Neues Auto und die 3 Problemchen: Fahrzeugbrief - Verkauf - Neukauf

 

Hallo zusammen,

ich habe vor, meinen kleinen Flitzer (A3 BJ 2006) zu verkaufen und mir einen neuen Gebrauchten anzuschaffen.

Für mich ist das mehr oder weniger Neuland und da bleiben mir einige Fragen offen, bzw. habe ich mir da selber
ein paar Steine in den Weg gelegt. Ich würde meine 3 Problemchen hier einfach mal zusammenfassen in der Hoffnung, das jemand von Euch weiterhelfen kann :)

1. Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief)

Den Wagen fahre ich 5 Jahre und nie war der Fahrzeugbrief ein Thema. Vor 4 Jahren bin ich umgezogen und ich kann es mir nur so erklären, das der Brief hier verloren ging. Seitdem fehlen auch sämtliche andere Unterlagen vom Autokauf. Jetzt, wo man sich mit dem Thema "Verkauf" beschäftigt, fällt auch der fehlende Brief auf.

Wie genau muss ich nun vorgehen und was kommt da alles auf mich zu? Kann ich einen neuen Brief beantragen?
Ich habe den Wagen damals bar bezahlt, also liegt der Brief auch bei keiner Bank oder sonstigem Institut.

Verkauf

Lohnt es sich den Wagen bei einem Händler in Zahlung zu geben oder ist das Verkaufen an privat nicht unter Umständen deutlich lukrativer? Gibt es seriöse Quellen um den Wert des Fahrzeuges zu ermitteln?
Mit Ebay, Autoscout und Co. tue ich mich schwer, weil die preise teilweise extrem variieren (bei ähnlicher Ausstattung und KM-Stand).

Bei meinem Wagen handelt es sich um einen Audi A3 (P8) Baujahr 2006
Benziner, 102 PS, 3 Türer, KM-Stand ca. 135.000
Ich habe die Ausstattungslinie gerade nicht im Kopf, aber mit dabei: Multifunktionslenkrad, Klimaautomatik, Rückfahrwarner, integrierte Bluetooth Freisprecheinrichtung, CD-Radio, elektr. Fensterheber

Gibt es da preistechnisch evtl. einen Anhaltspunkt?

Neukauf

Der neue Gebrauchte sollte in der Anschaffung für maximal 10.000 € zu bekommen sein.
Im Grunde genommen suche ich für mich ein "Vernunftsauto" dh. Kompakt, zuverlässig und günstig im Verbrauch.

Ich habe schon den A3 ab BJ 2012 ins Auge gefasst, wobei das preislich auch nicht so leicht sein wird.
Aber mit etwas Verhandlungsgeschick waren einige Angebote zu finden, die man auf unter 10.000 € drücken könnte. da ist mir aber natürlich die Laufleistung ein Dorn im Auge.

Könnt Ihr solide Gebrauchtwagen in meinem Budget empfehlen?
Oft werden ja Modelle in die Runde geschmissen, an die man selber gar nicht denkt :)

Ich hoffe, jemand nimmt sich die Zeit und kann mir etwas unter die Arme greifen.

Vielen Dank! :)

Bearbeitet von Nyke am 04.05.2017 10:21:42


Moin,
Hast du die Bescheinigung Teil 1 oder 2 verloren? Hatte mal den Schein (also jetzt Teil2) verloren und das war ein Drama, da der heute wohl fast wichtiger ist als Teil 1. Wahrscheinlich brauchst du dafür noch eine weitere Bescheinigung (also Verlustmeldung) im Vorfeld, bis du einen neuen ausgestellt bekommst. Also Zeit einplanen und rechtzeitig aktiv werden...

Privat bekommt man zwar oft etwas mehr, aber ist die Frage, ob man den Streß haben will, daß 1000 Leute anrufen. Außerdem hat man beim Händler auch keine Probleme mit eventuellem Ärger falls hinterher ein Mangel auftreten sollte.

Warum willst du den überhaupt verkaufen? Bei dem Motor macht man alle 60000km die Wasserpumpe, aber ansonsten ist das doch ein vernünftiges Auto? Gerade wenn du über einen anderen A3 nachdenkst- die neueren haben viel höhere Folgekosten, gerade wenn man sie Privat kauft ohne GW-Versicherung.

