Waldorf, Montessori, Pestalozzi... was ist denn das eigentlich?


hallo,
ich freue mich über das echte Interesse, das einige von euch im "Umgangs-formen-"-Thread an der Waldorfpädagogik haben. So, erstmal: ich bin keine dogmatische Antroposophin, die irgendwo im 19.Jhrd. stehen geblieben ist. Ich selbst war in einem Waldorfkindergaren, aber in einer Regelschule. Meine Kinder besuchen, bzw. besuchten den Waldorfkiga, mein älterer Sohn geht zur "normalen" Grundschule, seine Klassenlehrerin hat allerdings eine Waldorfausbildung. Das ist aber reiner Zufall. Die Entscheidung ist uns schwer gefallen, aber wir bereuen sie nicht.
Ich denke, dass man, egal, woran man glaubt, nie dogmatisch sein darf und jeder auch seine eigenen Schwerpunkte setzen kann. Für mich ist der Kern der Waldorfpädagogik zum Beispiel der hohe Stellenwert von Rhythmus und Ritualen. Rhythmus und Rituale geben dem kleinen Kind die Sicherheit, die es später braucht. Die Jahreszeiten geben einen Rhythmus vor und jede Woche, jeder Tag verläuft vorhersehbar.

Leider kann ich jetzt nicht mehr schreiben, weil mein kleiner Sohn immer wieder weint. Bitte, seid nicht böse. Morgen gibts mehr. Vielleicht weiß ja eine andere Mutti etwas über eine andere Pädagogig zu erzählen.
Bis morgen
Janet


Ja, bis morgen, janet.
Bin gespannt, was du morgen zu lesen gibst. :blumen:


Ich auch - sehr sogar!!


Ich bin gerade schon zu müde, um richtig loslegen zu können *gähn*

Aber morgen bestimmt...Obwohl, das artet dann sicher in einer Hausarbeit aus :pfeifen: ....und davon hab ich noch drei vor mir :o :mussweg:


Melly - Pause abwarten!!!!

Morgen erfahren wir mehr!!! Und wenn du auch noch was zu sagen hast???
Das wäre Klasse!!!!!


Melly!, muß ja nicht unbedingt.
Aber gut.

GN8.
Same procedure as ...
Und letztes Wort für dich! :blumen:


Sorry, es ist spät geworden.
Viele glauben, dass die Waldorf-Erziehung mit der antiautoritären Erziehung zu vergleichen ist, dass alles immmmmer gaaaaanz weeeiiich ist und dass unsere Kinder dadurch zu erkennen sind, dass sie von Kopf bis Fuß in Schafswolle gkleidet sind.
Waldorf-Erziehung ist eher streng und autoritär. Wobei diese art der Autorität nichts mit der unserer Großeltern zu tun hat. Sie ist Halt gebend und liebevoll. Um es mal etwas provokant auszudrücken: Waldorfs haben es nicht nötig, zu strafen. Allerdings wird das Kind auch nicht für jeden Furz gelobt! Es wird behauptet, dass Lob motiviert. Das stimmt so nicht. Das Kind wird abhäängig davon. Es ist nicht von einer Sache motiviert, sondern von dem Lob, das es bekommen wird. Genauso beim Schimpfen: das Kind wird nie angegriffen oder klein gemacht. Natürlich muss es wissen, wenn es etwas Falsches getan hat. Aber es bleibt immer deutlich, dass die TAT falsch ist, nicht das Kind.
So, vielleicht möchte jemand etwas dazu schreiben oder fragen. Ich poste das mal.
Janet


Danke, dass du Wort gehalten hast.

In deinem ersten Beitrag focussierst du die Kategorien Lob und Strafe (Tadel).

Gelobt, schreibst du, wird in der Waldorfpädagogik kaum.
Wenn das dann so ist, erhebt sich da nicht die Frage:
Wie werden dann aber überhaupt Lernfortschritte erzielt?:
Wenn nicht über: Richtig oder Hast du gut gemacht oder ... ?
Und: Macht nicht jedes Lob in einem gewissen Sinn "abhängig"?

Konkret:
Wie und wann wird dann in der Waldorfpädagogik gelobt?
und:
Wie wird in der Waldorfpädagogik diese Motivation erreicht, die ja aus der Sache heraus, also intrinsisch, erwachsen soll?

Getadelt wird, schreibst du weiter, in der Waldorfpädagogik im Grunde überhaupt nicht. Und weiter:
Das Kind wird nicht angegriffen oder gar klein gemacht. Ihm werde klargemacht,
wenn es etwas falsches getan hat.
Was ist denn bitte daran waldorfpädagogik-spezifisch?


Hhhmmm, gute Fragen.
Ich möchte es dir gern mit Beispielen erklären,:
Max hat einen Turm gebaut und zeigt ihn der Mutter. Mutter A sagt: "Oh, du hast ja einen tollen Turm gebaut, der ist ja klasse. Du kannst ja sooo gut bauen..."
Das Kind freut sich natürlich über das Lob und will mehr davon.

Mutter B sagt: " Mensch, da freust du dich aber, dass du so einen großen Turm gebaut hat, was?"
Das Kind freut sich über den hohen Turm und über die nächsten hohen Türme, die es bauen wird.

Max hat etwas gebaut und seine kleine Schwester Lea macht es aus Versehen kaputt. Max wird sauer und schlägt seine Schwewill sichster.
Vater A sagt: "Max, Lea hat das nicht mit Absicht getan, das weißt du genau! Und du weißt auch, dass du Lea nicht schlagen darfst. Entschuldige dich bei ihr, los!"
Max will sich nicht entschuldigen und bald ist der größte Streit in Gange, bei dem niemand irgendwas lernt.

