Bügelstärke und Dampfbügelstation: Geht das zusammen ?


Hallo zusammen,

ich bin neu hier, zum erstenmal überhaupt in einem Internetforum und dazu auch – oh Gott ! – ein Mann. Denkbar schlechte Ausgangsposition also.

Mein Problem: Ich bügel jeden Sonntag Morgen mehr oder weniger gerne unsere Wäsche mit einer tollen Dampfbügelstation und komme auch ganz gut klar damit. Nach inzwischen zehn Jahren Erfahrung kann man das ja wohl auch erwarten.

Ich würde gerne meine Hemden beim Bügeln stärken. Kann ich Sprühstärke oder Bügelstärke mit meinem Dampfbügler verwenden oder gibt's dann Flecken oder gar Betonshirts ?

Ich würde mich über eine fachfrauliche Antwort sehr freuen und bin schon mal gespannt, wie das jetzt alles abgeht.

Vielen Dank !


Hallo Norman!

Eine Dampfbügelstation ist auch nichts anderes als ein Dampfbügeleisen mit externem Wassertank... na ja, der Dampf kommt kräftiger und gleichmäßiger, und das Handgerät ist nicht so schwer weil der Wassertank nicht mitgeschleppt werden muss.

Da man Sprühstärke in Kombination mit normalen Dampfbügeleisen verwenden kann, kannst du davon ausgehen dass das auch bei Dampfbügelstationen und Dampfbügelsystemen funktioniert.

Flecken oder Beton kann es immer geben, das hängt dann aber nicht vom Bügeleisen ab sondern von der Sprühstärke bzw. vom Anwender. Man soll das Zeug gleichmäßig und dünn aufsprühen. Sprühst du zu viel oder ungleichmäßig auf, dann wird das Ergebnis auch unbefriedigend.


Valentine, da hätte ich auch noch ne Frage dazu.
kann man die Stärke in das Wasser rein machen?
ich habe noch nie mit Stärke gearbeitet, kann ja mal passieren, das ich muß.


Hallo Valentine,

vielen Dank für den schnellen Service. Da kann ich ja am Sonntag gleich mal testen. Ich denke, ich werd's erst mal an einem Taschentuch oder an einem Unterhemd ausprobieren. Da fällt's nicht so auf, wenn's in die Hose gehen sollte.

Grüße aus dem Ländle !


Hallo Gitti,

früher hat man die Wäschestärke grundsätzlich erst mal in Wasser aufgelöst, gut umgerührt und dann die Wäsche da hineingetunkt. Wenn sie dann (fast) trocken war, wurde gebügelt und gut war's.

In ein Dampfbügeleisen oder in eine Dampfbügelstation allerdings sollte man niemals und unter keinen Umständen etwas anderes als klares Wasser geben, wenn man es nicht schrotten will. Kein Duftöl, kein Parfüm, und auch keine Stärke, letztere würde die Düsen schnell vollkleistern!


Na, da hat sich meine Angst ja ausgezahlt.(IMG:http://www.bildercache.de/bild/20080813-163852-492.gif)


Gitti, wenn du etwas auf die "althergebrachte" Art und Weise stärken willst (z. B. handgehäkelte oder handgestrickte Spitzen, Damastservietten, Schwesternhäubchen, ...): kauf spezielle Wäschestärke, die gibt es sowohl als angerührtes "Konzentrat" als auch als Pulver. Nach Packungsanweisung in reichlich Wasser anrühren, die Wäschestücke hineingeben und kurz darin durchdrücken. Gehäkelte oder gestrickte Spitzen müssen nun gespannt werden, das geht am besten mit Stecknadeln auf einer MDF-Platte. Ersatzweise leg ein Leintuch auf die Auslegware und steck die Deckchen darauf in Form. Alles andere wird nur so in Form gezogen und an der Leine getrocknet, anschließend gebügelt. Die benötigte Menge Stärke richtet sich danach ob das Teil danach bretthart werden soll wie z. B. Schwesternhauben oder ob es nur ein bisschen "griffiger" sein soll wie Tischwäsche.


Ja das mit den Deckchen habe ich auch so gemacht, kannte ich noch von Mutti.
Nur manches mal, komme ich halt auf Ideen und will es ausprobieren.
Aber dieser schiss davor mir das Dampfgerät kaputt zumachen hatt mich vor schlimmen bewart.


