Zeckenbiss: Teil ist noch drin


Hallo,

unser Sohn hatte am vergangenen Sonntagabend eine Zecke in seiner Achselhöhle entdeckt, noch klein (vom Vortag auf der Wiese).
Ich hab versucht sie zu entfernen, und natürlich blieb ein Teilchen stecken.
Der Hausarzt hat eine Stunde (!) mit einer Nadel gepuhlt und dann entnervt aufgegeben.
Gestern waren wir in der Hautklinik des Uniklinikums im Nachbarort: gleiches Ergebnis :labern:

Es sei nur noch ein kleines Stück der Beisswerkzeuge und würde sich wahrscheinlich entzünden und selbst rauskommen :blink:

Wir wohnen in keinem gefährdeten Gebiet und nun meine Frage:
er wurde wegen Urlaub im Schwarzwald (Rotgebiet) folgendermaßen geimpft.

10/2007 Meningokokken C
05/2009 FSME
06/2009 FSME
02/2011 FSME

Ist der Schutz ausreichend, oder muss nachgeimpft werden, da im Sommer auch in Frankreich in einem Rotgebiet gecampt wird.
Und was haltet Ihr von der "Behandlung" ?
Übrigens hat die Ärztin uns einen Bluttest in 6 Wochen empfohlen.

Direkt an der Stelle ist ein winziger Ring, aber vielleicht von den Manipulationen. Wie sieht eigentlich der Borreliosering aus?

Fragen über Fragen...

Ratlose Grüße
nettchen


Wegen der medizinischen Seite würde ich die Ärzte befragen und/oder auf ihr Urteil vertrauen. Wir hier sind bestimmt nicht kompetenter, als jemand, der Jahre lang Medizin studiert hat.

Grade was die Beurteilung der möglichen Nachimpfung angeht, würde ich Rücksprache mit einem Arzt halten.

Dass Ärzte auch bei vermeindlich kleinen Aufgaben manchmal scheitern (wie eben ein Stückchen Zecke zu entfernen), kann vorkommen. Das Gewebe unter der Achsel ist wabbelig und schlecht zu bearbeiten. Schlechter jedenfalls als straffe Haut ohne viel Bindegewebe und ähnliches Schwabbelzeugs ( ;) ) darunter.

Wegen des Aussehens eines Borrelioserings: Ich würde einfach mal die Bildersuche des Gockels bemühen. Das ersetzt zwar keine medizinisch fundierte Diagnose, aber du hättest einen Anhaltspunkt.


Ich denke das ist dann nichts
Schau mal was ich gefunden habe

http://www.wdr.de/studio/siegen/lokalzeit/...borreliose.html

Das sieht ja heftig aus.

Die Anderen Bilder waren auch nicht viel Anders


Ich schließe mich @Cambrias Ausführungen vollinhaltlich an!
Die "Zeckenreste" werden teils abgestoßen, oder aber "verstoffwechselt".

Liebe Grüße...Isi


Das fällt dann ab ,da die Zecke ja nun nicht mehr lebt. Bei mir war es so. Als Kind hatte ich auch Zeckenbisse ,da wir immer im Wald gespielt haben. Und unsere Katze hatte auch Zecken . Diese wurden raus gezogen und gut war.
Wird auch Holzbock genannt.


Danke, das beruhigt mich sehr.
Die Ärztin war noch sehr jung, und über die Impfung konnte sie mir überhaupt nichts sagen, davon habe sie keine Ahnung <_<
Hätte gedacht, dass eine Hautklinik öfter mit Zeckenbissen zu tun hat und damit auch die entsprechenden Impfungen kennt.

Also dann, noch einen schönen Abend


Nach meinem Verständnis wäre der Impfschutz nach 3 Impfungen erstmal ausreichend.
Hält glaube ich 5 Jahre.


Die Impfung ist komplett, und auch in den richtigen Abständen erfolgt.

