Zahnarzt: Kind will nicht mitmachen


Hallo zusammen!

Vorweg möchte ich etwas klarstellen. Ich bin Zahnarzthelferin und habe einen Sohn (3 1/2).
Ich putze 2-3 mal am Tag mit ihm Zähne, zu trinken bekommt er Wasser, Tee und ab und zu Saftschorle.
Süßigkeiten bekommt er nach dem Mittagessen und schon mal als Belohnung. Wenn er mit anderen Kindern draussen spielt bekommt er da auch schon mal was. Aber ich versuche es zu kontrollieren.
Jetzt zu meinen Problem:
In einen Backenzahn hat er eine sehr tiefe Rille wo sich Karies entwickelt hat, nicht viel aber es muß gemacht werden. Wir waren beim der Zahnärztin die er auch kennt und er hat sich geweigert. Alles gute Zureden half nicht. Sie hat dann zu ihm gesagt das er jetzt aber auch kein Eis und Bonbons essen darf weil es ja sonst schlimmer wird. Ich ziehe das jetzt durch. Auch keine Fruchtzwerge und so. Meine Frage:
Findet ihr das zu hart? War jemand schon mal in der Situation und wie habt ihn die Kinder umgestimmt?


Zum Glück hat Junior bisher nie Karies gehabt, aber es mussten ihm einige Milchzähne und später die bleibenden Weisheitszähne gezogen werden, wegen kieferorthopädischer Behandlung und so. Beim "normalen" Kinderarzt hat er sich mördermäßig aufgeführt, deshalb bin ich mit ihm zu einer speziellen Kinderzahnarztpraxis in München gegangen. Die können damit wunderbar umgehen, wenn Kinder nicht so wollen wie sie sollen... manchmal ist es auch günstig, wenn die Mutter (oder sonstige Begleitperson) den Behandlungsraum verlässt. Ich hab Junior versprochen im Raum zu bleiben, so lang er keinen Zirkus macht, und das hat auch immer gut geklappt.


Versuchs wirklich mal mit Kinderzahnärzten, die sind bei den Kleinen viel einfühlsamer. Manchmal braucht man einige Termine und muss immer wieder hingehen, ohne dass "etwas gemacht" wird. Aber letztendlich wird sich die Geduld auszahlen. Ich hab die Erfahrung bei meinem Junior gemacht, der schon als Kleiner heftige Probleme hatte. (und er hat nie die Flasche bekommen). Weiß ja nicht, von wo du kommst, in HH könnte ich dir eine gute Praxis empfehlen!!

Ich kann dir aus eigener Erfahrung nur sagen, versucht es nicht mit "Gewalt".........ich hatte als Kind einen ganz schlechten Zahnarzt, und ich habe noch heute eine Wahnsinns Panik, wenn ich das Wort Zahnarzt nur schreibe oder ausspreche!! :o Und das ist nicht übertrieben, ich bin eine Angstpatientin, wie sie im Buche steht!!! :mussweg: :mussweg: :mussweg:


Wir haben hier in Frankfurt eine Unizahnklinik ,mit extra Kindersprechstunde .
Dort ist eine Freundin auch mit ihrer Tochter hingegangen und war sehr zufrieden .
Die Zahnärzte gehen dort besonders auf die Kinder ein und alle, auch die Helferinnen
sind sehr geduldig .
Wenn das Kind zunächst nicht den Mund auf machen möchte ,haben die viele Vorschläge
was man alles machen könnte.z.B. gibt es vorher und nachher Fotos von kleinen Patienten
die raus geholt werden und die sehr überzeugend aussehen.

Vielleicht habt ihr in der Nähe auch eine Zahnklinik ? :)


Hallo robbe 78,

Nein es ist sicher nicht zu hart dem Kind den Süsskram zu verbieten, solange Du es immer wieder geduldig erklärst.
Meine Kinder sind auch so uneinsichtige Zahnarztgänger. - Meist hat es jedoch gewirkt das ich ihnen erklärt habe das ich Angst habe, das sie Schmerzen bekommen und die wollte ich ihnen ja ersparen.
Nach langer Suche habe ich nun auch noch einen Zahnarzt gefunden der, zwar nicht speziell auf Kinder, auf Angstpatienten spezialisiert ist und auch zu den Kindern super toll ist. Dieser Arzt hat uns alle überzeugt und nu hat keiner mehr Angst oder macht Theater.
Sicher findest du bei euch durch Augen und Ohren offen halten, auch noch wen, dem Dein Sohn Vertrauen schenken möchte.


Das mit dem Süsskramverbot finde ich OK. Hast Du mal mit deinem Sohn gesprochen warum er so eine Angst hat?

