Bauerndemo f├╝r faire Preise in der Landwirtschaft

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Hier kann die Diskussion aus dem IN/OUT weitergeführt werden, dann haben wir alle Beiträge zusammenhängend :-)

Ich habe mal alle Beiträge hier der Reihenfolge nach zitiert und dabei nur den Teil übernommen, der die Bauern zum Thema hatte (ich hoffe., das war so okay, dann müssen die Moderatoren nicht basteln?) Ich hoffe, ich habe nix übersehen *schäm*

Zitat (idun, 22.10.2019)
...
Die Bauern mit ihrer Treckerdemo kann ich voll verstehen. Die werden doch total verar….. Auf der einen Seite sollen sie öko und nachhaltig wirtschaften und auf der anderen Seite werden sie preislich so gedrückt, das sie kaum noch davon leben können.


Zitat (Binefant, 22.10.2019)
:daumenhoch:  ... und dann heißt es wieder, "die Käufer wollen das doch so".

Ja natürlich wollen die das, wenn es Eier für 99ct/10 Stück gibt, kaufen viele natürlich die billigen Eier / das billige Fleisch - oder wasauchimmer - (speziell welche mit wenig Budget, die eventuell nicht so umweltbewusst sind). Wenn aber alle Waren zu fairen Preisen angeboten werden und nicht Dumping-Ware aus dem Ausland importiert wird (oder zu gleichen Preisen wie im Inland verkauft wird), dann kauft der Endverbraucher das auch. dann gibt es halt nicht jeden Tag Billigfleisch auf den Tisch, sondern nur 1-2 mal in der Woche, dafür gutes Fleisch mit fairen Konditionen für den Bauern.

Ich bin sehr gerne bereit, einen fairen Preis für Lebensmittel zu zahlen, aber: auch nur dann, wenn die Preiserhöhung zB beim Bauern ankommt und sich nicht die Industrie wieder alles einsteckt.


Zitat (idun, 22.10.2019)
ich bin dazu übergegangen, da wo es möglich ist, bei diversen Hofläden zu kaufen. Wir haben hier einige die wirklich reelle Lebensmittel anbieten. Meist kleine Familienbetriebe, wo die Tiere noch Freigang haben und artgerecht gehalten werden.
Diese Bauern unterstütze ich durch meinen Einkauf und es würde mich auch nicht stören, wenn sie ab und an mal unsere kleine Stadt protestmässig lahm legen würden.
Was die Preise anbelangt, kann man ja das Stück Fleisch ein wenig kleiner nehmen oder ab und an mal ganz weglassen.


Zitat (Geierchen, 22.10.2019)
Du hast vollkommen Recht....

Aber diejenigen mit niedrigem Budget, können es sich oftmals nicht leisten, umweltbewußt zu sein....

Da wird das gekauft, was billig ist und vor allem satt macht....

Wenn ein Kopf Salat das doppelte kostet, wie eine Dose Fertigfutter, darf man sich über ein solches Verhalten nicht wundern...

Der Protest der Bauern, ist aber imho vollkommen gerechtfertigt....


Zitat (orchi, 22.10.2019)
IN:Die Protestaktion der Bauern finde ich gerechtfertigt,es ist ein Witz wie wenig bei den Erzeugern an Geld hängen bleibt.
Ich kaufe so viel wie möglich am Bauernmarkt,außerdem habe ich einen Bauern wo ich das Rindfleisch kaufe,das weiß ich was ich bekomme.

@Geierchen:

schon klar., dass das Leben dann etwas teurer ist. Aber wenn ich sehe, wie wenig Geld manche zur Verfügung haben, aber zum quarzen und saufen reicht es, dann frage ich mich, muss das sein? Wenn ich an der Kasse vor mir Leute sehe, die viel Tabak und Alkoholika haben, dazu Billig(fertig)futter, dann sind Tabak und Alkohol viel zu preiswert.

