Trauriger Rhododendron: Was hat er nur?


Hallo,

vor ca. 3 Jahren haben wir einen Rhododendron (war schon etwas größer) vom Gärtner in unseren Garten gepflanzt. Leider sieht er immer trauriger und trauriger aus.

Er blüht nicht und wachsen tut er auch nicht - eher fast das Gegenteil ist der Fall. Die Blätter sind klein und mickrig und haben eine "fahle" Farbe. Ich habe letztes Jahr total viel Torf drum herum gepackt (auch an die Wurzel direkt) und gedüngt wie doof. Ohne Erfolg :-(.

Die Blätter hängen richtig ein bisschen herunter und mir tut die Pflanze echt leid. Ich habe noch mehrere Rhododendren, aber die sehen alle gut aus.

Wer hat einen Rat? Kann man spezielle Rhododendron-Bodenproben machen lassen beim Landhandel? Soll ich mal einen Radikalschnitt versuchen?

LG
Kröti


Zitat (Krötilla @ 20.04.2010 20:40:25)
Ich habe letztes Jahr total viel Torf drum herum gepackt (auch an die Wurzel direkt) und gedüngt wie doof. Ohne Erfolg :-(.

Vielleicht war das des Guten zu viel? Torf ist OK, Rhododendren mögen sauren Boden. Aber mit dem Dünger sollte man speziell nach dem Ein- bzw. Umpflanzen sparsam umgehen.
Blätter hängen lassen die Rhodis auch ganz gern mal, wenn es ihnen zu trocken ist.

Eisen- oder Magnesiummangel im Boden oder Versalzung durch früher reichlich benutzten Kunstdünger könnten mir da noch einfallen :hmm: ansonsten schließe ich mich Valentine an.

Meine Rhodis habe ich immer mit normalem Rhodi-Dünger und Torf oder reichlich Blumenerde frisch eingesetzt, angeschlämmt - und so wachsen die halt. Nachdüngen tue ich nach dem Neusetzen auf ein Jahr nicht, achte aber drauf, daß sie gut Wasser bekommen.
Erst ab 2. Standjahr dünge ich sie im Frühjahr und im Herbst jeweils einmal kräftig durch, das reicht denen.

Magnesiummangel behebe ich mit Tannendünger bei Rhodis und Hibisken, Eisendünger bekommen zumindest die ewig eisenhungrigen Hibisken vor dem Blühen und in der Blühperiode 3-wöchentlich mit dem Gießwasser.
Wir haben ja hier (Bremer Umland) als Boden "Schwarzen Sand" :rolleyes: der Nährstoffe wie Feuchtigkeit kaum hält.

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 21.04.2010 01:39:59


Noch eine Idee als Nachsatz... steht der Rhodi sehr sonnig? Und ist es eine immergrüne Art?
Der könnte sich vielleicht etwas schattiger und feuchter wohlfühlen. Wenn er noch nicht zu groß ist, könnte Umsetzen lohnen.
Einen meiner ewig mickernden Rhodis habe ich im laufe seines Lebens in unserem Garten 3x "umgezogen" - nun steht er da, wo es ihm gefällt (halbschattig und feucht) und wächst endlich wie Deibel. :)


Hi,

danke für die Tipps. Hat jemand noch was zum Thema "Beschneiden" zu sagen??

LG
Kröti

PS: Der Rhodi steht halbschattig, würd ich sagen. Jedenfalls auch nicht trockener und sonniger als die anderen Rhododendren.... :unsure:


Ueberdüngt eure Pflanzen nicht. Ich dünge 1 mal im Jahr, mehr nicht.
Es wächst trotzdem.

risiko


He Krötilla!
Die Sache mit Deinem Rhododendron ist ja schade. Jetzt wäre doch eigentlich seine Zeit. Ich hatte es auch mal so.
Bin einfach dabei und habe den Strauch handbreit über den Boden gekürzt.Viel gewässert,und nach wenigen Wochen ist es aus allen verbliebenen Zweigen explodiert.Im kommenden Jahr hat er wieder geblüht.So verjünge ich übrigenz immer meine Rhodis und ich habe so um die 150 davon. Viel Erfolg........ :trösten:


Puh, afra! Das ist ja ein mächtiger Radikalschnitt, den Du da beschreibst! Funzt das wirklich? oder hast Du so große Hände? :bodybuilder: Muss man da etwa noch auf Triebe oder so achten? - Ich habe nur 2, und eine davon hat auch so stumpf aussehende Blätter. Düngen tue ich auch nur einmal im Jahr und achte darauf, dass sie nicht zu trocken werden, auch im Winter. Der Boden ist hier (es handelt sich um einen "Feriengarten" bei einem kleinen Urlaubshäuschen), sehr sandig, sehr sauer, und eigentlich müsste denen das doch gut tun. Sie stehen neben einander, und der eine sieht sehr gut aus, und mit dem anderen meine ich manchmal müsste ich Mitleid bekommen. Aber blühen tun sie alle beide. Das ist doch ein gutes Zeichen, oder? :keineahnung:


Zitat (afra @ 24.04.2010 22:47:38)
He Krötilla!
Die Sache mit Deinem Rhododendron ist ja schade. Jetzt wäre doch eigentlich seine Zeit. Ich hatte es auch mal so.
Bin einfach dabei und habe den Strauch handbreit über den Boden gekürzt.Viel gewässert,und nach wenigen Wochen ist es aus allen verbliebenen Zweigen explodiert.Im kommenden Jahr hat er wieder geblüht.So verjünge ich übrigenz immer meine Rhodis und ich habe so um die 150 davon. Viel Erfolg........ :trösten:

Genauso habe ich das mal mit meiner (immergrünen) dunkelroten Azalee gemacht: Rigoroser Rückschnitt - das Teil sah danach wirklich zum Erbarmen aus.
Dann grundgedüngt und immer reichlich gewässert, abgewartet: schon im darauffolgenden Herbst hatte ich die ersten Neutriebe rundum die gestutzten Äste.
Nun habe ich die ersten neuen Blüten wieder: viel dunkler und größer als die früheren und der Busch bewächst sich prima. :)

Edit: :bodybuilder: braucht man gar nicht zu sein, wenn man nur die richtige Astschere hat. ;)
Hebelwirkung und glatter Schnitt, auch bei starkem Altholz.

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 27.04.2010 03:27:41

Nein, Bi(e)ne, ich meinte mit "großen Händen" den Abstand zum Boden. Denn bei Lavendel hatte ich mal einen zu radikalen Rückschnitt gemacht, der kam nicht wieder. :heul:
Anders gefragt: Muss man darauf achten, dass irgendwie irgendwelche Triebe noch vorhanden sind, oder ist "handbreit" so 8 - 10 cm überm Boden, egal was übrig bleibt?
Ich lasse jetzt erst mal blühen, und überlege dann, ob der mit den stumpfen Blättern gestutzt werden soll. :wüste:


Dahlie, das "mit großen Händen" habe ich bei meinen alten Lavendelstauden jedes Jahr. ;) Ich schneide die gründlich bis auf Form zurück, und zwar Anfang Oktober.
Die Rhodis habe ich direkt nach der Blüte komplett verschnitten: so weit zurück, daß nur noch der Hauptast stehen geblieben ist. Danach wässern und düngen. Spätestens im Frühjahr treiben sie neu, und zwar richtig!
Hab den Haupttrieb 2 "goße Händebreit" überm Boden und die umliegenden Äste passend je handbreit dazu eingekürzt.
Es dauerte, ehe der sich wirklich bewachsen hatten, aber blühen tat er schon im Folgejahr! :huh:

Nochwas ist wichtig:
Nachdem jeder Rhodi abgeblüht hat, brecht alle alten Blütenstände vorsichtig sauber (seitlich wegbrechen) aus! Der Rhodi wächst und blüht dann viel besser weiter und verkahlt nicht so.

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 04.05.2010 03:26:51


Nachtrag: Lavendel wie Rhodis kommen auch nach harten Wintern und Rückschnitt hier (südlich Bremen) immer wieder. Man muß nur auf die Zeit achten, wann man sie schneidet oder trimmt: am besten direkt nach der Blüte. Der Lavendel wird immer im Herbst in Form geschnitten.
Dann auch nochmal düngen und immer gut wässern. (Lavendel nicht extra gießen - Rhodis schon).
Lavendel dünge ich nie - Rhodis schon, die aber nur im Frühjahr und im Herbst.


das läßt mich ja für mein Lavendelbeet hoffen, bis auf einen alles kahl :heul:

Kaari


Zitat (Kaari @ 04.05.2010 08:28:59)
das läßt mich ja für mein Lavendelbeet hoffen, bis auf einen alles kahl :heul:

Kaari

Also, mein Lavendel ist definitiv hin, der hat den Winter nicht überlebt. :( Ich habe den auch brav zurückgeschnitten, aber gebracht hat es nichts.

Hallo ihr Lieben *wink*

Ich wusste gar nicht, dass man Rodos zurückschneiden muss?
Hab ich noch nie gemacht bei meinem... der ist ziemlich groß und schon ziemlich alt, ich schätze mal so 10 Jahre.

Jetzt meine Frage - mein Mann hat letztes Wochenende beim rasen mähen einen Ast abgebrochen, ich hab ihn bis jetzt in eine Vase mit Wasser.
Wegwerfen bringe ich nicht über mich...
Meint ihr, ich könnte den einpflanzen? Bildet der evtl. Wurzeln im Wasser?