War erst Gestern mit meinen Kids (12 + 10) zum Zahnarzt. Meine Kinder kennen den Zahnarzt schon vom MaxiCosi aus, da wir uns noch aus seiner Studienzeit kennen. Zum Zahnarzt gehen heißt bei uns also immer nur, wir gehen zum Pit. Mein Großer ist trotzdem immer in Panik wenn er im Stuhl sitzt, warum weiß keiner.

Nimm dir einfach viel Zeit mit dem Zahnarztbesuch, vllt hilft das. Ich wünsche dir viel Glück!!!


Als Kind schon hatte ich schlechte Zähne.Meine Mutter ist mit mir in die Zahnklinik gefahren-der blanke Horror.Da hat mich die eine Helferin auf dem Schoß gehabt und festgehalten,und die andere hat eine Maulsperre aus Metall und einen Wattebausch mit Äther in meinen Mund getan.Ich hab geschrien,aber das nützte mir nichts.Seitdem hab ich Angst vorm Zahnarzt .obwohl ich jetzt eine nette und einfühlsame Zahnärztin gefunden habe.Aber die Erinnerung bleibt.Geh also mit deinem Sohni zu einer Kinderzahnärztin,wie schon geschrieben.

VLG

Pompe


Danke für eure Antworten. Hab mehrmals mit ihm darüber geredet. Er sagt er hat Angst das es weh tut. Ich erkläre ihm immer wieder das es nicht weh tut und wenn er es nicht machen lässt wird es wehtun. Ich habe ihm gesagt er soll bescheid sagen wenn ich einen Termin machen soll. Ihn ärgert das extrem mit den Süßigkeiten, er sagt auch schon mal ich soll einen Termin machen aber wenn ich zum Telefon gehe schreit er und sagt er will nicht. Keine Ahnung wie ich ihn überzeuge!


Gibt es etwas womit du ihn "ködern" könntest? Also eine Belohnung in Aussicht zu stellen? Vielleicht ein Zoobesuch, Kino, irgendwas in der Art. Und wenn du vorher einen Termin hast, könnte er vielleicht zusehen und merken dass du dabei auch keine Schmerzen hast (weiß nicht ob das möglich ist...).


Hab ihm schon alles mögliche versprochen. Er kennt da alle von Anfang an. Das war ja meine Arbeitsstelle.
Zuerst hat er sich auch problemlos nachsehen lassen wie immer. Aber als der Bohrer kam wars vorbei.
Werde aber jetzt für mich einen Termin machen. Er hat bei mir aber auch schon oft zugesehen.


Meine Tochter war und ist bis heute immer ein unglaubliches Süßigkeitenmonster - mit sehr gepflegten, gesunden Zähnen. Wie immer das zustande kommen kann... :unsure:
Ernsthafte Probs beim Zahnarzt wie Bohren hat sie noch nie erleben müssen, nur Spange / Richten / Weisheitszähne. aber: Wat mutt, dat mutt:
Der Junge muß es lernen, da dagegen kein Sträuben und nix hilft: Versprechungen helfen auch nichts.
Nachsehen muß sein: Will er das nicht, sofortiger, totaler Süßigkeitenentzug auf Deine Zeit... was glaubst Du, wie das manchmal nützen kann... :pfeifen:

Vielleicht will er nicht mit zu Dir auf Arbeit, sondern lieber einen eigenen Zahdoc, den er sich aussucht? Das ist oft so. :)

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 13.05.2010 04:20:40


Das machen wir jetzt seit Montag mit dem Süßigkeitenentzug ( sogar keine Milchbrötchen, Cornflakes und Fruchtzwerge!) Er fragt immer nach und ich erkläre ihm das ich ihm es gerne geben würde, aber es nicht geht bevor er beim ZA war. Er sagt dann auch ok und will keinen Termin. Wenn ich mal kurz aus dem Haus gehe sagt ere zu meinen Mann. "Darf ich Kekse? Mama hat ja gesagt!" Der Schlingel! Zum Glück ruft mein Mann denn an und fragt nach.


Ich finde das Süßigkeitenverbot nicht zu hart.

Meine Schwester ist auch gel. Zahnarzthelferin und hat mit ihren Kindern immer "Zahnarzt gespielt.
Sie durfte aus der Praxis ausrangierte Instrumente mitnehmen und hat ihren Kindern spielerisch den Zahnarztbesuch erklärt. Die entsprechenden Geräusche hat sie auch gemacht. Die Angst wurde so genommen.

Vielleicht wäre das was für euch.


