Meinen besten Freunden zum Gedenken: Tiere die ich kannte


Von 1950 - 1959, bevor ich zur See ging, versucht ich mich, unter sehr schweren Bedingungen in jeder Hinsicht, als Landwirt im Jordantal . Darueber spaeter in meinen Erzaehlungen anderswo.
Wir bekamen damals von der "Juedischen Agentur" unter anderem schoene grosse Maulpferde aus Texas, ein Tier fuer je zwei Siedler.
Ein Maulpferd, welches zwei andere Siedler bekommen hatten, war aeusserst stoerrisch: Man konnte nur mit Muehe an es herankommen, es tritt nach allen Seiten, liess sich schwer lenken u.a.
Die Besitzer versuchten es zu baendigen, indem man seine Zunge mit Draht band um es zu lenken und es misshandelte. Als alles nichts half, wandten sie sich schliesslich an die Agentur und baten das Tier einzutauschen. Da es "vollkommen nutzlos" war, sollte es wahrscheinlich getoetet werden.
Ich sah 'Daliah' ein paar Tage, bevor sie abtransportiert werden sollte, und hatte ploetzlich ein Gefuehl, dass sie das Tier fuer mich war. Maulpferde haben auch maennliches und weibliches Geschlecht, koennen sich aber nicht reproduzieren. Kann sein, dass sie deshalb alle etwas stoerrisch sind.
Ich erklaerte mich bereit, sie zu uebernehmen, jedoch ohne Partner und man war froh auf diese Weise das Problem loszuwerden.

Am Tag, da ich sie abholte, brachte ich ein paaar Leckerbissen mit, streichelte sie und redete sanft auf sie ein. Zum Erstaunen der bisherigen Besitzer, die vorher haemische Bemerkungen ueber meine Naivitaet gemacht hatte, liess sie sich widerstandslos anschirren, und folgte mir willig.
Einer der Herren sagte noch, dass er nicht begriff, was heute mit ihr los waere, aber ich wuerde noch mein Wunder erleben!
Innerhalb einer Woche folgte sie mir wie ein Hund, ohne dass ich sie an der Leine nahm, wenn ich ohne Wagen aufs einen Kilometer entfernte Feld ging. Im Wagen liess sie sich mit Leichtigkeit lenken. Als ich sie das erste Mal bestieg, (sattellos, wer konnte sich Sattel leisten), sprang sie nur einmal auf, gewoehnte sich aber schnell an meine Last und war von da an das beste Reitpferd.
Wenn ich keine Arbeit fuer sie hatte, sagte ich nur "Dalia, geh zum Jordan!" und sie trabte alleine dort hin um dort zu grasen. Alle anderen Maulpferde mussten angebunden werden. Wenn ich wollte, dass sie zurueckkam, rief ich nur "Daliah, nach Hause!" und sie kam angaloppiert.
Mitunter nahm sie sanft meinen Arm ins Maul und knabberte daran herum, ein klares Zeichen fuer ihre Anhaenglichkeit.

Diese Geschichte ist nicht eine meiner Satiren, sonder aus dem Leben geschrieben.

Bearbeitet von ruven am 05.07.2006 12:12:09


Hallo Ruven,

das ist eine sehr schöne Geschichte. Ich glaube sie dir aufjedenfall, denn ich habe eine Freundin, welche immer mal wieder Pferde kauft die auf dem Weg zum Metzger sind, da diese angeblich unreitbar etc. sein sollen.
Und schon nach ein paar Wochen sind die Tiere wie umgedreht. Selbst ich als Anfängerin traue mich sie zu reiten.
Sie hat irgendwie was an sich, wo die Tiere merken.

Gruß Simone :)


Wow, ich muß zugeben, ich habe jetzt etwas feuchte Augen bekomen :(

Wie ging es mit Daliah weiter ?
Was ist dann aus ihr geworden ?


Eine sehr schöne Geschichte !!


nichts gegen die Geschichten, aber könntest du das vielleicht auf einen Thread beschrenken?

Erinnert mich gerade ein wenig an Syntronica und seine "Schreiben für Anfänger Threads"
Ohne Dir und Deinen Fans hier nahe treten zu wollen, es gibt viele Plattformen und eine eigene benutzt du ja schon. Und an alle die Kurzgeschichten mögen, schaut einfach mal in Büchereien und oder Buchhandel es gibt eine ganze Palette von sehr guten Sammlungen.


@ Denza
aber keine Sammlung von ruven :no:

@ ruven
Das war Spiiiiiitze :applaus:

Zitat (Denza @ 05.07.2006 - 12:51:11)
nichts gegen die Geschichten, aber könntest du das vielleicht auf einen Thread beschrenken?

Erinnert mich gerade ein wenig an Syntronica und seine "Schreiben für Anfänger Threads"
Ohne Dir und Deinen Fans hier nahe treten zu wollen, es gibt viele Plattformen und eine eigene benutzt du ja schon. Und an alle die Kurzgeschichten mögen, schaut einfach mal in Büchereien und oder Buchhandel es gibt eine ganze Palette von sehr guten Sammlungen.


Das ist das Schöne an einem Forum.
Man kann alles lesen, muß aber nicht.
Ruven berichtet hier doch nur, was er erlebt hat. Es handelt von einem Tier und steht doch unter ´´Tiere ´´hier drin.
Und warum sollte ich in eine Bücherei gehen wenn ich solch eine schöne Geschichte hier im Forum lesen kann ? :D

@ Ruven
ich bin schon gespannt , wie es weiter geht :applaus:

.

Solche Berichte mag ich auch sehr und wie ihr ja wisst .oder wenigstens einige , wir haben eine Hundepension , und ca. 200 hunde , natürlich im Wechsel und nicht auf einmal ----aber gebissen oder angeknurrt wurde ich noch nie.........

