Dschungelcamp für Behinderte


Warum werden Behinderte immer noch nicht für voll genommen? :huh:

Nur weil ein britischer Fernsehsender eine Reality-Show mit Behinderten macht ist das Geschrei in den Medien wieder groß,dabei möchten die meisten Behinderten wie normale Menschen behandelt werden.

Ich finde es gut :daumenhoch:


Zu dem Inhalt deines Links sag ich jetzt mal nichts.

Nur so neben bei, würde man Menschen mit Behinderung "normal" behandeln, würde man nicht eigens eine Sendung (in dem Falle) für sie kreieren, sondern sie einfach in die herkömmlichen integrieren.

Siehe auch "Integration" bzw. noch besser "Inklusion".


wie ich das finde, will ich gar nicht sagen

aber lest es doch mal richtig,
es ist keine Reality Show, es ist Satire


Zitat (Die Außerirdische @ 25.11.2009 22:52:15)
wie ich das finde, will ich gar nicht sagen

aber lest es doch mal richtig,
es ist keine Reality Show, es ist Satire

Das war mir schon klar.

Trotzdem (oder deswegen?) enthalte ich mich dazu jeden Kommentars.

Zitat (Die Außerirdische @ 25.11.2009 22:52:15)
wie ich das finde, will ich gar nicht sagen



Warum Außerirdische?
Das sind ganz normale Menschen denen fehlt nur was oder sie haben was zuviel,das kann man von Promis im Dschungelcamp auch sagen :lol:
Auserdem machen sie es aus freinen Willen,und dem sollte man selbst Behinderten zugestehen :pfeifen:
Von den meisten kommt bestimmt der Spruch:
Ach du meine Güte, ich wusste gar nicht, dass Behinderte so was tun.

Die Behinderten sollen schön in der Ecke sitzen,nur nich auffallen und still vor sich hin leiden.

Zitat (keke)
sondern sie einfach in die herkömmlichen integrieren.


Also pro Sendumg 1-2 Qoten-Behinderte die werden als erste rausgewählt,100 pro :(
Aber in der eigenen Sendung haben sie 100% Aufmerksamkeit.

Reicht es nicht dass es hervorgehoben wird, dass unter den Promis genügend Verrückte gibt???

Da sagt man dann, okay die wollen nur PR.

Aber da wird nicht nur die Würde derjenigen die mitmachen, sondern aller Personen die ein Handycap haben mit den Füssen getreten.

Das als Integration dar zu stellen ist eine bodenlose Frechheit, da wird ein paar gestörten die halt behindert sind das Podium zur Selbstdarstellung geboten.

@Wurst weißt du eigentlich mit welchen realen Schwierigkeiten man jeden Tag mit einer Behinderung kämpfen muss???

Dann sollen sie lieber mal mit versteckter Kamera ein paar Behinderte durch den Alltag begleiten, das ist schottische Insel genug.

Ob ich auf einer Insel ein Brot brauc oder in einer Stadt wo ich gar nciht zum Bäcker reinkomm, dass ist doch egal.


da sowieso mehr behinderte im fernsehen zu sehen sein sollten ist das vielleicht zumindest mal ein anfang die leute für das generelle thema aufmerksam zu machen. ob es jemandem gefällt oder nicht, es wird zumindest diskussionen auslösen (wie wir gerade beweisen).
gerade menschen die in ihrem gewohnten umfeld nie mit behinderten zu tun haben denken oftmals auch nie über die problematiken nach. oder erklärt ihr euch anders das in 90% der gaststätten die toilette nur über eine treppe erreicht werden kann, türen nicht breit genug sind oder sich nur schwer öffnen lassen usw?


@vogelfrei
sorry, dass ist wie bei Homosexuellen, da zeigt man im Fernsehen die quotenträchtigen "Tunten"


Aber die wahre Problematik wird da nicht angesprochen.
Ich bin betroffen, ich kenn die ganzen Probleme mit Toiletten im Keller und und und ....
Das letzte was ich mir aber wünsche, ist eine Freigabe zur Lächerlichkeit und nix anders ist so ein Camp.

Ja Behinderte sollen an die Öffentlichkeit gehen, sie werden aber immer noch qutentechnisch missbraucht und die wenigsten Berichte stellen die Alltagsproblematik dar.

