Tote Oma


Hallo,

ich bitte mal um eure Meinung. Unsere Oma ist überraschend nach wenigen Tagen Krankheit verstorben. Sie musste Gott sei Dank nicht lange leiden und ist friedlich eingeschlafen. Jetzt ist sie aufgebahrt und morgen findet die Beerdigung statt.

Die Oma hatte viele Enkelkinder, der kleinste ist gerade 6, die großen sind schon erwachsen.

Es stellt sich nun die Frage, ob die kleineren Kinder die Oma nochmal sehen sollen bzw. dürfen. Die Großen können das selbst entscheiden, die Kleinen sind damit sicher überfordert.

Ich war gestern dort, es war für mich o.k.. Ich bin jedoch der Meinung, dass sie ganz anders aussieht, eher wie eine Puppe. Wäre es besser, die Kinder würden sie so wie sie immer war in Erinnerung behalten oder ist es für die Trauerarbeit wichtig zu sehen, dass die Oma wirklich tot ist.

Hat jemand Erfahrung mit diesem sicherlich schwierigen Thema gemacht.

Danke im Voraus

lisa28


erstmal möchte ich euch mein beileid aussprechen, ich weiß, wie blöd und vor allem schmerzhaft sowas ist. vor 3 wochen ist auch meine oma an einer schlimmen krankheit gestorben...

ich denke die kinder sollten sie so in erinnerung behalten, wie sie die oma kannten!


ich war 14, als meine andere oma starb (okay, 14 ist ja schon etwas älter...), meine mutter wollte gerne, dass wir die oma nochmal sehen, ich fand das damals nciht so schlimm, aber heute ärgere ich mich ein bisschen, denn ich habe immer dieses bild vor mir, wenn ich an meine oma denke, und nciht ein bild, was ich sonst von ihr gewohnt war... klar sind noch viele bilder von ihr in mir und die kommen auch oft "raus", aber als erstes schießt mir halt immer dieser anblick in den kopf... :(


ich hoffe, ihr trefft für euch und die kinder die richtige entscheidung :blumen:

Bearbeitet von RennSchnegge am 03.05.2007 10:37:34


Erstmal Herzliches Beileid @lisa28 für dich und deine Angehörigen.

Ich würde sagen, das die kleinsten die Oma so in Erinnerung behalten sollen, so wie sie kennen.
Die Kleinen sind damit überfordet und können es noch nicht so verstehen!

Das ist meine Meinung dazu.

Ally McBeal

Bearbeitet von Ally Mc Beal am 03.05.2007 10:38:22


auch von mir mein mitgefühl

im vorjahr hatten wir in der familie leider auch viele, die gehen mussten.
meine schwester hat noch kleine kinder (2 und 4 Jahre alt). Sie hat sie alleine schon aus dem grund, dass sie "nirgends hinkonnten" mitgenommen.
teilte ihnen aber im vorfeld mit, dass die tante nun im himmel sei, von oben herab schaue und wir uns hier so von ihr noch verabschieden würden....

... die kinder sind wie gesagt noch sehr klein, haben das mehr oder weniger verstanden, wohnten der beerdigung von kirche bis zum friedhof bei und haben das weder positiv noch negativ mitbekommen. für sie war klar, dass das ein tschüss-sagen ist und damit war's auch abgetan.


Hallo Lisa, ist wirklich eine schwierige Situation...Du hast geschrieben, dass das jüngste Kind 6 Jahre alt ist. Also meiner Meinung nach kann ein Kind in diesem Alter schon sehr gut selbst entscheiden. Viel wichtiger ist doch der Zusammenhalt und das man mit dem Kind viel darüber redet und erklärt. Ich denke dann kann auch ein 6jähriges Kind begreifen...


Hallo Lisa,

zuerst einmal mein herzliches Beileid für dich und deine Familie.

