Problemtomaten dieses Jahr: Zickige Biester


Hallo Ihr Lieben,

ich mache zwar nicht viel in Gemüseanbau, aber meine alljährlichen Tomaten im Kübel sind meine Sommerfreude.
Dieses Jahr hakt es irgendwie.
Ich habe zwei Sorten gesetzt. Ein unbekanntes Pflänzchen unter 1,- € und eine mit Sticker:
(IMG:http://www.bildercache.de/minibild/20100714-091954-262.jpg)
Bild: Pitz
für über 3,- €.
Gesetzt in Gemüsepflanzenerde, noch einmal aufgefüllt mit Composana-Blumenerde.
Die Pflanzen scheinen wenig Ertrag zu bringen:
(IMG:http://www.bildercache.de/minibild/20100714-093304-350.jpg)
Bild: Pitz
Die linke Pflanze ist die Billige. Sie hat ca. 20 Früchte. Die rechte ist die Teure. Sie hat 7 Früchte. Im Gesamten ist das für den Aufwand kein gutes Ergebnis. Es gibt viele Blätter, und nach oben sprießen sie.
Liegt es am Jahr, an den Pflanzensorten, an der Erde oder ... ?

Ich freue mich über Tipps.

VG Pitz (IMG:/html/emoticons/flowers_2.gif)


Hm, also ich halt ja nicht so viel von vorgezogen gekauften Tomatenpflanzen. Ich zieh meine immer selber aus Samen. Da kostet son Tütchen ein bis zwei Euro, und ich hab dieses Jahr 25Pflanzen raus bekommen, und einige an Freunde und Verwandte abgegeben. Mna kann so auch die stärksten Pflanzen auswählen, und die Pflänzchen sind um Welten besser abgehärtet als die gekaufte Gewächshaus-Ware, die bis zu dir nach Hause noch nie die freie Luft gesehen hat.

Zu deinen Pflanzen würde ich sagen: Die musst du mehr vom Laub befreien, so viele Blätter brauchten die nicht, außerdem natürlich regelmässig ausgeizen, aber auf den ersten Blick hast du das gemacht.

Was noch zu sehen ist: Die Blätter sind teilweise so komisch aufgerollt, untersuche die Pflanze mal auf Schädlinge. Aber wahrscheinlicher ist, dass du sie einfach mehr gießen musst, die brauchen Wasser. Gerade bei zwei Pflanzen in so einem kleinen Kasten muss man sie bei dem Wetter jeden Tag gut gießen, und bei der Kastengröße auch Düngen, mit Hornspänen am Besten

Allgemein ist der Preis wohl nicht das Enstscheidende, wie gut so ein Pflänzchen wächst.


Hallole!

Schau mal H I E R !

Ein Stück runterscrollen. Da ist dann das beschrieben. :blumen:


Düngen und gut Wässern ist schon wichtig, aber diese sehen richtig stickstoffvollgefressen aus. Kaum Früchte, dafür riesige Blätter und schießen nach oben ohne Ende. Da sollte besser Kaliumdünger für bessere Blüten- und Fruchtbildung zum Einsatz kommen.

Schau Dir mal diese Abhandlung genauer an. Auch dort wird auf Brennessel-Comfrey (Beinwell-)jauche verwiesen, mit der man ganz Bio und ohne Gift und Versalzung sehr gute Erfolge haben kann, wie ich dieses Jahr auch bei meinen Blumen festgestellt habe und weiter feststelle. Nein, die Blumen bringen mir keine Tomaten, aber Blüten :D !
Und die sind eben auch für Tomaten ausschlaggebend. Hummeln und Bienen fliegen ja superfleißig und genügend dieses Jahr.


Bierle,
nächstes Jahr werde ich auch wieder Tomaten selber aus Samen ziehen. Die besten Erfahrungen habe ich damit. Ich hatte eine Pflanzenschale voll richtig guten Wüchslingen, die ich mit meiner Mutter geteilt habe. 2007. Wir beide hatten eine Super-Ernte. Sogar als ich aus der Kur Ende Oktober zurückkam, hingen immer noch essbare Früchte an den Stöcken.

Knuddelbärchen,
danke für den Link. Eine Klasse-Seite für Tomaten-Anbauer. Gut erkannt hast Du die Löffelblätter. Da habe ich wohl wirklich überdüngt. Meine Mam setzt die einfach in ihren Garten und hat das Problem nicht. Dafür hat sie oft Probleme mit Braunfäule. Meine Stöcke noch nie, weil sie eben geschützt stehen.

Bienchen,
meine Lieblingsexpertin. Ein super Link. Da wird kurz pragmatisch einem was erklärt ohne Rumlaberei. Experten sind da am Werk (wie Du, Liebe). Mit der Erde hatte ich dieses Jahr wohl wirklich kein gutes Händchen. Im Supertomatenjahr 2007 hatte ich Anzuchterde genommen bei "Baywah". Und ich werde mir das für nächstes Jahr wieder vornehmen. Und an Kalkzuführung hätte ich nicht gedacht. Aber das mit Stickstoffüberdüngung könnte ich mir vorstellen.