Es ist viel passiert, aber das mit Hilfe von Gruppen die speziell auf Gemeinde und Städte zugehen und Schwachpunkte aufzeigen.

Achja die meiste Probleme der Behinderten sind auch zeitlich begrenzt die mit welchen sich Kinderwagen rumplagen.


Hier wird das Pferd von hinten aufgezogen, das ist nicht die Aufmerksamkeit die Behinderte brauchen, nochmals ....das ist eine Freigabe zur Lächerlichkeit ....


Die Behinderten in diesem Camp sind allesamt Schauspieler und in Interviews haben sie sich alle extrem positiv zu diesem Projekt geäußert (sonst hätten sie ja wahrscheinlich auch nicht mitgemacht).
aber auch unter Behinderten wird es sicher gegensätzliche Einstellungen geben.

Ebenso gibt es in England momentan ein Projekt, bei dem enstellte Menschen für eine Woche die Nachrichten lesen.
Das soll dazu dienen, nichtenstellte Menschen an den Anblick zu "gewöhnen" und damit das Glotzen in der Öffentlichleit zu reduzieren.


Also wenn ich den Link von Wurst lese, dann komme ich mir vor wie zurück in die Vergangenheit.
Da gab es doch die Zirkuse und Shows die Menschen mit Behinderungen der Öffentlichkeit zeigten, dass wäre doch was ......... oder eine Runde Zwergenweitwurf

Ganz klar .........JA ... zu mehr Öffentlichkeitsarbeit von und mit Behinderten, jedoch wie in allen Menschensparten, bitte mit Würde und Anstand.


Zitat
Die erste Folge beginnt damit, dass ein Gelähmter aus einem Boot gehoben und am menschenleeren Strand abgelegt wird wie ein Sack
Link
Was hat das mit den heutigen Problemen von Behinderten zu tun, das ist eine Befriedung von immer steigender Sensationsgier ............ demnächst werden Kinder vergewaltigt um zu zeigen wie es ihnen dabei geht??
Gut sie sagen Satire ......... Satire?? Da kann ich doch noch über das lachen Satire, da schreibt wenigstens einer der weiß um was es geht

grizzabella wenn du meinen Link zitierst hast du ihm bestimmt auch gelesen,und festgestellt das die behinderten Schauspieler richtig glücklich sind da mitzuspielen und vieleicht was zu bewegen.
Viele Behinderte kommen mit ihren Schiksal nicht klar,und versauern im stillen Kämmerlein wenn durch die Sendung nur einige aufgerüttelt werden ist das ein dickes Plus. :rolleyes: :rolleyes:

Aus deinen Link: "Über Behinderte zu lachen, bedeutet, sie wie normale Menschen zu behandeln." :daumenhoch:


Man muss schon gucken, in welcher Hinsicht Menschen mit Beeinträchtigung(en) (die heutige Bezeichnung übrigens...) "normal" behandelt werden (wollen).

Mir platzt gleich die Halsschlagader.


Als Mensch mit einem Sauerstoffmangel während der Geburt bin ich leicht geistig behindert. Folgen: Man wollte mich noch nicht mal ärztlich untersuchen. Ich sollte keine Bildungseinrichtung besuchen, weil "eh keine Chance"...

Als Kind habe ich mich auch immer gefreut, wenn man mich bat, bei diesem oder jenem mitzumachen. Erst hinterher hatte sich dann leider rausgestellt, dass ich bloß dafür gebraucht wurde, wofür die Menschen sich lustig machen konnten - auf Deutsch: Ich wurde verarscht!

Auch heute bin ich gesundheitsbedingt selber viel mit anderen Menschen zusammen, die teilweise noch schwerer gehandicapt sind (geistig). Die freuen sich über jedes Bißchen, was man ihnen anbietet. Die würden mit jedem Typen mitgehen, der nur mal ein bißchen nett zu ihnen ist. Denen muss man dann leider auch heute noch sagen, dass sie sich nicht verarschen lassen sollen. Doch: Sie verstehen dies nicht. Die sind einfach nur glücklich, dass sie irgendwo dabei sein dürfen.

Mit anderen Worten: Menschen mit Beeinträchtigung(en) werden regelrecht benutzt! Und es wird ihnen schöngeredet!