Wenn es doch so sein soll, würde ich vielleicht über Skoda nachdenken, ist die gleiche Technik aber vom Einkaufspreis viel günstiger.


Verloren ist der Teil 2, also der Fahrzeugbrief. Damit werde ich mich wohl auf ein Drama einstellen müssen :D

Stimmt, der Stress ist so ein Faktor, wobei ich da wirklich schauen würde, wie viel Geld das unterm Strich ausmacht.
Für 1000 € mehr nehme ich den Stress gerne in Kauf. Solange man auch keine groben Mängel vertuscht, kann doch nach einem Kauf von und an privat nichts mehr passieren, oder?!

Über einen Verkauf bzw. Neukauf denke ich nach, weil ich vielleicht jetzt noch ein paar Euro bekommen würde und ich in Zukunft deutlich mehr Kilometer fahren müsste. Der Gute schluckt mir da einfach etwas zu viel.

Ja, Skoda und Seat zb. hatte ich mir auch schon etwas näher angesehen ;)


Dann kann ich dir raten, darauf zu achten, daß bei dem neuen Fahrzeug die Serviceintervalle immer eingehalten wurden, am besten bei einer Vertragswerkstatt, da man dann im Falle eines Schadens (Steuerkette, Direktschaltgetriebe z. B.) am ehesten Kulanz bekommt. Bei DSG (wird im Konzern als Automatik verkauft) lohnt sich in jedem Fall eine GW-Garantie, da bei solchen Bauteilen die möglichen Schäden meist im mittleren 4stelligen Bereich sind. Bei Einhaltung der Intervalle ist der Konzern aber in der Regel sehr kulant und eine mögliche Versicherung zahlt dann oftmals komplett den Rest.


Bei einem Brand im Hause meiner Tochter vor einigen Jahren war auch der Kfz-Brief ihres damaligen Fahrzeuges mitverbrannt. :( Nachdem sie dann eines Tages das Auto verkaufen wollte, mußte sie mit persönlichen Urkunden, also Personalausweis, Kfz-Schein für das Fahrzeug, beim Straßenverkehrsamt unserer Stadt vorsprechen und die Ausstellung eines Ersatz-Kfz-Briefes beantragen.
Sie mußte diverse Formulare ausfüllen, in denen sie u. a. an Eidesstatt erklären mußte, daß es sich bei dem Fahrzeug ganz sicher um ihr Eigentum handelte. Sodann wurde so etwas ähnliches wie eine öffentliche Anfrage gestartet, ob irgendjemand anderes eventuell und möglicherweise nicht doch noch einen Anspruch auf das Fahrzeug habe. :wacko: Nach einem Zeitraum von ca. 6 Wochen - nach meiner Erinnerung - wurde dann endlich der Ersatz-Kfz-Schein ausgestellt und meine Tochter konnte den Wagen endlich verkaufen.


Ich war heute Morgen bei der KFZ Zulassungsstelle.
Eigentlich ging das relativ fix. Perso, Bescheinigung Teil I und die Unterlagen der Hauptuntersuchung vorgelegt, eine eidesstattliche Erklärung abgegeben und fertig. jetzt heißt es 3-4 Wochen abwarten und der neue Brief wird mir direkt zugeschickt. Das Spaß kostet 63,00 €

Ins Auge gefasst habe ich mittlerweile den Astra J. Hat da jemand Erfahrungswerte?

Gibt es für Euch eine Grenze in Bezug auf den KM Stand? Ich habe so gar keine Vorstellungen, was für welches Modell viel bzw. wenig Laufleistung ist. Ich fahre ca. 13 - 14.000 km jährlich.

Den Astra beispielsweise bekommt man mit einer soliden Ausstattung ab 8000 € mit ca. 60.000 Km auf dem Tacho.
Mit Navi, Xenon und ein paar Spielereien liegt er bei 9 - 10.000 € (aufwärts natürlich auch noch ^^) hat aber dann
auch seine 130 - 150.000 Km runter.

Andersrum lässt sich bei einer schlichten Ausstattung je nach Laufleistung auch sehr viel sparen.
Vom Kopf her habe ich aber so eine kleine Blockade, was 100.000 Km und mehr betrifft.

