Fürbitten: bei Protestanten?


Hallo,

meine Gr0ßeltern feiern übermorgen ihre Goldene Hochzeit. Natürlich findet auch ein Gottesdienst statt, ein evangelischer.

An der Silberhochzeit meiner Eltern haben mein Bruder und ich als "Überraschung" (hatten wir vorher mit dem Pfarrer besprochen) die Fürbitten vorgetragen. Die Messe war allerdings katholisch.

Kann mir jemand sagen, ob Fürbitten auch in protestantischen Gottesdiensten "üblich" sind? Dann würde ich morgen mal heimlich den Pfarrer anrufen, da ich das diesmal auch gerne machen würde. Ich will mich nur nicht am Telefon blamieren, wenn's das gar nicht gibt... :ph34r:

Danke!


Das weiß ich leider auch nicht.
Aber ich denke, du kannst den ev. Pfarrer ruhig fragen,
du blamierst dich doch nicht deswegen.
Der gute Wille zählt doch !!


Fürbitten sind eigentlich nur in der katholischen Kirche Brauch. In anderen Konfessionen bzw. Kirchen hingegen sind sie ein theologischer Streitpunkt.

Vielleicht könntest Du dennoch mit dem Pfarrer mal bereden, inwieweit Ihr Euch mit "guten Wünschen und Bitten" am Gottesdienst beteiligen könnt.


Zitat (Bücherwurm @ 06.06.2007 00:23:40)

Vielleicht könntest Du dennoch mit dem Pfarrer mal bereden, inwieweit Ihr Euch mit "guten Wünschen und Bitten" am Gottesdienst beteiligen könnt.

Ja, der Gedanke kam mir auch vorhin. Die Messe besteht doch bestimmt auch aus Teilen, die ein "Laie" übernehmen kann, eine Lesung oder so etwas in der Art. Ich denke, die Protestanten sind in der Hinsicht sogar etwas flexibler und kreativer... ums mal so auszudrücken.... -_-

Ich war gerade etwas irritiert, als ich las, das Fürbitten in der ev. Kirche nicht üblich seien. Das kann ich nun garnicht sagen. Sowohl in meiner ev. Geburtsort-Kirche als auch hier in Aachen sind Fürbitten üblich. Wenn du mal googelst "Fürbitten evangelisch" wirst du feststellen, dass evangelische Kirchen extra Seiten mit Fürbitten anbieten.


ich bin auch evangelisch und bei uns gibts - speziell auch bei festgottesdiensten (hochzeit, taufe etc.) - immer fürbitten.

was wir nicht haben im gegensatz zur katholischen kirche hier bei uns ist das "wir bitten dich, erhöre uns" hinterher, das alle gemeinsam sagen.
unsere fürbitten sind einfach wünsche an den zu feiernden, aber auch für menschen, denens nicht so gut geht - einfach vorgetragen in der kirche.


Ich war gerade auch etwas verwirrt, als ich am Anfang die Posts gelesen habe, dass Für bitten in ev. Gottesdiensten nicht üblich wären.
Ich wohne in der Schweiz und bei und gehören Fürbitten zu jedem Gottesdienst dazu.

Ich würde auf jeden Fall den Pfarrer fragen, wie ihr das machen solltet. Der wird Euch keinesfalls den Kopf abreissen. Die meisten Pfarrer sind es gewohnt auf die persönlichen Wünsche der Kirchgänger einzugehen. Nur hat halt jeder seine eigenen Grenzen, was er noch zulässt und was nicht.

Bearbeitet von tabida am 06.06.2007 08:14:39


Also ich kenne Fürbitten auch. Bei uns werden sie auch von Gemeindemittgliedern vorgetragen zu besonderen Anlässen.


kann mich den oben erwähnten beiträgen nur anschließen. auch bei uns in der ev. kirche haben wir fürbitten. oft auch von laien formuliert und vorgetragen.


Bei uns gibt es jeden Sonntag Fürbitten, die von "Laien" vorgetragen werden.


Ich bin in einer evangelischen Freikirche (Baptisten), und Fürbitten gehoren zum Kirchenalltag. Allerdings gibts bei uns keine Liturgie; bei Bedarf im Gottesdienst und bei eigenen Gebetstreffen werden die frei formuliert.


Sind Fürbitten sowas wie Gebete, bloß mit eigenen Worten?


Zitat (keke @ 05.06.2007 23:18:22)
Kann mir jemand sagen, ob Fürbitten auch in protestantischen Gottesdiensten "üblich" sind? Dann würde ich morgen mal heimlich den Pfarrer anrufen, da ich das diesmal auch gerne machen würde.

