Handwerker viel teurer als Angebot: was können wir machen?


Hilfe.... :(

wir bauen im Moment um, wohnen noch in der alten Wohnung - d.h. wir können nicht kontrollieren, wie lange die Handwerker da sind (Stundenaufschriebe).

Da der Sanitär-Mensch länger gebraucht hat als vorgesehen, hat mein Mann eine Aufstellung angefordert, wieviel Stunden bis jetzt schon geleistet wurden, und wieviele noch gebraucht werden, bis alles fertig ist.

Resultat: es wurde bis jetzt DREIMAL soviel Material gebraucht wie im Angebot abgeschätzt, und an Arbeitszeit etwa doppelt soviel. Dabei ist ja noch garnicht alles fertig.

:kotz:

Meine Frage: ist ein Handwerker irgendwie rechtlich verpflichtet, dem Bauherrn zu sagen "hörmal, ich hab jetzt schon eine doppelt so hohe Rechnung, wie im Angebot vorgesehen, und es wird noch mehr dazukommen" ???
Es kann doch nicht sein, dass er stillschweigend voraussetzt, dass wir Tausende von Euro mehr zahlen können als vorgesehen?

Für alle Tipps sehr dankbar...
Ribbit mit Blutdruck auf 230


Nein, der darf nicht einfach so das Angebot sprengen... Abweichungen in einem gewissen Prozentsatz sind normal und müssen von den Bauherren ohne Murren gezahlt werden (man kann ja nicht immer supergenau kalkulieren).
Sobald aber eine Abweichung vom kalkulierten Angebot (das ja auch zur Grundlage des Vertragsschlusses gemacht wurde) absehbar wird, muss der Handwerker eigentlich den Bauherren informieren.

Welche Folgen sich daraus für euch ergeben, dass er euch nicht informiert hat und das Angebot drastisch überschritten hat, kann ich grad nicht soooo genau sagen. Ich meine, ihr könntet die Schlussrechnung mindern, oder vom Vertrag zurücktreten (was aber sinnlos sein dürfte, auf ner halbrenovierten Wohnung zu hocken....).

Ruf doch mal bei der Handwerkskammer an und spiel die Doofe und frag mal ganz naiv nach, was man denn da machen kann :)
Die sind zwar eigentlich nicht der richtige Ansprechpartner, aber manchmal kriegt man auch aus ner unzuständigen Stelle gute Infos raus.

Edit - ganz wichtig!!!:
Ihr müsst dem Handwerker auf jeden Fall SCHRIFTLICH eins auf die Flossen geben. Dass die Zwischenberechnung der Kosten erheblich (rechtet mal die Prozente aus.) vom Angebot abweicht und dass ihr nicht darüber informiert worden seit, dass die Angebotssumme erheblich überschritten werden wird.

Bearbeitet von Cambria am 17.04.2009 20:21:03


Danke Cambria, das werden wir am Montag wohl mal machen.

Das Dumme ist: mit dem Menschen sind wir persönlich "bekannt", nicht dick befreundet, aber halt bekannt. Aber so geht's einfach nicht.

Auf der halbrenovierten Wohnung wollen wir natürlich nicht hockenbleiben, aber vielleicht fände sich schnell ein anderer Sanitär-Mann, der den Rest vollends erledigen könnte. Ich würde die anderen Leute am liebsten garnicht mehr auf die Baustelle lassen.

:wallbash:

Ich surfe noch ein wenig nach Infos, denn morgen wollen wir uns mit ihm treffen und mal Tacheles reden.

Seufz...
Ribbit


Ich glaube, dass ein Handwerker am Ende 10% über dem Angebot liegen darf. :hmm:


Zitat (pudding @ 17.04.2009 22:59:19)
Ich glaube, dass ein Handwerker am Ende 10% über dem Angebot liegen darf. :hmm:

Ich denke so pauschal lässt sich das nicht sagen.

Der Meister soll mal dalegen, wieso er sich so verkalkuliert hat.
Sind es Dinge, die nicht voraussehbar waren? Bei Altbauten oft so
Oder einfach falsch kalkuliert- das wäre euch nicht anzulasten

Klicki

wobei hoffentlich anzunehmen ist, daß es vorher einen Kostenvoranschlag gab. ;)

Danke Bücherwurm, der Link war sehr hilfreich. Kostenvoranschlag gab es keinen, "nur" das Angebot, wobei das ja nach Rapport gerechnet wird, also die Lohnkosten.

Und die haben sich zwar "nur" verdoppelt, aber das sind eben 6000 Euro Mehrkosten.
Material hat sich wundersamerweise verdreifacht, das sind aber "nur" ca. 4000 Euro.

Wir hoffen, dass wir morgen abend schon ein Gespräch führen können, in dem einiges klarer wird. Wenn sich kein für uns akzeptabler Ausweg findet, werden wir unseren Standpunkt schriftlich darlegen und uns die weiteren Schritte überlegen.

