Mehrwertsteuer auf 19 %: Regt man sich darüber zu wenig auf?


Hallo!

Komischerweise habe ich bisher keinen Beitrag zum Thema Mehrwertsteuererhöhung bei frag-mutti gefunden. Na ja, in einem anderem Thread wurde es schon mal leicht angeschnitten, aber nicht weiter vertieft. Wie findet Ihr denn nun die Mehrwertsteuererhöhung??

Ich für meinen Teil mag gar nicht daran denken!! Wenn man mal so überlegt - (fast) ALLES 3 % teurer... :wacko: . Geht ja gar nicht! Und ich verstehe die Politiker nicht. Die bremsen doch damit jetzt total den Aufschwung! Und dann noch die vorausgesagte Erhöhung der Krankenkassenbeiträge... Oh weh! :heul:

Und die Gehälter steigen ja nun nicht unbedingt parallel. Im Gegenteil, jeden Tag hört man "Schreckensmeldungen" für wie wenig Geld Leute z. T. arbeiten gehen. Für 5 oder 6 €/Std. oder so gar noch weniger.

Den Reichen macht das sicher nicht so viel aus, aber es trifft mal wieder die Leute mit wenig(er) Geld und Familien. Das ist doch nicht in Ordnung! Das ist zumindest meine Meinung! Was sagt Ihr dazu? Oder versteht Ihr das und findet es ok? Ich laß mich ja gern eines Besseren belehren ;) .

Bin schon gespannt auf eine kontroverse Diskussion. :wub:

LG
Krötilla


Bei uns in Österreich ist die MwSt. auf 20 %, also 19 % sind besser :D

Bearbeitet von Julchen1 am 31.07.2006 09:28:16


naja ob´s nun in Östereich 20 oder was auch immer an Prozenten hat..ist eigentlich egal. Nicht das ich Deinen Einwand, Julchen, nicht verstehen würde, nur kann man meiner Meinung nach, nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Jedes Land hat in diesem schönen vereinten Europa, so seine Eigenheiten. Für uns Deutsche ist das schon ne Menge mehr an Steuern. Die höheren Einnahmen sind eh schon verplant und so gut wie verpufft. Vor dem Hintergrund, dass wir seid 3 Jahren sinkende Nettolöhne haben, ist diese Erhöhung schon ein starkes Stück der Politiker.
Was mich auch noch annervt ist die Schelte, die imo die Krankenkassen kassieren.. die haben sich in letzter Zeit immer ganz gut bedient, das stimmt, nur jetzt wo die Mehrwertsteuer erhöht wird , werden die Kassen auch höhere Kosten tragen müssen.

Bearbeitet von kool am 31.07.2006 09:38:31


Ja, nun ist aber mal gut.
Im Europavergleich haben wir immer noch einen recht geringen Mehrwertsteuersatz.
Es wäre allerdings eine Überlegung, die Mehrwertsteuer auf Medikamente abzusenken, dies würde auch einen Teil der Zuzahlung kompensieren.
Hat denn irgendwer einen realistischen Vorschlag, die Kosten zu decken, die durch jahrzehntelange Überversorgung entstanden sind? Die Deutschen müssen endlich mal begreifen, daß die Jahre der Fettlebe vorbei sind. Das haben die Briten und die Franzosen in den 80ern auch ertragen müssen, und heute geht es denen bedeutend besser - nach nur 16 Jahren.

Allerdings ist in Deutschland nahezu alles über die "Manpower" besteuert, also wird ein Großteil des Steueraufkommens durch Arbeitskraft erbracht. Sinnvoller ist hier sicherlich, wie es der BDI schon seit Jahren vorschlägt, eine Besteuerung der Produktionskapazität, also der Maschinen.
Es ist nun mal so, daß immer weniger Menschen immer mehr produzieren. Und der Arbeitskräfteabbau wird auch weitergehen, wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen.


Mir machen die 20 % nichts aus... Bezahlen müssen wir sie doch und sumsen nützt eh nichts B)


Zitat (proteus @ 31.07.2006 09:59:48)
Ja, nun ist aber mal gut.
Im Europavergleich haben wir immer noch einen recht geringen Mehrwertsteuersatz.
Es wäre allerdings eine Überlegung, die Mehrwertsteuer auf Medikamente abzusenken, dies würde auch einen Teil der Zuzahlung kompensieren.
Hat denn irgendwer einen realistischen Vorschlag, die Kosten zu decken, die durch jahrzehntelange Überversorgung entstanden sind? Die Deutschen müssen endlich mal begreifen, daß die Jahre der Fettlebe vorbei sind. Das haben die Briten und die Franzosen in den 80ern auch ertragen müssen, und heute geht es denen bedeutend besser - nach nur 16 Jahren.