Vater B sagt" Max, wir schlagen nicht" Du bist sicher sauer, dass Lea das kaputt gemacht hat, aber es war keine Absicht. Lea tut das jetzt weh. Komm, wir pusten mal das Aua weg."

Carlos, natürlich gibt es keine auswendig gelernten Sätze, jeder ist anders. Ich möchte gerne auch später noch mehr schreiben, aber jetzt MUSS ich natürlich STERN-TV gucken!Jaaaa, wir besitzen einen Fernseher! :D
Ich möchte nochmal betonen, dass ich mit allen Vorurteilen vertraut bin und sie teilweise verstehen kann. Außerdem ist es mir wichtig, dass ihr wisst, dass ich mich nicht irgendwie "über den Dingen" fühle. Viele meiner Freunde erziehen ihre Kinder "normal" und das klappt wunderbar. Wir sind eine ganz normale Familie und blicken nicht auf die anderen herab und denken, wir sind die einzigen, die es geschnallt haben. Ganz und gar nicht.
So, jetzt aber ab vor den Fernseher!
Janet


Ich habe festgestellt, dass es ganz schön schwierig ist, zu erklären,-"wie man erzieht". Es klingt irgendwie immer rechthaberisch. Wie in meinem letzten Beitrag schon erwähnt, möchte ich das auf gar keinen Fall. Es wäre sicher einfacher, wenn jemand eine Frage stellt...
Ansonsten könnte ich auch eine Menge Bücher empfehlen, weiß aber nicht, ob ich das hier darf.
LG
Janet


Zitat (janet @ 30.08.2006 22:23:05)
Hhhmmm, gute Fragen.
Ich möchte es dir gern mit Beispielen erklären,:
Max hat einen Turm gebaut und zeigt ihn der Mutter. Mutter A sagt: "Oh, du hast ja einen tollen Turm gebaut, der ist ja klasse. Du kannst ja sooo gut bauen..."
Das Kind freut sich natürlich über das Lob und will mehr davon.

Mutter B sagt: " Mensch, da freust du dich aber, dass du so einen großen Turm gebaut hat, was?"
Das Kind freut sich über den hohen Turm und über die nächsten hohen Türme, die es bauen wird.



Da ich die Technik nicht so beherrsche, muß ich mich damit behelfen, deine Beiträge zu splitten.
Ich will eingehen auf deine Beispiele zum loben:
Mutter A lobt das Kind, weil es einen tollen Turm gebaut hat.
Das Kind strebt nach einer Wiederholung dieser Streicheleinheit. Völlig verständlich und nachvollziehbar.
Mutter B "lobt" das Kind dadurch, dass sie ihm eine rhetorische Frage stellt:
Sie weiß um die Antwort des Kindes, weil sie ja sieht, dass sich das Kind freut.
Was wird das Kind folglich tun?
Es wird versuchen, von der Mama eine eben solche rhetorische Frage erneut ge-
stellt zu bekommen. Es wird demzufolge alles tun, um eine neuerliche Streicheleinheit zu kriegen.
In beiden Fällen wird das Kind extrinsisch motiviert.
Im Fall der Mutti B wird nur (subtiler) manipuliert.

Zitat (janet @ 30.08.2006 22:23:05)
Max hat etwas gebaut und seine kleine Schwester Lea macht es aus Versehen kaputt. Max wird sauer und schlägt seine Schwewill sichster.
Vater A sagt: "Max, Lea hat das nicht mit Absicht getan, das weißt du genau! Und du weißt auch, dass du Lea nicht schlagen darfst. Entschuldige dich bei ihr, los!"
Max will sich nicht entschuldigen und bald ist der größte Streit in Gange, bei dem niemand irgendwas lernt.

Vater B sagt" Max, wir schlagen nicht" Du bist sicher sauer, dass Lea das kaputt gemacht hat, aber es war keine Absicht. Lea tut das jetzt weh. Komm, wir pusten mal das Aua weg."

Carlos, natürlich gibt es keine auswendig gelernten Sätze, jeder ist anders.

Vater A fordert den Jungen auf mit: "Entschuldige dich bei ihr, los!"
In dieser Aufforderung provozierst du natürlich den Jungen, wenn nicht mal "bitte"
sagst - und es dann auch noch mit "los" drängelst.
Da ist es ganz verständlich, dass der Junge trotzt.
Und genau das wolltest du ja auch vorführen.
Vater B geht, bevor er seinen Appell richtet, zunächst auf den Jungen ein, indem er Verständnis zeigt. Der Junge nimmt also zunächst mal ein Aha-Erlebnis mit ("Papa hat mich verstanden").
... und bekommt dann den Appell gesagt: "Wir pusten mal das Aua weg."
Wobei du unterstellst, dass der Junge hier auch Folge leistet.
Ich vermag nicht einzusehen, warum der Junge hier nicht auch bockig werden könnte, seiner Schwester beim trösten zu helfen.

Zitat (janet @ 01.09.2006 21:27:17)
Ich habe festgestellt, dass es ganz schön schwierig ist, zu erklären,-"wie man erzieht".  Es klingt irgendwie immer rechthaberisch. Wie in meinem letzten Beitrag schon erwähnt, möchte ich das auf gar keinen Fall. Es wäre sicher einfacher, wenn jemand eine Frage stellt...
Ansonsten könnte ich auch eine Menge Bücher empfehlen, weiß aber nicht, ob ich das hier darf.