Sch***spiel. <_<

Danke für eure Hilfe!
Ribbit

p.s. auf einer IHK-Seite hab ich gefunden, dass eine "nur unwesentliche" Überschreitung eines Kostenvoranschlags maximal 25% betragen darf. Da sind wir weeeit drüber.


Zitat (pudding @ 17.04.2009 22:59:19)
Ich glaube, dass ein Handwerker am Ende 10% über dem Angebot liegen darf. :hmm:

Korrekterweise müßten sich aber bei der Betrachtung aller Aufträge eines Handwerkers in gleichem Maße Abweichungen nach unten ergeben, so daß sich die Streuung insgesamt auf Null ausgleicht. ;)
Wenn dem nicht so ist, liegt ein systematischer Fehler vor: der Handwerker verkalkuliert sich zu seinen Gunsten, sei es um den Auftrag zu erhalten oder daß er einfach noch was zu seinen Gunsten dazubescheißt. :(

Im konkreten Fall würde ich mir mal zusammenrechnen und zeigen lassen, wo das verbaute Material vorhanden ist. ;)
... und natürlich den weiteren Ablauf der Arbeiten durch Anwesenheit kontrollieren, damit nicht die Zigaretten-, Zeitungslesen-, Vesperbrotzeiten als Arbeitszeiten auf der Rechnung stehen.

Ich hatte derlei schlechte Erfahrungen glücklicherweise noch nie. Ich würde aber (ohne jetzt zu wissen, wie es rechtlich sein MUSS) von einem ehrlichen Handwerker erwarten, dass er mich während der Arbeiten beispielsweise darüber informiert, wenn irgendwas großes Unvorhergesehenes auftritt, was die Sache teurer macht. Macht mein Autoschrauber ja auch - so nach dem Motto "Mit Schweißen ist es nicht getan, nach dem Zerlegen hab ich gesehen, dass dies und jenes auch nötig ist" - dann weiß man wenigstens VOR Entstehen der Kosten in etwa, was noch kommen kann und kann entsprechend reagieren.


dann hoffe ich mal das ihr seine Material+ Stunden-Abrechnungen nicht unterschrieben habt , denn meines Wissens nach , habt ihr dann alles anerkannt -_-

wenn ihr es 100 % Wissen wollt müsste ich mal meinen Chef ausfragen :D


Stundenzettel haben wir keine unterschrieben. Ich glaube,es ist auch weiterhin nicht machbar, dass ich von 8 bis 5 auf der Baustelle bin, um zu kontrollieren, ob die einfach superlangsam arbeiten, oder nebenher Karten spielen. Mal sehen, ob wir die überhaupt weiter bei uns reinlassen. <_<

Gespräch hat gestern nicht geklappt, wir haben ihn nicht erreicht. Morgen früh wird der Termin vereinbart.

Tigermücke - genau das haben wir auch erwartet - die Ansage "huch, es wird teurer, ist das ok oder was machen wir jetzt?" <_< Dazu ist der Handwerker meines Wissens auch verpflichtet. NAja.

Tschooo hat auch recht - vermutlich hat der ein "übers Knie gebrochenes" Angebot abgegeben, ruckzuck, weil er Arbeit brauchte. Und jetzt stellt sich raus,dass er sich total verschätzt hat. Super.

Danke für eure Hilfe und Kommentare :blumen:
Ribbit


Tja und was ist nun aus der ganzen Sache geworden???? Wäre interessant zu erfahren, wie der Fall gelöst wurde! Wäre sicher auch für evtl. andere betroffene interessant.


Knuddelbärchen, ja... wir hatten jetzt das 2. Gespräch mit dem Handwerker. Jeder hat nochmal kurz seine Argumente vorgebracht, wobei er eigentlich keine hatte, außer dass es eben "Sch... gelaufen" sei. Tja.

Dann haben wir unser Angebot gemacht, also gesagt, wieviel zusätzlich zur ursprünglichen Angebotssumme wir bereit/fähig sind zu zahlen.

Er hat geschluckt (das war uns schon klar) und gesagt, er würde da einen Tag drüber schlafen. Das war letzten Montag. <_< Ich weiß nicht, ob das Taktik sein soll, ob er uns nervös machen will... keine Ahnung. Vielleicht tüftelt er schon fleißig mit einem Anwalt an einer gerichtlichen "Lösung", ich hoffe nicht.

Heute werden wir uns bei ihm melden. Langsam wird das ja lächerlich.
Drückt uns die Daumen, dass wir das außergerichtlich regeln können.

Gruß
Ribbit


Beim sagt mir der Meister die Reperatur kostet soundsoviel, sollte ein nicht sofort ersichtlicher Schaden hinzukommen, muß er mich informieren und meine Erlaubnis zur Behebung des Selbigen einholen.