Und nein, es kann mir keiner sagen, dass gesund essen zu teuer ist. Ja, man muss planen, was man die Woche kocht. Ja, man muss sich mal umschauen, ja, man muss sich mit dem Essen und der Zubereitung auch beschäftigen. Und ggfs auch mal in größeren Mengen vorkochen und portioniert einfrieren / einkochen. Man muss saisonal denken (es muss nicht im Dezember frische Erdbeeren geben), dann kann man schon gut, gesund und günstig essen. Es muss - wie schon mal geschrieben - nicht immer Filetsteak sein, mal überspitzt gesagt. Aebr dazu muss man sich halt mal damit beschäftigen, was hat wann Saison, wie verarbeite ich Lebensmittel, wie koche ich frisch, wie kann ich gute und günstige Gerichte auf den Tisch bringen. Das konnten unsere Eltern und Großeltern, viele der jungen Generation ist dazu nicht mehr in der Lage.

Nur ein Beispiel aus meinem Bekanntenkreis: da ist ein junges Mädel steif und fest der Meinung, dass sie - sie bedient einen Thermomix und "kocht" nach guided cooking - wirklich superspitzenmäßig kochen kann. Aber gibt man ihr einen

Da wundert es nicht, wenn diese Generation lieber zu Fertigprodukten greift, da steht dann ja bei, wie man es zubereitet. Und das ist genau die Generation, die dann alles billig, billig haben will, statt einen fairen Preis zahlen zu wollen.

ich bin noch mit Tante Emma Läden groß geworden bei denen der Bauer seine Milch / Eier zum Weiterverkauf direkt ablieferte und wir haben hier an 3 Standorten und 5 Tagen Wochenmärkte auf denen überwiegend Erzeuger direkt vermarkten
es gab sogar mal einen Milch/Käsestand mit tagesfrischer Milch und BUTTERMILCH wie früher (leider nicht mehr)

als Ed..ka mit der Werbung ...Schafe Kühe samt Bauer um die Ecke kam hab ich gejubelt - leider beschränkt sich das "Direktsortiment" bei uns hauptsächlich auf Eier und Milch sowie ab und an Saisongemüse - doch gefühlt kommt hier nicht wirklich Geld beim Bauern an --- Schade

mein Traum wäre ein Kooperations-Supermarkt - der nahezu mit seinem Sortiment an die "Handelsüblichen" ran kommt

aber ALLES von umliegenden Bauern (Gemüse, Obst und Fleisch), Imkern, Öl-, Getreide- und Senfmühlen, Seifen"künstlern", ......
möglichst unverpackt dafür mit Personal soweit wg der Hygiene nötig, anbieten
...mit ebenfalls guten Parkmöglichkeiten um den gleichen Standortvorteil wie die anderen zu haben
allein das Gefühl alles an einem Ort zu bekommen ist der Bequemlichkeit aber auch dem Zeitmangel der heutigen Kunden geschuldet

wie wäre es mit Kunden"aktien" und die Bauern wären Mitinhaber? - das Geld wäre sicher gut angelegt

Schade, diesen Traum selbst umzusetzen ist für mich leider out of order

Bearbeitet von Tortenhummelchen am 22.10.2019 19:17:11

Es gibt sie ja schon, diese Bauernlädchen. Da gibt es Wurst, Käse, Fleisch und Gemüse und Obst.-
Wir haben hier Bauernlädchen, die sich untereinander mit ihren Produkten austauschen. Z.B. Eier Bauer A verkauft auch Kartoffeln und Obst von Bauer B und C. Dafür nimmt Bauer B auch die Produkte von A und C in seinen Hofladen und C macht es so mit A und B.
Diese Lädchen sind minimal teurer als Ald und Co.

Zum Thema kein Geld für gesunde Nahrungsmittel aber Geld für Schnaps und Zigaretten:
In RI bekommen am 30. die "Harzer" ihr Geld . Da bekommst du kein Taxi, weil diese Leute sich ihren Fusel per Taxi anliefern lassen. Hat mir ein Taxifahrer erzählt. Wir haben hier einen Stadttarif . Innerhalb der Stadt kostet eine Taxifahrt pauschal 6-7 €.
Ich will damit nicht sagen, das alle Harzler so sind aber ein grosser Teil schon.

Binefant - ich weiß nicht welche Generation du meinst. Z.B. meine Enkelinnen 19 und fast 16 Jahre alt, kochen beide gut und gerne. Der Enkelsohn meines Mannes, erst 13 Jahre, auch. Ich denke es kommt auf die Eltern an.