Nene, :nene: janet.
Wir haben uns nun mal auf diese Art der "Auseinandersetzung" eingelassen - und
sollten jetzt nur nicht resignieren. Und für Buchempfehlungen scheint es mir - pardon! - noch verfrüht. Ich denke, das hat noch ein wenig Zeit. :blumen:

Gut. Andersrum.
Du glaubt es für dich einfacher, wenn Fragen gestellt werden.

Ich frage dann. Zunächst auf einer ganz astrakten Ebene. Vielleicht kann ich dann
aus deinen Antworten Fragen auf konkreterer Ebene ableiten:

Wie bereitet die Waldorfpädagogik im Unterschied zu den traditionellen Pädagogikkonzepten ihre Schüler auf die praktische Lebensbewältigung vor?
Ich gehe jetzt mal n Kaffe trinken - und gucke dann, was du geantwortet hast. ok?

Bearbeitet von carlos am 01.09.2006 22:06:00

ich glaub' nicht, dass das so ist, carlos. Diese Art des "Nicht-Lobens" hat nämlich Folgen: Stop! Dazu musst du wissen, dass ich meine Kinder sehr früh im Haushalt eingebunden habe. Ist nix besonderes, weiß ich. Kinder wollen die Großen nachahmen und dürfen das auch. "Du DARFST die post aus dem Briefkasten holen", du darfst den Tisch decken..." . Die Kinder werden früh an Pflichten gewöhnt und es wird für sie selbstverständlich, sie zu erfüllen. Es gibt kein "wenn du bei der Gartenarbeit hilfst, kriegst du ein Eis..." oder ähnliche Handel. Die Arbeit wird gemeinsam gemacht und dann wird gemeinsam Eis gegessen. Die Vorbildfunktion der Eltern ist sehr groß, ich glaube, größer als bei anderen Familien. Das fordert von uns natürlich, ein gutes Vorbild zu sein!
Natürlich räumen unsere Kinder auch nicht jeden Tag strahlend den Tisch ab und ganz sicher gibt es auch Streit wegen der Aufgaben, aber alles in allem läuft es besser als bei allen "normalen" Familien, die ich kenne.

Vielleicht noch ein Beispiel zum Thema Konfliktvermeidung, bzw. Nicht-Vermeidung.
Ich war mit meinen Kindern bei meiner Freundin zu Besuch. ("normal" Erziehend)
Es standen Gläser für die Kids auf dem Tisch. Auf einem war ein Fußball und der Kleine sagte:"Ich möchte das Fußball Glas." Natürlich wollte der Große AUCH das Fußi-Glas. Meine Freundin wollte sofort aufspringen, um noch ein Fußi-Glas aus der Küche zu holen, aber ich habe sie gestoppt. Das Fußi-Glas war vergeben. Punkt. Ich habe meinem Großen liebevoll gesagt, dass ich verstehen kann, dass er traurig ist, aber dass er leider zu spät war.
kinder müssen lernen, mit Frust umzugehen. Sie müssen es aber auch dürfen. Natürlich muss man mit der Konsequenz rechnen, dass das Kind brüllt und tobt. Und auch das muss es, liebevoll begleitet, dürfen.

Das reicht jetzt wohl mal wieder...
janet


Zitat (carlos @ 01.09.2006 22:01:29)


Wie bereitet die Waldorfpädagogik im Unterschied zu den traditionellen Pädagogikkonzepten ihre Schüler auf die praktische Lebensbewältigung vor?

Die Waldorfler stellen in der Regel Lehrkräfte ein, die nicht in den Staatsdienst übernommen werden. Diese Lehrkräfte „unterrichten“ die verhätschelten Prinzessinnen und Prinzen so, wie die Eltern es erwarten, weil diese gut zahlen. Die armen Waldorf-Schüler „backen“ einen Buchstaben im Schulsandkasten drei Mal, bevor sie ihn schreiben. Das heißt, dass sie ewig lang gefördert, aber kaum gefordert werden.
Die Konsequenz liegt auf der Hand: Waldorfeltern- und schüler reiben verwundert ihre Äuglein, wenn es ins echte Leben geht: sie haben auf weiterführenden Schulen und bei der Suche nach einer Lehrstelle meistens keine Chance.

Da haben wir wohl kreuz und quer geschrieben. Also, ich habe mit meinem letztn Beitrag auf deine erste Antwort reagiert.

Deine Frage verstehe ich nicht. in deiner Frage klingt soviel Anti-Waldorf mit, dass es wohl vergebens ist, dir zu sagen, dass Waldorfschüler BESSER als andere aufs Leben vorbereitet sind. Es ist ja nun nicht so, dass man an der WS nicht lesen und schreiben lernt. Vielleicht ein bisschen anders und Kind gerechter. UND die Kinder lernen die Waldorf-spezifischen Dinge. Ja, es gibt Eurythmie Unterricht an den WS. Ja, es wird viel diskutiert. Ja, wir erzählen unseren Kindern von Feen und Elfen und wir behüten sie vielleicht ein wenig mehr, indem es viele Rituale gibt und wir nicht mit einem 3jährigen ins Kino rennen. Aber die Waldorfpädagogik ist NICHT weltfremd und versponnen. Wie überall - bei den meisten nicht. Es gibt natürlich auch einige dogmatische Spinner, die wirklich den Zug ins 21. Jahrhundert verpasst haben.
Es kommt mir ein bisschen so vor, als wolltest du mich testen oder so. Ich meine, die Art, wie wir unsere Kinder behandeln und erziehen, ergibt sich aus unserer Sicht der Dinge.
Zum Thema Schule fällt mir noch etwas ein: Viele Dinge, die heutzutage in der Regelschule gemacht werden, gibt es bei Waldorfs schon immer. Wie zum Beispiel vor dem Unterricht Hampelmänner machen oder zur Konzentration Achten gehen.
LG
Janet


@ stone45
Na, was du so alles weißt...