Tiere spüren die Liebe der Menschen


Zitat (Denza @ 05.07.2006 - 12:51:11)
nichts gegen die Geschichten, aber könntest du das vielleicht auf einen Thread beschrenken?

.

Denza, ich habe herumgeschaut, aber es ist sehr schwer etwas passendes zu finden. Ich denke ausserdem, im Laufe der Zeit, noch einiges ueber meine Erlebnisse mit Tieren diesem Thread hinzuzufuegen und lade andere ein, uns hier an ihren Erlebnissen teilnehmen zu lassen.
Ich bemuehte mich immer, in allen Foren, an denen ich teilnahm, ein paar Threads zu eroeffnen und in diesen endlos fortzufahren.

Zitat (PettyB @ 05.07.2006 - 12:29:56)

Wie ging es mit Daliah weiter ?
Was ist dann aus ihr geworden ?

Gruss PettyB, Als ich 1959 die Landwirtschaft verliess, uebergab ich Dalia einem anderen Siedler, der froh war, dadurch einen Maulesel ohne Partner zu bekommen. Als ich nach einem Jahr die Siedlung besuchte, aeusserte sich der Mann begeistert ueber sie und wir gingen gemeinsam zu ihr. Sie schaute mich eine Weile an, als ob sie versuchte sich zu erinnern, woher sie mich kannte. Es kann sein, dass es ihr nicht gelang.
Natuerlich leben Maulesel bei weitem nicht so lange wie Menschen, und sie muss schon lange im Reittierhimmel sein.

Ich habe so manche ueberraschende Erlebnisse mit Tieren gehabt, und begriffen, dass sie viel mehr verstehen als wir denken. Das verpflichtet sie jedoch nicht, so wie wir Menschen zu reagieren.
Ich werde im Laufe der Zeit noch daruber schreiben.

Zitat (PettyB @ 05.07.2006 - 13:23:05)

@ Ruven
ich bin schon gespannt , wie es weiter geht :applaus:

.

PettyB. Ich hoffe Dich in diesem Falle nicht zu enttaeuschen. Die Geschichte mit Dalia hat keine Fortsetzung. Ich wollte nur zeigen, wie Tiere einem Liebe erwidern koennen, ohne dass sie unbedingt Hunde oder Katzen sein muessen.

Nein Ruven, ich bin nicht enttäuscht.

Du hast die Geschichte ja zu Ende erzählt. ;)


Zitat (ruven @ 05.07.2006 - 13:42:16)
Zitat (Denza @ 05.07.2006 - 12:51:11)
nichts gegen die Geschichten, aber könntest du das vielleicht auf einen Thread beschrenken?

.

Denza, ich habe herumgeschaut, aber es ist sehr schwer etwas passendes zu finden. Ich denke ausserdem, im Laufe der Zeit, noch einiges ueber meine Erlebnisse mit Tieren diesem Thread hinzuzufuegen und lade andere ein, uns hier an ihren Erlebnissen teilnehmen zu lassen.
Ich bemuehte mich immer, in allen Foren, an denen ich teilnahm, ein paar Threads zu eroeffnen und in diesen endlos fortzufahren.

ruven, die Idee ist vielleicht gar nicht schlecht.

Ein Bereich mit der Überschrift "Geschichten" u. den kann man doch evtl. unterteilen in bestimmte Bereiche - Tiere, Reisen, Humor oder zu welchen Themen du auch immer etwas zu erzählen hast.
Wenn ich Lust habe eine Geschichte zu lesen, dann will ich nicht erst das ganze Forum durchsuchen, wo ist denn grad eine.
Das gezielt ansteuern zu können, fände ich nicht verkehrt.
Ist viell. ein blöder Vergleich, aber mit dem Kneipenviertel haben wir es ja genaus so gemacht.
Die Mods könnten doch eine "Geschichtsecke" einrichten. die sollte dir dann durchaus vorbehalten werden - also evtl. ruvens-Geschichten oder so.

Mir gehts im Augenblick so, dass ich meist aus Zufall beim rumzappen auf deine Geschichten stoße. Dann hab ich aber meist grad was anderes vor.
Dann könnte man ganz gezielt nachgucken, gibts was Neues.
:blumen:

Meine Idee war die: Waehrend ich meine Geschichten unter 'Humor' in zwei Threads erzaehle, will ich mich nicht vollkommen abschliessen, sondern auch in anderen Rubriken etwas zusteuern. Also eroeffnete ich etwas unter "Tiere" und werde unter diesem Thread fortfahren.
Ich muss mich allerdings erst in die Gebraeuche dieses Forums einfuehlen. Z.B. las ich ein paar Posten in gewissen Threads, fand sie interessant und wollte antworten. Dann bemerkte ich, dass sie vor langer Zeit geschrieben waren und noch viele Seiten nachfolgten. Da bin ich gewohnt auf einen alten Posten nur zu antworten, wenn er unter den letzten ist. Dann kann man den Thread wieder vorbringen.
Doch kam ich vorlaeufig noch nicht dazu, sehr viel in den Themen herumzustoebern, da anscheinend die Mitglieder an mehr Geschichten interessiert sind, und ich jedesmal nur begrenzte Zeit am PC sitze.
Doch werde ich mich langsam noch durch alle Threads durcharbeiten. Das macht Spass.


Zitat (Die Außerirdische @ 05.07.2006 - 14:12:14)

ruven, die Idee ist vielleicht gar nicht schlecht.

Ein Bereich mit der Überschrift "Geschichten" u. den kann man doch evtl. unterteilen in bestimmte Bereiche - Tiere, Reisen, Humor oder zu welchen Themen du auch immer etwas zu erzählen hast.
Wenn ich Lust habe eine Geschichte zu lesen, dann will ich nicht erst das ganze Forum durchsuchen, wo ist denn grad eine.
Das gezielt ansteuern zu können, fände ich nicht verkehrt.


