Panik-Attacken / Angskrankheit


Vielleicht bekomme ich hier ein paar Tipps, Hilfe, Erfahrungsberichte:

Mein Lebenspartner (wir leben in einer Fernbeziehung), leidet schon seit langer Zeit unter Panikattacken, Angszuständen, dauernder innerer Unruhe.
Letztes Jahr war er für mehrere Wochen stationär in einer darauf spezialisierten Uniklinik zur Therapie.
Die Situation war damals so, dass er weder Bus, Zug, Flieger benutzen konnte, über keine Brücke gehen konnte, Höhenangst und und und. Sein Leben war / ist völlig eingeschränkt.
Damit auch UNSER Leben.

Nach der Therapie konnte er zumindest wieder Zug fahren, Busse benutzen.
Und er schien auch ausgeglichener, fröhlicher, dem Leben zugewandter.

Doch seit mehreren Wochen geht es steil bergab - es geht ihm gar nicht gut. Und diese Krankheit hat ihn voll im Griff. Er ist gerade dabei sich selbständig zu machen und bekommt irgendwie nichts auf die Reihe - weil seine ganze Kraft dafür gebraucht wird, die Panikattacken zu beherrschen.

Er ist in Therapie, 1x die Woche. Jetzt soll noch Verhaltens- / Bewegungstherapie dazukommen. Die Therapeutin hat bereits wieder von Tagesklinik gesprochen ...

Es ist eine enorme Belastung. Für ihn, für mich.

Kennt jemand diese Krankheit, dieses Krankheitsbild - und was kann man tun? Was hat geholfen? Was kann man probieren? Wie kann man als Partner helfen?

Danke im voraus für die Hilfe!

Liebe Grüsse
Augenblick

Bearbeitet von Augenblick am 17.05.2006 18:02:00


Es ist schwer, so aus der Ferne etwas dazu zu sagen.

Ich weiss nur, dass dein Freund damit nicht alleine ist. Ein Kollege von mir hatte das auch mal. Er träumte davon, wie er seine Kinder umbringt, konnte dann nicht mehr arbeiten (ist Dekan an einer FH). Wir haben damals oft geredet. Er konnte sich einfach nicht erklären, woher das kommt.

Ich denke, das Beste ist wieder eine stationäre Theraphie, um die Situation zu stabilisieren und dann Tagesklinik und immer wieder üben, üben, um die Ängste zu überwinden.

Ich kann mir vorstellen, wie schwer die Situation für dich ist, aber wenn du ihm etwas hilfst, dann kann er sich bestimmt auch wieder selber helfen.


Vielleicht sollte er es nochmal erwägen Stationär deshalb in der Therapie zu gehen . Sollte das nicht möglich sein wären evtl. Gesprächstreffen mit Leidensgenossen vielleicht eine Erleichterung ?-manchmal hilft es ja wirklich wenn man merkt das man mit dem Problem nicht alleine steht und Rückfälle nach einer Therapie nicht ungewöhnlich sind -das heißt ja noch lange nicht das es deshalb nicht mehr möglich ist diese Ängste zu verlieren für immer.


Ich kenn das leider auch alles.Ich hab diese Panikattacken schon seit 3 Jahren und hab auch eine Therapie gemacht.Mir hat es sehr geholfen obwohl ich immer noch nicht ganz die Krankheit überwunden habe.
Überwiegend kann man sich nur selbst helfen und die Therapie unterstützt einen nur aber die Kraft sich von der Panik zu lösen muß man allein haben.
Ich muß heute noch üben in die Stadt zu gehen und zu Ärzten oder auch nur zum Friseur.
Gerade heute hab ich wieder ein Termin beim Arzt zu einer nomalen Untersuchung aber ich bin jetzt schon aufgeregt und unruhig und hab einfach nur Angst.
Ich kann dir ein Buch empfehlen das den Nichtbetroffenen einen Einblick in diese Angst gibt.
In dem Buch wird die Lebensgeschichte von einem Mann beschrieben der auch Panikattacken hatte.Er hat das Buch geschrieben so wie er die Krankheit erlebt hat.
Das Buch heißt Apunkt von Peter Oehlerking.
Ist aber kein medizinisches Buch sondern zeigt genau wie man sich als Betroffener fühlt.
Ich wünsche Euch Beiden sehr viel Kraft.


Hallo Augenblick,

vielleicht hilft Dir dieser Artikel ein bisschen weiter, was das Verstehen von Angst- und Panikattacken angeht.

