Schulklasse ausser Rand und Band: was kann man da als Eltern tun?


Folgendes Szenario:

Eine zweite Klasse, die auch unser Sohn besucht ist so was wie Anarchie ausgebrochen. Die Kinder kommen erst zu spät aus der Pause, lärmen, rennen, lachen, hören nicht auf das, was die Lehrer sagen.

Dazu sei noch folgendes angemerkt: Die Klasse ist eine gemischte Klasse 1/3 hochbegabte Kinder 2/3 normal begabte. Darauf ist auch das Lernkonzept abgestellt. Englisch ab der ersten Klasse, Computer, Experimente, Ausflüge, Musik, Extraförderung in der Knobelstunde.

Das alles setzt natürlich ein großes Mass an Disziplin voraus, und die läßt wohl zu wünschen übrig. Es ging schon soweit, dass alle Ausflüge gestrichen wurden, und dass ein Projekt auf der Kippe steht, wobei es um die Erforschung von Schmetterlingen und Libellen gehen sollte.

Es gab einen Brief, der das sehr dramatisch schilderte und heute einen Elternabend, in dem das wieder Thema war. Ich frag mich nun als Vater, was kann ich dazu beitragen, um die Situation so zu verändern, um wieder "normale" Verhältnisse in der Klasse einkehren zu lassen.

Natürlich haben wir mit unserem Sohn geredet - ging auch nicht ohne Tränen der Scham ab.

Ich selbst denke (vielleicht aus Selbstschutz?), dass es ein Versagen des Lehrpersonals war, solche Zustände einreissen zu lassen. In meinen Augen handelt es sich um einen gruppendynamischen Prozess, zumal die Klassenlehrerin auch keinen benennen kann, von dem die Störungen ausgehen - eben die ganze Klasse.

Meine Ex-Frau und ich haben lange darüber gesprochen, was wir tun können. Zu sagen "Mach da nicht mit" ist in meinen Augen Quatsch - oder doch nicht. Klar kann Eltern so was sagen - nutzt es was, ich denke nicht oder doch.

Was würdet ihr tun

Ach ja, unser Sohn gehört zu den Hochbegabten, schieb ich mal so nach als stolzer Vater


Ich finde es ist überhaupt kein quatsch ,da als Elternteil zu sagen :Mach da nicht mit.

Denn gerade die Eltern sollten da zusammen mit den Lehrpersonal an einem Strang ziehen und nicht die Schuld jetzt auf vereinzelte Schüler oder auf dem Lehrpersonal schieben. Ich finde das würde erst recht nichts bringen.

Bearbeitet von janice am 19.05.2009 23:22:55


:o Beim Lesen des Titels dachte ich erst, es ginge um eine gut gefüllte Klassenkasse oder so... :lol:

Bearbeitet von Justme am 19.05.2009 23:23:32


Hui, als Nicht-Mutter kann ich da nur mutmaßen und einfach mal meine Gedanken in den Raum werfen...

Ich denke, es wird sich tatsächlich um ein Gruppendynamik-Problem handeln, das entweder in den Persönlichkeiten der Kinder liegt (es gibt manche Typen, die können einfach nicht anders, als riesengroßes Trara veranstalten, sobald sie zusammen treffen), oder es ist im Führungsstil der Lehrer begründet.

Als Eltern wird man bei der Lösung dieses Problems wohl nur unterstützend tätig werden können. Denn ihr seid in der Situation nicht dabei und müsst quasi "aus der Ferne" euren Einfluss geltend machen.
Da kann man aber wahrscheinlich dem eigenen Kind gut zureden und 1000 mal erklären, dass es blöd ist, sich von diesen Dynamiken mitreißen zu lassen, in der konkreten Situation, unter dem Einfluss und im Sog der Dynamik wird sich das alles recht schnell in Luft auflösen. Rebellion mach tnämlich viel mehr Spaß als Gehorsam :)

Vielleicht könntet ihr anregen, andere Lernkonzepte auszuprobieren. Das Kind von Bekannten ist in eine Schule mit Gleitzeitmodell gegangen. Wenn ich mich richtig erinnere, konnten die Kiddies morgens zwischen halb acht und halb neun dort aufkreuzen, der richtige Unterricht ging erst um halb Neun, dann aber pünktlich, los. Als Anreiz, früh da zu sein, gab es morgens interessante Beschäftigungen, Musikangebote ect... so genau hab ich das damals nicht mitbekommen, jedenfalls wären die Kids morgens nach der anfänglichen Phase des Ausprobierens allesamt um halbacht auf der Matte gestanden, weil sie sich auf diese Angebote gefreut haben.
Mit harten Sanktionen wird man so einer tumultigen Klasse wahrscheinlich nicht bei kommen, zumal nicht in diesem Alter...

Hoffe für euch, dass sich die Situation wieder fängt...


@ janice

Natürlich haben wir gesagt: Mach da nicht mit. Aber ich glaube. dass das nicht viel nutzen wird. Er will ja nicht mitmachen, aber Gruppendynamik ist eben Gruppendynamik und es verdammt schwer, sich da raus zu halten.

@cambira

Ich seh das ähnlich, deine Analyse - aber das Geitzeitmodel hat er schon - eben nicht die ganze Klasse, sondern nur ein Teil davon - ist eben Hort

Ich denk nochmal drüber nach - vielleicht komm ich ja noch auf einen guten Einfall und vielleicht könnt ihr mich dabei unterstützen


Die Situation hat sich wieder gefangen - wieder alles im grünen Bereich, war aber auch ein Stück Arbeit

Danke für die Anregungen


das ging aber schnell :pfeifen:
cutie :peace:

Bearbeitet von Cutiepie am 13.06.2009 04:39:39


@cutie

ja, es ging schnell. Der Elternabend hat sich nur mit den Disziplinarproblemen beschäftigt. Die Kinder haben dann ein Entschuldigungsschreiben verfasst und alle haben es unterschrieben und Besserung gelobt.
Sie haben sich wirklich dran gehalten. Und das Schmetterlingsprojekt ist auch gestartet. Also zu sehen, wie sich eine Raupe verpuppt und dann daraus ein Schmetterling wird.

Ich denk mir, dass da die positiven Sanktionen gewirkt haben. Lehrpersonal und Schüler/innen haben sich zusammengerauft und gemerkt, dass es so viel besser geht.

Im Sommer geht es dann ins Ferienlager - ist wieder so richtig schön.....

Gruss

Markus



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