Heizen, aber wie? Müssen Haus komplett renovieren


Hallo,

wir werden uns aller Wahrscheinlichkeit nach einen alten Bauernkotten zulegen, der derzeit nur mit einer Nachtspeicherheizung ausgerüstet ist. DAs wollen wir ändern. Gas kommt leider nicht infrage, da es dort keine Gasanschlüsse/-leitungen gibt.

Wir haben uns schon ganz grob erkundigt. Es gibt ja noch Erdwärme und Holzpallets. Und natürlich Solar.

Mich würde interessieren, wie Eure alltäglichen Erfahrungen damit sind. Also mit "alternativen Heizmethoden". Hat jemand einen Rat?

Soviel ich weiss, wird auch viel vom Staat (KfW) gefördert, wenn man energietechnisch saniert. Wer hat auch dazu Tipps?

Mich würden vor allem Erfahrungsberichte von Euch interessieren.

Danke im Voraus!

LG
Kröti


Hab dieses Jahr genau das selbe vor. Ich schreib Dir das mal in ner PN.


Wusste bis jetzt noch nicht mal was ein Bauernkotten ist... :wacko:

Hoffe aber, dass du viele positive Antworten bekommst und viel Erfolg :blumen:


Zitat (Krötilla @ 21.04.2011 19:09:44)
Gas kommt leider nicht infrage, da es dort keine Gasanschlüsse/-leitungen gibt.

Warum nicht ;) Unterirdischer Gastank für Flüssiggas.

Zitat (ichdiebine @ 21.04.2011 20:10:35)
Wusste bis jetzt noch nicht mal was ein Bauernkotten ist... :wacko:

^_^ Ein (Bauern-)haus auf dem Land.

Danke, Wyvern... :blumen:

Hallo Krötilla,

hast du mal über Luft-, Erdwärmepumpe- oder Grundwasser-Wärmepumpen nachgedacht als geförderte Heiztechnik die dich ein wenig Preisunabhängig macht von Fossilen Brennstoffen?

http://www.erdwaermepumpe.de/03kosten.php


Zitat (Nachi @ 22.04.2011 12:53:26)
hast du mal über Luft-, Erdwärmepumpe- oder Grundwasser-Wärmepumpen nachgedacht

Hallo!

Ja, haben wir tatsächlich!! Vielen Dank für den interessanten Link.

Was mir hier noch fehlt, sind persönliche Erfahrungen. Wenn die jemand hat, wäre ich dankbar! :blumen:

LG
Kröti

Mir wurde gesagt, daß bei einem System mit Wärmepumpen das Haus sehr gut gedämmt sein sollte. WPs erreichen nämlich nicht so hohe Vorlauftemperaturen wie zB eine Öl/Gas/Pelletheizung. Daher muß mit den 40 Grad die man erreicht besser gewirtschaftet werden.
Außerdem sind einige dieser Erdborungen genehmigungspflichtig - und das kann sich manchmal ziehen.


Wir haben z.B kombinierte das heißt Erdgaskornvektoren und auch Kachel-offen im Zimmer. Wir machen Warm mit Gas und Holz auch. Bei uns funktioniert es sehr gut:) wenn man schnelle Warme braucht Gas, aber am Nachmittag ein Feuer im Offen :D hat solche eine Atmosphäre :mellow: und bleibt bis nächsten Morgen Warm ;)
Viel Erfolg
Monika


Keine Ahnung, ob das Ding hier noch aktuell ist, aber eine Renovierung/Sanierung macht man ja nicht mal ebenso aus dem Handgelenk. Es sind ja persönliche Erfahrungen gefragt - die habe ich zumindest teilweise... Ich verkaufe nämlich Holzpellets und kenne von daher eine Menge Leute die mit Pellets heizen B)

Also... mal weiter ausholen:

Wärmepumpen arbeiten mit einer relativ niedrigen Vorlauftemperatur - d.h. es kommt relativ kühles Wasser in den Heizkreislaus - damit es trotzdem in der Hütte warm wird, braucht man Flächenheizungen. Keine Ahnung, welchen Aufwand hr betrieben wollt, aber eine Fußbodenheizung sollte es dann schon sein. Über Lastzahlen, Stromverbräuche etc. gibts nen ganze Latte an Websites die das wesentlich besser erklären können als ich. Nur ein kleiner Seitenhieb aus der Praxis: Ich kenne 3 Leute die ihre Wärmepumpe mittlerweile gegen eine Pelletsheizung getauscht haben... :pfeifen:

Pelletsheizungen bekommt man auch mit normalen Heizkörpern ans laufen. Wenn es gut gemacht ist, hat man einen ähnlichen Komfort wie bei einer Ölheizung. Also, ab und an nachdem Vorrat gucken, Aschebehälter ausleeren ( in die Mülltonne oder den Garten), Brennertopf reinigen und gut isses. Wenn es schlecht gemacht ist, dann Gnade euch Gott - das ist aber wohl bei jeder Heizung so.