Idun - die "Harzer" insgesamt zu verurteilen finde ich ungerecht, es gibt solche und solche.

Seltsam finde ich es, wenn Bauern Teile ihrer Kartoffeln nicht mehr ernten, da angeblich der Verbraucher ein gewisses Aussehen erwartet. ob das stimmt? Habe das mal in einer Doku über Lebensmittel gesehen.

Bei uns ist es so, dass viele Kartoffelbauern aufgeben, da sie so wenig dafür bekommen und es sich für sie nicht mehr lohnt. Importierte Kartoffeln sind teilweise billiger.

Zitat (JUKA, 22.10.2019)
Seltsam finde ich es, wenn Bauern Teile ihrer Kartoffeln nicht mehr ernten, da angeblich der Verbraucher ein gewisses Aussehen erwartet. ob das stimmt? Habe das mal in einer Doku über Lebensmittel gesehen.

Ich denke eher, dass die Industrie ihre Vorgaben hat, wie ein Obst / Gemüse auszusehen hat, da es "genormt" eben leichter industriell zu ver- /bearbeiten ist. Krumme Schlangengurken müssen von Hand sortiert werden, da die Maschine nur standard kann. Da wird nur behauptet "der Verbraucher will das so", das glaube ich allerdings persönlich nicht. Bei uns hat ein Edeka mal ein Experiment gemacht und auch krummes Gemüse verkauft, dieses geringfügig günstiger (aber nur minimal), Das krumme war schneller verkauft als die genormten Varianten.

Was die "nicht-kochende-Generation" angeht: ich kenne leider sehr viele junge Leute, die nie kochen gelernt haben, deren Eltern auch nicht oder nur das allernötigste kochen, sondern eher Fertigfutter oder Essen mit minimalstem Aufwand zubereiten. Natürlich gibt es Ausnahmen, ich hoffe sehr darauf, dass es mehr sind, als ich es mir momentan denke. Denn es wäre schade, wenn das ganze Wissen um die Kochkunst verloren geht und jeder nur noch gelenkt zubereiten und essen kann.


Und Idun verurteilt ja gar nicht alle Hartzer, sie schreibt ja selbst, dass nicht alle so sind. Ich bin auch ihrer Meinung, dass viele Hartzer die Prioritäten ihrer Finanzen falsch setzen. Wie gesagt, nicht alle, aber doch einige viele.
Zitat (Binefant, 22.10.2019)
Und Idun verurteilt ja gar nicht alle Hartzer, sie schreibt ja selbst, dass nicht alle so sind. Ich bin auch ihrer Meinung, dass viele Hartzer die Prioritäten ihrer Finanzen falsch setzen. Wie gesagt, nicht alle, aber doch einige viele.

Dann entschuldige ich mich bei Idun. Den letzen Satz habe ich übersehen. *schäm*

Ich gebe Binefant völlig recht. Wie ihr wisst, komme ich im Rahmen meines Berufs zu vielen Leuten nach Hause. Manche haben nichtmal einen

Mein Kind ist inzwischen 23 und kocht viel selbst. Aber sie geht auch gern essen. Bei uns lag und liegt gutes Essen schon immer im Fokus. Und man kann ihr mit einer guten Pfanne - oder einem guten Buch - immer eine wirkliche Freude machen. Das freut mich natürlich sehr ❤️ Hab ich doch was richtig gemacht.

Zitat (JUKA, 22.10.2019)
Idun - die "Harzer" insgesamt zu verurteilen finde ich ungerecht, es gibt solche und solche.

Schau genau hin, was ich geschrieben habe. Habe nicht alles Harzer diskreditiert sondern nur einen Teil
Zitat (idun, 22.10.2019)
Schau genau hin, was ich geschrieben habe. Habe nicht alles Harzer diskreditiert sondern nur einen Teil

Ich habe mich doch schon entschuldigt, etwas oberhalb deines Beitrages. :blumen:
Zitat (JUKA, 22.10.2019)
......... nicht mehr ernten, da angeblich der Verbraucher ein gewisses Aussehen erwartet. ob das stimmt? .........