Zitat (janet @ 01.09.2006 22:32:47)
@ stone45
Na, was du so alles weißt...

Widerleg es!

@stone45
Wieso muss ich widerlegen. Wieso musst nicht du beweisen?


@ janet
Janet, überlies das, was diese Frau namens stone hier schreibt.
Indem wir sie nicht beachten, wird sie das Interesse verlieren.


Zitat (janet @ 01.09.2006 22:42:33)
@stone45
Wieso muss ich widerlegen. Wieso musst nicht du beweisen?

Weil du noch gar nichts zum Thema "praktische Überlebensfähigkeit" geäußert hast im Gegensatz zu mir.

Aber ich verstehe auch, wenn du lieber nicht antwortest. :P :P :P

Ich kann zum Beispiel von einem Kommilitonen berichten, der ist in einem Projekt, die die Leistungskompetenzen von Schülern untersuchen...Und er hat z.B. berichtet, daß gerade Schüler von Montessori-Schulen überall am schlechtesten abschneiden...

Zu Montessori möchte ich mal was persönlich sagen....Da ich auch glaube, daß viele Montessorianer da sehr unwissend sind...

Montessori, die ja als herzallerliebste Kindertante und Entdeckerin des göttlichen Kindes gilt und alle ihre Erkenntnisse aus der praktischen Arbeit in ihrer Casa della Bambinis bezieht, hat nie wirklich als Erzieherin gearbeitet...Sie war nicht mal Pädagogin...

Sie war eine knallarte Wissenschaftlerin (Ärztin) und Forscherin..zu ihrem "Forschungsgebiet" Kind ist sie erst später gekommen, weil sie dachte, das fördert ihre Karriere...

Sie selbst hat sich dagegen gewährt, als Pädagogin gerufen zu werden...sie hielt sich selbst als Forscherin un Wissenschaftlerin...Sie wollte ihr "Kinderhaus" ursprünglich "Laboratorium für Kindheitsforschung" nennen...Journalisten fanden aber *Casa della Bambinis* besser...

Sie hat ihr erstes Kind abgetrieben und angeblich den Embryo konserviert auf ihrem stehen gehabt..

Ihren zweiten Sohn, Mario, hat sie jahrelang verleugnet...

Sie hat energisch um die Gunst Mussolinis geworben...

Warum man davon in Deutschland nie was gehört hat? Ihr Hauptwerk, wo man alles nachlesen kann, wurde bis jetzt noch nie aus dem Italienischen ins Deutsch übersetzt...

Woher ich meine Informationen beziehe? Denn ich kann kein Wort Italienisch!

Ich war bei einem Vortrag "Die Wahrheit über Montessori" von Prof. em. Böhm...Jahrelang Vorsitzender der Montessori-Gesellschaft und Experte...

So wie ich ihn verstanden habe, ist er mit der Übersetzung des Hauptwerkes Montessoris beschäftigt...Das wird wohl, ich zitiere ihn sinngemäß, für einen Aufschrei unter Montessorianern sorgen...


Zitat (janet @ 01.09.2006 22:09:17)
ich glaub' nicht, dass das so ist, carlos. Diese Art des "Nicht-Lobens" hat nämlich Folgen: Stop! Dazu musst du wissen, dass ich meine Kinder sehr früh im Haushalt eingebunden habe. Ist nix besonderes, weiß ich. Kinder wollen die Großen nachahmen und dürfen das auch. "Du DARFST die post aus dem Briefkasten holen", du darfst den Tisch decken..." . Die Kinder werden früh an Pflichten gewöhnt und es wird für sie selbstverständlich, sie zu erfüllen. Es gibt kein "wenn du bei der Gartenarbeit hilfst, kriegst du ein Eis..." oder ähnliche Handel. Die Arbeit wird gemeinsam gemacht und dann wird gemeinsam Eis gegessen. Die Vorbildfunktion der Eltern ist sehr groß, ich glaube, größer als bei anderen Familien. Das fordert von uns natürlich, ein gutes Vorbild zu sein!
Natürlich räumen unsere Kinder auch nicht jeden Tag strahlend den Tisch ab und ganz sicher gibt es auch Streit wegen der Aufgaben, aber alles in allem läuft es besser als bei allen "normalen" Familien, die ich kenne.

Vielleicht noch ein Beispiel zum Thema Konfliktvermeidung, bzw. Nicht-Vermeidung.
Ich war mit meinen Kindern bei meiner Freundin zu Besuch. ("normal" Erziehend)
Es standen Gläser für die Kids auf dem Tisch. Auf einem war ein Fußball und der Kleine sagte:"Ich möchte das Fußball Glas." Natürlich wollte der Große AUCH das Fußi-Glas. Meine Freundin wollte sofort aufspringen, um noch ein Fußi-Glas aus der Küche zu holen, aber ich habe sie gestoppt. Das Fußi-Glas war vergeben. Punkt. Ich habe meinem Großen liebevoll gesagt, dass ich verstehen kann, dass er traurig ist, aber dass er leider zu spät war.
kinder müssen lernen, mit Frust umzugehen. Sie müssen es aber auch dürfen. Natürlich muss man mit der Konsequenz rechnen, dass das Kind brüllt und tobt. Und auch das muss es, liebevoll begleitet, dürfen.