Allerdings ist in Deutschland nahezu alles über die "Manpower" besteuert, also wird ein Großteil des Steueraufkommens durch Arbeitskraft erbracht. Sinnvoller ist hier sicherlich, wie es der BDI schon seit Jahren vorschlägt, eine Besteuerung der Produktionskapazität, also der Maschinen.
Es ist nun mal so, daß immer weniger Menschen immer mehr produzieren. Und der Arbeitskräfteabbau wird auch weitergehen, wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen.

Genau da liegt der Hase im Pfeffer, Proteus. Und wenn dann ein paar Großkonzerne auch mal ein paar Euro Steuern zahlen würden und das Abwandern von Betrieben in europäische Billiglohn-Länder nicht noch subventioniert würde .... :rolleyes:

Zitat (HSommerwind @ 31.07.2006 10:11:03)
Zitat (proteus @ 31.07.2006 09:59:48)
Ja, nun ist aber mal gut.
Im Europavergleich haben wir immer noch einen recht geringen Mehrwertsteuersatz.

Genau da liegt der Hase im Pfeffer, Proteus. Und wenn dann ein paar Großkonzerne auch mal ein paar Euro Steuern zahlen würden und das Abwandern von Betrieben in europäische Billiglohn-Länder nicht noch subventioniert würde .... :rolleyes:

Guter Beitrag.
Da liegt so einiges im Argen!

Unser Land und Europa werden von Lobbyisten gesteuert. Ich kann nicht sagen, dass ich darüber sehr glücklich bin. :(

Was sind Lobbyisten?

Die Wirtschaft ist damit ja schön versorgt. Wo bleibt die Lobby der Klein- und Kleinstbetriebe und wo bitte bleibt die Lobby des Bürgers? :angry:


Zitat (Krötilla @ 31.07.2006 09:19:09)
Die bremsen doch damit jetzt total den Aufschwung! Und dann noch die vorausgesagte Erhöhung der Krankenkassenbeiträge... Oh weh! :heul:

Und die Gehälter steigen ja nun nicht unbedingt parallel. Im Gegenteil, jeden Tag hört man "Schreckensmeldungen" für wie wenig Geld Leute z. T. arbeiten gehen. Für 5 oder 6 €/Std. oder so gar noch weniger.

Den Reichen macht das sicher nicht so viel aus, aber es trifft mal wieder die Leute mit wenig(er) Geld und Familien. Das ist doch nicht in Ordnung! Das ist zumindest meine Meinung! Was sagt Ihr dazu?

Ja, das frage ich mich auch.
die Politiker haben es nur noch nicht gemerkt, daß sie den Aufschwung abbremsen. Wenn die Leute weniger in der Tasche haben, kann auch nicht mehr so viel gekauft werden. Verkäuferinnen erden entlassen, weil der Umsatz nicht kommt und es werden auch immer mehr Arbeitslose.
Wo das hinführen soll, das möchte ich mal wissen. Wenn es besser wird soll mal einer sagen.
Mein Mann hat 4,80 Euro Stundenlohn Brutto. Im Osten sind die Löhne noch wesentlich niegriger als im Westen.
Ein junger Mensch kann davon garnicht mehr seinen Lebensunterhalt bestreiten.
Lange geht das nicht mehr gut. Deutschland ist und wird ein Armenhaus.

Zitat (proteus @ 31.07.2006 09:59:48)
Ja, nun ist aber mal gut.
Im Europavergleich haben wir immer noch einen recht geringen Mehrwertsteuersatz.
Es wäre allerdings eine Überlegung, die Mehrwertsteuer auf Medikamente abzusenken, dies würde auch einen Teil der Zuzahlung kompensieren.
Hat denn irgendwer einen realistischen Vorschlag, die Kosten zu decken, die durch jahrzehntelange Überversorgung entstanden sind? Die Deutschen müssen endlich mal begreifen, daß die Jahre der Fettlebe vorbei sind. Das haben die Briten und die Franzosen in den 80ern auch ertragen müssen, und heute geht es denen bedeutend besser - nach nur 16 Jahren.