...noch viel schlimmer - in sehr vielen Fällen sind das EU Normen (..."krumme" Gurken - zu kleine Kartoffeln, bestimmte Sorten, wunderbar intensiv schmeckende Bananen ich könnt unendlich weiter machen)
dürfen nicht verkauft werden - teilweise werden Händler erfolreich Abgemahnt
da müssen die Politiker wieder IHRE Bürger vertreten und nicht ihr eigenes Karrieresüppchen kochen
- den Hammer fand ich vor einigen Monaten die "weiter Zulassung" von Glyphosat GEGEN Bundesrecht ....und was ist seitdem .....und auch dem betreffenden Politiker - passiert
die Leute sollen UNS vertreten!
ich kaufe gerne krumme zum Teil nach altem Geschmack mit den heute rausgezüchteten Bitterstoffen, Drillinge - superkleine Kartoffeln (kleine Murmelgröße) ..nur noch als Pellkartoffel sinnvoll, sind ideal als karamellisierte Kartoffeln zu Grünkohl - im Handel sind nur große Murmeln .....Sortenzulassungen bei Kartoffeln - was soll das - ich will bei meinem Bauern wohlschmeckende Sorten - egal wie alt!
Habt ihr zufällig mal die Filme über alte Sorten -insbesondere Tomaten- gesehen .....Verbreitung der Samen -auch privat- ist verboten / bürgerlicher Ungehorsam
dagegen heißt es sich zu wehren .....Himmel nur wie - ich fühl mich macht- und hilflos

auch wenn es ein ganz anderes Thema ist, aber was die Schülerin Greta Thunberg da in Gang gebracht hat fasziniert mich
geht das auch bei unseren Lebensmitteln ???
Zitat (Binefant, 22.10.2019)
Und Idun verurteilt ja gar nicht alle Hartzer, sie schreibt ja selbst, dass nicht alle so sind.
Ich denke auch, das ist kein Hartz-spezifisches Problem.

In vielen Familien ist das so Geld knapp, dass beide Elternteile berufstätig sein müssen, wenn sie nicht abrutschen wollen.
Kinder kommen mit 6 Monaten oder einem Jahr in die KiTa, mit spätestens 6 Jahren in die betreute Ganztagsgrundschule, danach in weiterführende (oft wieder Ganztags-) Schulen. Die Eltern essen in der Kantine, die Kinder in der Mensa.
Die Familien treffen sich oft erst abends. Soll da noch Zeit sein für familieninterne Kochkurse?

Und nein - ich heiße das nicht gut. Ich könnte heulen!

Bearbeitet von Jeannie am 22.10.2019 22:19:37
Zitat (Jeannie, 22.10.2019)
Ich denke, das ist kein Hartz-spezifisches Problem.

In vielen Familien ist das so Geld knapp, dass beide Elternteile berufstätig sein müssen, wenn sie nicht abrutschen wollen.
Kinder kommen mit 6 Monaten oder einem Jahr in die KiTa, mit spätestens 6 Jahren in die betreute Ganztagsgrundschule, danach in weiterführende (oft wieder Ganztags-) Schulen. Die Eltern essen in der Kantine, die Kinder in der Mensa.
Die Familien treffen sich oft erst abends. Soll da noch Zeit sein für familieninterne Kochkurse?

Samstag und Sonntag?
Zitat (idun, 22.10.2019)
Samstag und Sonntag?

Gibt es womöglich andere Prioritäten, wenn man die ganze Woche über keine Zeit hatte, sich auszutauschen?
Zitat (Jeannie, 22.10.2019)
Gibt es womöglich andere Prioritäten, wenn man die ganze Woche über keine Zeit hatte, sich auszutauschen?

Man kann sich auch wunderbar beim gemeinsamen Kochen austauschen :wub:
Aber eigentlich geht es hier ja um die gebeutelten Bauern, die zur Zeit wirklich zu den Prügelknaben der Nation gemacht werden.,

Bearbeitet von idun am 22.10.2019 23:25:58
Zitat (Tortenhummelchen, 22.10.2019)
geht das auch bei unseren Lebensmitteln ???