Ich würde die ganz Kleinen nicht mehr die Oma sehen lassen. Sie sollen sie lieber so in Erinnerung behalten, wie sie im Leben war. Meine Oma und meine Lieblingstante starben, als ich schon erwachsen war. Beide sehe ich zuerst aufgebahrt vor mir. Das ist schade, da geht es mir wie Rennschnegge. Ich würde es den Enkeln nicht zumuten. :unsure:


Ich war auch sechs, als meine Oma starb und ich durfte selber entscheiden ob ich sie nochmals sehen möchte (ich wollte nicht, war mir einfach unheimlich). Genau so war es, als mein Opa starb, da war ich 10 und sogar noch als meine zweite Oma starb, da war ich schon 22. Ich finds gut, dass ich mich jedesmal selber entscheiden durfte. Ich denke zwar, dass ich mit 6 noch und übrigens auch mit 10 eigentlich noch nicht richtig abschätzen konnte, was das bedeutet, aber ich kann mit meinem Entscheid gut leben. Wenn ich nicht gefragt worden wäre, würde ich wahrscheinlich immer denke "hätte ich sie doch nur nochmals sehen können...".

Allerdings war mein Vater Pfarrer und ich wurde durch seine Arbeit schon sehr früh mit dem Tod konfrontiert. Allerdings war seine Devise auch immer: Unser Gott ist ein Gott der lebenden und nicht der Toten.


Zitat (April @ 03.05.2007 11:15:59)


Ich würde die ganz Kleinen nicht mehr die Oma sehen lassen. Sie sollen sie lieber so in Erinnerung behalten, wie sie im Leben war.


Liebe Lisa,

:trösten: auch von mir mein herzliches Beileid!!

Ich sehe es genauso wie April. Meine Oma ist vor 2 Jahren gestorben und ich bin noch heute froh, dass ich sie so in Erinnerung habe, wie sie eben war.

:blumen:

Meine Oma ist vor 3 Jahren (Ich war 28) von uns gegangen. Dieser Thread hat wieder sämtliche Erinnerungen aufgerüttelt. Aber beiderlei Art. Zuerst mal der Anblick meiner Oma im Sarg, und danach erst die schönen Erinnerungen, die ich mit ihr verbinde.
Hätte ich sie aber nicht mehr sehen dürfen, dann wäre zwar eine schmerzliche Erinnerung weniger da, aber ich hätte mir wohl immer Vorwürfe deswegen gemacht. (Noch mehr als ich eh schon tu - aber das gehört nicht hierher)

Wenn die jüngsten 6 sind, würd ich sie fragen, und auf jeden Fall mit ihnen genau drüber reden, was los ist, warum dies und das, und wie sie wohl oin zukunft darüber denken könnten. Klar sehen Kinder die Folgen ihres handelns nicht sofort. Aber wenn man mit ihnen drüber redet, dann kommen sie auch drauf.


Erkläre deinen Kids die ganze Sache und laß sie selbst entscheiden.
Mein Opi ist gestorben als ich 10war. Meine Eltern wollten nicht das ich ihn im Sarg seh. Aber Gott sei Dank stand der Sarg am letzten Abend noch offen ich ich hab ihn doch gesehen.
Knapp ein Jahr später ist mein kleiner Cousin mit fast 3Jahren gestorben. Meine Eltern wollten auch dieses mal nicht das ich ihn seh. Ich durfte nicht mit in die Leichenhalle. Das werfe ich meiner Mama heute noch ab und zu vor. Weil ich einfach sehen wollte das er tot ist. Meine Ma sagt im nachhinein das es falsch war diese Entscheidung für mich und meinen Bruder zu treffen. Heute tut es ihr leid, es ist aber nicht mehr zu ändern.
Ich kann Dir keinen Ratschlag geben........... Wünsch Dir in der schweren Zeit viel Kraft und die richtige Entscheidung für euch alle...................