Inwieweit Du Deinem Partner helfen kannst, da Ihr in einer Fernbeziehung lebt, ist schwierig zu sagen. Aber auf jeden Fall hilft es den Erkrankten sehr, wenn sie spüren, dass sie nicht auch noch allein gelassen werden. Also sei für ihn einfach nur da.
Da er in Therapie ist, denke ich, dass die professionelle Seite damit abgedeckt ist. Wenn er etwas üben soll, kannst Du ihm unterstützend zur Seite stehen, ihn aber nie zwingen, die Übung durchzuhalten, wenn er ersichtlich nicht mehr kann.
Möglicherweise wäre es auch zu überlegen, ob Du mal zu einer Therapiesitzung mitgehen kannst, damit Dir die Therapeutin sagen kann, welche Hilfe außerhalb der Sitzungen sinnvoll wäre.

Es gibt übrigens spezielle Angstkliniken. Ich weiß nicht, ob eine Uni-Klinik (trotz Fachabteilung) da so das Richtige ist. :huh:
Du kannst Dich ja mal umhören, welche Kliniken gut sind. Vielleicht hilft das Deinem Freund ja auch...

Bearbeitet von mad cook(y) am 17.05.2006 11:28:57


In so kurzer Zeit so viele Antworten - TUT DAS GUT!

Ich werde mir all diese Ratschläge zu Herzen nehmen. Mich durchlesen.
Anfügen möchte ich noch, dass mein Schatz in einer speziellen Angstklinik war (Dortmund).

Erstmal herzlichen Dank! Ist mir wirklich eine Hilfe.

Grüsschen aus der Schweiz
Augenblick


Moderater Ausdauersport hilft gegen Depressionen und auch Angststörungen, da dadurch ähnliche biochemische Prozesse ausgelöst werden wie durch die entsprechenden Medikamente. Außerdem ist die Rückfallquote geringer als bei Medikamentengabe. Unterstützend ist eine Therapie sehr sinnvoll.


Ich habe zwar keine Angstattacken, leide aber schon seit meiner Kindheit an Ligyrophobie - das ist die Angst vor Knallgeräuschen. Sobald ein Luftballon im Raum ist, möchte ich am liebsten rausgehen oder den Ballon entfernen. Viele können das überhaupt nicht verstehen und früher musste ich viele Hänseleien ertragen.
Man kann einem Phobiker bezüglich seiner Angst NICHT sagen, "Das verstehe ich nicht" oder "Das ist Unsinn, wie kann man vor so etwas Angst haben?" Der Phobiker weiß, dass es unsinnig ist, aber hat die Angst trotzdem.
Einfacher wird es für den Phobiker nur, wenn die Außenwelt einfach akzptiert, dass er diese Angst hat und ihm Verständnis entgegen bringt.
Ich denke du solltest deinen Freund in jeglicher Hinsicht unterstützen ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft.

Bearbeitet von silke am 18.05.2006 12:15:45


hallo,

ich hab ziemlich viel mit dem panikattacken und angstzuständen zu tun, mir hat neben fachliteratur und therapeutischer unterstützung dieses forum sehr geholfen:
http://www.psychotherapiepraxis.at/forum/index.php
viel erfolg :)


Zitat (Augenblick @ 17.05.2006 - 10:55:12)
Vielleicht bekomme ich hier ein paar Tipps, Hilfe, Erfahrungsberichte:

Mein Lebenspartner (wir leben in einer Fernbeziehung), leider schon seit langer Zeit unter Panikattacken, Angszuständen, dauernder innerer Unruhe.
Letztes Jahr war er für mehrere Wochen stationär in einer darauf spezialisierten Uniklinik zur Therapie.
Die Situation war damals so, dass er weder Bus, Zug, Flieger benutzen konnte, über keine Brücke gehen konnte, Höhenangst und und und. Sein Leben war / ist völlig eingeschränkt.
Damit auch UNSER Leben.

Nach der Therapie konnte er zumindest wieder Zug fahren, Busse benutzen.
Und er schien auch ausgeglichener, fröhlicher, dem Leben zugewandter.

Doch seit mehreren Wochen geht es steil bergab - es geht ihm gar nicht gut. Und diese Krankheit hat ihn voll im Griff. Er ist gerade dabei sich selbständig zu machen und bekommt irgendwie nichts auf die Reihe - weil seine ganze Kraft dafür gebraucht wird, die Panikattacken zu beherrschen.

Er ist in Therapie, 1x die Woche. Jetzt soll noch Verhaltens- / Bewegungstherapie dazukommen. Die Therapeutin hat bereits wieder von Tagesklinik gesprochen ...

Es ist eine enorme Belastung. Für ihn, für mich.

Kennt jemand diese Krankheit, dieses Krankheitsbild - und was kann man tun? Was hat geholfen? Was kann man probieren? Wie kann man als Partner helfen?

Danke im voraus für die Hilfe!