Ja, gehen wir auf die Straße wegen der Lebensmittelverschwendung. Ich mach' mit!
Zitat (Golden-Girl, 22.10.2019)
Ja, gehen wir auf die Straße wegen der Lebensmittelverschwendung. Ich mach' mit!

schon mal 2 von

2 1/2 Millionen FM's

...eine schöne Basis

und wir haben alle schon das Medium zur Kommunikation - unser Forum

der Montag war "DDR" - der Freitag ist Aktuell Greta - nehmen wir die Mitte

....brauchen wir einen extra Verabredungs-Treat?

und wer kennt sich mit den anderen Plattformen aus? Facebook, Twitter...... da steh ich völlig auf dem Schlauch - meine Kids haben mir erst whatsapp programmiert - selbst da krieg ich die Anleitung immer noch mit Telefonat....nach dem Motto Mama jetzt drück mal den "Knopf"

Bearbeitet von Tortenhummelchen am 23.10.2019 01:12:23
Zitat (Tortenhummelchen, 23.10.2019)
schon mal 2 von

2 1/2 Millionen FM's


Das ist die Anzahl der Beiträge, die hier geschrieben wurden. User sind nur ein Bruchteil davon.

Aktuell sind es 106 343 Mitglieder :pfeifen:

Zitat (Binefant, 22.10.2019)
@Geierchen:

schon klar., dass das Leben dann etwas teurer ist. Aber wenn ich sehe, wie wenig Geld manche zur Verfügung haben, aber zum quarzen und saufen reicht es, dann frage ich mich, muss das sein? Wenn ich an der Kasse vor mir Leute sehe, die viel Tabak und Alkoholika haben, dazu Billig(fertig)futter, dann sind Tabak und Alkohol viel zu preiswert.

Und nein, es kann mir keiner sagen, dass gesund essen zu teuer ist. Ja, man muss planen, was man die Woche kocht. Ja, man muss sich mal umschauen, ja, man muss sich mit dem Essen und der Zubereitung auch beschäftigen. Und ggfs auch mal in größeren Mengen vorkochen und portioniert einfrieren / einkochen. Man muss saisonal denken (es muss nicht im Dezember frische Erdbeeren geben), dann kann man schon gut, gesund und günstig essen. Es muss - wie schon mal geschrieben - nicht immer Filetsteak sein, mal überspitzt gesagt. Aebr dazu muss man sich halt mal damit beschäftigen, was hat wann Saison, wie verarbeite ich Lebensmittel, wie koche ich frisch, wie kann ich gute und günstige Gerichte auf den Tisch bringen. Das konnten unsere Eltern und Großeltern, viele der jungen Generation ist dazu nicht mehr in der Lage.

Nur ein Beispiel aus meinem Bekanntenkreis: da ist ein junges Mädel steif und fest der Meinung, dass sie - sie bedient einen Thermomix und "kocht" nach guided cooking - wirklich superspitzenmäßig kochen kann. Aber gibt man ihr einen Topf, Kartoffeln und Wasser, hat sie keine Ahnung, wie sie feststellt, wann Kartoffeln gar sind und wie man das feststellen kann. Also kann sie zwar den TM bedienen, weiß aber eiegentlich gar nicht, was sie da tut bzw wie man ohne die "Krücke" kochen kann.

Da wundert es nicht, wenn diese Generation lieber zu Fertigprodukten greift, da steht dann ja bei, wie man es zubereitet. Und das ist genau die Generation, die dann alles billig, billig haben will, statt einen fairen Preis zahlen zu wollen.

@Binefant

Menschen die ein schmales Budget haben, setzen in der Regel andere Prioritäten...
Natürlich nicht alle, aber doch viele...
Bei manchen frei nach dem Motto : Vom Saufen wird man satt, aber vom Essen nicht besoffen...
Ich rede jetzt nur für mich, meine Priorität wäre beim schmalen Gelbeutel erstmal satt werden, ob das gesund ist oder nicht, wäre mir erstmal egal...
Und doch ist gesundes Essen teurer...
Siehe mein Bespiel im IN/OUT mit dem Kopfsalat...
Für das Geld, bekomme ich bei mir im Supermarkt 2 Dosen Dosenfutter, bei schmalem Geldbeutel, denkt da niemand nach...
Zumal ich ja für das Geld nur den Salat hätte...
Die junge Generation ist eine andere...
Wo früher die Hausfrauen zuhause waren und gekocht haben, gehen die Frauen jetzt arbeiten und das die nach einem stressigen Tag oftmals keine Lust mehr haben zu kochen, ist wohl nachvollziehbar...
Für die einen ist kochen Entspannung, für die anderen Arbeit...
Zuerst mal muß man mal herausfinden, was faire Preise sind und wer sich das dann leisten kann/möchte...
Imho ein großes Dilemma... :(


https://www.alnatura.de/de-de/ueber-uns/bio...atgutvermehrung

Auch noch ein großes Problem...
Zitat (Golden-Girl, 22.10.2019)
Ja, gehen wir auf die Straße wegen der Lebensmittelverschwendung. Ich mach' mit!