Das reicht jetzt wohl mal wieder...
janet

Janet. Ich greife jetzt deine nächsten beiden Beispiele auf:
Dein erstes Beispiel bezieht sich auf die Einbindung der Kinder in die häusliche Arbeit.
Das schaffst, wie du schreibst, indem du den Kindern nicht ein "Du musst" abfor-
derst sondern ein "Du darfst" erlaubst. Pardon. Ist nicht wieder diese Verbalmanipulation? Zudem erinnert sie mich auch ein wenig an die Super-Nanny.
Was aber ist daran spezifisch Waldorfpädagogik?
Zu deinem zweiten Beispiel: der Konfliktvermeidung.
Sicher, Kinder müssen lernen, mit Frustrationen umzugehen ... .
Nur: Wie hättest du denn reagiert, wenn in deinem Beispiel der kleine zu dem größeren gesagt hätte: "Du, meine Mutti hat noch mehr von diesen Fußballgläsern.
Ich hol dir auch eins." M.a.W.: WWW (sic!) sich die beiden verbündet hätten - gegen ihre beiden Muttis?

Was heißt eigentlich "Reform"-Pädaggogik?

Reformpädagogik wollte weg von der Buchschule....weg vom streng normierten Unterricht, weg vom strengen Literaturunterricht...hin zu den individuellen Bedürfnissen und deren Befriedigung...

Aber genau dieser "Kopf"-unterricht (also das, was die Reformer kritisierten) führte Deutschland an die Spitze der weltweiten Schulsysteme....100 Jahre vor Pisa hatte Deutschland das weltweit beste Schulsystem...

Man sollte vielleicht ebenfall erwähnen, daß die meisten Reformer eigentlich selbst keine Kinder hatten bzw weggaben...

Rousseau (gab seine Kinder, weiß jetz nicht wieviele er hatte, sorry, aufs Land zu Ammen), Pestalozzis Sohn begang angeblich Selbstmord, Montessori wie erwähnt...


@stone45
Natürlich, ist schon klar. Aus keinem Walsorfschüler ist jemals etwas geworden... Im Gegensatz zu all den Schulabgängern der Regelschulen, die motiviert und voller Elan in eine glänzende Zukunft blicken. Also, wirklich....

Aber wenn du Beispiele willst, bitte: mein Cousin ist Tischlermeister mit florierender eigener Werkstatt, unser Arzt, die Hebamme, die meine Hausgeburten begleitet hat, unser ehemaliger Babysitter studiert Englisch und Germanistik und unser jetziger Babysitter macht eine Ausbildung zur Heilpädagogin.
LG
Janet


so nachdem ich mal nen bißchen Theorie geschildert habe...(vorallem mit Bezug auf meinen Professor...)

möchte ich jetzt mal eigene "Erfahrungen" schildern...Erfahrungen mit " " ,weil ich nur von einer Bekannten berichten kann, die gerade auf einer Waldorfschule Abi gemacht hat...

Sie ist sehr intelligent, klug und talentiert in musischen Fächern...sehr sportlich und musikalisch...Ich denke, das verdankt sie auch ihrer Schulbildung...

Aber, Abi auf einer Waldorfschule ist echt kein Zuckerschlecken...da sie in viel mehr Fächern Prüfungen schreiben mußte...das letzte halbe Jahr war für sie echt grausam...nur lernen, keine Freizeit, keine Zeit für ihren Freund...

Denn in der Abiphase ist nichts mehr mit dem vermeintlich lockeren Umgang, den man auf der Waldorfschule gewöhnt ist.....Klar, bei dem Abi handelt es sich nicht um ein spezielles Waldorfabi, sondern um das staatlich anerkannte, trotzdem stellt die Waldorfschule viel höhere Leistungsansprüche in dieser Zeit...


Es scheint so, als sei jetzt wieder etwas Ruhe eingekehrt.
Vorschlag: Wir diskutieren den Beitrag von Mellly, der um 22:52:00 abgeliefert
worden ist. Magst du eröffnen? Ich komme dann mit der Replik.
Ist das ok?
Dann hast du jetzt das Wort!:


@ carlos.
Wenn die Kinder eine Lösung finden, ist das immer gut! Die Lösung muss nicht immer akzeptiert werden, aber sie wird immer angehört und und gewürdigt.
Du fragst immer wieder, was denn so waldorfspezifisch daran ist? Ich kann in meinen Beispielen immer nur erzählen, wie wir es machen und was die Kinder im Kindergarten erleben. Und ich lebe ja nun in einer normalen Umgebung und sehe, wie andere mit ihren Kindern umgehen. Ich glaube, wir wenden uns den Kindern einfach anders zu. Ich habe NICHT immer Zeit für meine Kinder. Aber wenn, dann ganz. Ich wende mich ihnen zu und spreche nicht nebenbei mit ihnen. Wenn sie etwas wollen, sage ich "moment, ich mache das jetzt eben fertig und dann habe ich Zeit. Wobei es natürlich Ausnahmen gibt. Bei anderen erlebe ich es oft, dass dem Kind nebenbei zugehört wird, aber gar keine Kommunikation statt findet. Aber wer hat soviel Zeit? wirst du dich jetzt fragen. Sich immer dem Kind ganz zuwenden? Tatsächlich fordert das Kind dadurch weniger Aufmerksamkeit. Es weiß , dass die Mutter ganz sicher kommt und muss nicht quengeln.
Schon Babys werden an einen ganz strengen Rhythmus gewöhnt und wissen so immer, was als nächstes kommt. Das gibt ihnen Geborgenheit und sie weinen nicht so viel.
carlos, glaub' nicht, dass bei uns immer Friede, Freude, Eierkuchen herrcht! :pfeifen:
Es schwebt auch keine zartlila Wolke über unserem Haus. :D .