Erst einmal Euch allen herzliches Beileid und viel Kraft für die kommende Zeit :trösten:

Als meine Lieblingsoma gestorben ist, (damals war ich 6)haben meine Eltern entschieden, daß ich sie weder noch einmal sehen soll/kann/darf, noch daß ich mit zur Beerdigung durfte. Ich war ihnen damals sehr böse, ich selbst wollte beides.
Aus heutiger Sicht würde ich sagen, es war die richtige Entscheidung, auch wenn ich sie gerne noch einmal gesehen hätte(damals wäre es einfach nicht gut für mich gewesen).

Als mein Opa vor einigen Jahren verstarb, war ich dabei und konnte mich von ihm verabschieden, was mir sehr geholfen hat, da ich wußte, nun geht es ihm gut.
Meine "letzte" Oma starb völlig unerwartet, ich habe sie gefunden, als ich zu einer Verabredung in ihre Wohnung ging, das hätte ich mir sehr gerne erspart, diese Bilder werde ich mein Leben lang nicht mehr los.

Ich würde es so machen: die Kinder sollten die Oma nicht mehr sehen, aber mit zur Beerdigung dürfen und sich von der Oma verabschieden können. So wird es einfacher, mit dem Tod umzugehen und ihn zu verarbeiten.

Ihr werdet es schon richtig machen!


Herzliches Beileid, ich kann deine Situation gut verstehen.

Wir haben auch vor kurzem Uroma und Uropa verloren (aus Sicht unserer Kinder). Unser Ältester ist auch sechs, die Kleinen sind zwei Jahre alt.

Ich muss dazu sagen, dass Krissy, der 6jährige, die beiden nicht mehr tot gesehen hat, weil es nicht möglich war.
Ich hätte es ihm aber gewünscht. Ich denke, so ein kleiner Mann kann schon viel mehr verstehen, als wir denken und je eher er an das Phänomen "Tod" herangeführt wird, umso leichter wird es ihm später fallen, damit umzugehen, auch dann wenn es gesellschaftlich eher tabuisiert wird.

Krissy war bei beiden Beerdigungen mit und stand in der Reihe derer, denen kondoliert wurde. Er hat gespürt, dass etwas feierliches passiert, und dass viele Menschen sich an die beiden erinnern, die innerhalb eines halben Jahres gestorben sind. Erst er - dann sie.

Oh je, während ich schreibe, fange ich an zu weinen, aber Trauerarbeit hat noch jedem gut getan - und ich denk, das gilt auch für Kinder.


Ich möchte auch mal kurz meine persönliche Erfahrung mit dem Thema hier verewigen.

Beim Tod meiner 1. Oma (in der Badewanne verstorben) "durfte" ich Sie mir mit meinem Bruder auch noch ein letztes mal anschauen.

Dass dieses Erlebnis bei mir etwas hinterlassen hatte, merkte ich erst viele Jahre später beim Tod meiner 2. Oma. Von ihr hätte ich mich noch lebend im Krankenhaus verabschieden können, jedoch "rannte" ich anscheinend vor der Gefahr, wieder eine tote Oma sehen zu müssen weg.

Ich möchte daher jedem raten, vor allem wenn die Kinder noch jung sind, Ihnen dieses Erlebnis zu ersparen. Verabschieden können sie sich bei der Beerdigung.

Gruß PvF


Zitat (RennSchnegge @ 03.05.2007 10:37:01)
schlimm, aber heute ärgere ich mich ein bisschen, denn ich habe immer dieses bild vor mir, wenn ich an meine oma denke, und nciht ein bild, was ich sonst von ihr gewohnt war... klar sind noch viele bilder von ihr in mir und die kommen auch oft "raus", aber als erstes schießt mir halt immer dieser anblick in den kopf... :(



Auch von mir herzliches Beileid.