Da bin ich dabei.
Zitat (Jeannie, 22.10.2019)
Gibt es womöglich andere Prioritäten, wenn man die ganze Woche über keine Zeit hatte, sich auszutauschen?

So ist es bei uns. Keine Lust, den halben Vormittag mit Kochen zu verbringen. Und dann noch das ewige Aufräumen.
Ich kann zwar kochen, mach es auch, hab aber keinen Spaß daran. Gibt eben häufig was, ohne viel Aufwand, Auflauf, Nudeln ect.
Trotzdem mit frischen Zutaten. Dosen oder Assietten- iihh.
Zitat (Arjenjoris, 23.10.2019)
So ist es bei uns. Keine Lust, den halben Vormittag mit Kochen zu verbringen. Und dann noch das ewige Aufräumen.
Ich kann zwar kochen, mach es auch, hab aber keinen Spaß daran. Gibt eben häufig was, ohne viel Aufwand, Auflauf, Nudeln ect.
Trotzdem mit frischen Zutaten. Dosen oder Assietten- iihh.

Teilt ihr euch die Arbeit des Kochens und/oder Aufräumens nicht?
Als meine Kinder noch zuhause wohnten, haben wir es genossen am Sonnabend oder Sonntag zusammen zu kochen. Immer ganz ausgefallene Dinge und die jeweiligen Lebenabschnittgefährten wurden voll integriert. Wir hatten alle viel Spass dabei
Machen wir teilweise heute noch

Manchmal habe ich auch dicke - fast jeden Tag kochen...und das schon fast ein Leben lang.
Ruckzuck ist es aufgegessen. :ach:

Was dagegen mein Mann gebaut hat, kann man noch nach Jahrzehnten sehen.

Naja, die paar Jährchen halte ich noch durch. :D
Kann ja sonst nix anderes und sonst wäre es nicht mein Beruf geworden.

Zitat (Tessa@23.10.2019 19:55:35)
Manchmal habe ich auch dicke - fast jeden Tag kochen...und das schon fast ein Leben lang.
Ruckzuck ist es aufgegessen. :ach:

Was dagegen mein Mann gebaut hat, kann man noch nach Jahrzehnten sehen.

Naja, die paar Jährchen halte ich noch durch. :D

ist dein Mann denn immer noch schlank ??? :pfeifen: :pfeifen: :pfeifen:

Bearbeitet von Tortenhummelchen am 23.10.2019 20:05:17

Zitat (idun, 23.10.2019)
Teilt ihr euch die Arbeit des Kochens und/oder Aufräumens nicht?
Als meine Kinder noch zuhause wohnten, haben wir es genossen am Sonnabend oder Sonntag zusammen zu kochen. Immer ganz ausgefallene Dinge und die jeweiligen Lebenabschnittgefährten wurden voll integriert. Wir hatten alle viel Spass dabei
Machen wir teilweise heute noch

Doch, wir teilen uns rein. Mal der eine, mal der andere oder zusammen.
Ändert aber nichts daran, das wir beide das nicht zelebrieren, sondern einfach nur was ordentliches zum Essen auf den Tisch stellen.
Außerdem läuft es bei uns sowieso schon immer anders, durch die Schichtarbeit.
Am WE schläft Göga entweder bis fast zum Mittag oder er ist gar nicht da.

Bearbeitet von Arjenjoris am 23.10.2019 20:09:32
Zitat (idun, 23.10.2019)
Teilt ihr euch die Arbeit des Kochens und/oder Aufräumens nicht?
Als meine Kinder noch zuhause wohnten, haben wir es genossen am Sonnabend oder Sonntag zusammen zu kochen.

Das meinte ich mit "andere Prioritäten".