Zur Heizung an sich: Finger weg von Billigstmodellen, die taugen meistens nicht wirklich. Wenn man bei den großen (meist österreichischen) Herstellern bleibt kann nicht viel schief gehen. Z.B. KWB, Windhager, ETA, Viessmann, Fröling. Ökofen nur unter Vorbehalt, da die Dinger von der Technik her schon was älter sind und auch der Aschekasten alle 4-6 Wochen bedient werden will. Die anderen Hersteller haben eigentlich alle eine Aschekomprimierung, so daß man nur alle halbe Jahr mal aktiv werden muss. Aber OBACHT: Pellets erzeugen sehr wenig, dafür aber sehr dichte Asche. Während man eine Ascheschublade aus dem Kachelöfen meist sehr leicht heben kann, kann eine volle Schublade aus dem Pelletsofen schon ordentlich wiegen.

Stehen und fallen wird die Geschichte letztlich mit dem Heizungsbauer. Erste Frage daher:Wieviel Anlagen haben Sie schon gebaut? Zweite Frage: Darf ich mir davon mal eine angucken? Meist gibt es irgendeinen Häuslebauer, der so bockstolz auf sein neues Heizmopped ist, daß er ganz Deutschland das Ding zeigen würde - der Heizungsbauer soll da mal Kontakt herstellen und euch das Ding zeigen lassen. Termin am besten ohne den betreffenden Handwerker, damit man ungefilterte Eindrücke abbekommt.

Auf nem Bauernhof wird die Lagerfläche wahrscheinlich das kleinste Problem sein. Dennoch bitte auf folgendes achten:

- trockener Platz (egal, ob Keller oder Scheune. Pellets haben eine Restfeuchte von max. 10% und ziehen somit magisch Wasser an)
- bei der Planung und Bau des Lagers ein bisschen das Hirn einschalten und sich nicht auf den Heizungsbauer verlassen. Gute Infos dazu gibts unter www.depi.de. Die haben auch eine Lagerraumbroschüre, in der der gewillte Heimwerker erfahren kann, wie man sich so ein Teil selbst hobelt.
- Pelletsfahrzeuge tendieren zur Gigantomanie. Es sollte also einer Anfahrtsmöglichkeit für min. einen 4-Achser mit 2,55m Breite, 4m Höhe und 10m Länge geben. Für mehr Flexibilität bei der Lieferantenwahl evtl. auch für einen 3achsigen Hängerzug. Im Zweifelsfall mit einem Händler vor Ort sprechen, die geben sicher gerne eine Wertung ob und womit man anfahren kann.
- Wenn möglich Befüllstrecken von über 30m vermeiden. Pellets leiden beim einblasen - umso größer die Strecke dest mehr leiden die Viecher.

Generell ist superwichtig, daß man auf passende Qualität achtet. Es sollte also min. das Siegel DINplus (oder noch besser ENplus) für die Pellets vergebn sein. Bitte kein "nach DIN-Norm" oder gar nur "DIN-zertifiziert" - das ist alles Mumpitz. Und ruhig den Händler ausfragen: Wo kommen die Pellets her? Mit was für einem Fahrzeug wird geliefert? Speziellres Pelletsfahrzeug oder umgerüsteter Mehlbomber? Waage und Absaugung mit an Bord? Mit welchem Druck wird meist eingeblasen?

So, ich hoffe das reicht fürs erste - muss auch mal was arbeiten ;-)

Anyway, wenn noch Fragen sind, ich gucke hier schon mal ab und zu rein...

Chili


Wir haben letztes Jahr auch so einen alten Hof bezogen, der ebenfalls diese Nachtspeicherschlucker haben.
Wir haben uns beraten lassen und sind zu drei ganz normalen Dauerbrenn - Specksteinöfen gekommen.
Die haben uns wirklich warm durch den heftigen Winter gebracht.
Nachts Kohle aufschmeissen, hält bis zum nächsten Morgen.

Diese Öfen gibt es inzwischen sogar mit Warmwasseranschlüssen.

Eigentlich wollten wir das nur vorübergehend nutzen, bis wir das Geld haben um eine effektivere Heizmethode zu haben. Doch inzwischen wollen wir gar nichts anderes mehr


Bei 3 Öfen brauchst aber sicher auch ordendlich Holz/Kohle. Wieviel denn wenn ich fragen darf?