Ich glaube, dieser Satz wuerde fuer mich ausschlaggebend sein und wuerde die kleinen Kinder nicht dorthin mitnehmen.

auch von mir herzliches Beileid.
ich schließ mich allerdings gleich mit an, meine Oma ist heute Morgen verstorben und auch wenn ich erst am Sonntag hinkomme, werde ich bestimmt noch vor die Frage gestellt, ob ich sie noch mal sehen will.
Ich will nicht. als vor einigen Jahren mein Opa gestorben ist, lag er aufgebahrt zu Hause mit einem Kühldeckel mit Sichtfenster. als ich zu ihm rein kam um ihn noch mal anzusehen, gin die Kühlung los und der ganze Sagr bewegte sich so das es aussah, als ob mein Opa den Kopf schüttelt. Ich für meinen Teil werde keine Toten mehr anschauen.
meine kleinen Schwester und Cousine waren damals 9 und die waren schon bei ihm und ihnen hatt es vieleicht ganz gut getan sich von ihm zu verabschieden. beide hatten nie Probleme damit.


Mein Mitgefühl,dir und deiner Familie!
Man sollte die Kinder auf jeden Fall selber entscheiden lassen.Natürlich erst nachdem man ein ehrliches Gespräch mit ihnen geführt hat.Bei unseren Kindern haben wir das so gemacht.Sie wollten ihre Uromi noch mal sehen.Wir haben dann vereinbvart,sie erst von ganz weit weg "spicken" zu lassen und wenn sie wollen konnten sie Schritt für Schritt näher kommen.War für beide Okay und eine gute Entscheidung.Was ich jetzt aber unbedingt verhindern würde,wäre eine Berührung !


Auch von mir herzliches Beileid, auch wenn das wie eine leere Phrase klingt. Meine lieben, lieben, lieben Großeltern sind schon seid 18 und 16 Jahren nicht mehr auf dieser Welt, und es vergeht kaum ein Tag, an dem sie mir nicht fehlen.

Meine anderen Großeltern sind gestorben als ich noch sehr klein war, und ich hab nie kapiert, was eigentlich los war, und warum ich nicht mehr zu ihnen kann, und warum sie nicht zurück kommen. Ja, ich hätte mich von ihnen verabschieden sollen!!

Mittlerweile hab ich mit dem Tod ein wenig mehr Bekanntschaft gemacht. Kinder kommen sehr oft sehr gut mit ihm klar, und begreifen sehr gut, dass in diesem Körper niemand mehr zu Hause ist. Und genau das sollte ihnen bewusst werden: Ömchen ist nicht mehr hier!


Zitat (Vogulisli @ 03.05.2007 17:02:25)
Was ich jetzt aber unbedingt verhindern würde,wäre eine Berührung !

Warum? Vielleicht brauchen sie es, um zu be- greifen.

Ich denke, dass auch kleine Kinder durchaus fähig sind, zu verstehen. Ich werfe meinen Eltern heute noch vor, dass ich mich von meinen Großeltern nicht verabschieden durfte... meinen Großvater habe ich zuletzt 1/4 Jahr vor seinem Tod gesehen- bei der Beerdigung meiner Großmutter. Auch von ihr durfte ich mich nicht verabschieden- dafür war ich mit immerhin 18 Jahren noch "zu klein", befand man und entschied für mich dass ich nicht solle.

Wenn mein Schwiegervater oder meine Eltern irgendwann sterben sollten, so möchte ich dass mein Sohn selber entscheidet ob und in welcher Form er sich verabschiedet- ob er noch ans Sterbebett möchte, ob er an den offenen Sarg möchte, ob er Oma oder Opa zum Abschied noch mal streicheln möchte... ein Kind kann durchaus selbst entscheiden was es sich zutrauen kann und was nicht...