Ausserirdische, jetzt begreife ich erst richtig, was Du sagen wolltest.
Ich versuchte, im Allgemeinen Forum etwas hinzuzufuegen, aber es gelang mir nur unter den Rubriken, in diesem Falle 'Humor und Skuriles' und 'Tiere'.

Zitat (ruven @ 05.07.2006 - 12:11:37)
indem man seine Zunge mit Draht band um es zu lenken

Ach du Schande. Nun hasste mich zum heulen gebracht. Ich hatte ein Pferd als ich noch in Deutschland war. Sein Name war Sirius. Er hat sich nicht beschlagen lassen .... hat um sich getreten nach allen Seiten. Da haben die das mit ihm auch gemacht. (Ich glaube es hiess Maulbremse oder so) Das war so fuerchterlich :heul: :heul:

Aber das Ende Deiner Geschichte ist ruehrend. :blumen:

Bitte schreib weiter und wo Du willst. Wenn mal was in der falschen Rubrik landet werden es unsere Mod's schon zurechtschieben :hihi: Ich finde all Deine Beitraege Spitze!!!!!!!

Fledi :rolleyes:

Bearbeitet von fledermaus am 05.07.2006 16:21:45

Ich habe in meinen Dokumenten ein Bild, auf welchem mein Vater auf Dalia reitet ud es gelingt mir nicht, es hierher aufzuladen.
Vielleicht kann ich es jemandem per e-mail schicken, und sie/er kann es hierherkopieren?


@ Ruven

Ich kann es ja mal versuchen

Bearbeitet von PettyB am 05.07.2006 20:58:35


Das Foto von Ruven,



Mein Vater reitet auf Dalia unser Feld entlang. Im Hintergrund die kahlen Galiberge und unsere kleine Haeuschen.



@ Ruven
Habe es leider nicht größer bekommen, tut mir leid
aber ich sehe gerade,wenn man es anklickt wird es größer ;)

Bearbeitet von PettyB am 05.07.2006 21:15:53


....und noch eins von ihm.


"Unseren taeglichen Knochen gib uns heute"



@ Ruven
Ich hoffe,das ist ok so

.

Bearbeitet von PettyB am 05.07.2006 21:14:15


Prima hast Du das gemacht, Petty B. vielen Dank dafuer.
Wenn man klickt, wird es tatsaechlich groesser.


Das untere Bild hat nichts mit meiner Familie zu tun, sondern ist ein Bild aus dem Internet, dass alle entzueckt.

Bearbeitet von ruven am 05.07.2006 21:21:08


Ich schreib hier auch mal eine Geschichte - einfach weil sie irgendwo passt und ich sie selbst nicht verstehe.

Im Jahr 1998 kaufte ich auf dem Pferdemarkt Burgdorf ein kleines Widdermädchen, die ich wegen ihrer Schönheit (weiss-braun mit riesen Schlappohren) Lady taufte. Lady war aber gar keine Lady - sie war frech -wollte immer ihren Kopf durchsetzen und ihre Schönheit schaffte es immer wieder, dass sie den auch durchsetzte. Sie war von Anfang an handzahm - büchste bei jeder Gelegenheit aus und setzte sich unter mein Bett. Ich nannte sie irgendwann Laddy oder auch Lala - weil eine kleine nette Dame war sie nicht. Wir mussten ihren Käfig mit einem Vorhängeschloss versehen, denn sie schmiss sich solange dagegen, bis dieser nachgab (obwohl sie jeden Tag 18 Stunden Freilauf hatte). Im Jahr 2001 verstarb sie - plötzlich und unerwartet - genau zu meinem Geburtstag - sie wollte noch unter mein Bett kriechen - doch mein Männe musste mit ihr schnell zum Tierarzt - Befund - Einschläfern -keinen Zweck mehr. Ich weiss nicht, auch heute kullern mir wieder die Tränen - weil sie war einfach ein Unikum - sie war etwas ganz besonderes. Etwa ein halbes Jahr später hatten wir eine Familienfeier in unserem Hause - ich war aufgeregt, soviel Besuch zu kommen - wollte aber alles ruhig angehen lassen. So rauchte ich (damals tat ich es noch) vor dem Bett - vor dem Fernseher - ganz ruhig eine Zigarette (mein Mann war derweil frische Baguettes holen). Ich sah einen Schatten - nein - ich sah etwas weiß-braunes im Flur laufen - ich schrie nur : LADDY? Ich lief los - wusste noch nicht mal warum ich lief - was ich dachte zu sehen... ich lief zu meinen Tieren - aber da war sie nicht. Ich wurde unruhig - passiert etwas - bin ich blöde? Ich wollte zur Ruhe kommen - setzte mich wieder auf das Bett - war immer noch unruhig - es liess mich nicht zur Ruhe kommen - ich weiss noch nicht mal, warum ich nach unten schaute - aber ich fand dort ein angebissenes Kabel (von den anderen Kaninchen) - es sprühte Funken und mein nackter Fuss war ca. 2 cm weit entfernt. Eine falsche Bewegung - dann hätte ich vermutlich einen Schlag bekommen.
Es hört sich vielleicht bekloppt an - aber ich denke - Laddy hat mir vielleicht das Leben gerettet - aus dem Jenseits?
Ich hoffe, ich sehe sie irgendwann wieder...
Es ist wirklich so geschehen wie ich es hier niederschreibe... so und nicht anders...


Ich schrieb dieses im Thread 'Schrecklich' von Supergirl und kopiere es hiermit auch in diese Sammlung.