Liebe Grüsse
Augenblick

Hallo Augenblick,

ich habe genau diese Panikattaken fast 20 Jahre lang gehabt. Bin aber auch nicht zum Arzt oder in eine Therapie damit gegangen. Ich hatte immer Angst zu sterben, bekam dann natürlich auch Herzrasen, Schweißausbrüche usw. die sobald ich zu Hause waren wie weggeblasen waren. Bus fahren oder ähnliches war für mich unmöglich. Dann habe ich im Fernsehen mal eine Therapeutin mit einem Patienten gesehen und dieser musste sich in genau die Situation begeben, vor der er Angst hatte.
Das habe ich in kleinen Schritten auch gemacht und heute kann ich wieder überall hingehen, Bus fahren usw.

Ich hoffe Deinem Lebenspartner wird geholfen. Das es einige Zeit dauern wird, dürfte wohl jedem klar sein, aber es ist zu schaffen. Wer weiß das besser als ich. Die Zeit war grausam. Muss noch dazu sagen, dass ich körperlich absolut gesund war.

LG Usch :trösten:

auch ich kenne das gefühl der angst - gut genug....ich hoffe, dein freund wird damit fertig und kann die angst überwinden. mir hat es immer geholfen, in die rolle des beobachters zu schlüpfen,sobald ich merkte, dass ich wieder angst bekam. durch viele liebe leute die mir mut zugeredet haben (vor allem hier bei FM ---> hier ), habe ich gelernt damit umzugehen und mich so langsam den ängsten zu stellen. ganz sind sie nicht weg - ich glaube das werden sie auch niemals sein, aber momentan gehts doch ganz gut.
ich wünsche dir und deinem freund das allerbeste :trösten:


Hallo Augenblick,

erstmal möchte ich Dir sagen, dass ich es schön finde, dass Du hier schreibst um deinen Partner zu helfen und zur Seite zu stehen.

Ich selbst, leide auch an Panickattacken/Angststörungen/Depressionen.

Eine Therapie habe ich jedoch nicht gemacht. Ich habe immer versucht, mit Hilfe meiner Eltern bzw. meines Vaters, er hat das auch, aus diesem Teufelskreis wieder herauszukommen.

Bei mir fing das damals an, als ich 17 Jahre alt war. Von ein auf den anderen Tag. Diese Panickattaken, verbunden mit Depressionen, haben damals eine gute Woche angedauert, aber richtig angedauert, so dass ich auch Nachts nicht schlafen konnte und ich fix und foxi war.

Ich habe mich damals, von meinem Hausarzt durchchecken lassen. Ergebnis war natürlich, dass ich völlig gesund bin, und dann ging es wieder aufwärts. Tabletten wollte ich nieeeeeeee nehmen. Die Angst, dass die Angst von diesen Tabletten oder nach diesen Tabletten noch schlimmer wird, als sie eh schon war, war zu groß.

Dann war wieder eine Zeit lang ruhe, hatte positive Energie um es mal so auszudrücken und Spass am Leben, habe mir Ziele gesetzt, keine großen, sondern immer kleine Ziele, und es ging aufwärts. Doch leider, kamen die Panickattacken verbunden mit Depressionen dann jedes mal wieder. Immer so ein Abständen von ein paar Monaten. Dann hatte ich mal 1 1/2 Jahre ruhe, und dann fing das wieder an.

Meine letzte Panickattacke, wo auch nichts mehr ging bei mir, war im Jahr 2004 gewesen. Ich war mit meiner Ausbildung fertig, bin zur Ruhe gekommen, da ich nichts mehr zu lernen hatte etc. und zack, waren sie da. Tja, fast ganze drei Wochen hatte ich damit zu kämpfen.

Den ganzen Tag im Büro zu sitzen, war die Hölle, hatte im Gefühl, dass ich den Weg zur Arbeit oder nach Hause nicht schaffte. Musste manchmal ein paar Anläufe nehmen, um das hinzubekommen. Längere Zeit an einem Ort sein, war schwierig. Entspannt auf dem Sofa liegen, war nicht möglich, entspannt im Bett zu liegen, war nicht möglich. Es ist einfach schlimm sowas.

Aber schlimm war auch für mich, wenn die Leute nicht verstanden haben, was man hat. Viele haben zu mir gesagt, "stell dich nicht so an" oder "man kann sich auch anstellen" oder "für sowas hab ich kein verständnis" oder "was ist dass den für eine". Ich habe dann den Menschen zu verstehen gegeben, dass, wenn sie sowas nicht selber kennen, es auch nicht verstehen können, wie schlimm diese Angst ist, die man hat. Deswegen finde ich es auch so schön, dass Du dir Rat suchst.

Etwas lang geworden meine Geschichte, hoffe, dass ich Dich/Euch nicht damit gelangweilt habe, aber ich finde, man kann ruhig bei so einem Thema auch seine eigenen Erfahrungen schreiben.