Mein Beileid an die Angehörigen. Ich würds davon abhängig machen, wie die Oma aussieht und ob die Kids das selber wollen. Ne schlimm aussehende Oma würd ich die nicht sehen lassen, aber wenn sie normal aussieht isses ok, denen das anzubieten. Kids schnallen viel mehr als man denkt und kommen mit dem Tod oft viel besser klar als Erwachsene, die akzeptieren das oft besser als Erwachsene. Dazu gehört für die aber auch Abschied nehmen dürfen und sich selber davon überzeugen, dass die nicht mehr leben.
Wenn du denen sagst Oma sieht so und so aus (also vielleicht blass und sie liegt still und kann nicht mehr reden oder sich bewegen und hört auch nix mehr) sind die vorbereitet. Ich würd die nicht alleine zum Sarg lassen und denen ne Hand geben, vielleicht auch mit denen reden. Kids gucken sich ne Menge von Erwachsenen ab. Wenn du selber nicht danebenstehen und hingucken kannst sollte vielleicht n anderer mit denen am Sarg stehen.
Kinder gehen auch oft mit Toten anders um. Kann sein die wollen denen noch was vorlesen oder was erzählen oder denen nen Kuss geben. Ist auch nix gegen einzuwenden und hilft denen zu begreifen, dass die Hülle leer ist und da keine Reaktion mehr kommt, nicht weil Oma die nicht mehr lieb hat sondern weil die nicht kann. Mach dich aber drauf gefasst dass die Kids vielleicht doch nicht mehr wollen, wenn die zuerst nen Haufen Trauernde mit Tränen in den Augen sehen und dann nicht mehr zum Sarg wollen, weils denen unheimlich vorkommt oder sowas.

Bearbeitet von Kalle mit der Kelle am 03.05.2007 17:43:23


@Valentine,jemanden den man sehr lieb hatte tod zu sehen,ist das eine.Aber ich glaube viele die jemanden verstorbenen berrührt haben wissen was ich damit meine.Aber vielleicht hast du ja auch recht,nur ich finde, dass das noch etwas anderes ist.Einfach auch schwer einem Kind vorher zu erklären.

Mir ist grade noch ein Spruch eingefallen,den mal ein Pfarrer zum Thema Kinder und Sterben gesagt hat:
Es ist schlimm für Kinder Abschied nehmen zu müssen,aber viel brutaler ist es wenn Kinder nicht Abschied nehmen dürfen !

Bearbeitet von Vogulisli am 03.05.2007 17:47:05


bei mir ist auch erst jemand verstorben , meinen Kindern , Sohn (6) und Tochter (10) , hab ich es beiden erklärt aber ich wäre nicht auf die Idee gekommen das sie ihn nochmal sehen sollen .... ich bin der Meinung sie sollen ihn so in Erinnerung behalten wie sie ihn kannten .... ich muss auch noch dazu sagen das meine Kinder sehr sensibel sind und sie das nicht wirklich gut verkraftet hätten

Bearbeitet von Jeanette am 03.05.2007 17:54:21


Wie alt bzw. jung ich war als meine Urgroßeltern gestorben sind weiß ich nicht mehr. ABER ich hätte mir gewünscht jemand hätte es mir erklärt und ich hätte sie noch mal sehen dürfen. Dann hätte ich es leichter gehabt zu verstehen das ich sie nie mehr sehe und Ticktackopa und tickackoma nicht mehr besuchen kann.


Die Angst davor, Kinder mit dem Tod zu konfrontieren, ist letztlich nichts anderes als unsere eigene Angst davor.

Als meine kleine Cousine, sie muss damals 10 gewesen sein, an das Sterbebett meines Grossvaters geführt wurde, wohlgemerkt, er lebte noch, war aber nur noch ein Häuflein, da ist sie auch schreiend davon gelaufen. Das verstehe ich und ob ich den Anblick einem kleinen Menschen zumuten will, da bin ich mir auch unsicher. Aber den Anblick einer Toten, die ruhig in ihrem Sarg liegt, das finde ich, ist Teil eines Lernprozesses.