Möchte es nicht schwören, denke beim Bauhandwerker ist es genau so.

Dann gibt es bei der jeweiligen Innung noch ne Schlichtungsstelle, die man einschalten kann.

*Ganzfestedaumendrück* das alles zu Deiner zufriedenheit ausgeht.

LG Sebring.


Ja, Sebring, bei normalen Menschen ist das so... :( und unser Handwerker hätte das auch so machen müssen. Wenn er sich stur stellt, bleibt halt nur: Gericht.

Die Schlichtungsstelle ist ne gute Idee, danach muss ich mal suchen. Vor Gericht wollen wir natürlich nicht, weil es eben schwierig ist, da sein "Recht" einzuklagen.

Danke fürs Daumendrücken :wub: ich berichte dann, sobald wir was Definitives wissen.


Zitat (Ribbit @ 06.05.2009 13:16:27)
Knuddelbärchen, ja... wir hatten jetzt das 2. Gespräch mit dem Handwerker. Jeder hat nochmal kurz seine Argumente vorgebracht, wobei er eigentlich keine hatte, außer dass es eben "Sch... gelaufen" sei. Tja.


Das ist ja wohl kein Argument - wenn er nicht kalkulieren kann, sein Pech.
Sicher, sollte etwas unvorhergesehenes dazwischengekommen sein dann müsste man drüber reden, bzw. das hätte er schon früher machen müssen.

Sparfuchs - ja, eigentlich ist das sein Pech, bzw seine Unfähigkeit. Vor allem bei einer Überschreitung des Angebots um 50% :labern:
Klar steht im Angebot immer drin "nach Aufmaß" "circa" etc. pp - und um Kleinigkeiten wollen wir auch nicht streiten. Wenn z.B. die Sache mit der Fußbodenheizung länger gedauert hat, weil komplizierter als zuerst gedacht... ok. Aber das kann nicht zu 50% Plus ausarten! Denn es sind keine zusätztlichen Arbeiten dazugekommen!

Leider sind sich die Gerichte nicht einig, wer da jetzt den schwarzen Peter hat. Laut OLG Celle (das wars glaubich) müssten wir jetzt beweisen, dass die Arbeiten günstiger hätten durchgeführt werden können, wenn der Handwerker rechtzeitig die Mehrkosten angezeigt/uns mitgeteilt hätte.

Und das ist eben schwierig. Ach, das Thema ist zum.... naja.


Moin Ribbit,

sei gegrüßt. Wie ging es denn jetzt weiter mit Eurem Handwerker?

Ich hätte da eventuell noch ne Idee, die die Geschichte vielleicht zu Deinen Gunsten verändern könnte. Könnte es im Bereich des Möglichen liegen, dass die Geschwindigkeit seiner Arbeitsausführung dazu führte, dass Ihr erheblich länger in der bisherigen Wohnung bleiben müsst und demnach auch zusätzliche - nicht eingeplante - Mietkosten in nicht unerheblicher Höhe bestreiten müsst? Kündige ihm doch mal an, dass Du diese durch ihn verursachten Zusatzkosten seiner Abschlussrechnung entgegenrechnen musst - also von seiner Forderung abziehen wirst. Dreh einfach den Spieß um und wehre Dich, aber behalte die Nerven und warte ab, was er dann sagt ... die Bekanntschaft dürfte ohnehin nicht mehr die Beste sein, also warum nicht auf seine Unverschämtheit noch eins draufsetzen? Vielleicht lenkt er ja ein wenn er sieht, dass Du Dir nicht alles gefallen lässt.

Grüßle, ilwedritscheline

Bearbeitet von ilwedritscheline am 01.07.2009 12:56:10


Hallo ilwedritscheline,

danke für den Vorschlag... :blumen: vor lauter Umbau und Umzug hab ich vergessen, hier weiterzuschreiben.

Also, wir haben uns nochmal getroffen und ein etwas muffiges Gespräch geführt, und mit etwas hin und her hat es geklappt, dass wir uns in der Mitte geeinigt haben, vom Geld her.

Ich denke, auf dem ursprünglichen Angebot konnten wir nicht bestehen, weil einfach mehr Arbeitsleistung erbracht wurde. Aber die ganzen Mehrkosten wollten/konnten wir auch nicht zahlen, und das mussten wir auch zum Glück nicht.

Bin nur froh, dass das außergerichtlich ablief, denn... soviel Zeit und Nerven und Geld hätten wir vermutlich nicht mehr gehabt, das durchzufechten. Puh.

Danke für die Tipps und Hilfen! :blumen:
Ribbit


Puh - da bin ich ja froh, daß alles gut ausgegangen ist! :blumen:
Alles Gute für euren Um- und Einzug! :)


Danke Antina :P am Samstag sind wir umgezogen, und ich ruh mich und meinen dicken Bauch jetzt erstmal ein bisschen aus B)

Grüßle
Ribbit



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