Ich freue mich fuer das Kaetzchen. Kathy.
In unserer Stadt hatten wir viele heimatlose Katzen, die sich rasch vermehrten und sich von den Muellkaesteninhalt ernaehrten.
Ich hatte immer das Problem mit dem Muell. Sollte ich den Muellkasten fuer die armen Viecher offenlassen? Dann erschienen jedoch Wolken von Fliegen.
Also beschloss ich ihnen taeglich etwas mitzubringen.
Bald hatte ich ein Uebereinkommen mit den Frauen vom Super: Diese sammelten alle Reste, die beim Wurst- und Kaeseschneiden blieben und ich bekam das mit grosser Ermaessigung. Wenn ich unseren grossen Hof ueberschritt, kamen die Katzen freudig herbeigeeilt.
Dann lernte ich meine zweite Frau, eine Katzenhasserin, kennen. Ich hatte schon viele Jahre nach meiner Scheidung keine feste Frau in meinem Haus gehabt, und es verlangte mich nach einem geordneten Leben. Also uebersah ich diese Uneinigkeit zwischen uns.
Sie war entruestet, dass ich die Katzen fuetterte, und ich gab nach.
Dass heisst nicht, dass ich aufhoerte, sie zu fuettern, aber ich tat es von da an in geheimer Mission.
Meine damals Zukuenftige war jedoch erstaunt, als sie mich das erste Mal in den Super begleitete und die Verkaeuferinnen mir sagten, dass sie wieder eine Sammlung fuer mich bereit hatten. Ich erklaerte ihr, dass es eine besondere Art sei, die ich speziell liebe. Noch erstaunter war sie, als sie sah, um was fuer eine Sammlung von Stueckchen es sich handelte. Ich erklaerte ein besonderer Feinschmecker zu sein.
Spaeter bat ich die Verkaeuferinnen, nichts in Anwesenheit meiner Partnerin ueber unser Abkommen zu reden.
Als wir zusammen ueber den Hof gingen, kamen natuerlich die Katzen angerannt. Sie bemerkte, dass sie sich benahmen, als ob sie mich kennen. Ich erwiderte, dass diese Katzen von allen betteln. Danach musste ich die Ware hinunterschmuggeln. Meine Zukuenftige war erstaunt, als sie am Morgen entdeckte, dass ich die entsetzliche Mischung bereits verschlungen hatte.
Einst kam ich von einer anderen Seite des Hauses, und hatte vergessen, dass ich dieses Mal gefrorene Frankfurter in der Tasche hatte. Als sie diese sah, schoepfte sie Verdacht, denn sie wusste, dass ich diese nicht ass. (Sie waren kein Vergleich mit den deutschen Wuerstchen) Ich schlug mich an den Kopf unnd sagte "Himmel, das waren die Wuerstchen von der Frau vor mir. Sie hat sie vergessen und ich habe sie vesehentlich eingesteckt. Da muss ich aber rennen, sie zurueckzubringen!"
Zurueck brachte ich sie natuerlich zu meinen Stammkunden.
Moral: Wenn Du anfaengst zu luegen, kannst Du nicht mehr aufhoeren.
Weitere Moral: Wenn Du Deinem Zukuenftigen oder Angetrauten zuviel vorschreibst, beginnt er Dich anzuluegen.
Noch weitere Moral: Wenn ihm all die Vorschriften und das Geluege zu viel wird, wird er begreifen, dass er als Junggeselle viel besser dran war.
Genau was geschah. B)


Meine Freunde besassen ein hiesiges Hotel (wer schon mal in Naharija war, kennt sicher Hotel Rosenblatt) und ausserdem den 'bloedesten Schaeferhund der Welt'.
So jedenfalls behaupteten sie. Unwichtig, dass er jeden Gast des Hotels mit Schweifwedeln empfing und die, die nichts dort zu suchen, mit sehr verdaechtigem Blick studierte. Aber er galt als doof, weil er weder auf 'Platz!', noch auf 'Sitz!' reagierte , noch wollte er auf Befehl Pfoetchen geben. 'Guri' hiess er und lief frei im Hotelgarten und Hof herum.
Er war auch nicht vollbluetig, sondern hatte die aeussere Frorm eines Schaeferhundes, waehrend seine Farben wohl eine Mischung von Cojote, Hyaene und anderen Vierbeinern darstellten.
Er war also ein 'Mischling', und denen sagt man eigentlich nach, dass sie sehr intelligent seien: Keinerlei Inzucht.

Die Familie hatte auch einen weissen Pudel, der Whiskey hiess. Wie alle Pudel war er sehr selbstbewusst. Natuerlich war es sein Recht in der Wohnung zu leben. Wenn immer die Familie mit ihm von einem Spaziergang zurueckkam, weigerte er sich die Wohnung zu betreten, bis er gesehn hatte, dass Herrchen den Alarm abgedreht hatte. Danach erst war er bereit, durch die geoeffnete Tuer zu gehen, wobei er sich auf der gegengesetzten Seite der Alarmanlage an die Tuer drueckte und die Anlage voller Verdacht beaeugelte.
Whiskey fuehlte auch, dass er der staerkste Hund der Welt war und griff auch die groessten Hunde an. Irgendwie erinnerte er sich nicht an das wahre Ergebnis, sondern war sicher, dass er aus allen Kaempfen siegreich hervorgekommen war.
Nach einem besonders siegreichen Kampf (des anderen Hundes, wie gewoehnlich) war er verletzt und seine Herrin sorgte sich sehr um ihn. Er lag winselnd auf dem Boden und verweigerte jegliches Essen, so dass man schliesslich den Tierarzt rief.