Uroma war letztlich auch nur noch ein Schatten ihrer selbst und der Grosse, Krissy, hatte gelernt mit ihr umzugehen und hatte zuletzt auch keine Bedenken mehr, sie in den Arm zu nehmen und ihr die gebührende Rücksicht zu erweisen. Aber er hatte es eben gelernt und wurde nicht mit verbaler Gewalt, die ich bei meiner Cousine vermute, an das Sterbebett gezwungen, wo der ehemals Unnahbare jetzt seinem Tode entgegen röchelte.

PS: Wenn ich so despektierlich von meinem Grossvater rede, dann daher, weil er ein alter Nazi war und einer geblieben ist bis zu seinem Tod - seht mir das nach, ein unschöner Teil der Familiengeschichte.


Ich war 8 Jahre, kam mittags aus der Schule, da erfuhr ich, daß meine Oma tot ist. Sie lag da noch tot in ihrem Bett, meine Eltern haben mich einfach an die Hand genommen und mich noch einmal die tote Oma sehen lassen. Es hat mir mit Sicherheit nicht geschadet, d.h ich hatte keine Alpträume oder irgendwie schlechte Erinnerungen an diese Erlebnis.
Öfters hab ich hier den Satz gelesen..verabschieden können sie sich noch auf dem Friedhof... Wie kann man sich von etwas verabschieden, das man nicht kennt ?
Ich würde kein Kind zwingen, aber ich würde es den Kindern auf jeden Fall anbieten, noch einmal die Oma zu sehn.
Und ich würde auch kein Riesenbuhei drum machen, der Tod ist etwas Natürliches. Je unbefangener man mit den Kindern darüber spricht, desto besser können die Kids später selbst mit dem Tod umgehn, von dem ja nun mal keine Familie verschönt bleibt.
Natürlich ist das sehr truarig, aber es ist keine Katastrophe, vor der man die Kinder verschonen muß.
Wünsche dir viel Kraft und die richtigen Worte.


Auch von mir herzliches Beileid!

Als ich das jetzt alles gelesen hab, kam in mir wieder die Erinnerung an meine
verstorbenen Oma´s hoch. Als meine erste Oma starb war ich gerade 7.
Meine Eltern haben das alles von uns (mir und meiner Schwester) ferngehalten.
Heißt ich konnte mich nicht von ihr verabschieden und war auch nicht auf der
Beerdigung. Damals hab ich, soweit ich mich erinnere, nicht einmal geweint.
Als die Nachricht kam wurden wir zu meinen anderen Großeltern geschickt und damit war gut. Ich weis garnicht genau wie ich reagiert hab, ich habe auch die
Szenen vor Augen die da abliefen....mein Papa hat geweint, ich frag warum und
es kam glaube ich nur das die Oma gestorben is. Ich habs damals nicht verstanden.
Als meine andere Oma vor 11 Jahren starb kam es sehr unverhofft für mich.
Sie war im Krankenhaus weil sie gestolpert war und sich die Hüfte brach, haben
alle erzählt, bis heut weis ich nich obs stimmt.
Weil wie in Nachhinein festgestellt wurde hatte sie sehr viele Krankheiten
auch einige die erst nach dem Tod festgestellt wurden.
Meine Eltern haben mir damals, mehr oder weniger "verboten" ins KH zu gehn.
Sie sieht schlecht aus, mit all den Schläuchen und blablabla.
Und eines Tages kam meine Schwester zu mir auf Arbeit, hat nur geweint und ich
wußt was los is.
Danach ging alles sehr schnell und sie wurde eingeäschert.
Auch diesmal durfte ich sie vorher nicht sehen. Sie war in der Padologie, sie sieht
schlecht aus und so weiter. Wohlgemerkt da war ich schon fast 18!!!
Immer wurde mir gesagt...behalte sie in Erinnerung wie sie war!!!

