Singende Nachbarn: Wie viel muß ich erdulden?


Hallo!
Sagt mal, weiß jemand von euch, wie viel musikalisches Beiwerk ich von meinen Nachbarn erdulden muß?
Meine Nachbarin nimmt Gesangstunden, bzw probt mit ihrer Minikapelle am Wochenende immer zu Hause in der Wohnung. Das ist so laut, daß man dabei nicht auf Zimmerlautstärke fernsehen oder andere Musik hören kann, weil es alles überdröhnt. Wenn es wärmer ist, findet das ganze meist bei offenem Fenster statt, weswegen es durch den Hinterhof dröhnt, und man sich auf unserem Balkon (untendrunter) nicht unterhalten kann, ohne sich dabei anzubrüllen.

Muß ich das hinnehmen, wenn jemand Musikstunden in der eigenen Wohnung nimmt, oder dort mit der Musikgruppe probt? Vor allem am Wochenende? Es ist auch keine Ausnahme, weil eben mal der Proberaum belegt ist, oder so, sondern es passiert regelmäßig. Einmal hat sie uns morgens sogar wachgeträllert. Irgendwann geht man schon ziemlich auf dem Zahnfleisch, weil die Musik nicht nur laut, sondern ...nun ja... Geschmackssache ist, genau wie ihr Talent. Und weil der Bogen inzwischen einfach überspannt ist.

Hat jemand von euch Erfahrungen mit sowas?

Viele Grüße
Schelmin

Bearbeitet von Schelmin am 01.03.2008 17:26:42


Habt ihr keine Hausordung? Bei ist das da drin festgelegt: Morgens zwischen 9.00 - 12.00 h und Nachmittags zwischen 15.00 - 21.00 h höchstens 1 Stunde.

Da könntest Du sie mal drauf ansprechen. Das würd ich auf jeden Fall erst Versuchen, bevor Du die an den Hausbesitzer oder so wendest. Ich habe mich z.B. mit meinem Nachbarn auch geeinigt, dass ich nach 20.00 h nicht mehr übe (Akkordeon), weils ihn störte.


Hallo Schelmin,

das ist gerade ein richtiges Thema für mich! Aber vorab: Schau in deinem Mietvertrag nach, zu welchen Zeiten Hausmusik erlaubt ist.

Zum Wort Hausmusik: Das ist bestimmt nicht Gesangsunterricht oder Proben mit einer Minikapelle. Ich spiele Akkordeon, nehme Gesangsunterricht und habe ein Gesangsensemble - und halte, wenn irgend möglich, meine Wohnung davon frei. Denn laute selbstgemachte Musik oder Gesangsunterricht sind eine Zumutung, das finde ich sehr.

Vielleicht gibt es einen Ausweg? Ich bin gerade auf der Suche nach einem Proberaum für das Ensemble und zum Teil auch schon fündig geworden. Super ist ein kleiner Raum bei einer Gemeinde mit Klavier oder auch bei einem Seniorenzentrum. Dort kann man nämlich sein Talent auch einmal zeigen als Dankeschön für den Raum.

Versuche doch einmal, wenn das überhaupt möglich ist, zusammen mit deiner Nachbarin darüber nachzudenken oder das Gespräch überhaupt erst hinzulenken. Übrigens sind auch Altenheime froh über Musik - wir können ungestört abends in einer Cafeteria dort üben und die Bewohner freuen sich über die Probenmusik.

Wenn jemand natürlich stur ist, gibt es ein Problem. Dann wirst du wohl mit dem Hausbesitzer reden müssen, aber versuche es zuerst mit viel Freundlichkeit, dann kannst du vielleicht mehr erreichen.

Viele Grüße und viel Erfolg!
Ingrid-Renate


Du solltest anfangen Tuba zu spielen. Ich wette mit dir - da kommt ihr ganz schnell ins Gespräch.
Vielleicht würde deine Nachbarin diesen dezenten "Wink mit dem Zaunpfahl" auch ganz ohne Worte verstehen ... :grinsen:



Danke für eure Antworten und den Link. Ich werde mal nachsehen, was im Mietvertrag steht. Vielleicht könnte es ja schon helfen, wenn man sich auf eine feste Zeit einigt, denn dann könnte man sich ja in der Zeit irgendwo anders aufhalten. So erwischt es einen manchmal eiskalt, z.B. wenn man gerade selbst was am PC arbeiten muß oder die Lieblingssendung im Fernsehen läuft.


Ich fühle mit Dir mit.

Vor 2 Jahren hat neben uns eine "Musikpädagogin" gewohnt. Es war zum davonlaufen. Die Gute Frau hat Klavier geübt und dazu Tonleitern hoch und runter. Wenn sie es gekonnt hätte, dann wäre das ja kein Problem gewesen. Vor ihr hat auch ein Musikerehepaar in der Wohnung gewohnt. Wenn die geübt haben, da war das einfach nur schön. Aber die Frau konnte es einfach nicht. Wo die ihren Abschluss gemacht hat, das möchte ich eigentlich nicht wissen. Nach massiven Beschwerden aller Mieter bei ihr, bei den Vermietern und Pfiffen von der Straße (ja, die Leute die vorbeigelaufen sind, die haben die teilweise ausgepfiffen) ist sie dann endlich ausgezogen.

Ich muss dazu noch schreiben, dass der egal war, ob es Mittagszeit oder Abends nach 10 war. Die hat gemacht, was sie wollte. Ich hatte sie mal darauf angesprochen, dass Mittags Ruhe zu herrschen hat (unser Enkel war da und sollte Mittagsschlaf machen), da bekam ich zur Antwort: "Sie sei Künstlerin und da geht sie das nichts an!"

Wenn garnichts hilft, beim Ordnungsamt kann man Dir da auch weiterhelfen.



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