Hallo Augenblick,
erstmal möchte ich Dir sagen, dass ich es schön finde, dass Du hier schreibst um deinen Partner zu helfen und zur Seite zu stehen.
Ich selbst, leide auch an Panickattacken/Angststörungen/Depressionen.
Eine Therapie habe ich jedoch nicht gemacht. Ich habe immer versucht, mit Hilfe meiner Eltern bzw. meines Vaters, er hat das auch, aus diesem Teufelskreis wieder herauszukommen.
Bei mir fing das damals an, als ich 17 Jahre alt war. Von ein auf den anderen Tag. Diese Panickattaken, verbunden mit Depressionen, haben damals eine gute Woche angedauert, aber richtig angedauert, so dass ich auch Nachts nicht schlafen konnte und ich fix und foxi war.
Ich habe mich damals, von meinem Hausarzt durchchecken lassen. Ergebnis war natürlich, dass ich völlig gesund bin, und dann ging es wieder aufwärts. Tabletten wollte ich nieeeeeeee nehmen. Die Angst, dass die Angst von diesen Tabletten oder nach diesen Tabletten noch schlimmer wird, als sie eh schon war, war zu groß.
Dann war wieder eine Zeit lang ruhe, hatte positive Energie um es mal so auszudrücken und Spass am Leben, habe mir Ziele gesetzt, keine großen, sondern immer kleine Ziele, und es ging aufwärts. Doch leider, kamen die Panickattacken verbunden mit Depressionen dann jedes mal wieder. Immer so ein Abständen von ein paar Monaten. Dann hatte ich mal 1 1/2 Jahre ruhe, und dann fing das wieder an.
Meine letzte Panickattacke, wo auch nichts mehr ging bei mir, war im Jahr 2004 gewesen. Ich war mit meiner Ausbildung fertig, bin zur Ruhe gekommen, da ich nichts mehr zu lernen hatte etc. und zack, waren sie da. Tja, fast ganze drei Wochen hatte ich damit zu kämpfen.
Den ganzen Tag im Büro zu sitzen, war die Hölle, hatte im Gefühl, dass ich den Weg zur Arbeit oder nach Hause nicht schaffte. Musste manchmal ein paar Anläufe nehmen, um das hinzubekommen. Längere Zeit an einem Ort sein, war schwierig. Entspannt auf dem
Sofa liegen, war nicht möglich, entspannt im Bett zu liegen, war nicht möglich. Es ist einfach schlimm sowas.
Aber schlimm war auch für mich, wenn die Leute nicht verstanden haben, was man hat. Viele haben zu mir gesagt, "stell dich nicht so an" oder "man kann sich auch anstellen" oder "für sowas hab ich kein verständnis" oder "was ist dass den für eine". Ich habe dann den Menschen zu verstehen gegeben, dass, wenn sie sowas nicht selber kennen, es auch nicht verstehen können, wie schlimm diese Angst ist, die man hat. Deswegen finde ich es auch so schön, dass Du dir Rat suchst.
Etwas lang geworden meine Geschichte, hoffe, dass ich Dich/Euch nicht damit gelangweilt habe, aber ich finde, man kann ruhig bei so einem Thema auch seine eigenen Erfahrungen schreiben.
Tipps kann ich dir leider keine richtigen auf den Weg geben. Kann dir einfach nur raten, deinem Freund beizustehen. Auch wenn er vll. mit Abwesenheit oder halt gefühlslos dir gegenüber treten sollte, so meint er das nicht so (weiß ja nicht ob er das macht, wenn er seine Angstzustände hat). Das ist bei mir auch, ich bin dann meinem Freund zum teil richtig abweisend gegenüber, mag es nicht in den Arm genommen zu werden, weil ich mich dann zum Teil eingeschlossen fühle etc.
Was mir aber manchmal hilft und mich etwas zur Beruhigung bringt ist, wenn man meine Hand einfach hält. Einfach halten.
Sei einfach für deinen Freund da. Ich hoffte, dass er bald angstfrei, bzw.. in größeren Abständen angstfrei leben kann. Ich wünsche Euch, aber auch deinem Freund viel Kraft.
Ich habe das Glück, dass ich jetzt seit 1 1/2 Jahren ruhe hab von Angstzuständen. Hoffe, und ich danke jedem Tag, an denen ich diese Angstzustände nicht habe.
Herzliche Grüße,
Vanessa