Die Lage hat sich leider noch verschlimmert. Gestern Abend so um halb zehn brach bei uns ein Gewittersturm los. Wenn ich mich nicht irre, könnte sogar ein kleiner Tornado hier rumgefegt haben. Es war heftig, und ich habe die Rolläden heruntergeklappt, als ich dieses Wolkengebilde sah. Neben den Terrassenmöbeln hat es auch die Tomatenpflanzen beschädigt. Zwei wichtige Äste sind heruntergebrochen, so dass ich Glück habe, wenn ich vielleicht noch mal 10 Stück ernten darf.

Ein bisschen heulend, vielen Dank Ihr Lieben. Grüßle, Pitz :( :wub: :blumen:

Edit: Auch wenn ich mich im "Haiku" positiv zu der willkommenen Abkühlung geäußert habe; es sind Schäden hier entstanden.

Bearbeitet von Pitz am 15.07.2010 11:55:27


Pitzchen :blumen: Du-auch-Liebe,

die Composana-Erde war/ ist eigentlich gar nicht so schlecht (Deinen Feldversuch damit hattest Du ja bis nach Nord-Niedersachsen ausgeweitet :D und von dort gibt es gute Ergebnisse zu vermelden!). Vor allem hält sie die Feuchtigkeit gut (sehr wichtig in diesem mörderischen Sommer).
Diese Fertigerden sind jedoch meist vorgedüngt, sodaß sich ein Nachdüngen der Frischgesetzten eine ganze Weile nach hinten verschiebt (Tomatendünger & Co.). Erst, wenn sie blühen, kann man mal dran denken - sonst gehen sie halt nur "ins Blatt", wie man so sagt.

Tja, und die Pflänzchen? Da zeigt sich mal wieder, daß Billig nicht schlecht heißen muß und Teuer nicht gleich Fleiß. Bei Rennpferden sagt man oft den alten Spruch: "Schönheit läuft nicht", das mag wohl auch bei manchem Pflänzchen nicht ganz zu widerlegen sein, aber wer weiß das schon vorher, beim Kauf?
Mir ging es einst mit Ritterspornen (jaja - ich bin eben olle Zierpflanzennudel...) so: Egal, wo ich welche Pflanzen teuer kaufte oder sonstwie in meinen Garten bekam: die wurden einfach nix. Erst mit Aussaat an Ort und Stelle ins Beet klappte es wunderbar. :)

Trotz allem wünsche ich Dir aber, daß das Bißchen Tomaten, was sich gegen Sturm, Regen und viel Stickstoff behauptet hat, lecker werden möge.


Hi Bienchen,

freut mich, dass der Feldversuch geklappt hat :) .
Meine Mam (wir haben zusammen eingekauft) schimpft auch über die Sticker-Krücke und lobt die No-Names. Und dass, obwohl sie bei ihr unter ganz anderen Verhältnissen aufwachsen.

Ich bin mal gespannt, was der Sturm bei ihr angerichtet hat. Bei diesen Wetterverhältnissen wird komischerweise ein Ort verwüstet, und 5 Kilometer weiter trippeln nur ein paar Tröpfchen. Und ich sage Dir: es war ein Mini-Tornado.

Den einen Ast habe ich noch mal hochgebunden, aber die Früchte schrumpeln schon. Ich glaube, die muss ich leider aufgeben.

Und wenn die paar verbliebenen Dinger womöglich nicht schmecken, oder wieder so ein Waschbär sich daran gütlich tut, laufe ich Amok!!!!! :labern:

Wettergeschädigte und überdüngte Grüßle, Pitzchen :wub: ;)


Zum Schluss doch noch eine gute Meldung.

Der abgebrochene, hochgebundene Ast ist noch lebendig. Anscheinend hat sich die Stelle irgendwie "gekittet". Die Schrumpeltomaten sind jetzt wieder knackig (erstaunlich), und ich konnte schon weitere kleine Früchte erkennen. Und an gerade diesem Ast hängen jetzt ca. 15 Früchte :) .

Viele Grüße und vielen Dank an alle Tipp-Geber.

Pitz :blumen:


Leider werden die Tomaten nicht toll:
(IMG:http://www.bildercache.de/minibild/20100817-235838-944.jpg)
Bild: Pitz

Obwohl es mit dem Retten was wurde - die Tomaten werden zweidrittel rot am Stock; am trockenen Küchenschrank reifen sie im oberen Drittel nicht mehr nach. Sie fangen dagegen im unteren roten Bereich schon zu schrumpeln an. So etwas hatte ich noch nie. :(

Habt Ihr das auch schon mal gehabt? Der Bereich zwischen Innengehäuse und Außenhaut - also die Innenschale - ist trotz Trocken- und Warmlagerung immer noch fest und hellgrün.

VG Grüße, ratlose Pitz


Diese Sorte scheint einfach länger und mehr Sonnenstunden zum Reifen zu brauchen... so sieht mir das aus.
Dieses grausliche kalte Dauer-Schnürlregen Wetter der letzten Zeit ist Gift für Tomaten aller Art.



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