Ich hab auch Instrumente zu Hause. Ich sehe ihm 1x die Woche alle Zähne nach und taste alles mit der Sonde (das spitze Ding) ab. Danach ist er dran iund darf bei mir. Alles kein Problem. Er hatte ja auch bei der Untersuchung sofort den Mund aufgemacht, nur als der Bohrer kam wars vorbei!


Sag mal Robbe, warum erzälst Du ihm denn das bohren nicht weh tut, es tut weh, zumindest ist es sehr unangnehm. Warum bekommen sonst so viele Menschen eine Betäubung?
Mit dem warten bis er bereit ist, ist an sich in Ordnung, aber bei meinem Bruder warten wir seit fast 30 Jahren auf diese Bereitschaft. Du solltest dir also schon mal einen Plan B zurecht legen. :)


Ich hab ihm gesagt das es nicht weh tut weil es wirklich nicht weh tun kann. Es ist nue ein winziges Pünktchen. Allerdings ist das Geräusch un das vibrierende Gefühl unangenehm. Tja muß mir was überlegen!


Kannte mal einen Zahnarzt der ließ das Kind immer die Hand auf sein Bein legen. Wenn es weh tat sollte das Kind kneifen.


Mein Sohn hatte auch immer etwas Angst vor unserem Zahnarzt .Er war der einzige vor Ort und nicht sehr einfühlsam.
Als es wieder einmal Theater gab ,schenkte meine Schwester ihm ein Buch .Das handelte von einem kleinen bären der sich seine Zähne nicht putzen wollte .In ganz niedlichen Bildern wurden dann die Bakterien gezeigt ,die seine Zähne kaputt machen. Meine Schwester hat dann gesagt ,das ein Zahnarzt die kleinen Tiere im Mund vertreiben könnte und seine Zähne wieder heile machen könnte .
Sohni ist dann immer mit zum Zahnarzt gegangen ,schließlich wollte er ja keine Tiere im Mund haben.

Später bekamen wir dann noch einen zweiten Zahnarzt auf die Insel und der ist echt Klasse .Zu ihm ging Sohni dann nur noch und das ist bis heute so geblieben.


Zitat (robbe78 @ 12.05.2010 08:47:44)
Hallo zusammen!

Vorweg möchte ich etwas klarstellen. Ich bin Zahnarzthelferin und habe einen Sohn (3 1/2).
Ich putze 2-3 mal am Tag mit ihm Zähne, zu trinken bekommt er Wasser, Tee und ab und zu Saftschorle.
Süßigkeiten bekommt er nach dem Mittagessen und schon mal als Belohnung. Wenn er mit anderen Kindern draussen spielt bekommt er da auch schon mal was. Aber ich versuche es zu kontrollieren.
Jetzt zu meinen Problem:
In einen Backenzahn hat er eine sehr tiefe Rille wo sich Karies entwickelt hat, nicht viel aber es muß gemacht werden. Wir waren beim der Zahnärztin die er auch kennt und er hat sich geweigert. Alles gute Zureden half nicht. Sie hat dann zu ihm gesagt das er jetzt aber auch kein Eis und Bonbons essen darf weil es ja sonst schlimmer wird. Ich ziehe das jetzt durch. Auch keine Fruchtzwerge und so. Meine Frage:
Findet ihr das zu hart? War jemand schon mal in der Situation und wie habt ihn die Kinder umgestimmt?

Hallo Robbe,

versuch das doch mal von hinten aufzuzäumen.

Ich kenne aus meinen Kindertagen ein Buch, das habe ich jetzt für meine Kurzen organisiert.

Das heisst "Karius und Baktus" und ist, wie ich finde, kindgerecht geschrieben und beschreibt die Vorgänge, die im Zahn passieren, wenn sich Karies breit macht.
Kann man schön beim Kuscheln vorlesen mit lustigen Bilder.

Gruß

Highlander

Zitat (robbe78 @ 13.05.2010 09:31:13)
Ich hab ihm gesagt das es nicht weh tut weil es wirklich nicht weh tun kann. Es ist nue ein winziges Pünktchen. Allerdings ist das Geräusch un das vibrierende Gefühl unangenehm. Tja muß mir was überlegen!

Kannst Du mir sagen, was der Zahnarzt für eine Technik anwendet? Weil bei mir tut's immer weh :o . Entweder bei Bohren oder dann die Spritze....

Die Bücher sind eine Klasse Idee!
Das vom Bären und dem Zähneputzen liegt bei unserem Zahnarzt im Wartezimmer. Meine Kinder bestehen darauf, dass ich das vorlese. Möchte gar nicht wissen wie ich aussehe wenn das den beiden vorlese. (Mein Sohn ist 12 und ca. 1,70m groß und meine Tochter ist 10 und ca. 1,50m groß. rofl )



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