Mache ich mir da unnötig Sorgen bzw. was ist so eine durchschnittliche Laufleistung bis man sagt, das Ding ist auf?


Allgemein wird wohl - soweit mir bekannt ist - mit einer Jahres km-Leistung von ca. 15.000 km gerechnet. Diese km-Zahl ist nicht unrealistisch, obwohl es natürlich auch Kfz gibt, die aus den verschiedensten Gründen weitaus weniger Kilometer pro Jahr fahren. Bei uns z. B. war es so, daß mein Mann auf nicht einmal 9.000 km ro Jahr kam, weil er über 45 Jahre einen sehr nahe an unserem zu Hause liegenden Arbeitsplatz hatte. Ich selbst brachte es mit meinem Auto auf ca. 12.000 km, da mein Weg zur Arbeit um etliche km länger war.
In den Urlaub sind wir grundsätzlich nicht mit dem Pkw gefahren, so daß auch hierdurch keine größeren Mehr-km zusammen kamen.
Ich selbst würde bei einem Gebrauchtwagenkauf von einer durchschnittlichen km-Zahl von 10.000 bis 12.000 km ausgehen. Bei allem, was über diesem angenommenen Durchschnitt pro Jahr liegt, wäre ich vorsichtig, in jedem Fall aber würde ich wissen wollen, ob das Fahrzeug regelmäßige Fachwerkstatt-Kontrollen, Inspektionen, Wartungen, Ölwechsel, Verschleißteilewechsel usw. erfahren hat. Kann mir der mögliche Verkäufer des Fahrzeuges hierüber keine Nachweise erbringen, würde ich den Kauf nicht tätigen. Auf lediglich mündliche Zusagen würde ich mich nicht verlassen.
Ich meine, man ist etwas sicherer, wenn man einen GW-Kauf über einen offiziellen Händler tätigt. Dort hat man GW-Garantie, falls mal etwas mit dem Fahrzeug innerhalb eines gewissen Zeitraumes nicht so ist, wie es anfänglich zugesichert wurde.

Letztendlich ist es selbstverständlich auch noch eine Frage, wieviel Geld man für ein gutes Gebrauchtfahrzeug in die Hand nehmen will. Ein Fahrzeug (je nach Typ unterschiedlich), welches z. B. 5 Jahre alt ist, nur 30.000 km gelaufen ist und dann möglicherweise nur 7.000,-- € kosten soll, kann einfach kein Schnäppchen sein. Bei diesen Angaben wird mit ziemlicher Sicherheit etwas "faul" sein. Da sollte sich jeder GW-Käufer drüber im klaren sein.


Moin Nyke,

also, Dein A3 ist doch ein schnuckeliges Fahrzeug, wenn ich mir den so ansehe. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Audi_A3_8P Wenn er Dir lediglich zu viel "säuft" und nicht eine Reparatur nach der anderen ansteht, würde ich das Teil fahren, bis der TÜV die Plakette abkratzt. Überlegungen dazu: Die Kutsche hat bei einem Alter von elf Jahren runde 135.000 km auf dem Tacho. Das entspricht in etwa Deiner normalen, jährlichen Durchschnittslaufleistung. Ein Fahrzeug mit über hundert Pferdestärken fährt in der Regel nicht mit fünf Litern pro hundert gefahrene Kilometer. Auf den Verbrauch Deines Fahrzeugs hast Du selbst mit Deiner Fahrweise einen nicht unwesentlichen Einfluss. Anyway, Du willst etwas Neues, gut gebrauchtes haben. Übrigens ist ein Kilometerstand von 100.000 km für ein modernes Auto nicht allzuviel. Der Motor hält wahrscheinlich locker noch bis über 200.000 km.