Wenn du das gemeinsame Kochen als entspannend erlebst / erlebt hast, muss das für andere Familien überhaupt nicht gelten.
Da entspannen Eltern und Kinder vielleicht auf dem Sportplatz, bei gemeinsamen Spieleabenden oder, oder , oder...
Jede Art von Freizeitgestaltung hat, nach einer stressigen Woche, ihre Berechtigung.
Zitat (Tortenhummelchen, 23.10.2019)
...ist dein Mann denn immer noch schlank ???  :pfeifen:  :pfeifen:  :pfeifen:

Er war noch nie dick und hat zu Glück keinen dicken Bauch.
Ich selber muss aufpassen, darum mache ich schon seit zweieinhalb Jahren IV 8/16.

Das mit den Landwirten tut mir leid.
Von wegen, der Markt wird schon alles regeln.

Ganz viele Bauern haben auch niemanden, der den Hof einmal übernehmen könnte.
Die Kinder haben gesehen, wie die Eltern sich geplagt haben und lieber einen andern Beruf ergriffen.
Zitat (Tessa_, 23.10.2019)
Ganz viele Bauern haben auch niemanden, der den Hof einmal übernehmen könnte.
Die Kinder haben gesehen, wie die Eltern sich geplagt haben und lieber einen andern Beruf ergriffen.

das gilt für viele Berufe: Gastronomie, Metzger, Bäcker, Handwerker...alle wollen Schreibtischjobs. Überhaupt auch Krankenpflege, Altenpflege, Erzieher...gibt keinen Nachwuchs, wird mies bezahlt und die Leute werden fehlen ohne Ende.

In unserem Städtchen gibts keinen Schlachter mehr. Hackfleisch gibts nur im Supermarkt oder beim Türken.
Zitat (Tessa_, 23.10.2019)
Er war noch nie dick und hat zu Glück keinen dicken Bauch.
.....

...und ich hatte so für dich gehofft, dass man deine gute Arbeit auch "jahrzehntelang" sehen kann :D
Zitat (Isamama, 23.10.2019)
das gilt für viele Berufe: Gastronomie, Metzger, Bäcker, Handwerker...alle wollen Schreibtischjobs. Überhaupt auch Krankenpflege, Altenpflege, Erzieher...gibt keinen Nachwuchs, wird mies bezahlt und die Leute werden fehlen ohne Ende.

In unserem Städtchen gibts keinen Schlachter mehr. Hackfleisch gibts nur im Supermarkt oder beim Türken.

Es ist schade, das all diese Berufe wegsterben.
Wir haben in RI zum Glück noch einen sehr guten Schlachter und es gibt Fleisch und Wurst bei den Hofläden von sehr guter Qualität.
Es ist aber auch zu verstehen, das die jungen Leute einfach nicht mehr bis zum Stiefelschaft in Kuhsch…. rumpusseln wollen bei den Dumpingpreisen, die sie von den Schlachthöfen angeboten bekommen.
Dann kommt noch dazu, das heute möglichst jeder Abitur machen will und dann natürlich den elterlichen Hof oder den Handwerksbetrieb nicht mehr übernehmen wollen.

Na dann mache ich mich mal unbeliebt:

Die Bauernschaft hat mein Mitgefühl, wenn es um mehr oder weniger sinnvolle Vorgaben aus der EU geht. Wobei wir bitte nicht vergessen sollten, dass jede einzelne einen guten Sinn verfolgt, zB zu den Themen Insektensterben, Klimawandel oder Gülleproblematik.

Aber die Bauernschaft ist mit dem Strukturwandel nicht allein! Es gibt Branchen, die haben keine starke Lobby. Da schließen reihenweise inhabergeführte Fachgeschäfte in kleinen oder mittleren Orten und da geht niemand für auf die Straße.
Selbst in Großstädten lohnt sich oft nur die 1a-Lage,100m davon entfernt ist es schon schlechter. Wo gibt es noch ein inhabergeführtes Schuhgeschäft [am besten mit Schuhmacherei] oder Herrenausstatter mit Schneiderei, von Tante Emma ganz zu schweigen.
Sicher kennen wir auch in diesen Branchen noch den einen oder anderen, aber früher gab es "alle Branchen" flächendeckend. Die sind weg! Einsam geschlossen! Oder Lobby und Treckerdemo!