Tipps kann ich dir leider keine richtigen auf den Weg geben. Kann dir einfach nur raten, deinem Freund beizustehen. Auch wenn er vll. mit Abwesenheit oder halt gefühlslos dir gegenüber treten sollte, so meint er das nicht so (weiß ja nicht ob er das macht, wenn er seine Angstzustände hat). Das ist bei mir auch, ich bin dann meinem Freund zum teil richtig abweisend gegenüber, mag es nicht in den Arm genommen zu werden, weil ich mich dann zum Teil eingeschlossen fühle etc.

Was mir aber manchmal hilft und mich etwas zur Beruhigung bringt ist, wenn man meine Hand einfach hält. Einfach halten.

Sei einfach für deinen Freund da. Ich hoffte, dass er bald angstfrei, bzw.. in größeren Abständen angstfrei leben kann. Ich wünsche Euch, aber auch deinem Freund viel Kraft.

Ich habe das Glück, dass ich jetzt seit 1 1/2 Jahren ruhe hab von Angstzuständen. Hoffe, und ich danke jedem Tag, an denen ich diese Angstzustände nicht habe.

Herzliche Grüße,
Vanessa


Ich hätte nie gedacht, dass so viele Menschen mir antworten, erzählen und raten würden. Ganz ganz herzlichen Dank!!!

Hat mir gut getan von diesem Erfahrungen zu hören.
Wir werden auf jeden Fall zusammenhalten und den Weg zur Besserung gemeinsam verfolgen.

Ein Post ist mir besonders aufgefallen hier - und hat mich berührt - nämlich, dass Partner von Panik-Patienten manchmal "aussen vor" sind, man in manchem Momenten irgendwie "überflüssig" ist, obschon man es gar nicht ist.
Aber der Betroffene hat in einer Akutsituation derart mit sich und dem Moment zu kämpfen, dass alles drum herum zuviel ist, wie ausgeklickt wird.
Dass ist manchmal nicht leicht auszuhalten.

Ich bin momentan selber in keiner ganz leichten Situation - mitten in einer zermürbenden Scheidung, arbeite durchschnittlich 13 und oft mehr Stunden am Tag, habe 2 Jungs - einen davon in einer Einrichtung, weil er massivste psychische Probleme hat (der Vater war mal ein toller Vater - und seit er weg ist, fragt er nicht einziges Mal nach seinen Kindern...beide Kinder leiden sehr).
Mein Schatz ist zwar immer offen für miene Anliegen, interessiert sich um meine Sorgen - aber wenn es ihm nicht gut geht, dann ist es für mich nicht möglich, meine Sorgen AUCH noch zu deponieren. Glaube, würde ihn dann auch überfordern.

Muss manchmal mit meiner Kraft ganz schön haushalten.

Deshalb hat mir dieser Hinweis gut getan, dass man so "Abwesenheiten" des Partners nicht persönlich nehmen darf. Ich weiss es mittlerweilen auch und probiere damit umzugehen, klappt im Grossen und Ganzen gut.
Trotzdem ist es nicht immer ganz easy.

Hat es hier vielleicht auch PartnerInnen von Panik-Patienten, welche mir von ihren Erfahrungen berichten können?

Liebe Grüsse und vielen Dank euch Allen
Augenblick


Hallo Augenblick,
auch ich kann leider nur aus der Sicht einer Betroffenen schreiben, aber vielleicht hilft es Dir ja, wenn ich schreibe, wie mein Umfeld damit umgegangen ist. Bei mir fing es nach einer Krankheit vor 10 Jahren an und seitdem kommt das immer mal wieder, im letzten Jahr war es sogar so heftig, dass ich mich kaum noch getraut habe zur Uni oder bspw einkaufen zu gehen.
Das wichtigste ist, das nicht vollends zu berücksichtigen. Rede mit Deinem Freund, frag ihn, wie er sich dann fühlt und probiert aus, wie es ist, wenn Du ihm in einer solchen Situation gut zuredest und ihm erklärst, warum er sich keine Sorgen machen muss. Verstehen wirst Du das nicht, diese Angst ist völlig irrational. Es hilft jedoch, wenn man das Gefühl hat, ernst genommen zu werden. Mach ihm klar, dass er sich genau diesen Situationen aussetzen muss und wenn er denkt, dass er nicht mehr kann, wenn es ganz schlimm ist, dann wird es auch schon besser, denn diese Angstattacken verlaufen immer in einer Kurve. Du musst viel Einfühlungsvermögen entwickeln um zu bemerken, wann Du hart bleiben musst und wann es besser ist, nachzugeben. Ich wünsche Euch beiden auf jeden Fall alles Gute!
:blumen:


Unser Nachbar hatte das auch. Hat sich konventionell behandeln lassen - auch stationär- und schließlich umgebracht.