Einen Gebrauchten würde ich immer beim Händler kaufen. Beim Privatkauf kaufst Du "gekauft wie gesehen". Versteckte Mängel anschließend nachzuweisen, das bedeutet Stress. Allerdings würde ich mich bei einem Händler umsehen, der Leasingfahrzeuge verkauft. Begründung: Nach meiner Erfahrung ist das preisgünstiger. Die Gebrauchtwagenversicherung kannst Du beim Händler abschließen. Dieser fungiert allerdings nur als Vermittler zwischen Dir und dem Versicherungsgeber. Bei meinem CZC kostete das vor drei Jahren etwa vierhundert Schleifen extra und galt für ein Jahr. Eine Verlängerung ist möglich. Weiterhin könnte Dir der Händler - so nötig - auch eine günstige Finanzierung über seine Hausbank vermitteln.

Um den Wert Deines Fahrzeugs festzustellen, kann Dir die Schwacke-Liste einen zuverlässigen Anhaltspunkt geben. http://www.schwacke.de/app/plugin_uc/_src/...rtid=&premium=0 Wenn Du den Gebrauchten beim Händler in Zahlung gibst, kannst Du für den neuen Gebrauchten sicherlich noch einen guten Rabatt heraushandeln. Und hast außerdem keinen unnötigen Stress. Fährst mit dem einen Fahrzeug hin und mit dem anderen Fahrzeug wieder nach Hause. Oder so ähnlich.

Auf alle Fälle würde ich vielleicht einen guten Freund zum Autokauf mitnehmen, der idealerweise etwas mehr Ahnung von Gebrauchtwagen hat, als ich selbst. Alternativ würde ich mich auf motortalk.de im Forum umsehen. Sowohl was Deinen A3 betrifft, als auch das ins Auge gefasste Neufahrzeug.

Grüßle und viel Erfolg,

Egeria

Bearbeitet von Egeria am 06.05.2017 08:32:37


Danke erst einmal für Eure Kommentare bisher :)

Ja, der A3 ist kein schlechtes Auto, das er aber kombiniert nur 5.5 Ltr. schluckt, halte ich für ein Gerücht :D
Aber okay, der Astra beispielsweise wird nicht weniger schlucken, das stimmt natürlich.

Irgendwie ist einfach mal Zeit für einen Tapetenwechsel und die kleineren Mängel häufen sich schon deutlich, so dass ich denke, wenigstens heute noch etwas für Ihn zu bekommen.

Der Gurt piepst auf Fahrerseite häufig, klingt wie nen Wackelkontakt, aber keine Werkstatt ist in der Lage den Fehler zu finden. Die Armlehnen an den Türseiten fangen an, diese Audi typischen Risse zu bekommen (welche mit der Zeit auch nicht kleiner werden), die Kupplung kommt unsauber und der kleine "stottert" dadurch öfters und zu Guter letzt ... mich nervt ein wenig der 3 Türer. Das war vor Jahren kein Thema weil er dadurch etwas sportlicher wirkt, aber mittlerweile muss ich häufiger mehrere Leute mitnehmen und das ist immer wieder amüsant, wie die sich vorne rausquatschen müssen und nur am stöhnen sind :pfeifen:

Das mit den durchschnittlichen 15.000 Km ist ein sehr guter Anhaltspunkt, auch das mit der Gesamtleistung von 200.000 Km. Ich denke ich werfe die Navi Idee über Board und greife lieber zu einem Wagen mit um die 50 - 60.000 Km auf dem Tacho für 8 - 9000. €

Ich muss aber sagen, das es mir der Astra J schon angetan hat. Ein Arbeitskollege fährt Ihn auch und nach der gestrigen Probefahrt bin ich absolut begeistert.


Ich war, als eine evtl. Neuanschaffung eines Gebrauchten anstand, mit meinem "Alten" beim ADAC Technikcenter, habe ihn dort prüfen lassen. Das kostete um die 80 Euro. Danach wusste ich, wie es um innere und äußere Werte meines alten Schätzchens stand. Der prüfende Ingenieur war sehr auskunftsbereit und hat mir Tipps gegeben, da ich einen vergleichbar nutzbaren Wagen (Kombi) benötigte. Mein fast 16 Jahre alter Astra war leider zu teuer, um noch einmal für den TÜV hergerichtet zu werden, so musste ich ihn ersetzen. Bin bei der Suche nach dem Tipp des ADAC-Ingenieurs vorgegangen und fahre nun schon im fünften Jahr völlig problemfrei einen Skoda Octavia Kombi.
Ich würde jederzeit wieder so verfahren.