Dieser untersuchte ihn gruendlich, und erklaerte, dass er lediglich kleine Kratzwunden habe und ihm nichts fehle.
"Diese Pudel sind Simulanten", erklaerte der Arzt, " sie lieben Aufmerksamkeit!"
womit er ging.
Der Zustand des Pudels verschlimmerte sich danach offensichtlich. Er atmete angestrengt und sein Winseln wurde immer kraftloser.
"Der Hund ist am Sterben!" jammerte die Herrin "und ich habe niemanden, der ihm helfen kann!"
Ihr Gatte machte einen letzten Versuch und brachte ihm seine Lieblingsspeise, auf die er ganz verrueckt war, doch Whiskey war schon soweit hinueber, dass ihn auch das nicht reizte.
"Na dann bring ich's eben Guri," erklaerte der Gatte schliesslich.
Sofort sprang Whiskey auf, verschlang die Delikatesse in Sekunden und war seitdem kerngesund.

Einige Zeit danach stuerzte sich Whiskey, in Erinnerung seines letzten Sieges, auf die Bulldogge einer Bekannten. Es begann ein Kampf, als Guri - der Mischlingsschaeferhund - dazwischen funkte, links und rechts Ohrfeigen verteilte und Frieden erzwang.
"Und ihr sagt, dass waere ein dummer Hund," rief ich aus, "das ist der kluegste Hund, den ich je gesehen habe."
Von diesem Moment war ich Guris bester Freund. Er folgte mir auf Schritt und Tritt. Ich befand mich damals nach der Scheidung, hatte meine Wohnung Frau und Kindern hinterlassen, wohnte im Hotel meiner Freunde, und Guri lag nachts vor meinem Zimmer.
Wenn ich tags los ging, folgte er mir.
Eines Tages musste ich mit dem Autobus nach Haifa fahren und seufzte, eigentlich zu mir selber "Guri, was mach ich nur mit dir? Du kannst doch nicht mitkommen!"
Sofort blieb er stehen und liess mich alleine weitergehen. Ich drehte mich einige Male um und sah, dass er mir nachschaute; schliesslich ging er ins Hotel zurueck.
Von da an machte ich Versuche mit ihm und sagte alle moeglichen Dinge im selben Tonfall, so wie "Guri heute esse ich keinen Eiskrem", was ihn nicht interessierte. Sowie ich jedoch irgendwie sagte, dass er nicht mitkommen koenne, blieb er stehen.
Ich habe schon einige Male erlebt, dass Tiere verstehen zu scheinen, was man sagt.
Oder bin ich vielleicht Doktor Doolittle?

Guri bewahrte immer seine Wuerde, wenn ich von einer Reise zurueckkam und meine Freunde besuchte, wartete er im Hintergrund, bis mich alle begruesst hatten, erst dann trat er vor und ging auf die Hinterbeine, wobei seine Vorderbeine sich auf meine Haende stuetzten.

Bearbeitet von ruven am 06.07.2006 11:05:07


Interessante Geschichte, Gitta, ich sah sie erst jetzt. Ja solche Sachen passieren auch, und man wundert sich ob sie Zufall seien.
Was ist uebrigens ein 'Widdermaedchen'?

Bearbeitet von ruven am 06.07.2006 09:46:18


Zitat (ruven @ 06.07.2006 - 09:45:20)
Was ist uebrigens ein 'Widdermaedchen'?

Ruven, Widder sind Kaninchen.

Eine sehr schöne Geschichte Ruven!!! :blumen:


Danke, Ush :blumen:

Lion, interessant, ob ein Computerprogramm das so uebersetzen wuerde, ich dachte jedenfalls, es seien dieselben Tiere, die als Sternzeichen eher maennlichen Ziegen aehneln. :)


Zitat (ruven @ 06.07.2006 - 11:02:51)
Danke, Ush :blumen:

Lion, interessant, ob ein Computerprogramm das so uebersetzen wuerde, ich dachte jedenfalls, es seien dieselben Tiere, die als Sternzeichen eher maennlichen Ziegen aehneln. :)

Ich denke nicht, dass ein Computerprogramm das richtig übersetzt.
In dem Fall sind Widder ja nur eine Kaninchenrasse und keine Tierart ;)

Nachdem ich eine Weile nach Ankunft im Kibutz Kabri im westlischen Galil bei der eintoenigen Arbeit des Orangepflueckens gearbeitet hatte, wurde ich dem Kuhstall zugewiesen. Das war abwechslungsreicher. Ich lernte zu melken, stand jeden Morgen um drei Uhr auf und hatte innerhalb etwa zwei Stunden 12 Kühe zu melken. Dabei erfuhr ich, daß die Unterarme sich nie an das Melken gewöhnten, und selbst alte Melker, welche bereits seit Jahren dabei waren, konnten in Abständen nachts vor Schmerzen kaum einschlafen.
Kühe sind übrigens sehr empfindlich, leicht beleidigt, und wenn sie den, der sie melkt, nicht ausstehen können, geben sie weniger Milch, können sie in Extremfällen sogar ganz einhalten. Ausserdem herrscht bei ihnen strenge Hierarchie. Wenn eine neue Kuh im Stall eintrifft, wird sie von allen Kühen der Reihe nach im Hof zu einem Kopfdruckwettbewerb aufgefordert, angefangen von der stärksten Kuh, bis sie schließlich auf die stösst, die sie wegdrücken kann. Es ist ein fairer Kampf und es gibt keine Verletzungen. Damit ist ihre Stelle in der Hierarchie festgelegt.
Wenn das Tor vom Hof zum Stall aufgeht, und die Damen zur Futterverteilung samt Melken eingeladen werden, wird sich keine wagen, vor der Königin einzutreten; dasselbe am Wassertrog im Hof, wo die Schwächeren warten müssen, bis Platz für sie ist. Ich sah nur einmal eine junge Kuh, welche versuchte, für ihre demokratische Gleichberechtigung einzutreten. Sie war auch mathematisch begabt und hatte ausgerechnet, daß, wenn sie erst an den Platz einer anderen rannte und dort etwas von dem hochbegehrten Mischfutter schnappte, welches bei den Mahlzeiten als Vorspeise serviert war, sie somit für sich die Gesamtmenge des Leckerbissens erhöhte. Da sie allerdings eine der Schwächsten war, konnte sie das nur erreichen, wenn sie sich bei der Hereinlassung vordrängte. Sie hatte auch genau ausgerechnet, daß, wenn sie an den Platz einer der Hintersten in der Reihenfolge rannte, sie am meisten Zeit haben würde.
Natürlich gab es dabei zwei äußerst Erzürnte: Erstens die Königin, welche würdevoll der Sünderin folgte und ihr eins auf den Allerwertesten verabreichte, was die Bestrafte nicht davon abhielt, weiter an der fremden Tafel zu naschen und dann natürlich die Geschädigte, welche die Kriminelle derart bedrängte, daß diese schließlich die Missetat abbrechen mußte.