Das Ganze hat System: Billig mit Hilfe von Chemie erzeugte Lebensmittel (Umsatz für die Agrochemie!) - kränkere Menschen - Ärzte, die nach Gebührenordnung sich die Zeit für Patienten nicht mehr nehmen können, sondern Pharmaprodukte verschreiben - mehr Umsatz für big Pharma - mehr Aufwand für Abwasserreinigung, höhere Gebühren - höhere Krankenkassenbeiträge - und so weiter.
Billige Lebensmittel sind teuer! Verarmte Bauern, verseuchte Böden, verseuchtes Wasser. Aber ein Geschäft. Für die, die der Gemeinschaft schaden, aber kaum Steuern zahlen, weil sie wissen, wie sie sie vermeiden.

13 Millionen Schweine schaffen es gar nicht bis zum Schlachthof.

Sie werden schon vorher getötet, weil sie krank sind und landen im Müll. hier
Dass das so ein Ausmaß angenommen hat, hätte ich nicht gedacht. Vielleicht sehen wir nur, was wir sehen wollen. :(

Bienefant vom 22.10. :
ich denke die Schulen wären wieder ein guter Vorreiter wenn sie Kochen und Hauswirtschaft /Ernährungslehre wieder anbieten würden . Nur dazu müssten es die Lehrerinnen auch noch/wieder können ...
Viele Eltern haben einfach nicht die Zeit richtig zu kochen und es dem Nachwuchs zu zeigen weil sie mitarbeiten müssen !
Früher verdiente der Mann genug um die Familie versorgen zu können und die Hausfrau hatte Zeit richtig zu kochen.....

Wir können Diskussionen hier führen von früher und heute , ändern können wir nichts , nur die Regierung , wenn sie sich mal mit den internen Problemen beschäftigen würde .

Wer Wissen haben möchte , wie es den Landwirten/Agrarökonomen (früher Bauer) wirklich geht , geht einfach mal auf dem Land entweder zu einem Landwirt oder zu einem Bauernladen .

Alles weiß ich auch nicht mehr , komme ebenfalls vom Hof . Mein Bruder hat ihn übernommen und vor einigen Jahren die Milchwirtschaft aufgeben müssen wegen zu geringem Erlös . Dann baute er mit einem Partner einen Schweinestall wo er Läufer (Schweine mit ca.5-10kg Gewicht) weiter mästet mit natürlichem geschroteten Getreide und sie verkauft mit 3-4 Zentner.
LG

Bearbeitet von Schnuff am 27.10.2019 11:58:23

@Binefant

Es gibt sicherlich Leute, die lieber ihr Geld für Zigaretten und Alkohol ausgeben, ich denke bloß, das die Mehrheit es sich nicht leisten kann anders als preiswert zu denken.
Bei mir kommt dazu, ich kann nicht vorkochen und einfrieren oder für die Woche alles vorbereiten, da ich im LKW nicht die Möglichkeit habe, es zu lagern oder eben zu kochen.
Also wird unterwegs etwas besorgt, was nicht unbedingt billig ist, aber auch dem Landwirt letztlich nicht zugute kommt, denn das Geld bleibt in der (Liefer)Kette hängen.

Den meisten ist es nicht möglich, Gutes - dafür weniger - zu kaufen, egal ob Fleisch oder Gemüse (das nämlich auch nicht billig ist. Die Familie muss auch mit wenig Geld satt werden.

Das Problem in Deutschland liegt darin, das die kleinen Leute immer mehr ausgepresst werden, damit die Bonzen/Lobby sich weiteres Geld in die Taschen stecken können.
Das spiegelt sich auch in der Politik wieder, wo uns immer wieder neue oder höhere Steuern/Sozialabgaben aus den Rippen gezogen wird, wobei sich die Politiker auch noch genug in die Taschen füllen.

Verständnis habe ich durchaus, allerdings gehöre ich zu der am wenigsten geachteten, dafür am meisten gehassten Berufsgruppe der LKW-Fahrer/innen an (die mit einem Streik leider nicht die Strassen blockieren dürfen), finanziell aber ebenso an unterster Stelle stehen.

LG

Bearbeitet von byheks am 27.10.2019 14:09:42

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