Im Nachhinein bin ich sehr traurig das ich mich nicht von ihr verabschieden
dürft/konnte weil ich sie sehr geliebt habe.Auf der anderen Seite weis ich nicht
ob ich das verkraftet hätte. Ich bin ein sehr sensibler Mensch und das tat sehr weh
sie zu verlieren.

Ich denke man sollte mit dem Lütten reden und es ihm irgendwie erklären.
So wie oben schon mal geschrieben...das sie jetzt im Himmel ist und auf alle
herab sieht etc. und dann den Kleinen selber entscheiden lassen.

Bei meiner zweiten Oma wäre ich froh gewesen wenn es mir zur Wahl gestanden hätte.

Ich denk ihr werdet das richtige tun.

Bearbeitet von Snookerfee am 04.05.2007 00:13:49


Unser Junge, war 15 Jahre und ging mit in die Leichenhalle. Er wollte Oma noch mal sehen. Das war vor fünf Jahren.


Als mein Papa starb, vor 13 Jahren, blieb er draussen. Er hatte ununterbrochen geweint,wir wollten ihm das mit 7 Jahren ersparen. Heute, denkt er viel an beide, er hat beide so vor sich, wie er sie zu Lebzeiten kannte, sagt er.


Als mein Opa starb, meine Stiefoma und meine beste Freundin starben, wollte ich keinen Toten sehen, ich war da zwischen 13 und 16. Ich glaube es kam einfach daher dass ich zu dolle angst hatte, wie ein Toter aussieht. Letztes Jahr hab ich dann noch meinen Stiefopa gesehen. Er sah friedlich aus aber trotzdem war es kein schöner Anblick. Von dem Vater von meinem Freund hätte ich mich gern verabschiedet, aber er ist Montags abends gestorben, Dienstags und Mittwochs musste ich arbeiten, Mittwochs war Abschiedsmesse und dann ist er nach Bosnien-Herzegowina überführt worden, es blieb praktisch keine Zeit und ich wurde auch nicht gefragt... Das ich mich von ihm nicht verabschieden konnte ist sehr schwer für mich, weil ich ihn sehr lieb hatte.

Ich weiß nicht ob ein 6-jähriges Kind schon weiß was da abgeht und ob man ihm das zumuten sollte/kann. Ich denke es kommt auch auf die Reife des Kindes an... Ich weiß nur, als mein Opa gestorben ist, war meine Cousine grad 4. Als alles vorbei war, auch die Beerdigung, hat meine Tante zu ihr gesagt, dass Opa jetzt im Himmel beim anderen Opa ist und sie sind zum Friedhof gegangen, als die ganzen Kränze dalagen um zu zeigen, dass es eigentlich ein schöner Ort ist.


Erst einmal mein Beileid zu dem schweren Verlust .

Kinder würde ich es nicht zumuten die Oma aufgebahrt zu sehen . Es ist doch sehr schwer einen geliebten Menschen zu verlieren und besser ist man behält den Menschen in Erinnerung wie er zu Lebzeiten war . ( Stimme, Lachen , Bewegungen und vieles mehr ) Viele Erwachsene ertragen den Anblick des Todes nicht . Warum sollte man es dann einem Kind zumuten ?

Die Frage ist wirklich sehr schwierig . Ich würde den Tipp von Sunday beherzigen . Natürlich mit dem Tod umgehen weil er mit zum Leben gehört .

LG


:blumen:

Meiner Meinung nach ist es schon schlimm genug für die Kinder, dass sie nun keine Omi mehr haben. Daher denke ich, ist es besser, wenn sie ihre Omi so in Erinnerung behalten, wie sie sie das letzte Mal gesehen haben. :blumen:


Zitat (Kalle mit der Kelle @ 03.05.2007 17:38:11)
Ich würds davon abhängig machen, wie die Oma aussieht und ob die Kids das selber wollen. Ne schlimm aussehende Oma würd ich die nicht sehen lassen, aber wenn sie normal aussieht isses ok, denen das anzubieten.