Der Borreliosering zeigt sich im Regelfall erst nach 1-2 Wochen, also wird die Rötung jetzt sicher vom rumgepopel kommen. Keine Panik, wir haben hier reichlich Zecken, sind alle viel außen und ich entferne pro Woche mind. 3 Stück, bis jetzt war nie etwas. Auch das Teile abreißen bleibt nicht aus. Ich desinfiziere nach dem Entfernen immer mit Bitteren Schwedentropfen. Da hat sich noch nie was entzündet, die Teile waren irgendwann nicht mehr da.

Der Impfschutz hält laut meinem Hausarzt für mind. 5 in der Regel sogar 7 Jahre.


:) mein sohn hatte auch vor ein paar monaten einen zeckenbiss... ist zum glück nix nachgekommen.

zum sicheren entfernen einfach einen sehr heissen gegenstand an die zecke halten, dann fällt sie von alleine ab und es bleiben keine reste zurück.

der autan-stick wirkt 4 stunden gegen zecken, 8 stunden gegen mücken.


Ich sehe grad das die 3. Impfung erst 2011 (hatte zuerst 2010 gelesen, das hätte gepasst) war, die sollte im Normalfall 9-12 Monate nach der 2. erfolgen.
Frag da Sicherheitshalber nochmal beim Hausarzt nach.


Nettchen, nicht in allen Fällen von Borreliose-Infektionen tritt eine Wanderröte auf.

Bluttest erst in 6 Wochen erscheint mir zu spät (muß aber noch in meinem Buch von der Selbsthilfegruppe nachschauen).

Ich habe Borelliose ( zum Glück nicht die FMSE ), die damals nicht erkannt wurde.


Zitat (Rumburak @ 03.06.2011 01:54:38)
Ich habe Borelliose ( zum Glück nicht die FMSE ), die damals nicht erkannt wurde.

Auweia... Rumburak :trösten: diese Nerven- und Gelenksgeschichte? Die braucht viel länger zum Erkennen. Kann individuell ganz verschieden sein.

Die FSME ist eine Art der Meningitis - Hirnhautentzündung, die durch Zecken übertragen wird und weitaus aggressiver und schneller verläuft und durch bestimmte Zeckenarten hervorgerufen wird: FSME-Frühsommermeningitis.

Vor jeder Hunderunde schmiere ich mich gründlich mit Bundeswehr-Autan ein und es klappt immer: Mich mögen die Zecken nicht.

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 03.06.2011 02:47:07

Ich werde dann gleich mal am Montag beim Kinderarzt nachfragen, auch wegen dem Bluttest. Ab wann könnte man denn eine Borreliose erkennen?
Weiß das jemand?


Mein Buch ist wahrscheinlich in irgendeinen Karton.

Habe meinen Sohn angerufen. Der hat Ahnung und sagt, zwei Wochen nach dem Stich kannst Du, wenn Du willst, ein Blutbild machen lassen.

Falls die Zecke infiziert war, sieht man es im Blutbild. Wünsch Dir, dass alles klar geht.


...Hi...gute Nerven.....leider ist meine Oma vor einigen Jahren an Borreliose gestorben.....

Die Impfungen müßten reichen, aber trotzdem Blut testen lassen.......ansonsten für die kleine Wunde: Balistolöl.....wirkt wahre Wunder......hab immer ein Fläschchen dabei.....

hier: http://www.mhcev.de/infos/artikel.php?a=show&id=21

...nicht erschrecken und bis zum Ende lesen :-)

Grüßle, Maya


Danke für die Mühe, Dir Ihr Euch gemacht habt :-)
Es ist wirklich schön, dass man hier mit allen Problemen Ansprechpartner findet, die entweder in diesem Bereich arbeiten oder sich aus sonstigen Gründen (als Betroffene z.B.) auskennen.

Man hat schonmal erste Infos oder Meinungen und steht nicht mehr so allein und unsicher da.

Werde gleich morgenfrüh mit der Kinderarztpraxis telefonieren, im Moment sieht alles unauffällig aus. Wahrscheinlich war die ganze Aufregung hoffentlich umsonst.