Hhmm, ich arbeite zwar nur mit dem guten alten Dampfbügeleisen, aber ich arbeite besonders gerne bei Smoking-Hemden mit der Sprühstärke aus der Dose.
Gut geschüttelt, die Dose, sprüh aufs Hemd und losgebügelt. Keine Flecken, kein Beton, dafür aber ein super, geilen, gutaussehenden Göga in Smoking-Hemd.
Probieren geht über studieren...


Ich mach's genauso wie Du, allerdings wirklich nur bei den Oberhemden: Sprühstärke aus der Dose und dann mit feste Dampf drüber.
Das kennt mein Eisen jahrelang und weder dieses noch die Hemden haben es übelgenommen. :)

Häkeldeckchen ist so ein Thema :unsure: : ich habe eine Menge davon (alles so wunderschöne Einzelstücke, die ich mal zusammengesammelt habe 3 davon fast 100 Jahre alt). Diese, die man in der Vitrine liegen hat und wo die Erbstücke und das gute Kristall drauf stehen. :rolleyes:
Ich traue mich da nicht ran, obwohl ich es schon lange mal richtig können will (bloß hat's mir niemand je richtig gezeigt :( ): diese Dinger waschen, stärken und richtig fadengerade spannen.
Zuletzt habe ich das vor 10 Jahren mal bei einer alten Frau im Dorf damals machen lassen, die exorbitantes Geld dafür verlangte :o trotz "Vitamin B" und daraus folgender anderer Zusagen.
Klar, das Ergebnis war großartig, aber ich finde: wozu so viel Geld ausgeben für etwas, was man selbst lernen könnte?
Und nach 10 Jahren sollte der ganze Kram mal wieder richtig gewaschen und gebleicht werden, finde ich. :unsure:

Was ist eine MDF-Platte? Und reichen zum richtigen straffen Spannen wirklich Stecknadeln? Ich hab mal was von Nagelbrettern gehört... aber sowas muß man doch wirklich individuell bauen, oder?
"Kissenspannen" reicht bei dieser Art Deckchen nicht. :(

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 14.08.2008 02:33:06


Hallo Biene,

ich hab vor einigen Jahren mal eine Tischdecke (130 cm im Quadrat) und diverse ovale und runde Läufer und Deckchen für meine Mutter gestrickt. Die hab ich genau wie oben erklärt behandelt: erst mal fertigstellen, dann waschen und kurz in Stärkelösung schwenken und durchdrücken. Anschließend hab ich sie mit ordinären Stecknadeln auf einer MDF-Platte aus dem Baumarkt (na ja, eigentlich waren es zwei Platten à 80 x 160 cm nebeneinandergelegt- aus lagerungs- und transporttechnischen Gründen) aufgesteckt. Für jedes einzelne Teil hab ich zu diesem Zweck mit Bleistift, Lineal, Zirkel und Winkelmesser eine Zeichnung auf die Platte gemacht- für ein Deckchen mit 50 cm Durchmesser und 8 Mustersätzen also einen Kreis mit 50 cm Durchmesser und dann vom Mittelpunkt aus 8 Striche mit Abstand 45°. Dann hab ich von jedem Mustersatz den mittleren Abkettbogen auf die Enden von den Strichen gesteckt und die restlichen Bögerl dann passend gespannt. Das Ganze dann lufttrocknen lassen und fertig war's. Es ist zwar einiger Aufwand, für die große Decke war ich lange mit Feststecken beschäftigt und meine Finger waren kurz vor'm Wundwerden (was allerdings an den Nadeln lag- ich hätte welche mit dickeren Glasköpfen nehmen sollen), aber es ist im Grunde kein Hexenwerk, und viel Geld würde ich dafür nicht ausgeben. Wenn man nur eine einzelne Platte hat, kann man die nach dem Aufspannen auch senkrecht an die Wand stellen- meine Decke musste ich auf dem Fußboden liegend über Nacht trocknen lassen, weil die Platte in zwei Teilen war.

Eine MDF-Platte ist eine MittelDichte Faserplatte, die bekommst du in jedem Baumarkt. Und ich hab es wirklich mit Stecknadeln aus dem Stoffhaus gemacht- man muss die Dinger nur nicht senkrecht in die Platte stecken sondern schräg "gegen die Fahrtrichtung", so wie man Zelt-Heringe auch schräg in den Boden steckt.

Was sind "Kissenspannen"?


MDF- Platte:
ist das nicht ne Platte, die man gerne in Feuchträumen benutzt, da sie nicht so schnell die Feuchtigkeit aufnimmt?




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