Selbstverteidigungskurs für Kinder: Sinnvoll ab wann und welcher?


In Anbetracht der Gewalt-Diskussionen in einigen der anderen Threads hier, gewinne ich langsam den Eindruck, daß man ein Kind nicht mehr ohne irgendeine Selbstverteidigungsausbildung auf die Strasse/in die Schule schicken sollte.

Insofern stellen sich die Fragen:

- Welcher Selbstverteidigungssport "bringt" am meisten (von sanft-Fallen-Techniken her bis hin zu echtem Selbstschutz)?

und

- Ab welchem Alter ist ein Start sinnvoll und nicht "Geldschneiderei"?

Danke für eure Ratschläge! :ph34r: *nicht-schlagen*


Hallo Antina,

ich habe zwar die Gewalt-Threads nicht gelesen, möchte aber in diesem Zusammenhang eine Lanze für Judo brechen.
Dort lernt man körperliche Geschicklichkeit und Fallen. Das Wichtigste dabei ist allerdings das Selbstvertrauen, das die Kinder in einem guten Verein vermittelt bekommen. Soviel ich weiß, kann man ab etwa 5 1/2 Jahren damit anfangen.

Natürlich wird sich kein Kind gegen einen erwachsenen Angreifer zur Wehr setzen können. Der Judo-Sport vermittelt halt das Gefühl, nicht wehrlos zu sein und damit einen etwas aufrechteren Gang durchs Leben - kann auf dem Schulhof ja nichts schaden.

Ein guter Verein wird euch zunächst einmal einige Probetrainings ermöglichen bevor Ihr Euch für einem Beitritt entscheidet. Judo ist auf jeden Fall ein Sport für Große, Kleine, Dicke und Dünne, die mit ihrem Körper besser umgehen lernen möchten.


Hallo Antina,

deine Frage ist doch o.k und ich finde,Selbstverteidigung für Kinder ist die beste Stärkung für das Selbstbewußtsein. Meine Jungs haben recht früh angefangen und zwar im Polizeisportverein mit "Jiu Jitsu" (hoffe, es ist richtig geschrieben :P ).
Der Polizeisportverein bietet da so einiges für Kinder an. Meine Kinder waren 6 Jahre alt, als sie damit angefangen haben.
Hoffe, ich konnte dir etwas helfen :blumen:


Meine Rabauken machen auch schon seit ein paar Jahren Judo im Verein.Es bringt ihnen Spass,stärkt das Selbstvertrauen und sie toben sich aus.Beide haben mit circa 6 Jahren damit angefangen.


Hallo...

ICH persönlich finde, das jede asiatische "Kampfsportart" geeignet ist. UND das auch noch ab jedem Alter, WEIL...

Angriffstaktiken werden dort selten praktiziert, man lernt die Ruhe und ausgeglichene Deeskalationsstrategie... ... ...man lernt, dem Gegenüber das "Gesicht wahren" zu lassen und damit immer "gewinnend" aus einer Provokation heraus zu gehen... ... ... auch, wenn es mal "härter" geworden ist... ... ...

...mit sich verbeugendem Gruß von hier an DICH...

Grisu...


Hey ihrs!

"Jede" asiatische Kampfsportart möchte ich hier nicht bejubeln. Thaiboxen oder Kickboxen halte ich für stumpfes Hau-Drauf, das relativ wenig mit Respekt vorm Gegner und Deeskalation zu tun hat...

Ich habe selber als Kind/Jugendliche Ju Jutsu gemacht. Das ist die modernere Version von Jiu Jitsu und wird ähnlich wie Jiu Jitsu oft von Polizisten zur Nahkampfverteidigung benutzt.