Warum z.B. arbeite ich nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt und warum bekomme ich in der geschützten Werkstatt kein anständiges Gehalt, um nicht vom Staat abhängig sein zu müssen? Ich arbeite doch?! So gut ich kann! Vollzeit! Ich möchte mich doch schon jetzt belohnen für meine Arbeit! Und nicht erst, wenn ich das Rentenalter erreicht habe und dann aus der großzügig eingezahlten Rentenversicherung schöpfen. Weiß ich, ob ich bis dahin noch lebe???

Ich will nicht pessimistisch sein, aber wenn ich andere Menschen sehe, die genauso arbeiten gehen und keinen Haufen Anträge ausfüllen müssen, um sich wenigstens ernähren zu "dürfen".

Ich frage mich: Müssen diese Menschen immer noch dankbar sein, dass sie am Leben bleiben dürfen?

Haben wir gar nichts gelernt???

Die Politik hat noch viel zu tun, finde ich. Die Abschaffung der Euthanasie reicht eben noch nicht...

Und was diese Reality-Shows betrifft: Die Leute werden sich - erfahrungsgemäß - auch wieder nur an den Einschränkungen "ergötzen". Mich erinnert das Ganze an das Mittelalter, in dem Menschen mit Beeinträchtigung (frühere Bezeichnungen: "Idioten", "Krüppel"!) auf Jahrmärkten zur Schau gestellt werden sollten - zur Unterhaltung der anderen.

Und noch was, was die Integration betrifft: Wie keke und grizzabella es schon richtig sagen: BITTE mit ANSTAND und WÜRDE!!!

Integration heißt, Menschen mit Beeinträchtigung in diese, unsere Gesellschaft zu integrieren. Und diese Gesellschaft sind wir alle! Also sind ALLE gefragt. Was mir noch auffällt: Eine ganz dumme Angewohnheit, Behinderungen zu pauschalisieren. Behinderungen sind relativ! Es gibt nicht nur körperliche und/oder geistige Behinderungen (Körperbehinderungen sind nicht immer gleich auch geistige Behinderungen, liebe Mitmenschen!), sondern auch organische Beeinträchtigungen. Wenn ich da an die Menschen denke, die tagtäglich an die Dialyse müssen... Wir sollten auch vorsichtig sein, mit bestimmten Begriffen. So ist z.B. gehörlos nicht gleich taub. Gehörlos ist man, wenn man nur minimal mit einem hochgradig verstärkten Hörgerät bzw. mit einem CI noch etwas hören kann. Taub ist man, wenn gar nichts mehr geht, was das Hören betrifft.

Integretion heißt auch: Natürlicher, offener Umgang. Es gibt immer noch viel zu viele Berührungsängste! Integration heißt: Kein säuselnder Tonfall und nicht den Ton, als wäre dieser Mensch mit 40° Fieber krank. Leider habe ich auch schon einen Tonfall erlebt, der sehr beherrschend und militant klang, nach dem Motto: "Mach mir jetzt bloß keine Probleme hier!"

Integration heißt: Helfen, wenn die Hilfe erwünscht ist. Ich habe auch schon erlebt, dass man mir "ja nur helfen will!" und ich "doch bitte schön dankbar sein soll, dass mir überhaupt jemand helfen will!" Wundern sich die Leute, warum mancher "Behinderte denn plötzlich so - aggressiiiv - wird..." Nein! Es ist einfach nur ein - hoffnungsloser? - Versuch, sich mal zu behaupten! Ein Mensch mit Beeinträchtigung merkt immer noch selber, wann er Hilfe braucht und wann nicht. Wer nicht gerade stumm ist, kann reden!

Sorry, wenn ich so abgeschweift bin. Aber wenn ich sowas lese, kommt mir halt alles wieder hoch und ich muss mich ja mal...aus :kotz: en!

Bearbeitet von Monschi am 26.11.2009 19:13:41


ist schon Ok, Monschi.

Mir hast du mit deinen Worten aus der Seele gesprochen.

Die Sendung würde ich mir im übrigen nicht anschauen.
Als ich das erste mal von dieser Sendung erfuhr, fand ich das ganze ziemlich abgeschmackt.



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