zitat
Wir *müssen* Kriege verhindern. Die Forderung: "Nie wieder Krieg!" teile ich.
Aber ist sie erfüllbar?


Das ist genau der Punkt, da stimme ich dir nun wirklich zu, was auch jeder eigentlich machen sollte... Man kann Kriege verhindern, wenn man solche fundamentalistischen Kriegstreiber vors Kriegsgericht stellt und dafür sorgt, daß die nie wieder an die Macht kommen...


Ich meine damit übrigens George W. Bush aber es ist ja keine Nation mutig genug ihn als Kriegsverbrecher vors Gericht zu stellen. Denn nichts anderes ist er, zumindest verstößt sein Irakkrieg gegen die Genfer Konventionen, denn das war eindeutig nen Angriffskrieg. Es gab keinerlei Gründe, diesen Krieg (zu diesem Zeitpunkt) zu führen...

Und trotzdem wäre es schön; "Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin..."

Ich finde, dieser Spruch, gerade weil er so naiv ist, dem Krieg jegliche Daseinsberechtigung....Warum müssen dafür unschuldige Menschen sterben?

Warum treffen sich Bush und Saddam nciht auf ein Duell, so wie früher. Der Gewinner bekommt dann das LAnd...

@Hornblower ich bin mir wiederum dieser naiven Platitüde bewußt... :pfeifen:

Aber ich denke auch, solange die Menschheit in Herrschaftsverhältnissen lebt, wird es Kriege geben. Und so lange es Leute gibt, die am Krieg verdienen, wird es Krieg geben. Dennoch halte ich es für unsere Pflicht, alles mögliche dafür zu tun, daß man Kriege verhindern kann. Und sei es auch nur dadurch, daß "keiner mehr hingeht..."

Aber eigentlich Hornblower sind wir doch einer Meinung...Krieg muß verhindert werden, in diesem Sinne
:weissefahne:

Huch :o , mit diesem Thema habe ich ja was Gutes angefangen :weissefahne:

:mussweg:


Boah, Alf Du solltest Bücher schreiben! Dein Beitrag ist fundiert und spannend.
Kompliment und Danke.
Leider mag ich mir keine Gedanken darüber machen, was Krieg ist usw., wie das von jemandem gefordert wurde. Damit werde ich wohl nicht alleine dastehen. Viel wichtiger ist mir, dass Kriege verhindert werden.
Solange Weltmachten von Oligarchen wie die Bush-Dynastie beherrscht werden, können wir noch lange auf Frieden warten!


Ich weiß gar nicht was ich nach dem Anblick der Bilder noch sagen soll :(
erschreckend das Ganze. Mit welchem Recht geht man so jämmerlich mit anderen Menschen um?!
Ich fass es einfach nicht :keineahnung:



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