Der Vorteil hier bei ist, dass man nicht nur Hebel- und Halte-Techniken lernt, sondern auch Tritte und Armtechniken, die im Falle, es passiert mal was, extrem hilfreich sein können. Der Vorteil von Ju Jutsu ist, dass es aus ganz vielen Kampfsportarten kombiniert ist. Die Fall- und Hebeltechniken kommen zB aus dem Judo, viele Tritttechnicken aus dem Karate... usw.
Ab den höheren Gürtelgraden wird übrigens auch die Abwehr von Messer- oder Stockangriffen geübt. Sehr nützlich, wenn es auch nicht sonderlich wahrscheinlich ist, dass man sowas mal braucht.
Taekwon Do (was ich zur Zeit mache), ist stärker choreographiert und mehr auf Tritt- und Fußtechniken bedacht.

Sieh zu, dass du dir mal ein oder zwei Trainingstermine in einem Verein in eurer Nähe ansiehst, damit du einen Eindruck davon bekommst, wie dort gearbeitet wird.
Wichtig ist, dass den Kindern dort der Respekt vor dem Gegner beigebracht wird (wird drauf geachtet, dass die Übung sofort abgebrochen wird, wenn jemand Schmerzen äussert?) und dass alles klar auf Selbstverteidigung und nicht Angriff ausgerichtet ist. Herrscht Disziplin auf der Matte?
Sieh dir auch mal verschiedene Sportarten an. Manche Kids würden sich beim Judo wohl fühlen, während sie bei Karate oder Taekwon Do schreiend wegliefen...

Liebe Grüße!


Gruß,
MEike

Bearbeitet von MEike am 29.11.2007 19:51:09


Ok - das hilft doch schon mal!
Dann erstmal ein ganz herzliches Dankeschön an alle. :blumen:

Werd mich dann mal ans Telefonbuch-wälzen machen, um was passendes in unserer Nähe zu finden.


Hab mal bisschen bei Google gestöbert :rolleyes:

http://www.judo.de/

http://www.karate.de/

http://www.ju-jutsu.de/

sind auch überall Links zu den Landesverbänden mit Adressen drin.
Früher hab ich auch mal für ca. 2 Jahre Judo gemacht,
fand ich super und hat viel Spaß gemacht.
Leider hab ich damals damit aufgehört, als ich meine Ausbildung angefangen hatte.
Tja, lange..lange...her :ph34r::winkewinke:


Ich hab vor mehreren Jahren mal einen Kurzkurs gemacht. Das ganze nannte sich WSD - Women Self Defence und ging 2 Samstage lang.
Es war nach Geschlechtern getrennt und man hat dann ein paar Griffe, Tritte und Schläge für verschiedene Situtationen gelernt.

Ich musste zwar bisher nichts davon anwenden, aber ich denke, ich könnte mich doch ganz gut wehren, zumindest kurzfristig.

Ich war damals ca. 15, aber es waren auch jüngere Kinder dabei.


Ich finde die Kurse, die die Polizei auch teilweise in den Schulen anbietet sehr gut.
Bei meinem Enkel war das in der 1. Klasse. Wurde damals auf Elternanregung bei der Schulleitung eingereicht und die haben sich darum gekümmert.
Dabei wurde auch erklärt, warum sie laut und bestimmt z.B. NEIN sagen sollen, wenn sie angesprochen werden.

Er macht nun seit dem 1. Schuljahr auch noch Karate und das sehr erfolgreich. Sinn und Zweck war eigentlich damals, dass er mehr Selbstvertrauen bekommt und sich auch sportlich betätigt. Inzwischen gehört es zu seinem Leben und er macht Karate mit Leidenschaft. Der 5-jährige Enkel steht schon in den "Startlöchern", muss aber noch 1 Jahr warten.

Aber ich denke, dass muss jedes Kind selbst ausprobieren.
Mach doch mal soeinen Vorschlag beim nächsten Elternabend. Sicher sind andere Eltern auch dafür zu begeistern. Es geht ja schließlich um die Sicherheit der Kinder!


Danke nochmals :-)

Und der Vorschlag mit dem Elternabend ist spitze! Werd ich gleich umsetzen! :blumen:


@Cambria und alle Interessierten...

STIMMT, Du hast natürlich RECHT... NICHT alle asiatischen Kampfsportarten sind Deeskalations- Sportarten!!!