Als die Regenzeit vorüber war, und überall Gras emporschoß, wurde ich mit zehn Kühen auf die Weide geschickt. Auf dem Weg dahin fühlte ich mich wie ein Feldherr und gab demgemäß meine Befehle. Meine Truppe gehorchte diszipliniert, vor allem deshalb, weil sie sowieso dem einzig möglichen Weg hinunter von der Anhöhe des Kibutzes folgten.
Es hätte eine sehr gemütliche Arbeit sein können, wenn die Weide sich nicht zwischen Orangenbäumen befunden hätte! Die Zweige dieser Bäume beugten sich tief, so daß ich immer nur ein bis zwei meiner Soldaten auf einmal sah. Ich mußte ständig um sie herumlaufen und sie zählen und konnte sicher sein, daß nach einer gewissen Zeit wenigsten eine fahnenflüchtig geworden war. Dann galt es sie zu suchen, was garnicht so einfach war, obwohl es nur vier Himmelsrichtungen gibt. Vor allem mußte ich verhindern, daß die Flüchtige sich in eine der angebauten Felder ringsum begab. Hatte ich die Missetäterin endlich gefunden und zurückgebracht, kam es oft vor, daß der Rest sich aufgemacht hatte die weitere Umgebung zu erforschen. Das besonders Schwierige war dann, wenn man sie endlich erspäht hatte, sich zurückzuhalten und nicht zu schnell zu gehen, weil das unweigerlich eine Stampede zur Folge gehabt hätte. Wenn ich Glück hatte, weideten sie, und ich konnte unauffällig meinen Oberbefehl zurückübernehmen. Hatten sie sich aber zu einem längeren Marsch aufgemacht, mußte ich ihnen oft lange Strecken folgen und durfte nur langsam und unauffällig aufholen. Es war jedenfall nie langweilig.

Später übergab man mir den Kälberstall. Damit änderte sich praktisch meine Karriere vom Truppenoberbefehlshaber zum Kindergärtner, was man als Degradierung betrachten könnte. Es machte mir jedoch Spaß, mit den Kleinen in ihrem Hof zu spielen, wo sie von allen Seiten auf mich zustürmten um zu stoßen und gestoßen zu werden. Dabei wuchsen sie fast unbemerklich. Eines Tages, als wir wieder einmal spielten, begriff ich plötzlich, daß ich einer Horde Halbstarker gegenüber stand. Mit einer von ihnen wäre ich zurechtgekommen, da man sogar eine Kuhe im Notfall bewältigen kann, indem man ihr die Finger in die Nüstern steckt. Da man das jedoch nur mit einer machen kann und der Rest weiterspielte, erhielt ich solche Boxschläge - welche eigentlich nicht böse gemeint waren, da die Bande fälschlicherweise annahm, daß ich der Stärkste unter ihnen war - daß es mir mulmig wurde. Ich stieß also die, welche gerade meine Finger in der Nase hatte, weg und rannte um mein Leben, gefolgt von der begeisterten Horde.

Nicht lange danach wurden die Kuhstaelle modernisiert: Die Kuehe kamen auf eine Art Karussel, wo Sauger an ihre Euter angeschlossen wurden, und das ganze glich eher einer Fabrik, war jedoch viel sauberer.


Ruven, das sind wunderschöne Geschichten. Besonders die von dem Muli hat mir gefallen. Ich hatte bis letztes Wochenende noch nie richtig Kontakt zu Muli's, aber auf eine Mittelalterveranstaltung brachte ein Vereinskollege eine junge Mulistute mit. Er hatte sie zusammen mit ihren Brüdern von einem Bauern aufgekauft, der Shetties züchtete. Sie und ihre Brüder waren Weideunfälle vom benachbarten Eselhengst. Als mein Bekannter sie freikaufte, waren sie so gut wie wild, ihre Hufe bogen sich schon nach oben, gekümmert hatte sich nie einer um die Tiere.