Zitat (ichdiebine @ 21.04.2011 20:10:35)
Wusste bis jetzt noch nicht mal was ein Bauernkotten ist...  :wacko:


Ein Bauernkotten ist eigentlich ein Nebengebäude zu einem Gut, Gesindehaus, Altenteilerhaus oder Bauernkaten siehe hier, obwohl das dort Abgebildete schon die große Luxusvariante ist.
Meist heizt man dort klassisch mit Ofen oder Kamin. Irgendwann ab den 60ern oder 70ern war es den Leuten, die dort drinnen wohnten zu zugig, kalt und nervig, weiter mit Öfen zu heizen und das Zauberwort hieß damal Nachtspeicherofen. Der rentiert sich heute auch nicht mehr und ich würde einen echten Holz-Kamin im Wohnraum belassen, den Rest aber auf Solartechnik/Heizung/Stadtwerkegeförderte Projekte umbauen lassen, sofern die Dämmung stimmt und das Haus solide ist. :)

Ansonsten heißt es Holzhackenkönnen und Kohle (im Frühjahr fürs nächste Jahr) kaufen 90 Zentner Briketts im Februar (sommergekauft) und auf Vorrat nochmal 30 Zentner im Sommer vom Winterrest (sommerbestellt) einbunkern, so kannte ich es mit Ofenheizung im Osten, 3 Öfen auf Dauerbetrieb außer im Sommer: Stube, Bad und Küche, der Rest extra.
Briketts dienen nur zur Wärme- und Gluthaltung, das Feuer selbst macht man mit trockenem Papier und kleingehacktem sehr trockenem Anfeuerholz.
Holzhackenkönnen ist bei Ofenheizung megawichtig, das muß man immer tun. Wer braucht Holzhackhilfe? Ich komme! :) Ich liebe Holzhacken!

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 17.05.2011 02:03:28

Woher ich das mit dem Brikettkauf (Kohlekauf) weiß? Im Osten aufgewachsen und reichlich mitgeschippt. :) Wenn meine Eltern "Kohle kriegten" war jede Hand gefragt und drei Tage vor der Geburt meiner Tochter (21.März) habe ich 90 Zentner angelieferte Kohlen mit meinem Vater im Akkord zusammen allein reingebracht. Wichtig ist nur, wann man Kohle kauft. Am besten im Vorjahr und langfristig.

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 17.05.2011 02:17:49


Äääääh.... nur mal so nebenbei zum Thema Kohle:

Haben wir früher auch verkauft und dann wegen Unrentabilität eingestellt. Im Großraum München (bzw. fast Bayern) ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit noch Kohlen aufzustellen - zumindest in den Mengen, daß man seine Hütte den ganzen Winter damit beheizen kann.

Und nebenbei: Die Dinger sind doch mittlerweile schweinsteuer oder täusche ich mich? Ich meine was von nem 50er für den Zentner gelesen zu haben. Das wäre dann 1000 € für die Tonne bzw. für 20 Zentner. Ob sich das lohnt?

Würde mich mal interessieren...

Chili


Ok, editieren ist wohl nicht... Habe ganz überlesen, daß es um Briketts geht - da ist der 50er wohl unangebracht, daß war glaube ich für Steinkohle. Was kostet denn der Zentner Briketts? Nur mal so interesse halber...

Chili


Zitat (chili_666 @ 17.05.2011 06:47:58)
Was kostet denn der Zentner Briketts? Nur mal so interesse halber...

Chili

Google hilft...

Zitat (chili_666 @ 17.05.2011 06:04:28)


Und nebenbei: Die Dinger sind doch mittlerweile schweinsteuer oder täusche ich mich? Ich meine was von nem 50er für den Zentner gelesen zu haben. Das wäre dann 1000 € für die Tonne bzw. für 20 Zentner. Ob sich das lohnt?

Wer hat dir das erzählt :lol:

So im Schnitt 10 € der Zentner (bei Angeboten weniger) ;) und Obi liefert für 10 € auf Palette Briketts in 25 KG Bündeln frei Bordsteinkante.

Was auch gut kommt sind Holzbriketts ;)

Oder wenn du viel Altpapier hast Klick :pfeifen:

Das mit dem Altpapier lassen wir mal lieber weg. Ist in den wenigsten Gegenden erlaubt. Das Herstellen der Briketts macht ne Sauarbeit und Riesensauerei (Papier einweichen, pressen, lagern, trocknen, vor Schimmel bewahren, verschüren, sich mit dem Kaminkehrer streiten...), und der Heizwert ist unterirdisch.


Das Verbrennen von Papierbriketts ist verboten!!! bzw. laut Bundesimmissionsschutzgesetz nicht zugelassen.
Finger weg davon, das kann wüste Ordnungsgelder nach sich ziehen.
Siehe auch folgendes Video von der Sendung WISO:

Hier gucken!



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