ICH habe dabei eigentlich nur immer an die gedacht, die das Angriffspotential des Gegners als Energie verwenden, SICH selber zu wehren... ... ...
SPRICH Angriffsenergie umzuwandeln in Verteidigungsenergie... ... ...

@Cambria hat RECHT, man muß sich die geeignete Sportart raussuchen...

JEDOCH jede dieser Sportarten wird das Selbstbewußtsein erhöhen und das ist, IN MEINEN AUGEN, niemals ein Fehler...

Mit revidierendem Gruß von hier an DICH/ EUCH...

Grisu...


Ich kann auch nur eine Lanze für Judo brechen. Ich hab es selbst von meinem 9. bis 29 Jahre betrieben.

Ich sehe einige Vorteile:

Das Selbstbewusstsein wurde ja schon mehrfach erwähnt.
Das zweite ist die Philosophie, die dahinter steht: Respekt und Achtung vor mir selbst und den Menschen. Ich weiss, ich kann mich verteidigen, sollte aber nie aus Agressionen heraus selbst angreifen.
Ein drittes - und das hilft mir immer noch: richtig fallen lernen, nach hinten, auf die Seite, nach vorne, dem Fall die Wucht nehmen.
Ein letztes: die Kraft des Gegners gegen ihn einsetzen.

Ich hab Krissy mit 4 Jahren zum Training gebracht, aber da wollte er noch nicht. Jetzt, wo er gerade 6 ist, werd ich es wohl wieder versuchen. Wenn er Lust hat, soll er einsteigen, wenn nicht, lass ich ihm Zeit.


hab da auch mal 'ne frage dazu...

ich war auch am überlegen, ob ich meinen sohn im herbst zum judo schicke
(er ist dann 5 1/2)

jetzt wurde mir von einer bekannten davon abgeraten, er wäre zu jung! :(

sportwissenschaftler würden sagen, kinder sollten sich erst mit 10 auf eine sportart spezialisieren (egal nu ob judo, fussball oder was auch immer),
würde man das schon mit 5 oder 6 machen, wären sie zu einseitig, was gelenkigkeit oder einfach beweglichkeit angeht.

wäre wohl besser, sie einfach "nur" ins das normale kinderturnen zu schicken.

ich frage mich jetzt natürlich, warum bieten das die sportvereine denn dann schon ab einem alter von 5 jahren an?

was meint ihr dazu, bzw. welche erfahrungen habt ihr da bei euren kindern gemacht?

grüssle füxin :unsure:


Also meine "Nachforschungen" haben bisher ergeben, daß die meisten Vereine bei uns hier ab 8 Jahren, bzw. ab 11 Jahren die Altersgrenze zum Einstieg setzen.
Aber es hatte - den Andeutungen nach - wohl eher mit der Aufsichtspflicht zu tun.
(Bei kleineren Kids hat man viel mehr Verantwortung - klar)

Wir haben inzwischen ein Turnstudio gefunden, die für nächstes Jahr im Herbst einen Mini-Karate-Kurs angedacht haben. Sie meinten, sie würden erst mal kindgerechte Einführung machen. So mit rechts-links-Koordination, Beweglichkeit und Spezialwortschatz.


Zitat (Füxin @ 25.06.2007 11:08:34)
hab da auch mal 'ne frage dazu...

ich war auch am überlegen, ob ich meinen sohn im herbst zum judo schicke
(er ist dann 5 1/2)

jetzt wurde mir von einer bekannten davon abgeraten, er wäre zu jung!  :(

sportwissenschaftler würden sagen, kinder sollten sich erst mit 10 auf eine sportart spezialisieren (egal nu ob judo, fussball oder was auch immer),
würde man das schon mit 5 oder 6 machen, wären sie zu einseitig, was gelenkigkeit oder einfach beweglichkeit angeht.

wäre wohl besser, sie einfach "nur" ins das normale kinderturnen zu schicken.

ich frage mich jetzt natürlich, warum bieten das die sportvereine denn dann schon ab einem alter von 5 jahren an?