Ich würde auch unkonventionelle Therapien ins Auge fassen.

Auch Rückführungen können da wirklich weiterhelfen. Denn manche Phobie kommt aus einem früheren Leben, und natürlich kommt man dann nicht so leicht auf den
wahren Grund. Bei mir wars so.

Konfrontationstherapie ist auch hilfreich.

Viel Glück! :blumen:


hey,augenblick....wie gehts dir / euch denn im moment, ist alles klar? :unsure:
:blumen:


Vor allen Dingen würde ich Dir empfehlen, so viele wie möglich Therapiestunden mitzumachen. Es ist hier schon angeklungen, wie schwer es für die Partner oder Angehörigen ist, dabei mitzukommen. Ich war als Depri lange genug stationär in einer Klinik, zusammen mit Schnibblern, Süchtlingen, und Angstlern. Und bei allen war es eines der Hauptprobleme, dass die Partner und die Angehörigen nicht damit klar kommen. Als ob wir Depris uns nicht gerne freuen würden. Als ob es den Schnibblern Spass machen würde, an sich herumzuschneiden. Die Süchtlinge würden viel lieber ihr Geld für etwas anderes ausgeben. Und die Angstler würden soo gerne einmal Bus fahren. WIR VERSTEHEN ES DOCH SELBER NICHT! Wie sollen das denn dann die anderen verstehen?! Und es wird viel zu wenig darauf geachtet, dass die auch lernen, damit umzugehen. Sehr viele von uns hatten gegen Ende der Therapie kein Umfeld, keine Familie, keine Freunde mehr, zu denen sie zurückkommen konnten. Ohne unsere Familien- und Paartherapeutin hätten wir es auch nicht geschafft. Pass auf, dass das nicht an Dir vorbeirauscht.


Gruß,
MEike

Bearbeitet von MEike am 27.11.2007 08:58:54


MEike, ich auch! Es gibt auch Gesprächsgruppen für Betroffene und deren Angehörige, wie zB. EA, Emotions Anonymus, für Leute, die Probleme haben, Gefühle auszuleben, und deren Angehörige. Gesprächsgruppen für Angstler gibts viele, hängen bei fast jedem Hausarzt aus, und das ist die Adresse Nr 1, wo man fragen sollte. Adresse Nr 2 ist der nächstbeste Psychodoc, Adresse Nr 3 ist Sozialpsychologische Dienst, gibts in jeder grösseren Stadt, und wenn die es nicht wissen, weiss es keiner. 'ne Freundin von mir hat in unserer Kirche einen Kreis für Eltern und Partner von ADSlern gegründet, in einer lebendigen Kirche Deiner Umgebung findet man bestimmt was.


Gruß,
MEike

Bearbeitet von MEike am 27.11.2007 08:52:04


@ MEike: wie oben schon genannt ...
das hier könnte was sein

oder
auch das hier

liebe grüße,
xanthya


Hallo - Ihr redet alle über das was ist - was mache ich mit meiner Freundin/Kollegin, die vorher alles im Internet raussucht (Depressionen - welche Anzeichen - Globus im Hals, Verspannungen im Halsbereich, drohende Ohnmächte) und die dann zum Arzt geht und ihm genau diese ganzen Sachen sagt - sie ist heute zum Arzt beordert worden, um Depressiva zu bekommen. Ist dieses nun eingebildet? Will sie Aufmerksamkeit, hat sie Probleme, mit denen sie nicht fertig wird, hat sie Verlustängste? Ich stehe voll doof da - denke, dass kann es nicht sein - das hat sie mir doch alles im Internet gezeigt - warum hat sie jetzt genau diese Anzeichen ? Oder sagt sie die Wahrheit - ist es wirklich so? Ich bin jedenfalls total verzweifelt, weil ich nicht weiss, wie ich ihr helfen soll. Ihre Lebensumstände sind nicht die besten - verlassen bzw. rausgeworfen worden von Freund - sich eine neue Wohnung gesucht - zwischendurch aber einen neuen kennengelernt - die Wohnung genommen - die Wohnung wurde aber gemieden - dann Auszug - Einzug bei ihrem neuen Freund - Hund angeschafft - Renoviert wie blöde - nun baldiger erneuter Umzug in eine größere Wohnung. Zwischendurch Tod des Opas (von dem sie aber nicht sonderlich gut sprach) und nun der Tod des Onkels (von dem sie nieeeeeeeeeee sprach). Ist es ihr alles zuviel - braucht sie Spaßmacher, um gut leben zu können? Ich verstehe die Welt nicht mehr - würde ihr aber gerne helfen - aber wie?