Allerdings ist in Deutschland nahezu alles über die "Manpower" besteuert, also wird ein Großteil des Steueraufkommens durch Arbeitskraft erbracht. Sinnvoller ist hier sicherlich, wie es der BDI schon seit Jahren vorschlägt, eine Besteuerung der Produktionskapazität, also der Maschinen.
Es ist nun mal so, daß immer weniger Menschen immer mehr produzieren. Und der Arbeitskräfteabbau wird auch weitergehen, wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen.

Du hast sicher Recht mit Deinen Äusserungen, nur glaube ich nicht an die Vergleichbarkeit von Zahlen innerhalb Europas und darüber hinaus, dafür sind die Unterscheide im einzelnen viel zu gross. Das war ja auch das was ich Julchen sagen wollte. Ich arbeite (noch) seid Jahren in einem internationalen Unternehmen, dass in verschiedenen Europäischen und Aussereuropäischen Ländern Niederlassungen hat, die alle selbständig arbeiten.

Nun weiss ich ziemlich genau, dass die Produktivität bei uns und vergleichbarer Manpower weitaus höher ist und das die Gehälter nicht schlechter ,wenn nicht besser/ höher sind. Trozdem werden hier Arbeitsplätze abgebaut und z.B. in Irland wieder aufgebaut.. das sind Fehler der Politiker , die ich nicht verzeihen kann und will. Da macht die Steuerberechnung nur eine untergeordnete Rolle. Wenn nichts mehr produziert oder erarbeitet wird ..isses egal ob Maschinen,Produktivität/Dienstleistung oder sonstwas besteuert wird.

wer nichts macht -> kriegt nix rein

es sei denn, man arbeitet auf Barbados und ist Chef/Angestellter einer Geldvermehrungsfirma

Bearbeitet von kool am 31.07.2006 11:08:07

Ich kann da wohl nicht mitreden - ich reg mich schon lange nimmer auf! B)


Zitat (Julchen1 @ 31.07.2006 09:23:55)
Bei uns in Österreich ist die MwSt. auf 20 %, also 19 % sind besser :D

Die Mehrwertsteuer der einzelnen europäischen Staaten kann man doch nicht so vergleichen. Jedes Land hat doch andere Gegebenheiten.
Schon die MWSt in unserem Land macht doch ost mehr zu schaffen als den Westen, weil wir hier schon viel weniger verdienen als der Rest Deutschland.
Bei uns stehen so viele Wohnungen leer bei 8 Euro pro m2. Im Westen kann das teilweise oder überhaupt bezahlt werden.
Mein Mann verdient 4,80 Euro pro Stunde Brutto, schon seit Jahren !!!!! Da könnt ihr euch ausrechnen, was er mit nach Hause bringt, wenn ich nicht noch verdienen würde - könnten wir unter einen Brückenfeiler ziehen.
Jeder zieht uns das Geld weiter aus der Tasche. Wo soll das hinführen ??????

Bearbeitet von Paulchen am 31.07.2006 12:57:16

Zitat (Krötilla @ 31.07.2006 09:19:09)
Hallo!

Komischerweise habe ich bisher keinen Beitrag zum Thema Mehrwertsteuererhöhung bei frag-mutti gefunden. Na ja, in einem anderem Thread wurde es schon mal leicht angeschnitten, aber nicht weiter vertieft.

Gugg mal bei FV! :yes:

In der Umschau im MDR wurde vorhin das neue Prospekt von A..I-Nord auf Herz und Nieren geprüft. "Wir frieren die Preise ein" ist das Prospekt betitelt. Für die dort aufgeführten Produkte wird eine Preisgarantie wohl bis Jahresende oder sogar darüber hinaus gegeben.
Bei näherer Betrachtung jedoch wurde festgestellt, dass bei 42 Artikeln vorher die Preise teils deftig erhöht worden sind. Ein Orangensaft kletterte um 25% im Preis, Müllbeutel ebenfalls weit über 20%.
Bei den meisten Artikeln liegt laut Stat. Bundesamt die bundesweite Preiserhöhung im Durchschnitt jedoch lediglich bei 2% - 3%.
Wer Lust hat, Preiserhöhungen zu melden, kann hier mitmachen. Ähnliches wird bereits auch von vielen Tageszeitungen angeboten.



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