Scheu war die kleine Stute trotzdem nicht. Die ganze Veranstaltung hinüber (es war laut, viel los, Touristen waren überall, Kanonen wurden geschossen), stand sie lieb in einem Pavillon und jeder, der vorbeikam, tätschelte sie. War sie allein, sonderte sie eine lustige Mischung aus Wiehern und I-Aen ab, bis jemand kam. Ich bin kein wirklicher Eselfan, aber die Kleine sah äusserlich meiner Stute ähnlich (die auch elend lange Ohren hat und eine echte Mulifarbe, aus diesem Grund auch mit Spitznamen Muli heisst), also setzte ich mich mehrmals an diesem Wochenende zu ihr und kraulte und kratzte sie, was sie ganz fantastisch fand. Bereits nach dem zweiten Kraulen kam sie angelaufen, sobald sie mich sah. Sie ist wirklich ziemlich schlau, gescheiter als manch Pferd, was ich kennengelernt habe, und ungeheuer nervenstark. Am Sonntag abend hätte ich sie fast schon meinem Vereinskollegen abgekauft und im Mondeo 600 km nach Hause entführt - leider taugen unsere Weiden nicht für ein so kleines Tier, alles hätte neu abgespannt werden müssen, und auch ein Muli kostet Futter und Tierarzt, was ich mir neben 2 Pferden nicht leisten kann. Aber ich war begeistert von ihr und kann Deine Geschichte umso besser nachvollziehen jetzt.

Schnegge


In der Siedlung, in welcher ich 1950 -59 Landwirt war, gab es Mitglieder aus mehreren Nationen. Ich bemerkte, dass die aus gleicher Nation mehr oder weniger gleich mit ihren Tieren umgehen. Es gab solche, die Kuehe, Katzen, Enten, Huehner beinahe wie Familienmitglieder behandelten und jedes Tier einen Kosenamen hatte, bis zu denen, die zwar nicht bewusst sadististisch die Tiere behandelten, jedoch nicht verstanden, dass auch diese Gefuehle hatten und leiden koennen.
So sagte mir einer, das sein Maulpferd eine Wunde am Hinterteil habe und wenn er darauf schlug, konnte er mit seinem Wagen eine besonders hohe Geschwindigkeit erreichen.
Hunde wurden oft so angebunden, dass sie sich schnell verhedderten und den ganzen Tag ganz kurz angebunden dastanden.
Einmal rief mich jemand und bat mich mit ihm zusammen zu seinem Hund zu gehen, um nachzuschauen, ob er vielleicht Tollwut habe, er heule so seltsam.
Ich erwiderte, dass ich kein Tierarzt sei.
"Naja, macht nichts," sagte er, ich habe ihm auf alle Faelle schon seit drei Tagen kein Wasser gegeben, ich glaube kaum, dass er noch lebt."
Als ich das hoerte, verbiss ich meine Wut, ging jedoch nachzusehen, ob der Hund noch am Leben sei, und nahm Wasser und mein Stengun mit.
Das Erstere, wenn er unglaublicherweise noch bei der Hitze im Jordantal am Leben sein sollte - er war ungeschuetzt in der prallen Sonne angebunden - ihn zu retten, das Zweite, wenn er in den letzten Zuegen lag, ihn von seinen Leiden zu erloesen.
Er lag aber schon tot da. Was er durchgemacht haben musste!
Je nach Besitzer konnte das Leben auf dem Dorf fuer ein Tier ein KZ sein.


Hallo Ruven,
las die letzte Geschichte und habe Tränchen in den Augen..
Leider ist es so, dass Menschen ihre eigenen KZ's für ihre Tiere aufmachen. Wenn ich daran denke, was ich für meine Kaninchen und Meerschweinchen gelaufen bin, um ihnen jederzeit gutes Essen zu bieten - kein Weg war zu weit. Denn die leuchtenden Augen waren immer alles für mich. Wieviel Kollegen und Freunde haben sich Tiere angeschafft - so einfach ohne Überlegung - einfach so, weil es ja toll ist. Es ist nicht so, dass du gleich den Tierschutz anrufen kannst - denn sie bekommen ja alles - Futter - Wasser -Auslauf - Liebe - aber zu dem Preis, dass sie täglich nur Stunden ihre Besitzer sehen, weil Disco, Freunde oder sonstiges angesagt sind, die sich gar keine Gedanken machen wieviel Liebe so ein Tier braucht.
Jeder denkt nur an sich - nicht mehr an andere - weder an die Tiere noch an die Menschen.

Warum sind heute bloß alle so oberflächlich?


Zitat (PettyB @ 05.07.2006 - 13:23:05)


Das ist das Schöne an einem Forum.
Man kann alles lesen, muß aber nicht.
Ruven berichtet hier doch nur, was er erlebt hat. Es handelt von einem Tier und steht doch unter ´´Tiere ´´hier drin.
Und warum sollte ich in eine Bücherei gehen wenn ich solch eine schöne Geschichte hier im Forum lesen kann ? :D

@ Ruven
ich bin schon gespannt , wie es weiter geht :applaus:

.

Ich stimme Petty B da völlig zu. Und bin auch neugierig auf weitere Geschichten von Dir, lieber ruven!!!! :blumen:

Gerade möglichst selbsterlebte Tiergeschichten, die ja doch hier fürs Tiere-Forum geradezu prädestiniert sind, liebe ich sehr- selbst ein riesengroßer Tierfreak, der seit Kindesbeinen die dollsten -und auch traurigsten Sachen mit seinen eigenen und anderen Vierbeinern erlebt hat.

Die Maultiergeschichte spricht mich sehr an, da ich lange und viel mit Pferden (und ab und an Eseln- sowohl tierischen als auch menschlichen) zu tun hatte und habe.
Meine absoluten Lieblinge neben Hunden.

Es stimmt, daß sich -oft gerade übel mißhandelte Tiere und im Besonderen Pferde und pferdeartige sich "ihren" richtigen Menschen erkennen und aussuchen- und bis zu ihrem Tod völlig ergeben sind.

Mich freut es, daß das Maultier "Daliah" ruven kennenlernte- das war wohl ihre Rettung vorm Schlachter. :wub:

1946 lebten wir in einer Gegend, in denen die meisten Haeuser um uns herum von den amerikanischen Besatzern beschlagnahmt worden waren. Im Laufe der Zeit freundeten wir uns mit der amerikansichen Familie neben uns an. Dabei stellte sich auch heraus, dass er als Bombardier in Angriffen auf Berlin mitgeflogen war, wo wir als Empfaenger von dem was er fallen liess, lebten.