Weise den Pfarrer darauf hin das Dich die Armut der Protestanten als überzeugte Katholikin schon immer gestört hat. Sag Ihm das Du das grau seines Hauses mit strahlenden Fürbitten erhellen willst. Erkläre ihm bei der Gelegenheit noch das Du den Vogel der damals hobbymäßig die heilige Schrift auf der Wartburg übersetzen wollte, nur leider ohne Erfolg, sowieso sehr dubios findest. Als Abschluss des Telefonates frage Ihn ob Du die Kontoverbindung der Johann Tetzel Stiftung an seine Kirchentür nageln darfst samt Anschrift und der Abbildung des Erstabogeschenkes. Die ersten 10 Ablassbriefe frei Haus ..... Ich bin sicher, so wird das ganz toll .... vertrau mir da. :ph34r:

Bearbeitet von VincentVega am 06.06.2007 20:33:01

Zitat (VincentVega @ 06.06.2007 20:31:08)

Weise den Pfarrer darauf hin das Dich die Armut der Protestanten als überzeugte Katholikin schon immer gestört hat. Sag Ihm das Du das grau seines Hauses mit strahlenden Fürbitten erhellen willst. Erkläre ihm bei der Gelegenheit noch das Du den Vogel der damals hobbymäßig die heilige Schrift auf der Wartburg übersetzen wollte, nur leider ohne Erfolg, sowieso sehr dubios findest. Als Abschluss des Telefonates frage Ihn ob Du die Kontoverbindung der Johann Tetzel Stiftung an seine Kirchentür nageln darfst samt Anschrift und der Abbildung des Erstabogeschenkes. Die ersten 10 Ablassbriefe frei Haus ..... Ich bin sicher, so wird das ganz toll .... vertrau mir da. :ph34r:

Na, das musste wohl unbedingt raus, oder? rofl rofl

Gruß,
MEike

Bearbeitet von MEike am 29.11.2007 19:53:54


Zitat (Kalle mit der Kelle @ 06.06.2007 19:19:22)
Sind Fürbitten sowas wie Gebete, bloß mit eigenen Worten?

Ja, kann man so sagen. Wobei es bei den Katholiken hauptsächlich "vorgefertigte" Fürbitten gibt (so kenne ich das jedenfalls). Zu besonderen Anlässen kann man aber seine eigenen Fürbitten einbringen, wie z.B. bei einer (Goldenen) Hochzeit :

Ich bitte für x und y, lasse sie noch viele Jahre gemeinsam gehen, lasse den heutigen Feiertag besonders schön werden etc....

Eigentlich kann man sie x-beliebig formulieren, z.B. in Gedenken an an Kriegs-/Kathastrophen-/Verbrechensopfer, oder was einem eben so am Herzen liegt.

In der katholischen Messe betet die Gemeinde nach jeder einzelnen Fürbitte ein "Wir bitten dich, erhöre uns".

Zitat (MEike @ 06.06.2007 22:06:09)
In meiner Kindheit gab es keine Fürbitten in der evangelischen Kirche.
Ich habe sie zum  ersten mal in ökumenischen Gottesdiensten gehört.

Das "Wir bitten dich, erhöre uns." kann ich ja noch irgendwie verstehen,
aber "Herr erbarme dich unser.",wie ich es bei der Abifeier meines Sohnes gehört habe, ist  einmal wieder soetwas,was ich nicht verstehe.  Was haben wir alle denn falsch gemacht, daß wir dieses pauschale Erbarmen brauchen?

Gruß,
MEike



Naja, so genau solltest Du es nicht nehmen das "Herr erbarme Dich unser..." wurde ja einmal aus dem griechischen übersetzt. Es ist abgeleitet von Kýrie eléison was soviel bedeutet wie ein "freudiger Huldigungsruf zu den Göttern". Später wurde es dann als "Jesusgruß" verwendet, laut Bibel. Da diese eben mehrfach übersetzt wurde, und in manchem Turmzimmer schlechte Beleuchtung herrschte, haben wir nun heute den Salat. Auch wenn es so klingt, dieser Anruf des Göttlichen sollte ursprünglich nicht unterwerfend sein.

Danke für die Erklärung, hab das dann auch schon mal gehört, ich konnte bloß mit dem Wort nix anfangen.


Zitat (VincentVega @ 06.06.2007 20:31:08)
hobbymäßig die heilige Schrift auf der Wartburg übersetzen wollte, nur leider ohne Erfolg,

Sei gegrüßt, oh Vincent,

die Verdolmetschungen der beiden sakrosankten Testamente ist dem Junker Jörg auf der Wartburg wahrhaftig gut gelungen, sintemal sie in die Weltliteratur Eingang gefunden haben.

Auch war die Prägungen einer neudeutschen Hochsprache doch ganz vorzüglich, auf dass selbst Schwaben und Badener das Deutsche klanglich genügsam verstehen werden!


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