Was Gitta1 schreibt:

Das erinnert an die Situation, wo in der Lokalzeitung breiter über eine bestimmte Befindlichkeitsstörung berichtet wird, und am nächsten Tag die Praxen voll sind mit Leuten, die vorgeben, genau diese Befindlichkeitsstörung (möglichst noch "seit Wochen") zu haben.
Regelmäßig.


Ohhh - mein Thread geht ja weiter! :P
Danke erneut für die Antworten - alles hilft.

Momentan ist eine sehr schwierige Situation, seine Panikattacken rauben ihm schier alle Kraft. Er hat jetzt nebst wöchentlicher Therapie auch einer medikamentösen Behandlung zugestimmt - sprich Antidepressiva. Zudem wird er ab Ende Juni auch noch Bewegungstherapie machen.
Die Medis nimmt er seit 5 Wochen. Ich merke eigentlich nicht gross Veränderung bisher, ausser, dass er noch kaputter, müder ist. Es kommt nun sogar eine Lustlosigkeit dazu, die ganz atypisch für ihn ist.
Er ist müde wenn er am Morgen aufsteht, müde den ganzen Tag und fällt Abends ins Bett und ist weg.

Betreffend Therapiestunden: Ich habe mich schon oft angeboten dabeizusein, mitzuhelfen. Ich denke eben auch, dass das Umfeld einbezogen werden müsste. Aber da stosse ich auf Granit.
Es wurde selbst ihm empfohlen, mir von den Therapiestunden nichts zu erzählen - das sei ganz persönlich und nur seine Angelegenheit.
Ich kann so eine Aussage nicht nachvollziehen - denn ich leide doch ziemlich mit, hätte da auch meine Fragen und Beobachtungen, meine Ansichtsweisen und Empfindungen, welche meiner Meinung nach durchaus in die Therapie einfliessen müssten.
Eine befreundete Therapeutin versteht diesen Punkt auch nicht - sie arbeitet mit all den betroffenen Menschen zusammen. Und ein Partner ist nicht minder betroffen als der Betroffenen selber - dies kann ich nach all der Zeit mehr als nur bestätigen.

Ich fühl mich oft "draussen stehen gelassen" - darf einzig und alleine verstehen, muss Toleranz aufbringen, mich den Situationen anpassen.
Doch reden tut Keiner mit mir.
Ja klar, mein Freund schon. Aber er kann eben nur in der Rolle der Patienten reden. Er erzählt mir auch ein wenig aus der Therapie - aber eben, er hat die Weisung dies möglichst dosiert zu tun, am besten eben gar nicht.
Muss ich das verstehen?

Ich habe das Gefühl, es geht gar nicht vorwärts. Und ich bringe weiss Gott viel Geduld auf. Komme mir manchmal schier als Störfaktor vor, der zusätzlich Zeit und Kraft raubt. Ich erzähle zur Zeit schon gar nichts mehr von meinen Angelegenheiten ... wie wollte mein Schatz da noch ein Ohr für haben? Selbst wenn er möchte ... er ist sehr liebevoll ... er kann nicht!

Ach Mensch .....

Liebe Grüsse euch Allen - und fleissig weiterschreiben. Ich bin dankbar dafür!!

Augenblick


Juves Trainer hat das selbe Problem - und ist aus dem Fenster gesprungen.


Zitat (Ingeborg @ 28.06.2006 - 08:39:02)
Juves Trainer hat das selbe Problem - und ist aus dem Fenster gesprungen.

Was soll das denn?? Also sorry - soll das jetzt aufbauend sein?? :wacko: Solche Kommentare sind doch so nützlich wie Kopfweh.

:wallbash:

Das finde ich auch es ist schlimm genug wenn ein unter Panik-Attacken / Angskrankheit leidet.
Dar bekommt man noch mehr angst wenn man das liest.


das was gitta beschreibt läuft eher auf hypochonderie hinaus.

aus dem wikipedia

Zitat
Als Hypochonder wird ein Mensch bezeichnet, der übermäßig um seine Gesundheit besorgt ist und geringfügige Körpersignale als Ausdruck schwerer Erkrankungen interpretiert. Eine übertriebene Selbstbeobachtung führt oft zu häufigen Arztbesuchen, wobei auch ausführliche und wiederholte Untersuchungen keine körperliche Ursache der Beschwerden ergeben.

Augenblick, habe leider keinen guten Rat für Dich und Deinen Liebsten.
Kann Euch nur wünschen, dass es besser wird und Du nicht verzweifelst.
Ich denke dieses Problem lässt sich auch nicht kurzfristig lösen und Du wirst noch jede Menge Kraft brauchen. Und die wünsch ich Dir und Deinem Freund.
Ganz liebe Grüsse Tweetie.


Zitat (DasMännle @ 28.06.2006 - 12:22:18)
Zitat (Ingeborg @ 28.06.2006 - 08:39:02)
Juves Trainer hat das selbe Problem - und ist aus dem Fenster gesprungen.

