Risiko-Lebensversicherung


Hallo Ihr Lieben,

ich habe mal eine Frage zum Thema Versicherung:

Mein Mann und ich möchten uns gerne gegenseitig mit einer Risikolebensversicherung absichern. Muss dazu der Versicherungsmensch unsere Gehälter und Krankengeschichte kennen oder geht so etwas recht unbürokratisch?

Liebe Grüße
Fran


Hallo Fran,

im Bereich Lebensversicherung geht nichts ohne die Beantwortung von Gesundheitsfragen. Schließlich will die Versicherung genau wissen, welches Risiko sie versichern soll. Und zum Nachweis Deiner Bonität musste auch Dein Gehalt offenlegen.

Die Gesundheitsfragen sind ein zuweilen heikler Knackpunkt. Was die eine Versicherung ohne Aufschlag und ggf. mit Auflagen mitversichert, wird bei der anderen Versicherung nur mit Zuschlägen von bis zu 100% versichert.

Mein Tipp: geh zu einem Versicherungsmakler. Der berät Dich umfassend und sucht für Dich und Deinen Mann das beste Angebot aus dem Dschungel von Verträgen heraus.

Grüßle,

ilwedritscheline


Hallo ilwedritscheline,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort.

Ich mag mir hier vielleicht etwas pingelig haben, aber ich mag es gar nicht, anderen Leuten mein Gehalt und meine Krankengeschichte darzulegen.
Klar, wenn ich mein Leben versichern will, muss auch für den Versicherer das Risiko minimiert werden. Aber dafür ist es doch NUR eine RisikoLeben...
Auch mein Verdienst "verrate" ich nicht so gerne. Nur mein Mann und meine Chefin wissen was ich verdiene. Naja, so gesehen auch noch die Bank ;)
Das "Problem" ist, dass mein Versicherungsmensch jemand aus der Familie ist bzw. dann wäre.

Ich weiß, wenn man keine Probleme hat, macht man sich eben welche :unsure:


Hallo Fran,

das ist tatsächlich ne echte Zwickmühle. Wie Du's auch drehst und wendest, es kann unangenehm werden.

Mein Gehalt verrat ich auch nicht Jedem. Da könnte schnell ein Neidfaktor angestoßen werden. Außerdem steht das in jedem Arbeitsvertrag, dass Du über die Höhe Deiner Bezüge Stillschweigen zu wahren hast.

Aber der Versicherung gegenüber musste ehrlich sein. Und was heißt hier NUR RisikoLeben. Die Versicherung muss im Schadensfall löhnen. Sie kann die Leistung verweigern, wenn Deine Angaben unvollständig gewesen sind. Und dass sie das Risiko ganz genau einschätzen können muss, ist ja wohl klar. Du kaufst auch keine Katze im Sack.

Die Gretchenfrage ist nun, ob das Familienmitglied Versicherungsagent einer einzigen Versicherung ist. Dann wird sie/er Dir natürlich die Produkte ihrer/seiner Firma verkaufen wollen. Das kann preisgünstig sein, muss aber nicht.

Bei nem Versicherungsmakler kannste Dir ziemlich sicher sein, dass er Dir das günstigste Preis-Leistungsverhältnis heraus sucht, weil er nicht an eine Versicherung gebunden ist. Das wäre dann gleich ein gutes Argument dem Familienmitglied gegenüber, warum Du sie/ihn nicht die Provision für Deine Versicherung verdienen lässt. Die/der wird sich nämlich mit Sicherheit auf die Füße getreten fühlen, wenn Du ihn übergehst.

Ein Aspekt wäre vielleicht noch, wie eng die familiären Bande sind. Ob es bei Euch obligat ist, so Sachen innerhalb der Familie abzuschließen. Nun gut, bei Hausrat und Haftpflicht ist das nicht so eng zu sehen. Die geben und nehmen sich nicht allzu viel, egal, wo Du abschließt. Aber ich kann Deine Bedenken in Punkto Vertraulichkeit durchaus verstehen. Du weißt ja, dass Du Deine behandelnden Ärzte auch von der Schweigepflicht entbinden musst.

Aber wenn Du jetzt schon sagst, Deine Krankengeschichte muss nicht jeder wissen, macht mich das stutzig. Oft reicht schon irgendein Pippifax, um die Prämie für die Police ziemlich teuer zu machen. Gerade deshalb würd ich's bei nem Makler versuchen. Der hat die größeren Auswahlmöglichkeiten. Denn wie schon oben erwähnt: was die eine Versicherung als marginal einstuft, kostet bei der anderern gleich 50% mehr.