Vielen Dank für Tipps,
Nanika


Hallo Krötilla,

hört sich für mich ein wenig nach Stickstoffmangel an. (Du kannst, allerdings finde ich es sehr teuer, eine Bodenprobe nehmen und diese analysieren lassen.)
Dieser kann u.a. entstehen, wenn der Boden sich verdichtet hat und Staunässe entsteht. Das bekommt den Rhododendren nicht wirklich gut.
Ich würde erst mal den Boden rundherum auflockern, evt. den Rhododendron auspflanzen und dann die umgegraben Erde mit schwer verrottbarem Material wie z. B. Stroh oder feinem Astschnitt versetzen.
Zudem gibt es noch die Möglichkeit Stickstoffdünger ein zu arbeiten.
Allerdings kann dieses Problem , trotz Dünger, wieder kommen falls der Boden verdichtet ist.


Hallo nanika,

man Rhododendren mit Stecklingen vermehren. Leider braucht man dazu viel Wärme und eine Menge Zeit. Du solltest nicht den ganzen Zweig ins Wasser stellen sondern nur einen Kopfsteckling von ca. 10 cm . Ausserdem sollte kein Knospenansatz zu erkennen sein. Dann das Ganze in ein genügend grosses Glas stellen und nur so viel Wasser hinein das die Schnittfläche im Wasser steht, klare Folio über die Glasöffnung und so ein Kleinklima erzeugen ( jeden Tag einmal lüften, damit keine Fäulnis entsteht ) und dann das wichtigste:

GEDULD, GEDULD, GEDULD und jede Menge Glück.
Es gibt Sorten bei denen es recht gut gelingt und es gibt Sorten bei denen Du besser Samen ziehst. Ein Versuch ist es Wert.


wir haben 3 rhodi´s gg, 2 stehen komplett in der sonne, einer unter dem terassendach (aber eingepflanzt). was wir mit denen machen, damit sie jährlich richtig super blühen und wachsen? hm eigentl. ganz einfach:

übers jahr KRÄFTIG wässern, auch im winter, wenn es nicht gefriert, im april und ende august bekommen sie dann jeweils einmalig rhodi-dünger (no-name-marke) <<<auch wenn es bei der "gebrauchsanweisung" anders drauf steht gg. bei der pflanzung waren wir ausnahmsweise nicht geizig, da gab es ein großes loch, rhodi-erde rein, kräfitg einschlemmen und rein die pflanze. rhodi-erde drauf und gießen.

selbst wenn unsere 2 beagle da "durchrennen" passiert denen nix :-)

und noch eins: wir sind definitiv KEINE leute, die für jedes pflänzle eine entspr. erde/dünger haben.. ganz im gegenteil...aber bei den rhodis haben wir das mal genommen und es wirkt echt super :D

unseren nachbarn haben wir mal zum geburtstag auch einen geschenkt vor jahren: er ging so gut wie ein, vorletztes jahr nochmal der versuch: aber diesmal rhodi + rhodi-erde+dünger = er blüht und gedeiht wie doof :blumen:

mein fazit also: egal ob er in der prallen sonne, halbschattig oder schattig, sowie unter einem "durchsichtigen"terassendach gepflanzt ist: bitte ausnahmsweise spezial erde und dünger geben und sehr viel wasser das ganze jahr über :-)

lg eddi und kira


Zitat (bigmama5 @ 13.05.2010 15:33:34)


man Rhododendren mit Stecklingen vermehren. Leider braucht man dazu viel Wärme und eine Menge Zeit. Du solltest nicht den ganzen Zweig ins Wasser stellen sondern nur einen Kopfsteckling von ca.  10 cm . Ausserdem sollte kein Knospenansatz zu erkennen sein. Dann das Ganze in ein genügend grosses Glas stellen und nur so viel Wasser hinein das die Schnittfläche im Wasser steht, klare Folio über die Glasöffnung und so ein Kleinklima erzeugen ( jeden Tag einmal lüften, damit keine Fäulnis entsteht ) und dann das wichtigste:

GEDULD, GEDULD, GEDULD und jede Menge Glück.
Es gibt Sorten bei denen es recht gut gelingt und es gibt Sorten bei denen Du besser Samen ziehst. Ein Versuch ist es Wert.

Danach hatte ich auch gerade eben mal geguckt und bin dabei auf diese interessante Seite gestoßen.
Ein Gewächshaus habe ich leider auch nicht, aber ich denke, versuchen werde ich es trotzdem mal.

Edit: Lavendel: meine vielen alten Lavendelstauden haben den Winter ohne Schutzmaßnahmen super überstanden und bewachsen sich gerade wie blöde! :blumen:

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 19.05.2010 03:41:00


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