Was soll das denn?? Also sorry - soll das jetzt aufbauend sein?? :wacko: Solche Kommentare sind doch so nützlich wie Kopfweh.

:wallbash:

Ich finde das auch nicht besonders aufbauend. Dann lieber gar nichts zu dem Thema schreiben als sowas *koppschüddel*

Bearbeitet von Rheingaunerin am 28.06.2006 13:53:42

Zitat (Augenblick @ 28.06.2006 - 06:57:13)
Momentan ist eine sehr schwierige Situation, seine Panikattacken rauben ihm schier alle Kraft. Er hat jetzt nebst wöchentlicher Therapie auch einer medikamentösen Behandlung zugestimmt - sprich Antidepressiva. Zudem wird er ab Ende Juni auch noch Bewegungstherapie machen.
Die Medis nimmt er seit 5 Wochen. Ich merke eigentlich nicht gross Veränderung bisher, ausser, dass er noch kaputter, müder ist. Es kommt nun sogar eine Lustlosigkeit dazu, die ganz atypisch für ihn ist.
Er ist müde wenn er am Morgen aufsteht, müde den ganzen Tag und fällt Abends ins Bett und ist weg.

Betreffend Therapiestunden: Ich habe mich schon oft angeboten dabeizusein, mitzuhelfen. Ich denke eben auch, dass das Umfeld einbezogen werden müsste. Aber da stosse ich auf Granit.
Es wurde selbst ihm empfohlen, mir von den Therapiestunden nichts zu erzählen - das sei ganz persönlich und nur seine Angelegenheit.
Ich kann so eine Aussage nicht nachvollziehen - denn ich leide doch ziemlich mit, hätte da auch meine Fragen und Beobachtungen, meine Ansichtsweisen und Empfindungen, welche meiner Meinung nach durchaus in die Therapie einfliessen müssten.
Eine befreundete Therapeutin versteht diesen Punkt auch nicht - sie arbeitet mit all den betroffenen Menschen zusammen. Und ein Partner ist nicht minder betroffen als der Betroffenen selber - dies kann ich nach all der Zeit mehr als nur bestätigen.

Ich fühl mich oft "draussen stehen gelassen" - darf einzig und alleine verstehen, muss Toleranz aufbringen, mich den Situationen anpassen.
Doch reden tut Keiner mit mir.
Ja klar, mein Freund schon. Aber er kann eben nur in der Rolle der Patienten reden. Er erzählt mir auch ein wenig aus der Therapie - aber eben, er hat die Weisung dies möglichst dosiert zu tun, am besten eben gar nicht.
Muss ich das verstehen?

Ich habe das Gefühl, es geht gar nicht vorwärts. Und ich bringe weiss Gott viel Geduld auf. Komme mir manchmal schier als Störfaktor vor, der zusätzlich Zeit und Kraft raubt. Ich erzähle zur Zeit schon gar nichts mehr von meinen Angelegenheiten ... wie wollte mein Schatz da noch ein Ohr für haben? Selbst wenn er möchte ... er ist sehr liebevoll ... er kann nicht!

Ach Mensch .....

Liebe Grüsse euch Allen - und fleissig weiterschreiben. Ich bin dankbar dafür!!

Augenblick

Das sind die Medikamente, Augenblick, die ihn so schlapp, träge und Lustlos machen. Meist tritt sogar noch übermäßiger Durst auf.

Möchte dein Freund nicht das du mit zur Therapiestunde gehst?
Das könnte gut sein das er dich damit nicht belasten möchte bzw er nicht möchte das du siehst wie "machtlos" er während diesen Stunden ist. Ich würde versuchen seinen Wunsch zu akzeptieren, frag ihn zwischendurch mal wie es war, was der Therapeut gesagt hat usw usw...., aber nur dann wenn du merkst das er positiv gestimmt ist. Ansonsten kannst du da schnell das Gegenteil bewirken. Direkt nach der Stitzung würde ich das Fragen vermeiden. Er erzählt es dir bestimmt schon wenn er sich dazu in der Lage fühlt, schließlich weiß er ja was er an dir hat ;) und das du zu ihm stehst :blumen:

Find ich übrigens toll das du dich so verhälst.