Gut, wenn du erlaubst, will ich direkt eingehen.
Ich bin - zunehmend - irritiert wegen der Fred-Überschrift. Sie signalisiert doch deutlich den Bezug zu Waldorf. Deshalb habe ich auch mehrfach zu insistieren versucht.
In deinen Beispielen bist du weit weniger "ideologisch" (du verstehst mich?) und gar nicht so "waldorfmäßig".
Und auf dieser konkreten Ebene hast du meinen vollen Respekt.
Wenn du das in der Praxis so machst, wie in den Beispielen hier erläutert, bist du eine großartige Mama.

Ich würde dir jetzt gern den Ball wieder zuspielen, damit du auf Mellly (Beitrag 22:52:00) eingehen kannst.

Bearbeitet von carlos am 01.09.2006 23:32:40


Zu Melly wollte ich auch noch was schreiben. Mein erster beitrag hat sich mal wieder mit dem von carlos überschnitten.

Dass Montessori nicht die "Heilige" ist, zu der sie heut gemacht wird, habe ich auch schon gehört.
Hier in unserer Stadt ist die Montessori-Schule eine Einrichtung für behinderte Kinder.
Meine Cousine lebt mit ihrer Familie in Norwegen. Ihre Kinder haben beide einen Montessori-Kiga besucht und gehen jetzt zur M-Schule.
Die Kinder sind auf dem gleichen Stand wie deutsche Regelschüler und nette kinder.
Ich denke, dass es immer darauf ankommt, was man daraus macht. Ich kenne mich in der M-Pädagogik nicht wirklich aus, weiß nur, dass es sog. Montessori-Materialien gibt und viel in Gruppen gearbeitet wird.
Vielleicht hat MM ja gute Ansätze gehabt, die sie zu einem schlechten Zweck missbraucht hat?
Von Waldorf Kigas und schulen weiß ich, dass es da ganz tolle und auch ganz schreckliche gibt. Bei Regelkigas ja auch. Vielleicht ist das bei Montessori-Einrichtungen das gleiche.

@Melly
Vielleicht müsste ich das aus einem anderen Thread wissen, aber... studierst du Pädagogik oder so?
Kennst du die Pädagogin Emi Pikler?
janet


@carlos

Ich freu mich über die "großartige Mama"! :winkewinke:
Und ich freu mich darauf, wie dieser Thread weitergeht! :)

Janet


Hallo!!

Bin neu dazugekommen und hab gleich Eure Diskussion gelesen.
Die Waldorfpädagogig lobt Kinder schon aber mehr wird auf dem Prozess eingegangen als auf das fertige Produkt.
Malt ein Kind ein Bild, kann man leicht sagen, "das ist schön" aber wenn man es scich genau anschaut und dem Kind sagt was man auf dem Bild sieht, welche Farben es verwendet hat usw, dann weiß das Kind das man mit seiner Aufmerksamkeit voll bei ihm ist.

Waldorfspezifisch ist, dass Kinder immer das echte im Menschen suchen und viel mehr spüren als wir Erwachsenen.
Sprich, wenn ich als Mutter schon total genervt bin aber meinen Kind noch immer zuckersüß komme, wird es solange weitermachen, bis ich einfach ehrlich sage, dass es mir reicht. DAS ICH SAUER BIN!

Wichtig ist da immer das Echte!
Was noch gemacht wird ist, dass die Kinder nicht ständig über den Intellekt sondern über Bilder angesprochen werden (im ersten Jahrsiebt)
Sprich es wird nicht ständig gefragt, willst du die rote oder die blaue Mütze sondern einfach dem Kind eine aufgesetzt.
Kinder sind mit vielen Entscheidungsfragen überfordert. Konsequenzen sind für sie nicht abschätzbar. Ein kleines Kind kann man noch nicht fragen ob es eine Jacke braucht, ich als Erwachsener muss das übernehemen.
Wenn das Kind die Reife hat, wird es das können und selbst entscheiden welche Mütze, Jacke oder... es will.

Waldorfpädagogik finde ich super, wobei ich glaube, dass es Kinder gibt, für die diese Schule nicht geeignet ist....

Lg an alle


Zitat (janet @ 01.09.2006 23:32:20)
@Melly
Vielleicht müsste ich das aus einem anderen Thread wissen, aber... studierst du Pädagogik oder so?
Kennst du die Pädagogin Emi Pikler?
janet

Puh....mir ist so, als wenn die irgendwas mit Kleinkindpädagogik zu tun hat...aber

soweit ich mich erinnern kann, ist sie keine Pädagogin, sondern Ärztin??

Mehr weiß ich nicht von ihr...sorry...ist mir im Studium nicht wirklich begegnet...kann auch daran liegen, daß ich öfters mal im Hörsaal penne :ph34r: :pfeifen: :lol:

Ähm, ja ich studiere Pädagogik...aber bei uns gehts mehr um geisteswissenschaftliche Pädagogik...ist viel philosophisches mit bei...

Wir kriegen mehr die Anthropologie (Menschenbilder) vermittelt als reine Erziehungspraktiken....

