Vor- oder Nachteile einer gefliesten Küchenarbeitsplatte


Hallo,
Ich plane (immer noch) an meiner neuen Küche herum.
So richtig kann ich mich nicht entscheiden, welche Oberfläche der Arbeitsplatte ich wählen soll, bin jetzt in einem Küchenstudio in Italien auf Fliesen gestoßen, was mir optisch sehr gut gefallen hat. Frage ist, ob das nicht nur gut aussieht, sondern sich auch im Alltag als praktisch erweist..
Wer hat Erfahrungen - positiv/negativ- mit einer gefliesten Küchenarbeitsplatte und teilt sie mir mit?
Vielen Dank im Voraus!


Moin,
ich könnte mir vorstellen, dass es unpraktisch sein wird.
Wenn Du auf der Platte schneidest (ok, sollte man nicht) werden die Messer sehr schnell stumpf. Und wenn du mal einen oder was ähnlich schweres fallen lässt, könnte sehr schnell was kaputt gehen an den Fliesen.
Und hygienisch stelle ich mir die Fugen auch nicht vor. Werden warscheinlich schwer zu reinigen sein.
Wenn Du Dir mal die ganzen Kochsendungen anschaust, da hat niemand eine geflieste Fläche. Alle haben durchgehende Platten, sei es aus Holz mit Furnier oder aus Edelstahl. Und Spitzenköchen können sich nicht irren.


Fliesen mögen gut aussehen. Schön für die Augen des Betrachters.

Für mich ist der Alltag entscheidend, d.h. die Arbeitsfläche soll glatt, ganz glatt, aber sowas von glatt sein.
Ich habe eine Küche geerbt deren Ablageflächen nur leicht geriffelt sind. Das ist schon blöd genug sie abzuwischen. Irgendwas bleibt immer in den kleinen Fugen hängen.
Ich bin kein Fan von Edelstahl, der sieht so kalt aus.
Als Oberfläche würde ich auf jeden Fall, s.o., was gaaaaanz glattes nehmen, wenn ich nochmal die Wahl hätte.
Wenn es das Budget zulässt Marmor, der sieht gut aus und ist leicht abwischbar.

Nur meine Meinung. :)


Ich würde mich auch für etwas glattes entscheiden, in Fugen bleibt immer was hängen.


Zitat (Mueze @ 06.08.2017 13:02:16)
Als Oberfläche würde ich auf jeden Fall, s.o., was gaaaaanz glattes nehmen, wenn ich nochmal die Wahl hätte.
Wenn es das Budget zulässt Marmor, der sieht gut aus und ist leicht abwischbar.

Marmor ist nicht säurefest.
Das müssen nur mal die Tomaten oder Essiggurken ein wenig kleckern... :o

Zitat (Jeannie @ 06.08.2017 13:31:18)
Marmor ist nicht säurefest.

Ja, das stimmt, darum haben einige Granitplatten.
Ich habe nur eine Granitplatte (40 x 34) neben dem , damit meine Blechkuchen darauf schön abkühlen können.
Die kann ich wenigstens, wegen der nicht so großen Form, bequem am Spülbecken säubern.

Aber sonst muss in meiner Küche alles andere möglichst hell sein.
Bei den sehr großen dunklen Platten muss ich immer an Krematorium denken.

Meine Arbeitsplatten sind aus einfarbig grauem Kunststoff. Die Kochinsel allerdings hat eine Granitplatte und das ist super. Darauf kann alles abkühlen, was abkühlen soll, man sieht kaum Flecken, wenn mal was kleckert. Das ist sehr praktisch. Für die ganze Küche wäre mir das aber optisch zu unruhig geworden und deshalb hab ich den Rest eben als ganz normale Kunststoffarbeitsplatte, vorne die Kanten sind aus Holz, das sieht aus wie schichtverleimt. Gefällt mir nach 19 Jahren noch immer sehr gut.

Fliesen hatte ich mal kurz in Betracht gezogen. Der Alfred Biolek hatte damals seine TV-Küche so. Da hat man mir aber im Küchenstudio von abgeraten, Gründe wurden schon genannt.

Bearbeitet von HörAufDeinHerz am 06.08.2017 15:24:46


Vielen Dank für Eure bisherigen Gedankengänge!
Meine Küche ist recht klein, zweizeilig, die eine Seite ist geplant aus raumhohen Schränken mit integriertem Backofen, Kühl- und , ausziehbarem Frühstücksplatz. Die andere Seite soll mit Unterschränken und Hängeschränken ausgestattet werden, in die Arbeitsplatte müssen Kochstelle und Spüle eingelassen werden. Da diese Seite auch nicht ganz gerade ist, sondern Kaminvorsprünge ausweist, ist die Anpassung einer Steinplatte recht schwierig und sehr kostenintensiv. Daher hatte ich mit den Fliesen geliebäugelt, die lassen sich schnell passgerecht zuschneiden. Das Argument der schnell verschmutzten Fugen ist allerdings schwerwiegend.
Gibt es nicht so etwas, wie fugenloses Verlegen? Bei Granitfußböden wird das doch auch gemacht, oder?
Wie wird das denn bei Granit- oder anderen Steinarbeitsplatten gehandhabt? Eine 3-Meter-Arbeitsplatte oder eine Überecklösung lässt sich auch nicht an einem Stück tranportieren und verlegen. Wie werden denn da die Verbindungen zweier Platten geschaffen und abgedichtet?


Meine Küchenarbeitsplatte habe ich mit Glasmosaik beklebt und mit Deko-Flexfuge von Knauf farblich passend verfugt. Die Flexfuge ist zwar - wie so ziemlich alle Fugenmassen - offenporig. Aber sie ist extra für den Sanitärbereich konzipiert und hat einen Abperleffekt. Solange ich meine Arbeitsfläche direkt nach Benutzung mit Wasser und Spüli reinige, bleibt nix kleben. Allerdings habe ich mir angewöhnt, auf der gläsernen Herdabdeckplatte zu arbeiten, da ich kein Putzteufel bin.

Grüßle,

Egeria

P.S.: Die Arbeitsfläche sieht selbst nach einem halben Jahr in ständiger Benutzung noch immer wie neu aus.


Ich denke auch dass die Fugen immer verdreckt sein werden und das du beim putzen immer Schwierigkeiten haben wirst. Eine ganz normale Arbeitsplatte ist zu empfehlen oder wenn du etwas besonderes möchtest dann nimm doch einfach eine aus Stein.


Ich habe mal gesehen, dass jemand die Arbeitsplatte gefliest und dann darüber eine Glasplatte hatte. Auch nicht schlecht: So hat man die Optik der Fliesen und trotzdem eine glatte Oberfläche.
Ich denke aber, es wird schon ein besonderes Glas gewesen sein. Es soll ja stabil und kratzfest sein. Ist sicher nicht ganz billig.