Was ich allerdings komisch finde ist das er dir nicht von den Stunden erzählen soll .... warum?.... ??? Mir kommt das so vor als hätten sie was "zu verbergen". Kann diese befreundete Therapeutin da nicht mal nachhaken an was es liegen könnte? Ich würde mir da an deiner Stelle auch Gedanken machen. Normal werden da schon die Angehörigen mit einbezogen, ist ja auch wichtig für einen positiven Therapieverlauf. Es sei denn der Betreffende möchte es nicht, daher oben meine Frage ;)

Kann mir gut vorstellen was in dir vorgeht. Du musst deine Ängste und Sorgen alleine mit dir ausmachen, dein Freund kann dir momentan nicht die Stütze sein die du nötig hättest oder dir wünschst.
Gib ihm Zeit, sowas geht nicht von heute auf morgen. Er ist darauf angewiesen das du ihn in allen Situationen so gut wie es geht unterstützt. Vielleicht kann dir/euch die befreundete Thearpeutin ja bischen unter die Arme greifen. Dann hast du auch mal jemanden bei dem du dich aussprechen kannst und bekommst kompetente Hilfe.

Hier hat auch jeder ein offenes Ohr für dich ;) Kopf hoch, Augenblick, es kommen garantiert wieder bessere Zeiten, nur das dauert etwas :blumen:

Meine Lieben hier!

Tat wieder mal sehr gut eure Antworten zu lesen - und viele davon haben mir auch in dem Sinne weitergeholfen, als dass ich einfach das Gefühl bekomme, hier angehört, wahrgenommen zu werden - und dass man sich mit mir Gedanken macht.

Weiter bin ich - sind wir im Augenblick keinen Millimeter. Im Gegenteil, die Attacken nehmen massiv zu, die Müdigkeit wird schlimmer und schlimmer - die Spirale deht sich schneller. Und ich habe keine Ahnung, wann und wie sie endet.

Dazu Ganze dazu noch vor dem Hintergund, dass in seinem Leben eigentlich mehr als Alles absolut perfekt läuft. Da kommen nur positive Nachrichten und die Zukunft sieht glänzend aus. Sowohl beruflich wie auch bei uns. Dies macht ihn ja auch so fertig - lauter gute Dinge passieren - doch er hat nicht mal die Kraft sich darüber zu freuen.
Seine Therapeutin weiss auch nicht mehr weiter...

Ist machmal so extrem schwierig damit umzugehen - weil er oft derart down ist, dass ich das Gefühl habe, jedes Wort von mir ist zuviel.
Habe kürzlich mal unseren Urlaub angesprochen ... ich hörte schon an der Stimme, welch Unbehagen es ihm bereitet dass ich nun "auch noch" damit komme.
Wir sind 3 Jahre zusammen - und jeder Urlaub ist infolge Panik-Attacken ins Wasser gefallen. Ich hatte in 3 Jahren noch keinen Tag Urlaub mit meinem Schatz. Dabei wollten wir Beide doch sooo gerne. Er mindestens so gerne wie ich.
Planen lässt sich schon mal gar nichts - und ich spüre es - auch wenn er es nicht so ganz direkt sagt .. die Chancen stehen schlecht, dass es dieses Jahr klappt.
Die Chancen stehen sogar so schlecht wie noch nie.
Nicht einfach - wenn man ansonsten schon eine Fernbeziehung führt.

Aber ... wir hatten diese Woche auch ein Supergespräch, wo wir Beide ungeschminkt unsere Gefühle und Gedanken zur Situation einfliessen lassen konnten - in einem sehr verständnis- und liebevollen Gespräch. Das tat gut.

Trotzdem - Fakt ist: Keiner weiss was los ist, riesige Hilf- und Ratlosigkeit auf allen Seiten. Er / ich / Therapeut / Arzt ... keiner weiss weiter. Niemand kennt die Gründe. Niemand kennt auch nur ansatzweise eine Lösung.
3 Jahre bekomme ich es nun schon hautnah mit - mit allen Versuchen von Therapien, Medis usw. - und es ging keinen Millimeter voran. Im Gegenteil. Da wo er jetzt ist, war er noch nie. :heul:

Ich werde jeden Tag mit ihm nehmen wie er nun mal eben ist. Und hoffen, dass irgendwann mal ein Ansatzpunkt gefunden wird. Es muss ..... bitte!!

Euch Allen wunderschöne Sommertage - und danke fürs Zuhören.

Augenblick


Hatte auch mal mit Panikattacken zu tun , die kamen meistens wenn ich abends im Bett lag. Da bekam ich dann so ein taubes Gefühl und mein Herz schlug schneller , hab eine Therapie beantragt , die aber abgelehnt wurde. Hab es dann letzten Endes selber in den Griff bekommen , indem ich immer vor dem Schlafengehen (wenn ich die Angstattacken bekam) zwei Vivinox Day nahm. Das sind natürliche Beruhigungsdragees. Ein paar Monate später hab ich sie dann nicht mehr gebraucht. Mein Onkel und meine Mutter ham auch damit zu tun und nehmen die auch bei Bedarf und es hilft. Genauso hab ich es mal jemandem mit Flugangst empfohlen , ebenfalls mit Erfolg.



Kostenloser Newsletter