@ lia

Ich finde es toll, wie du dich hier (noch dazu in deinem ersten Beitrag überhaupt)
in den Fred eingebracht hast.
Einleuchtend finde ich deine Gedanken zur Prozeß-Produkt-Bedeutung.
Nicht recht verstehe ich, warum das Kind nicht entscheiden dürfen soll, ob es nun eine blaue oder rote Mütze tragen möchte.
Eingängig finde ich auch den Abschnitt, wo es dir um das echte geht.

Damit die Positionen eindeutig sind: Ich habe keine abgeschlossene Meinung zur Waldorfpädagogik - bin aber bereit, neues aufzunehmen, wenn es mich denn überzeugt.


Zitat (janet @ 01.09.2006 23:02:57)
@stone45
Natürlich, ist schon klar. Aus keinem Walsorfschüler ist jemals etwas geworden... Im Gegensatz zu all den Schulabgängern der Regelschulen, die motiviert und voller Elan in eine glänzende Zukunft blicken. Also, wirklich....

Aber wenn du Beispiele willst, bitte: mein Cousin ist Tischlermeister mit florierender eigener Werkstatt, unser Arzt, die Hebamme, die meine Hausgeburten begleitet hat, unser ehemaliger Babysitter studiert Englisch und Germanistik und unser jetziger Babysitter macht eine Ausbildung zur Heilpädagogin.
LG
Janet

Genaues Lesen hätte nichts geschadet....

Viel Spaß mit denen, die dich bestätigen!

:D :D :D

@ janet
Warum tust du ihr den Gefallen?
Du gerätst so in eine Endlosschleife! Lass es bitte! :blumen:

Du bist doch eine gestandene Frau. Sei erhaben! :blumen:

Bearbeitet von carlos am 01.09.2006 23:57:25


Könnte auch noch was zu Fröbel sagen....

Fröbel (gilt als Vater des Kindergartens...) hat zum Beispiel jede spontane Aktion eines Kindes, die beobachten konnte instrumentalisiert oder professionalisiert...

Das heißt, das Kind oder die Kinder mußten diese spontan gezeigte Reaktion immer und immer wieder wiederholen..auf seine Anweisung hin...sollten die Handlung schließlich verbessern...

Das halte ich z.B. auch für falsch, wenn sich Erwachsene/Erzieher stehts und ständig in das Kinderspiel einmischen...(mach das doch mal so...nimm doch mal die Farbe...mal doch mal eine Sonne...)

Montessori hielt übrigens Kinder, die sich nicht an ihr "Konzept" hielten, also Kinder, die sich eben gerade nicht mit einem bestimmten Material, zu einer bestimmten, von ihr festgelegten Phase, beschäftigten, für deviant...Das heißt, von der Norm abweichend...Montessori wollte in erster Linie Kinder normalisieren...

Spricht auch nicht gerade für eine individuelle Erziehung...

Im übrigen ist das Montessori Material auch sehr begrenzt (Sie hat es nicht mal selbst entwickelt...)..Das heißt, den Kindern wird schon vorgeschrieben, wann sie welches Material und wie lange sie es benutzen dürfen...


Ladies!
Ihr merkt es wohl auch.
Die Struktur geht hier zusehends verloren.

Das ist schade - ich wünsche euch ein sonniges WE! :blumen:


Zitat (carlos @ 01.09.2006 23:55:32)
@ janet
Warum tust du ihr den Gefallen?
Du gerätst so in eine Endlosschleife! Lass es bitte! :blumen:

Du bist doch eine gestandene Frau. Sei erhaben! :blumen:

@ Janet

Sehr viel scheint Carlos von dir als gestandener Frau wohl nicht zu halten. Sonst müsste er nicht so krampfhaft versuchen, dich wie eine Hilflose zu beeinflussen.

:unsure: :unsure: :unsure:

Zitat (carlos @ 02.09.2006 00:02:48)
Ladies!
Ihr merkt es wohl auch.
Die Struktur geht hier zusehends verloren.

Das ist schade - ich wünsche euch ein sonniges WE! :blumen:

Wenn Carlos nicht recht hat ist die Diskusion beendet! :lol: :lol: :lol:

Entscheidungen treffen ist in den ersten 7 Jahren einfach noch nicht dran. Die Fähigkeit zu entscheiden und zu urteilen entwickelt sich erst imm zweiten Lebensjahrsiebt. Das Kind will ein Kind sein, es will Schutz und Orientierung. Ein Kind lernt nicht Entscheidungen zu treffen, indem man es wegen allem fragt. Das Beispiel mit der Mütze finde ich richtig gut.
Beliebt ist ja auch die Geschichte, dass das Kind sich nicht anziehen will und die Mutter es im Schlafanzug zum Kindergarten bringt. Alle lachen, Kind macht nie wieder Theater beim Anziehen. Unter gar keinen Umständen würden meine Kinder im Schlafanzug in den Kiga gehen!
Es würde aber auch gar nicht so weit kommen, weil das Anziehen morgens einfach dazugehört. Solche Dinge haben bei uns einfach so gut wie kein Konfliktpotential.
Meine Kinder sind ziemlich selbständig, Das liegt vielleicht daran, dass wir immer alles gleich machen. Beim Tisch decken erst die Sets, dann die Teller, dann das und nie anders. Oft begleitet von Reimen. (Beim Anziehen "Jacke, Mütze, Schuhe und alles in Ruhe" zum Beispiel). Und wenn ich etwas tue, dann nur das, also, wenn ich meinen Sohn anziehe, ziehe ich ihn an und telefoniere nicht nebenbei oder gucke das neu gebaute Lego Boot von meinem großen Sohn an - ich bin anwesend.