was meint ihr dazu, bzw. welche erfahrungen habt ihr da bei euren kindern gemacht?

grüssle füxin  :unsure:

Keine Bange....Aus kleinen Kindern,die bei sowas mitmachen,werden keine Judo-Maschinen gemacht. :D
Bei uns war es so,das die Lütten zum Anfang ein besseres Kinderturnen mit viel Bewegung hatten...die Eltern waren meistens dabei,um entweder Hilfestellung zu geben oder dem Kind einfach das Gefühl zu geben,das Mama oder Papa da sind und zuschauen.
Den Lütten werden quasi spielerisch Reflexe,Geschwindigkeit und die ersten einfachen Techniken beigebracht.Am besten,du schaust bei deinem Verein einfach mal bei einer Trainingsstunde zu...wie dort mit den Kindern gearbeitet wird...und nimm den Zwerg am besten auch mit. ;)
Meine haben grade zu der Einstiegszeit am meisten Spass gehabt. ^_^

Einseitig ist es beim Judo eigentlich nicht. Im Verein meiner Tochter werden z.B. sehr viele unterschiedliche Tobe- und Bewegungsspiele gemacht und natürlich auch Übungen für die allgemeine Beweglichkeit. Ausserdem werden halt in jeder Stunde auch die aktuell anstehenden Griffe und Würfe geübt. Alles in allem ist die Sache eigentlich sehr vielseitig und abwechslungsreich. Mein Tipp ist nach wie vor, einfach ein paar Probetrainings mitzumachen. Da kann man als Eltern in der Regel zuschauen und selber einen Eindruck von der Sache gewinnen.

Übrigens: Meine Tochter hat mit 6 Jahren angefangen. Das hat gut gepasst.

Bearbeitet von Katzenmusik am 25.06.2007 21:33:33


@undie & katzenmusik

da bin ich ja erst mal wieder beruhigt...
wir wollten uns das sowieso erst mal ansehen, probetraining ist sowieso am anfang angesagt!

und dann sieht man ja auch, wie das so abläuft..hmm...warum bin ich da denn wieder nich von alleine drauf gekommen :lol:

wahrscheinlich kommt dann am ende von meinem sohn "da will ich nich hin, das is doof"
und ich hab mir ganz umsonst gedanken gemacht, wäre ja nicht das erste mal :wacko:


ich habe hier bei uns einen Verein ausfindig gemacht(dort ist alles was mit karate

judo..kickboxen usw.zu tun hat vertreten).

Gut bin dann auch mit Lukas dorthin und dachte mir,er soll sich das einfach mal

eine Std.anschauen... :) aber was dann kam war der Hammer.Ich sagte dem Mann

Lukas möchte einmal eine Probestd mitmachen,so kam das auch über die Mail

die ich vorher bekommen hatte(nach meiner Anfrage)da sagt er zu mir sry.Gute

Frau..aus versicherungsgründen muss Lukas gleich angemeldet werden und die

einmaligen beitrag von 54 Euro zahlen :sabber: und dazu noch den Mtl Beitrag

auch von über 50€ :sabber: :wallbash: ..ich so brav wie ich war den mtl Beitrag

zusammengesucht und bezahlt....und das soll jetzt jeden Monat sein54€ und da

sind dann nochnichtmal die Anzüge usw.drin????Als wir dann abds heim kamen

haben wir gleich die Kündigung aufgesetzt und Lukas ist dort nicht mehr hinge-

gangen,denn jeden Monat 54€kann ich beim besten Willen nicht

bezahlen. :sabber: Nun versuche ich ihn bei den Pfadfindern unter zu bringen

auch wenn er mal gesagt hat Mama da will ich nicht hin.Fussballverein ist auch

nicht das ware...In der Schule bekommen sie auch von der Polizei Kurse in

Selbstverteidigung und es macht ihnen Spass.

Aber auch hier in den Zeitungen werden sämtl Kurse ab 5Jahren angeboten.

Lg Tina :blumen:



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