Nun kommt es auf Deine Diplomatie an. Viel Erfolg.

Grüßle,

ilwedritscheline


Nachtrag: soeben habe ich bei meinen Versicherungsmakler mal nachgefragt, inwieweit ich Dir ne korrekte Auskunft gegeben habe.

Also, ganz falsch lag ich nicht. Um die Gesundheitsfragen kommste nicht drum rum. ABER: Du kannst Deinen Antrag auch formlos an die Versicherungsgesellschaft stellen und Dich zurückrufen lassen. Dann werden die Gesundheitsfragen per Telefon abgewickelt, wovon Du dann ein Gesprächsprotokoll bekommst, das Du unterschrieben retournieren musst. Damit wäre der Versicherungsmensch aus Deiner Familie diesbezüglich außen vor.

Und was die Offenlegung der Bezüge betrifft, so gilt das nur, wenn Du eine BUZ eingeschlossen haben willst, weil Du damit ja Deinen Einkommensausfall versichern willst. Bei ner einfachen RisikoLV ist das nicht nötig.

Grüßle,

ilwedritscheline


... hmm, alles nicht so einfach.
Wenn die Familie manchmal nciht wäre, wären manche Dinge wirkich einfacher.
Aber ganz ohne die Familie geht es letztendlich auch nciht :pfeifen:

Mal sehen, wie ich es löse.
Fakt ist, wir brauchen eine Riskio-Leben und das ist momentan wichtig.


Und weshalb muss das Familientier wissen, dass ihr eine RisikoLV abgeschlossen habt? Die Direktversicherer, die ganz ohne Makler oder Agenten arbeiten, sind da auch recht günstig. Da klemmt ihr euch nur ans Telefon und kriegt, wie vorgenannt, später die Versicherungsunterlagen geschickt.
Da für eine RisikoLV üblicherweise nur geringe Beiträge bezahlt werden, kann ich mir vorstellen, dass die Provision dafür nicht sehr hoch ist. Falls es eurem Versicherungsagenten klar sein muss, dass ihr was abgeschlossen habt (z.B. weil ihr gebaut habt), sagt doch zu ihm, ihr wolltet nicht, dass er mit euch Arbeit hat, die er nicht entsprechend vergütet kriegt.


Hallo Ulrike,

genauso hätte ich es gerne gemacht.
Aber wenn man mir ins Gesicht sagt: "Mensch, dann brauch ihr eine Risiko-Leben.", kann ich einfach nur sagen: "Ja"
Und damit war der einfachere Weg verspert :unsure:


Hallo Fran,

na, jetzt wissen wir wenigstens, wo der Hase lang läuft. Es war nicht zufällig das bewusste Familienmitglied, das Dich darauf aufmerksam gemacht hat, dass Ihr beide ne RisikoLV braucht? Und er/sie selbstverständlich davon ausgeht, dass Ihr das bei ihm/ihr abschließt? Nun, er/sie kann im vorliegenden Fall durchaus Recht haben, schließlich verdient er/sie damit sein/ihr Geld. Und Versicherungsfachleute sind - wenn sie hauptberuflich arbeiten auf jeden Fall - durchweg gut ausgebildet. Die werden nicht einfach so nach ner kurzen einmaligen Schulung auf die Menschheit losgelassen. Und die werden in der Praxis auch regelmäßig nachgeschult, um sie mit neuen Produkten oder auch neuen Gesetzeslagen vertraut zu machen. Das ist sogar ein anerkannter Ausbildungsberuf mit Ausbildungsordnung und Abschlussprüfung.

Nichtsdestotrotz würde ich mich über nen Makler oder auch die Direktversicherer erst mal kundig machen, was so was kosten darf und Angebote anfordern. Wenn Du die dann vorliegen hast, machste mit dem Familienmitglied nen Beratungstermin aus und lässt Dich beraten. Damit übergehste zumindest niemanden und der Familienfrieden wäre ebenfalls gewahrt. Du musst ja nicht sofort zu allen Fragen Stellung beziehen oder gar gleich abschließen. Hör halt erstmal aufmerksam zu, mach Dir dabei Notizen und stell selber Fragen. Wie Du dessen krankheitsgeschichtliche Neugierde umgehst, weißte ja jetzt. Wenn Du den Eindruck hast, dessen Angebot übervorteilt Dich - weil vergleichsweise zu teuer - kannst Du ihn/sie ja mit den günstigeren Angeboten konfrontieren. Vielleicht findet sich dann ja zufälligerweise noch eine preisgünstigere Alternative im Portfolio. :pfeifen:

Und lass Dich nicht von denkbaren Sprüchen wie "Du hintergehst mich" (weil Du Angebote hinter meinem Rücken eingeholt hast) oder "Du traust mir nicht" (warum hast Du mich nicht vorgewarnt, sondern ins Messer laufen lassen) oder Ähnlichem irritieren. Das ist psychologische Kriegsführung. Denn schließlich will Dir doch Dein Familienmitglied sicher nicht zumuten, dass Du nur seinetwegen jahrelang oder auch jahrzehntelang viel zu hohe Beiträge zahlst, nur damit er genauso lange dran verdient? Das wäre seinerseits schon recht egoistisch und insofern auch sehr ärgerlich. Es geht hier knallhart ums Geschäft. Denn solange die Versicherung läuft, erhält der Vermittler eine regelmäßige Betreuungsprovision ausgezahlt, da die Versicherung ja in seinem Bestand geführt wird. Schließlich hat heutzutage keiner Geld zu verschenken.

Auf jeden Fall solltest Du INFORMIERT sein. Nur so kannst Du aus eventuellen rhetorischen Fallen als Sieger hervorgehen. Wenn Dein Familienangehöriger tatsächlich das beste Angebot von allen unterbreitet, dann schließ ruhig bei ihm ab und bedinge Dir aus, dass Du die Gesundheitsfragen direkt mit der Gesellschaft klären willst. Sage ihm - wenn er das nicht verstehen will - ganz ruhig, dass Deine Privatspähre eines gewissen Schutzes bedarf. Basta. Uns konntest Du das doch auch sachlich vermitteln und keiner von uns hat genau nachgefragt. Also warum sollte das Dein familiärer Vermittler nicht auf die Reihe kriegen?

In diesem Sinne: liebe Grüße,

ilwedritscheline

P.S.: Ich bin schon sehr gespannt drauf, wie die Sache weitergeht. Hältst Du uns bitte auf dem Laufenden? Das fände ich prima.


Zitat (ilwedritscheline @ 17.11.2008 09:00:44)
zum Nachweis Deiner Bonität musste auch Dein Gehalt offenlegen.

das ist mir neu!
Wer eine R-Lebensversicherung abschließt muss zwar seine Gesundheitsfragen beantworten, mehr Profit schaut raus, wenn man seine Gesundheit beim Arzt bestätigen lässt, aber dass man die Bonität nachweisen muss ist mir persönlich neu!

Liebe anna_a,

dass ich mich da slightly vertan habe, habe ich ja schon richtig gestellt. Ich kannte das eben nicht anders, weil in meiner RisikoLV eine BUZ mit eingeschlossen ist. Und da musste sagen, wieviel Du verdienst, weil die Höhe der Leistung nicht über Deinem aktuellen Verdienst liegen darf. Dann würdeste Dich im Schadenfall nämlich bereichern. Aber ich habe mich nochmal schlau gemacht und die Info direkt korrigiert. Will hier ja niemanden auf den Holzweg führen. ;)

Grüßle,

ilwedritscheline


ich will jetzt keine werbung machen, aber ich habe meine frau und mich mit einer risiko-lv bei cosmos direkt abgesichert, sehr unbürokratisch, günstig und ohne offenlegung meines gehaltes, allerdings gesundheitsfragen sind logisch und auch verständlich


Ich würde gern einen anderen Teil noch einmal aufgreifen.


Zitat: "Mensch, dann braucht ihr eine RisikoLV "


Kein Mensch "muss" eine Risiko-LV haben. Es ist deine eigene Entscheidung.
Die einzige Ausnahme, die ich persönlich sehe ist der typische 40er-Familienvater und Alleinverdiener, der sich und seiner Familie grade eine Hausfinanzierung an die Backe hängt. Der "muss"...


Wenn euer Verwandter euch da etwas aufdrängen will, wäre ich zusätzlich seeehr kritisch, ob er dann auch die richtige Adresse ist. Auch im Schadensfall wird ja der auch wieder ins Spiel kommen.

Just my two cents

:blumen:


ich sage grundsätzlich 2 oder 3 freien versicherungsvertretern was ich suche und das ich das beste preis/leistungs verhältnis haben möchte. durch den wirrwar von angeboten blickt der normale mensch doch gar nicht mehr durch!

versicherungen innerhalb der verwandschaft abschliessen kommt für mich gar nicht in frage! dann würde ja auch z.b. bei der e-geräte versicherung rauskommen was z.b. meine anlage kostet, und selbst das kann hier und da schon zum neid und missgunst kommen. da spielt es dann mehr keine rolle das ich die in 10 jahren zusammengerackert habe!

Bearbeitet von Bulli-SH am 14.12.2008 14:41:47



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