Damit bin ich fast schon bei Emi Pikler. Melly, du hast Recht, sie war Ärztin. Die Bewegung, die sie gegründet hat, nennt sich aber E.P-Pädagogik. Dazu aber mehr in einem anderen Beitrag.


Zitat (janet @ 02.09.2006 00:18:45)
Meine Kinder sind ziemlich selbständig, Das liegt vielleicht daran, dass wir immer alles gleich machen. Beim Tisch decken erst die Sets, dann die Teller, dann das Besteck und nie anders.

Das ist zum Beispiel nen Punkt, den ich persönlich nicht gut finde...

Was machst du, wenn dein Kind aufeinmal andersrum den Tisch decken würde...also zuerst das Besteck z.B.

Das ist nen Punkt wo ich persönlich sage, es macht Kinder zu willenlosen Geschöpfen, denen etwas aufgezwungen wird...Da bleibt kein Raum fürs Ausprobieren...

@ janet
Mein Motiv, hier mitzumachen war, von Waldorf mehr zu erfahren.
Hier läuft aber vieles querbeet: Es tun sich mehr Fragen auf, als beantwortet werden. Mir wird auch zu wenig bezug genommen auf andere Positionen, die hier
ernst genommen werden wollen.
Schade eigentlich!


ich zum Beispiel beziehe mich ja mehr auf die Personen im Threadkopf, da ich finde, daß viele über diese gar nicht so bescheid wissen...

Ich persönlich bin auch von einer Pädagogik nicht überzeugt, die Kinder, ihre Entwicklung und Erziehung streng nach Phasen ausrichtet..

Da fallen mir persönlich zu viele Kinder durchs Raster...

Das ist auch ein Problem z.B. der Entwicklungspsychologie (früher stärker als heute), daß sie zu stark in Phasen denkt...Kinder die nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt einen gewissen Entwicklungsstand erreicht haben, laufen Gefahr in die Sonderpädagogik abgeschoben zu werden


@carlos
Wer hat worauf nicht bezug genommen? Und wer hat wen nicht ernst genommen?


@ janet
Wenn du den Verlauf, so wie er hier ja nach zu lesen ist, ok findest, dann gibts halt
zwei Meinungen. Ich finde, dass best. Positionen nicht oder nicht angemessen ernst wahrgenommen wurden.


Ich habe den Eindruck, dass das "normale" Raster viel strenger ist. Mit einem Jahr laufen, mit 2 Jahren Sätze sprechen, mit 3 Jahren trocken...
Waldorfs teilen in Jahrsiebte ein. Was natürlich nicht heisst, dass ein Kind 7 Jahre Zeit hat, laufen zu lernen.Melly, ich bin keine dogmatische Waldörflerin, das habe ich mehrmals betont. Ich übernehme lediglich die Teile dieser Erziehung, die mir sinnvoll erscheinen und gebe meinen Kindern einen festen Rahmen aus immer wieder kehrenden Ritualen.
Was willst du mit deinem Studium machen? Also, was willst du mal werden (beruflich)?
Für mich ist jetzt aber Schluss hier, ich muss ins Bett.
Gute Nacht
Janet


Zitat (janet @ 02.09.2006 00:43:14)
Melly, ich bin keine dogmatische Waldörflerin, das habe ich mehrmals betont. Ich übernehme lediglich die Teile dieser Erziehung, die mir sinnvoll erscheinen und gebe meinen Kindern einen festen Rahmen aus immer wieder kehrenden Ritualen.
Was willst du mit deinem Studium machen? Also, was willst du mal werden (beruflich)?
Für mich ist jetzt aber Schluss hier, ich muss ins Bett.
Gute Nacht
Janet

@janet, wollte auf keinen Fall behaupten, du seist eine dogmatische Waldörflerin..

Hab mir nur genau diesen Punkt rausgepickt, weil ich den persönlich nicht gut finde...will dir aber keinesfalls in deine Erziehung reinreden...auch wenn ich mich kritisch über Waldorf und Reformpädagogik äußern sollte :blumen:

Paßt nich wirklich zum Thema aber im Moment sieht es wohl so aus,als wenn ich die therapeutische Richtung einschlagen werde...

Hab zwar als Studienrichtung Elementarpädagogik, allerdings nur, weil ich nur so das Wahlpflichtfach Kinder-und Jugendpsychiatrie nehmen kann...

Zitat (carlos @ 02.09.2006 00:38:58)
@ janet
Wenn du den Verlauf, so wie er hier ja nach zu lesen ist, ok findest, dann gibts halt
zwei Meinungen. Ich finde, dass best. Positionen nicht oder nicht angemessen ernst wahrgenommen wurden.

Guuuuut, dass ihr darüber gesprochen habt......

rofl rofl rofl rofl rofl rofl rofl rofl

(alter Witz...... natürlich nicht in euren Kreisen) B) B) B)

Zitat (stone45 @ 02.09.2006 00:50:20)
Guuuuut, dass ihr darüber gesprochen habt......

rofl  rofl  rofl  rofl  rofl  rofl  rofl  rofl

(alter Witz...... natürlich nicht in euren Kreisen) B)  B)  B)

rofl rofl rofl

Alter Pädagogenwitz...

Tourist: Entschuldigung, wissen sie, wie man zum Bahnhof kommt?

Pädagoge: Nein, aber gut, daß wir drüber gesprochen haben...

:lol:

Bearbeitet von Mellly am 02.09.2006 00:54:04


Kostenloser Newsletter