Bin auch leider etwas überängstlich und gluckig, sorry.

Danke nochmal und einen sonnigen Sonntag allen....

Liebe Grüße
nettchen


Super gerne!
Ich kann das sehr gut verstehen, habe jeden Tag berufsbedingt 22 besorgte Mamis, die für ihre Kleinen nur das Beste wollen.
Wenns noch Fragen gibt immer gerne!

sonnigen Sonntag, Maya :-)


Ein Zeckenbiss muss nicht sofort auch Borreliose heissen, aber sehr schnell reagieren und untersuchen lassen ist wichtig. Frag einfach die Spezialisten und du bekommst sofort eine richtige Antwort. Wir haben hier in Burgwedel-Hannover ein Zeckenlabor ZECKLAB, ruf an und dir wird geholfen mit allen Fragen. Kann ich dir auch raussuchen und mailen wenn du magst.

Gruß Peter


mit den zecken ist nicht zu spaßen.
mein mann hatte vor 2 jahren borreliose. ihm war gar nicht bewußt, dass er einen zeckenbiß gehabt hatte. im nahchinein kann ich mich erinnern, dass er am unterschenkel mal eine rote stelle hatte.
da wir unseren hund nicht mehr hatten, hat auch keiner an zecken gedacht.
als er dann vor 2 jahren beschwerden (schmerzen in muskeln, gelenken) ist er zum sportarzt gegangen, weil er dachte, er hätte sich was verdreht, verschoben o.ä. der konnte nichts finden und gab ihm schmerztabl und tropfen. leider half es nichts. er wurde vollkommen auf den kopf gestellt. auch beim hno-arzt war er. der schickte ihn sogar zur kernspin-untersuchung. aber es war alles ok. als wir danach zu hause waren, bemerkte ich dass sein mund etwas schief war und um einen schlaganfall auszuschließen, sind wir dass in die notfallpraxis ins krhs. gefahren. dort bekam er dann medikamente gespritzt, weil man eine gesichtslähmung vermutete.
am nächsten tag schickte ihn der hno-arzt stationär ind krhs. und dort bekam er tagelang infusionen. inzwischen hatte sich die lähmung von einer seite über den mund zur anderen gesichtshälfte verzogen. aber eine besserung gab es nicht.
eine krankenschwester legte ihm nahe, ein rückenwasserpunktion(?) machen zu lassen, denn sie vermutete borreliose. nach dieser untersuchung stand fest, dass es so war. danach mußte er noch mal spezielle infusionen für 2 wochen über sich ergehen lassen.
zum glück ist alles wieder zurückgegangen und es sind auch keine neurologischen schäden geblieben.

in der ersten zeit nach der infektion kann man die erreger noch im blut nachweisen, nachher nur noch mit der punktion.

mein mann hatte glück, dass die krankenschwester die vermutungen hatte, denn die ärzte sind nicht drauf gekommen.


eine impfung gibt es dafür übrigens nicht sondern nur für fsme.


Zitat (nettchen @ 03.06.2011 20:48:20)
Weiß das jemand?

Hallo,
ich fass dann mal zusammen:

1.Ca. 30% aller Zecken in Europa übertragen mit ihrem Biss Borreliose, die eine Hautrötung (Wanderröte, hier gut übersetzt aus Erythema migrans) in Zielscheibenformation ("Target phenomena") angeordnet.
Therapie der Wahl: Breitbandantibiotika. Keine Impfprävention möglich. Frühester Nachweis erst 6 Wochen nach Biss durch positiven Borrelienantikörpertiter im Serum.
2. FSME (Frühsommermenigoenzephalitis)-Viren im Zeckenbiss eher südlich des Mains (aber auch Österreich, Polen, Südschweden) vorkommend und Hirn-Hirnhautentzündung machend.
Keine Virustherapie möglich, aber Prävention mittels Impfung ( Jetzt - 1Monat- 6-9 Monate, dann alle 5 Jahre 1x) .

Bearbeitet von micheal am 09.06.2011 15:49:07


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