Die meisten Amerikaner hatten kleine bis mittelgrosse Hunde, und nach einiger Zeit brach eine Krankheit unter ihnen aus, (ich glaube sie hiess Staeube oder Steupe?) Jedenfalls wollte unser Nachbar seinen Hund toeten, als dieser krank wurde, worauf meine 10 jaehrige Schwester in bitteres Weinen ausbrach.
Um sie zu troesten, erklaerte ich, dass ich den Hund gesund pflegen wuerde und die Familie war sehr froh darueber.

Wir richteten auf unserem Balkon ein Hundehospital ein, welches ich mit viel Liebe und ohne Medikamente oder Erfahrung leitete. Wir konzentrierten uns darauf den Hund zu streicheln und gut zuzureden, und natuerlich mit Futter zu versorgen, solange er essen konnte.
Trotz aller unserer Bemuehungen segnete er das Zeitliche. Unterdessen hatten andere Amerikaner ueber unser 'Hospital' erfahren, wobei es ihnen garnichts ausmachte, dass der Chefarzt und die Assistenten keine Idee von Hundeheilkunde hatten, und nur so ihre Hunde auf humane Weise loswerden wollten.
Nach einiger Zeit waren alle unsere Abteilungen auf dem Balkon ueberfuellt, und
ich erinnere mich nicht, ob wir auch nur einen Patient durchbrachten, aber ohne es zu wollen, wurden wir 'reich' dabei: Fuer unsere Bemuehungen bekamen wir naemlich Geschenke, wie ein altes Radio, Suessigkeiten, Coca Cola, eine Kinderkamera mit Katalogpreis von $0.25 u.a., alles Dinge, die fuer die Amerikaner nichts bedeuteten, fuer uns jedoch im Jahre 1946 enorm wertvoll waren.

Bearbeitet von ruven am 09.07.2006 12:17:49


----------------------------------Papageien-----------------------

Als ich klein war, gab es im Berliner Zoo viele Papageien, jeder war in seinem eigenen grossen Kaefig und jeder sprach. Einer sagte staendig "Gute Lora, schoene Lora."
Ich sagte "du bist wirklich schoen, Lora!"
Er fragte: "Was sagen Sie?"
Ich:" Ich habe gesagt, dass du schoen bist!"
"Hehehe!"
Eine anderer hatte gelernt den Fluegel zu heben und "Heil Hitler" zu sagen.
Ein weisser Ara pfiff die Worte.
Bei meinem Besuch im Zoo 1966 war ihnen allen die Sprache vergangen. Es kam mir ueberhaupt vor, dass alle Tiere nicht mehr die innigen Beziehungen zu ihren Waertern wie einst hatten.
Ich erinnere mich, wie ein Chimpanse regelmaessig an der Hand seines Waerters durch den Zoo spazierte. Beim Mittagessen assen sie alle an einem Tisch, hatten Servietten um und schoepften sich die Suppe aus einer Terrine. Am Abend halfen sie dem Waerter ihre Betten herzurichten. Viele hatten ihre Namen und diese waren in ganz Berlin bekannt.

Einer meiner Freunde hatte einen grauen Papagei, denen man nachsagt, dass sie am besten reden koennen. Dieser Papagei, 'Poldi' genannt, ahmte anfangs Hunde und Katzen, Telefonklingeln und andere Geraeusche nach.
Er hatte die Wahl, tagsueber in der Wohnung herumzufliegen oder im Kaefig zu sitzen, zog jedoch meist das Letztere vor.
Mein Freund war gewohnt, dass seine Frau auf dem Moped vom Supermarkt zurueckkehrte, und wenn sie ihn rief, ging er hinaus, helfen, die Ware hineinzubringen.

Eines Tages hoerte er, wie sie ihn rief, als er jedoch hinauskam, war niemand draussen. Der Schlingel von Papagei liess ihn noch zweimal hinausgehen, wobei mein Freund immer unruhiger wurde, bis er begriff wo das herkam.
Danach ahmte Poldi oefter den Enkelbesuch nach: Erst kam die schuechterne Begruessung der Kinder: "Schalom!" darauf folgte die erfreute Antwort der Grossmutter.
Wenn jemand den Telefonhoerer aufhob, sagte er "Hallo".
Viele glauben, dass Papageien nur Toene nachahmen, ohne zu wissen, was sie bedeuten. Ich habe jedoch bemerkt, dass sie genau wissen, in welchem Zusammenhang die Worte stehen.
Poldi muss schliesslich aus irgendeinem Grunde verbittert geworden sein. Eines Tages hoerte er vollkommen auf zu reden und stierte von da an nur vor sich hin.

In Holland besuchte ich mit meinem damals 14 jaehrigen Sohn eine Familie , welche eine grosse Sammlung von Voegeln in grossen Kaefigen besass.
Davon hatten ein bunter Papagei und ein Wellensittich die Freiheit des Wohnzimmers. Nachdem wir uns hingesetzt hatten, setzte sich der Papagei auf die Schulter meines Sohnes und der Wellensittich auf seinen Kopf. Von dort zwitscherte er auf den Papagei herab. Man konnte richtig sehen, wie er ihn verspottete "Aetsch, ich bin hoeher als du!
Der Papagei gab darauf warnende Toen von sich, die klar sagten "Vorsicht, werde nicht zu frech!"
Abends setzte sich der Papagei auf eine Stange und der Mann setzte einen Ring an seinen Fuss. Der Papagei bildete sich ein, es sei eine Kette dran und verliess die Stange die ganze Nacht nicht, bis man am Morgen den Ring entfernte.



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