Irgendwie pietätslos .

Ich drücke dir die Daumen das du Menschen triffst (real oder virtuell) die sich verbal pietätsvoller äussern wenn ein Mensch aus deiner Umgebung stirbt .

LG

Hab keinen Dunst was daran pietätslos ist, aber wenn du Bock hast erklärs ruhig.


Zitat (Boccaccia @ 05.05.2007 22:19:05)
Zitat (Kalle mit der Kelle @ 03.05.2007 17:38:11)
Ich würds davon abhängig machen, wie die Oma aussieht und ob die Kids das selber wollen. Ne schlimm aussehende Oma würd ich die nicht sehen lassen, aber wenn sie normal aussieht isses ok, denen das anzubieten.

Irgendwie pietätslos .

Ich drücke dir die Daumen das du Menschen triffst (real oder virtuell) die sich verbal pietätsvoller äussern wenn ein Mensch aus deiner Umgebung stirbt .

LG

Also ich glaub einfach, dass Kalle damit meint, falls sie irgendwie entstellt sein solle (Verletzungen oder ähnliches) und sie damit nicht mehr so aussieht wie die Kinder sie in Erinnerung haben sollte man es ihnen ersparen.

Ich finde das auch keineswegs pietätslos, denn ich denke mir ich würd dann vermutlich in meinen Erinnerungen an diesen Menschen auch immer zuallererst an diese letzte Szene denken.

Ich war selbst noch nie in einer solchen Situation, aber ich denke ich wäre mit 6 Jahren überfordert gewesen einen Toten nochmal zu sehen..Beerdigung zum Verabschieden finde ich in Ordnung und auch vl. danach nochmal hingehen und sich alleine verabschieden, eventuell noch eine Zeichnung oder einen Brief als Verabschiedung dazulassen aber mehr hätte ich vermutlich selbst auch nicht wollen.

Lg

Zitat (Moonlightflower @ 06.05.2007 00:20:26)
Also ich glaub einfach, dass Kalle damit meint, falls sie irgendwie entstellt sein solle (Verletzungen oder ähnliches) und sie damit nicht mehr so aussieht wie die Kinder sie in Erinnerung haben sollte man es ihnen ersparen.

Ich finde das auch keineswegs pietätslos, denn ich denke mir ich würd dann vermutlich in meinen Erinnerungen an diesen Menschen auch immer zuallererst an diese letzte Szene denken.

So wars gemeint, ich seh nicht was an meiner Formulierung pietätslos ist oder da was unklar sein sollte. Gibt eben Tote die grade für n Kind schlimm aussehen, wird ja nicht jeder sofort gefunden, jemand ist beim Tod dabei oder stirbt nen natürlichen Tod. Wasserleichen, erst nach Wochen oder Monaten gefundene und damit schon halbverweste Tote, Opfer von Folterung, Verstümmelung oder Brandopfer würd ich n Kind nicht mehr sehen lassen, ich glaub da würd ich selber den Toten nicht mehr sehen wollen.

Hallo,

zunächst einmal dankeschön für euer Mitgefühl und die vielen Antworten.

Wir haben unsere Oma am Freitag beerdigt. Alle Enkelkinder waren selbstverständlich bei der Beisetzung und auch beim Trauergottesdienst dabei.

Meine Kinder sind zwischen 12 und 18 Jahre alt und haben für sich entschieden, dass sie ihre Oma nicht noch einmal besuchen möchten, sondern sie so in Erinnerung behalten wie sie sie immer kannten. Auch die kleineren Kinder meines Schwagers waren nicht mehr bei der Oma. Ich glaube, dass das richtig war. Der Schock über den plötzlichen Verlust der geliebten Oma saß tief und ich weiß nicht ob sie den Anblick verkraftet hätten.

Wir alle müssen nun lernen mit der neuen Situation umzugehen, jeder auf seine Weise.

lisa



Kostenloser Newsletter